Klimawandel im Offenland und Wald

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Klimawandel im Offenland und Wald

Klimawandel im Offenland und Wald

Klimawandel

Einleitung

Deutschland

Thüringen und Rhön

Herbert Michel, Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft, Dermbach 07.10.2010


Ursachen des

Klimawandels

‣ Ein anthropogener Einfluss wird als gesichert angesehen,

da sich der rezente Temperaturanstieg als einmaliger

Vorgang der letzten 10000 Jahre darstellt

‣ Der anthropogene Einfluss besteht im erhöhten Ausstoß

klimarelevanter Gase (CO 2 , CH 4 , NO 2 , FCKW); z.B. CO 2 -

Gehalt von 280 ppm (1800) auf 370 ppm (2000) gestiegen

(höchster Gehalt seit 400000 Jahren)

‣ Es gibt aber auch natürliche Ursachen für den

Klimawandel: Vulkanismus, Änderung der solaren

Strahlungsflussdichte, Wechselwirkungen im Klimasystem

(El-Niño)

Herbert Michel, Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft, Dermbach 07.10.2010


Globaler Klimawandel

‣ Der Temperaturanstieg im 20. Jahrhundert betrug

global 0,6°C, in Deutschland 0,9°C (globales

Temperaturmittel ca. 15°C)

‣ Der Niederschlag hat weltweit zugenommen, in Teilen

von Europa (östlicher Mittelmeerraum) drastisch

abgenommen. In Deutschland Zunahme im Winter und

Abnahme im Sommer

‣ Prognosen für die nächsten 100 Jahre: Zunahme der

Temperatur um 1,4°C ...5,8°C (je nach Modell und

Parametern)

Herbert Michel, Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft, Dermbach 07.10.2010


Herbert Michel, Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft, Dermbach 07.10.2010


Herbert Michel, Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft, Dermbach 07.10.2010


Globaler Temperaturanstieg (°C) an der Erdoberfläche von 1900 bis 2100

Anstieg je nach Szenario und Schwankungsbreite zwischen 0,6 °C und 6,4 °C

Herbert Michel, Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft, Dermbach 07.10.2010


Erwarteter Temperaturanstieg in

Deutschland bis 2100

Optimistische Prognose ca. 1,5 °C Anstieg bis 2100 gegenüber heute

Pessimistische Prognose ca. 3 °C Anstieg bis 2100 gegenüber heute

Aber schon ca. 1 °C Anstieg heute gegenüber Mittel 1961 bis 1990

Herbert Michel, Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft, Dermbach 07.10.2010


Modelgrundlagen zur Klimaprojektion für Thüringen und die Rhön

Globales Klimamodell ECHAM 5

Regionales Klimamodel WETTREG

Szenario A1B

- starkes Wirtschaftswachstum

- Maximum der Weltbevölkerung Mitte des 21. Jahrhunderts

- schnelle Einführung neuer und effizienter Technologien

- globale Welt: zunehmende Angleichung kultureller, sozialer und

technologischer Unterschiede

- ausgewogene Mischung von fossilen und nicht-fossilen Energieträger

Herbert Michel, Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft, Dermbach 07.10.2010


Entwicklung der Dekadentemperaturen (°C) in der Rhön

91-00 21-30 31-40 41-50 Differenz

Frühjahr 6,5 7,0 7,5 8,2 1,7

Sommer 15,1 15,0 15,4 15,8 0,7

Herbst 6,5 6,0 6,3 7,0 0,5

Winter -1,1 -0,6 0,3 0,7 1,9

Jahr 6,8 6,9 7,4 7,9 1,2

Herbert Michel, Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft, Dermbach 07.10.2010


Entwicklung der Dekadenniederschläge (mm) in der Rhön

91-00 21-30 31-40 41-50 Differenz

Frühjahr 239,1 262,9 269,3 221,6 -17,5

Sommer 295,7 250,5 240,9 237,8 -57,9

Herbst 287,7 256,1 205,8 217,9 -69,8

Winter 300,3 293,5 290,7 306,9 6,6

Jahr 1122,8 1062,9 1006,7 984,1 -138,7

Herbert Michel, Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft, Dermbach 07.10.2010


Entwicklung der Dekadenverdunstung (mm) in der Rhön

91-00 21-30 31-40 41-50 Differenz

Frühjahr 170,3 187,1 199,8 215,3 45,0

Sommer 286,3 328,6 341,6 351,0 64,7

Herbst 88,9 94,5 106,0 101,1 12,3

Winter 35,6 39,7 43,7 43,3 7,7

Jahr 581,0 649,9 691,1 710,7 129,7

Herbert Michel, Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft, Dermbach 07.10.2010


