18.09.2014 Aufrufe

LinuxUser Neue Desktops (Vorschau)

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ASCII Art: Die besten Tools

für die Buchstabenkunst S. 58

QPxTool: Optische Datenträger

auf Herz und Nieren prüfen S. 72

Thesauri: Geschliffener Stil

dank freiem Wörterbuch S. 88

10.2014

ASCII ART • DTP • KNOTTER • PC-BSD • SYSDIG • THESAURI • NEUE DESKTOPS

Schlanker, schicker, schneller, moderner, innovativer: GUI-Geheimtipps für den Alltag

NEUE DESKTOPS

Budgie: Schlichte Eleganz

auf Basis von Gnome S. 24

Equinox: Flotter Unterbau

für den Minimalisten S. 28

Hawaii: Wegweisend mit

Wayland und Weston S. 32

Mezzo: Alternative auf

WebKit-Grundlage S. 36

Tiling-Window-Manager

im direkten Vergleich S. 18

Desktop Publishing mit Inkscape und Scribus

Flyer für den Offsetdruck entwerfen, gestalten und professionell finalisieren S. 44

Mehr Privacy für Chrome S. 76

Löcher in Googles Webbrowser abdichten

Top-Distris

auf zwei

Heft-DVDs

PC im Griff mit Sysdig S. 80

Allrounder für die Systemdiagnose

10

www.linux-user.de

EUR 8,50 EUR 9,35 sfr 17,00 EUR 10,85 EUR 11,05 EUR 11,05

Deutschland Österreich Schweiz Benelux Spanien Italien 4 196067 008502 10


Editorial

In eigener Sache

Sehr geehrte Leserinnen und Leser,

„Pánta chorei kaì oudèn ménei“, lässt

Platon den Heraklit im „Kratylos“ sagen:

Alles bewegt sich fort und nichts bleibt.

Beispiele dafür kennt jeder aus dem täglichen

Leben. Der fahrbare Untersatz

kommt in die Jahre und muss einer Neuanschaffung

weichen. Die Stadtwohnung

gerät allmählich zu eng, ein Umzug

in ein Häuschen auf dem Land steht

an. Nach Jahren auf der selben Arbeitsstelle

wird es Zeit für die Suche nach einem

neuen Tätigkeitsfeld.

Manche dieser Veränderungen empfindet

man als angenehm oder sogar

aufregend, andere lösen eher gemischte

Gefühle aus. Eindeutig in die letzte Kategorie

fällt es, wenn die Kinder flügge

werden und das Elternhaus hinter sich

lassen, so wie es bei meinen vier Kindern

gerade der Fall ist. In den Stolz über die

Energie und Selbstständigkeit des Nachwuchses

mischt sich eine gewisse Melancholie

über den vermeintlichen Verlust.

Dabei bringt die anfangs als schmerzlich

empfundene Veränderung auf lange

Sicht in Wirklichkeit Gewinn: Die Familie

wächst um die Lebenspartner der Kinder

und hoffentlich schon bald um Enkel,

und tatsächlich stellt erst dieser Wandel

die Konsistenz der Familie in die nächste

und übernächste Generation sicher. „Das

Leben gehört dem Lebendigen an, und

wer lebt, muß auf Wechsel gefasst sein“,

so hat das Goethe einmal trefflich auf

den Punkt gebracht.

Sie dürften schon ahnen, worauf ich hinaus

will: Wie Sie sicher Anfang September

den Meldungen auf Linux-Magazin.

de , Pro-Linux , Golem und vielen

anderen IT-Portalen entnommen haben,

verlassen nach über 20 Jahren die

deutschsprachigen Magazine und Websites

von Linux New Media ihr Elternhaus

bei der Medialinx AG . LinuxUser,

Linux-Magazin, EasyLinux und all ihre

analogen und digitalen Ableger gehören

schon bald zur Familie der Fürther

Computec Media GmbH – vorbehaltlich

der Zustimmung des Kartellamts.

„Und was ändert sich jetzt?“, lautet unvermeidlich

die erste Frage auf die Nachricht

von einem derartigen Wechsel, die

auch prompt in etlichen Leserkommentaren

zu den zitierten Nachrichtenmeldungen

auftaucht. Der Redaktion haben die

Patriarchen unseres neuen Mutterhauses

schon eine Antwort darauf gegeben: Sie

lobten uns für die bisherige Arbeit und

wünschen, dass wir sie ungebrochen fortsetzen.

Ergo: Für Sie als Leser ändert sich

durch die geänderten Besitzverhältnisse

nichts; wir stellen weder Hefte noch

Dienste ein, alles bleibt beim Gewohnten.

Zumindest fast: Zufällig etwa zeitgleich,

jedoch völlig unabhängig vom

Verlagswechsel greifen zwei Änderungen,

die ich Ihnen hier noch kurz vor-

Jörg Luther

Chefredakteur

stellen möchte: Zum einen haben wir

die Preise für unsere digitalen Ausgaben

und das entsprechende Abo deutlich

gesenkt – schauen Sie mal im Impressum

auf Seite 102 oder gleich unter

Medialinx-Shop.de nach. Und wenn Sie

sich jeden Monat schon vorab über die

Themen des kommenden Hefts informieren

wollen, dann bestellen Sie doch

einfach einmal probehalber auf Linux-

User.de unseren komplett runderneuerten,

schicken monatlichen E-Mail-Newsletter

– falls sie nicht ohnehin schon zu

dessen 6500 Abonnenten gehören.

Herzliche Grüße,

Weitere Infos und

interessante Links

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10.2014 www.linux-user.de

3


10

58

Buchstaben und Ziffern zu ASCII

Art zusammenzusetzen, ist eine

komplexe Angelegenheit – es sei denn, Sie

haben die passenden Tools zur Hand.

Arch per Mausklick auf die Platte

12 bannen – diesen Wunsch vieler

Anwender macht Evo/Lution zur Realität.

76

Googles Webbrowser wirft mit Benutzerdaten

förmlich um sich. Mit

einigen Privacy-Addons für Chrome stellen

Sie die Plaudertasche aber schnell ruhig.

Heft-DVD

PC-BSD 10 . .................... 6

BSD gilt als Unix-Derivat für Kommandozeilen-Geeks.

Dabei gibt es in Form von PC-BSD

auch auf dem Desktop eine gute Figur ab.

Evo/Lution . ................... 12

Arch Linux lässt sich nur unter vergleichsweise

hohem Aufwand auf die Platte bannen und

lauffähig konfigurieren. Evo versucht, Ihnen

diese Arbeit weitestgehend abzunehmen.

Aktuelles

News: Software ............... 16

Datei-Volltextsuche Docfetcher 1.1.11,

Verschlüsselungsfrontend Luksus 1.6,

Kalender- und Terminverwaltung TDJ3 0.2,

Crossplatform-IRC-Client Weechat 1.0

Schwerpunkt

Tiling-WMs im Vergleich . ....... 18

Tiling-Window-Manager verteilen die Fenster

nach dem Kachel-Prinzip und reizen so den

Platz auf dem Desktop optimal aus. Doch die

Effizienz hat ihren Preis: Das Konzept erfordert

ein gewisses Maß an Gewöhnung.

Budgie Desktop . .............. 24

Ein schlanker Desktop muss nicht notwendigerweise

auf einer abseitigen Grundlage basieren.

Der schlichte, aber dennoch elegante

Budgie Desktop bedient sich ungeniert in

der Gnome-Welt, bringt aber dennoch nur

wenig auf die Waage und glänzt durch hohe

Benutzerfreundlichkeit.

Schwerpunkt

Equinox . ..................... 28

Das Equinox Desktop Environment verlässt

die ausgetretenen Pfade von GTK oder Qt

und setzt stattdessen voll und ganz auf das

FLTK-Toolkit. Das Resultat: EDE begnügt sich

bereits mit 128 MByte Arbeitsspeicher und

ist somit ideal für Fans musealer Hardware.

Hawaii . ...................... 32

Das Gespann Hawaii/Maui nimmt Sie in einer

virtuellen Maschine mit auf eine gefahrlose

Zeitreise in die Zukunft des Desktops und

macht Sie mit Wayland und Weston bekannt.

Mezzo ....................... 36

Mit einem äußerst innovativen Konzept reduziert

das auf WebKit als Renderer basierende

Mezzo die Bedienschritte in der Benutzerschnittstelle

auf ein absolutes Minimum.

105

Zu den Schmankerln von

Knoppix 7.4 zählt neben

einer Unmenge neuer Software-Versionen

auch eine Funktion,

die automatisch den

64-Bit-Kernel bootet, wenn sie

im System einen passenden

Prozessor entdeckt.

Linux BBQ „Cream“ . ........... 40

Wenn selbst die kleinen Desktops noch zu

groß sind, lohnt ein Blick auf einen Fenstermanager.

Davon hält die Live-Distribution

Linux BBQ nicht weniger als 76 Stück bereit.

4 10.2014


Das altgriechische thesauros bedeutet

eigentlich „Schatz“. Trotz-

88

dem muss ein Thesaurus nicht teuer sein:

Freie Wörterbücher wie Kthesaurus oder

Wiktionary können problemlos mit ihren

kommerziellen Gegenstücken mithalten.

28

Das gertenschlanke Equinox

eignet sich ideal als Grundlage

für maßgeschneiderte Desktops und spielt

speziell auf älteren PCs und schwachbrüstigen

Rechnern seine Stärken voll aus.

36

Das innovative Mezzo kombiniert

vertrautes Look & Feel mit ausgefeilten

Bedienkonzepten und reduziert damit

den Arbeitsaufwand des Benutzers.

Praxis

Desktop Publishing. ............ 44

Mit Inkscape und Scribus erstellen Sie bei

Bedarf hochwertige Druckvorlagen für die

Weiterverarbeitung im Offsetdruck.

OpenTeacher. ................. 52

Die fächerübergreifend einsetzbare Lernsoftware

OpenTeacher steigt mit einem

interessanten Konzept in den Ring.

ASCII Art. ..................... 58

ASCII Art blickt als Kunstform auf eine lange

Geschichte zurück. Mit den richtigen Tools fabrizieren

auch Sie fantasievolle Darstellungen

nicht nur für die Ausgabe im Terminal.

Knotter. ...................... 64

Mit Knotter gestalten Sie mit wenigen Klicks

komplexe Flechtmuster im keltischen Stil.

Leo Editor. .................... 68

Programmierer und Webdesigner müssen

eine Vielzahl von Informationen zentral

verwalten. Der Leo Editor nimmt sich dieses

Problems auf äußerst pfiffige Weise an.

QPxTool ...................... 72

Nichts ist ärgerlicher als Datenverluste beim

Brennen. QPxTool stellt die Harmonie zwischen

Laufwerk und Rohling sicher.

Netz&System

Chrome-Privacy. ............... 76

Google Chrome telefoniert nur allzu gern

nach Hause. Mit den entsprechenden

Addons unterbinden Sie jedoch das unerwünschte

Übermitteln von Daten.

Sysdig. ....................... 80

Viele Diagnose-Tools nutzen eine spezielle

Syntax, was den Umgang erschwert und die

Ausgabe unübersichtlich macht. Das clevere

Sysdig vereint die wichtigsten Werkzeuge

unter einer einheitlichen Oberfläche.

68

Als klassischer Outliner eignet

sich der in Python geschriebene

Leo Editor nicht für den Einsatz als IDE,

sondern daneben auch zum Sammeln und

Konsolidieren von Informationen aller Art.

Know-how

Xclip steuern .................. 84

Nicht jeder Fenstermanager bringt ein

eigenes Programm für das Verwalten der

Zwischenablage mit. Abhilfe schafft ein Eigenbau:

Mit Zenity steuern Sie komfortabel

das überall verwendbare Xclip via Skript.

Freie Thesauri ................. 88

Erst die gewandte Sprache verleiht einem

Text den richtigen Schliff, die nötigen Anregungen

dazu liefert ein passendes Wörterbuch.

Wer kommerzielle Thesauri meiden

will, der findet in der Welt der freien Software

erstklassige Alternativen.

Service

Editorial. ...................... 3

IT-Profimarkt. ................. 96

Impressum. .................. 102

Events/Autoren/Inserenten. .... 103

Vorschau. .................... 104

Heft-DVD-Inhalt. .............. 105

10.2014

www.linux-user.de

5


Heft-DVD

PC-BSD 10

PC-BSD 10 als Desktop-System

Weltenbummler

BSD gilt als Unix-Derivat für

Kommandozeilen-Geeks.

Dabei gibt das System zumindest

in Form von PC-BSD

auch auf dem Desktop eine

sehr gute Figur ab.

Erik Bärwaldt

README

Neben Linux hat sich im Universum freier

Betriebssysteme BSD einen guten Namen

gemacht. Die Desktop-Variante PC-BSD versucht

dabei, die Endanwender mit mehr

Komfort zu locken.

Ist von freien Betriebssystemen die

Rede, denken viele an die bekannten

Linux-Distributionen wie Mint, Ubuntu,

Fedora, Mageia und allen voran Debian.

Dabei gab es auch schon vor Linux eine

quelloffene Windows-Alternative, die

insbesondere im Server-Segment einen

geradezu legendären Ruf genießt: Das

1977 vorgestellte BSD („Berkeley Software

Distribution“) erhält bis heute

ebenfalls in unzähligen Derivaten Pflege

und entwickelt sich so stetig weiter. Der

wohl bekannteste Abkömmling der

BSD-Familie ist Apples Mac OS X, das in

Teilen auf FreeBSD basiert.

Die meisten BSD-Derivate wurden ausschließlich

für den Einsatz auf Servern

konzipiert, auf denen sie eine ähnlich

ausgezeichnete Figur abgeben wie

Linux. Dabei reicht das Einsatzspektrum

vom einfachen Webserver bis hin zu ausfallsicheren

NAS-Systemen. Solche Varianten

kommen ab Werk ohne X-Window-

System und grafische Oberfläche daher.

Diese für Kommandozeilen-Geeks paradiesische

Philosophie hat bislang jedoch

der Verbreitung von BSD auf Desktop-

Systemen einen Riegel vorgeschoben.

Desktop-System

Seit 2005 erhebt dagegen PC-BSD

den Anspruch, für den Desktop optimiert

zu sein. Die im Frühjahr 2014 erschienene,

aktuelle Version 10 „Joule“ bringt

nicht nur einen grafischen Installer mit,

sondern zusätzlich mit KDE SC 4 eine

vollwertige Desktop-Umgebung. Parallel

arbeiten die Entwickler aber an einem

Eigenbau-Desktop namens Lumina .

Daneben stechen einige weitere Besonderheiten

ins Auge: So setzt das System

in der aktuellen Version einen 64-Bit-

Prozessor voraus und benötigt zur Installation

als Arbeitsplatz 50 GByte Festplattenspeicher.

Dieser ungewöhnlich hohe

Speicherbedarf resultiert aus dem Einsatz

des Dateisystems ZFS . Das Betriebssystem

erlaubt zudem nur die Installation

auf einer primären Partition.

Es empfiehlt sich, die Festplatte bereits

vor Beginn der Installation entsprechend

vorzubereiten, da PC-BSD von Haus aus

kein Werkzeug zum Partitionieren in den

Installer integriert. Als Ersatz bietet sich

das Programm GParted an, das Sie am

einfachsten über ein Live-Linux wie die

6 www.linux-user.de

10.2014


PC-BSD 10

Heft-DVD

System Rescue CD nutzen . Die umfangreiche

Dokumentation listet außerdem

eventuelle Stolpersteine auf und

gibt detailliert Auskunft auch zu bestimmten

Hardware-Komponenten .

daten für Administrator und User, und –

sofern vorhanden – der Installation des

WLAN-Zugangs.

Erster Kontakt

PC-BSD 10.0.2 „Joule“

bootfähig auf Heft-DVD

Start frei!

Das etwa 3,6 GByte große ISO-Image

von PC-BSD 10 steht auf der Website

zum Download bereit , Sie finden es

bootfähig auch auf dem zweiten Datenträger

dieser Ausgabe. PC-BSD startet in

ein optisch ansprechendes Grub-Menü,

das die Installation des Betriebssystems

anbietet. Eine Live-Variante gibt es nicht.

Falls Sie nicht sicher sind, ob das Setup

mit der Hardware klarkommt, besteht

hier die Option, eine Alternative mit

sicheren Einstellungen auszuwählen

oder die Installation im Textmodus vorzunehmen.

Im abgesicherten Modus

spricht die Software die im System vorhandene

Grafikkarte mit einem VESAkonformen

Treiber an, was oft eine niedrige

Auflösung nach sich zieht.

Nach Auswahl einer der Optionen geleitet

Sie die Routine in einen schlichten,

aber funktionalen Bildschirm. Hier stehen

nach der Auswahl der Sprache drei

Modi für die Einrichtung bereit: Außer

einem Desktop-System können Sie auch

eine Variante für einen Server auf die

Platte packen oder ein Backup zurückspielen.

Bei dem zur Auswahl stehenden

Server-System namens TrueOS handelt

es sich um ein FreeBSD mit einigen PC-

BSD-spezifischen Ergänzungen, die dem

System mehr Anwenderfreundlichkeit

verleihen sollen.

Im zweiten Schritt bietet die Routine

die Möglichkeit, die Parameter für das

Dateisystem ZFS anzupassen. Da das Installationsprogramm

von Haus aus bereits

sinnvolle Einstellungen dazu ermittelt

und vorschlägt, sollten Sie hier

nichts ändern. Anschließend packt der

Installer das Betriebssystem auf den

Massenspeicher.

Nach abgeschlossener Installation

startet der Rechner zunächst neu. Danach

kon figurieren Sie das System in wenigen

Schritten durch Anlegen eines Benutzerkontos,

die Vergabe von Zugangs-

Der Standard-Desktop von PC-BSD hält

für Linux-Nutzer kaum Überraschungen

bereit, verzichtet auf allzu aufdringliche

optische Gimmicks und bietet im konventionellen

KDE-Kickoff-Startmenü die

altbekannte Struktur.

Auf dem Desktop selbst findet sich ein

PDF mit dem über 300 Seiten umfassenden

Handbuch zum Betriebssystem und –

als erster spürbarer Unterschied zu Linux

– Starter zum AppCafe und den Systemeinstellungen

von PC-BSD. Letztere ähneln

optisch sehr stark den unter KDE

verfügbaren Tools, gehen jedoch in Bezug

auf die Funktion darüber hinaus 1 .

Mit AppCafe bietet PC-BSD ein grafisches

Frontend für das Paketmanagementsystem,

das sich analog zu den entsprechenden

Pendants unter Linux verhält,

wie YaST, Synaptic oder Muon.

1 Die wichtigsten Dialoge zum Konfigurieren des Systems finden

Sie bei PC-BSD unter einer Oberfläche vereint.

10.2014 www.linux-user.de

7


Heft-DVD

PC-BSD 10

2 AppCafe arbeitet als grafische Benutzerschnittstelle

zum Paketmanagementsystem PBI.

3 Verschiedene wichtige Hardware-Komponenten überprüfen Sie bei

PC-BSD per Mausklick auf Kompatibilität.

Wichtige Befehle

Linux

PC-BSD

lspci

pciconf

lsmod

kldstat

modprobe kldload /​

kldunload

rpm ‐i /​ dpkg ‐i pkg add

rpm ‐qa /​ dpkg ‐l pkg info

yum install pkg install

apt‐get install pkg install

rpm ‐i /​ dpkg ‐i pbi_add ‐r

fdisk ‐l

gpart show

So wie bei Linux verfügen die BSD-Derivate

über unterschiedliche Systeme zum

Verwalten der Software. PC-BSD kommt

mit dem Eigenbau PBI, der im Vergleich

zu seinen Gegenstücken unter Linux einige

gravierende Vorteile mit sich bringt:

So hängen die Pakete nicht von externen

Bibliotheken ab, sondern bringen

alle zum Ablauf eines Programms nötigen

Komponenten im Archiv mit. Konflikte

mit inkompatiblen Versionen oder

durch fehlende Bibliotheken verursachte

Probleme, wie sie unter Linux gelegentlich

vorkommen, gibt es hier nicht.

AppCafe untergliedert die Software in

Gruppen. Per Mausklick wählen Sie eine

davon aus der Liste aus. Kennen Sie den

Namen eines zur Installation anstehenden

Programms, suchen Sie dieses direkt

und packen es im Handumdrehen auf

die Festplatte 2 . Im Bereich Multimedia

bringt PC-BSD zwar für einige spezielle

Anforderungen nicht so viel Software

mit wie Linux, integriert dafür aber direkt

bei der Installation die gängigsten

Codecs und den Flash-Player. Das erlaubt

es, Filme direkt anzusehen oder

Audiodateien abzuspielen.

Eingesperrt

Mit dem Jail-Konzept erbt PC-BSD von

seinen Vorläufern die Möglichkeit, Software

abgeschottet in virtuellen Instanzen

zu betreiben. Dazu nutzen Sie das

Tool Warden, mit dessen Hilfe Sie die

verschiedenen Instanzen anlegen und

verwalten. Die einfach zu bedienende

Oberfläche erreichen Sie über Anwendungen

| System | Warden.

Da das Programm eng mit AppCafe

verzahnt ist, besteht die Möglichkeit, ein

per Warden eingerichtetes Jail im Paketmanager

zu aktivieren und anschließend

Software darin zu installieren. Dabei

kommen häufig FreeBSD-Pakete zum

Einsatz, die mit dem Ports-Paketmanage

ment arbeiten.

Das Konzept des Abschottens in einem

Jail bietet einen enormen Gewinn

an Sicherheit. Betreiben Sie Software in

einer solchen Umgebung, dann gelingt

es Schadprogrammen nicht, das gesamte

System zu kompromittieren. Ein Jail

lässt sich zudem einfacher und schneller

installieren als eine virtuelle Maschine

eines Drittanbieters, wie beispielsweise

VirtualBox.

Warden gestattet das Einrichten unterschiedlicher

Jail-Typen, unter anderem

eines Linux-Jails, das die Möglichkeit

eröffnet, beide Welten näher zusammenzubringen.

Warden bringt bereits

vorgefertigte Skripte zum Einbinden von

Linux mit. Bislang unterstützt das Programm

Gentoo und Debian in den

8 www.linux-user.de

10.2014


PC-BSD 10

Heft-DVD

32-Bit-Varianten, die PC-BSD-Entwickler

wollen aber nach und nach weitere

Linux-Distributionen aufnehmen.

Neben dem Konzept der Jails bietet

PC-BSD noch weitere Wege, um Software

aus anderen Welten zu integrieren.

So finden sich in AppCafe sowohl die

Windows-Laufzeitumgebung Wine als

auch die von Oracle gepflegte Virtual-

Box. Die Integration der Java-Laufzeitumgebung

erlaubt es außerdem, entsprechende

Applikationen zu verwenden.

Selbst alte DOS-Software läuft dank

des Emulator Dosbox, den Sie ebenfalls

über AppCafe installieren.

Applikationen

Die Vielfalt an Programmen fällt bei PC-

BSD in der Standardinstallation nicht

ganz so üppig aus wie bei großen Linux-

Distributionen. So finden Sie im Untermenü

Büroprogramme lediglich den

PDF-Betrachter Okular. Weitere Anwendungen

wie LibreOffice, Apache Open-

Office, KDEs Calligra-Bürosuite sowie die

vom Gnome-Desktop her bekannten

Applikationen Abiword und Gnumeric

installieren Sie erst bei Bedarf nach.

Speziell unter Internet und Multimedia

finden sich im Vergleich zu anderen Distributionen

mit KDE-Desktop relativ wenige

Einträge. Die Entwickler von PC-

BSD übernahmen die diversen KDE-spezifischen

Programme nur teilweise ins

System, sodass viele Applikationen, die

kaum zum Einsatz kommen, keinen Platz

auf der Festplatte belegen.

Über AppCafe installieren Sie bei Bedarf

KDE-spezifische Software oder auch

Webbrowser (hier ist lediglich Konqueror

vorinstalliert) nach. Gängige sowie

weniger bekannte Vertreter einschließlich

textbasierter Programme wie Lynx

finden Sie jedoch ebenso in den Beständen

wie die Media-Player VLC, Amarok,

Xine, Audacious oder Kaffeine inklusive

nötiger Codecs. Damit ergänzen Sie das

Untermenü Multimedia, das im ersten

Anlauf nur den schlanken UMplayer

samt Basis Mplayer und das Brennprogramm

K3b enthält.

Sehr gut bestückt mit Software zeigt

sich hingegen der Bereich System. Er integriert

neben vielen KDE-spezifischen

Programmen auch einige Applikationen

aus dem Gnome-Fundus, zudem haben

die Entwickler den Midnight Commander

eingepflegt. Als wichtige Programme

aus dem BSD-Fundus finden Sie hier

neben Warden und dem AppCafe verschiedene

Programme zum Aktualisieren

des Systems.

Eine Besonderheit stellen die PC-BSD-

Systemeinstellungen dar, die Sie über

den entsprechenden Starter auf dem

Desktop oder über das Menü Anwendungen

| Einstellungen aufrufen. Dieses

optisch eng an die KDE-Einstellungen

angelehnte Menü bietet nicht nur die

BSD-Applikationen zum Verwalten von

Software an, sondern enthält zusätzlich

viele Werkzeuge für die Konfiguration

des Desktops.

Zusätzlich offeriert das System hier

Applikationen zum Einsatz einer

Firewall. Treten in Bezug auf die Hardware

Probleme auf, so prüfen Sie mithilfe

des kleinen Tools Hardware-Kompatibilitäten

per Mausklick, ob das System

wichtige Komponenten (LAN, WLAN,

Grafikkarte und Monitor, Soundkarte)

unterstützt. Fehlen Treiber, so zeigt das

Werkzeug dies an 3 .

Finden sich keine Ursachen für auftretende

Probleme, so haben Sie die Möglichkeit,

über das Bug-Reporting-Tool

direkt Kontakt mit den Entwicklern aufzunehmen

und diesen Informationen zu

übermitteln.

Kommandos und Pfade

Unter der Haube unterscheiden sich PC-

BSD und Linux stärker als auf dem Desktop.

Zwar gibt es in der Syntax der Befehle

auf der Kommandozeile zwischen

beiden Systemen gewisse Parallelen,

doch führt PC-BSD viele neue Kommandos

ein, die größtenteils über andere

Parameter verfügen als unter Linux. Die

T abelle Wichtige Befehle listet die wichtigsten

Kommandos unter PC-BSD und

ihre Pendants unter Linux auf.

Pfade weichen oft ebenfalls voneinander

ab, und nicht zuletzt kennt PC-BSD

keine Runlevel. Ein weiterer gravierender

Unterschied zwischen beiden Betriebssystem-Welten

besteht in den Namen

der Geräte. Dies betrifft nicht nur Blockgeräte,

sondern auch andere Komponenten

wie zeichenorientierte Geräte.

Desktops

Neben dem vorinstallierten KDE-Desktop

bietet PC-BSD noch weitere Umgebungen

an. So dürfen Sie beim Anmelden

als zusätzlich vorinstallierte Oberfläche

Fluxbox auswählen. Dieser extrem

schlanke Desktop bietet zwar nicht den

Komfort von KDE, erlaubt jedoch bei wenig

RAM ein flüssiges Arbeiten.

Falls Ihnen Fluxbox zu spartanisch erscheint,

besteht die Möglichkeit, zusätzlich

den ebenfalls sehr schlanken, jedoch

komfortableren LXDE-Desktop zu installieren.

LXDE bringt wie KDE von Haus

aus eine stattliche Anzahl kleiner Applikationen

mit.

Größere Desktops, wie Mate, Gnome,

XFCE und Cinnamon stehen ebenfalls

bereit. Sie ziehen jedoch teilweise sehr

große Downloads nach sich und belegen

dementsprechend viel Speicherplatz

auf der Festplatte: Cinnamon 2.2.13

benötigt laut AppCafe ein Download-

Volumen von 2,35 GByte, Mate 1.6.0 lädt

1,14 GByte aus dem Internet herunter.

Den Vogel schießt jedoch Gnome 3.12.0

ab, das knapp 23,5 GByte Platz be-

10.2014 www.linux-user.de

9


Heft-DVD

PC-BSD 10

legt 4 . Es umfasst dabei sämtliche aktuellen

Applikationen, die mit dem

Desktop kommen.

Haben Sie mehrere Arbeitsumgebungen

installiert, so besteht die Möglichkeit,

bei der Anmeldung zwischen diesen

zu wechseln. PC-BSD ermöglicht

dies durch eine kleine Schaltfläche im

Login-Dialog.

In der Praxis

PC-BSD überzeugte im Test auf unterschiedlichen

Notebook-Modellen aus

verschiedenen Generationen mit Core 2

Duo, Core i5 und Core i7 jeweils voll und

ganz. Die Hardware-Erkennung reicht

selbst bei mobilen Systemen aktuellerer

Baureihen an Linux heran. Durch die Integration

von proprietären Firmware-

Modulen harmoniert das System außerdem

ohne umständliches Nachinstallieren

mit den berüchtigten WLAN-Karten

von Intel.

Besonders gut gefiel im täglichen Einsatz

das AppCafe mit seiner im Vergleich

zu den Linux-Pendants deutlich einfacheren

Bedienung: Dadurch, dass die

unter Linux üblichen, zahlreichen Bibliotheken

im Softwarefundus nicht auftauchen,

wirkt das grafische Frontend wesentlich

übersichtlicher und aufgeräumter

als YaST oder Synaptic. Auch die

Möglichkeit, für jede virtuelle Instanz ein

eigenes Jail zu nutzen, vereinfacht den

Umgang mit dem System.

Als Schwachpunkt fiel im Test insbesondere

die ACPI-Unterstützung bei Mobilsystemen

auf. Wie unter Linux zwingt

auch unter PC-BSD das Bemühen Microsofts,

möglichst viele Komponenten proprietär

zu halten, die Entwickler dazu,

Einstellungen für jede einzelne Komponente

zeitaufwendig und extrem mühsam

zu ermitteln.

PC-BSD zeigte im Betrieb auf Notebooks

mehrerer Elitebook-Baureihen von

HP daher Probleme bei der Anzeige des

Ladestands und mit diversen Suspendund

Hibernate-Einstellungen. Durch das

integrierte Bug-Reporting-Tool besteht

jedoch Hoffnung, dass die Entwickler

diese Probleme noch in den Griff bekommen.

Diverse Wikis und Foren nennen

hier ebenfalls Lösungswege .

Fazit

PC-BSD empfiehlt sich vor allem für lernwillige

Anwender, die ein stabiles, sehr

sicheres und ausgereiftes Desktop-System

jenseits ausgetretener Pfade suchen.

In Version 10 genügt es durchaus

dem Anspruch der Entwickler, ein vollwertiges

Desktop-System auf BSD-Basis

anzubieten. Im Vergleich zu Linux glänzt

PC-BSD vor allem durch das Jail-Konzept

sowie durch die nahtlose Integration des

Dateisystems ZFS, unter Linux aus Gründen

der Lizenz nicht möglich.

Auch als Plattform, die Software aus

unterschiedlichsten Welten zusammenführt,

hat das BSD-Derivat im Vergleich

zu Linux die Nase vorn. Defizite bestehen

jedoch noch bei der Unterstützung

einiger Hardware-Komponenten auf

Laptops sowie in einigen Software-Segmenten,

in denen Linux aufgrund seiner

größeren Entwicklerbasis starke Trümpfe

ausspielt. (agr) n

Weitere Infos und

interessante Links

4 Äußerst umfangreich fällt die Installation von Gnome aus.

www. linux‐user. de/ qr/33290

10 www.linux-user.de

10.2014


Heft-DVD

Evo/​Lution

Arch Linux mittels Evo/​Lution komfortabel installieren

Evolutionär

Die komplexe Installation

von Arch Linux schrumpft

mit der Live-CD Evo auf

wenige Klicks zusammen.

Mario Blättermann

© Lightwise, 123RF

README

Die Installation von Arch Linux gilt als

schwerer Brocken, vielleicht nur übertroffen

von jener bei Gentoo. Das braucht jedoch

nicht so zu sein: Mit Evo/​Lution installieren

Sie die Distribution, wie von den meisten

anderen Distributionen gewohnt, über eine

grafische Oberfläche.

Beim Rundblick auf die einschlägigen

Open-Source-Veranstaltungen erscheint

Arch Linux als eine der aktuell populärsten

Distributionen überhaupt. Selbst

an Infoständen, die sich anderen Distributionsprojekten

widmen, finden sich

gelegentlich Entwickler, die Arch Linux

als Arbeits- und vor allem als Entwicklungsplattform

bevorzugen. Dem gegenüber

steht ein vergleichsweise überschaubarer

Kreis von Anwendern, die

sich auf die im Vergleich zu den etablierten

Mainstream-Distributionen steinzeitlich

anmutende Installation und Konfiguration

einlassen.

Der fehlende grafische Installer hält

viele davon ab, Arch überhaupt nur auszuprobieren.

Seit geraumer Zeit schaffen

Projekte wie Chakra oder Manjaro

Abhilfe, indem sie neben der komfortablen

Installation eine sinnvolle erste Konfiguration

anbieten.

Dabei gilt es jedoch zu bedenken,

dass beide Projekte sich mit eigenen Paketquellen

und Skripten bereits ein gutes

Stück weit vom ursprünglichen System

entfernt haben und das installierte

System aufgrunddessen nicht mehr perfekte

Kompatibilität zu den originalen

Arch-Paketquellen bietet.

Die Nicht-Distribution

Hier springt das ein wenig kryptisch benannte

Evo/​Lution in die Bresche: Im

Gegensatz zu genannten Derivaten verbirgt

sich dahinter keine eigenständige

Distribution mit allem Drum und Dran, es

dient lediglich als Live-System, das mithilfe

eines grafischen Installationsprogramms

den Aufbau eines echten Arch

Linux ermöglicht. Damit bietet es genau

das, was viele Arch-Einsteiger suchen.

Die im April diesen Jahres erschienene

Version 0.9-12a gibt es ohne spezifische

Varianten für verschiedene Architekturen

in Form eines Live-Mediums, das Sie

entweder auf einen optischen Datenträ-

12 www.linux-user.de

10.2014


Evo/​Lution

Heft-DVD

Evo/​Lution 0.9-12a

LU/evo‐lution/

1 Die Entwickler geben gleich beim Start Anweisungen, wie Sie den Paket-Pool der Installation

an Ihre Wünsche anpassen.

ger brennen oder auf einem Flash-Speicher

unterbringen. Sobald Sie den Rechner

mit der Live-ISO booten, startet Evo/​

Lution in einen aktuellen XFCE-Desktop

1 , der aber nur als Arbeitsumgebung

für den Lution Installer dient. Diesen

rufen Sie über das entsprechende

Symbol auf der Arbeitsfläche auf.

Zuvor bietet Ihnen das Evo/​Lution jedoch

die Möglichkeit, ein wenig Arch-

Luft zu schnuppern. Dazu richten Sie als

Erstes über das Netzwerksymbol rechts

unten im Panel den Zugang zum Internet

ein. Anschließend lohnt sich besonders

ein Blick auf den Paketmanager

Pacman und das in Evo enthaltene grafische

Frontend PkgBrowser. Das Qt-basierte

Tool braucht den Vergleich mit

bekannten Werkzeugen wie Synaptic,

Yumex oder Muon nicht zu scheuen.

Zurück im Installer wählen Sie Deutsch

als Sprache für das installierte System

aus – der Installer selbst arbeitet jedoch

nur in Englisch. Anschließend bestimmen

Sie die Arbeitsumgebungen 2 .

Neben Gnome, XFCE, LXDE und einem

purem Openbox steht der Punkt Base

zur Wahl. Dahinter verbirgt sich eine reine

Befehlszeilenumgebung. Danach

fragt der Dialog ab, ob Sie eine Firewall

benötigen, Bluetooth-Geräte ansteuern

möchten oder Standardprogramme wie

LibreOffice installieren möchten.

Das nächste Fenster bittet um die Auswahl

des Installationstyps. Sofern Sie

nicht eine ganze Festplatte für Arch nutzen

möchten, wählen Sie den unteren

Menüpunkt aus, der in eine erweiterte

TIPP

2 Bis auf die KDE Software Compilation und Razor-qt bietet Evo/​Lution an Desktops so

ziemlich alles, was das Herz begehrt.

