Sommer 2013 - Tischlein Deck dich

tischlein.ch

Sommer 2013 - Tischlein Deck dich

Sommer 2/13

Tischlein deck dich wird unterstützt von Prodega/Growa/Howeg,

Coop und der Ernst Göhner Stiftung.

Tischlektüre

Gemeinsam gegen die

Lebensmittelverschwendung

Seite 3

Detailhandel will sich

verstärkt bei Lebensmittelhilfen

engagieren

Seite 4

Zwei Wege – ein Ziel

Seite 6

Vertrauen Sie Ihren

Sinnen


Liebe Leserin, lieber Leser

Die Mitglieder der Interessensgemeinschaft Detailhandel Schweiz

(IG DHS) – namentlich Coop, Migros, Manor und Denner – stehen

vor Abschluss einer Branchenlösung. Sie möchten sich verstärkt

gegen die Nahrungsmittelverschwendung engagieren. Geplant ist,

dass diese Detailhändler die beiden Lebensmittelhilfen Schweizer

Tafel und Tischlein deck dich mit Produkten und finanziell unterstützen,

so wie es Coop seit 2005 tut. Damit wird eine vorbildliche Branchenlösung

erzielt (siehe Beitrag auf Seite 3).

Seit vielen Jahren arbeitet Tischlein deck dich mit der Partnerorganisation Schweizer

Tafel zusammen. Im Interview auf Seite 4 erläutern unser Geschäftsführer, Alex Stähli,

und Daniela Rondelli, Geschäftsführerin der Schweizer Tafel, die Gemeinsamkeiten und

Unterschiede der beiden Organisationen, die Zusammenarbeit sowie die Pläne, um noch

mehr Lebensmittel vor der Vernichtung zu retten.

Detailhandel will sich

verstärkt bei Lebensmittelhilfen

engagieren

Zwei Wege – ein Ziel

Vertrauen Sie Ihren Sinnen

Auch in Tavannes werden

die Tische gedeckt

Neues aus der

Tischlein deck dich-Welt

Impressum

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Zu guter Letzt: Kennen Sie die Unterschiede zwischen «zu verbrauchen bis», «mindestens

haltbar bis» und «zu verkaufen bis»? Wir stellen fest, dass viele Konsumenten die

Bedeutung der unterschiedlichen Datierungen auf Lebensmitteln nicht verstehen. Sie

interpretieren beispielsweise das Mindesthaltbarkeitsdatum so, dass sie ein Produkt

nach Ablauf dieses Datums entsorgen sollten. Aus diesem Grund landen viele Produkte

im Abfall, die eigentlich noch geniessbar wären. Ungeöffnete und korrekt gelagerte

Lebensmittel sind durchaus über dieses Datum hinaus haltbar. Wir bringen Licht in den

Datendschungel und zeigen auf, was hinter diesen Begriffen steckt (Seite 6).

Geniessen Sie den Sommer!

Herzlichst

Caroline Schneider

Kommunikationsleiterin

Feedback erwünscht

Gerne nehmen wir Anregungen,

Wünsche und Rückmeldungen zur

Tischlektüre entgegen. Email an:

caroline.schneider@tischlein.ch

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Detailhandel will sich verstärkt

bei Lebensmittelhilfen engagieren

Neu werden neben Coop auch Migros, Denner und Manor

als Vertreter der Interessensgemeinschaft Detailhandel

Schweiz (IG DHS) die Lebensmittelhilfen unterstützen.

Sie schlagen damit gleich zwei Fliegen mit einer Klappe:

Einerseits engagieren sie sich im Kampf gegen die Lebensmittelvernichtung,

andererseits unterstützen sie damit auch

bedürftige Menschen.

Coop ist seit 2005 als einziger aktiver Partner zugleich Sponsor und

Produktspender bei der SchweizerTafel als auch bei Tischleindeck

dich. Die Spenden von Coop helfen den beiden Organisationen,

einerseits die laufenden Betriebskosten zu decken, andererseits

die Hilfstätigkeiten in der ganzen Schweiz auszubauen. Nun hat

Coop dieses pionierhafte Modell in die IG DHS eingebracht und

weitere Detailhändler mit an Bord geholt.

