KRONE trailerforum 2-2013

kronetrailer

Neue Wege

trailerforum 2

Trailer, Trends & Informationen von Krone

2013

www.krone-trailer.com

14

Umbausatz Multos Plus

Gestern Mega, heute Profi

16 Spaziergang

Bernard Krone und Adalbert Wandt

24

ERSTER SEIN

Intermodale Premiere bei dls

Neue Wege

06

Marode STRASSEN – LEERE KASSEN:

Für die Sanierung sind neue Ideen gefragt.


EDI

TO

RIAL

Gero

F

ür den Güterverkehr auf der Straße wird bis zum Jahr 2020 ein

Zuwachs von 55 Prozent prognostiziert – eine wirklich hoffnungsvoll

stimmende Zahl für Spediteure, Fuhrparkbetreiber

und Fahrzeughersteller. In der kurzfristigen Betrachtung der nächsten

vier Monate gehen die Unternehmen unserer Branche allerdings

mehrheitlich davon aus, dass der deutsche und (west-)europäische

Nutzfahrzeugmarkt trotz aller positiven Signale für 2014 noch keine

wesentliche Dynamik entwickeln wird. In Richtung Russland erschweren

teilweise neue Handelshemmnisse den Verkauf von Neu- und Gebrauchtfahrzeugen.

Krone ist dennoch entschlossen, weiterzuwachsen

und Marktanteile dazuzugewinnen.

Um dieses Ziel zu erreichen, gehen wir weiter auch neue Wege. Wir

arbeiten ständig an unseren Prozessen bei Entwicklung und Produktion,

um diese gemäß unserer Marktentwicklung noch flexibler und

schneller zu machen. Mit der Gründung neuer Tochtergesellschaften

in den Niederlanden, einer Südosteuropazentrale mit Sitz in Ungarn

und der Krone Trailer International Tic. Ltd. Sti in der Türkei haben

wir einen weiteren strategischen Schritt beim Ausbau unserer Vertriebsorganisation

vollzogen. Zahlreiche praxisgerechte Produktinnovationen,

insbesondere bei Kühlfahrzeugen, Sattelaufliegern, Trockenfrachtkoffern

und Wechselsystemen sowie jeweils in Verbindung

mit maßgeschneiderten Telematik- und Servicepaketen, werden dazu

beitragen, die Anforderungen noch gezielter bedienen zu können.

Hier freuen wir uns schon auf die Solutrans in Lyon und die IAA 2014.

Neuen Wegen – in Sachen Infrastruktur oder in spannenden Unternehmen

– widmet sich auch diese Ausgabe von trailerforum.

Ich wünsche Ihnen viel Freude beim Lesen.

Willkommen im trailerforum!

Schulze Isfort,

Geschäftsführer Vertrieb und Marketing

Porträt

Fotos: Krone, JP GLATIGNY, Schöning Fotodesign Titel: jeremy3079 - Fotolia.com

24

Impressum

trailerforum ist das Kundenmagazin der Fahrzeugwerk Bernard Krone GmbH

und erscheint viermal jährlich in einer Gesamtauflage von

40.000 Exemplaren in deutscher und englischer Sprache.

Herausgeber:

Fahrzeugwerk Bernard Krone GmbH

Bernard-Krone-Straße 1

D-49757 Werlte

www.Krone-trailer.com


International 20

06

09

11

Ideen im Strassenbau

Die Qualität deutscher Straßen wird immer schlechter.

Innovative Sanierungskonzepte und neue Wege bei der

Finanzierung bieten Lösungsansätze.

Interview

Die Verkehrszentralen der Bundesländer wollen

Staus vermeiden. Ein Gespräch mit Gerd Riegelhuth,

Leiter der hessichen Verkehrsabteilung.

FAKTEN

CO 2 -Ausstoß, Staumeldungen und Fahrermangel –

Wissenswertes zum deutschen Straßennetz.

12

Abholer

Diese Kunden freuen sich über ihre neuen Fahrzeuge

von Krone.

Spaziergang

16

14

Technik

Der neue Multos Plus wird dank eines Umbausatzes

schnell vom Mega Liner für den Spezialeinsatz

im Volumentransport zum klassischen Profi Liner.

16

Spaziergang mit Bernard Krone

Ein Gespräch mit Unternehmer und BGL-Präsident

Adalbert Wandt über Veränderungsprozesse in der

Transport- und Logistikbranche.

20

International

Das französische Unternehmen Transports

Prudent unter Leitung von Dominique Prudent

ist Spezialist für Frischguttransport und -logistik.

24

porträt

Es kann sich lohnen, Erster zu sein, weiß Bodo Engler

von dls, der „Land und See Speditionsgesellschaft“ in

Siek bei Hamburg.

27

Nachgefragt

... bei Jean-Paul Mayronneinc, Generalbeauftragter

der französischen Nationalen Union des Kühltransports

zur Einführung der Lkw-Ökosteuer.

Verantwortlich für den Herausgeber:

Tobias Eichberg, Leiter Marketing

Tel. +49 5951 209-584

Fax +49 5951 209-420

E-Mail: tobias.eichberg@Krone.de

Verlag:

DVV Kundenmagazine GmbH

Nordkanalstraße 36

D-20097 Hamburg

Tel. +49 40 23714-01

Redaktionelle Mitarbeit an dieser Ausgabe:

Juliane Gringer, Kai Jacobsen, Ralf Klingsieck, Reinhard Pfeiffer, Jannah Schmitz,

Martina Schulz, Lara Sogorski, Jürgen W. Salomon

Druck: Asco Sturm Druck, Bremen

Stichpunkt:

Die Publikation, ihre Beiträge und Abbildungen sind urheberrechtlich geschützt. Jede

Vervielfältigung oder Verbreitung muss vom Verlag oder Herausgeber genehmigt werden.

Dies gilt auch für die elektronische Verwertung wie die Übernahme in Datenbanken,

Onlinemedien (Internet), Intranets oder sonstige elektronische Speichermedien. Herausgeber

und Verlag schließen eine Haftung für unverlangt eingesandte Fotos, Manuskripte

und sonstige Datenträger aus.

trailerforum 3


Forum

Neues von Krone

Neue Strukturen und ein modernes

Ersatzteillager für Ungarn

k Mit einem erweiterten neuen Lager

für Ersatzteile in Budapest will

Krone seine Position auf dem ungarischen

Markt stärken. Durch die

Investition von rund vier Millionen

Euro ist ein Profi-ET-Lager mit Paletten-

und Kragarmregalsystem entstanden.

Es bietet für alle Kronespezifischen

Artikelvarianten der gesamten

Produktpalette Platz.

In Ungarn ist der emsländische

Hersteller nicht nur im Bereich

der Neufahrzeuge, sondern auch bei

Ersatzteilen und Services stark nachgefragt.

„Nach der Gründung der

Krone Trailer SE Kft im Sommer

2012 ist nun mit dem neuen ET-Lager

der zweite strategische Schritt

umgesetzt worden“, berichtet Geschäftsführer

Hannes Nachtelberger.

Der Standort an der Transitroute

In Budapest ist dieses neue Profi-ET-Lager mit Paletten- und Kragarmregalsystem entstanden.

zwischen Zentral- und Südosteuropa

ist mit der deutschen Mutter in

Werlte eng vernetzt. Aufbau, Struktur

und Bevorratung des ET-Lagers

wurden von dort übernommen. Ein

ausgeklügeltes Logistiksystem sorgt

dafür, dass Teile binnen kürzester

Zeit ans Lager oder direkt zum Kunden

geliefert werden.

Neben der Erweiterung des ET-Lagers

hat KTSE Kft auch die Vertriebsorganisation

vergrößert und

zusätzliche Verkäufer eingestellt.

Über das ungarische Tochterunternehmen

bietet Krone seinen Kunden

künftig nicht nur Neufahrzeuge,

sondern auch Gebraucht- und

Mietfahrzeuge.

»Das Problem sind nicht veraltete

Lkws, sondern veraltete Straßen

und ein verschlafener Ausbau der

Verkehrsinfrastruktur«

Dagmar Wäscher, Vorsitzende des Transportunternehmerverbands BVT

BAG-Präsident: Ohne geht’s nicht

k Bei einem Besuch im Fahrzeugwerk Krone informierten sich Andreas Marquardt,

Präsident des Bundesamts für Güterverkehr (BAG), und die nieder-sächsische

Bundestagsabgeordnete Gitta Connemann (CDU) über moderne Trailer.

Alle waren sich einig: Ohne Straßengüterverkehr würde Deutschland nicht

funktionieren. Bernard Krone betonte: „Es kann und darf zum Beispiel nicht

sein, dass Fahrer ihre Lenkzeiten überschreiten müssen, weil schlicht und ergreifend

Lkw-Parkplätze an den Autobahnen fehlen.“

Beste Marke

k Das Fahrzeugwerk Bernard Krone

ist „Beste Marke 2013“ in der Kategorie

Trailer. Das ist das Ergebnis einer Umfrage

des Stuttgarter ETM-Verlags

unter mehr als 10.000 Lesern. „Unsere

Kunden sind unsere strengsten Kritiker –

und das ist auch gut so“, erklärt Bernard

Krone. „Durch den engen Kontakt und

die kontinuierliche Kommunikation

werden wir täglich angespornt, immer

noch besser zu werden.“ Das betreffe

Bernard Krone (Mitte) nimmt den Preis von

ETM-Verkaufsleiter Oliver Tros entgegen.

neben der reinen Fahrzeugtechnik

auch die Bereiche Service, Kundendienst

und Ersatzteile.

Initiative

für E 233

k „Infrastruktur schafft Arbeitsplätze“ –

Mit diesem Slogan wirbt Krone für

den Ausbau der Europastraße 233.

Als zentrale Ost-West-Achse für das

Emsland soll die Fernverkehrsstraße

auf vier Spuren erweitert werden.

