Berichte ThINK - ThEGA

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Zusammenfassung der Studie –

Bestimmung des Photovoltaikpotentials an Autobahnen - exemplarische

Betrachtung an der Konzessionsstrecke der BAB4 in Thüringen

Endbericht Dezember 2012

Landesentwicklungsgesellschaft

Thüringen mbH

Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Arbeit

und Technologie


II

Projektleitung

Dr. Stefan Knetsch

unter Mitarbeit von

Dipl.-Geogr. Jakob Maercker

Dipl.-Geogr. Osama Mustafa

ThINK – Thüringer Institut für Nachhaltigkeit und Klimaschutz

Leutragraben 1

07743 Jena

im Auftrag der

Landesentwicklungsgesellschaft Thüringen mbH (LEG Thüringen)

Thüringer Energie- und GreenTech-Agentur (ThEGA)

Mainzerhofstraße 12

99084 Erfurt

Mai 2012

ThINK – Thüringer Institut für Nachhaltigkeit und Klimaschutz


III

Inhalt

Zusammenfassung ........................................................................................ 1

1. Einführung und Aufgabenstellung ................................................................... 2

2. Methodik ................................................................................................. 2

2.1 Freiflächen ..................................................................................................... 3

2.1.1 Modellentwicklung .............................................................................................. 3

2.1.2 Modelldesign ..................................................................................................... 3

2.1.3 Modellparameter und Bewertungskriterien ................................................................ 6

2.2 Fahrbahnbegleitende Bauwerke ....................................................................... 10

2.2.1 Ausgangsdaten ................................................................................................ 11

2.2.2 Parameter und Bewertungskriterien ....................................................................... 12

2.3 Belange der Raumordnung und des Bundesfernstraßenrechts ................................. 13

3. Ergebnisse ............................................................................................. 15

3.1 Freiflächen ................................................................................................... 15

3.2 Fahrbahnbegleitende Bauwerke ....................................................................... 18

4. Wirtschaftlichkeitsbetrachtung .................................................................... 20

5. Anhang ................................................................................................. 24

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IV

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Modell zur automatischen Identifikation und Bewertung von Photovoltaikflächen an Verkehrswegen...........4

Abbildung 2: Beispiel für die Ergebnisse der Klassifizierung nach Geländekriterien (Modul 1)....................................8

Abbildung 3: Luftbild des künftigen Solarpark Isseroda vor der Entwicklung (links) sowie während des Baus (rechts; nur

östlicher Teil abgebildet) (Quelle: ThINK GmbH).........................................................................9

Abbildung 4: Beispielphoto der Befliegung: Lärmschutzwall der Neubaustrecke bei km 273 südlich Neukirchen (Quelle:

ThINK GmbH).................................................................................................................... 12

Abbildung 5: Eignungsklassen und Flächenanteile der Freiflächen.......................................................................16

Abbildung 6: Histogramm der Flächengrößen (n=217).....................................................................................17

Abbildung 7: Flächengröße und Eignungsklassen nach Gemeinde......................................................................18

Abbildung 8: Eignung fahrbahnbegleitender Flächen für eine Belegung mit PV-Modulen..........................................19

Abbildung 9: Beispiele für fahrbahnbegleitende Bauwerke der Eignungsklassen „gut geeignet“ und „sehr gut geeignet“

....................................................................................................................................... 19

Abbildung 10: Preisentwicklung für kristalline PV-Module unterschiedlicher Herkunft (Quelle: pvxchange International AG)

....................................................................................................................................... 23

Abbildung 11: Übersichtskarte mit Teilkarten................................................................................................... 24

Abbildung 12: Karte 1............................................................................................................................... 25

Abbildung 13: Karte 2............................................................................................................................... 26

Abbildung 14: Karte 3............................................................................................................................... 27

Abbildung 15: Karte 4............................................................................................................................... 28

Abbildung 16: Karte 5............................................................................................................................... 29

Abbildung 17: Karte 6............................................................................................................................... 30

Abbildung 18: Karte 7............................................................................................................................... 31

Abbildung 19: Karte 8............................................................................................................................... 32

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Eingangsdaten zur Identifikation von Flächen im 110 m-Streifen ............................................................5

Tabelle 2: Klassifizierung und Bewertung von Exposition und Hangneigung............................................................7

Tabelle 3: Klasseneinteilungen für die Freiflächen ............................................................................................10

Tabelle 4: Klasseneinteilungen für die Bewertung der fahrbahnbegleitenden Bauwerke...........................................13

Tabelle 5: zubauabhängige prozentuale Degressionsschritte der EEG-Novelle.......................................................21

Tabelle 6: Eingangsparameter und Ergebnisse der Wirtschaftlichkeitsbetrachtung.................................................22

Tabelle 7: Dokumentation der Freiflächen im 110 m-Streifen..............................................................................33

Tabelle 8: Bewertungskriterien und -parameter für fahrbahnbegleitende Bauwerke .................................................38

Tabelle 9: Dokumentation der fahrbahnbegleitenden Bauwerke..........................................................................40

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1

Zusammenfassung

In der vorliegenden Studie soll entlang eines Abschnittes der BAB 4 in Thüringen zwischen

der Landesgrenze zu Hessen und der Anschlussstelle Gotha (44,7 km) die Eignung von Flächen

bis zu 110 m vom Fahrbahnrand für die Stromerzeugung aus Sonnenenergie untersucht

werden. Weiterhin soll die Praxistauglichkeit und die Anwendbarkeit des bereits vorliegenden

„Leitfaden Photovoltaikprojekte an Bundesautobahnen in Thüringen“ anhand eines längeren

Autobahnabschnittes überprüft und ggf. angepasst werden. Grundsätzlich werden dazu alle

Potenzialflächen in zwei Kategorien unterteilt: Freiflächen links und rechts der Autobahn außerhalb

des Baukörpers der Fahrbahn sowie fahrbahnbegleitende Bauwerke (z.B. Lärmschutzwälle,

Böschungen und Lärmschutzwände).

Die einzelnen Bewertungsschritte wurden in einem Geographischen Informationssystem (GIS)

mit Hilfe eines Modells so kombiniert, dass sie automatisch ausgeführt werden können und

auch auf andere Arbeitsgebiete und Verkehrswege übertragbar sind. Die Bewertungskriterien

und -parameter des bereits vorliegenden Leitfadens wurden auf ihre Anwendbarkeit für ein

größeres Untersuchungsgebiet überprüft und ggf. angepasst.

Großflächige Photovoltaikfreiflächenanlagen sind gemäß Raumordnungsgesetz (ROG) in der

Regel als raumbedeutsam anzusehen und müssen daher mit den Erfordernissen der Raumordnung

abgestimmt werden. Einige in diesem Projekt identifizierte Potenzialflächen befinden

sich im Bereich von Vorranggebieten Landwirtschaftliche Bodennutzung. In der vorliegenden

Studie wurden diese nicht als Tabukriterien betrachtet. Weiterhin sind die Bestimmungen des

§ 9 Bundesfernstraßengesetz (FstrG) hinsichtlich der Anbauverbotszone (40 m) und der Anbaubeschränkungszone

(100 m) gemessen vom Fahrbahnrand zu beachten.

Alle identifizierten PV-Potenzialflächen sind kartographisch im Anhang dargestellt. Insgesamt

konnten im Untersuchungsgebiet 217 Freiflächen mit zusammen 502,6 ha Potenzialfläche

identifiziert werden. Davon wurden aufgrund ungünstiger Reliefverhältnisse 31,5 ha als „ungeeignet“

klassifiziert. Somit fallen 471,1 ha in die Klassen „sehr gut geeignet“ bis „bedingt

geeignet“ und kommen für eine PV-Nutzung prinzipiell in Betracht.

Die fahrbahnbegleitenden Bauwerke (n=33) weisen eine PV-Potenzialfläche von zusammen

21,38 ha auf. Sie haben am Gesamtpool aller geeigneten Flächen nur einen Anteil von

4,3 %. Auf Grund ihrer Nähe zur Fahrbahn muss gewährleistet sein, dass die Sicherheit und

Leichtigkeit des Verkehrs nicht beeinträchtigt wird. Andererseits werden bei der Nutzung solcher

Bauwerke keine landwirtschaftlich nutzbaren Flächen belegt.

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2

1. Einführung und Aufgabenstellung

Im Rahmen dieser von der Thüringer Energie- und GreenTech-Agentur (ThEGA) in Auftrag gegebenen

Studie soll auf dem vom Konzessionsnehmer „Via Solutions Thüringen GmbH & Co.

KG“ betriebenen Thüringer Abschnitt der BAB 4 zwischen der Landesgrenze zu Hessen (km

283,2) und der Anschlussstelle Gotha (km 238,5) die Eignung von Flächen mit einem Abstand

von bis zu 110 m vom äußersten befestigten Fahrbahnrand sowie der fahrbahnbegleitenden

Bauwerke (Lärmschutzwälle, Böschungen) für eine Bestückung mit PV-Anlagen untersucht

werden.

Ziel der vorliegenden Studie ist vor allem, die Praxistauglichkeit und die Anwendbarkeit des

bereits vorliegenden „Leitfaden Photovoltaikprojekte an Bundesautobahnen in Thüringen 1 “

vom 23. 11. 2011 (im Folgenden „Leitfaden“ genannt) anhand eines längeren Autobahnabschnittes

(44,7 km) in Thüringen zu überprüfen und ggf. anzupassen. Es soll ein System entwickelt

werden, das mit Hilfe einer nachvollziehbaren Bewertungsmethodik im Ergebnis eine

abgestufte Skala zur Eignung von Flächen zur PV-Nutzung an Autobahnen darstellt.

Mit der Novellierung des Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) vom 01.07.2010 wurden die

Vergütungen für Freiflächenanlagen grundsätzlich neu geregelt und die gesetzliche Grundlage

für die Vergütung von PV-Nutzung auf autobahnnahen Flächen geschaffen. Die bisher zulässige

Überplanung von Ackerflächen für vergütungspflichtige Photovoltaik-Freiflächenanlagen

wurde durch den neuen § 32 Abs. 3 Satz 1 Nr. 3 EEG 2010 aufgehoben. Im „Gegenzug”

dazu hat das EEG 2010 in dem neuen § 32 Abs. 3 Satz 1 Nr. 4 ausdrücklich Anlagen

für förderfähig erklärt, die auf überplanten Flächen „längs von Autobahnen oder Schienenwegen”

errichtet werden „und sich in einer Entfernung bis zu 110 Meter, gemessen vom

äußeren Rand der Fahrbahn“ befinden. Die jüngste Änderung des EEG wurde vom Bundestag

am 29.4.12 beschlossen. Die Gesetzesnovelle wurde allerdings am 11.5. 12 vom Bundesrat

in den Vermittlungsauschuss verwiesen. Hier kann das Vorhaben noch in einigen Details

abgeändert, aber nicht vollständig verhindert werden.

2. Methodik

Grundsätzlich werden im Rahmen dieser Studie aus methodischen Gründen alle Flächen im

110 m-Streifen in zwei Flächenkategorien unterteilt: Dies sind erstens die nicht zum Baukörper

der Trasse gehörenden Freiflächen links und rechts der Fahrbahn. Sie liegen in der Regel außerhalb

des planfestgestellten Bereiches der Autobahn und sind überwiegend in Privatbesitz.