Möchten Sie nicht die ganze Festplatte in

einem Rechner für Arch Linux verwenden,

dann nutzen Sie das ebenfalls auf dem

Desktop verlinkte Tool Gparted, um die

entsprechende Partition einzurichten. Der

Installer bietet ebenfalls die Möglichkeit,

ist aber komplizierter zu bedienen.

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13


Heft-DVD

Evo/​Lution

Konfiguration der zu benutzenden Partitionen

leitet. Das Interface bietet die

wichtigsten Funktionen, wirkt aber wenig

funktionell. Daher empfiehlt es sich,

vor dem Öffnen des Installers Gparted

zu verwenden, dessen Starter sich ebenfalls

auf dem Desktop befindet.

Sobald Sie auf Install Now! klicken und

das Anlegen der Partitionen erlauben,

beginnt die automatische Installation.

Während Evo/​Lution im Hintergrund die

Pakete aus dem Netz zieht, fragt der Installer

noch die Zeitzone und die gewünschte

Tastaturbelegung ab. Abschließend

legen Sie noch ein Benutzerkonto

an 3 .

Der Neustart

3 Alles andere als ideal: Das Passwort des ersten Benutzers übernimmt Evo/​Lution ungefragt

auch für das Konto des Systemadministrators.

Nach einem Neustart empfängt Sie das

frisch installierte Arch-System, im Test

mit einem LXDE-Desktop 4 . Der Desktop

spricht wie gewünscht bereits

Deutsch, die Auswahl an Software ist

aber noch sehr übersichtlich. Im Dateimanager

PcmanFM fehlt etwa die Unterstützung

für Wechseldatenträger. Das

Anwendungsmenü erscheint generell

etwas dünn, so findet sich der auf der

Projektseite beworbene PkgBrowser

nicht in den Einträgen.

Zur Installation weiterer Programme

greifen Sie daher auf das Programm

pacman im Terminal zurück. Die Installation

des grafischen Frontends gestaltet

sich zudem als kompliziert, da Arch es

nicht offiziell in den Quellen führt. Sie

beziehen es stattdessen über das AUR.

Etwas heikel erscheint das Verhalten

des Bootloaders Grub: Obwohl im Test

für das System ein USB-Stick als autarkes

Ziel gewählt war, überschrieb der Installer

kommentarlos den Bootmanager auf

der ersten Platte des Systems, weil eine

Auswahlmöglichkeit schlichtweg fehlte.

Zwar gelang der Start der anderen Betriebssysteme

über den Grub auf dem

Stick, hier sollten die Entwickler jedoch

noch nachbessern.

Während der Installation fiel zudem

unangenehm auf, dass Evo/​Lution kein

Root-Passwort wissen möchte, das Passwort

des ersten angelegten Users jedoch

ohne jede weitere Erklärung für

den administrativen Account übernimmt.

Wählen Sie für diesen jedoch ein

schwaches Passwort, dann machen Sie

das System, ohne es zu wissen, für Angriffe

empfindlich.

Einen positiven Eindruck hinterlässt

die Netzwerkverwaltung: Die im Live-

4 Typisch für Arch: Evo/​Lution richtet eine unmodifizierte Desktopumgebung ohne viel

Schnickschnack ein.

Weitere Infos und

interessante Links

www. linux‐user. de/ qr/ 31448

14 www.linux-user.de

10.2014


Evo/​Lution

Heft-DVD

Modus eingegebenen Parameter finden

sich korrekt im installierten System wieder

– das WLAN im Test war sofort einsatzbereit.

Für Grundbedürfnisse wie das

Surfen im Netz und den Versand von

Mails ist das System also bestens gerüstet.

Andere Aufgaben erledigen Sie mit

ein wenig Einarbeitungszeit ebenfalls

recht einfach mit dem auf diese Weise

installierten Arch Linux.

Fazit

Natürlich rümpfen alteingesessene Puristen

jetzt die Nase, denn die bekannten

Möglichkeiten zum präzisen Definieren

von Parametern während der Archeigenen

Installation und Konfiguration

gehen bei Evo/​Lution komplett verloren.

Die recht grobkörnige und nicht unbedingt

praxisgerechte Auswahl an Paketen

erfordert entweder vor oder nach

der Installation einen nicht zu unterschätzenden

Aufwand.

Dennoch erweist es sich gegenüber anderen

Derivaten als ein unschätzbarer

Vorteil für all jene, die zum Testen der

echten Arch-Distribution nicht gleich einen

ganzen Tag oder mehr opfern wollen.

Im Test dauerte die Installation nicht

mehr als drei Stunden, wobei naturgemäß

der größte Anteil auf das Herunterladen

der Pakete entfiel.

Durch das strikte Trennen des Live-

Systems von der eigentlichen Installation

und den Verzicht auf angepasste Pakete

und zusätzliche Paketquellen landet

auf jeden Fall ein authentisches Arch

Linux auf dem Rechner. Das ist ein deutlicher

Pluspunkt.

Die Zeit heilt viele Wunden: Vielleicht

unterstützen eines Tages sogar die Entwickler

von Arch das jetzt noch recht

junge System ganz offiziell oder nehmen

es zumindest wohlwollend wahr. Die positiven

Rezensionen auf der Projektseite

sowie die 6000 Downloads im April machen

Hoffnung. (cla) n

AUR: Arch User Repository. Eine Paketquelle,

die von Anwendern bereitgestellte

Bauanleitungen enthält. Diese sind ungeprüft,

bieten aber die Möglichkeit, aktuelle

oder abseitige Software zu installieren.

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15


Aktuelles

Angetestet

Spürnase

Die Entwickler bezeichnen

DocFetcher 1.1.11 als Google für

die Festplatte. Zwar hinkt der

Vergleich etwas, doch leistet das

Tool beim Durchstöbern der

Daten wertvolle Dienste.

Sucht man in den Hunderten von Dokumenten

auf der Festplatte einen Inhalt,

hilft oft auch das bewährte Tool Grep

nicht weiter. Hier springt Docfetcher in

die Bresche und durchstöbert Dokumente

in 16 Formaten, darunter ODF, PDF,

HTML, EPUB, Powerpoint und Visio, nach

dem Gesuchten. Selbst mit den Audio-

Metadatenvon MP3 und Flac kommt das

Tool zurecht. Als Java-Programm läuft

Docfetcher direkt nach dem Entpacken

ohne Installation. Nach dem Start öffnet

es ein übersichtliches

Fenster mit vier Bereichen.

Am linken Fensterrand

stellen Sie anhand

einer Liste der unterstützten

Dateitypen ein,

welche Dokumente das

Tool bei der Suche berücksichtigen

soll und legen

Grenzwerte für die

Dateigröße fest. Unterhalb

der Typenübersicht

definieren Sie im Suchbereich,

welche Verzeichnisse Docfetcher

durchstöbert. Hier finden sich Indizes der

jeweiligen Verzeichnisbäume, die das

Tool durchsucht.

Um neue Indexdateien anzulegen

oder bestehende zu verwalten, öffnen

Sie im Suchbereich via rechte Maustaste

das Kontextmenü. Je nach Umfang des

Verzeichnisbaums kann das Erstellen

oder Aktualisieren eines Index mehrere

Minuten in Anspruch nehmen. Zur Suche

wählen Sie einen Index aus und geben

den Suchbegriff im Suchfeld am oberen

Fensterrand ein. Docfetcher listet anschließend

alle Treffer übersichtlich auf.

Dabei gibt es nicht nur die Trefferwahrscheinlichkeit

an, sondern auch den Dokumententyp

und den Pfad zur Originaldatei.

Klicken Sie einen Eintrag in der

Suchliste an, präsentiert das Tool unten

im Fenster eine rudimentäre Vorschau.

Eclipse Public License n

Quelle: http:// docfetcher. sourceforge. net/​

en/ index. html

Terminplaner

Der schlichte und zuverlässige

Personal Information Manager

TDJ 3 eignet sich ideal für den

Heimgebrauch, mit komplexen

Terminplanungen kommt er

jedoch nicht zurecht.

Früher verwaltete man Termine, Adressen

und Geburtstage in sperrigen Terminkalendern,

heute greift man zu einem

Personal Information Manager wie

The Daily Journal oder kurz TDJ. Es verwaltet

in einer übersichtlichen Oberfläche

Termine, Kontakte, Geburtstage, Aufgaben

und Tagebucheinträge. In der linken

oberen Ecke des Programmfensters

dominiert ein Kalender, rechts verteilen

sich die einzelnen Funktionen auf Reiter.

Klicken Sie einen davon

an, zeigt TDJ alle enthaltenen

Informationen an.

Sämtliche Eingaben erfolgen

in einem großen

Freitextfeld unterhalb

der Funktionsreiter.

Zum Verwalten von

Kontakten und Listen

bietet TDJ einen separaten

Navigations- und

Verwaltungsbaum unterhalb

des Kalenders. Hier

legen Sie beispielsweise

neue Kontakte an, löschen

alte oder fassen vorhandene zu

Gruppen zusammen. Die Kontaktdaten

geben Sie im Freitextfeld ein, wobei das

Tool den Inhalt der ersten Zeile – idealerweise

den Kontaktnamen – in der Navigation

anzeigt. Um Kontakte zu gruppieren,

müssen Sie sich bereits beim Anlegen

für eine Gruppe entscheiden, ein

späteres Verschieben via Drag & Drop

unterstützt TDJ nicht. Gleiches gilt auch

für die Verwaltung von Listen.

Welchen Funktionsreiter TDJ beim

Start öffnet, legen Sie in der Konfiguration

fest. Die weiteren Konfigurationsmöglichkeiten

fallen begrenzt aus. TDJ

lagert alle erfassten Daten im Verzeichnis

~/.tdj/, die Konfiguration jedoch im

Ordner ~/.conf. Mit der jetzt erschienenen

dritten Auflage des Tools wechselten

die Entwickler für die Oberfläche

von FLTK zu Qt 5 und spendierten dem

Tool damit einen zeitgemäßen Look.

Lizenz: GPLv2

nn

Quelle: http:// kpatel. x10host. com/​

wordpress/ ? page_id=7

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10.2014


Angetestet

Aktuelles

Vielen Verschlüsselungswerkzeugen für

die Konsole fehlt eine einfache Benutzeroberfläche.

Hier hilft Luksus weiter,

das via Dialog eine solche zur Verfügung

stellt und Sie über eine schlichte Assistenzfunktion

durch das Verschlüsseln

führt. Dabei unterstützt es LUKS, Truecrypt,

GnuPG sowie OpenSSL und greift

dazu auf Konsolenprogramme wie

Cryptsetup, Tcplay und Gpg zurück. Luksus

besteht aus mehreren Shell-Skripten

und Funktionen, die alle im selben Verzeichnis

liegen müssen, und erfordert

administrative Rechte.

Nach dem Start wählen Sie die Verschlüsselungsmethode,

für Dateien etwa

GnuPG oder OpenSSL. Luksus öffnet

Lizenz: GPLv2

nnn

Quelle: http:// thomasfrivold. github. io/​

luksus/

dann einen Dialog, in dem Sie die fragliche

Datei auswählen. Anschließend geben

Sie das Passwort für das Verschlüsseln

an. Dabei irritiert Luksus mit Statusmeldungen,

die sich so lesen, als würde

auch bei OpenSSL mit GnuPG verschlüsselt

– hier hat der Entwickler schlicht

vergessen, die Dialoge anzupassen.

Zum Verschlüsseln ganzer Partitionen

setzen Sie LUKS oder – inzwischen nicht

mehr ratsam – Truecrypt ein. Fällt die

Wahl auf LUKS, führt das Tool Sie

durch das Erstellen der verschlüsselten

Partition, wobei Dialoge

das Passwort und den Einhängepunkt

abfragen. Nach dem Verschlüsseln

des Datenträgers binden

Sie die fragliche Partition

zwecks einfachen Zugriffs über einen

Eintrag in der /etc/fstab in

das System ein.

Schlüsselmeister

Suchen Sie eine einfache

Benutzeroberfläche für das

Verschlüsseln auf der Konsole,

dann sollten Sie einen Blick auf

Luksus 1.6 werfen.

Weechat bietet auch Konsolenbenutzern

via Ncurses eine übersichtliche GUI mit

dem Komfort eines ICQ- oder Jabber-Clients.

Beim ersten Start findet sich nur ein

Freenode-Server auf der Serverliste, weitere

fügen Sie mit den gewohnten IRC-

Befehlen hinzu. Der Befehl /server kombiniert

mit der Option list zeigt alle

verfügbaren Server, zusätzliche Verbindungsdetails

liefert die Option listfull.

Eine Aufstellung aller unterstützten

Kommandos erhalten Sie mit / help, nähere

Infos rufen Sie durch Anhängen des

Befehlsnamens ab. Verbindung zum IRC-

Server bauen Sie mit / connect gefolgt

vom Servernamen auf. Mit /join und

dem Kanalnamen betreten Sie den Chat

Ihrer Wahl. Dabei legt Weechat für jeden

betretenen Chat einen eigenen Buffer

Lizenz: GPLv3

n

Quelle: http:// weechat. org

an, zwischen denen Sie mit [F5] und [F6]

wechseln. Eine Übersicht aller Tastenkürzel

liefert der Befehl /key, über den Sie

auch eigene Shortcuts definieren.

Damit Sie bei mehreren aktiven Chats

keine Nachricht übersehen, signalisiert

Weechat in der Statuszeile in eckigen

Klammern, in welchem Channel gerade

etwas gesagt wurde. Eine Buddyliste am

rechten Rand führt alle Chat-Teilnehmer

auf und markiert Moderatoren

oder Channel-Eigentümer

mit einem @.

Weechat lässt sich durch

Plugins in gängigen Skriptsprachen

wie Perl, Python

oder Lua erweitern. Darüber

hinaus greift es bei manchen

Funktionen auf externe Programme

zurück, so etwa bei

der optionalen Rechtschreibprüfung

auf Aspell. (jlu) n

Plaudertasche

Der leistungsfähige IRC-Client

Weechat 1.0 bietet zahlreiche

nützliche Funktionen und dank

frei definierbarer Tastenkürzel

einen gewissen Bedienkomfort.

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X23

17


Schwerpunkt

Tiling-Window-Manager

Tiling-Window-Manager im Überblick

Fliesenleger

© Chiramanas Jutidharabongse, 123RF

Effizienz hat ihren Preis:

Tiling-Window-Manager

nutzen den Desktop optimal

aus, doch die Konzepte

erfordern einiges Einarbeiten.

Mario Blättermann

Das heute bekannte Fenstersystem ist

beinahe so alt wie die grafische Benutzeroberfläche

selbst. Anwendungen

laufen in eigenen Gucklöchern, die Sie

übereinander stapeln und verschieben

dürfen – sogar über den Rand des Bildschirms

hinaus. Erweiterungen wie mehrere

virtuelle Arbeitsflächen, Transparenzen

oder Schattierungen des Rahmens

helfen dabei, den Überblick über die

Fenster zu behalten.

Doch Fenster ist nicht gleich Fenster:

Die sogenannten Tiling-Window-Manager

legen Fenster nicht wie ein Maurer

seine Steine übereinander, sondern

ordnen sie wie ein Fliesenleger nebeneinander

an. Dadurch überdeckt keines

ein anderes. Dieses Konzept hat ansatzweise

in den Fenstermanagern etablierter

Arbeitsumgebungen Einzug gehalten

(siehe Kasten Alternativen), aber zur

Perfektion bringen es eher die Spezialisten

unter den Window-Managern.

Awesome

An Awesome fällt direkt auf, dass es

keine herkömmlichen virtuellen Arbeitsflächen

kennt: Stattdessen ordnet es einzelne

Fenster in „Tags“ ein. Das bedeutet

andersherum, dass es ein Fenster nicht

direkt über die darunterliegende Arbeitsfläche

identifiziert und somit keine

starre Zuweisung erfordert. Die unscharfe

Logik beim Gruppieren erlaubt es,

Fenster aus mehreren Tags gleichzeitig

anzuzeigen – um das Anordnen kümmert

sich Awesome selbst.

README

Tiling-Window-Manager verwalten den Platz

auf dem Desktop meist vollkommen in

Eigenregie. Das auf den ersten Blick eigenwillige

Konzept erweist sich nach etwas

Eingewöhnung häufig als effizienter als die

klassischen Methoden der üblichen Desktop-Umgebungen.

Alternativen

Kwin, Mutter und XFWM bieten bereits seit

Längerem die Möglichkeit, Fenster nach

dem Tiling-Konzept zu verwalten. Ausgeklügelte

Regeln beim Verschieben und Ändern

der Größe mit der Maus sorgen dafür, dass

die Objekte an einem der Ränder des Desktops

oder an anderen Fenstern einrasten,

oder jeweils eine der vertikalen oder horizontalen

Hälften sowie den ganzen Bildschirm

bedecken. Für die Aktionen gibt es

in der Regel Tastenkürzel.

Dabei gilt es zu bedenken, dass eine eventuelle

obere Leiste der Fenstermanager

möglicherweise hinter einer Kontrollleiste

des jeweiligen Desktops verschwindet. Das

betrifft insbesondere XFCE. Aber auch andere

Arbeitsumgebungen platzieren eine

Leiste am oberen Bildschirmrand.

Daher rät es sich an, zunächst den Fenstermanager

und Arbeitsumgebung getrennt

voneinander zu starten und deren Konfigurationen

entsprechend anzupassen. Ähnliches

gilt für doppelt vergebene Tastenkombinationen,

die im Extremfall dazu führen,

dass sich das gewünschte Gespann

nicht bedienen lässt.

Doch mit echtem Tiling hat das eher wenig

zu tun: Es handelt sich vielmehr um ein Zugeständnis

an Wünsche der Benutzer, die

an diesem oder jenem Feature Gefallen gefunden

haben, ihr gewohntes Verhalten

aber nicht aufgeben wollen.

18 www.linux-user.de

10.2014


Tiling-Window-Manager

Schwerpunkt

Hier zeigt sich schon einer der Vorteile

der Kacheln: Die Software nimmt dem

Benutzer die Arbeit ab, Fenster zu platzieren

1 , und automatisiert den Vorgang

in gewissen Grenzen. Das erscheint

zunächst gewöhnungsbedürftig, aber

schon nach kurzer Zeit empfinden viele

Benutzer dies als Vorteil.

Ein Rechtsklick auf den Hintergrund

der Arbeitsfläche bringt ein kleines

Menü zum Vorschein, über das Sie unter

anderem ein Terminal öffnen oder die

Dokumentation lesen. In der Leiste oben

schalten Sie links zwischen den neun bereits

erwähnten Tags um, daneben sehen

Sie die Namen der geöffneten Fenster.

Ein umfangreiches Menü, wie Sie es

von Openbox oder dessen zahlreicher

Verwandtschaft kennen, gibt es nicht.

In der Grundeinstellung fehlt die Dekoration

der Fenster – das Konzept erfordert

diese Elemente eigentlich nicht. Ein

Verschieben fällt aus naheliegenden

Gründen flach, und zum Schließen, Minimieren

oder Maximieren nutzen Sie ohnehin

entweder Tastenkombinationen

oder die Maus in Kombination mit den

Einträgen in der oberen Leiste.

In der Datei /etc/xdg/awesome/rc.

lua finden Sie die systemweite Konfiguration,

als Benutzer verwenden Sie die

Datei ~/.config/awesome/rc.lua für individuelle

Parameter. Letztere bearbeiten

Sie über einen Eintrag im Kontext-

DWM 6.0,

Beispielkonfiguration

für Ratpoison

LU/tiling/

1 Awesome nimmt Ihnen die Aufgabe ab, die Fenster optimal auf dem Desktop zu platzieren.

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19


Schwerpunkt

Tiling-Window-Manager

menü, das Sie über den Rechtsklick auf

den Desktop aufrufen.

Das öffnet allerdings nur ein Terminal

mit der Datei im Editor Vim – nicht unbedingt

jedermanns Sache. Alternativ passen

Sie die Datei mit jedem beliebigen

Editor an. Dazu legen Sie sie erst einmal

durch Kopieren an, Awesome erledigt

das nicht automatisch. Bei dieser Gelegenheit

bietet es sich an, gleich einen

globalen Texteditor und ein bevorzugtes

Terminal festzulegen (Listing 1).

Die Konfiguration basiert vollständig

auf der Lua-Syntax, was sich komplett

durch Awesome zieht: So setzt die

Schnittstelle für Erweiterungen ebenfalls

auf diese beliebte Sprache, für die es eine

erfreulich große Anzahl von Plugins

gibt . Neue Desktop-Widgets stehen

ebenso bereit wie Erweiterungen, die das

Bedienen mit der Tastatur verbessern.

DWM

Mit dem „Dynamic Window Manager“

wandern Sie in der Linie der Ahnen zurück

zum Urvater von Awesome. Laut

Webseite agiert DWM im Vergleich zu

den Mitbewerbern schneller und ist kleiner

und einfacher. Andererseits fehlt ihm

die Lua-Schnittstelle, und nicht nur das:

Die Entwickler haben festgeschrieben,

dass die Codebasis 2000 Zeilen nie überschreitet.

Das vereinfacht es zwar, den

Code zu warten, führt aber unvermeidlich

zu Einschränkungen. Es existieren

zwar DWM-Pakete für viele Distributionen,

aber die bilden kaum mehr als eine

Vorschau auf das, was sich tatsächlich

mit der Software anstellen ließe.

Eine Konfiguration durch den Benutzer

via Datei sieht DWM schlichtweg nicht

vor. Allerdings existiert ein alternativer

Weg, denn schließlich haben Sie es mit

freier Software zu tun: Sie passen den

Quellcode direkt an, um den Fenstermanager

(in recht engen Grenzen) an Ihre

Wünsche anzupassen. Das unterläuft

dann aber unter Umständen den Sinn

einer Paketverwaltung – es sei denn, Sie

verpacken das Programm erneut oder installieren

es nach /usr/local. Alles in al-

2 Der Window-Manager i3 bietet etwas mehr Flexibilität, da er es erlaubt, Fenster aus dem Verbund zu lösen.

20 www.linux-user.de

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Tiling-Window-Manager

Schwerpunkt

lem wenig benutzerfreundlich und eher

für die Hartgesottenen gedacht, die

auch „Linux From Scratch“ als System der

Wahl bevorzugen.

Einige Verhaltensweisen von Awesome

finden sich bereits in DWM: Das

obere Panel mit den neun Tags und der

Fensterliste ist präsent und ähnlich zu

bedienen. Etwas anders funktioniert

aber das Verwalten der Fenster: DWM

unterscheidet dabei nicht zwischen Ebenen.

Ob ein Fenster im fest auf dem

Desktop steht oder schwebt (wie modale

Dialoge), spielt anders als bei anderen

Tiling-Fenstermanagern für DWM keinerlei

Rolle. Weiterhin gibt es eine Möglichkeit,

alle Fenster ungeachtet deren

tatsächlicher Größe zu maximieren und

übereinander zu stapeln.

Aufgrund der fehlenden Möglichkeit,

die Software als Nutzer zu konfigurieren,

gestaltet es sich einigermaßen schwierig,

Sitzungen zu verwalten. Die nach

der Installation des Pakets vorhandene

Datei /usr/share/xsessions/dwm.desktop

startet nur den Fenstermanager

selbst. Ein rudimentärer Autostart für ein

zusätzliches Panel, ein Netzwerk-Applet

oder Ähnliches ließe sich realisieren, indem

Sie die gewünschten Programme in

ein Skript einbauen und dieses statt des

puren Binaries starten.

Wenn Sie zumindest über Grundkenntnisse

im Programmieren von C verfügen

und den etwas anderen Weg nicht

scheuen, erhalten Sie tatsächlich mit

DWM einen rasend schnellen Fensterverwalter,

dessen Anforderungen an die

Hardware für heutige Verhältnisse kaum

noch erwähnenswert sind. Dies erweist

sich insbesondere beim Wiederbeleben

von Hardware für spezielle Anwendungsfälle

als interessant, für die ansonsten

kaum ein Fenstermanager geeignet

wäre.

Ratpoison

Nach dem Start zeigt Ratpoison zunächst

einmal außer einem leeren Root-

Fenster gar nichts. Mausklicks greifen ins

Leere, erst die Tastenkombination

[Strg]+[T],[C] bringt ein Terminal hervor,

in dem Sie Befehle zum Starten von Anwendungen

absetzen. Die Kombination

[Strg]+[T] dient dabei als Prefix für alle

Funktionen.

Ratpoison setzt das Tiling-Prinzip wohl

am konsequentesten um. Der Manager

unterteilt den Bildschirm stets in „Panes“,

in denen er die Fenster anordnet. Durch

die Programme vorgegebene Größen der

Fenster spielen dabei kaum eine Rolle.

Das führt dazu, dass die Ansicht zuweilen

seltsame Blüten treibt: Starten Sie einmal

testweise mehrere Terminals hintereinander,

um den Effekt zu bewundern.

Die Lernkurve gerät bei Ratpoison

wohl am steilsten, denn die Maus ist hier

vollkommen unnütz. Das Gleiche betrifft

die Konfiguration, zumindest auf dem

Testsystem mit Fedora 20: Grundlegende

Tastenkürzel sind vorhanden, überschneiden

sich aber oft mit denen in Anwendungen.

Wenn Sie sich auf Ratpoison einlassen,

dann sollten Sie zunächst die Konfigurationsdatei

~/.ratpoisonrc erstellen, die

das Programm selbst nicht automatisch

anlegt. Eine Vorlage finden Sie im Internet

oder auf der ersten Heft-DVD dieser

Ausgabe.

i3

Von Konkurrenten wie WMII inspiriert,

haben es sich die Entwickler von i3

zum Ziel gesetzt, Entwicklern den Einstieg

ins Programmieren des Window-

Managers zu erleichtern. So verzichteten

sie auf die Autotools, die im Laufe der

Jahrzehnte immer komplexer gerieten,

und setzen stattdessen auf einfache,

übersichtliche Makefiles. Außerdem bevorzugen

sie statt der Xlib möglichst

XCB. Auch die Selbstbeschränkung der

DWM-Entwickler auf 2000 Zeilen Code

findet kopfschüttelnde Erwähnung auf

der i3-Webseite.

Was erhalten Sie dafür? Auch i3 weist

die schon von Awesome bekannte Leiste

auf und bringt zusätzlich Rahmen für die

Fenster mit. Zwar fehlen bei diesen

Schaltflächen zum Schließen oder Maximieren,

aber immerhin besteht auf diese

Weise die Möglichkeit, ein Fenster mit

dem Mauszeiger am Rahmen zu greifen

und über den Bildschirm zu bewegen –

Lua: Durch einen vergleichsweise kleinen

Interpreter eignet sich die Programmiersprache

zum Erweitern von Anwendungen

oder für Skripte in der frühen Phase beim

Booten des Systems, wenn üblicherweise

ausgewachsene Interpreter für Perl oder

Python noch nicht bereitstehen.

XCB: „X C Binding“ ermöglicht als Bibliothek

den direkten Zugriff auf Transaktionen des

X-Window-Protokolls über Funktionsaufrufe

in der Programmiersprache C.

freilich nur, sofern es sich um ein schwebendes

Fenster handelt.

Mit [Alt]+[Umschalt]+[Leertaste] heben

Sie Fenster aus der Struktur der Kacheln

heraus und sorgen dafür, dass diese

über den anderen Fenstern schweben

2 . Weiterhin existiert ein Stapelmodus,

den Sie über [Alt]+[S] aktivieren.

Dieser legt die Fenster direkt übereinander.

Wahlweise maximieren Sie mit

[Alt]+[F] ein einzelnes Fenster oder setzen

es wieder zurück.

Die Tastenkürzel lehnen sich im Großen

und Ganzen stark an jene von Awesome

an und lassen sich ebenso umfassend

Listing 1

terminal = "konsole"

editor = os.getenv("EDITOR") or

"kate"

editor_cmd = terminal .. " ‐e "

.. editor

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21


Schwerpunkt

Tiling-Window-Manager

3 Das Grün des Herbstluftwm schont die Augen, zudem geht der Window-Manager genügsam mit den Ressourcen des Rechners um.

Listing 2

[Desktop Entry]

Encoding=UTF‐8

Name=Awesome

Comment=Highly configurable

framework window manager

Type=XSession

Exec=awesome

TryExec=awesome

konfigurieren. Das Programm erkennt

beim ersten Start das Fehlen einer Konfigurationsdatei

und bietet an, diese zu erstellen,

indem es die systemweite Konfiguration

nach ~/.config/i3/config

oder ~/.i3/config kopiert. Die Datei bearbeiten

Sie dann nach Ihren Wünschen.

Die voreingestellte Konfiguration erlaubt

es bereits, mit dem Fenstermanager

vernünftig zu arbeiten. Doch insbesondere,

wenn Sie weitere Programme

beim Start laden möchten, ist die individuelle

Konfiguration unerlässlich.

Mit dem Eintrag exec ~/skript.sh,

den Sie außerhalb eines definierten Tastenkürzels

eintragen, starten Sie ein

selbst geschriebenes Skript. Starten Sie

i3 innerhalb einer Sitzung allerdings

neu, greift dieser Befehl nicht erneut.

Wenn Sie das wünschen, ersetzen Sie

exec durch exec_always.

Herbstluftwm

Im Gegensatz zu den technischen, an

Kürzel angelehnte Namen erscheint

Herbstluftwm als Bezeichnung schon

fast poetisch. Dieser Kandidat bringt von

allem etwas mit, und das verheimlichen

die Entwickler gar nicht. Die aus Awesome

bekannten Tags sind vorhanden,

ebenso erkennt man das Verhalten anderer

hier vorgestellter Programme wieder.

Durch das Abspalten des herbstclient

vom eigentlichen Binary herbstluftwm

realisierten die Entwickler ein interessantes

Konzept. Die Konfiguration

im Ordner ~/.config/herbstluftwm/,

über die Sie den Window-Manager kontrollieren,

enthält folglich eine Folge von

solchen Client-Aufrufen. Dieses Server-

Client-System macht den einzigen echten

Unterschied zu den Mitbewerbern

aus. Ansonsten ließen sich im Test keine

weiteren Alleinstellungsmerkmale finden.

Wieder fehlen Fensterdekorationen,

allgemein prägt Sparsamkeit das Bild.

Das in gedeckten Farben gehaltene

Design wirkt recht angenehm 3 .

Distributionen

Als gemeinsames Merkmal aller dieser

Fensterschieber entpuppt sich ein ge-

22 www.linux-user.de

10.2014


Tiling-Window-Manager

Schwerpunkt

diegener Aufwand bei der Konfiguration,

falls Sie die Funktionen hinreichend

praxisgerecht nutzen möchten – nicht

unbedingt jedermanns Sache. Doch wie

sollte es anders sein: Einer der Spezialisten

unter den Distributionen liefert einen

der schlanken Window-Manager als

Voreinstellung aus – das auf Slackware

basierende Projekt Salix bietet ISO-

Images mit Ratpoison als Standard an.

Wenn Sie nicht gleich die ganze Distribution

wechseln wollen, ist das kein

Beinbruch: Für alle hier vorgestellten

Programme haben die Mainstream-Distributionen

hinreichend aktuelle Pakete

an Bord.

Die bereits erwähnten Einschränkungen

für DWM hinderten die Entwickler

nicht daran, Pakete dafür bereitzustellen.

Für Fedora gibt es zusätzlich das Archiv

dwm‐user, das das Anpassen erleichtert.

OpenMandriva liefert außerdem die

dwm‐tools mit, die einige spezielle Skripte

für diesen Zweck enthalten.

EWMH-Kompatibilität

Zwar ist der Begriff EWMH bei Gnome

aus der Mode gekommen, seit die dritte

Version dem Einbau eines anderen Fenstermanagers

einen Riegel vorgeschoben

hat. Dennoch war und ist das Kürzel immer

noch ein Anzeichen dafür, dass Software

der gleichnamigen Freedesktop-

Spezifikation folgt und dass sie somit

innerhalb von KDE, XFCE oder LXDE fast

problemlos läuft.

Tatsächlich erfüllen die vorgestellten

Tiling-WMs durchaus die Voraussetzungen,

in KDE macht aber keiner von der

Möglichkeit Gebrauch, sich im Kontrollzentrum

automatisch als Ersatz für Kwin

anzubieten. Hier hilft nur das Aktivieren

in Form einer speziellen Desktop-Datei.

In Listing 2 finden Sie ein Beispiel für

Awesome, das Sie als awesome.desktop

in /.kde/share/apps/ksmserver/windowmanagers/

speichern. Dann können

Sie in den KDE-Systemeinstellungen unter

Erscheinungsbild und Verhalten der

Arbeitsfläche | Standardkomponenten |

Fenstermanager Awesome auswählen.

Dasselbe gilt analog für die anderen vorgestellten

Kandidaten.

In XFCE führte normalerweise der einfachste

Weg über den Autostart von

App likationen. Allerdings schützt die

Umgebung die hier voreingestellten

Kandidaten vor dem Austausch mittels

‐‐replace. Die Xfconf-Datenbank bietet

sich aber als Lösung an: Ein Eintrag genügt,

um dauerhaft Awesome zu nutzen

(Listing 3 Zeile 1). Gefällt Ihnen das Ergebnis

nicht, drehen Sie das Rad wieder

zurück (Listing 3, Zeile 2).

Für LXDE brauchen Sie nur die Datei

~/.config/lxsession/LXDE/desktop.

conf zu bearbeiten. Die Zeile unter

[Session] zeigt üblicherweise auf openbox

oder openbox‐lxde, was Sie einfach

in awesome oder eben den Befehl des gewünschten

Fenstermanagers ändern.

Fazit

Alle vorgestellten Fenstermanager reizen

das Tiling-Konzept auf ihre jeweils

eigene Weise aus. Es gilt aber, zu bedenken,

dass eingefleischte Mausschubser

mit Tiling nicht sehr weit kommen – ohnehin

erscheinen die zugrundeliegenden

Konzepte aufgrund des vom Mainstream

sehr verschiedenen Ansatzes vielen

Anwendern wenig intuitiv.

Die wenigsten Schwierigkeiten beim

Eingewöhnen verursachen erfahrungsgemäß

Awesome und i3, aber um ein

Anpassen der Konfiguration kommen Sie

in keinem Fall herum. Außerdem ist der

Betrieb auf kleineren Bildschirmen etwas

gewöhnungsbedürftig und erfordert tiefere

Eingriffe in die Konfiguration.

Ringen Sie sich dennoch dazu durch,

zum Erlernen ein wenig Zeit zu investieren,

stehen die Chancen nicht schlecht,

dass die Software diese Investition mittelfristig

mit hohen Zinsen zurückzahlt:

Schneller und effizienter als mit klassischen

WMs arbeiten Sie mit den „Kachelschubsern“

allemal. (agr) n

Listing 3

EWMH: Die „Extended Window Manager

Hints“ regeln die Interoperabilität zwischen

Fenstermanagern und den anderen Bestandteilen

einer Arbeitsumgebung. Dieser

Standard sorgt dafür, dass Gnome-Programme

möglichst reibungslos unter KDE

oder Openbox laufen.

Weitere Infos und

interessante Links

www. linux‐user. de/ qr/ 31458

xfconf‐query ‐c xfce4‐session ‐p /sessions/Failsafe/Client0_Command

‐t string ‐s "awesome" ‐a

xfconf‐query ‐c xfce4‐session ‐p /sessions/Failsafe/Client0_Command

‐t string ‐s "xfwm4" ‐t string ‐s "‐‐replace" ‐a

10.2014 www.linux-user.de

23


Schwerpunkt

Budgie Desktop

Budgie Desktop und Evolve OS

Schlichte

Eleganz

Ein einfacher Desktop

braucht nicht auf einer

abseitigen Grundlage zu

stehen. Budgie bedient sich

aus der Gnome-Welt und

bringt trotzdem nur wenig

auf die Waage.

Ferdinand Thommes

© Alex_Bramwell, 123RF

README

Der Entwickler Ikey Doherty versucht eine

eigene Desktop-Umgebung auf Basis des

Gnome-Stacks samt passendem Betriebssystem

auf die Beine zu stellen. Zugute

kommen ihm dabei die Erfahrungen aus

seinem Projekt SolusOS. Die flossen in den

Desktop Budgie und Evolve OS ein.

Ein einfaches Panel, ein traditionelles

Layout, das Ganze mit einem modernen

Anstrich – so hat der Entwickler Ikey Doherty

seinen Ansatz einmal in einem Interview

charakterisiert . Heraus kam dabei

Budgie 1 als Aufsatz für Evolve OS .