Kunden aus der Region, wie zum Beispiel

die Spedition Boll, bekommen

das E-233-Motiv auf Wunsch auf ihre

Trailerplanen gedruckt. Gert Stuke

und Gerd-Christian Titgemeyer, Präsidenten

der IHKs in Oldenburg und

Osnabrück, erklären: „Die Unternehmen

brauchen verlässliche und sichere

Wege zu ihren Lieferanten und

Kunden. Nächstes Ziel ist jetzt die

Einstufung des Ausbaus im vordringlichen

Bedarf des neuen Bundesverkehrswegeplans.“

Dieser wird die

Investitionsschwerpunkte bei der

Verkehrsinfrastruktur bis zum Jahr

2030 vorgeben.

Fotos: ETM-Verlag, Krone

4 trailerforum | Forum


Kurz notiert

Trauer um

Dieter Rolfes

Ein sehr geschätzter

Kollege, für den die

Kunden immer an

erster Stelle standen,

und ein ganz

besonderer Mensch:

Das war Dieter

Rolfes – seit 1984

bei Krone beschäftigt

und seit 1996

Kundendienstleiter.

Mit 51 Jahren ist er jetzt einer schweren Krankheit

erlegen. Geschäftsführung und Mitarbeiter trauern.

Ihr Mitgefühl gilt vor allem Dieter Rolfes’ Frau und

den drei Kindern.

Nahverkehr wird teurer

Stückgutspediteure haben im Nahverkehr deutlich

höhere Kosten zu schultern als noch vor einem

Jahr. Branchenexperten schätzen, dass pro Sendung

durchschnittlich ein Euro mehr anfällt. Ursachen für

diese Entwicklung sind die knappen Kapazitäten des

Nahverkehrs, die auf Fahrermangel beruhen, sowie

Subunternehmen, die ihr Geschäft aufgeben.

Start der französischen Ecotaxe verschoben

Die streckenbezogene Umweltabgabe Excotaxe

in Frankreich soll doch erst am 1. Januar 2014

eingeführt werden. Der französische Transportminister

Frédéric Cuvillier und Finanzminister

Bernard Cazeneuve haben den Start von Herbst

2013 nach hinten verschoben, weil die Bedingungen

für einen zuverlässigen und sicheren Betrieb des

Systems noch nicht gegeben waren. 600.000 bis

800.000 Fahrzeuge aus dem In- und Ausland

müssen registriert und technisch ausgestattet

werden, was bisher sehr stockend verlief.

Full House beim Truck-Grand-Prix

k Der Andrang war riesig, als sich Krone beim Truck-Grand-Prix am Nürburgring mit diesem Auflieger

im Countrylook präsentierte. Tausende Besucher kamen täglich zum Stand, vor allem um ihr

Glück bei der Tombola zu versuchen. Deren Erlös unterstützt die medizinische Unterwegsversorgung

DocStop.

Branchenlauf mit Parade von Lang-Lkws

Nicht nur trocken,

sondern „Dry“

k Die bisher größte Lang-Lkw-Schau mit fast einem

Dutzend Lang-Lkws gab es im Oktober auf dem Gelände

von Ansorge Logistik in Biessenhofen im Allgäu

zu sehen. Die Fachzeitschrift trans aktuell

stellte diese außergewöhnliche Aktion auf die Beine.

Laut Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt)

sind bisher in Deutschland nur 25 Lang-Lkws regelmäßig

unterwegs: Somit war fast jeder zweite

am Feldversuch teilnehmende Lang-Lkw bei der

Fahrzeugschau dabei – die Fahrzeuge der Logistikdienstleister

Dachser aus Kempten, Elflein aus

Bamberg, Gillhuber aus Neufahrn, Meyer & Meyer

aus Osnabrück, Reischl aus Ebersberg und Schwarz

aus Herbrechtingen sowie des Lebensmittelhändlers

Edeka aus Gaimersheim. Neben der Parade mit den

imposanten Fahrzeugen gab es auch eine Podiumsdiskussion

zum Thema Lang-Lkws. Außerdem fand

während dieser Zusammenkunft der 5. Branchenlauf

für das Transport- und Logistikgewerbe statt. Mehr

als 220 Läufer nahmen dieses Mal daran teil.

Spontane

Versteigerung

15.000 Euro brachte

die Versteigerung

eines Wechselkoffers

auf der Möbel-

Logistik-Fachmesse

MöLo zugunsten

des Vereins Aktion Kinder-Unfallhilfe. Der Koffer war

verlost worden und der Gewinner spendete ihn gern

für den guten Zweck.

Perrigo hat neue Krone Dry Liner-Frachtkoffer in seinen

Fuhrpark aufgenommen.

k Perrigo, weltweit führender Anbieter von Gesundheitsprodukten

und rezeptfreien Arzneimitteln,

hat seine Transportabteilung in Großbritannien

um Krone Dry Liner-Frachtkoffer erweitert.

Die Trailer beliefern vom Unternehmensstandort

Braunton in Devon und von Barnsley in South Yorkshire

aus Supermärkte in ganz Großbritannien mit

rezeptfreien Eigenmarkenprodukten. „Wir betreiben

ein sehr schnelles Geschäft, das sich um wertvolle

und recht sensible Produkte dreht“, so Clive Jones,

Manager für Lagerhaltung und Logistik bei Perrigo.

„Um die Unversehrtheit der Produkte beim Transport

sicherzustellen, mussten die Trailereigenschaften

auf unsere Bedürfnisse zugeschnitten werden.“

Dazu gehört unter anderem ein 30 Millimeter stark

isoliertes Dach, das vor Kondenswasser schützt, das

auf die Ladung tropfen könnte.

Forum | trailerforum 5


Neue Wege

Die Straßen in Deutschland sind schon heute stark

sanierungsbedürftig. Gleichzeitig steht aufseiten der

öffentlichen Hand nicht genug Geld zur Verfügung,

um Bauarbeiten zu finanzieren. Welche Ideen und Konzepte

helfen können. Ein Text von Lara Sogorski.


Titelstory

Ideen im Straßenbau

Der Zustand der deutschen Straßen verschlechtert sich zunehmend, bereits heute sind 40 Prozent der

Fahrbahnen im Bundesstraßennetz dringend sanierungsbedürftig.

Fotos: anandkrish16 - Fotolia.com, STRABAG

E

in bisschen lässt sich der heutige

Straßenbau mit einem Glücksspiel

vergleichen. Es gibt viele Variablen,

die sich bislang kaum beeinflussen lassen.

Da ist die Baustelle, die jedes Mal

andere Bedingungen mitbringt, an manchen

Tagen regnet oder schneit es sogar;

selbst die Güte der Asphaltmischung ist

nur schwer vorherzusagen, wenn der

Transporter damit an der Baustelle eintrifft.

Von all diesen Faktoren hängt ab,

wie lange eine Straße hält, ohne zu reißen.

Martin Muschalla hat sich in den

vergangenen Jahren sehr intensiv dazu

Gedanken gemacht und nach Lösungen

für die Schwachstellen gesucht.

GroSSprojekt für besseren StraSSenbau.

Der Prozessberater arbeitet bei der

Gesellschaft zur Optimierung von technischen

Prozessen, Arbeitssicherheit

und Qualität – einem Unternehmen des

Baukonzerns Strabag SE. Damit war er

Teil des Teams rund um das Bundesforschungsprojekt

PAST – Prozesssicherer

automatisierter Straßenbau. Ziel der

dreijährigen Gemeinschaftsaktion von

Unternehmen, Forschungseinrichtungen

und Bund war es, den Straßenbau zu optimieren.

Hierbei wurden verschiedene

Asphaltmischungen und neue Maschinen

auf Autobahnabschnitten in Deutschland

getestet. „Neubau und Komplettsanierung

sollen in Zukunft so automatisiert und

standardisiert ablaufen, dass eine Haltbarkeit

bis zu 20 Jahren gewährleistet ist“, erläutert

Muschalla.

Der Grund für die Bemühungen liegt

auf der Hand: In den kommenden Jahren

wird der Verkehr auf deutschen Straßen

massiv zunehmen. Prognosen gehen allein

bis zum Jahr 2020 von einer 20-prozentigen

Steigerung des Personen- und

sogar von einer 55-prozentigen Zunahme

des Güterverkehrs aus. Deutschland

gilt als Europas Transitland Nummer

eins, diese Bedeutung nimmt damit

weiter zu. Entsprechend hängt viel von

einem intakten Verkehrsnetz ab. Die

Zahl der sanierungsbedürftigen Straßen

ist allerdings schon heute hoch. Um alle

Bauarbeiten zu finanzieren, fehlt in den

öffentlichen Kassen das nötige Geld. Eine

Lösung könnten innovative Sanierungskonzepte

und neue Wege bei der Finanzierung

versprechen.

IDEEN IM STRASSENBAU | trailerforum 7


Zur Person

Martin Muschalla (30)

arbeitet seit 2011 bei der

Strabag und ist Projektleiter

im PAST-Vorhaben. Zuvor war

er bei der Bauoberleitung der

Rollbrücken der Landebahn

Nordwest am Flughafen Frankfurt

tätig. Sein Studium zum

Diplom-Ingenieur absolvierte

er in Frankfurt am Main.

Dringender Handlungsbedarf. „Der

Zustand der Bundesfernstraßen hat sich

in den vergangenen Jahren erkennbar verschlechtert“,

sagt Wolfgang Kugele, Referent

für Infrastrukturpolitik beim ADAC.

Rund 40 Prozent der Fahrbahnen im Bundesstraßennetz

und etwa 20 Prozent im

Autobahnnetz würden sich schon heute in

einem schlechten oder sehr schlechten Zustand

befinden. Bei Straßen und Brücken in

Zuständigkeit der Länder und Kommunen

sehe es häufig nicht besser aus. „Es besteht

dringender Handlungsbedarf.“ Das sieht

auch die deutsche Logistikbranche so. Eine

Umfrage der Bundesvereinigung Logistik

im Mai 2012 zeigte, dass viele Unternehmen

in der Branche den Wachstumstreiber

Logistik aufgrund der Probleme in

der Infrastruktur gefährdet sehen. Rund

90 Prozent sagten, dass ihre Geschäftsentwicklung

direkt von den Investitionen in

die Infrastruktur abhängt.