Im Text werden sie als „Freiflächen“ bezeichnet. Die zweite Flächenkategorie sind die fahrbahnbegleitenden

Bauwerke. Dabei handelt es sich in der Regel um Flächen unmittelbar an

der Fahrbahn (z.B. Lärmschutzwälle, Böschungen und Lärmschutzwände). Diese Unterschei-

1 http://www.thega.de/uploads/media/Photovoltaik_BAB_01.pdf

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3

dung ist vor allem daher notwendig, weil für die Identifizierung und Bewertung der beiden

Flächenkategorien unterschiedliche Ausgangsdaten herangezogen werden müssen und auch

nicht dieselbe methodische Vorgehensweise möglich ist.

2.1 Freiflächen

2.1.1 Modellentwicklung

Zur Ableitung der Potenzialflächen und deren Bewertung wurde innerhalb dieses Projektes ein

Geographisches Informationssystem (GIS) der Firma ESRI ® eingesetzt.

Der komplette Arbeitsablauf von den Eingangsdaten bis hin zu den bewerteten Potenzialflächen

wird im GIS prinzipiell durch die sinnvolle Kombination vieler Einzelschritte und Anwendung

verschiedener Werkzeuge vollzogen. Aufgrund der hohen Komplexität ist es im Fall

der Identifizierung und Bewertung von PV-Potenzialflächen sinnvoll, die einzelnen Schritte mit

Hilfe eines Modells zu kombinieren, damit sie jeweils automatisch ausgeführt werden können.

Dies hat mehrere Vorteile: Es entsteht eine graphische Dokumentation aller Schritte, wodurch

der Arbeitsablauf transparent bleibt. Außerdem können beispielsweise Änderungen von Modellparametern

nachträglich eingefügt werden, ohne alle bisherigen Schritte manuell wiederholen

zu müssen. Sicherlich der wichtigste Faktor ist aber, dass sich das Modell generell

auch für andere Arbeitsgebiete und Verkehrswege anwenden lässt. Dazu müssten lediglich

die Eingangsdaten und eventuell einige Modellparameter ausgetauscht werden.

2.1.2 Modelldesign

Grundsätzlich besteht das entwickelte Modell (vgl. Abbildung 1) aus fünf einzelnen Modulen,

deren Aufbau im Folgenden kurz skizziert werden soll. Detaillierte Angaben zu den einzelnen

Modellparametern werden im Kapitel 2.1.3 gemacht.

Eingangsdaten sind jeweils blau dargestellt, Werkzeuge in gelb und Zwischen- und Endergebnisse

in grüner Farbe. Der Eingangsdatensatz von Modul 1 ist das digitale Geländemodell.

Davon werden zunächst Hangneigung und Hangausrichtung im Untersuchungsgebiet

abgeleitet. Diese Zwischenergebnisse werden in Anlehnung an die Parameter des bestehenden

Leitfadens in Modul 1 klassifiziert und in Eignungsstufen umgerechnet. Details dazu sind

in Kapitel 2.1.3 dargestellt. Daneben werden in Modul 1 Bereiche identifiziert und eliminiert,

die im Winterhalbjahr länger verschattet sind.

In Modul 2 wird anhand der Fahrbahn und der Anschlussstellen ein Puffer im Abstand von

110 m vom äußersten befestigten Fahrbahnrand erzeugt und mit den Flächen der digitalen

Feldkarte verschnitten. Potenzielle Eignungsflächen, die in der digitalen Feldkarte nicht enthalten

sind, wurden manuell digitalisiert und ebenfalls mit dem Puffer der Autobahntrasse und ihrer

Abfahrten verschnitten.

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4

In Modul 3 werden alle Flächen, die für eine PV-Nutzung grundsätzlich nicht in Frage kommen

zusammengefasst und anschließend im Modul 4 von den Potenzialflächen abgezogen.

Daneben findet im Modul 4 für alle Potenzialflächen eine Mittelwertbildung der Geländeklassifizierung

statt, da auf Grund der hohen Auflösung des Höhenmodells innerhalb einer Fläche

in der Regel mehrere Geländeeignungsklassen vorkommen. Details dazu sind in Kapitel

2.1.3 und Abbildung 2 dargestellt.

Alle Schritte der Flächenbewertung (Entfernung zum Einspeisepunkt, Flächengröße und Zuwegung)

erfolgen im Modul 5. Hier werden im GIS der Attributtabelle der Eignungsflächen weitere

Spalten angehängt, in denen die Berechnung der Entfernungen zu Straßen, zu Einspeisepunkten

sowie die Bewertung der Flächen in Abhängigkeit der im Leitfaden dargestellten

oder hier neu entwickelten Kriterien erfolgt.

Abbildung 1:

Modell zur automatischen Identifikation und Bewertung von Photovoltaikflächen an

Verkehrswegen

Modelleingangsdaten

In Tabelle 1 sind die relevanten Eingangsdaten zur Identifikation von autobahnnahen

Flächen, die für eine PV-Nutzung geeignet sind, dargestellt. Für das automatische Ableiten

von Eignungsflächen sind dabei das Höhenmodell und die digitale Feldkarte besonders bedeutsam.

Letztere erhielt den Vorzug gegenüber den ATKIS-Daten, da aus ihr Netto-Flächeninhalte

der Potenzialflächen abgeleitet werden können, was bei den Daten des Basis-DLM nicht

ohne weiteres möglich ist, da hier beispielsweise Straßen als Vektorzüge dargestellt sind, die

zunächst keine definierte Breite besitzen. Da hier ohne vorherige Pufferung Flächen quasi direkt

aneinander liegen würden, wäre der Flächeninhalt von Potenzialflächen zu groß.

Autobahnanschlussstellen gehören bis zum entsprechenden Verkehrszeichen ebenso zum Geltungsbereich

des EEG wie unbewirtschaftete Rastanlagen und wurden in die Untersuchungen

einbezogen. Durch das EEG nicht explizit geregelt ist, wie mit Flächen unter großen Talbrücken

und über Tunneln zu verfahren ist. Entsprechend der Clearingstelle EEG 2 fallen Flä-

2 Hinweis der EEG-clearingstelle Nr. 2011/8, vom 28. 2. 2012, http://www.clearingstelle-eeg.de/hinwv/2011/8

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5

chen unter Brücken demnach grundsätzlich auch unter die Vergütung nach EEG. Dazu wird

ausgeführt: „Das heißt aber nicht, dass die Fläche auf der gleichen Höhe liegen muss wie

der Verkehrsweg. Vielmehr liegen Flächen auch dann „längs“ von Schienenwegen bzw. Autobahnen,

wenn diese auf einem Damm, an An- oder Einschnitten oder auf Brücken verlaufen.“

Im Rahmen dieses Projektes zeigte sich, dass Flächen unter Brücken in der Regel keine

Potenzialflächen sind, da sie aus Gründen des Hochwasser- und Naturschutzes oder auf

Grund ungünstig exponierter Talflanken ohnehin meist ausgeschlossen werden. Flächen über

Tunneln sind von einer Vergütung nach EEG laut EEG-Clearingstelle allerdings ausgeschlossen.

Einschlägige Gerichtsurteile bezüglich dieser Problematik sind allerdings bisher nicht bekannt.

Tabelle 1: Eingangsdaten zur Identifikation von Flächen im 110 m-Streifen

Art der Daten Metadaten/Format Verwendung Quelle

digitales Höhenmodell

Auflösung: 5 m

Klassifikation von

Exposition und

Neigung, Ausschluss

verschatteter Flächen

Thüringer Landesamt für

Vermessung und

Geoinformation

digitale Feldkarte

Polygon-Shapefiles

automatische

Identifikation von

Potenzialflächen

Thüringer Landesanstalt für

Landwirtschaft

Orthofotos

Bodenauflösung 0,4

m, Aufnahmedatum

5/2008

manuelle Identifikation

von Potenzialflächen

Thüringer Landesamt für

Vermessung und

Geoinformation

Basis-DLM

Shapefiles

Ausschlusskriterien

(Schutzgebiete),

Ableitung und

Pufferung der

Fahrbahn

Thüringer Landesamt für

Vermessung und

Geoinformation

Schrägluftbilder

Bilddaten

manuelle Identifikation

von Potenzialflächen

und Einspeisepunkten

eigene Befliegung

Bestands- und Übersichtspläne

Autobahn-

Trasse

PDF und dxf

manuelle Identifikation

von ober- und

unterirdischen

Leitungen

DEGES, Via Solutions

sonstige Flächen

Shapefiles

manuelle Identifikation

von Potenzialflächen

eigene Digitalisierung

Die Qualität und das Format der Eingangsdaten ist von großer Bedeutung, da beispielsweise

bei analogen Eingangsdaten viel Zeit in deren Aufbereitung investiert werden muss. Im Rahmen

dieses Projektes konnten beispielsweise die Daten zu überregionalen Gashochdrucklei-

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6

tungen, die im Arbeitsgebiet in einigen Fällen parallel zur A4 im 110 m-Streifen verlaufen,

nur über einzelne Pläne im pdf-Format beschafft werden, was einen hohen Digitalisierungsaufwand

bedeutete.

Autobahnnahe Flächen, die in der digitalen Feldkarte nicht enthalten sind (z. B. Brachflächen

und sonstige nicht landwirtschaftlich genutzten Flächen), wurden anhand der Orthofotos manuell

digitalisiert und flossen als Ausgangsdaten in das Modell ein. Insgesamt betraf dies nur

etwa 3 % der Gesamtfläche im 110 m-Streifen.

Ausschlussflächen

Ausschlussflächen sind diejenigen Flächen, auf denen die Errichtung von Photovoltaikfreiflächenanlagen

aus unterschiedlichen Gründen ausgeschlossen ist. Bei allen Flächen im 110 m-

Streifen, die in den Karten im Anhang nicht dargestellt sind, handelt es sich damit um eine

der folgenden Flächenkategorien:

• Waldgebiete, Siedlungsgebiete, Naturschutzgebiete, Nationalparks, Landschaftsschutzgebiete,

EU-Vogelschutzgebiete (SPA), Überschwemmungsgebiete, Trinkwasserschutzgebiete,

Ausgleichs- und Ersatzflächen (AEM), Flora-Fauna-Habitat-Gebiete

(FFH), Flächennaturdenkmale (FND), geschützte Landschaftsbestandteile (GLB), Gashochdruckleitungen

(DN 800 bis 1000 incl. 4 m Schutzstreifen links und rechts), Flächen,

die im Winterhalbjahr länger verschattet sind.

Auf das Anlegen eines Puffers um Siedlungs- oder Waldgebiete wurde im Rahmen dieses

Projektes verzichtet. Im Fall der Waldgebiete ist in Richtung der Fahrbahn schon eine Vorbelastung

gegeben, so dass die Randgebiete in der Nähe der Fahrbahn nicht die erhöhte ökologische

Wertigkeit besitzen, die ihnen in unbelasteten Räumen zukommt. Daneben kann die

Umzäunung der PV-Freiflächen dazu beitragen, Wildunfälle zu verhindern. Im Fall der Siedlungsgebiete

ist es unwahrscheinlich, dass diese weiter in Richtung Trasse vergrößert werden

und damit in Konkurrenz zur PV-Nutzung treten. Hier müssten aber bei entsprechender Siedlungsnähe

Sichtbarrieren geschaffen werden.