Entwicklung der Dekadenwerte der Klimatischen

Wasserbilanz (mm) in der Rhön

91-00 21-30 31-40 41-50 Differenz

Frühjahr 68,8 75,7 69,5 6,3 -62,5

Sommer 9,5 -78,1 -100,7 -113,2 -122,6

Herbst 198,9 161,7 99,8 116,7 -82,1

Winter 264,7 253,8 247,0 263,6 -1,1

Jahr 541,8 413,1 315,6 273,4 -268,3

Herbert Michel, Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft, Dermbach 07.10.2010


Auswertung Kenntage

• Kenntage – Unter- bzw. Überschreitung von

relevanten Schwellenwerten

• Bezugsbasis Dekaden 1991bis 2000 und 2041

bis 2050

• Sommertage - Maximumtemperatur =>25 °C

• Heiße Tage - Maximumtemperatur =>30 °C

• Frosttage - Minimumtemperatur


Vergleich der mittleren Anzahl der Sommertage (T max

>25 °C) pro Jahr

zwischen den Dekaden 1991 bis 2000 und 2041 bis 2050

Rhön 3 bis 9 Tage

Thüringen 2 bis 15 - Mittel 10 Tage

Herbert Michel, Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft, Dermbach 07.10.2010


Vergleich der mittleren Anzahl der heißen Tage (T max

>30 °C) pro Jahr

zwischen den Dekaden 1991 bis 2000 und 2041 bis 2050

Rhön 0 bis 2 Tage

Thüringen 0 bis 4 - Mittel 2 Tage

Herbert Michel, Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft, Dermbach 07.10.2010


Vergleich der mittleren Anzahl der Frosttage (T min


Vergleich der mittleren Anzahl der Eistage (T max


Vergleich des mittleren Vegetationsdauer (Tage) zwischen den Dekaden

1991 bis 2000 und 2041 bis 2050

Rhön 22 bis 27 Tage

Thüringen 11 bis 36 - Mittel 24 Tage

Herbert Michel, Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft, Dermbach 07.10.2010


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Dauergrünland und Klimawandel

Dr. Hans Hochberg, TLL

Dauergrünland besteht aus einer Vielzahl von Pflanzengesellschaften, die komplex auf die

Boden-Witterungsverhältnisse und Nutzung reagieren

Die Artenzusammensetzung und -vielfalt bewirkt eine besondere Anpassungsfähigkeit an sich

ändernde Wachstumsbedingungen

Artenzusammensetzung und Artenanteile reagieren dynamisch auf den Witterungsverlauf

Dauergrünland begegnet dem Klimawandel mit ständiger, dynamischer Anpassung, wobei

folgende generelle Tendenzen abgeleitet werden können:

Auf Magerrasenstandorten mit unausgeglichener Wasserversorgung im Verlaufe der

Vegetationsperiode wird es zur Konkurrenzverschiebung zugunsten wärmeliebender Arten

kommen. Damit ist keine Beeinträchtigung der artenreichen Magerrasen der Rhön zu

erwarten, vorausgesetzt, die regelmäßige Nutzung wird aufrechterhalten.

Auf produktivem, gut wasserversorgtem Dauergrünland ist

- mit einer Verschiebung und Verkürzung des Entwicklungsverlaufes, d.h., im ersten Aufwuchs

mit noch kürzeren optimalen Nutzungszeitspannen und noch früherem Nutzungstermin, zu

rechnen.

- eine Förderung des Graswachstums infolge ansteigender CO2-Gehalte der Atmosphäre, vor

allem in den Frühjahrs- und Herbstaufwüchsen, zu erwarten.

- andererseits mit Ertragsdepressionen bzw. -ausfällen der Vorsommer- bzw. Sommeraufwüchse

infolge von Dürre-/Hitzeperioden zu rechnen.

Fazit: Die tatsächlichen Auswirkungen auf die Grünlandpflanzenbestände im Detail sind bisher

völlig unzureichend erforscht.


Zusammenfassung

Änderungen in der Dekade 2041/50 gegenüber der Dekade 1990/00

Mäßiger Temperaturanstieg von 1,2 °C im Jahresmittel

Rückgang der Jahresniederschläge um 139 mm, besonders im Sommer und Herbst

Anstieg der Verdunstung um 130 mm, besonders im Frühjahr und Sommer

negative Klimatische Wasserbilanz im Sommer von -122 mm, sonst positiv

Längere Vegetationsdauer von 22 bis 27 Tagen

Rückgang der Schneetage um 19 bis 25 Tage

Probleme mit der Wasserversorgung im Sommer möglich, da Böden den

Niederschlagsüberschuss vom Winter nicht ausreichend speichern können.

Herbert Michel, Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft, Dermbach 07.10.2010

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