Der Desktop koppelt sich eng an Gnome

3 und verdankt seine Existenz der Tatsache,

dass Doherty die Ansicht vertrat,

es wäre mit modernen Mitteln möglich,

eine schlanke Oberfläche zu erstellen.

Der Intel-Mitarbeiter hatte bereits das

Projekt SolusOS ins Leben gerufen, es

aber 2013 mangels Helfern eingestellt.

Das bedeutet jedoch nicht, dass es nicht

erfolgreich war, im Gegenteil: Viele Nutzer,

denen Debian Stable zu altbacken

war, freuten sich über den für Einsteiger

geeigneten Ansatz, ein Debian-System

mit aktueller Software aus Backports

und Eigenentwicklungen zu nutzen.

Wie das Betriebssystem Maui und

der Desktop Hawaii (siehe dazu den entsprechenden

Artikel in dieser Ausgabe)

gehören Evolve OS und Budgie zusammen.

Aber ähnlich wie bei Hawaii erlaubt

es Budgie, den Aufsatz mit anderen

Betriebssystemen zu kombinieren.

24 www.linux-user.de

10.2014


Budgie Desktop

Schwerpunkt

Als Grundlage für Budgie dient die Gnome-Bibliothek

Libmutter. Derzeit liegt

Evolve OS als dritte Alpha-Version vor,

Budgie in Version 5.1. Als Ziel gibt das

Projekt an, ein reines Desktop-System zu

schaffen, das dem Anwender nicht im

Weg steht. Die Administration folgt klaren

Linien, was den Umgang ebenfalls

vereinfacht. Daneben steht der unkomplizierte

Betrieb von Multimedia-Software

im Fokus sowie die einfache Installation

proprietärer Treiber, wobei die Entwickler

die freien Varianten empfehlen.

Zweiter Versuch

Dohertys neuer Ansatz mit Evolve OS

und Budgie trägt der Tatsache Rechnung,

dass selbst ein Projekt mit vielen

Anwendern, im SolusOS-Forum waren

am Ende über 2000 Anwender registriert,

nicht zwangsweise genügend Entwickler

hervorbringt. Die von Grund auf

neu entwickelte Distribution verwendet

als Paketmanager, wie zuvor SolusOS,

Pisi , der aus der türkischen Distribution

Pardus stammt. Das erleichtert Entwicklern

das Verteilen und normalen

Anwendern das Verwalten der Pakete.

Doherty meint, er könne das gesamte

System samt Desktop im Notfalls auch

alleine betreuen. Dazu versucht er, möglichst

viele Dinge zu vereinfachen. So

schrieb er in den letzten Monaten Budgie

in der Programmiersprache Vala ,

deren Syntax sich stark an die von C# anlehnt,

von Grund auf neu. Das soll die

Pflege des Codes vereinfachen und

gleichzeitig interessierten Entwicklern

den Einstieg erleichtern.

Budgie existiert nicht nur als Aufsatz

für Evolve OS, sondern liegt zusätzlich

als Paket in einem PPA für Ubuntu , im

AUR von Arch Linux sowie im Open

Build Service für OpenSuse und Fedora

. Den aktuellsten Stand der Entwicklung

erhalten Sie, indem Sie Evolve

OS direkt nach der Installation noch

einmal aktualisieren.

Setup

Offiziell bietet das Projekt Evolve OS als

Alpha 3 an , allerdings finden sich dort

fast tagesaktuelle Images . Nach dem

Start der Live-Distribution finden Sie im

Panel unter anderem einen einfach zu

bedienenden Installer, der das System

auf die Festplatte bannt.

Im Test fielen während des Setups nur

zwei Punkte negativ auf: Das einzig einzugebende

Passwort muss mindestens

acht Zeichen lang sein, ohne dass das

System explizit darauf hinweist. Hier versprach

der Entwickler allerdings ebenso

nachzubessern, wie bei der Tatsache,

dass das Setup den Eintrag für das deutsche

Tastaturlayout nicht übernimmt.

Das holen Sie bei Bedarf in den Einstellungen

unter Keyboard nach 2 .

Nach dem ersten Login über den Display-Manager

LightDM erwartet Sie ein

Evolve OS Alpha 3

bootfähig auf Heft-DVD

1 Als zentrales Bedienelement dient im Budgie-Desktop das Panel, das schlicht und

schlank daherkommt.

Wichtige Pisi-Befehle

Befehl

sudo pisi ur

sudo pisi lu

sudu pisi up

sudo pisi it Paket

sudo pisi rm Paket

sudo pisi sr Paket

sudo pisi check Paket

sudo pisi info Paket

Bedeutung

Aktualisieren der Paketinformationen

Anzeige der aktualisierbaren Pakete

Systems aktualisieren

Paket installieren

Paket deinstallieren

Nach Paket suchen

Integrität von Paket prüfen

Info und Abhängigkeiten zu Paket anzeigen

10.2014 www.linux-user.de

25


Schwerpunkt

Budgie Desktop

2 Im Dialog Settings erreichen Sie die Konfiguration der Grundeinstellungen, unter anderem

die des Keyboard-Layouts.

Weitere Infos und

interessante Links

www. linux‐user. de/ qr/ 32272

einfach gehaltener Desktop. Das einzige

sichtbare Bedienelement links unten öffnet

das Panel, über das Sie Budgie steuern.

Der Desktop verrät einen ästhetischen

Anspruch, der in seiner Schlichtheit

ein wenig an Ash aus Googles

Chrome OS erinnert.

Um das System auf den neuesten

Stand zu bringen, öffnen Sie über Hilfsprogramme

| Terminal eine Shell. Da das

Setup während der Installation keinen

User root anlegt, ergibt sich daraus für

3 Das aus dem Pardus-Projekt stammende Paketmanagement Pisi übernimmt

das Verwalten der Software auf dem System.

das Administrieren, dass das System mit

Sudo arbeitet. Um die Paketquellen zu

aktualisieren, tippen Sie daher sudo

pisi ur 3 , was unter Debian einem

apt‐get update entspricht. Anschließend

zeigt sudo pisi lu, für welche Pakete

Aktualisierungen vorliegen. Um deren

Update anzustoßen, reicht die Eingabe

von sudo pisi up. Die Tabelle Wichtige

Pisi-Befehle liefert eine kompakte Referenz

der gängigsten Kommandos; weitere

finden Sie im Evolve-Forum .

Im Test lud das System unter anderem

neben den neuesten Budgie-Paketen

und Gnome 3.12.2 zusätzlich einen neuen

Kernel in Version 3.15.6, X.org 1.16

und Systemd 206 ins System. Das erlaubt

es, die Logs von X.org in das Journal von

Systemd einzubinden. Für September

planen die Entwickler die Integration von

Gnome 3.14; damit wäre Budgie vermutlich

vollständig kompatibel mit Wayland.

Beim Stöbern im Menü fällt die enge

Beziehung zu Gnome 3 auf, von dem

viele Pakete stammen. Diese haben die

Developer für Evolve OS neu gepackt

und daraus die Basis des Repository entwickelt,

das einmal einen Satz der gebräuchlichsten

Programme enthalten

soll. Darüber hinaus steht auf der Liste

der Aufgaben, ein Archiv ähnlich Ubuntus

PPA oder dem Arch User Repository,

in dem Anwender Pakete pflegen und

der Gemeinschaft bereitstellen.

Fazit

Evolve OS und Budgie profitieren von

Ikey Dohertys Erfahrungen mit SolusOS.

So steuert das Projekt auf einen benutzerfreundlichen

Desktop zu, der vermutlich

viele Anhänger findet, wenn er einmal

in stabiler Version vorliegt.

Zwar befindet sich das Projekt erst auf

halber Strecke zum Ziel, und entsprechend

fehlt noch einiges an Funktionalität.

Doch was der Desktop bereits jetzt

bietet, macht eindeutig Lust auf mehr.

Wenn Sie die Entwicklung begleiten

möchten, folgen Sie am einfachsten Ikey

Doherty auf Google+ . Darüber hinaus

treffen Sie ihn regelmäßig zum direkten

Austausch im IRC auf dem Freenode-

Server im Kanal #evolveos. (tle) n

26 www.linux-user.de

10.2014


Schwerpunkt

Equinox

Equinox Desktop Environment für Minimalisten

Flotter Unterbau

© Lassedesignen, 123RF

Das Equinox Desktop

Environ ment setzt voll und

ganz auf das FLTK-Toolkit. So

genügen schon 128 MByte

RAM für den Betrieb – ideal

für Fans schlanker Hardware.

Ferdinand Thommes

Wer mit viel Liebe ältere Hardware

pflegt, begibt sich oft auf die Suche nach

einem Desktop oder Fenstermanager,

der noch das letzte Quentchen an Geschwindigkeit

aus den musealen Schätzchen

holt. Neben den bekannteren Vertretern

der Zunft, wie LXDE oder Razorqt,

gehört außerdem das Equinox Desktop

Environment in diese Kategorie.

Im Jahr 2000 initiiert, erlebte das Projekt

das erste Release 2003 und lebt bis

heute aktiv weiter. Der erste Zyklus der

Entwicklung basierte auf einer eigenen

Version von FLTK namens eFLTK. Schon

das Aussehen der frühen Versionen erinnert

dabei stark an die Oberfläche von

Windows 98 1 . Mit Equinox 2.0 vollzog

das Projekt den Schritt hin zu den originalen

FLTK-Bibliotheken , was den

Aufwand beim Warten reduzierte.

Das Design des aktuellen Equinox 2.1

reicht bei Weitem noch nicht an die aktuellen

flachen Elemente der anderen

Toolkits heran. Es erscheint aber trotz-

README

Das Equinox Desktop Environment feierte

bereits mehr als zehn Geburtstage, und

trotzdem fand der schlanke Desktop bisher

noch wenig Anhänger. Das darf sich ruhig

ändern, denn gerade auf älteren Rechnern

oder bei langsamen CPUs wie der des

Raspberry Pi erledigt EDE seine Aufgabe

mehr als gut.

Installation unter Debian

EDE finden Sie bisher noch nicht in Debians

Paketquellen, doch stellen die Entwickler auf

ihrer Homepage DEB-Pakete für „Wheezy“,

„Jessie“ und „Sid“ bereit . Sie laden die

fünf benötigten Pakete aus dem Repository

herunter und wechseln dann im Terminal

in den Ordner mit den Dateien. Dort

spielen Sie die Pakete mit Root-Rechten

über den Aufruf dpkg ‐i ede*.deb ein.

Falls eine der wenigen Abhängigkeiten von

EDE fehlt, holen Sie diese mit apt‐get

install ‐f nach. Spätestens nach einem

Neustart steht EDE beim Login zur Wahl.

Ohne Display-Manager sparen Sie einiges

an Speicher. Dazu erstellen Sie im Home-

Verzeichnis die Datei .xinitrc wie folgt:

echo "exec startede" > ~/.xinitrc

Künftig starten Sie EDE dann als Benutzer

mit startx aus der virtuellen Konsole.

28 www.linux-user.de

10.2014


Schwerpunkt

Equinox

EDE 2.1, Edelib 2.1, Rem-Ede Final 1

(Ubuntu 12.04 mit EDE 2.0, live)

LU/equinox/

1 Die Equinox-Version aus dem Jahr 2008 erinnert stark an das Design von Windows 98.

FLTK: Fast Light Toolkit. Das Fulltick ausgesprochene

GUI-Toolkit erlaubt den Aufbau

von Oberflächen, die besonders schnell auf

Eingaben reagieren.

Weitere Infos und

interessante Links

www. linux‐user. de/ qr/ 33277

Der Autor

Ferdinand Thommes lebt und arbeitet als

Linux-Entwickler, freier Autor und Stadtführer

in Berlin.

dem unaufdringlich und wirkt mit seinem

eigenen Charme. Dabei bewegt

sich EDE auf der Grenze zwischen Desktop-Umgebung

und Fenstermanager.

Auf einem Debian-Unterbau installiert,

belegt EDE nach dem Hochfahren

rund 90 MByte des bei alter Hardware so

kostbaren Hauptspeichers. Es genügen

also etwa 128 MByte RAM, um die Software

ohne größere Verzögerungen zu

betreiben. Dabei bringt EDE nach der Installation

keine zusätzlichen Applikationen

wie Dateimanager oder Werkzeuge

für die Systemkonfiguration mit, wohl

aber einige Programme, über die Sie das

Verhalten und das Aussehen der Oberfläche

beeinflussen.

Die Bibliothek Edelib enthält die Funktionalität

zum Zeichnen eines Fensters,

für die Kommunikation via D-Bus und

das Laden von Icons und Themen. Das

Projekt hält sich an die Leitlinien von

Freedesktop.org und harmoniert somit

gut mit dem restlichen Linux-System.

Installation

Um EDE zu installieren, bieten sich verschiedene

Wege an: Die Webseite des

Projekts liefert eine detaillierte Anleitung

(siehe Kasten Installation unter

Debian), um die Software aus dem

Quellcode zu erstellen . Ein Einspielen

per Netinstall funktionierte zum Zeitpunkt

des Tests noch nicht.

Für einige Distributionen existieren

Archive für das jeweilige Paketmanagement.

Arch, ArchBSD und Slackware stellen

direkt Pakete bereit, für Debian und

Alpine gibt es Paketquellen. Möchten Sie

EDE einfach ausprobieren, bietet sich die

Live-CD auf der Basis von Ubuntu 12.04

an. Dabei bringt EDE gleich eine Reihe

von praktischen Anwendungen mit .

Spartanisch

EDE verfügt außer einer Leiste am unteren

Bildschirmrand über keine anderen

Bedienelemente mit. Die Leiste unterteilt

sich von links nach rechts in das

Menü 2 , eine Befehlszeile, vier als Main,

Web, E-Mail und Music betitelte virtuelle

Desktops, die Fensterleiste und den Systemabschnitt

für Applets.

Letzterer beinhaltet neben einem kleinen

Monitor für die Last von CPU und

Speicher, einen Regler für die Lautstärke,

30 www.linux-user.de

10.2014


Equinox

Schwerpunkt

2 Selbst das Menü von Equinox erinnert

noch stark an die Zeiten von Windows 98.

eine Anzeige für den Ladezustand eines

Akkus oder den Netzbetrieb. Ein Umschalter

erlaubt es, die Belegung der Tastatur

zu ändern. Darüber hinaus zeigt

das Panel noch Uhrzeit und Datum 3 .

Bei Bedarf klappen Sie die Leiste mittels

des Pfeils ganz rechts ein.

EDE kommt selbst ohne so elementare

Tools wie einen Bildschirmschoner. Wer

allerdings sein System gerne selbst zusammenstellt,

den wirft dies kaum aus

der Bahn. Zu den einzig austauschbaren

Komponenten gehört bei EDE der standardmäßig

genutzte Fenstermanager

Ede-wm, der auf dem Quellcode von

PekWM basiert. Da er seine Arbeit

aber unauffällig verrichtet, besteht dazu

kaum Anlass.

Rund um das FLTK-Toolkit sind bisher

noch kaum Anwendungen entstanden.

Einen passenden Dateimanager für EDE

finden Sie etwa in XFE , oder – noch

reduzierter und ohne grafische Oberfläche

– der Midnight Commander . So

stellen Sie ein an die eigenen Wünsche

und Gegebenheiten angepasstes System

zusammen. Für den nächsten Milestone

EDE 2.2 steht unter anderem ein

mit FLTK gebauter Dateimanager namens

eFiler auf dem Programm.

Fazit

EDE ist eine sehr schnelle und vor allem

schlanke Desktop-Umgebung, die sich als

ideale Grundlage eignet, um ein System

selbst zusammenzustellen. Durch den

Einsatz von FLTK wirken selbst ältere Systeme

sehr agil. Allerdings existieren derzeit

nur wenige Tools, die auf diese

Bibliotheken aufbauen. Das zwingt im

Augenblick dazu, andere Toolkits wie GTK

oder Qt parallel zu betreiben. (cla) n

3 Im Live-System Rem-EDE, das auf Ubuntu 12.04 basiert, greifen Sie bei Bedarf auf die

Werkzeuge zur Konfiguration des Grundsystems zurück.

10.2014 www.linux-user.de

31


Netz&System

Hawaii/​Maui

Desktop-Umgebung Hawaii vereint

moderne Komponenten

Glasklare

Glaskugel

In der virtuellen Maschine gehen Sie auf eine

gefahrlose Reise in die Zukunft des Desktops unter

Linux mit dem Gespann Hawaii und Maui. Ferdinand Thommes

© Randi Scott, 123RF

Die Namen „Maui“ und „Hawaii“ beschwören

verlockende Bilder von endlosen

Stränden und glühenden Sonnenuntergängen

herauf. Was die glasklare Sicht

angeht, hält der moderne Desktop gleichen

Namens da locker mit. Das Vergnügen

ist in diesem Fall allerdings komplett

digital. Hawaii vereint viele Komponenten,

die auf dem Linux-Desktop die Zukunft

formen: Die Integration von Wayland

gehörte von Beginn an zu den

Entwicklungszielen, ebenso wie Qt, das

in der derzeit aktuellen Version 5 zum

Einsatz kommt. Das Anwenden von Qt-

Quick und QML zum Gestalten folgt

daraus wie von selbst. Die gerade frisch

veröffentlichte fünfte Inkarnation von

KDE bedient sich ebenfalls dieser Mittel.

Frühe Phase

Sowohl Maui als auch der dazugehörende

Desktop Hawaii befinden sich in einer

frühen Entwicklungsphase, die Weiterentwicklung

geht recht behäbig voran.

Anders formuliert: Derzeit handelt es

sich eher um eine Umgebung zum Testen

neuer Entwicklungen und weniger

um ein Projekt mit dem Ziel, die Linux-

Infrastruktur zu bereichern.

Zum Testen genügt eine virtuelle Maschine

wie Virtualbox oder Qemu in diesem

Fall nicht: Diese arbeiten noch nicht

mit dem neuen Protokoll Wayland zusammen,

das in den Startlöchern steht,

um das ältere Display-Server-Protokoll

des X-Window-Systems abzulösen.

README

Der Desktop Hawaii setzt auf Qt-Quick, unterstützt

Wayland und bringt den neuen

Simple Desktop Display Manager und einen

eigenen Compositor mit. Dank Komplettsystem

Maui testen Sie die Komponenten

gefahrlos in einer virtuellen Maschine.

Listing 1

localectl set‐x11‐keymap de pc105 nodeadkeys

Listing 2

[hawaii]

Server = http://archive.maui‐project.org/archlinux/$repo/os/$arch

SigLevel = Optional TrustAll

32 www.linux-user.de

10.2014


Hawaii/​Maui

Netz&System

Hawaii verdankt Wayland die auffällig

kristallklare Anzeige aller Elemente 1 .

Derzeit kommt als Compositor der für

Wayland entwickelte Weston zum Einsatz,

zusätzlich bringt das System einen

angepassten Compositor namens Green

Island mit. Somit ist Hawaii die erste

GUI auf Qt-Basis, die Wayland komplett

unterstützt, und auch die erste, die einen

eigenen Compositor mitbringt.

Der Entwickler integrierte darüber

hinaus einen eigenen Dateimanager

namens Swordfish . Sie bedienen den

Desktop ausschließlich über die am unteren

Rand befindliche Leiste. Im Menü

finden Sie neben dem Dateimanager

noch den Browser Qupzilla 2 und den

einfachen Bildbetrachter Eyesight.

Ein weiterer interessanter Ansatz findet

sich im (vom gleichen Entwickler

konzipierten) Basissystem Maui: Wo andere

Distributionen Paketmanager einsetzen,

verwendet Maui OSTree . Das

erlaubt, Software vorab zu kompilieren,

zu bündeln und als Ganzes auszuliefern.

Arch Linux aufbauen

Die besten Möglichkeiten zum Testen

von Hawaii bieten Arch Linux sowie des-

sen Derivate Antergos und Manjaro

. Arch Linux gehört deshalb zur ersten

Wahl, weil es bei aktueller Software

gleichzeitig den Betrieb mit einer minimalen

Basis erlaubt. So brauchen Sie keinen

X-Server oder andere Desktop-Umgebungen.

Nach der Installation des

Grundsystems stellen Sie zuerst auf das

deutsche Tastaturlayout um (Listing 1).

Danach ergänzen Sie die Datei pacman.

conf um den Eintrag aus Listing 2.

Die Eingabe des Befehls aus der ersten

Zeile von Listing 3 befördert die notwendigen

Pakete auf den Rechner. Obwohl

der Test keinen X-Server voraussetzt,

funktioniert Wayland nicht ohne Treiber

für die Grafikkarte. Eine Liste der verfügbaren

freien Treiber gibt der Befehl aus

Zeile 2 aus. Haben Sie den richtigen Treiber

ermittelt, installieren Sie ihn über

einen Befehl ähnlich dem in Zeile 3, der

beispielhaft den Aufruf für ein Intel-Modell

zeigt. Danach starten Sie den Desktop

über das Kommando in Zeile 4.

Für mehr Komfort installieren Sie den

vom Entwickler favorisierten, demnächst

bei KDE SC verwendeten Login-Manager

SDDM , den Sie mit einem AUR-Helper

über die von Benutzern bereitgestellten

Bauanleitungen integrieren.

Maui 0.0.2

LU/maui/

OSTree: Ansatz weg vom herkömmlichen,

an Paketen orientierten Modell der Distributionen

hin zu einem Git-ähnlichen Repository

des gesamten Dateisystems.

1 Ohne Schnickschnack dafür aber dank Wayland gestochen scharf zeigt sich der Hawaii-Desktop.

10.2014 www.linux-user.de

33


Netz&System

Hawaii/​Maui

und fügen am Ende der Liste mks.gl.

allowBlacklistedDrivers = "TRUE"

ein. Diese schaltet eventuell benötigte,

zusätzliche Treiber für die Grafik frei, die

VMware standardmäßig sperrt.

Als letzten vorbereitenden Schritt gehen

Sie in das Menü von VMware und

setzen unter Virtual Machine | Virtual

Machine Settings | Display einen Haken

bei Accelerate 3D Graphics.

Nun starten Sie das Image in der virtuellen

Maschine. Im darauf erscheinenden

Terminal geben Sie am Prompt den

Nutzernamen root ein und drücken [Eingabe].

Daraufhin starten Sie die grafische

Oberfläche mit dem Befehl /usr/

bin/hawaii‐terminal.

Fazit

2 Getreu dem Credo des Entwicklers kommen bei Maui ausschließlich Programme zum

Einsatz, die das System nicht unmäßig belasten, etwa der Browser Qupzilla.

VMware Player

Der zweite Weg, um Hawaii zu testen,

führt über die Distribution Maui. Zum

Test benötigen Sie neben dem Image für

64-Bit-Systeme noch den VMware-

Player sowie das Tool Driconf. Letzteres

installieren Sie aus dem Repository

der von Ihnen verwendeten Distribution.

Nach dem Einrichten starten Sie den

Player mit Root-Rechten, öffnen parallel

Driconf und ändern im Reiter Bildqualität

die Einstellung S3DC durch einen

Klick auf Yes. Diese färbt sich dabei von

Rot nach Grün 3 . Suchen Sie nun im

Home-Verzeichnis den Ordner vmware

und darin die Datei mit der Endung

.vmx. Diese öffnen Sie mit einem Editor

Obwohl Maui und insbesondere der

Desktop Hawaii eher als Experiment mit

teils allerneuesten Techniken dient, ist es

trotzdem hochinteressant. Am einfachsten

testen Sie das Gespann über den VMware-Player.

Nutzen Sie den Weg über

ein selbst gebautes Arch Linux, erhalten

Sie einen umfassenderen Eindruck.

Der Entwickler hat sein Werk als offenes

Community-Projekt angelegt, lässt

sich allerdings keinerlei Prognosen darüber

entlocken, wie es weitergeht. Wer

mit ihm in Kontakt treten möchte, findet

ihn im Kanal #maui‐project auf dem

Freenode-Server. (tle) n

Listing 3

01 pacman ‐Syu hawaii‐meta‐git

02 pacman ‐Ss xf86‐video| less

03 pacman ‐S xf86‐video‐intel

04 /usr/bin/hawaii

Weitere Infos und

interessante Links

www. linux‐user. de/ qr/31963

3 Damit Maui in der virtuellen Maschine richtig läuft, gilt es, per

Driconf S3D zu aktivieren.

Der Autor

Ferdinand Thommes lebt und arbeitet als

Linux-Entwickler, freier Autor und Stadtführer

in Berlin.

34 www.linux-user.de

10.2014


Schwerpunkt

Mezzo

SymphonyOS mit dem

WebKit-basierten Desktop „Mezzo“

Aus der Ecke

in die Mitte

© Creativedoxfoto

Mit dem Desktop Mezzo

zeigt das wiedererweckte

SymphonyOS eine interessante

Alternative zu althergebrachten

Umgebungen.

Erik Bärwaldt

README

Verschiedene neue Desktop-Umgebungen

warten mit innovativen Konzepten auf.

Mezzo aus den USA reduziert einzelne Bedienschritte

auf ein Minimum und wirkt optisch

trotzdem nicht angestaubt.

Allmählich bahnt sich unter Linux die

Ablösung herkömmlicher Desktop-Bedienkonzepte

an. Während die bisherigen

Vorreiter Gnome und KDE sich

durch verschiedene Modifikationen an

Technik und Aussehen sukzessive erneuern,

erblicken parallel immer mehr neue

Ansätze das Licht der Welt. Diese legen

bisherige Konzepte ad acta und stellen

stattdessen ergonomische Gesichtspunkte

in den Vordergrund.

Hardware, wie Touchscreens oder Displays

in den Formaten 16:10 und 16:9,

führen nicht nur andere Formfaktoren

ein, sondern erfordern neue Wege bei

der Interaktion.

SymphonyOS

Das aus den USA stammende Symphony

OS gehört eigentlich zu den älteren

Linux-Distributionen. Das System

wurde bereits im Jahr 2004 vorgestellt

und legte damals den Fokus sowohl auf

eine verbesserte Bedienbarkeit als auch

auf ein im Vergleich zu bisherigen Lösungen

schlankeres Design. Heraus kam

dabei der Desktop Mezzo, der bereits in

HTML programmiert war und die schnelle

Rendering-Engine Gecko nutzte.

Mezzo fiel in der Vergangenheit durch

einige Innovationen auf, die inzwischen

in mehrere große Desktops eingeflossen

sind: So bot die Oberfläche schon sehr

früh nicht mehr ein traditionelles Menü

für Programme und Aktionen an, sondern

Schaltflächen in allen vier Ecken

der Oberfläche mit jeweils genau definierten

Aufgaben. Ähnliches findet sich

heute in KDE. Das zunächst noch verwendete

Panel aus IceWM am unteren

Rand wich alsbald einem Dock.

Im Frühjahr 2014 gaben die Entwickler

nach rund fünf Jahren ohne neues Release

nun SymphonyOS 14.0 frei, das mit

Mezzo in Version 4 nun statt Gecko Web-

Kit als Renderer einsetzt. Geblieben ist

jedoch der extrem schlanke Fenstermanager

FVWM . Den Desktop haben die

Developer ebenfalls neu entworfen; er

36 www.linux-user.de

10.2014


Mezzo

Schwerpunkt

wirkt nun – mit der im August erschienenen

Version 14.1 – optisch deutlich konservativer

als seine früheren Vorgänger.

Aktuell

Die ebenfalls in SymphonyOS 14.1 genutzte

Mezzo-Variante wirkt auf den ersten

Blick wie Gnome 2: Am oberen und

unteren Rand befindet sich jeweils ein

Panel; der Desktop bleibt ansonsten frei.

Erst auf den zweiten Blick fällt auf, dass

sich in den Ecken der Leisten Schaltflächen

für spezifische Aufgaben befinden,

Menüs oder Schnellstarter fehlen.

Lediglich unten rechts findet sich ein

kleiner Bereich für Nachrichten mit Anzeige

der Uhrzeit und diversen Einstellungen

für Geräte. Ein Klick auf eine der

Schaltflächen in den Ecken befördert

eine stattliche Anzahl von Icons auf die

freie Bildschirmfläche.

Obwohl Mezzo ab hier an Gnome 3

erinnert, macht es doch einiges anders:

Die Starter sind nach Gruppen sortiert,

wobei das System jeweils nur eine angezeigt.

Das verhindert den Eindruck

eines mit unzähligen Icons überladenen

Bildschirms.

Ein weiterer Vorteil, der sofort ins

Auge sticht, liegt im Tempo beim Aufbau

der Elemente: Selbst umfangreiche

Icon-Sammlungen erscheinen ohne Zögern

auf dem Display, und das ganze

System wirkt flott.

Beim Öffnen von Programmen fällt

eine weitere Besonderheit auf: Die einzelnen

Applikationen zeigen eine modifizierte

Titelleiste, in der der Wiederherstellen-Knopf

fehlt 1 . Fenster erscheinen

stets im Vollbildmodus, sodass keine

überlagernden Fenster vorkommen.

Demzufolge fallen die entsprechenden

Schaltflächen weg.

Haben Sie ein Fenster geöffnet, so minimieren

Sie dieses über einen Klick auf

eine der vier Schaltflächen in den Ecken

des Desktops. Mezzo zeigt wieder die

Icons der jeweiligen Gruppe an, während

die minimierte Applikation im Panel

unten als Symbol erscheint.

Haben Sie mehrere Applikationen geöffnet

und minimiert, so wechseln Sie

also sehr schnell zwischen diesen durch

einen Klick auf das jeweilige Symbol,

wobei jede Applikation dann erneut den

gesamten Bildschirm für sich beansprucht.

Die obere Leiste übernimmt

dann jeweils die Funktion als Titelleiste

des gerade aktiven Programms.

Die Gruppen

Unten links findet sich die Gruppe Apps,

in der Applikationsprogramme liegen.

Ein Klick auf das Ordner-Symbol oben

rechts im Display öffnet den schlanken

Dateimanager PCManFM, der nach dem

Start das Home-Verzeichnis anzeigt.

Ein Klick auf die Schaltfläche unten

rechts öffnet den Logout-Dialog, wobei

dieser anders als bei gängigen Distributionen

nur drei Alternativen anbietet: das

Abmelden vom System, den Neustart

oder das Herunterfahren des Rechners.

Damit geht SymphonyOS auf sehr elegante

Weise all jenen Problemen aus

dem Weg, die unter Linux leider immer

noch durch häufig fehlerhafte ACPI-Tabellen

bedingt sind: Modi, wie Suspend

oder Hibernation des Systems erscheinen

gar nicht erst und fallen damit als

potenzielle Fehlerquelle aus 2 .

Systemverwaltung

1 Bei Mezzo öffnen sich Fenster grundsätzlich im Vollbildmodus.

In der Gruppe Settings oben links bündelt

SymphonyOS die Programme zum

Verwalten und Warten des Systems. Dabei

bedient es sich verschiedener Tools

aus den Beständen von Debian und

Ubuntu. Desktop-spezifische Software

kommt sowohl aus dem Bereich Gnome

als auch von XFCE und LXDE. Dadurch

wirkt die Sammlung in Bezug auf die Bedienkonzepte

relativ uneinheitlich.

10.2014 www.linux-user.de

37


Schwerpunkt

Mezzo

2 Beim Abmelden beschränkt sich der Logout-Dialog auf die grundlegenden Funktionen.

Die Entwickler legen jedoch Wert darauf,

dass das System einfach zu administrieren

ist: So finden sich keine mit Optionen

überladenen Programme wie bei

KDE im Fundus. Die wichtigsten Grundeinstellungen

erledigen Sie problemlos,

Gimmicks jeder Art suchen Sie jedoch

vergeblich 3 . Selbst viele Programme,

die die ACPI-Einstellungen insbesondere

bei mobiler Hardware manipulieren, fehlen

bei SymphonyOS.

Das bedeutet jedoch nicht, dass das

Betriebssystem dadurch mit Notebooks

nicht zusammenspielt: Im Test auf mehreren

Geräten mit Core-2-Duo- und Core-i-

Architektur machte das System dank der

Hardware-Erkennung von Debian und

Ubuntu eine ausgezeichnete Figur. Selbst

proprietäre Firmware, die beim originalen

Debian fehlt und daher vor allem Nutzern

von Intel-WLAN-Karten das Leben erschwert,

ist bei SymphonyOS integriert.

Als Manko ist zu verzeichnen, dass die

unterschiedlichen Programme nicht –

wie bei Mandriva oder OpenSuse – unter

einer einheitlichen Oberfläche zusammengefügt

sind. Ein zentrales Kontrollzentrum

erleichtert die Konfiguration

eines Systems deutlich.

Software

SymphonyOS enthält in der Standardinstallation

nur wenige der üblichen großen

Applikationen. Da das System je-

3 Bei SymphonyOS verwalten Sie die Komponenten wie Bildschirm, Lokalisierung oder Drucker und Netzwerk im Menü Settings mit

jeweils verschiedenen Programmen.

38 www.linux-user.de

10.2014


Mezzo

Schwerpunkt

doch Anleihen bei Ubuntu und Debian

nimmt, installieren Sie Programme aus

deren Fundus problemlos nach. Diese

erreichen Sie anschließend über den

entsprechenden Starter im Menü Apps.

Dabei besteht die Möglichkeit, die gewünschten

Applikationen sowohl grafisch

per GDebi Package Installer aus der

Gruppe Settings heraus auf die Festplatte

zu packen als auch im Terminal per

apt‐get install. Der per Icon anwählbare

grafische Installer Synaptic funktionierte

bei der von uns getesteten Variante

allerdings nicht.

Ergonomie

Der Mezzo-Desktop fällt weniger durch

optisch interessante Ideen denn durch

seine Technik auf. Das konsequent

durchgehaltene System, bei dem Sie

mittels zwei Klicks ohne Menüs zum Ziel

gelangen, ermöglicht ein sehr schnelles

Navigieren. Haben Sie jedoch sehr viele

Applikationen installiert, gerät selbst

Mezzo unübersichtlich, wenn sich zu viele

Icons in der Gruppe Apps tummeln.

Aufgrund der Anzeigen im Vollbildmodus

jeder geöffneten Applikation ist zudem

ein Überlagern von Fenstern nicht

möglich. Durch die Symbole in der unteren

Leiste für laufende Programme fällt

der Wechsel zwischen diesen aber leicht.

Das Auslagern des Dateimanagers aus

der Gruppe der herkömmlichen Programme

in eine eigene Schaltfläche erleichtert

den Zugriff auf dieses zentrale

Werkzeug. Aktionen via Drag & Drop

sind im Dateimanager durch den Vollbildmodus

zwar nicht mehr möglich. Es

besteht jedoch die Möglichkeit, bei

mehreren geöffneten Instanzen per

Copy & Paste Dateien zu verschieben.

Fazit

SymphonyOS zeigt mit dem Desktop

Mezzo einen interessanten Ansatz, um

die Oberfläche ergonomisch zu gestalten,

ohne dass Sie dabei auf einen modernen

Desktop verzichten müssten.

Aufgrund des Zwei-Klick-Systems und

lediglich vier Hauptgruppen ist das System

sehr einfach zu bedienen.

Sehr positiv ist zudem die äußerst

schnelle Arbeitsweise des Desktops zu

vermerken. Selbst größere Anwendungen

wie Firefox, die unter anderen Oberflächen

gelegentlich etwas träge starten,

geben sich hier keinerlei Blöße.

Das gestartete Betriebssystem inklusive

des kompletten Desktops benötigt lediglich

rund 190 MByte Arbeitsspeicher,

was das System für ältere Hardware geradezu

prädestiniert – selbst LXDE und

XFCE belegen inzwischen deutlich mehr

Speicherplatz. (agr) n

Weitere Infos und

interessante Links

www. linux‐user. de/ qr/ 31457

10.2014 www.linux-user.de

39


Schwerpunkt

Linux BBQ

© Tlorna, 123RF

76 Fenstermanager in einem System gebündelt

Das Barbecue

ist angerichtet

Wenn selbst die kleinen

Desktops noch zu groß sind,

dann lohnt ein Blick auf die

hier vorgestellten Fenstermanager.

Ferdinand Thommes

README

Die Entwickler von Linux BBQ zelebrieren

die Vielfalt kleiner Fenstermanager mit

einem System, das 76 verschiedene WMs

bündelt. Ideal also, um sich in Ruhe mit

weniger bekannten Vertretern zu beschäftigen

– und zu staunen, was freie Software

möglich macht.