2.1.3 Modellparameter und Bewertungskriterien

Neben der eigentlichen Identifizierung von Potenzialflächen im Untersuchungsgebiet ist ein

weiteres wesentliches Ziel dieser Studie, die im bereits vorliegenden Leitfadens entwickelten

Parameter zur Bewertung von Potenzialflächen anhand eines wesentlich größeren Untersuchungsgebietes

zu überprüfen und ggf. anzupassen. In diesem Kapitel werden daher die Parameter

des entwickelten Modells dargestellt und Veränderungen gegenüber dem vorliegenden

Leitfaden diskutiert.

Im bereits vorliegenden Leitfaden wurden alle stark (>30°) WNW bis ONO-geneigten Flächen

ausgeschlossen. Die Hangneigung für diese weitgehend nordexponierten Flächen ist

nach den Erfahrungen der vorliegenden Studie zu groß gewählt, da PV-Freiflächenanlagen

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wirtschaftlich auf solchen Flächen gegenwärtig nicht darstellbar sind. Beispielsweise entsprechen

30° Hangneigung einem Gefälle von etwa 68%. Diese Flächen sind zudem deshalb

ungeeignet, weil sie von etwa Ende Oktober bis Mitte Februar generell keine Sonneneinstrahlung

erhalten (Sonnenstand Mittags am 21.12. im Untersuchungsgebiet etwa 15°). Stattdessen

wird hier vorgeschlagen, alle Flächen auszuschließen, die > 5° (8,7 %) geneigt sind und

eine Exposition von < 90° (Ost) und > 270° (West) aufweisen (vgl. Tabelle 2). In dieser Tabelle

sind außerdem die weiteren Neigungs- und Expositionsklassen und deren Bewertung

enthalten. Im Ergebnis erhielt also jedes Pixel im Rasterdatensatz des Höhenmodells einen

Wert zwischen 0 und 4.

In einem weiteren Schritt werden die Rasterdaten in Vektordaten (Polygone) umgewandelt. In

Abbildung 2 ist beispielhaft eine solche Bewertung allein nach Geländeeignungsklassen dargestellt.

Durch das heterogene Relief sind die Flächen der einzelnen Eignungsklassen häufig

nur sehr klein. Daher wurde innerhalb von Modul 4 für jede für die spätere Gesamtbewertung

verwendete Fläche der Mittelwert aller in ihr enthaltenen Geländeeignungsklassen ermittelt.

Tabelle 2: Klassifizierung und Bewertung von Exposition und Hangneigung

Hangexposition in Grad Hangneigung in Grad Bewertung

135° bis 225° (Südost bis Südwest) >= 2° 4

0° bis 360° < 2° 3

90° bis 135° (Ost bis Südost) >= 2° 2

225° bis 270° (Südwest bis West) >= 2° 2

270° bis 90° (West über Nord bis Ost) >= 2° bis 5° 1

270° bis 90° (West über Nord bis Ost) > 5° 0

Weiterhin zeigte sich, dass das Kriterium der Verschattung von Flächen bisher im Leitfaden

keine Berücksichtigung fand. Daher wurden im Modul 1 alle Flächen ausgeschlossen, die bei

einem Sonnenhöchststand von < 15° keinerlei Sonneneinstrahlung erhalten, was einige Tage

vor und nach der Wintersonnenwende der Fall ist. Auch kurz vor und nach diesem Zeitfenster

erhalten diese Flächen lediglich um die Mittagszeit Sonneneinstrahlung, was für einen wirtschaftlichen

Betrieb nicht ausreicht. Im Arbeitsgebiet waren aber nur sehr wenige Flächen davon

betroffen. Dabei ist zu beachten, dass das neueste verfügbare Höhenmodell die trassennahe

Morphologie des Neubauabschnittes noch nicht berücksichtigt.

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Abbildung 2: Beispiel für die Ergebnisse der Klassifizierung nach Geländekriterien (Modul 1)

Die Mindestflächengröße von 1000 m² wurde beibehalten. Dies ist aus der Sicht von Investoren

zunächst ein recht kleiner Wert. Hier liegen vor allem Flächen größer 3 ha im Fokus des

Interesses. Andererseits gibt es gerade bei einer möglichen Projektumsetzung durch die Gemeinden

selbst auch einen Bedarf an kleineren Flächen. Beispielhaft ist in Abbildung 3 der

Solarpark Isseroda (Weimarer Land) dargestellt. Innerhalb des 110 m-Streifens an der A4

wurde auf einem Erdwall im April 2012 auf ca. 0,5 ha eine PV-Freiflächenanlage errichtet.

Sie ist ein gutes Beispiel dafür, wie eine Kommune von den Gewinnen aus dem Betrieb einer

PV-Anlage profitieren kann.

Wie in einer Publikation der Thüringer Energie- und GreenTech-Agentur vom März 2012 3

dargestellt, verfügte hier die Kommune bereits über eine gemeinnützige Stiftung, die die Fläche

von der Kommune pachtete und den Solarpark baute. Die Kommune profitiert so einerseits

vom Pachtzins und andererseits von den erwirtschafteten Überschüssen, die die gemeinnützige

Stiftung für Projekte in der Kommune verwendet.

3 ThEGA (2012): Ein Leitfaden für Kommunen.S olarparks auf Brachflächen in Thüringen Standorte identifizieren und

mobilisieren. http://www.thega.de/fileadmin/thega/pdf/projekte/solarparks/ThEGA_Leitfaden_Solarparks.pdf

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Abbildung 3: Luftbild des künftigen Solarpark Isseroda vor der Entwicklung (links) sowie während des

Baus (rechts; nur östlicher Teil abgebildet) (Quelle: ThINK GmbH)

Weiterhin ist die Flächengröße in einigen Fällen durch die Geometrie der verwendeten Eingangsdaten

bestimmt. Dies bedeutet, dass eine kleinere Fläche beispielsweise nur durch

einen Feldweg von einer anderen getrennt sein kann und in einem möglichen PV-Projekt zusammengefasst

wird. Die Klassifikation nach Flächengröße erwies sich auch in dieser Studie

als sinnvoll und wurde ebenfalls aus dem bereits vorliegenden Leitfaden übernommen.

Für die Ermittlung der Entfernung zum nächsten Einspeisepunkt wurden für diese Studie Freileitungen

der Mittelspannungsebene, die trassennah verlaufen, anhand der Luftbilder der Befliegung

vom 25.11.11 digitalisiert. Außerdem wurden die Mittelpunkte der ATKIS-Objektarten

Siedlungsgebiete und Gewerbe- und Industriegebiete per GIS abgeleitet, da hier zumindest

ein Anschluss an die Niederspannungsebene gewährleistet werden kann. Im Modul 5 erfolgt

die Ermittlung der Entfernung jeder Potenzialfläche zu ihrem nächstgelegenen Einspeisepunkt.

Die im vorliegenden Leitfaden dokumentierte Methode der Klassifizierung der Entfernungen erwies

sich auch für diese Studie als sinnvoll und wurde übernommen.

Der Parameter Zuwegung (Erreichbarkeit) wurde abweichend vom Leitfaden nicht nur qualitativ,

sondern quantitativ über die Entfernung jeder Potenzialfläche zur nächstgelegenen öffentlichen

Straße ermittelt. Wenn diese weniger als 50 m entfernt ist, wurde die höchste Punktzahl

(5) vergeben. Ist sie weiter entfernt, wurden noch 3 Punkte vergeben. Auf eine weitere Abstufung

wurde verzichtet, da jede Fläche im Untersuchungsgebiet von einem Fahrweg zumindest

tangiert wird und somit eine weitere Abstufung nicht sinnvoll wäre.

Im Rahmen dieser Studie zeigte sich, dass das Relief der wichtigste Parameter für die Bewertung

von PV-Potenzialflächen ist und daher in der Bewertung auch ein entsprechendes Gewicht

erhalten muss. Beispielsweise würde in der Praxis eine große Fläche mit günstigen Reliefbedingungen

trotz einer ungünstigen Zuwegung sicherlich noch entwickelt werden können,

wenn die Investitionskosten zum Bau einer solchen Zuwegung noch im sinnvollen Verhältnis

zur Gesamtinvestition stehen. Erreicht diese Fläche allerdings nur einen sehr schlechten Mittel-

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wert der Reliefklassifizierung – sie weist also überwiegend Flächen auf, die nordexponiert

sind – wird sich eine Entwicklung der Fläche trotz eines nahen Einspeisepunktes und einer guten

Zuwegung nicht realisieren lassen. Um diesen Sachverhalt entsprechend zu gewichten,

wurden die Ergebnisse der Reliefklassifizierung aus Modul 1 im Rahmen der im Modul 5 stattfindenden

Bewertung mit fünf multipliziert. Außerdem muss eine Fläche als Mittelwert der Reliefklassifikation

mindestens den Wert 0,5 erhalten, um überhaupt als geeignete Fläche klassifiziert

zu werden.

Als letzter Schritt wurden im Modul 5 alle vergebenen Bewertungen für jede Fläche summiert

und die Ergebnisse aller Flächen dann in fünf Klassen („ungeeignet“ bis „sehr gut geeignet)“

unterteilt. Diese Klassifizierung erfolgt im GIS anhand des Jenks-Caspall-Algorithmus 4 . Dabei

handelt es sich um ein statistisches Verfahren zur automatischen Klassifikation von Werten,

das darauf abzielt, die Unterschiede innerhalb einer Klasse zu minimieren und die Unterschiede

zwischen den Klassen zu maximieren, um eine ausgewogene Klasseneinteilung zu erhalten.

Die Klassengrenze der untersten Klasse (ungeeignet) wurde anhand des oben angegebenen

Wertes aus der Reliefklassifikation (0,5) manuell festgelegt. Die Klassengrenzen sind in

Tabelle 3 dargestellt.

Tabelle 3: Klasseneinteilungen für die Freiflächen

Klasse

Bewertung

sehr gut geeignet > 27,21

gut geeignet >23,59 – 27,21

geeignet >18,84 – 23,59

bedingt geeignet >15,8 – 18,84

ungeeignet ≤ 15,8

2.2 Fahrbahnbegleitende Bauwerke

Die Nutzung von fahrbahnbegleitenden Bauwerken für die Erzeugung von Solarstrom ist

schon seit einiger Zeit im Fokus, da sie den Vorteil hat, ohne weiteren Flächenverbrauch

Strom zu erzeugen. In der Praxis wurden allerdings bisher in der Bundesrepublik nur sehr wenige

Projekte tatsächlich realisiert. Eine wesentliche Ursache dafür dürfte sein, dass in jedem

Fall die gesetzlich geforderte „Sicherheit und Leichtigkeit des Verkehrs“ zu gewährleisten ist.

Dies zieht in vielen Fällen weitere Investitionen nach sich, die eine Realisierung entsprechender

Projekte in unmittelbarer Fahrbahnnähe unwirtschaftlich werden lassen könnten.