Gemeinsam gegen die Lebensmittelvernichtung

Die Interessensgemeinschaft Detailhandel Schweiz (IG DHS) vertritt

die Anliegen des Detailhandels in der Öffentlichkeit und in

der Politik. Im Verbund der IG DHS haben sich die Vertreter entschieden,

eine gemeinsame Lösung für nicht mehr verkäufliche

aber noch geniessbare Lebensmittel, die in ihren Filialen anfallen,

zu finden. Die Mitglieder Coop, Migros, Manor und Denner

möchten eine Branchenlösung ins Leben rufen. Sie dehnen das

Coop­Modell auf die Vertreter der IG DHS aus. «Immer mehr

Unternehmen erkennen die Notwendigkeit, auf freiwilliger Basis

soziale und ökologische Belange in ihre Tätigkeit zu integrieren. Wir

freuen uns über dieses vorbildliche Bestreben», sagt Alex Stähli,

Geschäftsführer von Tischlein deck dich.

Die Branchenlösung ist ein Meilenstein

Dank dieser Branchenlösung werden noch mehr Filialen in die Verteiltouren

der Lebensmittelhilfen integriert. Sie soll dazu beitragen,

dass eine noch grössere Menge Lebensmittel vor der Vernichtung

gerettet wird und gleichzeitig mehr armutsbetroffene Menschen

von dieser Unterstützung profitieren können. An allen Stationen

der Nahrungsmittelkette fallen Überschüsse an: in der Produktion,

der Verarbeitung, im Handel und in den Privathaushalten.

Diese Mengen kumulieren sich zu vielen Tonnen. «Es braucht das

Bewusstsein für das wertvolle Gut Lebensmittel. Solche verbindlichen

Branchenlösungen sind ein mustergültiger Schritt zur

Eindämmung von Lebensmittelüberschüssen», sagt Stähli.

Ein Blick in die Zukunft

Es ist noch Potenzial vorhanden, um bestehende Überschüsse

besser umzuverteilen. «Wir wünschen uns, dass sich noch weitere

Detailhändler an dieser Branchenlösung orientieren. Und dass

dieses Modell auch in anderen Branchen, wie z.B. in der Lebensmittelindustrie,

Schule macht», hofft Stähli.

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Zwei Wege – ein Ziel

Die Schweizer Tafel und Tischlein deck dich haben es sich

zur Aufgabe gemacht, möglichst viele Lebensmittel vor der

Vernichtung zu retten und diese an Menschen in Not zu

verteilen. Das Ziel beider Organisationen ist dasselbe. Die

Wege sind unterschiedlich. Im Interview sprechen Daniela

Rondelli, Geschäftsleiterin von Schweizer Tafel, und Alex

Stähli, Geschäftsführer von Tischlein deck dich, über die

Stärken ihrer Organisationen, die Zusammenarbeit und

ihre Visionen.

Mit Daniela Rondelli und Alex Stähli sprach Caroline Schneider.

Die Schweizer Tafel und Tischlein deck dich verfolgen das

gleiche Ziel, nämlich einwandfreie Lebensmittel vor der

Vernichtung zu retten und an Bedürftige zu verteilen.

Worin unterscheiden sich die beiden Organisationen?

Daniela Rondelli: Die Schweizer

Tafel ist ein Projekt der Stiftung

für Hoffnung für Menschen in

Not, die nach dem amerikanischen

Vorbild von «City Harvest» und der

«Berliner Tafel» aufgebaut und

organisiert ist. Seit 2001 holen wir

mit unseren Kühlfahrzeugen Lebensmittel

mehrheitlich beim Detailhandel ab und verteilen sie

an rund 500 soziale Institutionen wie Notunterkünfte, Gassenküchen,

die Heilsarmee und andere Institutionen, welche sich

um bedürftige und benachteiligte Menschen kümmern. Wir sind

in 11 Regionen der Schweiz tätig.

Alex Stähli: Unser konfessionell und politisch unabhängiger

Verein ist 1999 aus der Wirtschaft entstanden. Sprich Tischlein

deck dich wurde aus der damaligen Bon appétit Group heraus

gegründet, zu der unser langjähriger Partner Prodega/Howeg

gehörte. Wir sammeln nicht mehr verkäufliche, einwandfreie

Lebensmittel mehrheitlich bei Produzenten, Herstellern und

Grossisten ein. Die Produkte lagern wir – auch gekühlt und

tiefgekühlt – an unseren sechs Logistikplattformen. Von dort

aus beliefern wir wöchentlich 85 Abgabestellen, wo freiwillig

Mitarbeitende die Lebensmittel direkt an unsere Kunden – ausschliesslich

Privathaushalte – verteilen.