Die meisten Anwender benutzen unter

Linux eine komplette Desktop-Umgebung,

andere verwenden den Rechner

ganz ohne X-Server. Dazwischen gibt es

die Kategorie der Fenstermanager. Nicht

so komfortabel – oder aufgeblasen – wie

Gnome oder KDE, jedoch visuell ansprechender

als ein Terminal.

Wem also selbst die leichten Desktops

noch zu viele Ressourcen verbrauchen

oder zu viel Schnickschnack bieten, der

findet im Repertoire des Teams von

Linux BBQ eventuell das Richtige: 76

Fenstermanager stellen die Entwickler in

einem System zum Testen bereit.

Eine der Stärken des X-Window-Systems

im Gegensatz zu den Betriebssystemen

von Microsoft oder Apple ist, dass

hier die Möglichkeit besteht, Funktionen

wie das Verschieben, Minimieren, Vergrößern

und Schließen von Fenstern getrennt

zu implementieren. Das fördert

größtmögliche Vielfalt 1 .

Diese Funktionen finden sich in grafischen

Toolkits, wie etwa Qt, GTK+, Clutter,

WxWidgets und anderen wieder .

Sie alle eignen sich zum Entwickeln

eines Fenstermanagers. Neben diesen

Funktionen zeichnet ein solches noch

die Dekoration um die Fenster, wie etwa

die Leiste mit dem Titel.

Einige bieten noch weitere Elemente

wie etwa Unterstützung für D-Bus,

Docks, Panel, Programmstarter, Icons auf

dem Desktop, optische Designs und Hintergrundbilder.

Das rückt sie teilweise in

die Nähe voll ausgebauter Desktop-Umgebungen.

Die meisten Fenstermanager

bieten die Möglichkeit, die Funktionen

komplett über die Tastatur anzusteuern.

Auch grafische Desktop-Umgebungen

schieben zwischen den X-Server und die

grafischen Umgebung einen Fenstermanager:

KDE verwendet dazu etwa Kwin,

bei Gnome 3 kommt Mutter zum Einsatz.

Compiz ist ein weiterer Fenstermanager,

der aber unabhängig von einer grafischen

Oberfläche ausgelegt ist. Bei diesen

Fenstermanagern handelt es sich

um Composition-Manager .

40 www.linux-user.de

10.2014


Schwerpunkt

Linux BBQ

Linux BBQ „Cream“ 20140608

bootfähig auf Heft-DVD

Die einfachen Fenstermanager unterscheiden

sich voneinander in ihrer jeweiligen

Erweiterbarkeit, der Art und

Weise, wie Sie diese bedienen und durch

die Art, Fenster darzustellen. Hier existieren

drei Herangehensweisen: Stacking

, Tiling und dynamisch .

Stacking- oder Floating-Window-

Manager erlauben das Überlappen von

Fenstern, während solche, die dem

Tiling-Konzept folgen, die Fenster ohne

Überschneidung wie Kacheln auf dem

Schirm anordnen (siehe Artikel zu Tiling-

Window-Managern in dieser Ausgabe).

Dynamische Fenstermanager beherrschen

beide Techniken und sind in der

Lage, zwischen diesen Techniken umzuschalten.

Keines der Konzepte hat klare

Vorteile; Gewohnheit und verschiedene

Vorlieben bestimmen hier die individuelle

Wahl.

Einige der 76 Programme, die die Macher

von Linux BBQ präsentieren, kommen

Ihnen vielleicht bekannt vor: Dazu

zählen vermutlich Openbox , Ice-

WM und Fluxbox . Viele der bekannteren

Vertreter basieren wieder auf weniger

bekannten. So sind etwa Fluxbox

und Openbox von Blackbox abgeleitet.

Dann gibt es noch Namen, die ab

und an fallen, wie etwa Awesome , Sawfish

, Ratpoison oder Xmonad .

Der Großteil der versammelten Fenstermanager

war aber selbst erfahrenen

Testern nicht geläufig. Das online zum

Download angebotene Image, das

auf den Namen „Cream“ hört, präsentiert

vermutlich mit 76 Stück den Großteil der

heute noch gepflegten Fenstermanager.

Das System erlaubt das Ausprobieren

der einzelnen Fenstermanager, um die jeweilige

Ausstattung und die graduell unterschiedlichen

Bedienkonzepte und den

Grad an Komfort zu beurteilen. Wer hier

nichts findet, dem bleibt vermutlich als

letzter Ausweg nur der Bau eines eigenen

Window-Managers. Alle versammelten

Fenstermanager sind ohne Anpassungen,

so wie von den Entwicklern ausgeliefert,

auf dem Image vorhanden 2 .

Nach dem Start zeigt das System als

Erstes ein Auswahlmenü. Der erste Punkt

bietet die Möglichkeit, Tastatur, Netzwerk

und Zeitzone einzustellen. Der dabei

abgefragte Benutzername und das

Passwort lauten beide bbq.

Die Basis bildet Debian Sid und benutzt

den Kernel von Siduction. Auch

das Netzwerktool Ceni ist dort entliehen.

Die Auswahl der X-Session erlaubt anschließend

das komfortable Testen der

einzelnen Window-Manager.

Falls Sie auf der Webseite von Linux

BBQ stöbern, bietet sich ein Blick auf das

weitere Schaffen dieser liebenswerten

Linux-Chaoten: Das Team um Julius

„MachineBacon“ Hader hat bereits über

100 verschiedene Images veröffentlicht,

fast alle auf der Basis von Debian „Unstable“.

Hader und seiner Entwickler-

Crew ist dabei nichts heilig. Sie wollen in

erster Linie Spaß haben und nehmen

sich selbst ebenfalls nicht sonderlich

ernst. Sie kombinieren alles mit jedem,

vieles bleibt dem Anwender zur gefälligen

Konfiguration überlassen.

Auf der einen Seite vertreten sie das

KISS-Prinzip der Einfachheit und der

minimalistischen und leicht verständlichen

Lösung eines Problems. Auf der

anderen nehmen sie aber Lennart Poettering,

den Entwickler von Avahi, Pulseaudio

und Systemd, der sich nicht unbedingt

an das KISS-Prinzip und einige an-

1 Vom Kernel zur Ausgabe auf dem Bildschirm durchwandert das

Signal zahlreiche Schichten, darunter den Fenstermanager.

Weitere Infos und

interessante Links

www. linux‐user. de/ qr/ 33278

42 www.linux-user.de

10.2014


Linux BBQ

Schwerpunkt

dere Unix-Dogmen hält, gegen die Gestrigen

in Schutz, die keinen Fortschritt

dulden wollen .

Fazit

Linux BBQ zeigen auf, wie riesig der Baukasten

Linux eigentlich ist, und dass es

unendliche Kombinationsmöglichkeiten

gibt. Die Entwickler frönen der Vielfalt

und lachen über jene, die behaupten,

wenn es mehr Einheitlichkeit gäbe, ließen

sich Kräfte bündeln und der Durchbruch

wäre wahrscheinlicher.

Dem Projekt ist der Durchbruch von

Linux egal. Für sie ist das freie Betriebssystem

längst da angekommen, wo es

nach Ansicht der Developer hingehört,

nämlich auf den Grill von Grillmeister

Hader, auf dass weitere skurrile Kombinationen

auf den Teller kommen. Die

Kernaussage ist: „Was wir können, kannst

Du auch. Roast your own.“ In diesem Sinne:

fröhliches Stöbern! (agr) n

2 Wer auf den Ctwm setzt, bekommt einen Fenstermanager ohne Schnörkel.

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43


Praxis

Desktop Publishing

Die meisten professionellen Printprodukte

entstehen im Programm-Trio

Indesign, Illustrator und Photoshop von

DTP-Marktführer Adobe. Doch auch mit

den freien Werkzeugen Scribus und

Inkscape gelingt ohne Weiteres das

Design von technisch einwandfreien

Druckvorlagen für eine Offsetdruckerei.

Druckereien vermarkten ihre Dienste heute

zu Kampfpreisen via Internet. Linux liefert

mit Inkscape und Scribus zwei Programme,

die zusammen die Grundlage für hochwertige

Druckvorlagen liefern. Peter Kreußel

README

Mit Scribus 1.4.4 und Inkscape 0.48

erzeugen Sie technisch einwandfreie PDF-

Vorlagen für eine Druckerei. In Inkscape erstellen

Sie den grafischen Entwurf, Scribus

generiert daraus ein standardkonformes

PDF im CMYK-Farbraum. Da Inkscape ausschließlich

RGB-Bitmaps generiert, übersetzt

das Tool Convert diese in den beim

Druck gefragten CMYK-Farbraum.

© Dejan Krsmanovic, 123RF

Beispiel CD-Cover

Als handlichstes Vektorgrafikprogramm

für Designzwecke gilt nach wie vor Inkscape.

Es bringt vielfältige Werkzeuge

und Effekte mit, die dem kreativen Fluss

freien Raum lassen. Zudem bindet es

auch externe Bitmaps und Text ein.

Abbildung 1 zeigt den Entwurf eines

CD-Covers in Inkscape. Oben sehen

Sie die vom Presswerk bereitgestellte

Vorlage, die während der Arbeit als

Schablone für die Seitengröße dient.

Bei dem drei Millimeter breiten roten

Rand handelt es sich um die sogenannte

Beschnittzugabe, die beim Zuschneiden

des Druckbogens wegfällt. Der Toleranzen

der Schneidemaschine wegen

muss das Design in diesem Bereich dennoch

bruchlos weiterlaufen.

Das durch eine Schraffur hervorgehobene

Foto der Interpretin wurde direkt

im RGB-Farbformat eingebunden. Das

Umwandeln in das für den Druck erforderliche

Farbformat CMYK erfolgt erst

beim Export des gesamten Covers. Aus

den grünen Poly gonen auf der Vorderund

Rückseite des Covers macht eine

Unschärfe von 90 Prozent in den Einstellungen

für die Objektfüllung später

weiche Lichtspots.

Bei den Schriften auf der Frontseite

sorgt der Effekt Schatten und Lichter |

abgesetzter Lichthof für eine sanfte Unschärfe.

Der kleine in Magenta hervorgehobene

Keil an der linken Kante der

ockerfarbenen Umrandungen fügt auf

einer Seite Unschärfe hinzu.

TIPP

Das nützliche Inkscape-Handbuch erleichtert

den Einstieg in das Mal- und Zeichenprogramm.

44 www.linux-user.de

10.2014


Desktop Publishing

Praxis

Farbecht

Damit die Farben des Druckerzeugnisses

später nicht zu stark von denen auf dem

Bildschirm abweichen, legen Sie zunächst

das für Ihren Monitor passende

Farbprofil fest. Dieses suchen Sie im Internet

mit den Begriffen icc profile, icm

profile oder color profile und der Typenbezeichnung

des Monitors.

Manchmal finden Sie die ICC- oder

ICM-Datei auch direkt auf der mitgelieferten

CD, teilweise aber auch erst nach

einer Installation des Bildschirmtreibers

unter Windows. Das Iiyama-Monitorprofil

des Autors kopierte das Setup unter

Windows 7 ins Verzeichnis Spool\Drivers\Color\

in C:\Windows\System32\.

Neuere Monitore besitzen oft einen

SRGB-Modus, über den sich die Farbdarstellung

dem gleichnamigen Farbprofil

anpassen lässt. Dieses und weitere gängi­

ge Profile erhalten Sie bei Adobe . Kopieren

Sie die ICC- oder ICM-Dateien in

den Ordner /usr/share/color/icc/, auf

den alle Linux-Anwendungen zugreifen.

Manche Distributionen liefern auch ein

Paket adobe-profiles oder ähnlich mit.

Inkscape verwaltet die Profile unter

Datei | Inkscape-Einstellungen | Farb-Management

als Anzeigeprofil und Geräteprofil

2 . Das Anzeigeprofil normiert die

Farbwiedergabe des Bildschirms, das Geräteprofil

simuliert die Farbwiedergabe

der Druckmaschine auf dem eigenen

Rechner. Aktivieren Sie darin die Druckfarbenvorschau

mit Simulieren der Ausgabe

auf den Bildschirm.

Setzen Sie auch bei Schwarz punkt anpassung

den Haken, um die Helligkeitsdarstellung

zu optimieren. Für Anzeigeversatz

und Gerätewiedergabe-Bedeutung,

beides Übersetzungen des englischen

Begriffs „rendering intent“, wählen Sie

1 So entstand das Design in Inkscape: Die Seitengröße folgt der Schablone des Presswerks. Die Lichtkeile

unten erscheinen in dieser Bearbeitungsstufe noch ohne die später hinzugefügte starke Unschärfe.

10.2014 www.linux-user.de

45


Praxis

Desktop Publishing

2 Mit den passenden Profilen für den Bildschirm (blau) und für die Druckmaschine (rot)

arbeitet das Inkscape-Farbmanagement exakt.

Wahrnehmung. Dann stellt Inkscape die

Farben auf dem Bildschirm so dar, dass

sie den Druckfarben in der menschlichen

Wahrnehmung möglichst nahe kommen.

Generika

Druckereien, die kein Standardprofil wie

SRGB oder CMYK verwenden, geben

meist eines vor, das sie Ihnen unter Umständen

auch zuschicken. Im Zweifelsfall

fragen Sie nach dem Farbprofil für die

Druckmaschine. Preisgünstige Druckereien

sparen sich diesen Mehraufwand oft

und arbeiten ohne Farbmanagement.

So war es auch bei der Produktion unserer

CD-Hülle 3 . Sie zeigt deswegen

eine erkennbare, aber erträgliche Abweichung

zwischen der Monitordarstellung

und dem Druck. Als Geräteprofil für den

Druck kam das in Europa gängige Profil

ISO Coated v2 zum Einsatz. Auf gängige

Offsetdruckmaschinen zugeschnitten,

kommt es deren Farbwiedergabe zumindest

nahe, selbst wenn die Druckerei

ohne Farbmanagement arbeitet.

Bei der Auswahl generischer Profile

verwenden Sie beim Einsatz beschichteten

Papiers idealerweise Coated, bei unbeschichtetem

Uncoated (hier fallen die

Farben gedeckter aus). Auf jeden Fall

sollten Sie generische Profile für Monitor

und Druckmaschine dem Arbeiten ohne

Farbmanagement vorziehen, denn wenigstens

findet dann ein Umrechnen

vom RGB-Farbraum nach CMYK statt

(siehe Kasten RGB und CMYK).

RGB und CMYK

Das menschliche Auge besitzt drei Typen

von Farbrezeptoren, die auf Licht unterschiedlicher

Wellenlängen reagieren. Darum

lässt sich am Monitor mit einer passenden

Mischung aus rotem, blauen und grünem

Licht jeder beliebige Farbeindruck erzielen.

Während leuchtende Bildpunkte dem dunklen

Schirm mehr Licht hinzufügen (additive

Farbmischung), arbeitet der Farbdruck umgekehrt:

Die Druckfarben filtern aus dem

vom Papier reflektierten weißen Licht, das

aus gleichen Anteilen von Rot, Grün und

Blau besteht, Spektralanteile heraus (subtraktive

Farbmischung).

Diese Technik benötigt andere Grundfarben:

Leuchten beim Bildschirm die roten

und grünen Teilpixel, sieht das Auge gelb.

Mischen Sie dagegen rote und grüne Wasserfarbe,

so entsteht theoretisch Schwarz,

wegen der unvollkommenen Filtereigenschaften

der Farbpigmente in der Praxis

Grau. Die rote Wasserfarbe lässt rotes Licht

passieren und filtert Grün und Blau aus, die

grüne dagegen lässt Grün durch und blockiert

Rot und Blau. Diese Kombination absorbiert

also alle drei Farbkomponenten.

Der Farbdruck benötigt deshalb Grundfarben,

die nicht zwei, sondern nur eine der

vom Auge wahrgenommenen Rot-, Grünoder

Blaukomponenten herausfiltern.

Dies ist bei einer Mischung aus jeweils zwei

der RGB-Komponenten am Bildschirm der

Fall, wie Abbildung 4 zeigt: Cyan (Grün

und Blau), Magenta (Rot und Blau) und

Gelb (Rot und Grün). Für kontrastreichen

Text sorgt die Zusatzfarbe Schwarz.

Rechnerisch erscheint das Umwandeln von

RGB in CMYK zwar simpel, muss aber in der

Realität auch die Unvollkommenheit der

Farbpigmente berücksichtigen. Am Bildschirm

strahlt ein roter Leuchtpunkt auch

kleine Mengen von Grün und Blau ab, was

die Farbe aufhellt. Druckfarben dagegen absorbieren

in geringem Umfang Spektralkomponenten,

die sie eigentlich durchlassen

sollten, und wirken daher dunkler als zu erwarten.

Die leichte Gelbfärbung des Papiers

schwächt zudem Blauschattierungen ab.

Mit Profil

Um ein Farbprofil im Dokument zur Verfügung

zu stellen, öffnen Sie Datei | Dokumenteinstellungen…

| Farbmanagement

und verknüpfen das gewünschte

Profil mit dem Dokument.

Bisher simuliert Inkscape die Druckfarben

im CMYK-Farbraum nur auf dem

Bildschirm. Selbst wenn Sie im Farbwähler

den Reiter CMYK verwenden, rechnet

das Programm intern mit RGB-Farben.

Um das zu ändern, klicken Sie mit der

linken Maustaste auf ein Objekt mit

Farbfüllung und öffnen aus dem Kontextmenü

Füllung und Kontur. Wechseln

Sie im Dialog zum Reiter CMS („Color

Management System“) und wählen Sie

das schon bei der Simulation der Druckfarben

zuvor verknüpfte Farbprofil 5 .

Inkscape kennt keine durchgängigen

CMYK-Dokumente, ordnet aber wie beschrieben

einzelne Farben dem CMYK-

Farbraum zu. Diese kommen beim Import

der von Inkscape erzeugten SVG-

Datei in Scribus auch als solche an. Mit

46 www.linux-user.de

10.2014


Desktop Publishing

Praxis

diesem Farbmanagement und dem SVG-

Import in Scribus existiert zwischen den

Programmen ein ungebrochener CMYK-

Workflow, sogar mit durchgängigem

Farbmanagement – zumindest theoretisch.

In der Praxis machen hier aber oft

Unzulänglichkeiten des Scribus-Importfilters

einen Strich durch die Rechnung.

So gehen beim SVG-Import alle Effekte

verloren. Schon die simple Unschärfe

des grünen Farbkeils fällt dabei unter

den Tisch, ebenso der Lichthof an der

Schrift. Um derartiges mittels Scribus in

ein standardkonformes CMYK-PDF zu

verpacken, bleibt nur der Umweg über

einen Bitmap-Export aus Ink scape. Zudem

exportiert das Zeichenprogramm

Bitmaps und PDFs ausschließlich in RGB,

weswegen es sich nicht zum Erzeugen

farbechter Druckvorlagen eignet.

Über Bande

Exportieren Sie daher zunächst alle Elemente

aus Inkscape, die Sie in Scribus

weiterverarbeiten möchten, als PNG-Bitmap

mit 300 dpi Auflösung. Inkscape

verpackt Teilauswahlen in eigenständige

Dateien und merkt sich die den Ausschnitten

zugeordnete Dateinamen.

Beim CD-Cover-Projekt wurden Frontund

Rückseite in einem Stück exportiert

und in Scribus in einen vollseitigen Grafikrahmen

eingebunden. Da die Software

niedrig aufgelöste Vorschauen erzeugt,

kommt sie auch bei mehreren

MByte großen Bitmaps nicht ins Stocken.

Vor dem Einbinden gilt es, die von Inkscape

erzeugten RGB-Bitmaps in den

CMYK-Farbraum umzuwandeln. Die erledigen

Sie mit dem Kommandozeilenprogramm

Convert aus dem Imagemagick-

Paket (Listing 1).

Geben Sie beim Convert-Aufruf den

Pfad zu demjenigen Farbprofil an, das

Sie auch zur Simulation der Druckfarben

in Inkscape verwenden. Danach enthalten

die Bitmaps genau jene CMYK-Farbschattierungen,

die Inkscape bereits auf

dem Bildschirm simulierte. Da PNGs kei­

3 Auf der linken Seite sehen Sie das CD-Cover als Endprodukt, rechts die Ansicht des Designs in Scribus. Zwar fallen die Unterschiede

vergleichsweise gering aus, sie sind aber doch zu erkennen.

10.2014 www.linux-user.de

47


Praxis

Desktop Publishing

4 Die subtraktive Farbmischung, bei der

die Farbpigmente aus dem Weiß des Papiers

Spektralanteile herausfiltern, erfordert

andere Grundfarben (Cyan, Magenta,

Gelb) als die additive Farbmischung mit

leuchtenden roten, grünen und blauen

Pixeln auf dem Monitor.

ne CMYK-Farben unterstützen, kam hier

das TIFF-Format zum Einsatz. Auch die

Rendering Intention und die Blackpoint

compensation setzen Sie wieder genau

wie in Inkscape.

Der Text auf der Rückseite des Covers

wurde beim Export aus Inkscape ausgespart:

Fließtext sollten Sie der Schärfe

wegen in Scribus neu erstellen. Um ihn

exakt zum Design passend einzufärben,

importieren Sie via Datei | Importieren |

Vektorgrafik importieren dennoch die Inkscape-SVG-Datei,

ignorieren alle Fehlermeldungen

und löschen das Importergebnis

danach wieder. Die aus der Inkscape-Datei

importierten Farben bleiben

in der Scribus-Farbpalette zurück 6 .

Achten Sie darauf, dass im Inkscape-

Dokument alle Farben, auf die Sie in Scribus

zugreifen möchten, wie beschrieben

mit dem Farbprofil für den Druck verknüpft

sind. Möchten Sie in Scribus weitere

Farben definieren (Bearbeiten | Farben

| Neu), dann wählen Sie das Farbmodell

CMYK und lassen die Option

Schmuckfarbe deaktiviert: Diese erfordern

eine eigene Druckplatte, was die

Kosten unnötig in die Höhe treibt.

Ähnlich wie bei Schriften ist auch bei

Bildelementen in den Druckgrundfarben

Vorsicht geboten: Da die Druckmaschine

hier nicht rastert, deutet sich an den

Kanten spätestens bei Auflösungen unter

800 dpi ein Treppeneffekt an. Für

eine optimale Qualität exportieren Sie

ein solches Objekt daher aus Inkscape

gesondert in 1200 dpi oder speichern es

darin als normales SVG. Solange es keine

Effekte enthält, importiert Scribus das

Format ohne Probleme. SVG-Elemente

bettet der PDF-Export genau wie die in

Scribus erzeugten Schriften als Vektorgrafiken

ein, die sich in beliebiger Auflösung

drucken lassen.

Dies gilt ganz ähnlich auch für Vektorformen,

die Sie direkt im Satzprogramm

zeichnen. Zur Verfügung stehen unter

anderem Bézierkurven, Polygone sowie

Standardformen wie Kreise und Ellipsen,

aber auch Pfeile und Smileys. An den

Funktionsumfang von Inkscape reichen

die Fähigkeiten dieser Werkzeuge allerdings

bei weitem nicht heran.

5 Im Reiter CMS des Dialogs

Füllung und Kontur

verknüpfen Sie die Farbe

des jeweiligen Objekts mit

dem Farbprofil, das Sie

auch für die Druckeinstellung

verwenden.

6 Auch wenn der Scribus-SVG-Importfilter

Schwächen aufweist,

übernimmt er zumindest

die mit einem

Farbprofil verbundenen

Farben aus Inkscape.

Fast am Ziel

Wie schon in Inkscape schalten Sie auch

in Scribus als erstes unter Datei | Dokument

einrichten das Farbmanagement

ein 7 . Hier wählen Sie die bereits vorher

eingesetzten Profile für Monitor und

Drucker aus. Das Druckerprofil verwenden

Sie außerdem für CMYK-Bilder und

CMYK-Füllfarben. RGB-Bilder und RGB-

Füllfarben sollten in handwerklich korrekten

Druckvorlagen allerdings ohnehin

nicht vorkommen.

Danach richten Sie unter Datei | Dokumenteinstellungen

| Dokument das Seitenformat

auf die Papiergröße nach der

Vorlageschablone ein und wählen für

das Booklet ein Doppelseiten-Layout. Beachten

Sie dabei den Anschnitt von drei

Millimetern.

Legen Sie dann die gewünschte Anzahl

von Seiten fest (Seite | Einfügen). Für

das Frontcover ziehen Sie mit dem Bildrahmen-Werkzeug

einen ganzseitigen

Rahmen auf. Markieren Sie diesen nach

dem Einfügen mit dem Auswählen-Werk­

48 www.linux-user.de

10.2014


Desktop Publishing

Praxis

zeug (weißer Pfeil) und justieren Sie seine

Position in der Palette Eigenschaften

([F2]) auf Seitengröße plus Beschnittrand.

Das Bitmap aus Inkscape laden Sie

schließlich mit [Strg]+[I].

Versandfertig

Anders als Inkscape eignet sich Scribus

bestens für das Erzeugen von Druckvorlagen:

Es erzeugt konforme PDFs gemäß

dem für den Druck entworfenen X-

3-Standard. Die nachstehend aufgeführten

Einstellungen finden Sie unter Datei |

Exportieren | Als PDF speichern.

Im Reiter Allgemein vermeidet die

Wahl von Verlustlos - Zip als Komprimierungsmethode

das Auftreten unschöner

Kompressionsartefakte 8 . Kompatibilität

legt das PDF-Unterformat für den Export

fest. Lediglich PDF/​X-3 ermöglicht

das Einbetten von Farbprofilen und damit

ein bruchloses Farbmanagement in

der Druckerei.

Allerdings verarbeiten nicht alle Druckereien

diese relativ neue Format. Klären

Sie daher vorher ab, welches PDF-Format

Ihr Dienstleister erwartet. Das Presswerk

unserer Demo-CD zum Beispiel akzeptierte

nur das inzwischen veraltete

PDF 1.4, welches das Satzprogramm

ebenfalls kennt.

Im Reiter Schriftarten betten Sie entweder

alle Dokumentschriftarten vollständig

ein (alle Einbetten) oder wandeln

sie in Kurven um, was Abweichungen

noch zuverlässiger ausschließt. Unter

Farbe wählen Sie für PDF 1.3 bis 1.5 die

Option Ausgabe vorgesehen für: Drucker.

Lediglich X-3-PDFs erlauben das Einbetten

von Druck-Farbprofilen im Reiter

Pre-Press unter Ausgabeprofil. Hier akti­

Listing 1

Weitere Infos und

interessante Links

www. linux‐user. de/ qr/33335

$ convert rbg_bild.png ‐intent perceptual ‐black‐point‐compensation

‐profile /usr/share/color/icc/ISOcoated_v2_eci.icc cmyk_bild.tiff

10.2014 www.linux-user.de

49


Praxis

Desktop Publishing

platzierten Registriermarken, Farbbalken

sowie die Seiteninformationen erleichtern

dem Drucker je nach eingesetztem

Verfahren die Arbeit, schaden aber zumindest

nicht, da sie außerhalb des zu

druckenden Bereichs liegen. Aktivieren

Sie darum alle drei.

Fazit

7 Wie schon in Inkscape basiert das Scribus-Farbmanagement auf einem RGB-Bildschirmprofil

(blau) und einem CMYK-Druckprofil (rot). Aktivieren Sie für eine Simulation

der Druckfarben die markierten Kontrollkästchen unten im Dialog.

vieren Sie noch mindestens die Optionen

Schneidemarken und Anschnitt marken,

die der Druckdienstleister für eine korrekte

Ausrichtung der Seite benötigt 9 .

Die Anschnitteinstellungen legen die

Position der Anschnittmarken gemäß

den Vorgaben der Druckerei fest. Die außerhalb

des eigentlichen Druckbereichs

Mit dem Bitmap-Export in 300 dpi und

der Farbraumumwandlung mit Convert

existiert ein für Druckvorlagen geeigneter

CMYK-Workflow für das Zeichenprogramm

Inkscape und das DTP-Programm

Scribus. Ersteres sorgt für grafisch ansprechende

Designs, letzteres generiert

standardkonforme PDF-Dateien, die Druckereien

problemlos weiterverarbeiten.

Zwar greifen die Arbeitsschritte nicht

so passgenau ineinander wie bei den

Profiprogrammen Illustrator und Indesign.

So bläht beispielsweise das Umwandeln

der Vektorformen in hochauflösende

Bitmaps die Größe des Druckvorlagen-PDFs

unnötig auf. Bei nicht gerasterten

Vollfarben treten bei einer Auflösung

von 300 dpi besonders bei Schriften

noch Treppeneffekte auf, die sich allerdings

durch separaten Export vermeiden

lassen. (tle) n

8 Scribus beherrscht das speziell für den Druck entwickelte

PDF/​X-3-Format. Die Wahl von Verlustlos - Zip als Komprimierungsmethode

bewahrt die Qualität von eingebetteten Bildern.

9 Im Reiter Pre-Press finden Sie alle speziell für den Druck gefragten

Einstellungen, so unter anderem Schneide- und Anschnittmarken

sowie die Anschnitteinstellungen.

50 www.linux-user.de

10.2014


Schwerpunkt

Mediathek

© Paul Grecaud, 123RF

OpenTeacher:

Neues Konzept für Lernsoftware

Schöner

lernen

Bislang gab es nur wenig Lernsoftware,

die sich fächerübergreifend

einsetzen lässt. Mit Open­

Teacher steigt nun ein neues Programm

mit interessantem Konzept

in den Ring. Erik Bärwaldt

README

OpenTeacher wendet sich an Schüler aller

Jahrgangsstufen ebenso wie an Lehrer, die

ihren Unterricht individualisieren wollen.

Wir zeigen, was die Software leistet.

Qualitativ hochwertige Lernsoftware

aus vielen freien Projekten hat sich unter

Linux inzwischen fest etabliert. Neben

statischen Lernprogrammen gibt es

auch sehr flexible Autorensysteme, bei

denen die Lehrer Inhalte für ihre Schüler

selbst zusammenstellen können. Das

OpenTeacher-Projekt beschreitet jedoch

konzeptionell völlig neue Wege: Die

Software eignet sich gleichermaßen als

Autoren- und als Lernsystem für Lehrende

wie Schüler, vereint unterschiedliche

didaktische Methoden unter einer einheitlichen

Oberfläche und deckt auch

noch mehrere Disziplinen ab.

Die meisten gängigen Distributionen

stellen bereits Binärpakete für Open-

Teacher in ihren Repositories bereit. Zusätzliche

Binaries für verschiedene Distributionen

sowie den Quelltext finden Sie

auf der Website des Projekts unter

http:// openteacher. org. Für einige ältere

Betriebssystemvarianten lassen sich

auch aktuelle Binärpakete nutzen: So

klappt die Installation des Mageia-4-Binaries

auch problemlos unter älteren

Mageia- und Mandriva-Versionen.

Erster Start

Nach einem zügigen Start aus dem

Menü Applikationen | Bildung öffnet sich

ein unscheinbares Programmfenster, das

schon auf den ersten Blick den enormen

Funktionsumfang der Software erahnen

lässt: Drei große Schaltflächen, die das

Anlegen von multimedialen, geografischen

und linguistischen Lektionen ermöglichen,

sowie ein Tastaturtrainer

stellen die dominierenden Elemente des

Hauptfensters dar 1 .

Im unteren Bereich des Fensters ermöglichen

zwei Dialoge das Laden bereits

angelegter Lektionen von lokalen

Speichermedien oder aus unterschiedlichen

Quellen im Internet. Die zuletzt

52 www.linux-user.de

10.2014


Mediathek

Schwerpunkt

Hier geben Sie auch per Häkchen vor, ob

OpenTeacher Orte oder Wörter ausspricht.

Die jeweiligen Modifikationen in

den Einstellungsdialogen müssen Sie

nicht manuell speichern, das Programm

aktiviert sie sofort.

OpenTeacher 3.2

LU/openteacher/

Lektion erfassen

geöffneten Lektionen erscheinen rechts

in einem gesonderten Listenfenster.

Eine kleine, am oberen Fensterrand

horizontal angeordnete Schalterleiste

gestattet das schnelle Laden, Speichern

und Drucken bereits vorhandener Trainingseinheiten.

Darüber befindet sich

noch eine Menüleiste.

Los geht’s

Zunächst sollten Sie über das Menü Bearbeiten

| Einstellungen die grundlegenden

Präferenzen für die Arbeit mit dem

Programm festlegen. Der Einstellungsdialog

fällt bei OpenTeacher dabei ungewohnt

üppig aus, weil die Software unterschiedliche

Zielgruppen mit verschiedensten

Übungsformen bedient und

sich somit sehr flexibel einsetzen lässt.

Am unteren Fensterrand finden Sie

deshalb eine stattliche Anzahl von Reitern,

die jeweils in Untermenüs verzweigen.

Um einen besseren Überblick zu erhalten,

empfiehlt es sich, das Programmfenster

zu maximieren. Ansonsten übersehen

Sie leicht Optionen in der Reiterleiste.

Im Einstellungsdialog stellen Sie

zunächst sicher, dass unten rechts der

erweiterte Modus eingestellt ist, der alle

Einstellmöglichkeiten eröffnet.

Die wichtigsten Parameter finden Sie

anschließend im Reiter Übungseinheiten

für Wörter, in dem Sie auch die Abfragemethode

für Vokabeltests definieren. Für

Sprachübungen, bei denen die Software

Begriffe vorspricht, aktivieren Sie zusätzlich

im Reiter Aussprache unter Voice

name (language) die Alternative german.

Um eine erste Lektion zum Lernen von

Vokabeln anzulegen, klicken Sie im

Hauptfenster des Programms auf die

Schaltfläche Wörter-Lektion erstellen. Sie

erhalten nun in einem neuen Reiter ein

übersichtliches Menü, in dem Sie Vokabel-

oder Begriffslisten anlegen.

Rechts im Fensters sehen Sie in den

drei Reitern Symbole, Griechisch und

Kyrillisch entsprechenden Buchstabenlisten,

aus denen Sie beim Anlegen der

Frage/​Antwort-Liste spezielle Zeichen

bequem per Mausklick in die Vokabeldatei

integrieren 2 .

Nach dem Fertigstellen der Lektion

speichern Sie diese mit einem Klick auf

die Schaltfläche Speichern unter ab. Dabei

offenbart sich ein Stolperstein der

Software: Als Standardspeicherformat

nutzt OpenTeacher HTML. Eine so gespeicherte

Datei können Sie auch auf

Rechnern öffnen, auf denen Open-

Teacher nicht installiert ist. Die Listen erscheinen

dann in optisch leicht aufbereiteter

Form im Webbrowser 3 .

Allerdings lässt sich eine solchermaßen

abgelegte Datei nicht erneut laden

1 Das übersichtlichen Hauptfenster von OpenTeacher erlaubt

das Anlegen verschiedener Übungen.

10.2014 www.linux-user.de

53


Schwerpunkt

Mediathek

2 Das Anlegen einer Lektion in Listenform.

und in OpenTeacher verwenden. Wählen

Sie daher im Speicherdialog im Auswahlfeld

Filter: aus den vielen unterstützten

Dateiformaten am besten die Variante

Open Teaching - Wörter. Eine so abgelegte

Datei können Sie jederzeit mit Open-

Teacher erneut nutzen.

Über die Schaltfläche Drucken geben

Sie die erstellte Liste auf Papier aus, beispielsweise,

um sie auf Rechtschreibfehler

zu überprüfen.

Lektion erlernen

Um eine frisch erfasste Lektion zu erlernen,

starten Sie die entsprechende

Übung direkt im Programmfenster, indem

Sie in den Reiter Bring es mir bei! am

unteren Bildschirmrand wechseln. Die

Software fragt nun zunächst die Lehrmethode

ab, die Sie auch im Einstellungsmenü

vorab bereits per Häkchen

definieren kann. Nachdem dem Auswählen

einer Methode klicken Sie unter den

Einstellungsoptionen auf die Schaltfläche

Ich bin bereit, starte die Lektion!.

Nun fragt die Software die einzelnen

Wörter aus der Liste ab. Dabei liest

OpenTeacher diese, sofern Sie in den

Einstellungsdialogen im Reiter Aussprache

die vorhandenen Optionen aktiviert

haben, mit einer synthetischen Stimme

vor. Anschließend geben Sie die Antwort

in einem Textfeld ein und klicken auf

Überprüfe!. Bei Bedarf überspringen Sie

auch einzelne Abfragen. Die Software

zeigt Ihnen durch einen Fortschrittsbalken

am unteren Rand des Programmfensters

den aktuellen Stand der Übung

an, fehlerhaft beantwortete Fragen stellt

sie dabei erneut 4 .