4 Jenks, G. F. & Caspall F. C. (1971): Error on Choroplethic Maps. Definition, Measurement, Reduction. In: Annals of the

Association of American Geographers. Bd. 61

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11

2.2.1 Ausgangsdaten

Die PV-Potenzialfächen für die fahrbahnbegleitenden Bauwerke (Lärmschutzwälle, -wände

und Böschungen unmittelbar an der Fahrbahn) konnten aufgrund der unterschiedlichen Ausgangsdaten

nicht automatisch unter Verwendung des Modells identifiziert und bewertetet werden.

Die entsprechenden Angaben in den Planfeststellungsunterlagen erwiesen sich als nur

bedingt geeignet, da aus ihnen Parameter wie Exposition und Neigung von fahrbahnbegleitenden

Bauwerken nicht automatisch ableitbar waren. Weiterhin lag für die Neubaustrecke

der Hörselbergumfahrung noch kein aktuelles Höhenmodell vor, welches die neue Morphologie

im Bereich der Trasse berücksichtigt. Auch für den Bereich der Bestandsstrecke wurde das

Höhenmodell nicht verwendet, da beispielsweise Verschattungen auf Grund von Baumreihen

nicht erkannt worden wären. Als hilfreich erwiesen sich Daten der Bestandsvermessung, die

durch Vermittlung des Konzessionärs Via Solutions bereitgestellt wurden. Dabei handelt es

sich um Vermessungspunkte von fahrbahnbegleitenden Bauwerken (Lage und Höhe) aus denen

dann Parameter wie Flächengröße, Neigung und Exposition abgeleitet werden konnten.

Für die Orthofotos ergab sich das Problem, dass die aktuellsten verfügbaren Luftbilder des

Thüringer Landesamtes für Vermessung und Geoinformation für das Untersuchungsgebiet aus

dem Jahr 2008 stammen. Da die Umfahrung der Hörselberge zu diesem Zeitpunkt noch im

Bau war, konnten Angaben über Lage und Größe sowie über die Morphologie von fahrbahnbegleitenden

Bauwerken für den Neubauabschnitt nördlich der Hörselberge aus diesen

Bildern nicht abgeleitet werden. In den ATKIS-Daten sind sie ebenfalls nicht enthalten. Um

dieses Problem kurzfristig zu lösen, hat die ThINK GmbH am 25.11.11 eine Befliegung des

Untersuchungsgebietes durchgeführt. Über einen GPS-Logger wurden die geographischen Koordinaten

in die Metadaten jedes Photos geschrieben, so dass alle Bilder eindeutig räumlich

zuzuordnen sind. In Abbildung 4 ist exemplarisch für die Befliegungsergebnisse ein fahrbahnbegleitendes

Bauwerk der Neubaustrecke nördlich der Hörselberge dargestellt.

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12

Abbildung 4:

Beispielphoto der Befliegung: Lärmschutzwall der Neubaustrecke bei km

273 südlich Neukirchen (Quelle: ThINK GmbH)

2.2.2 Parameter und Bewertungskriterien

Die manuelle Identifikation geeigneter fahrbahnbegleitender Bauwerke fand in einem Streifen

zwischen angrenzendem Grün- und Ackerland (bzw. anderer Landnutzung) und einem Mindest-Abstand

von 5 Metern zum äußeren Rand der Fahrbahn statt. Diese Distanz ist beispielsweise

bedingt durch direkt an die Fahrbahn angrenzende Gräben zur Fahrbahnentwässerung.

Weiterhin sollen PV-Module aus Gründen der Sicherheit und Leichtigkeit des Verkehrs

und zur Vermeidung von verkehrsbedingter Verschmutzung sowie Steinschlag nicht näher am

Fahrbahnrand installiert werden. Trotz dieses Puffers müssten bei der Realisierung von PV-Projekten

beispielsweise auf der fahrbahnzugewandten Seite von Wällen weitere Maßnahmen

zur Aufnahme von kinetischer Energie im Fall von schweren Unfällen zwischen Fahrbahnrand

und PV-Modulen getroffen werden.

Im Bereich der Neubaustrecke konnte die Mehrzahl der fahrbahnbegleitenden Bauwerke direkt

über die Daten der Bestandsvermessung ins GIS eingepflegt und bewertet werden. Lagen

diese Angaben nicht vor, wurden geeignete Flächen anhand der Schrägluftbilder der Befliegung

identifiziert und digitalisiert. Da die Bilder jeweils von Süden, also etwa aus der optimalen

Einstrahlungsrichtung der Sonne aufgenommen wurden, waren die Flächen in der Regel

sehr gut zu erkennen. Die Bewertungskriterien und die entsprechenden Parameter sind im Anhang

in Tabelle 8 enthalten. Wenn entsprechende Lagedaten aus der Bestandsvermessung

verfügbar waren, konnten topographische Kriterien wie Hangneigung, Exposition und Flächeninhalt

direkt im GIS abgeleitet und bewertet werden. Fehlten diese Informationen, wurden

sie anhand der Schrägluftbilder näherungsweise bestimmt. Die Entfernungsparameter (Zu-

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13

wegung und Einspeisepunkt) wurden analog zu den Freiflächen im GIS ermittelt und entsprechend

der in Tabelle 8 im Anhang dargestellten Kriterien bewertet. Anschließend wurden alle

Bewertungspunkte aufsummiert und unter Verwendung des Jenks-Caspall-Algorithmus klassifiziert.

Die verwendete Klasseneinteilung ist in Tabelle 4 dargestellt. Aufgrund der überwiegend

manuellen Identifizierung der fahrbahnbegleitenden Bauwerke wurde die Klasse „ungeeignet“

nicht vergeben, da solche Flächen von vornherein nicht mit erfasst wurden.

Tabelle 4: Klasseneinteilungen für die Bewertung der fahrbahnbegleitenden Bauwerke

Klasse

sehr gut geeignet > 29

Bewertung

gut geeignet >26 - 29

geeignet >23 – 26

bedingt geeignet ≤23

2.3 Belange der Raumordnung und des Bundesfernstraßenrechts

Großflächige Photovoltaikfreiflächenanlagen sind gemäß § 3 Abs. 1 Nr. 6 Raumordnungsgesetz

(ROG) in der Regel als raumbedeutsam anzusehen und müssen daher mit den „Erfordernissen

der Raumordnung abgestimmt“ werden (§ 21 Thüringer Landesplanungsgesetz

(ThürLPlG) vom 15. Mai 2007). Einzelheiten zur Beteiligung der Regionalplanung als Träger

öffentlicher Belange an einem zu erstellenden Bebauungsplan sind bereits in einer von der

LEG Thüringen erstellten Studie 5 enthalten und werden daher hier nicht noch einmal dargestellt.

Das Untersuchungsgebiet der vorliegenden Studie liegt innerhalb der beiden Planungsregionen

Mittelthüringen und Südwestthüringen. Im Fall der Planungsregion Südwestthüringen liegen

einige identifizierte Potenzialflächen im Bereich von Vorranggebieten Landwirtschaftlicher

Bodennutzung. Gemäß dem am 9.5.2011 in Kraft getretenen Regionalplan Südwestthüringen

6 betrifft dies die Flächen Eisenach-Burla (LB 14), nördlich von Eisenach (LB 12) und

südlich Creuzburg (LB 10). In der Planungsregion Mittelthüringen ist nur die Potenzialfläche

Nr. 89 mit einer Größe von 4,6 ha betroffen. Bei Vorranggebieten Landwirtschaftliche Bodennutzung

handelt es sich um Flächen, auf denen andere raumbedeutsame Nutzungen ausgeschlossen

sind, soweit diese mit der vorrangigen Funktion einer nachhaltigen Entwicklung

der Landbewirtschaftung nicht vereinbar sind. In der Begründung 6 heißt es dazu unter anderem:

„Insbesondere raumbedeutsame bauliche Nutzungen (z.B. auch großflächige Photovol-

5 Landesentwicklungsgesellschaft Thüringen mbH (2011): Solarparks auf Brachflächen in Thüringen. Standorte identifizieren

und mobilisieren. Ein Leitfaden für Kommunen. Erfurt, März 2011

6 Regionale Planungsgemeinschaft Südwestthüringen (Hrsg): Regionalplan Südwestthüringen.

http://www.regionalplanung.thueringen.de/imperia/md/content/rpg/suedwest/rpswt/rpswt-inet-2_t2-1_rp-text.pdf

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14

taikanlagen), die zu einer wesentlichen Nutzungseinschränkung der ausgewiesenen, für eine

nachhaltige Landbewirtschaftung besonders geeigneten Böden führen, sind durch die Vorrangfunktion

ausgeschlossen.“

In der vorliegenden Studie wurden diese Vorranggebiete aus zwei Gründen dennoch nicht a

priori als Tabukriterien betrachtet: Zum einen sind die Vorranggebiete in den Kartenwerken

der Regionalpläne auf Grund des Maßstabes (1:100.000) nicht exakt flächenscharf darstellbar

und können daher nicht zum Verschneiden mit den in dieser Studie identifizierten Flächen

verwendet werden. Zum anderen ist es unter bestimmten Voraussetzungen dennoch möglich,

von den in den Regionalplänen fixierten Zielen der Raumplanung abzuweichen: In § 24 Abs.

1 Thüringer Landesplanungsgesetz (ThürLPlG) vom 15. Mai 2007 heißt es dazu: „Die Abweichung

von einem Ziel der Raumordnung kann im Einzelfall auf Antrag zugelassen werden,

wenn die Abweichung unter raumordnerischen Gesichtspunkten vertretbar ist und die Grundzüge

der Planung nicht berührt werden.“ Antragsbefugt sind öffentliche Stellen nach § 3 Nr.

5 ROG und Personen des Privatrechts nach § 4 Abs. 3 ROG, die die Ziele der Raumordnung

zu beachten haben (Abs. 2 Thüringer Landesplanungsgesetz (ThürLPlG) vom 15. Mai

2007).

Flächen entlang viel befahrener Verkehrswegen unterliegen einer gewissen Vorbelastung hinsichtlich

des Landschaftsbildes sowie der Lärm- und Schadstoffemissionen 7 . Eine Umnutzung

von landwirtschaftlichen Nutzflächen in diesen Bereichen könnte zur Reduzierung von Schadstoffeinträgen

in Nahrungsmitteln beitragen. Vor diesem Hintergrund ergäbe sich die Möglichkeit,

auf Grund der Vorbelastung solcher Flächen über ein Zielabweichungsverfahren dennoch

ein Photovoltaikprojekt zu realisieren.

Neben den Vorranggebieten existiert in den Regionalplänen weiterhin die Flächenkategorie

der Vorbehaltsgebiete Landwirtschaftliche Bodennutzung. Diese Flächen überschneiden sich

ebenfalls in einigen Bereichen mit den hier identifizierten Potenzialflächen. Im Rahmen der Beteiligung

der Regionalplanung an entsprechenden Raumordnungsverfahren im Falle der Realisierung

eines PV-Projektes kann aber davon ausgegangen werden, dass auf Grund der oben

dargestellten Vorbelastung der Flächen nach Abwägung der Belange weniger Einwände seitens

der Raumplanung im Fall von Vorranggebieten bestehen.