Finanzierung dank Pkw-Maut? Etwa

70 Prozent der zur Verfügung stehenden

Mittel will Verkehrsminister Peter

Ramsauer in die Sanierung von Straßen

stecken. Ausreichen wird das Geld nicht,

sagen Experten. Laut ADAC beträgt der

zusätzliche Investitionsbedarf für die Bundesfernstraßen

etwa 2,5 Milliarden Euro.

Dabei fehle es im Grunde nicht an Geld,

sagt Kugele. Steuer- und Mauteinnahmen

bescherten jährliche Einnahmen von etwa

53 Milliarden Euro, denen aber nur 19 Milliarden

Euro Ausgaben von Bund, Ländern

und Kommunen für Straßen gegenüberstünden.

„Problem ist derzeit, dass das

überschüssige Geld an anderen Stellen im

Haushalt versickert.“

In diesem Sommer hat die CSU die

Pkw-Maut wieder ins Gespräch gebracht,

welche die Sanierungsarbeiten finanzieren

soll – die müssten allerdings nur Ausländer

auf deutschen Straßen zahlen, so

der Vorschlag. Schaut man in andere Länder

Europas, ist eine Abgabe für Autofahrer

durchaus üblich. In Ungarn beispielsweise

müssen Autofahrer für ein Jahr

143 Euro für eine entsprechende Vignette

auf den Tisch legen. In Slowenien sind es

95 Euro, in der Schweiz 33 Euro. Einen

Auf vielen Straßen Europas sind Mautgebühren auch für Autofahrer üblich. Doch sorgt die Abgabe auch für eine bessere Straßenqualität?

direkten Zusammenhang zwischen Maut

und guter Straßenqualität gibt es allerdings

nicht – wie sich etwa am italienischen

Straßennetz beobachten lässt. In

Frankreich und Spanien führt die Maut

zumindest dazu, dass Autofahrer zum Teil

auf Landstraßen ausweichen und so Autobahnen

weniger belastet werden.

Private als StraSSeneigentümer. Eine

andere Möglichkeit, den Straßenbau zu

finanzieren, sind öffentlich-private Partnerschaften.

Hier schließen öffentliche

Hand als Auftraggeber und Unternehmen

als Auftragnehmer langfristige Verträge

mit einem wesentlichen Kriterium:

Die Unternehmen kommen für die

Finanzierung des Straßenbaus auf und

sind über die Vertragslaufzeit für den Erhalt

verantwortlich. Gleichzeitig fungieren

sie dafür als Eigentümer der Straßen.

Laut Bundesverkehrsministerium zeichnen

sich ÖPP-Projekte im Vergleich zu

Projekten in rein öffentlicher Hand vor

allem durch eine effizientere und wirtschaftlichere

Bauweise aus.

ÖPP im Straßenbau lässt sich auch in

anderen Ländern Europas finden. Großbritannien

gilt als Vorreiter, aber auch in

den Ländern Südwesteuropas wie Italien

und Spanien sind die Kooperationsmodelle

verbreitet. Hier erhält der Private

zum Beispiel das Recht, von allen Nutzern

eine Maut zu erheben. Mithilfe dieses

Prinzips wurde in den vergangenen

30 Jahren vor allem der Ausbau im Fernstraßennetz

gestemmt. Frankreich, die

Niederlande und die skandinavischen

Länder setzen ÖPP inbesondere ein, um

die Effizienz in Bau und Sanierung zu

steigern.

Wie das in der Praxis aussieht? Ideen

dafür kann Berater Martin Muschalla liefern.

Eine Errungenschaft aus dem PAST-

Forschungsprojekt ist beispielsweise die

sogenannte Thermomulde, ein spezieller

Lkw zum Transport der Asphaltmischung

zur Baustelle. Während das

Mischgut in herkömmlichen Transportern

häufig schon zu kalt an der Baustelle

ankommt, ist das Spezialfahrzeug mit einer

zusätzlichen Dämmung ausgestattet.

Nur wenn die Idealtemperatur eingehalten

wird, stimmen am Ende auch Qualität

und Haltbarkeit der neuen Straße.

8 trailerforum | Ideen im StraSSenbau


»Baustellen

lassen wir nur

zu bestimmten

Zeiten zu«

Fotos: ehrenberg-bilder/Fotolia, Martin Muschalla (privat), Hessen Mobil Straßen- und Verkehrsmanagement

D

er zunehmende Verkehr vor allem im Gütertransport

verlangt eine intelligente Verkehrsplanung. Verantwortlich

dafür sind in erster Linie die Verkehrszentralen

der Bundesländer. Die größte und modernste in Deutschand

sitzt in Frankfurt am Main. Gerd Riegelhuth, Leiter der

Verkehrsabteilung von Hessen, berichtet über die Arbeit seines

Teams und wie er Hessens Autobahnen staufrei halten will.

trailerforum: Herr Riegelhuth, wie sieht für Sie der ideale Verkehrsfluss

auf einer Autobahn aus?

Gerd Riegelhuth: Im Idealzustand sind alle Fahrstreifen gleich

ausgelastet und die Fahrzeuge fahren in konstantem Abstand

mit annähernd gleicher Geschwindigkeit. In der Realität haben

wir diesen Zustand natürlich nur höchst selten. Der Verkehrsfluss

wird zum Beispiel durch Auf- und Abfahrten gestört,

durch schlechte Witterung, Baustellen ... All das löst Störungen

im Verkehr aus, die bei hoher Belastung zu Kettenreaktionen

führen können, sodass der Verkehr schließlich zusammenbricht.

Baustellen sorgen regelmäßig für Staus auf Autobahnen. Was

tun Sie, um dem vorzubeugen?

Wir haben feste Regeln für die Planung und Durchführung

von Baustellen aufgestellt: Baustellen werden nur genehmigt,

wenn die Kapazität der verbleibenden Fahrstreifen für

die Aufnahme der erwarteten Verkehrsnachfrage ausreicht.

Das bedeutet, gebaut wird bei uns nur zu solchen Zeiten, in

denen diese Rahmenbedingung erfüllt ist. Das führt dazu,

dass viele Arbeiten eben nur nachts oder am Wochenende

durchgeführt werden können. Neben Baustellen sind es vor

allem liegen gebliebene oder verunfallte Fahrzeuge, die zu

Staus führen. Hier arbeiten wir gemeinsam mit Polizei und

Rettungskräften daran, dass solche Fahrzeuge schneller als

bisher abgeschleppt werden, um die Straße wieder frei befahrbar

zu machen.

Sie machen sich auch Verkehrstelematik zunutze, um die Autobahnen

in Hessen staufrei zu halten. Wie setzen Sie die Technik

zum Beispiel ein?

Unsere Anlagen zur Verkehrssteuerung sind für jeden sichtbar.

Damit wird der Verkehr mit dynamischen Wechselverkehrszeichen

gesteuert. Diese sorgen durch verkehrsabhängige Geschwindigkeitsanzeigen

für einen gleichmäßigen Verkehrsfluss

und warnen vor Gefahren. Auf den am meisten belasteten Strecken

geben wir zudem zeitweise den Seitenstreifen als zusätzlichen

Fahrstreifen frei. Mit dieser intelligenten Nutzung des

vorhandenen Straßenraums erzielen wir eine erhebliche Staureduktion.

Außerdem informieren wir die Verkehrsteilnehmer

auf großen LED-Tafeln vor den Autobahnkreuzen über Reisezeiten

und Alternativrouten, wenn es auf einer Strecke Störungen

und Staus gibt.

Zur Person

Gerd Riegelhuth (57) leitet

die Abteilung Verkehrsmanagement,

Betrieb und Verkehr

im Hessischen Landesamt

für Straßen- und Verkehrswesen.

Zudem ist er Projektleiter

der Initiative „Staufreies

Hessen 2015“. Er ist unter

anderem für die Verkehrszentrale

Hessen sowie für die

Car-to-X-Projekte SIM-TD und

AKTIV zuständig.

IDEEN IM STRASSENBAU | trailerforum 9


Blick in die Glaskugel: Was intelligente

StraSSen leisten können

Die Zahl beeindruckt: Bis zum Jahr 2050 sollen die weltweiten Verkehrswege

eine Länge von 70 Millionen Kilometern erreichen. Es steht also zusätzlich zu

den Sanierungsfällen ein massiver Ausbau des Verkehrsnetzes an. Dabei stellt

sich immer häufiger die Frage, ob Straßen nicht noch viel mehr können, als nur

schlichte Rollbahnen zu sein. Das Motto der Stunde lautet denn auch „Wenn schon

ausbauen und sanieren, dann bitte smart“. Soll heißen: Straßen werden dank eingebauter

Sensoren intelligent und erfüllen neue Aufgaben.

Zum Beispiel könnten sie Energie erzeugen. Ein Mannheimer Erfinder hält

ein Patent, wie Asphalt Strom generieren kann. Die Energie entsteht durch

die Reibungskräfte, wenn ein Auto über die Straße fährt. Mit diesem Prinzip

könnten laut dem Erfinder auf einem Kilometer Strecke rund 200 Kilowatt

Strom pro Stunde erzeugt werden, wenn währenddessen 500 schwere Autos die

Straße passieren. Eine andere Idee ist, Straßen zu Helfern bei der Parkplatzsuche zu machen.

Ein entsprechendes Projekt testet das US-Start-up Streetline momentan zusammen mit Siemens

in Braunschweig. Autofahrer sollen per Smartphone-App zum freien Platz navigiert werden. Die

Infos wiederum sollen Sensoren im Asphalt liefern.

Lo

Bis sich solche Ideen im Alltag wiederfinden, werden voraussichtlich aber noch viele Jahre vergehen.