Für verspieltere Naturen bietet Open-

Teacher noch die Option, bei den Abfra-

3 In OpenTeacher angelegte Lektionen im HTML-Format lassen

sich auf jedem Rechner anzeigen und ausdrucken.

4 Unbestechlich: Die Tests unter OpenTeacher.

54 www.linux-user.de

10.2014


Mediathek

Schwerpunkt

gen ein Galgenmännchen anzuzeigen.

Es erscheint im Abfragefenster, nachdem

Sie die Option Galgenmännchen spielen

aktiviert haben.

Haben Sie die Lektion schließlich vollständig

bearbeitet, dann zeigt Open-

Teacher das Ergebnis in einem eigenen

Reiter an. Dieser beinhaltet neben einer

farbigen Zeitleiste am unteren Rand zur

Visualisierung der Antwortzeiten auch

eine Prozentangabe zu den korrekt gelösten

Fragen sowie – links im Fenster –

eine Liste der Fragen und der von Ihnen

gegebenen Antworten. Da OpenTeacher

in dieser Liste die auf Anhieb korrekt beantworteten

Fragen in einer eigenen

Spalte mit Häkchen versieht, lässt sich

selbst bei umfangreichen Lektionen problemlos

erkennen, an welchen Stellen

noch Lerndefizite bestehen 5 .

Außerdem finden Sie anhand der

Spalte Abgegebene Antwort sehr schnell

heraus, ob es sich bei falschen Antworten

lediglich um einen Eingabefehler

handelt oder eine Frage sachlich nicht

richtig beantwortet wurde. Da Open-

Teacher nicht fehlertolerant arbeitet, ist

es besonders wichtig, dass Sie die Antworten

exakt an den ursprünglich in die

Wörterliste aufgenommenen Schreibweisen

orientieren.

Geografielektionen

Neben dem Erlernen von Fremdsprachen

bietet OpenTeacher einen weiteren

Schwerpunkt für den Geografieunterricht.

Um eine entsprechende Übung anzulegen,

klicken Sie im Hauptfenster auf

die Schaltfläche Topographische Lektion

erstellen. Die Software teilt nun das Fenster

wie gewohnt in einen Eingabebereich

und ein Listensegment, wobei im

Eingabebereich links zunächst der afrikanische

Kontinent auftaucht.

Oben im Fenster ändern Sie bei Bedarf

über das Auswahlfeld Karte: den angezeigten

Kontinent. Nun tragen wahlfrei

Orte in die Karten ein, indem Sie an der

entsprechenden Stelle doppelt in die

Karte klicken. Es öffnet sich ein kleines

Eingabefenster, in das Sie den Ortsnamen

eintragen. Anschließend erscheinen

die so definierten Orte in der Listenansicht

im rechten Fensterbereich sowie

in der Karte.

Alternativ geben Sie unten rechts im

Feld Add a place by name: auch die

Namen von Orten an und lassen Open-

Teacher diese anschließend durch einen

Klick auf die Schaltfläche Hinzufügen in

der topografischen Karte eintragen. Die

Software besitzt dazu eine interne Datenbank

mit Ortsnamen und den Koordinaten

der jeweiligen Orte, die sie mit

der Eingabe abgleicht.

Findet das Programm den gewünschten

Ort nicht in seiner Datenbank, zeigt

es eine Fehlermeldung an. Sie können

dann den Ort manuell in die Karte aufnehmen.

Möchten Sie einen bereits in

die Karte eingetragenen Ort wieder entfernen,

so markieren Sie diesen in der

Listenansicht und klicken anschließend

auf die Schaltfläche Remove selected

place oben rechts im Fenster 6 .

Geografietest

Durch einen Klick auf den Reiter Bring es

mir bei! am unteren Bildschirmrand starten

Sie den Testlauf. Haben Sie in den

Einstellungen im Reiter Aussprache zuvor

die Option Orte aussprechen aktiviert,

so liest Ihnen die Software bei der

Fragestellung auch die Ortsnamen vor.

Da OpenTeacher diese jedoch teils sehr

undeutlich „ausspricht“, empfiehlt sich

diese Option eher nicht.

Unten im Fenster finden Sie den von

Vokabellektionen her bereits bekannten

Fortschrittsbalken. Hier werden auch die

Ortsnamen angezeigt. In der Karte kennzeichnen

roten Punkte ohne Namensangabe

die Orte. Durch einen Mausklick

auf den jeweiligen Punkt ordnen Sie den

angefragten Ortsnamen den topografischen

Koordinaten zu. Das Endergebnis

visualisiert OpenTeacher nach dem vollständigen

Durcharbeiten der Lektion

wie bei den Vokabeltests in einer gesonderten

Listenansicht.

Darüber hinaus können Sie auch hier

die Datei im HTML-Format speichern,

um daraus beispielsweise auszudruckende

Lehrmaterialien zu generieren.

Ortskenntnisse ungenügend

5 OpenTeacher zeigt die Resultate jeder abgearbeiteten Lektion in

Form einer Statistik an. Diese umfasst unter anderem die Prozentzahl

korrekter Antworten, die Antwortzeiten sowie eine Liste der auf Anhieb

korrekt beantworteten Fragen.

Das Topografiemodul von OpenTeacher

eignet sich aufgrund seines frühen Entwicklungsstadiums

und eines noch enthaltenen

schwerwiegenden Fehlers nur

für Präsenztests oder Abfragen, bei denen

Sie die Lektion zuvor frisch angelegt

haben. Die zum Speichern vorgesehenen

Dateiformate gestatten es nicht,

10.2014 www.linux-user.de

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Schwerpunkt

Mediathek

speichert die Ortsnamen unabhängig

von der zugehörigen topografischen

Karte. Da OpenTeacher beim Laden stets

zuerst Afrika darstellt, scheinen beim

Wiederaufruf einer Lektion alle Orte auf

dem oder rund um den schwarzen Kontinent

zu liegen 7 .

Medienlektionen

6 Das Topografiemodul lockert den Erdkundeunterricht auf.

eine Lektion zu sichern und später erneut

in OpenTeacher zu laden. Zwar

können Sie die Lektionen als PNG- oder

HTML-Datei abspeichern, um sie später

auszudrucken, erneut bearbeiten kann

OpenTeacher sie in diesen Formaten

aber nicht.

Das dafür eigentlich vorgesehene Format

Open Teaching - Topographie enthält

zudem einen gravierenden Fehler: Es

Das Medienmodul von OpenTeacher ermöglicht

es, öffentlich zugängliche Mediendateien

in den Unterricht einzubinden.

Die Bedienerführung orientiert sich

hierbei an den anderen Modulen. Sie

vergeben zunächst einen aussagekräftigen

Titel für die Lektion.

Anschließend binden Sie Mediendateien

aus dem Internet ein, indem Sie

unten links im Programmfenster auf den

Schalter Add remote media klicken. Im

sich daraufhin öffnenden Fenster geben

Sie die URL der fraglichen Datei an.

OpenTeacher akzeptiert hier Inhalte von

verschiedenen Videoportalen als Quelle

und stellt die URL oben links im Fenster

in der Listenansicht dargestellt. Unten

links tragen Sie sie nochmals im Feld

Name: ein, darunter in den Eingabefeldern

Frage: und Antwort: die jeweiligen

Übungsinhalte. Anschließend speichern

Sie die Einheit über den schon bekannten

Dialog ab, wobei Sie als Dateiformat

Open Teaching - Medien wählen.

Laden Sie diese Datei erneut, so schaltet

die Software zunächst in den Bearbeitungsmodus.

Einen Klick auf den Reiter

Bring es mir bei! unten links im Programmfenster

ändert die Anzeige, die

Listen verschwinden. OpenTeacher spielt

das Video ab und stellt darunter die jeweilige

Frage dazu dar. Ganz unten befindet

sich das entsprechende Antwortfeld,

rechts daneben die Fortschrittsanzeige

des Tests 8 .

Tipptrainer

7 Hier gehen Teile Europas wegen eines Bugs im Topografiemodul baden.

Als letzte Übungsart bietet OpenTeacher

einen Tipptrainer, der das Erlernen des

Zehn-Finger-Systems erleichtert. Dabei

geben Sie nach dem Programmaufruf

durch einen Klick auf den Typing Tutor lediglich

den Benutzernamen im gleichna-

56 www.linux-user.de

10.2014


Mediathek

Schwerpunkt

migen Feld an und stellen das korrekte

Tastaturlayout ein. Nach einem Klick auf

OK erläutert OpenTeacher kurz in Englisch,

wie Sie die Finger auf der Tastatur

positionieren sollen. Mit einem Klick auf

Start exercise starten Sie die erste Lektion.

Das Programm hält insgesamt

57 Schwierigkeitsstufen bereit, wobei

die jeweils nachfolgende erst bei erfolgreichem

Absolvieren der vorhergehenden

Lektion startet. Fehler signalisiert

OpenTeacher, indem es die falsch gedrückte

Taste in roter Farbe markiert und

im Programmfenster eine entsprechende

Mitteilung ausgibt. Nach dem Absolvieren

einer Lektion blendet die Anwendung

in Textform statistischen Daten

dazu ein, wie Fehlerzahl, Tippgeschwindigkeit

und Schwierigkeitsgrad 9 .

Online-Lektionen

Aufgrund der ausgereiften Funktionen

zum Erlernen von Fremdsprachen nach

dem Karteikastenprinzip finden sich im

Netz bereits viele vorgefertigte Listen für

OpenTeacher. Diese integrieren Sie über

einen mehrstufigen Dialog ins System,

indem Sie im Startbildschirm die Option

Load from the internet anwählen.

Die Software bietet Ihnen sodann ein

rundes halbes Dutzend unterschiedlicher

Quellen zum Import der Listen an.

Rufen Sie eine davon auf, so können Sie

aus verschiedenen Sachgebieten vorgefertigte

Übungen ins Programm laden

und individuell bearbeiten. Dadurch

lässt sich die Applikation auch ohne zeitaufwendiges

manuelles Anlegen von

Übungen sofort effektiv nutzen.

8 Für den Musik- oder Kunstunterricht eignet sich das OpenTeacher-Medienmodul.

OpenTeacher bietet einige Innovationen,

die bislang in dieser Kombination

noch in keine andere Lernsoftware implementiert:

Neben Vokabelübungen

nach dem Leitner-System integriert das

Programm einen Tipptrainer sowie (ganz

neu) ein Modul zu multimedial unterstützten

Übungen.

Außerdem ist ein topografisches Modul

vorhanden, das sich allerdings noch

in einem sehr frühen Entwicklungsstadium

befindet und sich daher nur sehr eingeschränkt

nutzen lässt. Auch das Multimediamodul

weist noch einige Schwächen

auf.

Das innovative Konzept von Open-

Teacher, verschiedene didaktische Methoden

unter einer einzigen Oberfläche

zu vereinen und gleichzeitig die Lehrinhalte

nicht vorzugeben, sondern im

Rahmen eines Autorensystems vom

Pädagogen selbst definieren zu lassen,

verspricht jedoch auch zukünftig interessante

Entwicklungen. (jlu) n

Fazit

9 Für das Erlernen des Zehn-Finger-Tippens bietet OpenTeacher

ein eigenes Modul.

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57


Praxis

ASCII Art

© Skvoor, 123RF

Mit ASCII Art kunstvolle Bilder erstellen

Buchstabenkunst

Bilder aus Buchstaben und Ziffern zusammenzusetzen ist eine komplexe Angelegenheit –

es sei denn, Sie haben die passenden Tools zur Hand. Thomas Winde, Frank Hofmann

README

Die sogenannte ASCII Art blickt als Kunstform

auf eine relativ lange Geschichte zurück.

Der Artikel zeigt Ihnen, mit welchen

Programmen Sie fantasievolle Darstellungen

nicht nur für die Ausgabe im Terminal

fabrizieren.

ASCII-Künstler zählen häufig zu den

echten Tüftlern: Mit großer Akribie erschaffen

sie aus Buchstaben und Ziffern

ein Bilder oder sogar Filme. Das Nebeneinander

der Einfachheit der Mittel und

der Komplexität im Sinne einer großen

Nähe der Bilder zur Realität fasziniert immer

wieder.

Der Ursprung dieser extravaganten

Kunstform fällt in die erste Hälfte des

vergangenen Jahrhunderts. Sie ist etwa

seit den 1960ern unter dem Begriff

„ASCII Art“ bekannt. Entsprechende Bilder

verwenden lediglich Typen ohne

Sonderzeichen und Umlaute.

Diese lateinischen Schriftzeichen basieren

auf dem englischen Alphabet und

später dem American Standard Code for

Information Interchange (ASCII). Sie enthalten

Groß- und Kleinbuchstaben,

grund legende Trennzeichen und Steuerzeichen,

die aus der Welt der Fernschreiber

stammen. Diese Zeichen finden sich

auf nahezu jedem Computer, was es erlaubt,

das Bild überall in identischer Art

und Weise anzuzeigen.

Künstlerische Möglichkeiten ergeben

sich insbesondere durch das Ausnutzen

des Schwarz-Anteils in den verschiedenen

Zeichen. Die Übergänge zwischen

hell und dunkel sowie den einzelnen

Formen, wie bei Bögen und Kurven, erzielen

die Künstler durch unterschiedliche

Schattierungen. Darüber hinaus

sorgt die Fähigkeit des menschlichen

Gehirns, zu abstrahieren und Bilder mittels

Mustern zu erkennen, für den gewünschten

Effekt.

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10.2014


ASCII Art

Praxis

probieren Sie am besten spielerisch aus.

Dazu installieren Sie die Pakete libaa-bin,

bb und caca-utils.

Alle drei enthalten eine Reihe von Beispielen.

Während aafire und cacafire

ein Terminal mit einem Kaminfeuer verzieren

1 , demonstrieren aatest, bb und

cacademo recht beeindruckend Animationen,

Filter sowie Wechsel bei Fonts

und Farben. Eine Uhr zaubern Sie mit

cacaclock auf den Schirm 2 .

Jave 5.0

LU/jave/

Anschauen und umwandeln

Bibliotheksausstattung

Die zentralen Bibliotheken unter Linux

zum Erzeugen der Bilder heißen Aalib

und Cacalib. Während Ersteres für „ASCII

Art Library“ steht und nur Darstellungen

in Graustufen erzeugt, steht der

zweite Namen für „Colour ASCII Art

Library“ und bringt Farbe ins Spiel.

Die Mächtigkeit der beiden Bibliotheken

Mit dem Programm aview betrachten

Sie Bilder im PNM-Format. Für andere

Formate wie PNG oder JPEG eignen sich

hingegen asciiview aus dem gleichen

Paket beziehungsweise cacaview aus

dem Paket caca-utils besser. Diese bereiten

die Bilder im Hintergrund für die Anzeige

im Terminal vor 3 .

Die Tools aview und asciiview stellen

die Bilder mit 7-Bit-Zeichen dar, über die

Schalter ‐eight wechseln Sie zu 8 Bit,

bei ‐extended nutzen die beiden Programme

256 Zeichen.

Das Umwandeln von Bildern gelingt

am einfachsten mit dem Bildbearbeitungsprogramm

Gimp. Öffnen Sie dazu

das gewünschte Bild und exportieren es

via Datei | Exportieren…. Aus dem Dropdown-Menü

wählen Sie ASCII-Kunst (*txt,

2 Mit cacaclock

zaubern Sie eine

kleine Digitaluhr

ins Terminal.

Listing 1

+‐‐‐‐‐‐‐‐+ +‐‐‐‐‐‐‐+ /‐‐‐‐‐‐‐‐\

| cRED | ‐‐+ ditaa +‐‐> | |

| Text‐ | +‐‐‐‐‐‐‐+ |Diagramm|

|Dokument| |!magic!| |c0F0 |

1 Das kleine Demoprogramm cacafire setzt mittels ASCII Art

das Terminal in Flammen.

| {d}| |cBLU | | |

+‐‐‐+‐‐‐‐+ +‐‐‐‐‐‐‐+ \‐‐‐‐‐‐‐‐/

: ^

| Viel Arbeit |

\‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐//

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Praxis

ASCII Art

3 Das Programm cacaview erlaubt es, Bitmap-Bilder als farbigen Zeichensalat anzuzeigen.

*.ansi, *.txt). Allerdings erzeugt Gimp dabei

relativ große Dateien.

Selbst der umgekehrte Weg vom Zeichensalat

zum Rasterbild funktioniert mit

den richtigen Werkzeugen, wie etwa dem

Programm Ditaa (Diagrams Through

ASCII Art) . Dabei handelt es sich um

ein Java-Applikation, die entsprechende

Bilder in Formen und Diagramme umwandelt.

Ditaa kombiniert dabei traditionelle

Mittel mit eigenen Ergänzungen,

die Farben und Formen der Elemente definieren.

Listing 1 zeigt die Daten, Abbildung

4 das Ergebnis.

Aus dem Text in der Box generiert es

die jeweilige Beschriftung. Zeichenketten,

die mit einem kleinen c beginnen,

legen die Hintergrundfarbe fest. Es erkennt

Farbcodes sowohl als Textbezeichner

als auch in RGB-Angaben.

Waagerechte und senkrechte Linien entstehen

aus Minus- und Pipe-Zeichen. Mit

einem Plus gestalten Sie Ecken, die Sie

optional mit einem Schrägstrich abrunden.

Das Umwandeln erledigt die Software

nach folgendem Muster:

$ ditaa Eingabe.txt Ausgabe.png

Alternativen bieten Asciitopgm und das

Python-Modul Python-aafigure . Ersteres

finden Sie im Paket netpbm, Letzteres

stellt eine vollständige Klasse zur Integration

in eigene Projekte dar.

Sprechblasen und Banner

Über einen größeren Unterhaltungswert

verfügen die beiden Programme Cowsay

und Cowthink. Beide finden Sie im Debian-Paket

cowsay. Die Tools generieren

Listing 2

$ cowsay ‐p Muuuuh!

_________

< Muuuuh! >

‐‐‐‐‐‐‐‐‐

Listing 3

$ apt‐get moo

(__)

(oo)

/‐‐‐‐‐‐\/

\ ^__^

\ (@@)\_______

(__)\ )\/\

||‐‐‐‐w |

|| ||

/ | ||

* /\‐‐‐/\

~~ ~~

...."Have you mooed today?"...

4 Mit Ditaa verwandeln Sie ASCII-Diagramme

in

#

Bilder.

60 www.linux-user.de

10.2014


ASCII Art

Praxis

5 Das kleine Tool sl lässt eine Dampflok durch das Terminal fahren.

Bilder von Kühen, die jeweils Text in einer

Blase von sich geben. Cowsay erzeugt

eine Sprech- und Cowthink eine Denkblase.

Beide Programme akzeptieren

eine Reihe von Schaltern, um verschiedene

Varianten der Kuh darzustellen. Dazu

gehören ‐b für den Borg Mode, ‐d für

eine tote Kuh, ‐g für eine hungrige und

‐p für den Paranoia-Modus (Listing 2). In

der Paketverwaltung Apt-get verbirgt

sich ein Osterei, das erscheint, sobald Sie

apt‐get moo aufrufen (Listing 3).

Eisenbahn-Fans kommen ebenfalls

nicht zu kurz, wenn sie das Paket sl

(„steam locomotive“) installieren. Es

zeigt animierte Dampflokomotiven im

Terminal, die von rechts nach links fahren.

Ursprünglich gedacht als Witz auf

den Vertipper zum Kommando ls, erreichte

das Gimmick schnell Kultstatus.

Sl akzeptiert verschiedene Schalter,

um die Anzeige zu gestalten: Mit ‐a rufen

die Lokführer um Hilfe, mit ‐l erhalten

Sie nur einen kleinen Zug und mit ‐F

beginnt der Zug zu fliegen 5 .

Banner in Schwarz-Weiß erzeugt, nutzt

Toilet Sternchen, Fonts mit Farbverläufen

sowie Unicode-Zeichensätze 6 .

Jenseits der Konsole bieten die Projekte

Jave oder Asciio Programme an,

um Bilder aus Zeichen in einer grafischen

Umgebung zu gestalten. Ersterer

basiert auf der Programmiersprache

Java und steht unter einer freien Lizenz.

Um die Software 7 zu starten entpacken

Sie das Zip-Archiv, öffnen im neuen

Verzeichnis eine Konsole und tippen darin

den folgenden Befehl:

$ java ‐jar jave5.jar

Und viel mehr…

ASCII Art umfasst nicht nur Bilder, sondern

zudem auch Schriften und Banner.

Bei deren Erzeugen helfen die beiden

Pakete figlet und toilet. Figlet steht für

„Frank, Ian and Glenn’s Letters“, Toilet

bezieht sich auf „The Other Imple men tation’s

letters“. Beide Programme akzeptieren

eine Vielzahl von Optionen zum

Steuern und Gestalten der Ausgabe.

Während Figlet lediglich verschiedene

6 Toilet bietet eine Vielzahl von Möglichkeiten, Banner in allen möglichen Farben und

Formen darzustellen.

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61


Praxis

ASCII Art

7 Das Java-Programm Jave bietet vielfältige Möglichkeiten, um ASCII Art zu gestalten.

Asciio bietet ebenfalls eine graphische

Benutzeroberfläche, kombiniert aus Perl

und GTK. Derzeit steht es als Paket allerdings

nur für DEB-basierte Systeme bereit.

Obwohl die Applikation ihren eigenen

Charme besitzt, entwerfen Sie damit

recht flink eigene Werke. Das Werkzeug

Cmatrix aus dem gleichnamigen Paket

erzeugt eine Art Bildschirmschoner für

ein Terminal, der sich im Design an den

Science-Fiction-Film „Matrix“ anlehnt.

Mit einer Reihe von Schaltern verändern

Sie die Anzeige, wie etwa das Scroll-Verhalten

und die verwendeten Zeichen.

Sowohl Mplayer als auch der VLC-Mediaplayer

unterstützen die Ausgabe von

Filmen in Form von ASCII-Zeichen.

Mplayer starten Sie dazu mit den Parametern

‐vo aa Datei. Dabei steht die

Erweiterung ‐vo für „video output format“

und benötigt den Namen des gewünschten

Moduls für die Ausgabe – im

Beispiel aa für ASCII Art.

Um Gleiches beim VLC Media Player

zu erreichen, konfigurieren Sie die Ausgabe

um. Im Menü unter Extras | Einstellungen

| Video | Ausgabe wählen Sie zwischen

ASCII-Art für monochrome und

ASCII-Art (farbig) für eine mehrfarbige

Anzeige 8 .

Sehenswert

Zur Inspiration seien Ihnen die zahlreichen

Fanseiten ans Herz gelegt, die

nicht nur uns stundenlang stöbern ließen

. Zum Entspannen schauen Sie

sich am besten den Film „Star Wars“ in

passender Buchstabenoptik im Webbrowser

an . (tle) n

Weitere Infos und

interessante Links

www. linux‐user. de/ qr/31497

Über die Autoren

Thomas Winde bietet als selbstständiger

Unternehmer Ausflugsfahrten an (http://​

www. ausflug‐web. de) und blickt daneben

auf eine langjährige Erfahrung als Linux-

Anwender zurück. Als Mitorganisator der

Chemnitzer Linux-Tage verantwortet er

das Einsteigerforum und hält dort unter

anderem Vorträge.

Frank Hofmann (http:// www. efho. de) studierte

Informatik an der Technischen Universität

Chemnitz. Derzeit arbeitet er in

Berlin beim Open-Source-Experten-Netzwerk

Büro 2.0 als Dienstleister mit Spezialisierung

auf Druck und Satz.

8 Sofern Sie das passende Ausgabemodul laden, spielt der Videoplayer VLC normale

Filme als ASCII-Ausgabe ab.

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10.2014


Praxis

Knotter

Keltische Flechtmuster mit Knotter entwerfen

Knotenkunst

© Sergii Moskaliuk, 123RF

Möchten Sie Ihren Briefkopf

mit einem schönen keltischen

Knotenmuster verzieren?

Per Hand eine mühselige

Arbeit, mit Knotter lässt

es sich in wenigen Minuten

gestalten. Vincze-Aron Szabo

README

Mit Knotter erstellen Sie sogenannte keltische

Flechtmuster. Die Software bietet dafür

eine ganze Reihe von Funktionen, um

das Ergebnis zu beeinflussen. Darüber

hinaus ebnen Plugins den Weg zum Ziel.

Wenn Linux-Anwender an Vektorgrafiken

denken, kommt ihnen sofort Inkscape

in den Sinn. Anders als das allumfassende

Werkzeug verhält sich Knotter

(http:// knotter. mattbas. org): Dabei handelt

es sich um ein Programm, das sich

auf das Erstellen keltischer Flechtmuster

spezialisiert 1 . Die Anwendung setzt

der Kreativität kaum Grenzen und stellt

verschiedene Knotenkonzepte bereit,

um vielfältige Muster zu gestalten.

Installation

Knotter steht in der Version 0.9.6b zum

Download bereit. Trotz des Beta-Status

erwies sich die Software im Test als voll

funktionsfähig und stabil. Installationspakete

im DEB-Format für Distributionen

wie Ubuntu oder Linux Mint stehen bei

Sourceforge zum Herunterladen bereit.

Sie installieren sie anschließend per

Doppelklick darauf.

Steht für die von Ihnen genutzte Distribution

kein geeignetes Paket zur Verfügung,

dann übersetzen Sie Knotter aus

den Quellen. Laden Sie diese dazu herunter

und entpacken den Tarball. Öffnen Sie

danach im neu entstandenen Verzeichnis

eine Konsole und tippen Sie darin ./configure.sh

&& make. Anschließend richten

Sie die Software mit Root-Rechten

via make install auf dem System ein.

Erste Schritte

Nach dem Start öffnen Sie unter Edit |

Preferences die Programmeinstellungen.

Auf manchen Systemen wirkt Knotters

Oberfläche auf den ersten Blick etwas

altbacken. Das ändern Sie, indem Sie auf

den untersten Button Interface klicken

und unter Widget Style zum Beispiel

Clearlooks auswählen. Zwar gibt es zum

Ändern der Lokalisierung einen Menüpunkt

Language, jedoch steht derzeit

kein deutsches Sprachpaket zur Verfügung.

Daher müssen Sie im Moment mit

der englischen Programmoberfläche

vorliebnehmen.

Im Test unter Ubuntu 14.04 funktionierten

zudem die Tooltipps nicht. In solchen

Fällen blenden Sie zum besseren

Verständnis die Texte zu den Schaltern

ein, indem Sie im Abschnitt Toolbars unter

Toolbar Button Style den Eintrag Text

Beside Icon aktivieren.

Ihre ersten Knotenmuster beginnen

Sie mit dem Werkzeug Edge Chain, das

Sie in der Werkzeugpalette auf der linken

Seite auswählen. Anschließend setzen

Sie mit Mausklicks einzelne Punkte

auf der Bearbeitungsfläche und erzeugen

so das Muster. Nach dem Erstellen

mehrerer Punkte gestaltet die Software

automatisch die ersten Knoten und Linien.

Um das Muster zu verändern, setzen

64 www.linux-user.de

10.2014


Knotter

Praxis

Sie auf einer Linie zwischen zwei Punkten

noch einen weiteren.

Das entstandene Muster bearbeiten

Sie im Anschluss mit den anderen Werkzeugen

weiter. Mit Toggle Edges entfernen

Sie beispielsweise einzelne Kanten

zwischen zwei Punkten, ohne zur Kante

gehörende Knotenpunkte zu verlieren.

Mit der Undo-Funktion ([Strg]+[Z]) machen

Sie Arbeitsschritte rückgängig.

Möchten Sie zwei bisher nicht miteinander

verknüpfte Knoten verbinden,

markieren Sie diese zunächst mit der

Auswahlfunktion und verknüpfen sie im

Anschluss mit Connect. Alternativ verschmelzen

Sie mit Merge mehrere Punkte

zu einem oder löschen ausgewählte

Punkte via Erase.

Knoten und Kanten

Nach den ersten Versuchen mit den

Werkzeugen stellen Sie vermutlich fest,

dass es am Anfang gar nicht so leicht

fällt, ein schickes Muster zu generieren.

Um Ihre ersten Flechtbänder zu verfeinern,

bietet Knotter einige Einstellungsmöglichkeiten

an, angefangen mit den

Eigenschaften für die Knoten und Kanten.

Diese finden Sie auf der rechten Seite

des Programmfensters.

Nach Anwahl eines Knotens am Ende

beziehungsweise in der Ecke eines Musters

ändern Sie die dortige Form des

Musters über die Auswahlliste Shape unter

Selected Nodes 2 . Über die weiteren

Eigenschaften steuern Sie neben der

Rundung (Curve) auch den Winkel (Angle)

sowie die Distanz der Musterecke

zum Punkt (Distance).

Das Einstellen der Kanteneigenschaften

gestaltet sich ähnlich. Auch hier verändern

Sie, diesmal unter Selected Edges,

für eine ausgewählte Kante die Bodenrundung

(Curve). Type erlaubt es, die Linien

an der Kante zu verändern. Sie bestimmen,

ob diese sich überhaupt berühren

sollen oder ob Knotter sie sogar

voneinander trennt.

In der Verlaufshistorie (Action History)

protokolliert Knotter jeden einzelnen

der Bearbeitungsschritte. Das erlaubt es,

jeden einzelnen davon per Mausklick

wiederherzustellen und an diesem

Schritt die Arbeit erneut fortzusetzen.

Aber Achtung: Die anderen Bearbei­

Knotter 0.9.6

LU/knotter/

1 Mit ein wenig Übung erstellen Sie mit Knotter auch umfangreichere Flechtmuster, wie dieses Beispiel zeigt.

10.2014 www.linux-user.de

65


Praxis

Knotter

tungsschritte gehen dabei verloren,

wenn Sie ab einem bestimmten ausgewählten

Punkt erneut anfangen.

Um den Gestaltungsprozess zu unterstützen,

zeigt der Arbeitsbereich standardmäßig

ein Raster, das Ihnen dabei

hilft, symmetrische Muster zu erstellen.

Es lässt sich sowohl ausblenden als auch

gezielt den eigenen Bedürfnissen anpassen.

Die zugehörige Bearbeitungsfunktion

öffnen Sie über View | Dialogs | Configure

Grid. Der Dialog Configure Grid öffnet

sich dann auf der rechten Seite des

Programmfensters im Abschnitt der

Action History.

Über die Checkbox neben Enable Grid

aktivieren oder deaktivieren Sie die Hilfslinien.

Via Size legen Sie die Größe der

einzelnen Rasterquadrate fest. Da ein

aufwendiges Knotenmuster oft viele

Details enthält, ist es durchaus sinnvoll,

das Grundmuster des Rasters zu ändern.

Dazu finden Sie unter Shape zwei verschiedene

Dreieckraster, die Sie alternativ

einstellen.

Um Ihr Muster weiter zu verschönern,

stellen Sie noch einen individuellen Hintergrund

ein. Das erledigen Sie über

Background, dessen Einstellungen sie im

gleichen Abschnitt wie die Action History

finden. Darin legen Sie optional eine Farbe

oder Bilddatei als Hintergrund fest.

Mit Format

Knotter speichert seine Grafiken im eigenen

Format .knot ab. Wahlweise lassen

sich die Knotenbilder auch als XML

sichern. Um die erstellten Kunstwerke

weiterzuverwenden, bietet Knotter eine

Exportfunktion an, die Sie über File | Export

oder mittels [Strg]+[E] aufrufen.

Im Dialog Export Image, der sich daraufhin

öffnet, wählen Sie, ob Sie das

Knotenmuster als verlustfrei skalierbare

Vektorgrafik exportieren oder es in einem

der Rasterformate PNG, JPG oder

BMP abspeichern wollen 3 . Unabhängig

davon erlaubt der Export das Einstellen

zweier wesentlicher Parameter, welche

die Ausgabe konkret beeinflussen.

Über Include Graph in output binden

Sie die roten Punkte und die blauen Linien,

die Knotter für das Bearbeiten des

Musters anzeigt, mit in den Export ein.

Verwenden Sie im Knotenmuster eine

Hintergrundgrafik, dann berücksichtigt

das Aktivieren von Include background

image dieses.

Für den Export als SVG-Grafik müssen

Sie keine weiteren Angaben machen. Es

genügt, auf den Button Export SVG zu

klicken und dann einen Speicherort sowie

einen Dateinamen anzugeben. Wegen

eines Bugs müssen Sie die Dateiendung

.svg allerdings manuell an den

Dateinamen anhängen, sonst funktioniert

der Export nicht. Dasselbe Problem

betrifft auch Rastergrafiken: Dort müssen

Sie ebenfalls je nach gewünschtem

Dateiformat die entsprechende Dateiendung

mit angeben.

In Version 0.9.5 kam es unter beim Einsatz

unter OpenSuse allerdings zu einem

bemerkenswerten Phänomen: Während

Inkscape die gespeicherte SVG-Datei anstandslos

öffnete, quittierte Knotter den

Versuch mit der Fehlermeldung Error

while reading.

Der Export in ein Rastergrafikformat

erlaubt einige zusätzliche Einstellungen.

Zunächst empfiehlt es sich, die Eigenschaft

Antialiasing zu aktivieren, sodass

der Exportfilter die Kanten der Grafik

2 Über die Knoten- und Kanteneigenschaften verfeinern Sie Ihre Muster nach Belieben.

66 www.linux-user.de

10.2014


Knotter

Praxis

glättet. Unter Background legen Sie einen

Hintergrund für das Knotenmuster

fest. Sofern dieser transparent erscheinen

soll, achten Sie darauf, dass Sie in

der Folge ein Dateiformat auswählen,

das Transparenzen unterstützt – bei

Knotter kommt hier nur PNG infrage.

Zu guter Letzt legen Sie noch die Größe

des exportierten Bilds manuell fest.

Den Export starten Sie anschließend

über den Punkt Export Image.

Funktionserweiterungen

Über eine Plugin-Schnittstelle lässt sich

Knotter um zusätzliche Funktionen erweitern

4 . Unter Plugins | Other finden

Sie einige interessante Tools, deren Ergebnisse

meist recht überraschend ausfallen.

Das zeigt sich auch in den jeweiligen

Menüs, denn die dort dargestellten

Einstellungen informieren Ungeübte

kaum darüber, wie das Resultat dieser

Funktion wohl ausfallen könnte.

Das Menü Plugins | External enthält

eine Schnittstelle zu anderen Anwendungen.

Hier konfigurieren Sie unter Set

up external programs Bearbeitungsprogramme

für Raster- und Vektorgrafiken.

Standardmäßig definiert Knotter hier

Gimp und Inkscape als externe Tools, unabhängig

davon, ob sich diese Anwendungen

auch tatsächlich auf dem System

befinden. Über die anderen Einträge

im Menü External-Menü starten Sie

die dort definierten Anwendungen

direkt aus Knotter heraus.

Unter Plugins | Insert verbergen sich

Funktionen, die auf den ersten Blick aus

der Menüleiste von Inkscape stammen

könnten, wenngleich sie unter Knotter

ganz andere Ergebnisse erzeugen. Wenn

Sie zum Beispiel einen Stern oder eine

Spirale generieren, erscheinen diese im

Knotter-Stil als Knotenobjekte. So erstellen

Sie mit den darin enthaltenen Funktionen

nette Startmuster, die Sie auf

Wunsch weiter bearbeiten. Darüber

hinaus finden Sie hier auch eine Funktion,

um Text einzufügen.

Die Einstellungen zu den Erweiterungen

erreichen Sie unter Plugins | Configure

Plugins. Über die Settings aktivieren

oder deaktivieren Sie die Plugins

oder ändern deren Verhalten. Die wenigen

nicht aktivierten Plugins bieten keinen

Mehrwert, da Knotter ihre Funktion

schon enthält. Die Möglichkeit, zusätzliche

Plugins aus dem Internet herunterzuladen,

bietet die Software zwar prinzipiell,

allerdings stehen bislang derzeit

noch keine neuen Erweiterungen zur

Verfügung.

Fazit

Die Frage nach dem Sinn einer Software

wie Knotter lässt sich relativ leicht beantworten:

Zunächst einmal bietet sie

einen feinen Spaß für zwischendurch

und – auch für die Kleinen – einen prima

Zeitvertreib an regnerischen Herbsttagen.

Aber auch produktive Anwendungsfälle

bieten sich an. Wie wäre es

mit einem Flechtmuster in Ihrem Briefkopf?