Bundesfernstraßenrecht

Auf die Aspekte der Anbauproblematik nach § 9 Bundesfernstraßengesetz (FstrG) wurde bereits

im Leitfaden eingegangen und diese sollen daher hier nicht mehr umfänglich diskutiert

werden. Es sei dennoch noch einmal darauf hingewiesen, dass nach dem genannten Paragraphen

entlang von Autobahnen grundsätzlich eine Anbauverbotszone (40 m) und eine Anbaubeschränkungszone

(100 m) gemessen vom Fahrbahnrand besteht. Unter bestimmten Bedingungen

kann die Baubegrenzung, wie bereits im Leitfaden dargestellt, jedoch überwun-

7 z.B. Howard & Sova (1993): Sequential extraction analysis of lead in Michigan roadside soils: Mobilization in the vadose

zone by deicing salts? Journal of Soil Contamination Vol. 2, (4) 1993

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15

den werden. In einer Fachpublikation 8 wird dazu folgendes ausgeführt: „Diese straßenrechtlichen

Anbauverbote bzw. -beschränkungen gelten allerdings nicht, wenn die von dem Anbauverbot

umfassten Flächen durch einen Bebauungsplan überplant wurden und das geplante

Bauvorhaben den Festsetzungen dieses Bebauungsplanes entspricht (§ 9 Abs. 7 FStrG). Eine

Gemeinde, die auf der Grundlage des neuen § 32 Abs. 3 Satz 1 Nr. 4 EEG 2010 Flächen

„längs von Autobahnen” für die Errichtung von vergütungspflichtigen Freiflächenanlagen überplanen

will, muss somit zusätzlich zu den allgemeinen bauplanungsrechtlichen Voraussetzungen

auch die straßenrechtlichen Voraussetzungen des § 9 Abs. 7 FStrG erfüllen.“

Eine dieser Voraussetzungen ist, dass der aufzustellende Bebauungsplan unter „Mitwirkung

des Trägers der Straßenbaulast“ zustande gekommen sein muss. Dies ist für die Autobahnen

zunächst die Bundesrepublik Deutschland, da diese aber keine eigene Straßenbauverwaltung

unterhält, überträgt sie die Verwaltung von Bundesautobahnen den Bundesländern. Zuständig

ist in Thüringen also das Thüringer Landesamt für Bau und Verkehr (TLBV). Demnach muss eine

Gemeinde „bei der Überplanung der im Anbauverbot des § 9 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 FStrG

liegenden Flächen für Photovoltaikanlagen den Träger der Straßenbaulast frühzeitig und formal

an der Planung beteiligen und mit ihm alle Aspekte der Planung erörtern. Dabei ist zu berücksichtigen,

dass § 32 Abs. 3 Satz 1 Nr. 4 EEG 2010 mit einem „Tabu” des Straßenrechtes

bricht, nach dem das strenge Anbauverbot zumindest außerhalb geschlossener Ortschaften

nur ausnahmsweise durch einen Bebauungsplan außer Kraft gesetzt werden kann.“ 8

3. Ergebnisse

Alle identifizierten Flächen, die für eine PV-Nutzung in Frage kommen, sind in den Karten im

Anhang (Abbildung 12 bis Abbildung 19) dargestellt. Ihnen wurde eine ID-Nummer zugewiesen,

unter der sie in den Tabellen 7 und 9 im Anhang mit den zugehörigen Bewertungskriterien

und ihrer Gesamtbewertung aufgelistet sind. Insgesamt konnten im Untersuchungsgebiet

492,38 ha (Freiflächen und fahrbahnbegleitende Flächen) mit den Eignungsklassen „sehr gut

geeignet“ bis „bedingt geeignet“ identifiziert werden. Davon ist der weitaus größere Teil

(471,1 ha) den Freiflächen zuzuordnen.

Das Untersuchungsgebiet wurde in acht von West nach Ost nummerierte Einzelkarten aufgeteilt.

Alle in den Karten nicht dargestellten Flächen im 110 m-Streifen sind durch die oben

dargestellten Ausschlusskriterien belegt (Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen, Gasleitungen

etc.).

3.1 Freiflächen

Insgesamt konnten im Untersuchungsgebiet 217 Flächen im 110 m-Streifen mit zusammen

502,6 ha (Eignungsklassen „sehr gut geeignet“ bis „ungeeignet“) identifiziert werden. Davon

8 Schrödter & Kuras (2011): Auswirkungen des EEG 2010 auf die Planung von Flächen für Photovoltaikanlagen - Zeitschrift

für Neues Energierecht, 2011, Heft 2, S. 144-151

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16

wurden aufgrund ungünstiger Reliefverhältnisse 31,5 ha als „ungeeignet“ klassifiziert (Restriktionsflächen

wie Schutzgebiete wurden schon vorher ausgeschnitten und sind in den Karten im

Anhang nicht dargestellt). Somit fallen 471,1 ha in die Klassen „sehr gut geeignet“ bis „bedingt

geeignet“ und kommen für eine PV-Nutzung prinzipiell in Betracht (vgl. Abbildung 5).

Alle Flächen, ihre Bewertungskriterien und die Gesamtbewertung sind in Tabelle 7 im Anhang

dargestellt.

128,6 ha

26%

Gesamtfläche 502,6 ha, davon 471 ha geeignet

31,5 ha

6%

50,4 ha

10%

116,2 ha

23%

sehr gut geeignet

gut geeignet

geeignet

bedingt geeignet

ungeeignet

175,8 ha

35%

Abbildung 5: Eignungsklassen und Flächenanteile der Freiflächen

Wie das Histogramm der Flächengrößen (vgl. Abbildung 6) zeigt, fallen die meisten Flächen

in die Klasse von etwa 1 bis 2 Hektar. Die Flächengröße resultiert aber häufig aus der Geometrie

der Eingangsdaten. Beispielsweise können in der Praxis zwei kleinere Flächen nur

durch einen Fahrweg voneinander getrennt sein, aber im Rahmen der Umsetzung eines PV-

Projektes als eine Fläche entwickelt werden. „Gut geeignet“ und „sehr gut geeignet“ bewertete

Flächen sind vor allem im östlichen Teil des Untersuchungsgebietes zu finden. Zwischen

den Anschlussstellen Sättelstädt und Waltershausen konnten aufgrund des überwiegend nach

Nordost exponierten Geländes nur sehr wenige Flächen der höheren Eignungsklassen identifiziert

werden. Günstigere Verhältnisse herrschen wiederum im Abschnitt zwischen Ettenhausen

und der Anschlussstelle Eisenach Ost.

Durch das Ausschneiden der Restriktionsflächen entstanden in einigen Fällen relativ kleine

Restflächen (z.B. Fläche 62 in Karte 4). Diese wurden, sofern sie eine Mindestgröße von

1000 m² besaßen, im Flächenpool belassen.

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17

Abbildung 6: Histogramm der Flächengrößen (n=217)

Im Rahmen der manuellen Digitalisierung von nicht in der digitalen Feldkarte enthaltenen Restflächen

wurden gezielt Flächen gesucht, bei denen keine Nutzungskonkurrenz zu anderen

Nutzungen (Landwirtschaft) besteht, wie z.B. bei Brachflächen. Im Untersuchungsgebiet konnte

nur eine Fläche dieses Typs identifiziert werden (Fläche 4), weshalb auch auf eine Bewertung

nach diesem Kriterium verzichtet wurde. Zusätzlich liegen auf dieser Fläche Ausgleichsund

Ersatzmaßnahmen, die bei einer Realisierung der Flächen an anderer Stelle umgesetzt

werden müssten.

Die Trasse der A4 verläuft im Untersuchungsgebiet auf dem Gebiet von neun Städten und

Gemeinden. In Abbildung 7 sind die Flächenanteile und Eignungsklassen auf dem jeweiligen

Gemeindegebiet dargestellt. Demnach liegen die größten Flächenanteile auf dem Gebiet der

Gemeinden Hörsel, Eisenach und Hörselberg-Hainich. Die Gemeinde Emleben und die Stadt

Waltershausen verfügen zwar über vergleichsweise kleine Potenzialflächen, diese weisen

aber in der Regel hohe Eignungsklassen auf.

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18

160

Flächengrößen und Eignungsklassen pro Gemeinde

140

120

ha

100

80

60

40

sehr gut geeignet

gut geeignet

geeignet

bedingt geeignet

ungeeignet

20

0

Emleben

Schwabhausen

Krauthausen

Leinatal

Waltershausen

Gotha

Hörsel

Eisenach

Hörselberg-Hainich

Abbildung 7: Flächengröße und Eignungsklassen nach Gemeinde

3.2 Fahrbahnbegleitende Bauwerke

Im Untersuchungsgebiet konnten insgesamt 33 fahrbahnbegleitende Bauwerke mit einer PV-

Potenzialfläche von zusammen 21,38 ha identifiziert werden (vgl. Abbildung 8). Ihre Lage ist

in den Kartenwerken im Anhang dargestellt. Zur besseren Unterscheidung von Flächen im

110 m-Streifen sind ihre ID-Nummern in den Karten in grauer Schrift dargestellt. Alle Flächen,

ihre Bewertungskriterien und die jeweilige Gesamtbewertung sind in Tabelle 9 im Anhang

dargestellt.

Wesentliche Potenziale zur PV-Nutzung ergaben sich im Untersuchungsgebiet nur an den

Flanken von Böschungen und Lärmschutzwällen. Das PV-Potenzial an Lärmschutzwänden ist

demgegenüber vernachlässigbar klein, obgleich diese Flächenkategorie nach EEG wie

Dachflächen vergütet wird. Entsprechende Bauwerke existieren lediglich im Bereich der Talbrücken

über Nesse und Böber sowie eine auf einen Wall aufgesetzte Wand bei Gotha-Boxberg.

Die Wände auf den Talbrücken sind nicht optimal nach Süden exponiert. Weiterhin

könnte es hier hinsichtlich der Erreichbarkeit und der Windlast zu Problemen kommen. Der

Lärmschutzwall bei Gotha Boxberg weist wegen seiner sehr niedrigen Höhe nur ein sehr geringes

PV-Potenzial auf.

Fahrbahnbegleitende Bauwerke haben am Gesamtpool aller geeigneten Flächen nur einen

Anteil von 4,3 %. Auf Grund ihrer Nähe zur Fahrbahn muss gewährleistet sein, dass die Sicherheit

und Leichtigkeit des Verkehrs nicht beeinträchtigt wird. Andererseits werden bei Belegung

solcher Bauwerke keine landwirtschaftlich nutzbaren Flächen belegt. In Abbildung 9

sind beispielhaft vier fahrbahnbegleitende Bauwerke der beiden höchsten Eignungsklassen

mit einer Gesamtfläche von 6,1 ha dargestellt. Vor allem bei den südexponierten Außenseiten

der Lärmschutzwälle der Bauwerke F 6 und F 12 wären auch Sicherheitsaspekte weitgehend

gewährleistet.