Aktueller ist dafür das Thema Verkehrstelematik und Vernetzung von Fahrzeugen. Auf vielen

Autobahnstrecken sind heute bereits Anlagen im Einsatz, welche die aktuelle Verkehrsdichte und

die Geschwindigkeit der Fahrzeuge messen. Die Daten helfen, den Verkehr besser zu steuern sowie

Staus und Unfälle zu vermeiden. Im Juni dieses Jahres ist das Intelligente-Verkehrssysteme-Gesetz auf

Grundlage einer EU-Richtlinie in Kraft getreten. Unter der Leitung des Bundesverkehrsministeriums wird

nun an einer deutschen Strategie gearbeitet, intelligente Verkehrssysteme einzusetzen.

»Fahrer können

unmittelbar und

ortsgenau gewarnt

werden«

Gerd Riegelhuth

Stichwort Baustellen:

Hilft die

Technik auch hier?

Zur Planung und

Genehmigung

von Baustellen

nutzen wir ein IT-

System: das Baustellen-/Slotmanagement.

Die Anwendung

ermöglicht,

ein opti-

males Zeitfenster auszuwählen, in dem eine Baumaßnahme

ohne gravierende Beeinträchtigung des Verkehrsablaufs

durchgeführt werden kann. Die Vorgaben werden für jeden

einzelnen Tag neu berechnet. Bei der Auswertung der

Daten berücksichtigt das System auch große Veranstaltungen

im Rhein-Main-Gebiet, die den Verkehr beeinflussen könnten.

Zur Automesse IAA beispielsweise sind damit automatisch weniger

Baustellen zugelassen.

Sie und Ihr Team forschen auch an der sogenannten Car-to-

X-Kommunikation, also dem automatischen Datenaustausch

von Fahrzeugen untereinander oder auch zwischen Fahrzeugen

und einer Leitstelle. Was versprechen Sie sich davon?

Mithilfe der Verkehrstelematik haben wir es schon geschafft,

die Anzahl der Staus auf Hessens Autobahnen erheblich zu reduzieren.

Mit der Technik können wir aber nicht das Fehlverhalten

einzelner Fahrer beeinflussen. Dagegen können Assistenzsysteme

im Auto helfen, wenn diese untereinander und mit

unserer Verkehrszentrale kommunizieren. So können die Fahrer

unmittelbar und ortsgenau vor einem Stauende, einem liegen

gebliebenen Fahrzeug oder einer Baustelle gewarnt werden

und erhalten präzise Informationen zur Verkehrslage oder differenzierte

Umleitungsempfehlungen direkt ins Fahrzeug. Im

Rahmen des internationalen Projekts „Cooporative ITS Corridor“

sollen erste kooperative Anwendungen in einem Korridor

Rotterdam – Frankfurt – Wien in den Regelbetrieb eingeführt

werden. Ganz konkret ist vorgesehen, dass Fahrzeuge per Carto-X-Kommunikation

unmittelbar vor Tagesbaustellen gewarnt

werden.

Fotos: Streetline, Inc, Infografiken: Anne-Katrin Gronewold

10 trailerforum | Ideen im StraSSenbau


Fakten

%

Wissenswertes zum deutschen Straßennetz

0

75

150

225

300

Die Anzahl der Staumeldungen

... stieg auf deutschen FernstraSSen im Zeitraum der Jahre 2002 bis 2012 stetig an.

Wurden im Jahr 2002 noch rund 101.000 Meldungen registriert, so waren es im Jahr 2012

bereits 285.000. Der stauauffälligste WOCHENTAG war im Jahr 2011 der Freitag.

Die wenigsten Staus wurden dagegen an Samstagen gemeldet. Quelle: Statista

Prognose zur Verkehrsleistung im Güterverkehr

900 Mrd. tkm

800

700

600

500

400

300

200

100

0

Eisenbahnverkehr

Straßengüterfernverkehr

Binnenschifffahrt

1997 2005 2015 2050

Mangelnder Nachwuchs

für Güterverkehr

und Logistik

Vor allem der

Güterverkehr auf

der Straße nimmt

bis 2050 deutlich

zu – laut Prognose auf

bis zu 900 Milliarden

Tonnenkilometer.

Quelle: Progtrans

Ca. 3.200 Ca. 25.000

... Auszubildende haben 2012 einen

Ausbildungsvertrag in der Branche unterschrieben.

Quelle: Deutscher Speditions- und Logistikverband (DSLV)

... Arbeitskräfte werden pro Jahr in den

kommenden 15 Jahren in den Ruhestand treten.

6.500.000.000 EUR

... muss Deutschland in die marode Verkehrsinfrastruktur investieren,

fordert das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin.

Der Erhalt und die Qualitätssicherung sei substanziell vernachlässigt

worden. Das größte Problem sieht das DIW dabei in einem

fehlenden Gesamtkonzept, wie die Infrastruktur in Deutschland

finanziert werden soll. Vor allem für die Straßen in kommunaler

Verantwortung wäre ein solcher Gesamtplan wichtig.

Quelle: Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung (DIW)

Um 85 Prozent

... sanken im Durchschnitt die

Schadstoffemissionen schwerer

Nutzfahrzeuge seit Einführung

der Euro-Normen

1990. Mit Einführung der

Euro-6-Norm werden die

Stickoxide (NO x ) gegenüber

1990 auf 3 Prozent

(= −97 Prozent) des

Ausstoßes sinken.

Quelle: VDA

Fakten | trailerforum 11


Abholer

Unsere Kunden

Gute Fahrt

Wenn Fahrzeuge an Kunden ausgeliefert werden, ist das immer ein großer Moment.

Hinter jedem Kunden steht ein Gesicht und hinter jeder Bestellung eine Geschichte.

Gleich 70 maßgeschneiderte Wechselpritschen bestellte die Carl

Büttner Spedition aus Ostfriesland. Geschäftsführer Georg Markus Bromisch

(2.v.re.): „Krone hat uns quasi die eierlegende Wollmilchsau

geliefert – und zwar in wirklich rasantem Tempo.“

Ein Jubiläum: Dr. Bernard Krone übergab jetzt das insgesamt

100. Krone-Fahrzeug an Markus Rütters (2.v.li.), Geschäftsführer

der Westdeutschen Getränkelogistik (WGL) – einen Profi Liner mit

Ladebordwandausführung.

Chandler Shipping aus Hamburg, Spezialist für internationale Transporte

auch in entlegene Regionen, erweiterte seinen Fuhrpark um zehn Profi Liner.

Im Bild: Frank Kosse (Krone), eingerahmt von Irina Büttner und Slava

Meisterling (Chandler).

Fotos: Krone

Fahrer Hans-Jürgen Pentzek bringt den neuen Coil Liner mit Hubdach

und Nachlauflenkachse zu seinem Arbeitgeber, der Peter Arens GmbH

in Olpe. Die Spedition ist ein Krone-Kunde erster Stunde.

Den ersten seiner neuen Fleischhangkühler Cool Liner Duoplex Steel

holte Gustav Rath persönlich ab: Er führt den Familienbetrieb Rath aus

Grömitz gemeinsam mit seinem Sohn Karsten.

12 trailerforum | Abholer


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Technik

Multos Plus

Das Plus an Volumen,

Produktentwicklungen von Krone folgen keinem Selbstzweck,

sondern dem konkreten Kundenwunsch und

Kundennutzen. Diesen Anspruch erfüllte schon die Entwicklung

des Mega Liner Multos, eines Trailers, der sich

flexibel auf verschiedene Zugmaschinen in den gängigen

Aufsattelhöhen anpassen lässt und dank Dachhöhenverstellung

Innenhöhen von 2.700 bis 3.000 Millimeter

ermöglicht.

Doch was macht man mit einem Mega Liner, wenn er seinen

Dienst getan hat, aber noch nicht wirklich zum „alten

Eisen“ gehört?

Der neue Multos Plus lässt sich mit einem cleveren Umbausatz

bei einem kurzen Werkstattstopp von einem Mega

Liner mit niedrigem Chassis und 19,5-Zoll-Bereifung für

den Spezialeinsatz im Volumentransport zu einem Profi

Liner mit klassischem Chassisniveau für Aufsattelhöhen

von 1.050 bis 1.150 Millimeter und mit 22,5-Zoll-Bereifung

umbauen. Er steht so einer breiteren Nachfrage im

Gebrauchtmarkt zur Verfügung und erzielt damit einen

hohen Wiederverkaufswert. Mit dem Multos Plus hat

Krone also heute schon an Morgen gedacht und damit

ein weiteres innovatives Produkt für nachhaltig denkende

Unternehmen im Angebot.

Illustration: Maria Steffen

14 trailerforum | Technik


das Plus an Wert

Technik | trailerforum 15


Spaziergang

mit Bernard Krone

DER MARKT VERÄNDERT SICH

Die Transport- und Logistikbranche ist in Bewegung. Wachsender Wettbewerbsdruck und

mangelnde Anerkennung machen es erforderlich, neue Wege zu gehen. Dies lässt sich nicht

ohne Veränderungen realisieren.

Die Kulisse

In der Nähe der emsländischen

Gemeinde Sögel liegt das Jagdschloss

Clemenswerth. Die barocke Schlossanlage

wurde von 1737 bis 1747

für Kurfürst Clemens August I. von

Bayern errichtet. Die vom Jagdwald

umgebene Parkanlage ist geprägt von

einem Kreis aus acht Pavillongebäuden,

in deren Mitte das kreuzförmige

Schloss liegt. Es beherbergt heute

das regionale Emslandmuseum.

I

m Spaziergang mit Bernard

Krone ließ BGL-Präsident

Adalbert Wandt seinen Gedanken

freien Lauf. trailerforum begleitete

den Ausflug in die Grünanlagen

des Schlosses Clemenswerth

mit Fragen zu Veränderungsprozessen,

denen sich die Branche aktuell

stellen muss.

trailer forum: Herr Wandt: Welche

Veränderungen werden auf die

Transport- und Logistikbranche zukommen?

Adalbert Wandt: Ich freue mich, zunächst

einmal sagen zu können: Was

die Unternehmen in Güterverkehr

und Logistik in unserem Land leisten,

ist hervorragend. Das Gewerbe

hat Zukunft.

Also, alles im grünen Bereich, um in

dieser herrlichen Kulisse zu bleiben?