Ihrer Kreativität sind keine Grenzen

gesetzt.

Zudem fällt auf, dass die Entwickler

die Software auch als Nischenanwendung

gut umgesetzt haben. Die wesentlichen

Funktionen lassen sich sehr gut

intuitiv bedienen, wenn auch sämtliche

Einstellungsmöglichkeiten frei nach der

Methode „Versuch und Irrtum“ funktionieren.

Hier ist nicht immer ganz klar,

welche Parameter letztendlich zu welchem

Ergebnis führen. (tle) n

3 Über die Exportfunktion

speichern Sie Ihre

Entwürfe entweder als

Vektorgrafik oder in einem

Rasterformat ab.

4 Dank verschiedener Plugins bietet Knotter zusätzliche

Funktionen an, die ein problemloses Erstellen auch

umfangreicherer Formen und Figuren erlauben.

10.2014 www.linux-user.de

67


Praxis

Leo Editor

Allround-Zettelkasten Leo Editor

Merken, planen,

programmieren

Programmierer und Webdesigner müssen eine Vielzahl von Informationen zentral verwalten.

Der Leo Editor nimmt sich dieses Problems auf pfiffige Weise an. Andreas Reitmaier

Auch wenn die Macher auf ihrer Homepage

als Beschreibung „IDE, PIM und

Outliner“ angeben, stellt Leo Editor

nicht zwingend eine alleinstehende Entwicklungsumgebung

dar. Vielmehr

arbeitet die Software auch mit anderen

IDEs zusammen, so etwa mit

Emacs oder Vim.

Das Programm stellt eine übersichtliche

Oberfläche zur Verfügung, die in bis zu

vier Bereichen alle Informationen zu einem

Projekt präsentiert 1 . Links oben

residiert die Outline-Ansicht mit allen

Dokumenten, die zum Projekt gehören.

Rechts da-

neben befindet

sich

das Log

README

Der in Python geschriebene Leo Editor eignet

sich nicht nur zum Einsatz als weitgehend

frei konfigurierbare Entwicklungsumgebung,

sondern auch zum Sammeln und

Konsolidieren von Informationen aller Art.

© texelart, 123RF

68 www.linux-user.de


Leo Editor

Praxis

mit allen Aktionen, die zuletzt innerhalb

von Leo stattfanden. Über die verschiedenen

Reiter rufen Sie weitere Funktionen

zum Log auf, so etwa die Suche

oder eine Anzeige spezifischer Tätigkeiten.

Darunter befindet sich die Anzeige

für die jeweiligen Inhalte der ausgewählten

Dateien. Je nach Art der Datei teilt

sich der untere Bereich noch einmal auf

und zeigt eine Übersicht der Datei an.

Installation

Da es sich beim Leo Editor um ein Python-Programm

handelt, benötigt er

nicht zwingend eine Installation. Der in

der Anleitung auf der Homepage beschriebene

Einrichtungsweg führt zum

Teil auch ins Leere. Da sich zudem das

PPA für Ubuntu nicht mehr auf dem neuesten

Stand befindet, schlägt auch eine

Installation auf diesem Weg fehl.

Wenigstens über das im Paket enthaltene

Script leo‐install.py gelingt das

Einrichten. Es klappt aber auch manuell:

Dazu müssen Sie lediglich den Pfad zum

Leo-Verzeichnis den Pfadangaben des

Systems hinzufügen – Listing 1 zeigt ein

entsprechendes Beispiel.

Anschließend starten Sie die Software

mit dem Aufruf python launchleo.py.

Voraussetzung dafür ist eine installierte

Python-Umgebung samt PyQt-Paket.

Letzteres bringen die meisten Distributionen

von Haus aus mit. Fehlt es auf Ihrem

System, installieren Sie es wie gewohnt

über die Paketverwaltung.

Das komplette Verwalten der Einstellungen

realisiert das Projekt im Leo-eigenen

Datenformat 2 . Bei der Konfigurationsdatei

handelt es sich also selbst

um ein Leo-Projekt, das sehr gut die zugrunde

liegende Arbeitsweise des Editors

veranschaulicht. Immerhin lässt sich

Leo durch den direkten Zugriff auf die

Python-Daten beliebig erweitern oder

anpassen, was sich auch in den Einstellungen

manifestiert.

Arbeitsweise

Zunächst einmal sammelt der Editor Texte

und speichert diese in einzelnen Textfiles

innerhalb einer .leo-Datei. Damit

Leo beim Speichern und beim Export

weiß, wie er Texte verarbeiten soll, markiert

er sie mit Direktiven. Somit unterscheidet

sich die Software kaum von anderen

Programmierumgebungen, die

ähnlich beziehungsweise genauso verfahren.

Allerdings greifen Sie bei Leo über Python

unter Umständen viel direkter in

das Geschehen ein, da Sie die Applikation

bei Bedarf an Ihre Wünsche anpassen,

während Sie an anderen Projekten

arbeiten. Möchten Sie Leo beispielsweise

zusammen mit Ihrem bevorzugten

Editor nutzen, etwa weil Ihnen dessen

Dateiverwaltung gefällt, steht dem in

der Regel nichts im Weg.

In Emacs integrieren Sie Leo über ein

Pymacs-Script und arbeiten dann innerhalb

von Emacs mit von Leo bereitgestellten

Daten und Befehlen. Bei Vim

läuft es anders herum, da Leo von Haus

aus eine Reihe von Vim-Befehlen direkt

beherrscht. Andere Programme mit Python-Hintergrund

interagieren über das

Leobridge-Modul beziehungsweise über

die Iphyton-Bridge mit Leo Editor.

Direktiven

Leo 4.11

LU/leo/

Zum Umgang mit externen Daten kennt

Leo unter anderem die Direktiven @file

Listing 1

$ PATH=${PATH}:${HOME}/leo‐4‐11

$ export PATH

1 Das mit bis zu vier Bereichen versehene Fenster des Leo Editors bietet eine gute

Übersicht über ein Projekt, dessen Inhalte und auch die Veränderungen im Log.

10.2014 www.linux-user.de

69


Praxis

Leo Editor

und @all. Erstellen Sie im Outline-Editor

einen neuen Knoten mit einem vorangestellten

@file 3 , so legt der Editor eine

externe Datei an oder ruft sie, falls bereits

vorhanden, auf. Ein solches File

kann unterschiedlichste Informationen

enthalten, darunter neben normalem

Text auch Codeschnipsel oder Unterprogramme,

selbst in unterschiedlichen Programmiersprachen.

Damit im Zusammenhang steht der

@ all-Befehl. Trifft Leo auf diesen, exportiert

die Software alle Dateien in ein neues

File, wobei sie die durch die Leo-Outline

vorgegebene Ordnung beibehält.

Andere Direktiven betreffen zum Beispiel

die Syntax-Markierung. Hier gibt es

diverse Möglichkeiten, das Highlighting

zu konfigurieren, wobei Leo die unterschiedlichen

in einem Projekt verwendeten

Programmiersprachen problemlos

berücksichtigt.

Mit weiteren Direktiven lässt sich das

Verhalten des Editors steuern. So versieht

er beim Import von externen Daten

die Dateien zum Teil mit Kommentaren.

Wünschen Sie dieses Verhalten

nicht, legen Sie mittels @shadow einen

sogenannten Shadow-Baum an, der dafür

sorgt, dass die externen Dateien unberührt

bleiben.

Einstieg in Leo

Zwar erscheint einiges zu Beginn etwas

ungewohnt, dafür stellen die Entwickler

aber ein umfangreiches Tutorial bereit,

das auf die Eigenheiten von Leo eingeht.

Zur Ergänzung stehen einige Videos

zur Verfügung, die in die Entwicklungsumgebung

einführen und auch

Programmierer an die Hand nehmen,

um eigene Projekte damit zu realisieren.

Als Beispiel verwendet der Projekt-

Maintainer dabei Leo-Dateien respektive

Outlines, mit denen er den Editor selbst

programmiert beziehungsweise weiterentwickelt

hat. Dabei geht er insbesondere

auf die Spezialitäten des Programms

ein, wie beispielsweise die

Direktiven und die Arbeitsweise der

Programmierumgebung.

Mehr als nur eine IDE

Leo Editor arbeitet in erster Linie als Outliner,

sprich als Programm, mit dem Sie

Informationen in strukturierter Form

speichern und bearbeiten. Programme

beziehungsweise deren Quellcode stellen

hier prinzipiell nur eine von vielen

möglichen Ausprägungen strukturierter

Informationen dar, wenn die Software

auch ihren Schwerpunkt darauflegt.

Seine Art, Daten zu speichern, macht

Leo jedoch zu einem flexiblen Werkzeug,

mit dem Sie auch andere Textdaten speichern

und verarbeiten. So entsteht aus

der IDE mit ein paar Handgriffen und einem

geschickten Aufbau der jeweiligen

Outline ganz schnell ein Personal Infor-

2 Die Einstellungen des Editors implementiert das Projekt ebenfalls als Leo-Outline.

Das erlaubt es, hier beinahe sämtliche Parameter anzupassen und bei Bedarf sogar per

Python-Skript zu automatisieren.

Weitere Infos und

interessante Links

www. linux‐user. de/ qr/ 33058

70 www.linux-user.de

10.2014


Leo Editor

Praxis

mation Manager. Landläufig versteht

man darunter zwar häufig ein Adressbuch

oder eine Kontaktsammlung, aber

Leo macht daraus schlicht und einfach

eine Sammlung von Informationen zu

einem Thema. Letztendlich unterscheidet

sich eine Kontaktdatei nur inhaltlich

von einem Leo-Programmprojekt, nicht

aber strukturell: Der Editor sammelt

auch in Programm-Outlines unterschiedlichste

Daten, wie externe Bibliotheken,

Code-Fragmente sowie Kommentare

und gegebenenfalls auch eine dazugehörige

Dokumentation oder Anleitung.

Da der Editor seine Informationen bei

Bedarf sowohl im HTML- als auch im

PDF-Format exportiert, eignet er sich

letztendlich auch als Webentwickler-Tool

oder Dokumentationswerkzeug. Das

wird dadurch möglich und sinnvoll, dass

Leo über seine Direktiven verschiedene

Dateien in ein Dokument exportieren

kann, das er dann nach Vorgabe des

Nutzers formatiert. Eine solche Ausgabedatei

setzt sich beispielsweise aus Headern,

Inhalten und Footern einer Webseite

zusammen, die aus verschiedenen,

referenzierten Dateien stammen.

Fazit

Leo Editor gewinnt zwar keinen Schönheitspreis,

präsentiert sich aber als

höchst brauchbares Stück Software, das

kaum Grenzen kennt. Sein Python-

3 Die rot umrandete @file-Direktive weist Leo an, externe Daten zu erzeugen beziehungsweise

zu importieren, wie die Javascript-Datei in diesem HTML-Dokument.

Grundgerüst schränkt ihn weder bezüglich

des verwendeten Betriebssystems

ein, noch hinsichtlich des Einsatzes als

Entwicklungsumgebung, Outliner oder

generell Informationssammler. (tle) n

10.2014 www.linux-user.de

71


Praxis

QPxTool

Mit QPxTool

optische Laufwerke

und Medien auf Fehler prüfen

Volle

Kontrolle

Optische Datenträger kommen nach

wie vor bei Backups und im Bereich Multimedia

zum Einsatz, da sie deutlich weniger

kosten als Flash-Medien und die

Lebensdauer einigermaßen bekannt ist.

Doch Rohlinge unterscheiden sich stark

in ihrer Qualität. Außerdem eignet sich

nicht jeder Brenner für den Einsatz mit

beliebigen Rohlingen. Im schlimmsten

Fall landet das Backup mit Fehlern auf

dem Datenträger, sodass Sie im Ernstfall

möglicherweise ohne Kopie dastehen.

Das Programm QPxTool hilft dabei,

zum Laufwerk inkompatible Rohlinge zu

identifizieren. Sie finden es bei den

meisten großen Distributionen und deren

Derivaten im jeweiligen Paket-Repository,

von wo aus Sie es mit einem

Mausklick installieren. Den Quellcode

finden Sie zusammen mit einer Anleitung

zum eigenhändigen Kompilieren

auf der Homepage des Projekts .

Erster Start

Optische Medien dienen häufig

als Medium zum Sichern von

Daten. Mit QPxTool ermitteln

Sie die optimalen Parameter

zum Brennen oder Bespielen.

Erik Bärwaldt

README

Optische Datenträger variieren stark in ihrer

Qualität. Um CD- und DVD-Rohlinge immer

optimal zu nutzen und Fehler in den Daten

zu vermeiden, brauchen Sie nur zwei Dinge:

Linux und QPxTool.

QPxTool leitet Sie nach dem Start zunächst

in ein etwas unübersichtlich wirkendes

Anwendungsfenster, das rechts

in den Bereichen Medium Schreib-/​Lesefähigkeiten

und Allgemeine Fähigkeiten

eine große Zahl an Parametern auflistet.

Da die Applikation zunächst in der Zeile

Gerät nur ein virtuelles Laufwerk auswählt,

setzt sie alle technischen Parameter

zu Anfang inaktiv. Wählen Sie daher

als Erstes eines der im Rechner verbauten

optischen Laufwerke aus, indem Sie

rechts auf das kleine Dreieck klicken und

anschließend im Auswahlmenü das zu

untersuchende Gerät übernehmen 1 .

Nach Einlegen eines Datenträgers und

Auswahl des Laufwerks ändert sich die

Anzeige, wobei das Programm die

Schreib- und Lesefähigkeiten des Laufwerks

durch kleine silberne und goldene

CD-Symbole vor dem jeweiligen Parameter

visualisiert.

Darüber hinaus visualisiert QPxTool

die allgemeinen Fähigkeiten des fraglichen

Laufwerks im unteren Bereich des

Fensters durch ein grünes Häkchen vor

den einzelnen Parametern. Grundlegende

Informationen zum Laufwerk gibt das

Tool in der Spalte Basis Infos, ein Klick auf

72 www.linux-user.de

10.2014


QPxTool

Praxis

Qpxtool 0.7.2

LU/qpxtool/

1 Qpxtool zeigt Ihnen alle Parameter des im Rechner verbauten optischen Laufwerks an.

Media liefert Ihnen ausführliche Details

zum eingelegten Medium 2 .

Konfiguration

Um unterschiedliche technische Parameter

zu testen, empfiehlt es sich, die

Software ausführlich einzurichten. Sie

erreichen den Dialog mit den Einstellungen

entweder über die Schaltfläche mit

dem stilisierten Werkzeug oben rechts in

der Symbolleiste oder alternativ über

Gerät | Einstellungen.

Hier gilt es, zunächst in der Gruppe

Allgemein unterschiedliche Testroutinen

für beschriebene wie unbeschriebene

optische Datenträger zu aktivieren. Als

beschriebene Datenträger gelten dabei

auch industriell gefertigte Audio-CDs

und Video-DVDs. Zudem geben Sie in

diesem Bereich an, ob QPxTool die Testergebnisse

einfach nur protokolliert

oder auf die Festplatte schreibt 3 .

Die so erstellten Daten sind besonders

dann von Interesse, wenn Sie viele unterschiedliche

Medien im Gerät nutzen

und in den gängigen Brennprogrammen

die optimalen Parameter für die jeweiligen

Rohlinge einstellen möchten. Nach

dem Einstellen der einzelnen Optionen

klicken Sie unten rechts im Fenster auf

den Button Sichern.

In der Gruppe Farben bestimmen Sie

auf Wunsch noch ein eigenes Schema

für die Grafiken zu den Testläufen. Zuletzt

binden Sie in diesem Dialog in der

Gruppe Geräte die im Rechner verbauten

optischen Laufwerke in die Software

ein. QPxTool unterstützt dabei nicht nur

interne oder per USB-Anschluss in das

System integrierte Geräte, sondern zusätzlich

solche, die Sie als Freigabe über

das Netzwerk erreichen.

Testlauf

Die in den Einstellungen aktivierten

Tests starten Sie über das Menü Gerät |

2 Qpxtool gibt Ihnen alle Informationen zum eingelegten Medium.

10.2014 www.linux-user.de

73


Praxis

QPxTool

Tests beginnen. Bevor die Analyse anläuft,

wählen Sie noch aus, ob der Lauf

zu einer Reihe gehört. Je nach der Geschwindigkeit

des Laufwerks, der Größe

des zu testenden Mediums und der Effizienz

der im Gerät eingebauten Software

zur Fehlerkorrektur nimmt der anschließende

Durchlauf mehrere Minuten

in Anspruch.

Die Ergebnisse der Tests zeigt das Programm

als Graph im Hauptteil des Fensters

an 4 . In der linken Spalte schalten

Sie zwischen den verschiedenen Analysen

um. Sofern Sie die Anlage eines Protokolls

aktiviert und einen Pfad bestimmt

haben, sichert es die Testergebnisse

in diesem Ordner in Form eines

PDF-Dokuments mit dem aktuellen

Datum als Bestandteil des Namens.

Die Funktion ist besonders dann wichtig,

wenn Sie die Unversehrtheit eines

Datenträgers über längere Zeit hinweg

belegen möchten. Über das Menü Datei

drucken oder exportieren Sie die Testberichte

zusätzlich noch als HTML-Datei.

Erstellen Sie eine Reihe von Tests mit

unterschiedlichen Medien, sorgen Sie

mit Gerät | Medieninformationen aktualisieren

dafür, dass die Applikation diese

nach jedem Durchgang neu einliest. So

3 Die Einstellmöglichkeiten

der Software

finden Sie in einem

übersichtlichen

Fenster.

stellen Sie sicher, dass nicht mehr zutreffende

technische Spezifikationen die Ergebnisse

verfälschen.

Kommandozeile

Neben dem rein grafischen Betriebsmodus

bietet Qpxtool noch weitere

Funktionen, für die Sie jedoch auf die

Kommandozeile zurückgreifen müssen.

Die wohl wichtigsten beiden rufen Sie

mit readdvd und qscand auf. Das zuerst

genannte Kommando versucht alle noch

zu rettenden Daten von einem defekten

optischen Datenträger auszulesen und

diese als ISO-Image zu sichern.

In einer größeren Umgebung erweist

sich hingegen qscand als sehr nützlich.

Das Programm sucht im Intranet nach

optischen Laufwerken, die Sie mit QPx-

Tool selber freigegeben haben. Auf diesem

Weg starten Sie Tests von Ihrem

Rechner, ohne dass dieser über ein entsprechendes

Laufwerk verfügen muss.

Hinweise zur Bedienung der beiden

Tools finden Sie in der entsprechenden

Manpage. Weitere in QPxTool integrierte

Kommandozeilen-Befehle liefert die

Webseite des Projekts .

Fazit

Arbeiten Sie viel mit optischen Medien,

sollten Sie sich QPxTool unbedingt ansehen.

Die Software hilft, die optimale

Kombination von Medien und Laufwerk

zu ermitteln, und liefert die richtigen

Parameter zum Brennen. So beugen Sie

Datenverlusten vor.

Ist das Unglück schon passiert, rekonstruieren

Sie bei Bedarf Daten, die sich

auf defekten Speicherbereichen befinden.

Qpxtool trennt zusätzlich bei Rohlingen

die Spreu vom Weizen und zeigt

Ihnen anhand einer ausführlichen Analyse

der Medien, welche Datenträger sich

für die Langzeitarchivierung von wichtigen

Datenbeständen eignen. (cla) n

Weitere Infos und

interessante Links

4 Der lineare Verlauf der Messwerte visualisiert eine fehlerfrei gebrannte CD.

www. linux‐user. de/ qr/ 31496

74 www.linux-user.de

10.2014


Netz&System

MPrivacy in Chrome

Mehr Datenschutz im Webbrowser Chrome

Steter Abfluss

Google Chrome telefoniert ständig nach Hause. Mit etwas Aufwand und den

entsprechenden Addons unterbinden Sie jedoch das unerwünschte Übermitteln

von Daten. Erik Bärwaldt, Thomas Leichtenstern

© Jon Helgason, 123RF

README

Google zeigt bei der Arbeit am Browser

Chrome wenig Interesse für den Datenschutz.

Vielmehr geht es dem Unternehmen

in erster Linie darum, möglichst viele Informationen

über Nutzer zu sammeln, um

diese zu verkaufen. Der Artikel zeigt, wie Sie

hier wirkungsvoll gegensteuern.

Aktuellen Meldungen zufolge läuft

Googles Webbrowser Chrome dem von

der Mozilla Foundation entwickelten

Browser Firefox inzwischen den Rang

ab . Zweifellos arbeitet Chrome oft

schneller, gleichzeitig späht er aber das

Verhalten der Nutzer in großem Stil aus.

Den Großteil des BSD-lizenzierten

Quelltextes stellt Google zwar unter

dem Namen Chromium bereit, ein Ändern

der Binärdaten von Chrome verbietet

jedoch die „Terms of Service“. Aus einleuchtenden

Gründen verzahnt das Unternehmen

die Software mit unzähligen

Diensten sowie der Suchmaschine. Ohne

Modifikation telefoniert Chrome daher

ständig nach Hause.

Dadurch erhält das Unternehmen sehr

detaillierte Informationen über die Gewohnheiten

der Anwender, die es an die

zahlende Werbeindustrie weiterverkauft.

Um die Flut von Daten aus dem Browser

an Google und andere Interessenten

einzudämmen, gilt es, den Browser sehr

sorgfältig manuell zu konfigurieren und

mit einer ganzen Reihe von Erweiterungen

auszustatten.

Überblick

Der Suchmaschinenriese liefert in einem

Whitepaper detaillierte Angaben zu den

verschiedenen Diensten, die der Browser

kontaktiert . Dabei steht laut Google

zwar der Komfort im Vordergrund, die

vom Unternehmen erfassten Daten erlauben

es jedoch, detaillierte Profile anzulegen.

Dazu genügt das Zusammenführen

der Datenbestände.

Als zentrales Element von Chrome arbeitet

die sogenannte Omnibox, die

Adressleiste des Browsers, die gleichzeitig

als Suchmaske fungiert. Bereits nach

der Eingabe von nur wenigen Zeichen

kontaktiert Chrome die Server von

Google oder einer anderen Suchmaschine

und versucht, die Eingabe automatisch

zu vervollständigen.

76 www.linux-user.de

10.2014


Privacy in Chrome

Netz&System

Dabei übermittelt er die IP-Adresse des

PCs sowie diverse Cookies, um das Ergebnis

mit möglichst relevanten Treffern

zu versehen. Doch damit nicht genug:

Der Browser kontaktiert bereits direkt

nach einer frischen Installation ohne jeglichen

Aufruf einer Webseite die Server

von Google 1 .

Fastenkur

Um das Übertragen von Daten zu unterbinden,

wechseln Sie zunächst in die

Konfiguration. Diese erreichen Sie über

die Schaltfläche mit drei horizontalen Linien

rechts neben der Omnibox. Der Eintrag

Einstellungen öffnet ein Fenster im

Browser, in dem Sie ganz unten einen

Link Erweiterte Einstellungen anzeigen

finden. Nach einem Klick darauf erscheint

als erste Kategorie die Gruppe

Datenschutz mit einigen bereits in der

Grundeinstellung aktivierten Diensten.

Jene, die Sie nicht benötigen, schalten

Sie durch Entfernen des Häkchens vor

dem jeweiligen Dienst aus 2 .

Hinter der Schaltfläche Inhaltseinstellungen…

verbergen sich zusätzliche unterschiedliche

Optionen zum Verhalten

des Browsers. Besonders Beachtung sollten

Sie hier den Möglichkeiten für den

Standort und Medien schenken. Sofern

Ihr Rechner über Kamera oder Mikrofon

verfügt, empfiehlt es sich, die Option

Websites dürfen nicht auf Ihre Kamera und

Ihr Mikrofon zugreifen. zu aktivieren.

Verschiedene Bugs in Chrome und

dem Flashplayer-Plugin verwandelten

den Browser in der Vergangenheit mehrfach

durch entsprechend präparierte

Webseiten in ein Tool zum Spionieren.

Dabei übernahmen die Angreifer ohne

Wissen der Betroffenen die Kontrolle

über Webcam und Mikrofon und spähten

die Umgebung des kompromittierten

Computersystems aus . Falls Sie

bestimmten Webseiten dennoch Zugriff

auf Multimedia-Hardware geben möchten,

definieren Sie diese über Ausnahmen

verwalten… 3 .

Die Abfrage des Standorts eignet sich

vor allem dann, um Sie auszuspähen,

wenn Sie den Browser auf mobiler Hardware

nutzen. Daher empfiehlt es sich

1 Schon ohne Aufruf einer Webseite nimmt Chrome Kontakt zu Google auf.

auch hier, den Abruf durch Webseiten

generell zu unterbinden und gegebenenfalls

Ausnahmen zu definieren.

Ärgernis Omnibox

In den Standardeinstellungen kontaktiert

Chrome bei jedem in die Omnibox

eingegebenen Zeichen die voreingestellte

Suchmaschine im Internet und

versucht, mit deren Hilfe weitere Eingaben

oder aufzurufende URLs zu erraten.

2 Bereits in der Grundeinstellung aktiviert Google in Chrome

diverse Dienste, die reichlich Daten an die Server des Unternehmens

senden.

10.2014 www.linux-user.de

77


Netz&System

MPrivacy in Chrome

Dabei überträgt der Browser umfangreiche

Daten über das System an Google

oder eine andere Suchmaschine. Darüber

hinaus ändern sich mit zunehmender

Anzahl der eingegebenen Zeichen

permanent die Vorschläge.

Anders als bei Firefox, dem Sie der

Google-Suchmaschine dieses selten

nutzbringende Verhalten mit dem Addon

YesScript nachhaltig und vollständig

abgewöhnen, gelingt das bei der Omnibox

nur eingeschränkt. Um das Vervollständigen

zu deaktivieren, klicken Sie

unter Datenschutz den Eintrag Use a prediction

service to help complete searches

and URLs typed in the address bar ab.

Doch damit erreichen Sie nur einen

Teilerfolg: Die Omnibox schlägt Ihnen

selbst nach Abschalten der Ergänzungsfunktion

weiter Alternativen zu Eingaben

vor. Diese stammen allerdings aus

der Chronik des Browsers beziehungsweise

den Bookmarks. Mit zunehmender

Dauer der Sitzung wächst die Liste also

weiter. Um das zu verhindern, klicken Sie

im Bereich Datenschutz der erweiterten

3 Chrome erlaubt unter

Umständen ungefragt

den Zugriff auf Webcam

und Mikrofon im System.

4 Wollen Sie die Omnibox

effektiv deaktivieren,

müssen Sie regelmäßig

die Browserdaten

löschen.

Einstellungen auf die Schaltfläche Browserdaten

löschen… und wählen anschließend

im Dialog die Daten aus, die Sie

entfernen möchten 4 .

Fremde Lauscher

Daneben hebeln fremde Lauscher, insbesondere

die großen Werbenetzwerke,

den Datenschutz aus. Dagegen bietet

Chrome die gleichen Addons wie

Firefox: Vor allem Adblock Plus und

Ghostery schieben den Praktiken der

Datenfischer einen wirksamen Riegel

vor. Allerdings geriet vor allem Adblock

wegen seiner fragwürdigen Geschäftspraktiken

in die Schusslinie .

Um die beiden Erweiterungen zu installieren,

öffnen Sie den Menüpunkt

Tools | Erweiterungen und klicken am

Ende der Seite auf den Link Mehr Erweiterungen

herunterladen, der Sie in den

Webstore von Chrome leitet. Hier wählen

Sie die gewünschten Addons aus

und installieren Sie mit einem Klick auf

die Schaltfläche + KOSTENLOS.

Danach konfigurieren Sie Ghostery,

der zwar schon in der Grundeinstellung

Tracker aller Art lokalisiert, sie aber noch

nicht blockiert. Um jegliche Form von

Spionagesoftware auszusperren, wählen

Sie in den Einstellungen von Ghostery

Alles auswählen an 5 .

Allerdings stoßen selbst diese Apps

mit ihrer Leistungsfähigkeit an Grenzen:

So nutzen einige Webseiten Canvas Fingerprinting

. Dabei generiert ein Javascript-Schnipsel

ein Bild, und speichert

dessen Hash auf dem Server. Da

sich das generierte Bild von Rechner zu

Rechner unterscheidet, kommt dieser

Hash einer eindeutigen Identifikationsnummer

gleich.

Schutz bietet hier lediglich das vollständige

Deaktivieren von Javascript,

was allerdings den Einsatz von Diensten

wie Facebook oder Amazon erheblich

erschwert. Wenn Sie es dennoch abschalten

möchten, wechseln Sie in den

Erweiterten Einstellungen in die Inhaltseinstellungen,

und aktivieren dort

unter JavaScript die Option Ausführung

von JavaScript für keine Website zulassen.

Alternativ installieren Sie das Addon

78 www.linux-user.de

10.2014


Privacy in Chrome

Netz&System

Canvas: HTML5-Element, das dynamisch

Bitmap-Grafiken erstellt. Zum Erstellen der

Bilder kommt in der Regel Javascript zum

Einsatz. Ursprünglich von Apple entwickelt

und in Webkit eingesetzt, standardisierte

die Arbeitsgruppe Web Hypertext Application

Technology Working Group (WHATWG)

es später; seit einigen Jahren unterstützen

alle gängigen Browser das Element.

5 Ghostery blockiert von Haus aus auf Wunsch nahezu 2000 Tracker; der Dienst aktualisiert

die Liste regelmäßig.

ScriptBlock aus dem Webstore. Dieses

erlaubt es, Javascript für einzelne Seiten

an- oder abzuschalten.

Inkognito oder nicht

Chrome bietet darüber hinaus einen sogenannten

Inkognito-Modus an, den Sie

über [Strg]-[Umschalt]-[N] aktivieren. In

diesem Modus speichert der Browser

weder Verlauf noch Chronik. Möchten

Sie den Inkognito-Modus permanent

einschalten, ergänzen Sie die Parameter

im Starter von Chrome um ‐incognito.

Allerdings gilt es, zu beachten, dass

die Software in dieser Betriebsart sämtliche

installierten Addons deaktiviert, was

auch die sicherheitsrelevanten erweiterungen

betrifft. Um diese zu reaktivieren

müssen Sie daher im Einstellungsmenü

des Browsers in das Untermenü Tools |

Erweiterungen wechseln und dort einzeln

unter jedem Addon die Option Im

Inkognito-Modus zulassen anschalten 6 .

Fazit

So interessant technische Innovationen

wie Sandbox-Prinzip, Multiprozess-Architektur

oder die Rendering-Engine

Blink erscheinen – aus Sicht des Datenschutzes

ist Chrome eine einzige Katastrophe.

Die Software dient an allen Ecken

und Enden dazu, Erkenntnisse über den

Nutzer zu gewinnen. Diese greift er bei

jeder Gelegenheit ab und sendet sie an

Google oder andere Beteiligte.

Hinzu kommt, dass die Omnibox sich

daher im Alltag oft als eher hinderlich

erweist: Einerseits überflutet die Software

den Anwender bei der Eingabe einer

URL oder eines Begriffes mit häufig

unnützen Vervollständigungen, andererseits

berücksichtigt sie ab Werk lediglich

eine Suchmaschine, nämlich Google.

Tempo und eine moderne Oberfläche

sind außerdem dynamische Faktoren:

Firefox tauschte in den neueren Versionen

nicht nur seine bisher etwas altbackene

Oberfläche gegen ein modernes

Erscheinungsbild aus, sondern hob

außerdem auch die Geschwindigkeit auf

ein zeitgemäßes Niveau. (tle) n

6 Im Inkognito-Modus deaktiviert Chrome aus Sicherheitsgründen zunächst sämtliche

Addons. Welche Sie auch in dieser Betriebsart nutzen möchten, legen Sie in den Einstellungen

der Erweiterungen fest.

Weitere Infos und

interessante Links

www. linux‐user. de/ qr/ 33353

10.2014 www.linux-user.de

79


Netz&System

Sysdig

Die Untiefen von Linux mit Sysdig ergründen

Alles im Blick

Viele Diagnose-Tools verfügen

über eine ganz spezielle

Syntax. Das erschwert den Umgang

und macht die Ausgabe unübersichtlich.

Sysdig fasst die wichtigsten Informationen

in einer einheitlichen Oberfläche

zusammen. Karsten Günther

Auf einem modernen Linux-System laufen

zahlreiche Prozesse gleichzeitig. Sie

öffnen Dateien, schreiben darin Daten

oder lesen aus diesen, schließen sie wieder,

öffnen neue und so weiter. Das belastet

die CPU und andere Peripherie in

unterschiedlicher Weise und führt womöglich

zu Engpässen, die in manchen

Fällen das gesamte System bremsen.

Um diese Flaschenhälse zu finden und

zu beheben, kommen in der Regel Befehle

wie top, ps, vmstat, strace oder

lsof parallel oder in Kombination zum

Einsatz. Die Ergebnisse dienen oft als

Eingaben oder Parameter für weitere

Tools, was nicht selten zu komplexen

und unübersichtlichen Aktionen führt.

Eine einheitliche und übersichtliche Syntax

wäre hier eine willkommene Hilfe.

Hier kommt Sysdig ins Spiel: Die

Entwickler eines kleinen Unternehmens

Installation

© Sergey Ilin, 123RF

README

Die Software Sysdig entstand aus der Frustration

professioneller Administratoren

beim Suchen und Beheben von Fehlern. Sie

schufen eine neue Art von Werkzeug, das

unter anderem das Bedienen unterschiedlicher

Tools vereinheitlicht.

Unter Arch Linux installieren Sie das Programm

in der aktuellen Version 1.82 aus

dem Repository. Bei anderen Distributionen

bietet der Hersteller eine etwas unorthodoxe

Methode an, die Software einzurichten,

nämlich über ein mittels Curl heruntergeladenes

Skript, das Sie in der Bash ausführen

(Listing 1).

Das Skript ermittelt automatisch das verwendete

Betriebssystem und richtet die

passende Version ein. Es unterstützt derzeit

Debian ab Version 6.0, Ubuntu 10.04 aufwärts,

CentOS ab 6, RHEL ab 6, Fedora

ab 13 und Linux Mint ab Version 9. Falls es

bei älteren Ubuntu-Versionen nicht funktioniert,

installieren Sie Sysdig mit den Befehlen

aus Listing 2.

Der String der ersten Zeile lädt den Public

Key des Repositories herunter und installiert

ihn, die zweite trägt das Repository in

eine Datei in /etc/apt/sources.

list.d/ ein. Nach dem obligatorischen

sudo apt‐get update stehen die Pakete

zur Auswahl in Synaptic bereit. Anschließend

gilt es, ein spezielles Kernel-Modul zu

erzeugen und zu installieren. Dazu benötigen

Sie die Kernel-Header, die Sie mit folgendem

Befehl installieren:

# apt‐get ‐y install linux‐headeU

rs‐$(uname ‐r)

Weitere Details zur Installation finden Sie in

der Online-Dokumentation . Für Windows

und Mac OS X stehen ebenfalls passende

Versionen zum Download bereit.

80 www.linux-user.de

10.2014


Sysdig

Netz&System

Viele komplexe Angaben, etwa die Prozesse

mit den meisten Ein- und/​oder

Ausgaben, gibt das System nicht direkt

preis. Es gilt, diese durch Zusammenfasin

San Francisco haben in ihm die in der

Praxis am häufigsten eingesetzten Befehle

zusammengefasst, und statteten

das Tool mit einer programmierbaren

Schnittstelle aus. Es versteht eine relativ

große Anzahl von Optionen, die spezielle

Eigenschaften steuern. Der Befehl

sysdig ‐‐help listet die wichtigen davon

auf.

Die zeilenweise Ausgabe besteht aus

mehreren Teilen, den sogenannten Feldern.

Die ersten beiden, evt.num und

evt.time, kennzeichnen das beschriebene

Ereignis („event“) eindeutig mit einer

Nummer und dem Zeitpunkt, zu dem es

die Software registriert hat. Zusätzlich

beschreibt evt.cpu die involvierte CPU

bei Systemen mit mehreren CPUs.

Das Feld proc.name steht für den Prozess,

thread.tid für den Thread. Mit evt.dir

teilt die Software mit, in welche Richtung

das Event arbeitet: „“ für ausgehende.

Last, but not least klassifiziert evt.type

das Ereignis als solches, wie read oder

open. Die Argumente eines Events fasst

evt.args zusammen.