Wo liegen die Stärken Ihrer Organisation?

Daniela Rondelli: Wir sind mit unseren 31 wendigen Kühlfahrzeugen

sehr flexibel. Wir fahren Detailhandelsfilialen an und

holen täglich 14,6 Tonnen Lebensmittel – hauptsächlich Frischprodukte

– ab, die wir in Kisten von Hand be­ und entladen. Diese

werden gleichentags an soziale Institutionen verteilt. Unsere

Stärke liegt im schnellen Transport und Umschlag. Wir haben

jedoch praktisch keine Lagermöglichkeiten.

Alex Stähli: Wir sind flächendeckend

in der ganzen Schweiz tätig.

Unsere Fahrzeugflotte umfasst 16

Kühlfahrzeuge mit Hebebühnen.

Dies ermöglicht uns, Grossabholungen

zu tätigen. Wir fokussieren

vor allem auf die Abholungen bei

der Lebensmittelindustrie (Hersteller

und Produzenten). Die Lebensmittelsicherheit sowie die

kontrollierte und direkte Abgabe der Lebensmittel an von Armut

Betroffene stehen bei uns im Zentrum. Dies gewährleisten wir

einerseits mit unserem ISO 9001:2008 zertifizierten Prozessmanagement.

Andererseits trägt auch die Zusammenarbeit mit

rund 700 Sozialfachstellen in der ganzen Schweiz dazu bei:

Diese kümmern sich um die Abgabe der Bezugskarte, die jeweils

ein Jahr gültig ist.

Die beiden Lebensmittelhilfe-Organisationen verstärken

ihre Zusammenarbeit. Wie sieht diese konkret aus?

Alex Stähli: Die Zusammenarbeit zwischen unseren Organisationen

besteht seit vielen Jahren. Wir tauschen Produkte untereinander

aus – unbürokratisch und flexibel. Wir verstärken den

Produktaustausch systematisch und schaffen weitere Synergien.

Daniela Rondelli: Wir nutzen die Stärken der jeweiligen Organisation.

So baut die Schweizer Tafel die Abholungen beim

Detailhandel weiter aus und beliefert vor allem in grösseren

Städten die Abgabestellen von Tischlein deck dich oder deren

Plattformen. Im Kanton Graubünden und im Tessin, wo wir

nicht aktiv sind, leistet Tischlein deck dich im Gegenzug die

Abholungen beim Detailhandel.

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Alex Stähli: Mit der verstärkten Zusammenarbeit werden wir

effizienter und können so gemeinsam noch mehr Lebensmittel

vor der Vernichtung retten. Zudem können wir die Versorgungssicherheit

erhöhen, weitere Abgabestellen eröffnen und damit

noch mehr Menschen in finanzieller Not helfen.

Wie sieht die künftige Entwicklung der beiden Lebensmittelhilfen

aus?

Alex Stähli: Wir verstehen uns als zwei eigenständige Organisationen,

die sich ihre Stärken zu Nutze machen und tagtäglich

kooperieren. So wird Tischlein deck dich seine Tätigkeit vermehrt

auf die Industrie und die Hersteller ausrichten und der Schweizer

Tafel weitere Filialen des Detailhandels abtreten. Die Schweizer

Tafel wird sich verstärkt auf den Detailhandel konzentrieren

und kann Grossspenden aus der Industrie Tischlein deck dich

überlassen, weil wir sie abholen und lagern können.

Daniela Rondelli: Bereits heute beliefert die Schweizer Tafel in einzelnen

Regionen die Abgabestellen von Tischlein deck dich. Dies

soll nun gesamtschweizerisch vereinheitlicht werden. So wird

die Schweizer Tafel Produktspender von Tischlein deck dich und

umgekehrt. Wir stimmen die Abläufe gegenseitig ab, erarbeiten

gemeinsame Qualitätsvereinbarungen und suchen jeweils nach

der besten Lösung in den verschiedenen Regionen. Das heisst,

dass die Abgabestellen und Plattformen von Tischlein deck dich

fix und standardisiert in unsere Tourenplanung integriert werden.