Adalbert Wandt: So würde ich es

nicht formulieren. Gut aufgestellt

zu sein und Herausforderungen zu

meistern, sind zwei unterschiedliche

Aufgabengebiete. Gerade im internationalen

Wettbewerb gibt es

zahlreiche Bereiche, in denen das

Gewerbe trotz guter Positionierung

politisch ausgebremst wird.

Doch nicht alles grün?

Adalbert Wandt: Die deutschen

Unternehmen haben sich in den zurückliegenden

Jahren vornehmlich

auf die nationalen Märkte mit höherer

logistischer Spezialisierung

zurückziehen müssen und beim

„Brot-und-Butter-Geschäft“, vor allem

im grenzüberschreitenden Ver-

16 trailerforum | Spaziergang mit Bernard Krone


»Das Verkehrsgewerbe

braucht

starke Verbündete«

Adalbert Wandt

kehr, Marktanteile an ausländische

Unternehmen abgeben müssen.

Deshalb braucht das Verkehrsgewerbe

starke Verbündete, zu denen

ich auch Familienunternehmer

wie Bernard Krone zähle.

Welche Herausforderungen gibt es

in diesem Zusammenhang?

Adalbert Wandt: Es muss zuallererst

dem Sozialdumping Einhalt

geboten werden, das den Transportunternehmen

hierzulande das

Leben schwer macht. So setzt beispielsweise

ein lettisches Unternehmen

mittlerweile Fahrer aus

Entwicklungsländern wie den Philippinen

ein, um mit Lohn- und

Sozialdumping in Deutschland europäische

Märkte zu gewinnen.

hört unter anderem, ob die Kabotagebestimmungen

eingehalten werden

und das eingesetzte Personal entsprechend

den EU-Vorgaben qualifiziert

ist. Das schließt nicht nur den richtigen

Führerschein ein, sondern auch

eine korrekte Ladungssicherung und

sonstige Grundkenntnisse, die von

einem gut qualifizierten Fahrer vorausgesetzt

werden können.

Ist der deutsche Lkw-Fahrer nicht

ohnehin eine aussterbende Spezies?

Die Branche hat chronische Nachwuchsprobleme

und ein, sagen wir,

verbesserungswürdiges Image. Was

muss sich hier ändern?

Bernard Krone: Das hat für mich

etwas mit Wertschätzung zu tun.

Wenn man sieht, wie Fahrer heute

mancherorts behandelt werden – an

einigen Rampen, an den Verladestationen

– dann ist das wirklich grenzwertig.

Adalbert Wandt: Wenn eine Lkw-

Fahrerin auf dem Hof eines Verladers

nach der Toilette fragt und zu hören

bekommt, die Sanitäreinrichtungen

seien nur für Kaufleute, dann halte

Auch andere Branchen haben gegen

Wettbewerb aus Niedriglohnländern

zu kämpfen. Wie wollen

Sie diese Entwicklung auf der Straße

stoppen?

Adalbert Wandt: Wir brauchen

zunächst einmal eine Kontrolle bestehender

Vorschriften. Dazu geich

das für völlig untragbar. Hier sind

wir auch als Verband gefordert, uns

mehr für die Fahrerinnen und Fahrer

einzusetzen.

Bernard Krone: Dennoch ist der

Imagewandel nur eine Seite des Problems.

Die andere: Leider wird Logistik

in Europa nicht als wirklicher

Teil der Wertschöpfung angesehen.

Wo liegt aus Ihrer Sicht das Wertschöpfungspotenzial?

Bernard Krone: Als Hersteller haben

wir nur noch minimale Möglichkeiten,

die Prozesse im Werk selber

zu verbessern. Die größte Möglichkeit

zur Optimierung liegt in der

Gestaltung der vor- und nachgelagerten

Prozesse, also in der Supply-

Chain.

Adalbert Wandt: Das Potenzial in

der Logistik ergibt sich weiterhin aus

der Globalisierung. Ohne das enge

Geflecht weltweiter Liefer- und Kundenbeziehungen

könnte die deutsche

Wirtschaft nicht erfolgreich

sein. Es ist klar, dass wir für diese

anspruchsvolle Aufgabe qualifizierten

Nachwuchs benötigen und auch

ausbilden müssen.

Vielleicht ist dem Nachwuchs nicht

bewusst, welche Karrierechancen

die Branche bietet?

Adalbert Wandt: Das ist es nicht allein.

Vielfach haben logistische Berufsbilder

in der öffentlichen Meinung

nicht den Stellenwert, der

ihnen gebührt.

Fotos: Schöning Fotodesign

Die Dumpinglohn-Vorwürfe in den

Medien werfen nicht gerade ein gutes

Licht auf die Branche; man gewinnt

den Eindruck, es würden nur

billige Arbeitskräfte gesucht ...

Bernard Krone: Billig und Arbeitskraft

in einem Satz – das ist mir eigentlich

schon unangenehm. Das

wird nicht funktionieren. Da ist der

Gesetzgeber aufgerufen, Grenzen zu

setzen. Wir als produzierendes Unternehmen

halten uns nicht nur an

IG-Metall-Tarife, sondern auch an

eine Sozialcharta, die klare Regelungen

trifft, was beispielsweise Werkverträge

angeht. Solche Stan-

Spaziergang mit Bernard Krone | trailerforum 17


Immer im Dienst der Sache unterwegs:

BGL-Präsident und Unternehmer Adalbert Wandt

Adalbert Wandt ist seit einem Jahr Präsident des Bundesverbands

Güterkraftverkehr, Logistik und Entsorgung (BGL), dem er seit mehr

als drei Jahrzehnten angehört. Seit 2001 ist er auch Präsident des

Gesamtverbands Verkehrsgewerbe Niedersachsen (GVN). Außerdem ist

der 65-Jährige als Vizepräsident der IHK Braunschweig tätig, sitzt im

DIHK-Verkehrsausschuss und im Aufsichtsrat der SVG Niedersachsen.

Mit seinem Bruder Gerhard führt der Braunschweiger Unternehmer seit

1983 die von seinem Vater gegründete Wandt Spedition Transportberatung

GmbH. Vor vier Jahren sind seine Nichte Aline Marleen und sein

Neffe Anthony Benedikt in das Unternehmen eingetreten.

dards sollten auch in der Logistik

und nicht nur in Deutschland gelten.

Welche Rolle wird Nachhaltigkeit

künftig für die Unternehmen spielen?

Adalbert Wandt: Nachhaltigkeit ist

nicht nur Abgastechnik à la Euro 6.

Was wir wirklich brauchen, sind

neue Kraftstoff- und Antriebstechnologien.

Die Ölabhängigkeit

im Transportlogistikgewerbe muss

gesenkt werden. Elektrotraktion

und auch die Wasserstofftechnologie

bieten dafür vielversprechende

Ansätze für die

Zukunft.

»Die Logistik

hat in der öffentlichen

Meinung nicht

den Stellenwert, der

ihr gebührt«

Bernard Krone:

Ein nachhaltiger

Anspruch gilt aber

auch für die Infrastruktur.

Wichtig

ist, dass das, was

die Branche an

Steuern erbringt, Adalbert Wandt

auch wieder in

die Infrastruktur

investiert wird. Es kann nicht sein,

dass damit andere Haushaltslöcher

und die sozialen Kassen gefüllt

werden.

Adalbert Wandt: Es geht hier um

den „Investitionskreislauf Straße“.

Jeder Verkehrsträger muss durch

ausreichende Nutzerbeiträge für den

Erhalt der für ihn vorgehaltenen Infrastruktur

herangezogen werden,

wobei hier gewährleistet sein muss,

dass eine faire Lastenteilung zwischen

allen Nutzern stattfindet und

keine Quersubventionierung anderer

Verkehrsträger aus den Nutzerentgelten

der Straße erfolgt.

Wie steht es um die Veränderungsbereitschaft,

was den Generationswechsel

in Ihren Unternehmen betrifft?

Adalbert Wandt: Meine Nichte und

mein Neffe sind bereits in das Unternehmen

eingetreten und mit

Begeisterung dabei. Die jungen

Leute von heute sind sehr gut ausgebildet,

denken

anders und sprechen

die Sprache

der Verlader.

Als Firmenlenker

muss man

dem Nachwuchs

rechtzeitig Perspektiven

aufzeigen.

Bernard Krone:

Unternehmensnachfolge

ist die größte unternehmerische

Herausforderung. Denn

Nachfolge hört nie auf. Ich hatte das

große Glück, nicht den Kulturschock

vom Angestellten zum Chef zu erleben,

sondern mich als Unternehmensberater

auf die Rolle des Unternehmers

vorbereiten zu können.

Adalbert Wandt: Auch Verbandsarbeit

hört nie auf. Nach 39 Jahren im

BGL – davon zwölf Jahre als Landesvorsitzender

in Niedersachsen und

19 Jahre im Präsidium – zum Präsidenten

gewählt zu werden, war für

mich ein einschneidendes Erlebnis.

Wie kommen Sie mit dem rasanten

Veränderungstempo in unserer Welt

zurecht?

Adalbert Wandt: Wenn Sie 40 Jahre

mit derselben Ehefrau verheiratet

sind, dann hilft das bei dem

hektischen Lebenswandel, nie den

Boden unter den Füßen zu verlieren.

Ich habe keine Angst vor Veränderung.

Ganz im Gegenteil: Veränderungen

führen oft zu einer

höheren Lebensqualität. Heute beispielsweise

eine Reise nach Südafrika

zu planen ist mit wenigen Mausklicks

erledigt. Früher dauerte es

bis zur Bestätigung mehrere Tage.

Bernard Krone: Wir müssen offen

für Veränderungen sein. Ein Sinnspruch

in unserer Holding in Spelle

trifft es: Der eine wartet, dass die

Zeit sich wandelt, der andere packt

sie an und handelt.

18 trailerforum | Spaziergang mit Bernard Krone


titelthema Logistic

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Rubrik

»er hat alles im kopf«

Transports Prudent aus dem Südburgund bietet Frischguttransport und -logistik zu vernünftigen Preisen.