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19

Eignung fahrbahnbegleitender Flächen für Belegung mit PV-Modulen

7,81 ha

(37%)

1,04 ha

(5%)

7,36 ha

(34%)

sehr gut geeignet

gut geeignet

geeignet

bedingt geeignet

Gesamtfläche: 21,38 ha

5,17 ha

(24%)

Abbildung 8: Eignung fahrbahnbegleitender Flächen für eine Belegung mit PV-Modulen

Abbildung 9: Beispiele für fahrbahnbegleitende Bauwerke der Eignungsklassen „gut geeignet“ und

„sehr gut geeignet“

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20

4. Wirtschaftlichkeitsbetrachtung

Vor dem Hintergrund der weiteren Absenkungen der Vergütungen für die solare Stromerzeugung

einerseits und des starken Preisverfalls bei PV-Modulen andererseits ist die Frage der

Wirtschaftlichkeit von PV-Freiflächenanlagen erneut in den Fokus gerückt.

Eine weitere Anpassung der Vergütung könnte im Rahmen der am 29.3.2012 vom Bundestag

angenommenen Novelle des EEG erfolgen. Der Bundesrat hat diese Novelle allerdings

am 11. Mai 2012 mit Zweidrittelmehrheit in den Vermittlungsausschuss verwiesen. Dieser

kann zwar die Novelle nicht vollständig verhindern, aber einzelne Punkte des Gesetzentwurfes

ändern. Vor dem Hintergrund dieser momentanen Gesetzeslage ist eine Wirtschaftlichkeitsbetrachtung

in einem gewissen Maße spekulativ. Dennoch soll unter Verwendung der Parameter

des bisher geplanten Gesetzentwurfs ermittelt werden, wie hoch die relativen Gesamtinvestitionskosten

(€/kWpeak) noch sein können, um eine angemessene Rendite für den Zeitraum

der EEG-Vergütung zu erzielen.

Die für Freiflächenanlagen wirtschaftlich relevanten Punkte gemäß der bisher geplanten Novelle

9 sind:

• Freiflächenanlagen erhalten unabhängig von der Größe eine einheitliche Vergütung.

Anlagen größer als 10 MW erhalten keine Vergütung.

• Die für Juli 2012 erwartete Absenkung der Einspeisevergütung um 15% wird vorgezogen

und um eine Sonderdegression ergänzt. Für Anlagen, die ab dem 1.4.2012 in

Betrieb genommen werden, gilt somit ein Vergütungssatz von 13,5 ct/kWh.

• Die Vergütungssätze werden ab dem 1.5.2012 monatlich um 1% gegenüber dem

jeweiligen Vormonat abgesenkt. Dies entspricht einer jährlichen Absenkung von ca.

11,4% (Basisdegression), wenn beim Zubau der Zielkorridor eingehalten wird.

• Der Zielkorridor für den Zubau an Solaranlagen (vgl. Tabelle 5) beträgt für die Jahre

2012 und 2013 jeweils 2.500 bis 3.500 MW. Danach verringert sich der Zielkorridor

jährlich um 400 MW und wird im Jahr 2017 900 bis 1.900 MW betragen.

• Die Degressionsschritte werden alle drei Monate angepasst und in Monatsschritten

umgesetzt. Eine Anpassung erfolgt erstmals zum 1.11.2012 auf Basis des Zubaus in

den Monaten Juli bis September 2012, der auf zwölf Monate hochgerechnet wird.

Um jahreszeitliche Schwankungen auszugleichen, erhöht sich in der Folge der Bezugszeitraum,

der als Grundlage für die Berechnung der Degression dient.

• Basis für die Berechnung der Degression ab dem 1.2.2013 ist der Zubau von Juli

2012 bis Dezember 2012, wiederum hochgerechnet auf zwölf Monate. Basis für

die Berechnung der Degression ab dem 1.5.2013 ist der Zubau von Juli 2012 bis

9 Quelle: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU)

http://www.bmu.de/energiewende_aktuell/content/48557.php

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21

März 2013, wiederum hochgerechnet auf zwölf Monate. Für die Berechnung der

Degression ab dem 1.8.2013 kann erstmalig ein volles Jahr – vom 1. Juli 2012 bis

zum 30. Juni 2013 – als Bezug genommen werden. In der Folge werden jeweils die

zurückliegenden zwölf Monate für die Berechnung der Degression verwendet. Ein

Monat wird zudem als Puffer benötigt, damit die Bundesnetzagentur den Zubau und

die neuen Vergütungssätze ermitteln kann. Somit ist der Zeitraum vom 1.10.2012 bis

zum 30.09.2013 für die Berechnung der Degression ab dem 1.11.2013 usw. relevant.

Wichtig bei dem neuen „atmenden Deckel“ ist, dass bei deutlicher Unterschreitung

des Zielkorridors die Degression ausgesetzt bzw. die Vergütungssätze sogar erhöht

werden.

Tabelle 5: zubauabhängige prozentuale Degressionsschritte der EEG-Novelle

Stufen

Absenkung pro Monat

(gültig für 3 Monate)

ab 7.500 MW 2,8 % 29 %

ab 6.500 MW 2,5 % 26 %

ab 5.500 MW 2,2 % 23 %

ab 4.500 MW 1,8 % 19 %

ab 3.500 MW 1,4 % 15 %

Maximale Absenkung pro

Jahr

(mit Zinseffekten)

Zubaukorridor:

2.500 bis 3.500 MW

1 % 11,4 %

ab 2.000 MW 0,75 % 9 %

ab 1.500 MW 0,5 % 6 %

ab 1.000 MW 0 % 0 %

bis 1.000 MW -0,5 % -6 %

In Tabelle 6 sind die Eingangsparameter für eine Wirtschaftlichkeitsbetrachtung einer 1 MW-

Freiflächenanlage dargestellt. Auf Grund des Planungsvorlaufs für eine mögliche Realisierung

wird eine Inbetriebnahme der Anlage für März 2013 angenommen. Es wird dabei davon

ausgegangen, dass sich der Zubau von installierter Leistung innerhalb des Korridors von

2.500 bis 3.500 MW bewegt (monatliche Degression von 1 %) und somit eine Vergütung

nach EEG von 11,85 ct/kWh gezahlt wird. Die weiteren Eingabeparameter (laufende Kosten,

und Finanzierung) sind an die Angaben des vorliegenden Leitfadens angelehnt.

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22

Tabelle 6: Eingangsparameter und Ergebnisse der Wirtschaftlichkeitsbetrachtung

wirtsch. Anlagendaten und Finanzierung

laufende Kosten pro Jahr

Betrag/

Jahr

% von

Investition

Anlagenleistung 1000 kW Betreibung 2.000 € 0,18

Vergütungssatz 11,85 ct/kWh Reparaturen & Rückstellung 2.000 € 0,18

spezifischer

Energieertrag

900 kWh/a Wartung 6.000 € 0,53

Inbetriebnahme März 2013 Versicherung 2.000 € 0,18

In der Wirtschaftlichkeitsbetrachtung soll geprüft werden, wie hoch die normierte Gesamtinvestitionssumme

(€/kW peak ) für eine Freiflächenanlage bei einer Einspeisevergütung von

11,85 ct/kWh (Inbetriebnahme 3/2013) noch sein darf, damit die Anlage eine Kapitalverzinsung

(Rendite) um 6 % p. a. generiert. Neben den Einstrahlungsverhältnissen und den technischen

Parametern der Anlage spielen die Kosten (Modulpreise und Erstellungskosten) für die

Wirtschaftlichkeit eine zentrale Rolle. Für kleinere und mittlere schlüsselfertige Anlagen bis

etwa 100 kW Nennleistung musste im April 2012 ein Nettopreis von etwa 1900 €/kW peak

bezahlt werden. Die Entwicklung der Modulpreise bis März 2012 ist in Abbildung 10 dargestellt.

Gesamtinvestitionssumme

(absolut)

Finanzierungssumme

1.125.000 € Pacht 4.000 € 0,36

825.000 € Summe laufende Kosten 17.000 € 1,51

Eigenkapital 300.000 €

Zinssatz 4 %

tilgungsfreie Jahre 2

Laufzeit 20

Moduldegration

0,5 %p.a.

Inflationsrate 1,5 % p. a.

Ergebnisse

Rendite p. a. 6,5 %

Ergebnis (kumuliert;

nach Steuern

Gesamtinvestitionssu

mme (relativ)

134.449 €

1.125 €/kWp

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23

Für größere Anlagen liegen nur wenige aktuelle Angaben zu entsprechenden Investitionskosten

vor. Der Solarpark „Güldene Aue“ auf dem ehemaligen Kasernengelände im Westen der

Stadt Gotha weist bei einer installierten Leistung von 11,5 MW eine Investitionssumme von

20 Mio. Euro (1709 €/kW peak ) auf. Als Faustregel kann bei größeren Freiflächenanlagen angenommen

werden, dass etwa 60 % der Investitionskosten auf die Module selbst entfallen,

während ca. 40 % für Aufständerung, Wechselrichter, Planungen und Arbeitskosten aufgewendet

werden müssen.

€/KWp

3000

2500

2000

1500

1000

500

0

Mai 09

Jul 09

Abbildung 10: Preisentwicklung für kristalline PV-Module unterschiedlicher Herkunft (Quelle: pvxchange

International AG)

Wie in Tabelle 6 dargestellt, dürften bei einer Einspeisevergütung von 11,85 ct/kWh die Investitionskosten

nur noch bei etwa 1.125 €/kWp liegen, damit aus dem investierten Kapital

eine Rendite von etwa 6 % generiert werden kann. Ausgehend von dem aktuellen Preis von

ca. 1.900 €/kW müssten demnach die Gesamtkosten für eine PV-Freiflächenanlage innerhalb

eines Jahres um weitere 40 % sinken. Für die Solarmodule wäre eine solche Degression

vor dem Hintergrund der bisherigen Preisentwicklung möglich, für die übrigen Kosten ist dies

unrealistisch. Da die Modulpreise nur ca. 60 % der Gesamtinvestitionskosten ausmachen,

müssten sie in der Praxis noch stärker sinken, damit die geringere Degression der übrigen

Kosten kompensiert werden kann.