Rechtsform Stiftung Verein

Fokus der

Produktspender

Detailhandel

Hersteller, Produzenten, Grossisten

Unterstützt Soziale Institutionen (rund 500) Privatpersonen (13’000 pro Woche)

Tätig in

11 Regionen: Aargau, Basel, Bern,

Freiburg, Luzern, Neuenburg, Solothurn,

Ostschweiz, Waadtland, Wallis, Zürich

der ganzen Schweiz mit 85 Abgabestellen

Lager

wenig

6 Logistik­ resp. Umschlagplattformen

in Winterthur, Grenchen, Basel, Chur,

Cadenazzo, Baar

Menge verteilter

Lebensmittel im 2012

3’670 Tonnen 2’450 Tonnen

Anzahl Kühlfahrzeuge 31 16

Zertifizierung Keine ISO 9001:2008

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Vertrauen Sie Ihren Sinnen

In Schweizer Privathaushalten landen jährlich fast 900

Millionen Kilogramm noch geniessbare Lebensmittel im

Abfall. Einer der Gründe dafür ist, dass wir uns eher auf

die auf dem Produkt aufgedruckten Daten als auf unsere

eigenen Sinne (schauen, riechen, schmecken) verlassen.

Hinzu kommt, dass vielen die Unterschiede zwischen den

Daten nicht klar sind.

«zu verbrauchen bis»

(vom Gesetz her gefordert)

Das Verbrauchsdatum gibt den Zeitpunkt an,

bis wann ein Lebensmittel verzehrt werden soll.

Dieses Datum wird vor allem bei mikrobiologisch leicht verderblichen

Produkten aufgedruckt, die zwingend gekühlt werden

müssen. Hierbei handelt es sich z.B. um Hackfleisch, Geflügel,

Fisch, vorverpackten Frischconvenience (Schnittsalate, Früchte

etc.) und andere sensitive Nahrungsmittel. Nach Ablauf dieses

Datums sollten Sie das entsprechende Lebensmittel nicht mehr konsumieren,

da gesundheitliche Beeinträchtigungen möglich sind.

«mindestens haltbar bis»

(vom Gesetz her gefordert)

Das Mindesthaltbarkeitsdatum ist eine Qualitätsgarantie

des Herstellers. Unter angemessenen

Aufbewahrungsbedingungen behält das Produkt bis zum aufgedruckten

Datum seine spezifischen Eigenschaften. Nach Ablauf

des Mindesthaltbarkeitsdatums sind diese Produkte grundsätzlich

weiterhin geniessbar. Es kann jedoch zu Einbussen bei Geruch,

Geschmack, Aussehen oder Inhaltsstoffen (z.B. Vitamingehalt)

kommen. Als Faustregel gilt daher: Probieren Sie das Produkt und

beurteilen Sie Geruch, Geschmack, Konsistenz und Erscheinung.

Ist es einwandfrei, steht dem Verzehr nichts im Wege.

Aktuell sind Abklärungen im Gange, ob Lebensmittelhilfen

Produkte, die das Mindesthaltbarkeitsdatum

überschritten haben, verteilen können, da diese weiterhin

geniessbar und unbedenklich sind.

«zu verkaufen bis»

Dieses Datum wird von einigen Detailhandelsketten

zusätzlich auf Frischproduktverpackungen

angebracht. Es dient den Mitarbeitenden im Verkauf

zur Lagerbewirtschaftung, so dass diese Produkte rechtzeitig

verkauft oder aussortiert werden können. Meistens wird

der Preis dieser Waren am besagten Datum oder kurz vorher

herabgesetzt. Diese Datierung ist eine freiwillige Angabe der

Detailhändler und gesetzlich nicht vorgeschrieben.

Kein Datum

Frisches Obst und Gemüse, Essig, Salz, Zucker, Kaugummi, Glacé

in Kleinpackungen und Lebensmittel, welche zum Konsum innerhalb

von 24 Stunden abgegeben werden, brauchen keine

Datierung. Wenn das Produkt Ihren Ansprüchen genügt, geniessen

Sie es!

Das Wichtigste in Kürze

• Halten Sie sich an die Datierung «zu verbrauchen bis».

Bewahren Sie die Produkte unter den auf der Verpackung

angegebenen Bedingungen auf.

• Prüfen Sie Produkte mit überschrittenem «mindestens

haltbar bis»­Datum mit all Ihren Sinnen! Sind sie noch gut,

geniessen Sie diese.

• Das «zu verkaufen bis»­Datum ist vom Gesetz her nicht

vorgeschrieben. Es dient vor allem zur Lagerbewirtschaftung

im Verkauf.