Blau und Weiß sind die

Farben von Transports

Prudent, und in diesen

Farben sind auch die

Fahrzeuge gehalten, die

den Firmennamen in jeden

Winkel von Ostfrankreich

tragen.

I

n der Wirtschaftszone von Branges,

einem Vorort der südburgundischen

Kleinstadt Louhans, ist der

Firmensitz des Transport- und Logistikunternehmens

Prudent ein echter Blickfang:

Vor dem modernen Lagerhaus sind

die blau-weißen Lastzüge aufgereiht, die

den Firmennamen vorn am Fahrerhaus

und dann noch einmal groß auf der Seitenfläche

des Trailers tragen. Dazu der

Firmenslogan „Frische als tagtägliche

Herausforderung“. Diesen Fahrzeugen

begegnet man überall auf den Straßen

Ostfrankreichs. Sie haben den Namen

Prudent bekannt gemacht. Doch darüber

hinaus geht dem Gründer, Leiter und

Alleininhaber der Firma, Dominique

Prudent, auch der Ruf eines ziemlich untypischen

Unternehmers voraus.

„Ich bin hier in der Gegend aufgewachsen

und habe 1981 in Louhans als Fahrer

für die Lebensmittelgruppe Gervais

Danone angefangen“, erinnert er sich.

Da war er 21 und hatte gerade den Lkw-

Führerschein gemacht. „Danone hatte in

Louhans ein Lagerhaus und suchte einen

Transporteur. Der Direktor schlug mir

vor, ich sollte mir einen Lkw kaufen. Sie

würden garantieren, dass er immer voll

wäre und ich pünktlich bezahlt würde.

Das habe ich dann tatsächlich gemacht,

und so hat alles angefangen.“ 1982 wurde

die Firma Prudent gegründet. „Es lief

sehr gut, ich konnte schon bald einen

zweiten Lkw kaufen, dann einen dritten,

einen vierten und so weiter. Wir sind gewachsen

und gewachsen ...“ Von Anfang

an hat sich die Firma auf Kühltransporte

spezialisiert. Bald hat Prudent nicht

mehr nur für Danone gearbeitet, sondern

auch für andere Produzenten und für

verschiedene Handelsketten. Heute werden

vor allem die Läden und Supermärkte

der Kette Leclerc in ganz Ostfrankreich,

von Straßburg im Norden bis Nizza

im Süden, beliefert.

Drehscheibe ist der Prudent-Logistikstandort

in Barges, wo auf 10.000 Quadratmetern

Fläche die von den Produzenten

Lkw-weise angelieferten Produkte entsprechend

den Bestellungen der Leclerc-Filiale

verteilt und auf Paletten für die verschiedenen

Liefertouren zusammengestellt werden.

Hier wird im Drei-Schicht-Rhythmus

rund um die Uhr und an sechs von sieben Tagen

der Woche gearbeitet. Im größeren Teil

der Halle, wo Molkereiprodukte, Fleisch

Fotos: JP GLATIGNY

20 trailerforum | International


International

Unterwegs in Frankreich

und Aufschnitt umgeschlagen werden, herrscht

eine Temperatur von zwei Grad Celsius. Im restlichen

Drittel der Halle, das für den Umschlag

von Obst und Gemüse abgeteilt ist, beträgt die

Raumtemperatur sieben Grad. Ebenso sind auch

die Lieferfahrzeuge mit Plastikplanen entsprechend

der Ware in zwei unterschiedliche Temperaturzonen

unterteilt. Für die Auslieferungstouren

werden je nach Größe der anzufahrenden Filialen die

23 Lastwagen oder die 86 Lastzüge eingesetzt,

über die Prudent verfügt. „Wir liegen sehr verkehrsgünstig

zwischen zwei Autobahnen, und wir

beliefern von hier aus ein Viertel Frankreichs“,

erläutert Dominique Prudent stolz. Der Standort

ist aber auch insofern vorteilhaft gelegen, weil

es hier viele Lebensmittelproduzenten mit renommierten

Marken gibt.

Frische als tagtägliche

Herausforderung

Vor allem ist die Gegend für ihr Geflügel, besonders

die Bresse- oder Loué-Hühner, bekannt,

aber auch für die vielen Sorten Käse, die in den Regionen

Burgund und Franche-Comté oder in den

nahen Alpen produziert werden. Außerdem gibt

es hier viele gute Schlachthöfe und Fleischverarbeitungsbetriebe

sowie Molkereien und Betriebe

für Milchprodukte. Zumeist sind es ebenfalls mittelständische

Unternehmen, deren Inhaber oder

Direktoren Dominique Prudent häufig schon seit

vielen Jahren kennt und zu denen es ein enges

Vertrauensverhältnis gibt. Überhaupt steht bei

ihm der persönliche Kontakt mit den Menschen –

ob Mitarbeiter, Kunden oder Partner – an erster

Stelle. „Logistik ist für mich ein leichter Beruf “,

meint er und spielt dabei bewusst die viele Arbeit,

die er in sein Unternehmen gesteckt hat und

weitersteckt, in den Hintergrund. „Ich habe

Die dreisprachige Kinderkrippe des Betriebs

ist nicht nur als Hilfe für die eigenen Mitarbeiter

und vor allem Mitarbeiterinnen gedacht,

sondern auch ein Angebot an die in der Nähe

lebenden Einwohner.

Transports Prudent in

Zahlen

k Logistikstandort mit 10.000 m² überbauter

Fläche und 9 ha Baugrundreserve

k 2012: Umsatz 35 Mio. EUR

k 420 Mitarbeiter

k Fuhrpark mit 23 Lkws (19 t), 86 Zugmaschinen

und 94 Trailern

k rund 100 verschiedene Liefertouren in ganz

Ostfrankreich (¼ des Territoriums Frankreichs)

k Fernlinien bis Perpignan im Süden und

Paris-Rungis im Norden

trailerforum 21


Rubrik

In der Kühlhalle von Transport Prudent werden rund um die Uhr und an sechs von sieben Tagen der Woche die von den Herstellern angelieferten Produkte für die Ausliefertouren

für den Handel zusammengestellt.

das Glück gehabt, dass ich viele Dinge

machen konnte. Ich war der Zeit immer

etwas voraus.“ So hat er nicht nur eine eigene

Lkw-Werkstatt eingerichtet, die auch

anderen Unternehmen offensteht, sondern

zum Beispiel eine Kinderkrippe und

Vorschule eröffnet, wo mehr als 40 Kinder

in Französisch, Englisch und Spanisch

betreut und unterrichtet werden. Die

20 Angestellten kommen aus zehn verschiedenen

Ländern. „In unserer Gegend

steht man früh auf und geht spät schlafen“,

erklärt er. Darum ist die Kindereinrichtung,

die nicht nur von den eigenen Mitarbeitern

genutzt werden kann, sondern

genauso von Familien aus der Umgebung,

von 6 Uhr morgens bis 20 Uhr abends geöffnet.

Obwohl der Tarif derselbe ist wie

bei öffentlichen Betreuungsinstitutionen,

ist die Krippe nicht defizitär. „Wir decken

gerade die Kosten, aber sozial ist das ein

echtes Gewinnunternehmen“, erklärt Dominique

Prudent stolz. „Ich will damit ja

auch kein Geld verdienen, sondern den

Familien und vor allem den Frauen helfen.

Das beweist, dass man Sozialarbeit auch

auf freundliche Art machen kann.“ Dieses

Engagement für die Menschen ist sicher

der Hauptgrund, warum Dominique, wie

ihn fast alle Mitarbeiter hier nennen, so

beliebt ist. Sie bewundern aber auch seine

Arbeitskraft, seinen Einsatz, seine schnelle

Entscheidungsfähigkeit und sein phänomenales

Gedächtnis. Einer macht darauf

aufmerksam, dass der Patron keinen

Computer hat: „Er hat alles im Kopf.“

Seit drei Jahrzehnten ist Dominique

Prudent nun schon einer der Vorreiter für

Kühltransport und -logistik für den Handel,

aber er ist überzeugt, dass es noch

viel zu tun gibt, beispielsweise für mehr

Umweltverträglichkeit im Transport oder

bei der rationellen Belieferung der Städte.

Wenn die Sprache auf die Technik der

Fahrzeuge und Trailer kommt, gerät Dominique

Prudent in Fahrt. Die werde

sich in den nächsten Jahren noch einmal

erheblich weiterentwickeln, ist er überzeugt.

Aber dabei ist es seiner Meinung

nach wichtig, dass nicht alle Technologien,

die neu entwickelt wurden, auch alle

in die Fahrzeuge eingebaut werden. „Wir

stehen vonseiten unserer Kunden unter

starkem Kostendruck. Dementsprechend

dürfen unsere Fahrzeuge nicht zu luxuriös

sein.“ Zusätzliche technische Ausstattungen

könne man nicht in dem Maße in

Rechnung stellen, wie man es eigentlich

müsste. „An die Hersteller appelliere ich

somit: Macht uns keine Ferrari, sondern

Zugmaschinen und Trailer, die solide sind

und die reibungslos funktionieren. Das

muss reichen, denn nur dafür sind unsere

Kunden bereit zu zahlen.“

Prudent setzt nicht

nur bei der Technik

auf Vielfalt

Bei Transports Prudent gebe es zwei

Arten von Fahrern: Die, die ihre tägliche

Liefertour von durchschnittlich 400 Kilometern

fahren und abends nach Hause

zurückkommen, brauchen keinen Lastzug,

der ein Vermögen wert ist. „Wer dagegen

mehrere Tage unterwegs ist, der

soll auch einen Lastzug mit Komfort haben,

damit bin ich durchaus einverstanden.“

Weniger sei oft mehr und vor allem

preiswerter, und das zähle gerade bei

kleinen und mittleren Unternehmen, die

scharf kalkulieren müssen, um bestehen

Fotos: JP GLATIGNY

22 trailerforum | International


zu können. „Auch den Leuten von Krone

habe ich gesagt: Macht preiswerte Trailer,

lasst weg, was man weglassen kann.