Sep 09

Nov 09

Jan 10

Mrz 10

Mai 10

Jul 10

Sep 10

Nov 10

Jan 11

Mrz 11

Mai 11

Jul 11

Sep 11

Nov 11

Jan 12

Mrz 12

Europa

Japan

China

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24

5. Anhang

Abbildung 11: Übersichtskarte mit Teilkarten


25

Abbildung 12: Karte 1


26

Abbildung 13: Karte 2


27

Abbildung 14: Karte 3


28

Abbildung 15: Karte 4


29

Abbildung 16: Karte 5


30

Abbildung 17: Karte 6


31

Abbildung 18: Karte 7


32

Abbildung 19: Karte 8


33

Tabelle 7: Dokumentation der Freiflächen im 110 m-Streifen

Bewertung

ID Nummer

(nicht

fortlaufend)

Größe

(ha)

nach

Kommune/ Entfernung zur

GemeindeEinspeisung

nach

Flächengröße

nach

Entfernung zur

Zuwegung

nach Relief

(fünffach) Summe

1 0,2 Hörsel 4 1 3 19,09 27,09

2 1,46 Hörsel 4 3 5 7,18 19,18

3 0,16 Hörselberg-Hainich 3 1 3 20 27

4 0,9 Eisenach 4 2 3 14,44 23,44

5 0,61 Krauthausen 4 2 5 5 16

6 0,36 Krauthausen 4 1 5 6,67 16,67

7 0,37 Hörsel 4 1 3 8,46 16,46

8 0,28 Hörselberg-Hainich 4 1 3 20 28

9 0,15 Waltershausen 3 1 3 15 22

10 2,15 Hörselberg-Hainich 4 4 3 18,02 29,02

11 2,6 Hörselberg-Hainich 4 4 3 5,53 16,53

12 1,83 Eisenach 4 4 5 18,61 31,61

13 1,44 Hörselberg-Hainich 4 3 3 7,86 17,86

14 7,63 Hörselberg-Hainich 5 5 3 11,18 24,18

15 2,27 Eisenach 4 4 3 14,45 25,45

16 0,19 Krauthausen 4 1 3 13,57 21,57

17 2,3 Krauthausen 4 4 5 2,15 15,15

18 0,5 Krauthausen 4 2 3 12,24 21,24

19 0,16 Krauthausen 4 1 3 19,21 27,21

20 0,14 Hörselberg-Hainich 4 1 5 20 30

21 2,63 Hörselberg-Hainich 5 4 5 9,15 23,15

22 1,57 Waltershausen 4 4 3 14,87 25,87

23 4,55 Gotha 4 5 3 14,47 26,47

24 1,95 Hörselberg-Hainich 4 4 3 17,51 28,51

25 0,51 Hörsel 4 2 3 6,76 15,76

26 8,3 Eisenach 5 5 5 9,86 24,86

27 2,74 Hörselberg-Hainich 4 4 3 0,4 11,4

28 1,21 Eisenach 4 3 3 15,16 25,16

29 6,64 Leinatal 5 5 5 14 29

30 2,59 Hörselberg-Hainich 4 4 3 15 26

31 0,27 Hörselberg-Hainich 5 1 3 12,5 21,5

32 4,71 Waltershausen 5 5 5 15,06 30,06

33 5,53 Gotha 4 5 3 9,94 21,94

34 0,52 Hörselberg-Hainich 4 2 3 13,7 22,7

35 0,64 Hörselberg-Hainich 4 2 5 7,5 18,5

36 0,19 Hörselberg-Hainich 4 1 3 3,82 11,82

37 1,45 Hörselberg-Hainich 5 3 3 8,78 19,78

38 0,35 Hörselberg-Hainich 4 1 3 15 23

39 2,07 Krauthausen 5 4 5 1,58 15,58

40 4,25 Eisenach 4 5 3 18,85 30,85

41 2,75 Krauthausen 4 4 3 0,38 11,38

42 1,17

Hörselberg-

Hainich/Hörsel 4 3 3 18,33 28,33

43 2,65 Hörselberg-Hainich 4 4 5 8,94 21,94

44 0,18 Krauthausen 4 1 3 0 8

45 0,29 Krauthausen 4 1 3 0 8

46 1,03 Eisenach 4 3 3 13,59 23,59

47 1,1 Eisenach 5 3 5 9,28 22,28

48 1,15 Hörselberg-Hainich 4 3 3 9,73 19,73

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34

Bewertung

ID Nummer

(nicht

fortlaufend)

Größe

(ha)

nach

Kommune/ Entfernung zur

GemeindeEinspeisung

nach

Flächengröße

nach

Entfernung zur

Zuwegung

nach Relief

(fünffach) Summe

49 0,13 Krauthausen 4 1 5 3,57 13,57

50 0,12 Krauthausen 5 1 5 9,17 20,17

51 2,24 Krauthausen 5 4 5 5,52 19,52

52 1,3 Krauthausen 4 3 3 5,98 15,98

53 2,44 Krauthausen 4 4 3 0,58 11,58

54 4,99 Hörsel 4 5 3 7,33 19,33

55 3,44 Hörsel 4 5 3 5,12 17,12

56 1,1 Hörselberg-Hainich 4 3 3 11,14 21,14

57 0,12 Hörselberg-Hainich 3 1 3 11,82 18,82

58 0,12 Hörsel 4 1 3 1,15 9,15

59 0,2 Hörselberg-Hainich 3 1 3 15,24 22,24

60 0,5 Hörselberg-Hainich 4 2 3 11,73 20,73

61 0,12 Hörselberg-Hainich 3 1 3 9,55 16,55

62 0,3 Hörselberg-Hainich 4 1 3 15 23

63 1,09 Eisenach 4 3 5 7,86 19,86

64 0,29 Eisenach 4 1 3 1,07 9,07

65 1,45 Hörselberg-Hainich 4 3 5 6,07 18,07

66 0,79 Hörselberg-Hainich 4 2 3 6,28 15,28

67 10,22 Hörselberg-Hainich 5 5 5 11,98 26,98

68 2,16 Hörsel 5 4 5 15,11 29,11

69 0,48 Hörsel 4 1 3 12,98 20,98

70 2,47 Hörsel 4 4 3 15,18 26,18

71 0,1 Hörsel 4 1 3 15 23

72 2,33 Hörsel 4 4 3 15,38 26,38

73 0,7 Hörselberg-Hainich 4 2 3 7,63 16,63

74 2,56 Waltershausen 5 4 3 13,42 25,42

75 5,86 Krauthausen 5 5 5 6,8 21,8

76 4,22 Eisenach 4 5 3 6,84 18,84

77 1,05 Hörselberg-Hainich 4 3 3 4,25 14,25

78 0,25

Hörselberg-

Hainich/Hörsel 3 1 3 13,08 20,08

79 3,41 Eisenach 4 5 3 3,39 15,39

80 1,54 Hörselberg-Hainich 4 4 3 10,06 21,06

81 1,45 Krauthausen 4 3 3 6,57 16,57

82 0,26 Hörsel 3 1 3 0 7

83 1,12 Hörselberg-Hainich 4 3 3 10,36 20,36

84 0,19 Krauthausen 4 1 3 8,53 16,53

85 0,76 Krauthausen 4 2 3 6,35 15,35

86 1 Hörselberg-Hainich 4 2 3 9,85 18,85

87 2,34 Hörsel 4 4 3 7,61 18,61

88 5,23 Hörsel 4 5 3 4,88 16,88

89 4,67 Emleben 4 5 5 13,48 27,48

90 0,11 Hörsel 4 1 3 15 23

91 4,09 Eisenach 4 5 3 14,91 26,91

92 2,69

Hörselberg-

Hainich/Hörsel 4 4 3 11,6 22,6

93 2,74

Hörselberg-

Hainich/Hörsel 4 4 3 9,76 20,76

94 1,19 Leinatal 4 3 5 14,56 26,56

95 1,56 Eisenach 5 4 3 15 27

96 2,51 Hörsel 4 4 3 8,71 19,71

97 0,31 Eisenach 3 1 3 19,38 26,38

ThINK – Thüringer Institut für Nachhaltigkeit und Klimaschutz


35

Bewertung

ID Nummer

(nicht

fortlaufend)

Größe

(ha)

nach

Kommune/ Entfernung zur

GemeindeEinspeisung

nach

Flächengröße

nach

Entfernung zur

Zuwegung

nach Relief

(fünffach) Summe

98 1,19 Waltershausen 4 3 5 14,27 26,27

99 1,2 Eisenach 4 3 5 7,31 19,31

100 0,29 Hörsel 4 1 3 13,33 21,33

101 2,59 Eisenach 4 4 5 18,32 31,32

102 0,32 Emleben 4 1 5 14,38 24,38

103 8,16 Emleben/Gotha 4 5 3 12,45 24,45

104 2,29 Hörselberg-Hainich 4 4 5 6,08 19,08

105 0,45 Hörselberg-Hainich 4 1 3 20 28

106 1,09 Hörsel 4 3 3 5,14 15,14

107 2,78 Leinatal 4 4 5 16,27 29,27

108 4,5 Hörselberg-Hainich 4 5 3 10,7 22,7

109 0,12 Hörselberg-Hainich 3 1 3 6,67 13,67

110 0,69 Hörselberg-Hainich 4 2 3 9,51 18,51

111 0,27 Hörselberg-Hainich 4 1 3 0,58 8,58

112 0,14 Hörsel 4 1 3 7,86 15,86

113 4,81 Emleben 4 5 5 15,13 29,13

114 1,07 Waltershausen 5 3 3 13,01 24,01

115 1,86 Hörselberg-Hainich 4 4 3 15,05 26,05

116 0,14 Hörsel 3 1 3 0 7

117 0,18 Hörselberg-Hainich 4 1 3 1,43 9,43

118 1,94 Gotha 4 4 3 14,05 25,05

120 3,85 Leinatal 5 5 5 11,8 26,8

121 1,39 Gotha 4 3 3 7,77 17,77

122 2,79 Hörsel 4 4 3 10,29 21,29

124 0,48 Hörsel 4 1 3 5,31 13,31

125 2,23 Hörsel 5 4 5 14,09 28,09

126 2,99 Hörsel 4 4 3 7,36 18,36

127 10,2 Eisenach 4 5 3 13,46 25,46

128 0,5 Hörsel 4 2 3 14,74 23,74

129 4,06 Gotha 4 5 3 15 27

130 5,16 Gotha 4 5 3 11,22 23,22

131 6,82 Eisenach 4 5 3 12,78 24,78

132 0,8 Hörselberg-Hainich 4 2 3 15,25 24,25

133 0,44 Hörselberg-Hainich 4 1 5 12,84 22,84

134 8,1 Hörsel 5 5 3 10,55 23,55

136 2,41 Hörsel 4 4 5 15,04 28,04

137 0,69 Gotha 4 2 3 6,64 15,64

138 0,9 Krauthausen 5 2 5 5,88 17,88

139 0,84 Eisenach 4 2 3 17,74 26,74

140 7,06 Hörselberg-Hainich 4 5 3 10,43 22,43

141 2,23 Hörselberg-Hainich 4 4 3 14,61 25,61

142 1,79 Hörsel 4 4 3 4,04 15,04

143 0,74 Hörselberg-Hainich 4 2 3 11,64 20,64

144 2,23 Hörselberg-Hainich 5 4 3 4,09 16,09

145 3,75 Eisenach 5 5 3 12,14 25,14

146 9,66 Eisenach 5 5 5 9,17 24,17

147 0,27 Waltershausen 4 1 5 14,63 24,63

148 1,7 Hörsel 4 4 3 14,77 25,77

151 0,69 Hörsel 4 2 3 20 29

152 1,31 Krauthausen 4 3 3 16,06 26,06

153 4,44 Eisenach 4 5 3 5,54 17,54

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36

Bewertung

ID Nummer

(nicht

fortlaufend)