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Auch in Tavannes werden die Tische gedeckt

Tavannes – eine 3500-Seelen-Gemeinde im Berner Jura

zwischen Moutier und Tramelan – eröffnete am 7. Mai

2013 die achte Abgabestelle von Tischlein deck dich in der

Romandie. So ländlich die Gemeinde auf den ersten Blick

erscheinen mag; sie ist ein wichtiger Knotenpunkt in dieser

Region. Deswegen erstaunt es mich nicht, dass Tischlein

deck dich gerade hier gelandet ist.

Von Martina Beranek*

Die neue Abgabestelle wird im Saal der katholischen Kirchgemeinde

eingerichtet. Deren Präsident, Bernard Bichsel, zeigt

sich zufrieden mit dem Engagement, das dank der Initiative der

Abgabestellenleiterin Annelyse Schaller und der Koordinatorin

für Tischlein deck dich im Jura, Sonja Eberhard, zustande gekommen

ist. Annelyse flitzt zum wiederholten Mal in ihrer leuchtend

orangen Kurzarmbluse an mir vorbei und begrüsst alle Freiwilligen

persönlich. Ihr geschäftiges Temperament überträgt sich auf die

Anwesenden. Es herrscht eine herzliche Atmosphäre, die Luft

vibriert. Annelyse strahlt: «Ich finde es sehr schön, dass wir hier

nicht nur intakte Lebensmittel vor dem Abfall bewahren, sondern

gleichzeitig bedürftige Menschen unterstützen.» Was jetzt noch

fehlt, sind die Lebensmittel und der Geschäftsführer Alex Stähli.

Die Lebensmittel kommen

Und da! Alex Stähli fährt mit dem Kühlfahrzeug zum Hintereingang

des Saals. Bevor es aber ans Entladen und Bereitstellen

der Lebensmittel geht, werden die freiwilligen Helfer nach einer

herzlichen Begrüssung umfassend in ihre Aufgaben eingeführt.

Alex Stähli geht auf die Handhabung der Produkte und der Bezugskarte

ein. Alle hören gespannt zu, denn für die meisten der

hier rund 25 Anwesenden ist das alles

neu. Eine der Helferinnen, Chantal,

hat sich in Delémont die Abgabestelle

zeigen lassen und freut sich nun, dass

sie hier in Tavannes helfen kann. Sie

zwinkert mir zu: «Ich liebe den Kontakt

mit Menschen. Zudem gehört das

Teilen zu meinem Charakter.»

Chantal freut sich auf den

Kontakt mit den Menschen.

Die Freiwilligen sind zufrieden mit dem Eröffnungstag in Tavannes.

Und dann wird zugepackt

Nach der theoretischen Einführung geht es ans Entladen des

Kühlwagens. Es tauchen Lebensmittel in bestem Zustand auf.

Heute sind es Kartoffeln, Brot, Kekse, Salat, Tiefkühl­Lauch,

aber auch Schokolade, unterschiedliche Säfte und vieles mehr.

Alles wird auf den Tischen angeordnet und zur Abgabe bereit

gemacht. Annelyse erteilt letzte Ratschläge und beantwortet

Fragen. Sie hilft den Freiwilligen auszurechnen, wie viel von

welchem Produkt jeder der rund fünfzehn erwarteten Bezüger

mitnehmen kann: Ziel ist es, dass am Schluss nichts liegen bleibt.

Schweizweites Netzwerk

Während die letzten Vorbereitungen vor dem Eintreffen der

Bezüger laufen, erklärt mir Alex Stähli die Strategie von Tischlein

deck dich: «Wir möchten ein schweizweites Netzwerk aufbauen

und fokussieren daher nicht nur auf Ballungszentren, sondern

auch Zentrumsgemeinden wie Tavannes. Dabei sind die

lokale Verankerung und der Goodwill ansässiger Personen

und Institutionen ebenso wichtig wie unser Beitrag in Sachen

Organisation und Logistik. Bei einer Neueröffnung finde ich

es immer wieder berührend zu sehen, wie viele Menschen sich

freiwillig engagieren.»

Positive Bilanz

Und dann treffen die ersten Bezüger ein und werden von den

Helfern mit Produkten eingedeckt. Mit vollen Taschen und zufriedenem

Gesichtsausdruck gehen sie nach einer Weile wieder.