Wie bei den Zugmaschinen gibt es heute

technische Raffinessen, die kompliziert

sind, die man in der Praxis gar nicht ausnutzt

und die man auch nicht unbedingt

braucht.“ Das sei wie beim Telefon, da

nutze man auch längst nicht alle Funktionen,

die existieren. Die Konkurrenz auf

dem Markt werde immer schärfer, und

wer da bestehen und die Kosten unter

Kontrolle halten will, müsse auch bei der

Anschaffung der Technik konsequent auf

ein optimales Verhältnis zwischen Qualität

und Preis achten. Darum sollten die

Hersteller mehr die Leute aus der Transportpraxis

nach ihrem Bedarf fragen und

auf sie hören, und nicht nur auf die Ingenieure.

Sowohl bei Zugmaschinen wie bei

Trailern setze er auf verschiedene Marken.

Vielfalt sei ihm sehr wichtig, nicht

nur im eigenen Leben und in der Ausrichtung

des Unternehmens, sondern

nicht zuletzt auch bei der Anschaffung

neuer Technik. Für die Trailer von

Krone habe er sich entschieden, weil sie

technisch dem entsprechen, was er gesucht

hat, und nicht zuletzt, weil er den

Generaldirektor von Krone Frankreich seit

vielen Jahren kennt und schätzt. „Das ist

deutsche Technik und die ist zuverlässig,

so wie mein Auto – auch eine deutsche

Marke, der ich nun schon 15 Jahre

treu bin.“

Die Praxis habe gezeigt, dass die Entscheidung

für Krone-Trailer richtig war.

„Wir sind sehr zufrieden. Sie sind robust

und zuverlässig. Wir werden bestimmt

wieder welche ordern.“ Lkws und Zugmaschinen

werden bei Prudent in der Regel

alle vier Jahre ersetzt, Trailer nach acht

Jahren oder noch später, wenn sie beispielsweise

beim ausschließlichen Einsatz

für Obst und Gemüse weniger beansprucht

waren und noch in relativ gutem

Zustand sind. „Wir nutzen die Trailer so

lange wie möglich, zum Schluss oft nur

noch als Reserve“, meint Dominique Prudent.

Voraussetzung sei natürlich, dass

sie technisch noch in Ordnung sind und

den Anforderungen, etwa hinsichtlich

Lärmvermeidung oder Temperaturaufzeichnung,

entsprechen. „Meinen Beruf

übe ich mit Leidenschaft aus. Unsere

Kunden sind zufrieden mit uns, sie haben

keinen Grund zu wechseln“, stellt Dominique

Prudent zusammenfassend fest.

Aber mittelständische Unternehmen

wie seines müssten sich gegenüber den

großen Gruppen behaupten. „Wir haben

Ideen, während die das Geld haben.

Aber vor allem haben wir gute Mitarbeiter,

Leute von Qualität, darunter viele

junge Menschen.“ Er sei jetzt 54 Jahre

alt und stelle sich manchmal die Frage,

was aus seinem Unternehmen werden

soll, zumal er Junggeselle ist und keine

Kinder hat. „Ich habe noch viele Ideen,

aber ob ich die Zeit haben werde, sie

zu verwirklichen, weiß ich nicht.“ Vielleicht

werde es irgendwann einmal unausweichlich

sein, sich einer größeren

Gruppe anzuschließen, um den Weiterbestand

des Unternehmens zu sichern,

überlegt Prudent. Doch vorläufig lebt

und arbeitet er mit Volldampf – „so als ob

sein Tag 30 Stunden hätte“, wie ein Mitarbeiter

bewundernd feststellt.

Auf der Suche nach

immer neuen Herausforderungen

Vom Frühjahr bis zum Herbst gehört

sein ganzer Einsatz dem Betrieb und nebenher

dem zwei Kilometer entfernten

Als zusätzliche Herausforderung zu seiner Arbeit als Unternehmer züchtet

Dominique Prudent, der aus einer Bauern- und Gärtnerfamilie stammt, auch

Limousin-Fleischrinder und die berühmten Bresse-Hühner.

Zur Person

Dominique Prudent (54) ist Gründer, Leiter und Alleininhaber des Transport-

und Logistikunternehmens Transports Prudent. 1982 hat er die auf Kühlgut

spezialisierte Firma gegründet, nachdem er 1981 in Louhans als Fahrer für

die Lebensmittelgruppe Gervais-Danone angefangen hatte. Inzwischen ist

daraus ein leistungsfähiges und bei seinen Kunden angesehenes Unternehmen

geworden, das als Bindeglied und Dienstleister für die Lebensmittelindustrie

und für den Handel tätig ist. Den Betrieb hat Dominique Prudent so gut organisiert,

dass die Firma in den Wintermonaten, wenn er als Skilehrer arbeitet, auch ohne ihn

läuft. Außerdem telefoniert er dann täglich mit seinen Managern, und bei Bedarf

kommt er zwischendurch auch mal kurz runter ins Tal. Als Ausgleich zur täglichen

Arbeit und in Erinnerung an seine Kindheit und Jugend – sein Großvater war Bauer,

sein Vater Gemüsegärtner – hat sich Dominique Prudent ganz in der Nähe des

Betriebs einen Hof aufgebaut, wo er mit einigen Mitarbeitern 300 Mastrinder der Rasse

Limousin und 15.000 Bresse-Hühner hält. Früher hat er auch Fußball gespielt,

und heute ist er immerhin noch Präsident des Fußballklubs Louhans-Cuiseaux.

Bauernhof, den er sich in Erinnerung an

seine Kindheit und Jugend aufgebaut hat.

„Doch im Winter, von Dezember bis April,

bin ich in Courchevel Skilehrer.“ Skilaufen

hat er erst vor 20 Jahren, mit Mitte 30, gelernt.

Doch dann hat es ihn gepackt: Er

wollte auch zur Elite der weltbekannten

Skischule Courchevel 1850 gehören und

hat nicht lockergelassen, bis er das 2002 erreicht

hat. Noch eine Herausforderung, die

er angenommen und bestanden hat. „Ich

habe wirklich viel gemacht und erreicht“,

stellt er fest. „Aber das Beste in meinem Leben

ist doch die Kinderkrippe.“

International | trailerforum 23


PortrÄt

Projekt Kopernikus

Erster Sein

Aufgrund seiner Ausbildung zum Speditionskaufmann wollte Bodo Engler eigentlich keine

eigene Flotte haben. Heute umfasst sein Fuhrpark über 300 Fahrzeuge und wächst weiter –

weil er erfahren hat, dass es sich lohnen kann, Erster zu sein.

F

ür den Wunsch, auf eigenen Beinen

zu stehen, sei das Finanzielle nicht

entscheidend gewesen, sagt Bodo

Engler, Geschäftsführer und Inhaber der

dls Land und See Speditionsgesellschaft

in Siek bei Hamburg. Ausschlaggebend

waren die Selbstständigkeit der Eltern

und der daraus erwachsene Wunsch,

ebenfalls allein zu entscheiden. Den

Schritt in die Selbständigkeit wagte er

1986, nachdem er in anderen Unternehmen

schon „ziemlich früh“ in leitenden

Positionen tätig war. Doch auch vor

27 Jahren haben Markt und Wettbewerber

nicht unbedingt auf Newcomer gewartet –

es sei denn, sie hatten etwas Besonderes zu

bieten. Und das hatte Bodo Engler, denn

im Osten, wo andere nur Risiken sahen,

sah er die Chancen. Er kannte nicht nur die

Warenströme und setzte auf deren Entwicklungsmöglichkeiten,

er konnte auch

gut mit den Menschen im damaligen Ostblock

umgehen. „In die DDR und nach Polen

wollte kaum einer fahren“, sagt Engler.

Also machte er es. Er nutzte seine guten

Verbindungen zu VEB Deutrans, der internationalen

Spedition der DDR, und

setzte sie als Frachtführer ein.

Die zweifache Wende. „Irgendwann

kamen die Kunden und wollten, dass wir

die Transporte mit eigenem Equipment

durchführen. Aber aufgrund meiner Ausbildung

wollte ich keine eigenen Lkws

haben.“ Doch die Möglichkeit, mit einem

eigenen Fuhrpark mehr Leistungen anbieten

zu können, brachte die gedankliche

Wende. Und als dann die Mauer fiel,

war dls das erste Unternehmen mit einer

eigenen Repräsentanz in den neuen Bundesländern

und in Polen – noch vor den

großen Wettbewerbern. Und wer zuerst

kommt, mahlt auch zuerst. Den Spezialisten

von Deutrans machte er das Angebot,

in sein Unternehmen zu wechseln.

„Alle, die seinerzeit Ja gesagt haben, sind

heute noch bei uns beschäftigt“, erzählt

Engler voller Stolz.

Weiter gen Osten. Mit den Kunden expandierte

auch das Unternehmen, wobei

dls oft der Vorreiter war. Wenn Engler die

Frage bejahte, dass man dort Geschäfte

machen könne, nutzten seine Kunden

24 trailerforum | PORTRÄT


Lo

Am 27. September wurde der Trailerzug Kopernikus, die neueste Innovation von Bodo Engler, feierlich in Krefeld getauft.

Fotos: Schöning Fotodesign, Stefan Bungert

die Chancen. So expandierte dls Schritt

für Schritt nach Osten. Von Polen ging

es zunächst in die baltischen Staaten,

dann nach Weißrussland. Zum zehnjährigen

Jubiläum des Unternehmens wurden

Stützpunkte in Gdingen und Moskau

gegründet, die weitesten Touren führen

heute bis nach Kasachstan. „Dass wir in

diesen Ländern Erfolg haben, verdanken

wir auch unserer Geradlinigkeit“, erklärt

Bodo Engler. „Unsere Kunden wissen,

dass unsere Leute vor Ort sauber arbeiten,

wir müssen ja auch entsprechende

Erklärungen abgeben.“ Einmal

hätten seine Lkws tagelang an einer

Grenze warten müssen, bis die Zollbeamten

eingesehen hätten, dass sie von

dls keine „Aufmerksamkeiten“ erwarten

könnten.

