AUS DER REGION - Tageselternverein Ettlingen

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AUS DER REGION - Tageselternverein Ettlingen

BNN 17.09.2010

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AUS DER RE GION

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I OIE ARBEIT MIT KLEINKINDERN genießt in' der Politik hohen Stellenwert. Die Zahl der Betreuung;plätze wird auch im Landkreis bestän~ig ausgfJbaut. Knap~

sind allerdings Betreuungspjätze mit besonderen zeitlichen Anfordemngen. . Archivfoto: Keiper


Plätze in Tagesrandzeiten sind knapp

Gemeinden im Landkreis bei der" U 3"-Betreuung auf einem guten Weg / Förderung der Tageselternvereine

BNN 17.09.2010

Von unserem

Matthias

Ku/d

Redaktionsmitglied

Kreis Karlsruhe. Bei der Betreuung von Kindern

unter drei Jahren sind die Gemeinden des

Landkreises auf einem guten Weg: Die Vorgabe,

dass bis 2013 für jedes dritte Kind aus dieser

Altersgruppe ein Platz vorgehalten sein

muss, ist landkreisweit in Reichweite. Von den

geforderten 35 Prozent sind per Ende 2009

schon 21 erreicht, 2010 soll die "Versorgungsquote"

25,6 Prozent erreichen und 2013 werden

es planmäßig 33 sein. Welche Plätze wo

entstehen, das ist noch offen - Stand heute

scheint die Zahl der Angebote in Kindergärten

halbwegs ausreichend, gefragt sind verstärkt

Betreuungsangebote in Randzeiten. Darum,

aber auch ums Geld, ging es, als sich die Tageselternvereine

Bruchsal und Ettlingen den Bürgermeistern

des Landkreises vorstellten.

Ende 2009 lebten rund 10 600 Kinder unter

drei Jahren im Kreis. Für sie gab es 1 828 Plätze

in Kindertagesstätten und 404 Plätze in der

Kindertagespflege. Bis 2013 sollten planmäßig

noch etwa 900 Kindergartenplätze entstehen,

aber auch 280 zusätzliche Plätze in der Tagespflege.

Eine Aufgabe

der Tageselternvereine

(TEV), die Vereinbarungen

mit den Gemeinden

haben. Diese

bezahlen eine von der

Versicherungspflicht

beein träch tigt Personalsuche

Einwohnerzahl abhängige

Pauschale - insgesamt rund 230000

Euro. 200000 Euro schießt der Landkreis zu.

Die Aufgaben der TEVmit wenigen hauptamtlichen

Kräften: das Management der Pflegeplatzvermittlung

und Pflegemutterbetreuung.

Allerdings ist das Feld nicht zu leicht zu beackern.

Zum einen ist die Qualifizierung aufwändiger

als früher, zum anderen unterliegen

die Entgelte für die Leistungen der Tagesmütter

seit 2009 der Steuer und der Sozialversicherungspflicht

- mit der Folge, dass dem TEV

Bruchsal.im vergangenen Jahr 52 Tagespflegepersonen

von der Stange gingen, aber nur 46

neu qualifiziert werden

konnten. Aufwand

und Ertrag stehen

für viele in keinem

Verhältnis. Das

Entgelt für die Betreuung

vereinbaren

Eltern und Tagesmutter individuell.

An der Arbeit der TEV haben die Gemeinden

daran auch großes Interesse. Gerade Betreuungen

in Tagesrandlagen können nur individuell

und nicht "institutionell" gelöst werden. Zudem

macht sich die Arbeit der TEVund der Tagesmütter

für Gemeinden finanziell bemerk-

bar: Diese Ergänzungen sind billiger als entsprechende

Angebote via Kindergarten vorzuhalten.

Deswegen sind einige Gemeinden auch

bereit, mehr als nur die Umlage zu zahlen. Beispiel:

Ubstadt-Weiher unterstützt Eltern bei

Bedarf und notwendiger Betreuung außerhalb

der üblichen Zeiten und schießt 150 Euro zu

den Qualifizierungskosten einer Tagesmutter

zu. Ettlingen hingegen zahlt den Mitgliedsbeitrag

für den TEV und schießt 1 000 Euro pro

Kind für zwölf Monate bei einer Betreuung ab

15Wochenstunden zu (siehe "Unterstützung").

Unterschiedlich ist auch die bisher erreichte

Versorgungsquote der einzelnen Gemeinden.

Nach der Liste des Landkreises lag Ende 2009

Ubstadt- Weiher schon im gesetzlichen Soll für

2013 mit Betreuungsplätzen für jeden dritten

"U 3". Schwer ins Zeug gelegt hat sich auch

Gondelsheim. Dort, so Bürgermeister Markus

Rupp, gibt es 50 "U 3"-Plätze.


Freitag, 17. September 2010

BNN 17.09.2010

Unterstützung

Für alle Familienpolitiker ist es eine gute

Nachricht. Das Ziel, dass 2013 jedes dritte

Kind unter drei Jahren am Wohnort einen Betreuungsplatz

finden wird, ist realistisch. Dass

die Umsetzung dieser gesetzlichen Vorgabe

viel Geld kostet, weiß man zwischen Bad

Schönborn und Malsch nur zu gut. Aber Investitionen

in den politischen Mainstream waren

schon immer leichter abzusegnen als solche,

die vielleicht als notwendig erkannt, aber

nicht allenthalben populär sind.

Beim Blick auf die Kleinkindbetreuung

bleibt dennoch eine Frage: Muss an jedem Ort

das Optimum an Betreuungszeiten für Kinder

mit berufstätigen Eltern vorgehalten werden?

Der gebetsmühlenhafte Hinweis zu gemeindeübergreifenden

Zusammenarbeit scheint die

Betreuungsfrage noch nicht erreicht zu haben.

Zudem fordert die moderne Arbeitswelt mit

allen nur denkbaren Arbeitszeiten ihren Tribut.

Will heißen: Betreuungsplätze zu Tagesrandzeiten

sind ebenso gefragt wie knapp.

Hier bemühen sich im Kreis Karlsruhe die Tageselternvereine

um Lösungen. Keine leichte

Aufgabe, bei der ohne die Unterstützung der

Gemeinden nichts oder allenfalls wenig liefe.

Die Kommunen profitieren von einem guten

Tagespflegesystem - und werden daher auch

künftig die Elternvereine unterstützen.

. Matthias Kuld