Kinder hüpfen strahlend mit goldenen Lindt­Osterhasen durch

den Kirchgemeindesaal. Und auch die Freiwilligen strahlen nach

einer Stunde Zufriedenheit aus: Fünfzehn Bezüger­Familien

sind gekommen und fast alle Lebensmittel konnten abgegeben

werden. Das Team ist guter Dinge für nächste Woche.

* Martina Beranek, Eidg. dipl. PR-Fachfrau,

www.online-offline.ch

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Neues aus der Tischlein deck dich-Welt

Suyana Stiftung übernimmt

die Patenschaft für

die Abgabestelle Altdorf

Die Suyana Stiftung hat sich entschieden, die Abgabestelle

Altdorf während drei Jahren zu unterstützen. Die Stiftung setzt

sich für die Bekämpfung von Armut ein. Dabei legt sie Wert auf

die Stärkung von Familien, Gemeinden und Organisationen aus

ländlichen Regionen.

«Die direkte und unkomplizierte Unterstützung bedürftiger

Menschen durch Tischlein deck dich hat uns überzeugt», sagt

Yvonne Imholz, Geschäftsleiterin der Suyana Stiftung. Nach

einem Besuch an der Abgabestelle stellt Imholz fest: «Ich bin

beeindruckt, wie kompetent die freiwillig Mitarbeitenden mit

Menschen aus verschiedenen Schichten und Kulturen umgehen.

Der Kontakt zu den Freiwilligen geht für viele Betroffene über

die reine Lebensmittelhilfe hinaus».

Die Suyana Stiftung ist von der Notwendigkeit überzeugt, der

Vernichtung von qualitativ einwandfreien Lebensmitteln entgegenzuwirken.

Mit dem Konzept der sinnvollen Umverteilung

leistet Tischlein deck dich einen wichtigen Beitrag. «Dank dem

durchdachten Ablauf und der effizienten Organisation haben wir

die Gewissheit, dass unsere Spende dort ankommt, wo sie dringend

gebraucht wird»,

sagt Imholz. Durch

die Übernahme einer

Patenschaft wird das

Motto der Stiftung,

Menschen Hoffnung

auf eine bessere Zukunft

zu bringen, perfekt

erfüllt.

www.suyana.org

Neue Abgabestellen:

Abgabestelle Hinwil (ZH): eröffnet am 12. März 2013

Abgabestelle Tavannes (BE): eröffnet am 7. Mai 2013

Abgabestelle Walenstadt (SG): eröffnet am 5. Juni 2013

Abgabestelle Schwamendingen (ZH): eröffnet am 5. Juni 2013

Adieu Doris!

Doris Elsässer, unsere Leiterin Warendisposition

und Services, hat sich

entschieden, eine neue Herausforderung

ausserhalb unserer Organisation

anzunehmen. Bei Tischlein deck dich

hat sie unsere Produktspender gehegt und gepflegt und vieles in

Bewegung gebracht. Wir danken ihr für ihr tolles Engagement.

Alles Gute, liebe Doris!

Impressum

Verlag: Verein Tischlein deck dich

Rudolf Diesel­Strasse 25

8405 Winterthur

info@tischlein.ch

Telefon 052 557 95 05

www.tischlein.ch

Spendenkonto: PC 87­755687­0

Redaktion: Caroline Schneider

Vorstand:

Beat Curti, Präsident des Vereins Tischlein deck dich

Daniel Böhny, Vorsitzender der Geschäftsleitung Prodega/Growa/Howeg

Transgourmet Schweiz AG

Lukas Niederberger, Geschäftsleiter Schweizerische Gemeinnützige Gesellschaft

Annina Policante, Abgabestellenleiterin St. Gallen und freiwillige Mitarbeiterin

Samuel Sägesser, ehemaliger Geschäftsführer von Tischlein deck dich

Freiwilligenteam der Abgabestelle Altdorf

Für unsere Abgabestellen vergeben wir laufend Patenschaften und Teilpatenschaften!

Nehmen Sie mit uns Kontakt auf: caroline.schneider@tischlein.ch

oder 052 557 95 16.

Lektorat: Online Offline Kommunikation, Binningen

Erscheinungsweise: vierteljährlich

Nächste Ausgabe: September 2013

Auflage: 6’000 Ex (d, i, f).

Das Abonnement kostet 5 Franken im Jahr und ist für

Mitglieder, Gönnerinnen und Gönner im Beitrag enthalten.

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