Just in time. Auch bei zwei anderen

Themen hat dls Maßstäbe gesetzt. „Wir waren

die Ersten, die für Transporte aus dem

Osten Termine zugesagt haben“, sagt Bodo

Engler. Güter, die per Bahn transportiert

werden, kämen in der Regel innerhalb von

10 bis 14 Tagen am Bestimmungsort an.

„Wir nehmen die Ware am Tag A an und

liefern am Tag C aus.“ dls war auch das

erste Unternehmen, das seinen Kunden

ein Vorladesystem angeboten habe. An

den Trailer-Drehscheiben in Krefeld und

Warschau werde dafür entsprechendes

Equipment bereitgehalten.

„Die Frauenquote ist für uns kein

Thema.“ May-Britt Schrader, die Tochter

des Inhabers, ist der temperamentvolle

Beweis dafür. Seit 2004 arbeitet die

gelernte Speditionskauffrau und DAV-

Absolventin im Unternehmen und leitet

heute den gesamten operativen Bereich.

Frauen in Führungspositionen seien bei

dls selbstverständlich: „Unsere Niederlassung

in Potsdam wird von einer Frau

geleitet, und bis auf die Leitung besteht

auch unsere Russlandabteilung nur aus

Frauen.“ Die männlichen Gesprächspartner

hätten gehörigen Respekt vor ihnen,

erläutert May-Britt Schrader mit einem

Lächeln. Das Standing der Frauen könne

man in einem Satz der Niederlassungsleiterin

in Polen zusammenfassen, die

schon als Praktikantin bei dls begonnen

Sie harmonieren nicht nur geschäftlich, sondern auch privat: Bodo Engler und seine

Tochter May-Britt Schrader.

hatte: „Wir haben dem Wettbewerb das

Fürchten beigebracht.“ Angesichts dieser

Power könnte Bodo Engler sich eigentlich

zufrieden zurücklehnen, was aber

PORTRÄT | trailerforum 25


60 neue Krone-Trailer für Kopernikus

Getreu seiner Philosophie „Wer den Spuren anderer folgt, wird niemals Erster sein“ hat Bodo Engler zwei Jahre an seinem Konzept

gearbeitet. Es gebe bereits intermodale Verkehre nach Polen, erklärt er, aber die würden fast nur Container transportieren.

Seine internationalen Kunden aus den Branchen Chemie, Papier und Lebensmittel hätte die Kombination von ökologischen und

finanziellen Vorteilen bei gleicher Liefergeschwindigkeit überzeugt. So rechnen sich auch die Investitionen, die dls getätigt hat.

Zur Person

May-Britt Schrader (34)

leitet den gesamten

operativen Bereich des

Unternehmens. Als eine

Berufsberaterin ihr empfahl,

Diätassistentin zu werden,

entschied sie sich spontan, ins

väterliche Unternehmen einzusteigen.

Eine Entscheidung,

die sie noch keine Minute bereut

hat, auch wenn ihr Handy

niemals ausgeschaltet wird.

nicht seinem Naturell entspräche. Lieber

konzentriert er sich auf die strategische

Weiterentwicklung des Unternehmens

und das Projekt Kopernikus.

Premiere im intermodalen Verkehr

nach Polen. Am 27. September 2013

nahm die neueste Innovation von dls

ihren Liniendienst auf: ein Zug von

635 Metern Länge, bestehend aus einer

Lokomotive und 18 Doppeltaschenwaggons,

die in einer Fahrzeit von

23 Stunden 36 Trailer von Krefeld nach

Warschau transportieren. Die erste

Rückreise hat Kopernikus – so der Name

des neuen Dienstes – am 2. Oktober angetreten.

Der Zug wird nur von dls befrachtet

und hält nur ein einziges Mal in

Frankfurt/Oder, um den Lokführer zu

wechseln. Mit Kopernikus schlage dls

mehrere Fliegen mit einer Klappe, erläutert

Bodo Engler. Die weite Strecke werde

von der Straße auf die Schiene verlagert,

was nicht nur die CO 2 -Belastung verringere,

sondern auch auf elegante Weise

alle bestehenden Lkw-Fahrverbote für

Sonn- und Feiertage umgehe. Darüber

hinaus können höhere Nutzlasten transportiert

und insgesamt die Kosten gesenkt

werden. Das alles soll dazu beitragen,

dass das Unternehmen seine Position behaupten

kann: the number one in Eastern

Europe.

Fotos: Schöning Fotodesign, Stefan Bungert, Ralf Klingsieck

Kopernikus auf der Haus-Knipp-Eisenbahnbrücke bei der Jungfernfahrt nach Warschau.

26 trailerforum | PORTRÄT


Nachgefragt

... bei Jean-Paul Mayronneinc

»Eine neue Steuer

verschlechterT die Beziehungen«

Das Thema, das die Fuhrunternehmer in Frankreich derzeit am meisten beunruhigt, ist die

Lkw-Ökosteuer, die sie ab dem 1. Januar kommenden Jahres zahlen müssen und die ihnen

das Leben noch schwieriger zu machen droht. Jean-Paul Mayronneinc, Generalbeauftragter

der französischen Nationalen Union des Kühltransports (UNTF), bringt den Stand der Dinge

auf den Punkt.

J

ean-Paul Meyronneinc ist viel

beschäftigt und pendelt ständig

zwischen dem Sitz der UNTF auf

dem Großmarkt Rungis und seinem Pariser

Büro. Zwischen zwei Terminen hat

er uns einige Fragen beantwortet.

trailerforum: Was genau ist die Lkw-

Ökosteuer und welches Ziel verfolgt sie?

Jean-Paul Meyronneinc: Die Lkw-Ökosteuer

ist eine Abgabe auf Straßentransportfahrzeuge

mit einem Gewicht von

über 3,5 Tonnen, die die Nationalstraßen

und die von den Departements verwalteten

Landstraßen Frankreichs nutzen –

ein Netz, das insgesamt 15.000 Kilometer

umfasst. Ziel ist es, Gebühren auf die

Benutzung von Straßen zu erheben, die

bisher kostenlos waren. Das ist also das

Prinzip der Internalisierung der externen

Kosten. Man erwartet Einnahmen in Höhe

von 1,2 Milliarden Euro pro Jahr. Davon

kommen 800 Millionen Euro der Agentur

für die Finanzierung der Transportinfrastrukturen

(AFITF) zugute, 150 bis 200 Millionen

Euro den örtlichen Verwaltungen

für die Instandhaltung der Straßen, und

150 Millionen Euro dienen der Finanzierung

des Systems selbst, das durch das private

Konsortium Ecomouv verwaltet wird.

Warum wurde das Inkrafttreten der

Steuer mehrmals verschoben und nun

auf den 1. Januar 2014 festgesetzt?

Es gibt zwei große Probleme. Das erste

ist technischer Art. Bei den Tests traten

zahlreiche Fehler auf. Zudem gibt es

auch organisatorische Probleme. Sämtliche

Fahrzeuge müssen in einer zentralen

Datenbank registriert sein, doch dies

ist derzeit für nur etwa 60.000 der insgesamt

600.000 französischen Fahrzeuge

und der 200.000 ausländischen Fahrzeuge

der Fall.

Doch gibt es nicht auch finanzielle Bedenken

seitens der Transporteure?

Die Kosten für die Transporteure sind je

nach Region sehr unterschiedlich. Wir

stehen vor einem wahren finanziellen

Schock, denn für die Transportunternehmen

bedeutet dies je nach Verkehrsaufkommen

zwischen vier bis fünf und sieben

bis acht Prozent mehr Selbstkosten.

Versuchen die Verlader nicht, sich dieser

Mehrkosten zu entledigen, indem sie die

Gebühren neu aushandeln?

Der Mechanismus des pauschalen Aufschlags

für den Kunden ist unabhängig

vom Mechanismus der Gebührenberechnung

für den Transport selbst. Dadurch

wird es Transportunternehmen geben,

die eine höhere Pauschale auf die Rechnung

setzen werden, als sie selbst an Ökosteuer

zu zahlen hatten, und andere, bei

denen es weniger ist. Insgesamt gleicht

sich das jedoch aus. Es stimmt, dass viele

Auftraggeber den tatsächlichen Preis der

Ökosteuer kennen und nur diesen zahlen

wollen. Es ist sehr schwierig, im Voraus

zu wissen, wo genau ein faires Gleichgewicht

liegt. Für Komplettladungen ist

das relativ einfach, jedoch sehr viel komplizierter

für Sammelguttransport oder

Stückgutverkehr.

Denken Sie, dass die Steuer zur Folge haben

wird, dass wieder mehr Lkws auf die

Autobahn zurückkehren?

Ja, es wird eine Verlagerung auf die Autobahnen

geben. Seit Jahren haben viele

Transportunternehmen die Autobahnen

und ihre Gebühren gemieden. Wenn die

Nationalstraßen nun ebenfalls kostenpflichtig

sind und in etwa den gleichen

Preis kosten, dann sollte man lieber die

Autobahn nutzen: Das ist schneller und

sicherer. Es gibt auch einen positiven

Effekt: Man hört jetzt immer häufiger

Überlegungen zur Bündelung und Optimierung

der Transporte, und das geht

ganz in Richtung des Grenelle-Umweltschutz-Gipfels.

Zur Person

Jean-Paul Meyronneinc (51)

ist seit 2008 Generalbeauftragter

der französischen

Nationalen Union des

Kühltransports (UNTF). Er

hat Recht, Volkswirtschaft

und politische Wissenschaften

studiert; anschließend

arbeitete er als Journalist und

Chefredakteur bei verschiedenen

Fachzeitschriften. Von

2003 bis 2008 war er in einem

Beratungsunternehmen tätig.

Außerdem unterrichtete er als

Beigeordneter Professor für

Logistik an der Pariser Hochschule

Conservatoire National

des Arts et Métiers.

Nachgefragt | trailerforum 27


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