Größe

(ha)

nach

Kommune/ Entfernung zur

GemeindeEinspeisung

nach

Flächengröße

nach

Entfernung zur

Zuwegung

nach Relief

(fünffach) Summe

154 2,95 Hörsel 4 4 3 6,42 17,42

155 0,15 Hörselberg-Hainich 3 1 5 6,67 15,67

156 4,44 Hörselberg-Hainich 4 5 5 12,32 26,32

157 0,18 Leinatal 4 1 5 12,89 22,89

158 0,79 Hörsel 4 2 5 5,88 16,88

159 2,11 Hörselberg-Hainich 4 4 3 19,74 30,74

160 1,3 Hörselberg-Hainich 4 3 3 15,71 25,71

161 2,3 Hörselberg-Hainich 4 4 3 15,35 26,35

162 0,53 Hörselberg-Hainich 4 2 5 17,55 28,55

163 2,26 Gotha 4 4 3 15,58 26,58

164 2,36 Hörselberg-Hainich 4 4 3 13,98 24,98

165 0,98 Hörselberg-Hainich 4 2 3 10,97 19,97

166 1,75 Leinatal 5 4 3 2,76 14,76

167 8,43 Leinatal 5 5 5 14,5 29,5

168 4,85 Hörselberg-Hainich 4 5 3 10,74 22,74

169 1,39 Gotha 4 3 3 13,39 23,39

170 3,73 Hörselberg-Hainich 4 5 3 13,87 25,87

171 0,21 Hörsel 4 1 3 6,32 14,32

172 5,04 Waltershausen 4 5 3 13,25 25,25

173 0,13 Emleben 3 1 5 16,07 25,07

174 7,71 Emleben 4 5 3 15,97 27,97

175 2,45 Hörselberg-Hainich 4 4 5 14,43 27,43

176 0,34 Hörsel 4 1 3 15 23

177 0,22 Hörselberg-Hainich 4 1 5 14,76 24,76

178 0,62 Hörselberg-Hainich 4 2 3 14 23

179 4,52 Leinatal 5 5 3 7,89 20,89

180 8,22

Schwabhausen/Emleben

5 5 3 15,01 28,01

181 8,05

Schwabhausen/Emleben

4 5 3 14,2 26,2

182 1,9 Hörsel 4 4 3 3,58 14,58

183 6 Hörselberg-Hainich 4 5 5 9,87 23,87

184 0,65 Hörselberg-Hainich 5 2 3 0,63 10,63

185 2,23 Eisenach 4 3 3 16 26

186 6,42 Gotha 4 5 3 8,71 20,71

187 1,14 Waltershausen 4 3 3 15,35 25,35

188 5,53 Waltershausen 5 5 5 14,55 29,55

189 2,13 Eisenach 4 4 3 8,8 19,8

190 2,7 Hörsel 5 4 3 14,71 26,71

191 3,74 Hörsel 5 5 3 14,45 27,45

192 1,86 Waltershausen 4 4 5 14,84 27,84

193 0,69 Hörselberg-Hainich 4 2 3 8,43 17,43

194 3,38 Eisenach 4 5 5 11,04 25,04

195 2,32 Eisenach 4 4 5 10,31 23,31

196 4,35 Eisenach 5 5 5 16,07 31,07

197 0,28 Hörsel 4 1 3 5 13

198 0,2 Eisenach 3 1 3 7,11 14,11

199 15,06

Hörsel/Waltershause

n 5 5 5 14,52 29,52

200 1,1 Eisenach 4 3 3 14,51 24,51

201 4,69 Eisenach 4 5 5 9,26 23,26

202 1,92 Hörselberg-Hainich 4 4 3 11,94 22,94

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37

Bewertung

ID Nummer

(nicht

fortlaufend)

Größe

(ha)

nach

Kommune/ Entfernung zur

GemeindeEinspeisung

nach

Flächengröße

nach

Entfernung zur

Zuwegung

nach Relief

(fünffach) Summe

203 1,08 Eisenach 5 3 5 9,44 22,44

205 3,66 Waltershausen 5 5 5 13,93 28,93

206 0,31 Hörselberg-Hainich 4 1 3 13,13 21,13

207 0,6 Hörselberg-Hainich 4 2 3 3,08 12,08

208 13,63 Hörsel 5 5 5 14,82 29,82

209 0,12 Hörselberg-Hainich 4 1 5 15 25

210 0,64 Hörselberg-Hainich 4 2 3 5,16 14,16

211 1,06 Eisenach 4 3 3 14,85 24,85

212 1,56 Hörsel 4 4 5 13,56 26,56

213 2,44 Hörselberg-Hainich 4 4 3 15,08 26,08

214 5,63 Hörselberg-Hainich 4 5 3 5,85 17,85

215 2,44 Hörselberg-Hainich 4 4 3 12,14 23,14

216 5,45 Hörselberg-Hainich 4 5 3 19,15 31,15

217 0,3 Hörselberg-Hainich 4 1 3 11,77 19,77

218 0,97 Hörselberg-Hainich 4 2 5 14,59 25,59

219 2,41 Eisenach 4 4 3 14,54 25,54

220 0,94 Hörselberg-Hainich 4 2 3 9,52 18,52

221 0,21 Hörselberg-Hainich 4 1 3 15 23

222 0,42 Hörselberg-Hainich 4 1 3 18,33 26,33

223 6,61 Hörselberg-Hainich 5 5 3 11,79 24,79

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38

Tabelle 8: Bewertungskriterien und -parameter für fahrbahnbegleitende Bauwerke

Kriteriendefinition Parameter Parametrierung und Bewertung

topographische

Kriterien

Umwelt-/

Naturschutzkriterien

bauwerksbezogene

Kriterien

(Kriterien, die sich

aus dem tatsächlich,

technischen oder

rechtlichen

Bedingungen

entlang von BAB

ergeben)

mittlere Exposition in

Grad (bei

fahrbahnbegleitenden

Bauwerken kann die

Exposition nur zwischen

90 und 270 Grad

liegen)

> 155° - 205° 5

> 135° - 155° und > 205° - 225° 4

> 115° - 135° und > 225° - 250° 3

> 90° - 115° und > 250° - 270° 2

Neigung der Fläche 25° - 35° 5

20° - 25° und 35° - 45° 4

15° - 20° und 45° - 55° 3

10° - 15° und 55° - 65° 2

< 10° und > 65° 1

Flächengröße > 1 ha 5

Naturschutz/

Landschaftsschutz

Bauwerke

(Lärmschutzwände bzw.

-wälle, Böschungen)

Böschungen

> 0,7 ha – 1 ha 4

> 0,5 ha – 0,7 ha 3

> 0,3 ha – 0,5 ha 2

< 0,3 ha 1

ohne Bewuchs 5

sehr geringer Aufwuchs 4

geringer Aufwuchs, Sträucher, wenig

Bäume

Aufwuchs aus Sträuchern und

Bäumen

Landschaftsschutzgebiet 1

starker Aufwuchs 1

fahrbahnabgewandt 5

(nicht belegt) 4

Lärmschutzwände 3

(nicht belegt) 2

fahrbahnzugewandt 1

Böschungen von der Fahrbahn weg

fallend

Böschungen zur Fahrbahn fallend 2

(nicht belegt) 1

Pkt.

3

2

5

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39

Kriteriendefinition Parameter Parametrierung und Bewertung

sonstige Kriterien Zuwegung gute Zuwegung vorhanden 5

schlechte Zuwegung vorhanden 4

Zuwegung relativ leicht herstellbar 3

Zuwegung mit Schwierigkeiten

herstellbar

Zuwegung mit großen

Schwierigkeiten herstellbar

2

1

Netzanbindung/

potenzieller

Einspeisepunkt

(kürzeste mögliche

Entfernung zum nächsten

Einspeisepunkt )

< 50 m 5

> 50 m - 200 m 4

> 200 m - 350 m 3

> 350 m – 500 m 2

> 500 m 1

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40

Tabelle 9: Dokumentation der fahrbahnbegleitenden Bauwerke

Flächennummer

Flächengröße

(ha)

Exposition Neigung

Aufwuchs

Ausrichtung

zur

Fahrbahn

Bewertung

Zuwegung

Netzanbindung

Flächengröße

Bewertungs

-summe

F1 1,9 5 5 5 4 5 5 5 34

F2 0,7 5 5 5 4 5 4 4 32

F3 1,3 5 5 2 4 5 5 5 31

F4 0,4 5 5 5 4 5 5 2 31

F5 2,8 5 5 5 2 4 5 5 31

F6 0,6 5 5 4 4 5 4 3 30

F7 1,0 4 4 5 2 5 5 4 29

F8 0,1 4 4 5 4 5 5 1 28

F9 0,2 5 4 5 4 4 5 1 28

F10 0,8 5 5 5 2 5 2 4 28

F11 0,4 4 5 5 4 3 5 2 28

F12 0,8 5 5 3 4 2 4 4 27

F13 0,5 4 4 5 4 5 2 3 27

F14 1,4 5 5 5 2 1 4 5 27

F15 0,3 5 5 2 5 3 4 2 26

F16 0,4 3 4 5 4 4 4 2 26

F17 1,3 5 4 3 5 1 3 5 26

F18 0,8 5 5 2 4 2 3 4 25

F19 0,1 5 5 4 2 4 4 1 25

F20 1,1 5 4 4 2 3 2 5 25

F21 0,5 4 5 5 2 5 2 2 25

F22 0,4 5 4 5 2 2 5 2 25

F23 0,2 4 4 5 4 2 4 1 24

F24 0,3 4 5 4 4 2 4 1 24

F25 0,2 4 5 5 2 5 2 1 24

F26 0,5 4 4 5 4 3 2 2 24

F27 0,6 4 5 4 2 1 5 3 24

F28 0,1 4 4 4 2 5 3 1 23

F29 0,1 4 4 3 4 2 4 1 22

F30 0,3 5 5 5 2 1 3 1 22

F31 0,3 5 5 1 4 2 3 1 21

F32 0,2 4 5 5 2 2 2 1 21

F33 0,6 4 5 3 2 2 5 3 24

ThINK – Thüringer Institut für Nachhaltigkeit und Klimaschutz


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Aktualisierung November 2012

Nach den kurz vor Redaktionsschluss im Mai 2012 der Bundesrat bezüglich der EEG-Novelle

den Vermittlungsausschuss einberufen hat, konnten dieser Studie noch keine sicheren Aussagen

darüber gemacht werden, ob die geplante Obergrenze von 10 MW für Freiflächenanlagen,

oberhalb der keine Vergütung mehr gezahlt wird, tatsächlich umgesetzt wird.

Nachdem eine entsprechende Einigung erzielt wurde, konnte das „Gesetz zur Änderung des

Rechtsrahmens für Strom aus solarer Strahlungsenergie und zu weiteren Änderungen im Recht

der erneuerbaren Energien“ (EEG 2012 II, BT-Drs.: 17/10103) vom Bundespräsidenten unterzeichnet

und am 23. August 2012 im Bundesgesetzblatt (BGBl. I, S. 1754) veröffentlicht

werden. Es trat damit rückwirkend zum 1. April 2012 in Kraft.

Wenn also Anlagen innerhalb von 24 Monaten im Gebiet derselben Gemeinde in Betrieb

gesetzt werden und im Umkreis von 2 km (Luftlinie) liegen, werden sie als eine Anlage betrachtet.

Der Gesetzgeber will damit verhindern, dass eine missbräuchliche Aufspaltung in

mehrere 10 MW Anlagen stattfindet.

Für eine mögliche Entwicklung von im Rahmen dieser Studie identifizierten Potenzialflächen

bedeutet dies, entsprechend der oben dargestellten Randbedingungen (zeitlicher und räumlicher

Abstand) innerhalb einer Gemeinde nicht alle hier identifizierten Flächen einen Vergütungsanspruch

nach EEG haben.

ThINK – Thüringer Institut für Nachhaltigkeit und Klimaschutz

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