Praxis

Starten Sie Sysdig als Root ohne zusätzliche

Optionen im Terminal, erhalten Sie

augenblicklich eine Ausgabe in der

Form, wie Listing 3 sie zeigt. Diesen

Modus beenden Sie mit [Strg]+[C].

Das erste aufgezeichnete Ereignis

trägt die Nummer 3 und stammt aus

dem Prozess systemd‐journal. Es folgt

eines von vielen durch den als plugin‐containe

(die Ausgabe schneidet

hier ein „r“ ab) bezeichneten Prozess,

den von Firefox eingebetteten Flash-

Player und dann Firefox selbst, der eine

Reihe Events generiert.

Interessant ist dabei unter anderem,

dass Firefox eine andere CPU nutzt, als

der Container. In der letzten Zeile des

Listings mit der Zeichenkette data=

sehen Sie zahlreiche Punkte. Sysdig

schreibt diese stellvertretend für nicht

darstellbare Zeichen in die Ausgabe. Das

ändern Sie bei Bedarf durch Optionen

wie ‐A, mit dem Sie das Programm anweisen,

nur ASCII-Zeichen auszugeben.

Wenn Sysdig schon innerhalb einer Sekunde

knapp 20 000 Events aufzeichnet,

ist klar, dass der sinnvolle Einsatz der

Software einen leistungsfähigen Filter

erfordert, der die Ausgaben auf die gewünschten

Ereignisse beschränkt. Sie

hängen die Angaben zum Filtern nach

den Optionen an das Kommando an.

Das Listing 4 zeigt, wie Sie die Ausgabe

auf das Ereignis read reduzieren.

Chisels

Listing 1

curl ‐s https://s3.amazonaws.com/download.draios.com/stable/installsysdig

| sudo bash

Listing 2

01 curl ‐s https://s3.amazonaws.com/download.draios.com/DRAIOS‐GPG‐KEY.

public | sudo apt‐key add ‐

02 curl ‐s ‐o /etc/apt/sources.list.d/draios.list

http://download.draios.com/stable/deb/draios.list

03 sudo apt‐get update

Listing 3

# sysdig

3 11:03:20.522466433 2 (0) > switch next=158(systemd‐journal)

232 11:03:20.524714772 1 plugin‐containe (5081) < futex

res=‐110(ETIMEDOUT)

286 11:03:20.533770002 0 firefox (4901) > mmap

338 11:03:20.536870106 0 firefox (4901) > poll fds=5:e1 4:u1 8:p3 10:u3

11:u1 23:p1 25:u1 timeout=0

387 11:03:20.537960783 2 Timer (5750) < futex res=‐110(ETIMEDOUT)

2249 11:03:20.548869168 2 java (29547) < futex res=‐110(ETIMEDOUT)

2266 11:03:20.551182910 0 emacs (16938) > writev fd=4() size=112

197129 11:03:21.241713273 3 Xorg (1757) < read res=72 data=.?.S.......

Listing 4

01 # sysdig evt.type=read

02 152839 13:02:03.673561027 3 pulseaudio (4360) < read res=2 data=WW

03 152840 13:02:03.673561173 2 threaded‐ml (3223) > read

fd=23(pipe:[1593199]) size=10

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81


Netz&System

Sysdig

sen von Informationen und mittels statistischen

Methoden zu ermittelt. Das

und vieles mehr geschieht über sogenannte

Chisels. Dabei handelt es sich um

etwa 2 KByte große Lua-Skripte, die

Sysdig selbstständig aufruft. Die Option

‐c Chisel‐Name aktiviert ein solches.

So analysiert das Beispiel aus Listing 5

die langsamsten Systemaufrufe. Dazu

startet Sysdig zunächst eine Datensammlung

und beendet diese, sobald

Sie das Programm stoppen. Dann erfolgt

das Auswerten der gesammelten Daten

und deren Ausgabe. Wieder fällt der

Flash-Player auf, der neben dem Java-

Listing 5

# sysdig ‐c bottlenecks

89898) 0.000000000 plugin‐containe (5080) > futex addr=7FAB265B1DA4

op=137

170611) 1.000095651 plugin‐containe (5080) < futex res=‐110(ETIMEDOUT)

170597) 1.000069882 plugin‐containe (16961) < futex res=‐110(ETIMEDOUT)

89454) 0.000000000 java (29540) > futex addr=7F400C252F54 op=393

135393) 1.000024874 java (29720) < futex res=‐110(ETIMEDOUT)

Programm die meisten Ressourcen beansprucht

und das System verlangsamt.

Viele Chisels benötigen zusätzliche Argumente,

etwa eine zu überwachende

IP-Adresse oder einen Port. Diese geben

Sie direkt nach dem Chisel an, etwa sysdig

‐c spy_ip IP‐Adresse. Bei der Installation

kopiert Sysdig die Chisels ins

Verzeichnis /usr/share/sysdig/chisels/.

Dank der relativ einfachen Struktur

eignen sie sich als Vorlagen für eigene

Entwicklungen.

Der Aufruf sysdig ‐cl zeigt die in

sechs Kategorien geordneten, vorhandenen

Chisels an, mit denen Sie die Auslastung

von CPU und Netzwerk untersuchen,

den Durchsatz ermitteln, die Performance

des Gesamtsystems analysieren,

Sicherheitschecks machen und Fehleranalysen

fahren. Die meisten Kategorien

enthalten mehrere unterschiedliche

Varianten von Chisels, die spezielle Aussagen

erlauben.

Filtern

Wichtige Felder

Name

fd.num

fd.type

fd.name

fd.directory

fd.filename

proc.pid

proc.exe

proc.cmdline

thread.tid

thread.totexectime

evt.num

evt.time

evt.rawtime

evt.type

evt.args

evt.arg[]

evt.buffer

evt.res

evt.is_ioName

user.uid

user.name

user.homedir

user.shell

evt.latencyName

Funktion

Nummer des File Descriptors

Typ des File Descriptors

Pfad oder Verbindung (bei Sockets)

Verzeichnis

Dateiname ohne Pfad

PID des erzeugenden Prozesses

Name und Pfad des erzeugenden Prozesses

Befehlszeile des erzeugenden Prozesses

Thread-ID des erzeugenden Threads

Gesamte CPU-Zeit des aktiven Threads

Nummer des Ereignisses

Event-Zeitmarke

Event-Zeitmarke (absolut, in Nanosekunden)

Art des Events

alle Argumente in einem String

Array mit den Argumenten

binärer Datenbuffer

Rückgabewert des Events

diverse IO-Events

ID des Benutzers, dem der erzeugende Prozess gehört

Name des Benutzers, dem der erzeugende Prozess gehört

Home-Verzeichnis des assoziierten Benutzers

Shell des erzeugenden Prozesses

diverse Latenzwerte

Wie erwähnt, erlaubt Sysdig es, die Ausgaben

auf die wirklich relevanten Informationen

einzugrenzen. Dazu geben Sie

in der Befehlszeile die für Sie relevanten

Events an: evt.type=open. Es gibt eine

große Anzahl von Events, die Tabelle

Wichtige Felder fasst einige der gängigsten

zusammen. Über den Aufruf sysdig

‐l sehen Sie alle Events.

Mehrere Felder, die im Prinzip als Variablen

für die Ausgaben arbeiten, kombinieren

Sie entweder durch logische Ausdrücke

mittels and oder schränken sie

über contains Muster ein. In diesem

Fall muss das angegebene Muster in den

Listing 6

# sysdig ‐c topprocs_file

Bytes Process

‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐

464.00KB java

43.45KB nemo

8.76KB panel‐29‐system

8.03KB guake

6.04KB free

5.20KB pool

2.25KB xfce4‐netload‐p

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10.2014


Sysdig

Netz&System

Daten des Feldes vorkommen, damit

Sysdig sie ausgibt.

Speziell bei numerischen Daten stehen

oft nur bestimmte Wertebereiche im

Vordergrund. Diese grenzen Sie bei Bedarf

über Operatoren genauer ein (siehe

Tabelle Operatoren).

Als weitere Möglichkeit bietet Sysdig

an, die Operatoren durch runde Klammern

zu gruppieren und mittels not zu

negieren. Mit or erlaubt ein logisches

ODER. Das setzt aber voraus, dass Sie die

Ausdrücke in der Shell maskieren, indem

Sie diese zwischen doppelte Hochkommata

stellen. Ein Beispiel aus der Dokumentation

zeigt dies:

$ sysdig "not (fd.name contains U

/proc or fd.name contains /dev)"

Nicht immer ist es notwendig oder sinnvoll,

die von Sysdig erhobenen Daten

direkt auszuwerten. Manchmal bietet es

sich an, die gewonnenen Daten zunächst

zwischenzuspeichern und anschließend

auf unterschiedliche Weise

zu analysieren.

Das Speichern von ungefilterten Ausgaben

in eine Datei erledigen Sie über

die Option ‐w Datei. Die Entwickler

schlagen für diese Dateien das Suffix

.scap vor. Der Aufruf von sysdig ‐r Datei

liest die gesammelten Daten ein; die

gewünschten Optionen zum Filtern hängen

Sie ans Ende der Befehlszeile an.

Der Aufruf sysdig ‐c proc_exec_time

zeigt die Prozesse, die momentan am

meisten Zeit beim Ausführen beanspruchen.

Als Ersatz für Strace zum Verfolgen

von Ein- und Ausgaben verwenden Sie

echo_fds (Listing 7).

Entspricht die Performance des Systems

nicht den Erwartungen, zeigt sysdig

‐c bottlenecks die langsamsten

Systemaufrufe. Mit sysdig ‐c topscalls

finden Sie die momentan am häufigsten

verwendeten System Calls. Gibt

es Dateien, bei denen besonders oft

Wartezeiten entstehen, findet sysdig ‐c

fileslower 9 sie heraus.

Welche Dateien die meiste Zeit für das

Lesen und Schreiben benötigen, zeigt

der Aufruf sysdig ‐c topfiles_time,

wohin das System die meisten schreibt,

ermittelt sysdig ‐c topfiles_bytes.

Die Ausgabe von sysdig ‐c topprocs_

file zeigt an, welche Prozesse das machen.

Welche davon das Netz verlangsamen,

ermitteln Sie mit sysdig ‐c topprocs_net.

Eine Reihe weiterer Beispiele

finden Sie online .

Fazit

Sysdig empfiehlt sich uneingeschränkt

als Ersatz für die vielen einzelnen Programme

zum Analysieren des Systems.

Das Konzept, ein einfaches Werkzeug

mit vielen Möglichkeiten durch Plugins

zu erstellen, entspricht dem Trend der

Zeit. Wahrscheinlich findet sich das Tool

demnächst in den Repositories einiger

gängiger Distributionen. Bisher löst das

Projekt die Installation gelinde gesagt

noch etwas unorthodox.

Die von Sysdig ermittelten Ergebnisse

sind durchweg nützlich. Allerdings: Den

maximalen Nutzen ziehen Sie aus dieser

Software nur, wenn Sie deren Ergebnisse

auch richtig deuten. Fehlt hier das entsprechende

Wissen, führt die Ausgabe

mitunter zu Verwirrung. (tle) n

Beispiele

Sysdig gibt sich als echtes Werkzeug für

die Praxis: Viele seiner Funktionen lernen

Sie beim Bedienen der Software, anderes

erschließt sich nur durch die Dokumentation

in Form der Manpage oder

aus dem Wiki . Oft ist es aber einfacher,

sich einige Beispiele anzuschauen

und diese den eigenen Anforderungen

entsprechend anzupassen. Listing 6

zeigt den Einsatz von Sysdig bei der

Analyse von Prozessen.

Weitere Infos und

interessante Links

www. linux‐user. de/ qr/ 32602

Listing 7

# sysdig ‐c echo_fds

‐‐‐‐‐‐ Read 128B from /dev/ptmx

....[31m‐‐‐ Read 32B from ...$.s....L....[31m‐‐‐...[31m‐‐‐ Read 128B

‐‐‐‐‐‐ Write 128B to /dev/pts/1

....[31m‐‐‐ Read 32B from ...$.s....L....[31m‐‐‐...[31m‐‐‐ Read 128B

‐‐‐‐‐‐ Read 128B from /dev/ptmx

Operatoren

Operator

Bedeutung

= Gleichheit

!= Nicht-Gleichheit

< Schwelle kleiner als die angegebene Schwelle

> Schwelle größer als die angegebene Schwelle

=< Schwelle kleiner-gleich als die angegebene Schwelle

>= Schwelle größer-gleich als die angegebene Schwelle

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83


Know-how

Xclip steuern

© Richard Thomas, 123RF

Clipboard steuern via Zenity und Xclip

Maßanfertigung

Nicht jeder Fenstermanager bringt ein eigenes Programm für das

Verwalten der Zwischenablage mit. Mit Zenity und einem Skript

steuern Sie komfortabel das überall verwendbare Xclip.

Goran Mladenovic

README

Zenity erlaubt auch unerfahrenen Entwicklern,

im Handumdrehen kleine Anwendungsdialoge

zu erstellen. Mit dem Kommandozeilenprogramm

Xclip lässt sich die

Zwischenablage skripten. Als Duo eignen

sich die beiden ideal, um eine auf individuelle

Bedürfnisse zugeschnittene Clipboard-

Verwaltung zu bauen.

Typische Programme für das Verwalten

der Zwischenablage, wie Klipper für KDE

oder Clipit, das sich unter anderem in

Gnome integriert, bringen umfangreiche

Features für die Verwaltung der Zwischenablage

mit. Allerdings lassen sie

sich nicht unbedingt so leicht in jeden

Fenstermanager integrieren. Wer keinen

der Desktop-Platzhirsche nutzt, steht

also unter Umständen ohne eine Clipboard-Verwaltung

da. Zudem arbeiten

diese Programme in der Regel so, dass

sie eine Historie der Zwischenablage anlegen,

in der ältere Einträge immer weiter

nach hinten rutschen und schließlich

aus der Liste verschwinden.

Die passenden Tools

Um unter Linux möglichst schnell eine

Anwendung zu erstellen, bedarf es oft

nur der passenden Tools, etwas Kreativi-

84 www.linux-user.de

10.2014


Xclip steuern

Know-how

tät und ein wenig Fantasie. Das gilt auch

für das Implementieren einer selbstgestrickten

Verwaltung für die Zwischenablage:

Im Folgenden zeigen wir, wie Sie

mit Zenity schlanke Dialoge für das

Skripten der Zwischenablage mittels

Xclip einrichten und die so erstellte

GUI-Anwendung schließlich auf effiziente

Weise für alltägliche Aufgaben in den

Desktop integrieren.

Sowohl Zenity als auch Xclip lassen

sich in den gängigen Distributionen

schnell über den jeweiligen Paketmanager

installiert. Über die Kommandozeile

installieren Sie beide via Apt oder Yum

auch in einem Rutsch, indem Sie entweder

sudo apt‐get install zenity

xclip auf einem DEB-basierten System

oder yum install zenity xclip auf einem

RPM-basierten Rechner eingeben.

Die hier vorgestellte Zwischenablage

umfasst zehn Speicherplätze, deren Inhalt

Sie belegen, abrufen, löschen oder

auch nachträglich mit einem Editor manuell

bearbeiten können.

Ein paar Zeilen Skript

Listing 1 legt zunächst einen Editor fest,

mit dem Sie die einzelnen Stellplätze der

Zwischenablage nachträglich manuell

bearbeiten, und definiert ein Verzeichnis

für die Inhalte der Zwischenablage. Das

Kommando test in Zeile 4 überprüft, ob

es dieses Verzeichnis schon gibt, und legt

es neu an, falls es noch nicht existiert.

Der Codeblock in den Zeilen 6 bis 8

legt die einzelnen Speicherplätze für die

Zwischenablage an. Dazu arbeitet eine

For-Schleife eine Liste ab, die das Kommando

seq 1 10 erstellt hat. Innerhalb

des Ausführungsblocks zwischen do und

done erscheint die jeweilige Ziffer anstelle

von ${x}. Zeile 7 testet also zunächst,

ob die Dateien speicher1 bis speicher10

im Zielverzeichnis bestehen. Ist

dies nicht der Fall, legt der hintere Abschnitt

von Zeile 7 diese Dateien durch

den Umleitungsoperator > an.

In Zeile 10 fängt das Skript den ersten

übergebenen Parameter ab und speichert

ihn in der Variablen aktion. Zeile

11 definiert die maximale Länge für

die Zeichenkette, die der Zenity-Dialog

anzeigen soll. Das verhindert, dass beim

Abspeichern einer längeren Textpassage

in einem der Speicherplätze der entsprechende

Dialog unnötig in die Breite

wächst. Die ersten 80 Zeichen dürften

völlig genügen, um zu erkennen, welcher

Text in den Speicherplatz wandert.

Im Dialog

Die Zeilen 13 bis 27 erzeugen den eigentlichen

Zenity-Dialog . Da das

Skript das Ergebnis in einer Variablen

speichern soll, um damit im späteren

Verlauf zu arbeiten, steht der Dialog innerhalb

von geschweiften Klammern

mit einem vorangestellten Dollar-Zeichen.

So lässt sich die Ausgabe des

Dialogs in der Variablen sp ablegen.

Mit dem Parameter ‐‐list erzeugt

Zenity einen Auswahldialog, für den

‐‐title und ‐‐text jeweils eine sinnvolle

Anzeige vorgeben. Dabei könnte im

Parameter ‐‐text bereits der Inhalt einer

längeren Zwischenablage hinterlegt

sein, weswegen das Kommando cut

1‐${laenge} den Ausgabetext auf maximal

80 Zeichen beschränkt.

Zeile 16 legt die Spaltenüberschrift

fest. Darauf folgen die Einträge, jeweils

innerhalb von Gänsefüßchen eingeschlossen.

Der Inhalt beginnt stets mit

SpeicherlfdNr, gefolgt von der Ausgabe

des Inhalts der jeweiligen Textdatei per

Cat-Befehl. Dabei reduziert der Cut-Befehl

das Konglomerat auf die maximale

Shell-Skript für die Zwischenablage

LU/clipboard/

Länge von 80 Zeichen. Da jetzt bei einer

Auswahl eine ziemlich lange Zeichenkette

in der Variablen sp stehen würde, gilt

es, unnötige Inhalte herauszuoperieren

und auch Teile zu verändern.

Am Anfang jeder Auswahl steht „Speicher“,

gefolgt von einem Leerzeichen

und der Nummer des Speicherplatzes.

Der Sed-Befehl am Anfang von Zeile 27

ändert das „Speicher “ in „speicher“ um.

Dabei geben Sie explizit die erste Zeile

als Adresse an, da es durchaus sein kann,

dass die Zwischenablage mehrere Zeilen

1 So legen Sie Tastatur-Shortcuts für das Skript mit vier verschiedenen

Parametern fest.

10.2014 www.linux-user.de

85


Know-how

Xclip steuern

enthält: Dort könnte zufällig das Wort

„Speicher“ mit einem anschließenden

Leerzeichen stehen und würde dann

auch geändert.

Auch am Ende des S-Befehls von Sed

steht noch einmal eine Eins, die bewirkt,

dass das Programm lediglich das erste

Vorkommen des gesuchten Ausdrucks

ändert. Vom folgenden Inhalt der Zwischenablage

selbst extrahiert in der

zweiten Hälfte von Zeile 27 ein gezieltes

Grep-Kommando nur diejenigen Inhalte,

die in der Variablen sp im weiteren Verlauf

des Skripts auch wirklich gebraucht

werden – für den Anfang lediglich ein

Wert von speicher1 bis speicher10.

Wilder Aktionismus

Eine Reihe von If-Abfragen prüft anschließend

in den Zeilen 29 bis 39 den Inhalt

der Variablen aktion, um dann eine von

vier möglichen Aktionen mit den Inhalten

der Zwischenablage vorzunehmen.

Die erste If-Abfrage greift, wenn Sie

dem Skript als ersten Parameter belegen

mitgegeben haben und im Zenity-Dialog

ein Wert in der Variablen sp abgespeichert

wurde. Bei der Prüfung kommt

die verkürzte Form des Test-Kommandos

zum Einsatz, bei der eckige Klammern

der Bash signalisieren, dass hier eine

Prüfung erfolgt.

An dieser Stelle gibt das Skript einfach

die Variable sp mithilfe des Kommandos

echo ‐n (das einen Zeilenumbruch

durch \n unterdrückt) aus und zählt

über wc ‐m in der nächsten Station der

Pipe die Anzahl der Worte im String. Bei

nicht belegter Variable beträgt die Länge

also null. So lässt sich prüfen, ob Sie

im vorherigen Dialog eine Auswahl ge-

Listing 1

01 #!/bin/bash

02 EDITOR=gedit

03 SPEICHERPFAD=~/.zwischenablage

04 test ! ‐d $SPEICHERPFAD && mkdir $SPEICHERPFAD

05

06 for x in $(seq 1 10); do

07 test ! ‐f ${SPEICHERPFAD}/speicher${x} && > ${SPEICHERPFAD}/speicher${x}

08 done

09

10 aktion=$1

11 laenge=80

12

13 sp=$(zenity ‐‐list ‐‐title="Speicherplatz auswählen" \

14 ‐‐text "Speicher ${1}!\nAktuell in der Zwischenablage: \

15 $(xclip ‐o | cut ‐c 1‐${laenge})" \

16 ‐‐column "Speicherplatz" \

17 "Speicher 1: $(cat ${SPEICHERPFAD}/speicher1 | cut ‐c 1‐${laenge})" \

18 "Speicher 2: $(cat ${SPEICHERPFAD}/speicher2 | cut ‐c 1‐${laenge})" \

19 "Speicher 3: $(cat ${SPEICHERPFAD}/speicher3 | cut ‐c 1‐${laenge})" \

20 "Speicher 4: $(cat ${SPEICHERPFAD}/speicher4 | cut ‐c 1‐${laenge})" \

21 "Speicher 5: $(cat ${SPEICHERPFAD}/speicher5 | cut ‐c 1‐${laenge})" \

22 "Speicher 6: $(cat ${SPEICHERPFAD}/speicher6 | cut ‐c 1‐${laenge})" \

23 "Speicher 7: $(cat ${SPEICHERPFAD}/speicher7 | cut ‐c 1‐${laenge})" \

24 "Speicher 8: $(cat ${SPEICHERPFAD}/speicher8 | cut ‐c 1‐${laenge})" \

25 "Speicher 9: $(cat ${SPEICHERPFAD}/speicher9 | cut ‐c 1‐${laenge})" \

26 "Speicher 10: $(cat ${SPEICHERPFAD}/speicher10 | cut ‐c 1‐${laenge})" \

27 | sed "1 s/Speicher /speicher/1" | grep ‐Eo "speicher[0‐9]{1,2}")

28

29 if [ $aktion = "belegen" ] && [ $(echo ‐n $sp | wc ‐m) ‐gt 0 ] 2>/dev/null; then

30 xclip ‐o > ${SPEICHERPFAD}/${sp}

31 elif [ $aktion = "abrufen" ] && [ $(echo ‐n $sp | wc ‐m) ‐gt 0 ] 2>/dev/null; then

32 cat ${SPEICHERPFAD}/${sp} | xclip ‐i ‐selection primary

33 cat ${SPEICHERPFAD}/${sp} | xclip ‐i ‐selection secondary

34 cat ${SPEICHERPFAD}/${sp} | xclip ‐i ‐selection clipboard

35 elif [ $aktion = "löschen" ] && [ $(echo ‐n $sp | wc ‐m) ‐gt 0 ] 2>/dev/null; then

36 > ${SPEICHERPFAD}/${sp}

37 elif [ $aktion = "bearbeiten" ] && [ $(echo ‐n $sp | wc ‐m) ‐gt 0 ] 2>/dev/null; then

38 $EDITOR ${SPEICHERPFAD}/${sp}

39 fi

86 www.linux-user.de

10.2014


Xclip steuern

Know-how

troffen haben und das Skript fortfahren

kann. Dann belegt es den angegebenen

Speicherplatz mit dem aktuellen Inhalt

der Zwischenablage.

Das zweite Elif (Zeile 31) kommt zum

Zug, wenn Sie die Aktion abrufen gesetzt

und im vorherigen Dialog eine Auswahl

getroffen haben. In diesem Fall ruft das

Skript nun den Xclip-Befehl auf und füllt

so die Zwischenablage mit dem Inhalt

des entsprechenden Speicherplatzes. Dabei

kann Xclip die drei Bereiche XA_PRI‐

MARY, XA_SECONDARY und XA_CLIPBOARD

der Zwischenablage gesondert belegen.

Um Xclip mitzuteilen, welchen Teil der

Zwischenablage Sie ansprechen möchten,

stellt Xclip die Option ‐selection

zur Verfügung. Entsprechend geben Sie

im Folgenden entweder primary (Standard),

secondary oder einfach clipboard

an. Da nicht alle Fenstermanager

und Anwendungen die Zwischenablage

auf dieselbe Art und Weise belegen beziehungsweise

abrufen, spricht das

Skript alle drei Bereiche der Zwischenablage

an (Zeilen 32 bis 34), damit der gewählte

Text auch wirklich allen Programmen

zur Verfügung steht.

Zeile 35 prüft, ob die Aktion löschen

ansteht und Sie dazu auch tatsächlich einen

Eintrag ausgewählt haben. In dem

Fall bereinigt es den Inhalt des entsprechenden

Speicherplatzes. Zu guter Letzt

kümmert sich die Zeile 37 um die Aktion

bearbeiten. Zeile 38 übergibt dazu gegebenenfalls

den Inhalt des ausgewählten

Speicherplatzes an den eingangs in

Zeile 2 definierten Texteditor.

typischerweise über den Punkt Tastatur

zu den entsprechenden Einstellungen.

Den Pfad zum Skript müssen Sie dann

zusammen mit einem der Parameter abrufen,

belegen, löschen oder bearbeiten

angeben. Sie legen also vier Shortcuts

in etwa der Form wie in Listing 2

an 1 . Nach der Definition der Shortcuts

können Sie darangehen, die einzelnen

Stellplätze zu befüllen.

Fazit

Sie verfügen nun über eine vollwertige

Zwischenablage 2 , die Sie nach Belieben

erweitern und anpassen können.

Beispielsweise könnten Sie weitere Speicherplätze

hinzufügen, die etwa das aktuelle

Datum, Ihre Kontaktdaten oder

andere häufig benötigte Inhalte bereithalten.

Mit Zenity und Xclip lässt sich

das schnell realisieren und auf die Praxistauglichkeit

hin abklopfen. Zudem

lässt sich die Zwischenablage flexibel in

allen Fenstermanagern einsetzen: Dazu

müssen Sie lediglich die entsprechenden

Tastatur-Shortcuts anlegen. (jlu) n

Weitere Infos und

interessante Links

www. linux‐user. de/ qr/33446

Tastenkürzel

Um die Anwendung auch komfortabel

zu nutzen und nicht jedes Mal über die

Kommandozeile mit den jeweiligen Parametern

aufrufen zu müssen, bedienen

Sie sich einfach der Hilfe von Tastaturkombinationen,

wie sie sich unter jedem

Fenstermanager anlegen lassen.

Bei Gnome definieren Sie solche

Shortcuts etwa unter Systemeinstellungen

| Tastatur | Tastaturkürzel, bei KDE in

ähnlicher Weise unter Systemeinstellungen

| Erweitert | Tastenkombinationen. Bei

anderen Fenstermanagern gelangen Sie

2 Die Zwischenablage in Aktion, nachdem Sie den Shortcut für belegen gedrückt haben:

Ein Speicherplatz füllt sich mit dem aktuellen Wert der Zwischenablage.

Listing 2

/home/IhrVerzeichnis/zwischenablage.sh belegen

/home/IhrVerzeichnis/zwischenablage.sh abrufen

/home/IhrVerzeichnis/zwischenablage.sh löschen

/home/IhrVerzeichnis/zwischenablage.sh bearbeiten

10.2014 www.linux-user.de

87


Praxis

Thesauri

Freie und kommerzielle Thesauri im Überblick

Die richtigen Zutaten

© Miss_j, 123RF

Gewandte Sprache verleiht einem Text den richtigen Schliff. Wer kommerzielle Thesauri meiden

will, findet in der freien Software-Welt erstklassige Alternativen. Frank Hofmann

README

Ohne Analyse der Sprache enttäuscht jede

Suchfunktion mit einem mageren Ergebnis.

Im Hintergrund kommen dabei heute spezialisierte

Wörterbücher zum Einsatz, sogenannte

Thesauri. Dabei spielen die freien

Projekte in der ersten Liga mit.

Sicher kennen Sie die Situation, in der

Sie erst verzweifeln, und dann doch wieder

Bauklötze staunen: Die Recherche im

Internet nach einem Läufer liefert zunächst

unzählige Treffer – darunter nicht

nur berühmte Sportler, sondern auch

kleine Teppiche und Schachfiguren sowie

laufende Boten, die eine Nachricht

überbringen. Erst wenn Sie die Suche um

weitere Begriffe ergänzen, schwenkt die

Ausgabe oft in die gewünschte Richtung

um. Die Basis dafür bildet eine Analyse

der Sprache, die in den Auswerteprozess

der Suchmaschine integriert ist. Solche

Thesauri erläutern die Zusammenhänge

zwischen den Wörtern einer Sprache anhand

verschiedener Kriterien; diese fließen

in das Ergebnis der Suche ein.

88 www.linux-user.de

10.2014


Thesauri

Praxis

Von außen betrachte, wirkt es daher so,

dass der Computer besser verstünde, wonach

Sie stöbern, woraufhin er Ihnen exakte

und vielfältige Treffer liefert – selbst

dann, wenn Sie sich bei der Schreibweise

des Begriffes vertippt haben.

Obwohl die Benutzerschnittstelle, also

die Eingabemaske, oft recht profan daherkommt,

hat der Vorgang dahinter

kaum noch etwas mit einer einfachen

Stichwort- oder Schlagwortsuche gemeinsam

. Früher glückte eine Recherche

in Dateien oder Dokumenten vorrangig

anhand der richtig ausgewählten

Suchbegriffe, deren korrekter Schreibweise

und etwas Intuition.

In den letzten 20 Jahren entwickelte

sich dieser Vorgang hingegen Schritt für

Schritt zu einem ausgefeilten Prozess, in

dem viele weitere Kriterien eine Rolle

spielen. Betreiber von Suchmaschinen

nutzen mehr als 50 davon, darunter die

Sprache des Dokuments, dessen Format

und Struktur, Fachbegriffe in den Metadaten

sowie den Grad der Vernetzung,

das heißt, wie oft ein Dokument etwa referenziert

oder selbst Ziel eines Links ist.

Das Ergebnis basiert auf Begriffen, die

thematisch zusammengehören. Neben

einer großen Portion Statistik spielt dabei

insbesondere das Wissen um die

sprachlichen Zusammenhänge der einzelnen

Worte eine große Rolle. Dies

stammt aus linguistischen Thesauri

(siehe Kasten Im Überblick).

Aktuelle Beispiele sind der Thesaurus

Linguae Latinae (abgekürzt ThlL oder

1 Detailliertes Suchergebnis und Hierarchie nach „Warnemünde“ im TGN.x

TLL) für Latein, der Thesaurus Linguae

Graecae (TLG) für Griechisch, aber der

UNESCO Thesaurus . Bei dem Letztgenannten

handelt es sich eher um ein

Sammelwerk zu den Bereichen Bildung,

Wissenschaft, Kultur, Sozial- und Humanwissenschaften,

Information und Kommunikation,

Politik, Recht und Wirtschaft.

Alle Einträge stehen in Englisch,

Französisch, Spanisch und Russisch bereit.

Nützlich sind der Europäische Thesaurus

Internationale Beziehungen und

Länderkunde sowie der Getty Thesaurus

of Geographic Names (TGN) . Die-

Relationen

Im Überblick

BF

BS

OB

UB

VB

SB

UF

USE/​SYN

BT

NT

RT

TT

DIN 1463-1

Benutzt für

Benutze Synonym

Oberbegriff

Unterbegriff

Verwandter Begriff

Spitzenbegriff

ISO 2788

Used for

Use synonym

Broader term

Narrower term

Related term

Top term

Der Begriff Thesaurus stammt vom altgriechischen

„thesauros“ (lateinisch: „thesaurus“)

ab und bedeutet Schatz oder Schatzhaus. Allgemein

gesprochen, bezeichnet er eine nach

bestimmten Kriterien geordnete Sammlung

thematisch zusammenhängender Objekte,

eine Art „Wissensspeicher“.

Bezogen auf die Sprach- und Dokumentationswissenschaft

war ein Thesaurus ein

Wörterbuch und somit ein Sammelwerk mit

dem gesamten Wortschatz einer Sprache. In

den 1950er-Jahren veränderte sich dieses hin

zum spezialisierten Nachschlagewerk, das

aus einem kontrollierten, begrenzten Vokabular

und den Relationen der einzelnen

Worte untereinander besteht.

Grundlage für das Vokabular bilden heute die

Begriffe aus der Schlagwortnormdatei der

Deutschen Nationalbibliothek oder der

Library of Congress Subject Headings

(LCSH) . Verwendet werden vorrangig Synonyme

sowie Ober- und Unterbegriffe. Die

Relationen zwischen den einzelnen Begriffen

sind gemäß DIN 1463-1 beziehungsweise

ISO 2788 genormt (siehe Tabelle Relationen)

und als Assoziationen und Verweise bekannt.

10.2014 www.linux-user.de

89


Praxis

Thesauri

2 Die Webseite Visual Thesaurus zeigt die Verbindungen zwischen Worten als Baum,

hier am Beispiel „help“.

Listing 1

http://www.dictionaryapi.com/api/v1/references/thesaurus/xml/

umpire?key=API‐Key

Listing 2



umpire


noun


a person who impartially decides or resolves a dispute or

controversy

usually acts as umpire in the all‐too‐frequent squabbles

between

the two other roommates

adjudicator, arbiter, arbitrator, referee, umpire

jurist, justice, magistrate; intermediary, intermediate,

mediator,

mediatrix, moderator, negotiator; conciliator, go‐between,

peacemaker,

reconciler, troubleshooter; decider



ser steht inzwischen als Open Data jedem

Interessenten frei 1 .

Linguistische Thesauri sind in der angewandten

Sprachwissenschaft mit den

beiden Begriffen Wortnetz und Sprachschatz

verankert. Deren Ziel besteht einerseits

darin, unsichtbare (semantische)

Verbindungen zwischen Worten

unterschiedlicher Herkunft und deren

Bedeutung (Relationen und Assoziationen)

anzuzeigen, andererseits die Ähnlichkeit

zwischen den einzelnen Begriffen

zu verdeutlichen.

Zudem dienen Thesauri dem Erforschen

der Sprachgeschichte und zum

Bestimmen von Bedeutungen und deren

Historie. Im Alltag eher als Wörterbuch

für Synonyme bekannt, verhelfen

sie als Nachschlagewerk zu einem eleganteren

Ausdruck und sorgen im optimalen

Fall für eine größere Gewandtheit

in der Sprache.

In der Informationstechnik kommen

Thesauri neben dem Einsatz bei Suchmaschinen

oft als Zugabe zur Textverarbeitung

daher und bilden häufig die

Basis zur Rechtschreibprüfung und verstärkt

als Hilfe für korrekte Grammatik.

Beispiele aus der Praxis sind unter anderem

der KThesaurus und der Open-

Thesaurus für LibreOffice .

Projekte und Werkzeuge

Einen Einstieg zur Recherche im deutschen

Sprachraum bietet die Schweizer

Webseite Lexikon.ch . Dieses Angebot

versteht sich als spezielle Suchmaschine

für Lexika, Thesauri, Wörterbücher, Zitatesammlungen,

Abkürzungsverzeichnisse

und Reimlexika. Sie listet sowohl

kommerzielle als auch freie Projekte auf.

Als reine Online-Angebote stehen unter

anderem Woxicon , Leo und

Beo lingus/​Dict bereit. Woxicon und

Leo bieten Ergänzungen für slawische,

romanische und skandinavische Sprachen

an; Beolingus/​Dict konzentriert

sich hingegen auf Englisch, Spanisch

und Portugiesisch.

Leo und Beolingus/​Dict haben ihren

Ursprung in der Wissenschaft – TU München

und TU Chemnitz – und kooperieren

für die Angabe der Thesauri unter

90 www.linux-user.de

10.2014


Thesauri

Praxis

anderem mit dem Centre National de

Ressources Textuelles et Lexicales

(CNRTL) in Nancy (Lothringen) sowie

den Projekten OpenThesaurus und

WordNet .

Kommerzielle Thesauri als Nachschlagewerk

lagen traditionell in Buchform

vor, so zum Beispiel als Bestandteil der

Standardausgabe des Dudens, des Oxford

English Dictionary oder des Dictionaire

Robert. Die meisten Verlage integrieren

ihren Thesaurus inzwischen aber

mittlerweile direkt in ihr Online-Angebot

und ermöglichen den Zugriff über den

Webbrowser oder bieten alternativ eine

passende App dafür an. Allerdings richten

sich diese Angebote eher an Gelegenheitsnutzer

mit 5000 bis 10 000 Abfragen

pro Tag und Benutzer.

Für den unbegrenzten Einsatz sowie

die Integration in eine eigene Applikation

stellen die Verlage eine Schnittstelle

(API) bereit. Die Arbeit mit dieser setzt

voraus, dass Sie sich registrieren und einen

API-Key erwerben. Diesen Key übermitteln

Sie bei jedem Aufruf.

Macmillan Dictionary , Merriam-

Webster und Cambridge Dictionaries

Online geben die Ergebnisse als XML-

Daten oder Javascript Object Notation

(JSON) zurück und orientieren sich damit

an den derzeit gängigen Standards

im Web. Listing 1 zeigt eine Anfrage bei

Merriam-Webster, Listing 2 die passende

Antwort im XML-Format.

Pons, der Verlag für Wörterbücher, bietet

die Anbindung an die hauseigene

Datenbank als eigenständigen Service

an , Mitbewerber Langenscheidt fokussiert

auf das Angebot in Form von

Büchern und spezifischen Apps für die

unterschiedlichen mobilen Geräte.

Um sich die Facetten einzelner Worte

als Graphen anzuschauen, bietet sich

der Visual Thesaurus an. Dieser zeigt

die Verbindungen zwischen den Worten

bildhaft als einzelne Knoten und Kanten

im Webbrowser an 2 . Die Anzeige basiert

auf Javascript und erlaubt es, die

Grafik in jede gewünschte Richtung zu

drehen. Das gelingt, indem Sie den gewünschten

Knoten anklicken. Ohne einen

API-Key dürfen Sie jedoch nur eine

begrenzte Anzahl Aufrufe tätigen. Diese

3 Das kommerzielle Produkt Wordnik zeichnet sich durch ein übersichtliches und gut

strukturiertes Suchergebnis aus.

reichen in der Regel jedoch aus, um einen

groben Eindruck zu erlangen.

Wordnik

Das kommerzielle Produkt Wordnik ,

eine Art aufgebohrtes Wörterbuch ausschließlich

für die englische Sprache,

4 Anfrage zum Suchbegriff „fair“ im WordNet Browser.

10.2014 www.linux-user.de

91


Praxis

Thesauri

5 Eine vollständige Auswahl über den

OpenThesaurus-Dialog.

fokussiert in der Ausgabe insbesondere

auf mobile Geräte. Vom Funktionsumfang

her beinhaltet Wordnik Beschreibungen

von Wörtern und Erläuterungen

zu deren Bedeutungen sowie eine größere

Menge an Beispielen. Dabei bindet

es die Ergebnisse verschiedener Quellen

mit ein, so vom Wiktionary sowie aus

WordNet 3 .

Alle Module stehen unter der Apache

Lizenz, den zugehörigen Quellcode finden

Sie in einem Github-Repository. Die

Anbindung gelingt über verschiedene

Module und Schnittstellen, wie Python,

Ruby, Javascript, Java und PHP. Der Einsatz

setzt ein Registrieren beim Hersteller

voraus, von dem Sie dann einen entsprechenden

API-Key erhalten.

Freie Thesauri

Im Bereich der freien Software tummeln

sich ebenfalls eine Reihe von Projekten,

die sich mit der Thematik Thesaurus beschäftigen.

Zu etlichen Programmen bestehen

Schnittstellen, obwohl diese

manchmal etwas versteckt sind.

Das bereits mehrfach erwähnte Word-

Net ist das Ergebnis des gleichnamigen

Forschungs projekts der Princeton University,

das inzwischen seit mehreren

Jahrzehnten an einer lexikographischen

Datenbank der englischen Sprache arbeitet.

Es gruppiert Substantive, Verben,

Adjektive und Adverbien auf semantischer

und lexikalischer Ebene. Das Projekt

bildet die Basis für vergleichende

Sprachwissenschaft und das Verarbeiten

der natürlichen Sprache und ist damit

die Grundlage für mehrere der hier vorgestellten

Programme.

Neben einer webbasierten Schnittstelle

steht der aktuelle Forschungsstand für

verschiedene Plattformen bereit – unter

anderem als Debian-Paket . Dieses beinhaltet

sowohl ein Kommandozeilenprogramm

wn, als auch eine grafische

Applikation namens WordNet Browser.

Mit dem Aufruf aus Listing 3 erhalten Sie

einen Überblick zu den Synonymen

samt deren Bedeutung zum Substantiv

„fair“. Der Parameter ‐synsn setzt sich

aus ‐syns zur Auswahl der Synonyme

und n zum Einschränken auf Substantive

(engl. nouns) zusammen.

Über das Kommando wnb starten Sie

das GUI-Programm und geben im Eingabefeld

oben links den Suchbegriff ein.

Unter dem Eingabefeld erscheinen bis

zu vier Knöpfe, die die jeweilige verfügbare

Wortform anzeigen. Um die Übersicht

auf Synonyme zu Substantiven einzuschränken,

klicken Sie auf die Schaltfläche

Noun und wählen dann aus der

Liste Synonyms, ordered by estimated

frequency aus. Das Ergebnis in Abbildung

4 ist identisch zur Ausgabe auf

der Kommandozeile.

Für WordNet existieren eine Reihe von

Implementationen; die Projektseite listet

diese auf. Für den Einsatz mittels Perl

nutzen Sie am besten das Modul Word-

Net-QueryData , das in Form des Debian-Pakets

libwordnet-querydata-perl bereitsteht.

Für Python hilft Ihnen das Python

Natural Language Toolkit (NLTK)

weiter . Letzteres verfügt über eine

passende Klasse für WordNet.

6 Kthesaurus bezieht seine Daten aus der WordNet-Datenbank

und versteht sich aus diesem Grund ausschließlich auf

Englisch als Sprache.

7 Das Rechercheergebnis zum Begriff „help“ mittels Kthesaurus in

der WordNet-Datenbank.

92 www.linux-user.de

10.2014


Thesauri

Praxis

8 Goldendict vereint unter einer übersichtlichen Oberfläche die Ergebnisse aus verschiedenen

Quellen zum Begriff „fair“.

OpenThesaurus

Das Projekt OpenThesaurus startete

2002 zunächst als Ergänzung zu Open-

Office, heute ist es ebenso fester Bestandteil

von LibreOffice und Papyrus

. Es beschreibt sich selbst als ein freies

deutsches Wörterbuch für Synonyme“. Es

steht jedem frei, sich an dem Projekt zu

beteiligen. Es ist spezialisiert auf Wörter

in unterschiedlicher Schreibweise, aber

identischer Bedeutung. Derzeit stehen

Sammlungen für Deutsch, Schweizerdeutsch,

Niederländisch, Norwegisch,

Polnisch, Portugiesisch, Slowakisch, Slowenisch

und Spanisch bereit. Alle Inhalte

stehen unter der GNU Lesser General

Public License (LGPL).

Der Thesaurus gehört nicht zu den

Standardmodulen, Sie installieren ihn

über die Paketverwaltung nach. Unter

Debian heißt das Paket mythes-de (für

Deutsch) und mythes-de-ch in der

schweizer Variante. Das Werkzeug steht

dann unter Extras | Language | Thesaurus

zur Verfügung. Rufen Sie diesen Eintrag

auf, öffnet sich ein neues Fenster 5 .

Aus der Liste darunter wählen Sie die

gewünschte Alternative aus und übertragen

sie in den Text. Haben Sie zuvor

ein Wort im Text markiert, gelingt Gleiches

über das Kontextmenü. Mit einem

Rechtsklick öffnen Sie dieses und wählen

neben dem Eintrag Synonyme das

Entsprechende aus.

Selbst ohne LibreOffice besteht die

Möglichkeit, OpenThesaurus zu nutzen –

und zwar über die Webseite des Projekts.

In das Eingabefeld tragen Sie das gewünschte

Wort ein und erhalten nach

dem Klick auf den Pfeil eine ausführliche

Information zu dem betreffenden Wort.

Kthesaurus

Kthesaurus 6 leistet Ähnliches für die

Calligra-Suite (vormals KOffice) wie

OpenThesaurus für LibreOfffice. Es setzt

nicht auf Letzteres auf, sondern bezieht

die lexikalischen Informationen zu den

Wörtern aus der WordNet-Datenbank.

Daher steht Kthesaurus nur für Englisch

bereit. Um die Software zu verwenden,

installieren Sie das gleichnamige Paket.

Im Eingabefeld oben links tragen Sie

das gewünschte Wort ein und lösen

über den Knopf Search eine Datenbanksuche

aus. Daraufhin füllen sich in der

Listing 3

01 $ wn fair ‐synsn

02

03 Synonyms/Hypernyms (Ordered by

Estimated Frequency) of noun

fair

04

05 4 senses of fair

06

07 Sense 1

08 carnival, fair, funfair

09 => show

10

11 Sense 2

12 fair

13 => gathering,

assemblage

14

15 Sense 3

16 fair

17 => exhibition,

exposition, expo

18

19 Sense 4

20 bazaar, fair

21 => sale, cut‐rate sale,

sales event

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93


Praxis

Thesauri

Karteikarte Thesaurus die drei Spalten jeweils

mit passenden Synonymen (Spalte

1), Oberbegriffen (Spalte 2) und Unterbegriffen

(Spalte 3).

Mit dem Knopf Replace ersetzen Sie

das Wort im Text durch die Auswahl (nur

zu sehen, wenn Sie Kthesaurus innerhalb

von Calligra-Office aufgerufen haben). Sie

verändern die Suche im Wortschatz, indem

Sie einen der Einträge aus den Spalten

mit einem Doppelklick auswählen.

Über Karteireiter wechseln Sie zwischen

der reinen Suche und dem Eintrag

aus der WordNet-Datenbank. Die Abbildung

7 zeigt einen Überblick zum Wort

„help“, nach der durchschnittlichen Häufigkeit

sortiert. Über das Auswahlfeld erhalten

Sie weitere Informationen, sofern

die WordNet-Datenbank diese enthält,

so etwa Verbundworte (Worte im Zusammenhang),

Synonyme, Antonyme

und auch Beispiele aus dem Alltag.

GoldenDict

Das Projekt GoldenDict vereint verschiedene

Quellen unter einer einheitlichen

Benutzeroberfläche. Die Desktop-

Anwendung setzt auf Qt und das Webkit-Framework

auf. In Debian finden

Sie das Programm im Paket goldendict.

Das Programm dient als Schnittstelle zu

verschiedenen Wörterbüchern und Datenquellen,

unter anderem Wikipedia,

dem Wiktionary und WordNet, um daraus

die Informationen zusammenzustellen.

Als Benutzer legen Sie in den Einstellungen

fest, welche der Kanäle das Programm

auswertet. Im Eingabefeld oben

links tragen Sie den Suchbegriff ein. Nun

erscheinen in der linken Spalte ähnliche

Begriffe, aus denen Sie bei Bedarf wählen.

In der mittleren Spalte sehen Sie das

Suchergebnis, in der rechten Spalte die

dafür verwendeten Quellen 8 .

Im Beispiel erfolgte die Recherche

nach dem Begriff „fair“ – jeweils in der

deutschen und englischsprachigen Wikipedia

sowie über die WordNet-Datenbank.

Letzteres ist hier als aufbereitetes

Suchergebnis dargestellt. Um als Thesaurus

auf der Basis von WordNet zu dienen,

benötigen Sie noch das zusätzliche

Paket goldendict-wordnet aus den Paketquellen,

welches die Anbindung der beiden

Projekte aneinander ermöglicht.

Wiktionary

Das Wiktionary-Projekt gehört mit seinen

mittlerweile über 370 000 Einträgen

in mehr als 200 Sprachen zu den imposanteren

Wikimedia-Ablegern. Es dient

zwar in erster Linie als Wörterbuch, erfasst

aber zu jedem Eintrag neben der

Worttrennung, Aussprache, Bedeutung

und Herkunft auch Synonyme und Antonyme

9 . Das Wiktionary nutzen Sie

über den Browser, eine API zum Einbinden

in eigene Projekte gibt es online .

Fazit

Dieser Beitrag gibt einen Überblick zu

den verschiedenen Thesauri, die derzeit

als kommerzielle oder freie Varianten

verfügbar sind. Ob zum flinken Nachschlagen

im Webbrowser oder über die

Kommandozeile – kein Benutzer geht

dabei leer aus.

Nur angerissen wurde bislang, wie Sie

Thesauri und damit verbundene Technologien

in Ihren eigenen Programmen

nutzen können. Darauf gehen wir in einem

Folgeartikel anhand der Programmiersprache

Python ein und beleuchten

dabei die Bibliotheken NLTK und AdvaS

genauer. (agr) n

Weitere Infos und

interessante Links

www. linux‐user. de/ qr/32601

9 Wiktionary gehört zu den imposantesten Wikimedia-Ablegern. Hier das Suchergebnis zum Begriff „fair“.

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/MedialinxAcademy

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Usergroups

Linux.Usergroups

Im Folgenden die Liste der uns bekannten Linux-Usergroups im deutschsprachigen Raum in Kurz fassung. Änderungen und Updates bitte der Redaktion (usergroups@linuxnewmedia.de) mitteilen (Name, Beschrei bung,

Treffpunkt, Adresse, Ansprechpartner, Homepage, E-Mail, Telefon, Fax, Mitgliederzahl ...).

Aachen

Aachen

Ahaus

Ahlen/Westfalen

Ahrtal

Aichach

Altdorf /

Nürnberg

Amberg

Ansbach

Aschaffenburg

Augsburg

Backnang

Bad Brückenau

Bad Driburg

Bad Hersfeld

Bad Wildungen

Bamberg

Basel (CH)

Bautzen

Bayreuth

Bergisch

Gladbach

Berlin

Berlin

Berlin /

Marzahn-

Hellersdorf

Bern (CH)

Aachener Linux-Usergroup

(ALUG)

http://www.alug.de

Computer-Club an der RWTH

Aachen e.V. (CCAC)

http://www.ccac.rwth-aachen.

de

Linux-Usergroup Ahaus (LUGAH)

http://www.lugah.de

LUG Ahlen

http://linuxahlen.li.funpic.de/

Linux-Usergroup Ahrtal (Ahrlug)

http://www.ahrlug.de

Linux-Usergroup Aichach

http://www.lug-aichach.de

GNU/Linux User Group Altdorf

(GLUGA)

http://www.gluga.de

Open-Source-Stammtisch

Amberg (amTuxTisch)

http://www.amtuxtisch.de/

Linux-Usergroup Ansbach

(LUGAN)

http://www.lug-an.de

Linux-Usergroup Aschaffenburg

(LUGAB)

http://www.lugab.de

Linux-Usergroup Augsburg

(LUGA)

http://www.luga.de

Linux-Usergroup Backnang

http://www.lug-bk.de

Linux-Usergroup Bad Brückenau

BrunoZehe@web.de

Linux-Usergroup Bad Driburg

http://www.bdpeng.de.vu

Linux-Usergroup Hersfeld

http://www.lugh.de

Linux-Usergroup Bad Wildungen

http://linuxheaven.cjb.net

Linux-Usergroup Bamberg

(GLUGBA)

http://www.lug-bamberg.de

Linux-Usergroup Basel (BLUG)

http://www.blug.ch

Linux-Usergroup Bautzen

http://www.lug-bz.de

Linux-Usergroup Bayreuth

http://www.linux-bayreuth.de

Bergische Linux- und Unix-

Enthusiasten u. -Freunde

(BLUEFROGS)

http://www.bluefrogs.de

Linux-Usergroup Berlin (BeLUG)

http://www.belug.de

Ubuntu Berlin

http://www.ubuntu-berlin.de

Open-Source-Fan-Group

Marzahn-Hellersdorf (OSFanG)

http://www.osfang.de

Linux-Usergroup Bern (LUGBE)

http://www.lugbe.ch

Biel / Bienne /

Seeland (CH)

Bielefeld

Bitburg-Prüm

Bocholt

Bochum

Bonn

Bonn

Bozen (Südtirol)

Brandenburg

Bremen

Bremerhaven

Bretten

Bruchsal

Buchholz

Nordheide

Burghausen

Böblingen /

Sindelfingen

Celle

Cham

Chemnitz

Cottbus

Damme

Darmstadt

Datteln

Delitzsch

(Sachsen)

Linux-Usergroup Seeland

(LugSeeland)

http://www.lugseeland.ch

Linux Usergroup Ostwestfalen-

Lippe

http://lug-owl.de/Lokales/

Bielefeld/

Linux-Usergruppe Schneifeltux

http://www.schneifeltux.de

Linux-Usergroup Bocholt (BLUG)

http://www.blug.de

Linux-Usergroup Bochum

(BGLUG)

http://www.bglug.de

Bonner Linux-Usergroup

(BOLUG)

http://www.bonn.linux.de/

Linux/Unix Usergroup Sankt

Augustin (LUUSA)

http://www.luusa.org

Linux-Usergroup Bozen (LUGBZ)

http://www.lugbz.org

Brandenburger Linux User

Group e.V. (BraLUG)

http://www.bralug.de

Linux-Stammtisch Bremen

http://lug-bremen.info

Linux-Stammtisch Bremerhaven

http://www.lug-bhv.de/

Brettener Linux-Usergroup

(BRELUG)

http://www.brelug.de

Linux-Usergroup Bruchsal

http://www.lug-bruchsal.de

Linux-Usergroup Buchholz

Nordheide

http://lugbuchholz.cwsurf.de/

Linux-Usergroup Burghausen

http://www.lug-burghausen.org

Linux-Usergroup Böblingen/

Sindelfingen (LUGBB)

http://www.lugbb.org

LUG Celle

http://www.lug-celle.de

Linux-Usergroup Oberpfalz

(LUGO)

http://lugo.signum-media.de

Linux-Usergroup Chemnitz

(CLUG)

http://www.clug.de

Cottbuser Linux-Usergroup

(COLUG)

http://www.colug.de/

Users of Linux Damme (ULD)

http://www.damme.de

Linux User Group Darmstadt

(DaLUG)

http://www.dalug.org

Linux-Usergroup Datteln (LUGD)

http://www.lug-datteln.de

Linux-Usergroup Delitzsch

http://www.lug-delitzsch.de

Detmold

Dorfen

Dormagen

Dortmund

Dresden

Duisburg

Düsseldorf

Ebstorf

Eggenfelden

Eichsfeld

Eisenach

Elmshorn

Erding

Erlangen

Essen

Essen

Essen

Essen

Esslingen

Ettlingen / Albtal

Flensburg

Frammersbach

Frankfurt

Freiburg

Linux-Usergroup Ostwestfalen-

Lippe (LUGOWL)

http://lug-owl.de/Lokales/

Detmold/

Linux-Usergroup Dorfen (LUGD)

http://www.dolug.de

PinguinPower (PP)

http://www.dorlug.de

Linux-Usergroup Dortmund

(LUGRUDO)

http://www.outerspace.de/

lugrudo/

Linux-Usergroup Dresden

http://lug-dd.schlittermann.de/

Duisburger Linux-Usergroup

(DULUG)

http://www.dulug.de

Linux-Usergroup Düsseldorf

(DLUG)

http://www.dlug.de

Ebstorfer Linux-Stammtisch

(ELST)

support@konqi-werkstatt.de

Eggenfeldener Linux-Usergroup

(EgLUG)

http://www.lug-eggenfelden.org

Eichsfelder Linux User Group

(EICLUG)

http://linux.eichsfeld.net

Linux-Usergroup Eisenach

http://lug-eisenach.de/

Computerclub Elmshorn e.V.

http://www.cceev.de/

Linux-Usergroup Erding

http://www.lug-erding.de

Erlanger Linux-Usergroup

(ERLUG)

http://www.erlug.de

Essener Linux-Freunde (ELiF)

http://www.linuxstammtisch.de

Essener Linux-Stammtisch

(ELiSta)

http://members.tripod.de/elista

Essener Linux-Usergroup

(ELUG)

http://www.elug.de

Perl Mongers im Ruhrgebiet

(Ruhr.pm)

http://ruhr.pm.org/

Linux-Usergroup Esslingen

http://rhlx01.rz.fht-esslingen.

de/lug/

LUG Albtal

http://www.lug-albtal.de

Linux-Usergroup Flensburg

(LUGFL)

http://www.lugfl.de

Frammersbacher LUG

kke@gmx.net

Linux-Usergroup Frankfurt

http://www.lugfrankfurt.de

Freiburger Linux-Usergroup

(FLUG)

http://www.freiburg.linux.de

Freising

Friedrichshafen

Fulda

Fürstenfeldbruck

Fürth

Gießen

Gießen

Grafing

Greifswald

Groß-Gerau

Gummersbach

Gunzenhausen

Gütersloh

Göttingen

Göttingen

Hagenberg (A)

Halberstadt

Halle

Hamburg

Hamburg

Hameln

Hanau

Hannover

Linux-Usergroup Freising

(LUGFS)

http://www.lug-fs.de

Yet another Linux User Group

(YALUG)

http://yalug.de

Linux-Usergroup Fulda

http://lug.rhoen.de

LUG des Bürgernetzes Landkreis

Fürstenfeldbruck (LUG FFB)

http://lug.ffb.org/

Fürther Linux-Usergroup (FLUG)

http://www.fen-net.de/flug

Linux-Usergroup Gießen (LUGG)

http://www.lugg.de

LUG der Liebig-Schule Gießen

(LioLUG)

http://liolug.liebigschulegiessen.de/

Linux-Usergroup Grafing (LUGG)

http://www.lug-grafing.org

Linux-Usergroup Greifswald

http://www.lug-hgw.de/

Linux-Usergroup Groß-Gerau

(LUGGG)

http://www.luggg.de

Gummersbacher Linux-

Usergroup (GULUG)

http://www.gulug.info

Gunzenhauser Linux-Usergroup

(LUGGUU)

http://www.gunnet.de/linux

Linux-Usergroup Ostwestfalen-

Lippe (LUGOWL)

http://lug-owl.de/Lokales/

Guetersloh/

Göttinger Linux User Group

(GOELUG)

http://www.goelug.de/

Göttinger Unix/Linux-

Anwendergruppe (GULAG)

http://gulag.de

Linux User Group der FH

Hagenberg (fhLUG)

http://fhLUG.at

Linux-Usergroup Halberstadt

http://www.lug-hbs.de

Hallesche Linux-Usergroup

(HALIX)

http://www.halix.info

LUG-Balista Hamburg e.V. (LUG-

Balista )

http://www.lug-balista.de

Unix-Gruppe der Hamburger

MH e.V.

http://www.hmh-ev.de

Linux-Usergroup Weserbergland

(LBW)

http://tux.hm

Hanauer Linux-Usergroup

(HULUG)

http://www.hulug.de/

Linux-Usergroup Hannover

(LUGH)

http://lug-hannover.de

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10.2014


Usergroups

Service

Linux.Usergroups

Hattingen

Hattinger Linux-Usergroup

(HatLug)

http://www.hatlug.de

Koblenz

Linux User Group Mayen-

Koblenz (LUG-MYK)

http://www.lug-myk.de/

Hegau

Hegau Linux User Gruppe

(Hegau LUG)

http://www.linuxag.hegau.org

Konstanz

Linux-Usergroup Bodensee

(LLUGB)

http://llugb.amsee.de/

Heidenheim

Linux User Group Heidenheim

http://www.lug-hdh.de

Konz

Linux-Usergroup Konz (TRILUG)

http://www.trilug.fh-trier.de

Heilbad

Heiligenstadt

Herford

Herrenberg

Hesel

Holzminden

Horrheim

Hoyerswerda

Idstein (Taunus)

Ingolstadt

Iserlohn

Itzehoe

Jena

Jever

Kaarst

Kaiserslautern

Kaiserslautern

Linux-Stammtisch LinuxNode

Eichsfeld

http://linuxnode.eichsfeld.net

GNU/Linux Usergroup Herford

(GLUGHF)

http://lug-owl.de/LugWiki/

GLUGHF

Linux-Stammtisch im Gäu

(LiStiG)

http://www.listig.org

CC Ostfriesland - Linux-Gruppe

http://www.cco-online.de/linux

Computerclub Hochsolling e.V.

http://www.cch-holzminden.de/

Linux-Usergroup Vaihingen/

Enz (VLUG)

http://www.vlug.de

Linux-Usergroup Hoyerswerda

(HOYLUG)

http://linux.griebel-web.eu/

Linux-Usergroup Taunus (LUG-

Taunus)

http://www.lug-taunus.org

Linux-Usergroup Ingolstadt e.V.

http://www.lug-in.de

Linux-Usergroup Iserlohn

http://area51.fh-swf.de/

Computer Club Itzehoe e.V.

(CCIZ)

http://www.cc-itzehoe.de

Linux-Usergroup Jena (LUG

Jena)

http://www.lug-jena.de

Friesische Linux-Usergroup

(FriLUG)

http://www.frilug.de

Kaarster Linux-Usergroup

(KAALUG)

http://www.kaalug.de

Linux-Usergroup Kaiserslautern

(LUG-KL)

http://www.lug-kl.de

Universität Kaiserslautern

(UNIX-AG)

http://www.unix-ag.uni-kl.

de/~linux/

Krefeld

Kreuzlingen (CH)

Kronach

Köln

Köln

Landau

Landshut

Langen (Hessen)

/ Dreieich /

Egelsbach

Langenfeld

Lauf an der

Pegnitz

Leipzig

Lenningen

Lindenberg

Linz (A)

Lippstadt / Soest

/ Erwitte

Lohr

Ludwigsburg

Luxembourg

Linux-Usergroup Krefeld

(LUG-KR)

http://www.lug-kr.de

Linux-Usergroup Kreuzlingen

http://linuxtreff.ch/

Linux-Usergroup Kronach

http://www.lug-kronach.de

Kölner Gentoo Linux User Group

(KGLUG)

http://www.kglug.de

Linux-Workshop Köln (LiWoK)

http://www.uni-koeln.de/

themen/linux/

Linux-Usergroup Landau (LUG-

Landau)

http://www.lug-ld.de

Linux-Usergroup Landshut

http://www.lalug.de

Langener Linux-Usergroup

(LaLUG)

http://www.lalug.net

Langenfelder Linux-Usergroup

(LANLUG)

http://www.lanlug.org

Linux-Usergroup Lauf a. d.

Pegnitz (LUGLAUF)

http://www.lug-lauf.de

Leipziger Linux-Stammtisch

http://www.gaos.org/lug-l/

Linux User Group Lenningen

http://linuxusergrouplenningen.

de.vu

Linux-Usergroup Lindau (LugLi)

http://www.allgaeu.org/lugli

Linux-Usergroup Linz (LUGL)

http://www.lugl.at

Linux Usergroup Erwitte

http://www.lug-erwitte.de

Linux-Usergroup Lohr (LUG

Lohr)

http://lug.lohr-am-main.de

Linux-Usergroup Raum

Ludwigsburg (LuLUG)

http://www.lulug.de

Linux Luxembourg (LiLux)

http://www.linux.lu

Did you know?

WUSSTEN SIE’S?

Linux-Magazin und

LinuxUser haben

ein englisches

Schwester magazin!

Am besten, Sie

informieren gleich

Ihre Linux-Freunde

in aller Welt...

Karlsruhe

Karlsruher Linux-Usergroup

(KaLUG)

http://www.karlsruhe.linux.de

Lübeck

Linux-Usergroup Lübeck

http://www.linuxuser-luebeck.

de

Kassel

Kempten

Kiel

Kierspe-

Meinerzhagen

Linux-Usergroup Kassel (LUGK)

http://www.lug-kassel.de

Linux-Usergroup Allgäu (LUGAL)

http://www.lugal.org

LUG Kiel

http://www.lug-kiel.de

Linux-Usergroup Märkischer

Kreis (LUGMK)

linuxusergroupmk@netscape.

net

Lüneburg

Lünen

Lörrach

Magdeburg

Linux-Usergroup Lüneburg

(LueneLUG)

http://luene-lug.org

LUG Lünen

http://www.lug-luenen.de

Linux-Usergroup Lörrach

(LUGLOE)

http://www.lug-loerrach.de

Magdeburger Linux User Group

e. V. (MDLUG)

http://www.mdlug.de

S. 100

IF YOU USE LINUX, YOU NEED LINUX MAGAZINE

Der internationalen Leserschaft bietet Linux

Magazine einen aktuellen Themenmix aus

ausgesuchten Artikeln der deutschen Magazine –

die Highlights aus Linux-Magazin und LinuxUser

in englischer Übersetzung. Zusätzliche, ständige

Rubriken wie Software, Business und World News

sowie Insider-Reports von Linux-Messen und

anderen Community-Events spiegeln die aktuellen

Trends der internationalen Linux-Szene wider.

Die Artikel im Linux Magazine basieren hinsichtlich

Qualität, Stil und Aufmachung auf den bekannten

und bewährten Standards der deutschen

Magazine. Der Schwerpunkt liegt konsequent auf

Hands-on-Informationen, die den Anwender und

Profi beim täglichen Linux-Einsatz weiter bringen.

Herausgeber des Linux Magazine ist die Linux

New Media AG, der größte Linux Content Provider

weltweit.

Empfehlen Sie uns weiter an Ihre Freunde und Bekannten in aller Welt!

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Usergroups

Linux.Usergroups (Fortsetzung von S. 99)

Marburg

Marburger Linux-Usergroup

(MRLUG)

http://www.mr-lug.de

Oldenburg

Linux-Usergroup Oldenburg

(LUGO)

http://oldenburg.linux.de

Saarland

Linux User Group Saar e.V.

(LUG Saar)

http://www.lug-saar.de

Villingen-

Schwenningen

Linux User Group Villingen-

Schwenningen e.V. (LUG-VS e.V.)

http://www.lug-vs.org

Marktredwitz

Marl

Meppen

Metelen

Mitterteich

Moers

Moers

Mosbach

München

München

München

München

München Süd-

Ost / Ottobrunn

Münster

Mönchengladbach

Naumburg

Nieder-Olm

Niederrhein

Norderstedt

Nußdorf / Aiging

Nürnberg

Oberhausen

Oberwallis (CH)

Offenburg

Linux-Gruppe Marktredwitz

ststroes@tirnet.de

Linux-Usergroup Marl

http://www.lug-marl.de

Linux-Usergroup Meppen

http://www.lug-meppen.de

Linux-Stammtisch Metelen

http://www.linuxdu.de

Linux-Usergroup Mitterteich

http://www.linux-mitterteich.de

Linux-Usertreffen in Moers

opers@syrinx1.du.gtn.com

LUG Moers

http://lugmoers.de

Linux-Usergroup Mosbach

(LUGMOS)

http://linuxwiki.de/LugMosbach

BSD Social Event München (BSE)

http://bse.42.org

BSD-Usergroup in München

(BIM)

http://berklix.org/bim/

Münchner Gentoo Linux User

Group (MGLUG)

http://www.mglug.de

Münchner Linux-Usergroup

(MUC-LUG)

http://www.muc-lug.de

Linux-Usergroup Ottobrunn

(LUGOTT)

http://www.lug-ottobrunn.de

Linux-Stammtisch Münster

(MueSLI)

http://www.mueslihq.de

Linux-Usergroup

Mönchengladbach (LUGMOE)

http://www.lugmoe.de

Linux User Group Naumburg

(LUGNMB)

http://lugnmb.dyndns.org

Rheinhessener Linux-

Gemeinschaft

info@kkcs.de

Niederrheinische Linux Unix

User Group (NLUUG)

http://www.nluug.de

Linux-Usergroup Norderstedt

(LUGN)

http://www.lug-norderstedt.de

Linux-Usergroup Traunstein

(LUGTra)

http://www.lug-ts.de

Linux-Usergroup Nürnberg

(LUGNü)

http://www.align.de/

Linux-Usergroup Oberhausen

(LUGOR)

http://www.linuxob.de

Linux-Usergroup Oberwallis

(LUGO)

http://www.lugo.ch

Linux-Usergroup Offenburg

(LUGOG)

http://www.lugog.de

Olpe

Osnabrück

Ostwestfalen-

Lippe

Paderborn

Peine

Pfaffenhofen

(Ilm)

Pforzheim

Potsdam

Preetz

(Schleswig-

Holstein)

Prerow

Quickborn

Ravensberg

Ravensburg

Ravensburg

Regensburg

Reutlingen

Rheda-

Wiedenbrück

Rhein-Neckar

Rosenheim

Rostock

Rothenburg o. d.

Tauber

Römerberg /

Speyer

Saalfeld

Linux-Usergroup Olpe

http://www.lug-raum-olpe.de.vu

Linux-Usergroup Osnabrück

http://www.lugo.de

Linux-Usergroup Ostwestfalen-

Lippe (LUG-OWL)

http://www.lug-owl.de

Linux-Usergroup Ostwestfalen-

Lippe (LUG-OWL)

http://lug-owl.de/Lokales/

Paderborn/

Linux-Usergroup Peine (LUGP)

http://www.lug-peine.org

Hallertux e.V.

http://www.hallertux.de

Linux-Usergroup Pforzheim

(LUGP)

http://www.pf-lug.de

Potsdamer Linux-Usergroup

(UPLUG)

http://www.uplug.de

Linux Usergroup Preetz

(PreetzLUG)

http://preetzlug.de

Linux-Usergroup Prerow

c.dittmann@magrathea.de

Quickborner Linux-Usergroup

(QLUG)

http://www.qlug.net

Linux-Usergroup Ravensberg

(LUGRAV)

http://www.lugrav.de

Informatik- und Netzwerkverein

Ravensburg e.V (LUGRA)

http://www.infnet.verein.

de/linux/

Linux-Usergroup Ravensburg

(LUG)

http://www.yalug.de

Linux-Usergroup Regensburg

http://www.lugr.de

Linux-Usergroup Reutlingen

http://www.lug-reutlingen.de

Linux-Usergroup Rheda-

Wiedenbrück (LUG-RHWD)

http://www.lug-rhwd.de

Unix Usergroup Rhein-Neckar

e.V. (UUGRN)

http://www.uugrn.org

Linux-Usergroup Rosenheim

http://www.lug-ro.org

Rostocker Linux-Usergroup

http://linux.baltic.net

Linux-Usergroup Rothenburg

(LUGROT)

http://lugrot.de

LUG Römerberg / Speyer

http://linuxwiki.de/

LugRoemerbergSpeyer

LUG Slf/Ru

http://lug-slf.de

Salem

Salzburg (A)

Sauerland

Schaumburg

Schwabach

Schweinfurt

Schweiz (CH)

Schwerin

Senftenberg

Siegen

Sinsheim

Speyer

St. Pölten (A)

Stormarn

Stuttgart

Taubertal

Thüringen

Tirol (A)

Traunstein

Troisdorf /

Siegburg / Spich

Tübingen

Ulm

Untermain

Viersen

Linux-Usergroup Salem

http://www.lug-salem.de

Linux-Usergroup Salzburg

http://www.salzburg.luga.or.at

Linux-Usergroup Sauerland

http://www.lug-sauerland.de

Linux-Usergroup Schaumburg

http://www.lug-schaumburg.de

Linux User Schwabach e.V.

(LUSC)

http://www.lusc.de

Linux-Usergroup Schweinfurt

http://www.lug-sw.de

Linux-Usergroup Switzerland

http://www.lugs.ch

West-Mecklenburger Linux-

Usergroup (WEMELUG)

http://www.wemelug.de

Linux-Usergroup Senftenberg

(LUGSE)

http://www.lugse.de

UNIX-AG Siegen (Uni-GH Sie)

http://www.si.unix-ag.org

Linux-Usergroup Sinsheim

(SiLUG)

http://www.linuxwiki.de/

LugSinsheim

Linux-Usergroup Ketsch

http://www.lug-ketsch.de

Linux-Usergroup St. Pölten

(LUGSP)

http://www.lugsp.at

Linux-Usergroup Stormarn

http://www.lug-stormarn.de

Linux-Usergroup Stuttgart

(LUGS)

http://www.lug-s.org/

Taubertäler Linux-Usergroup

(TaLUG)

http://www.talug.de/

Thüringer Linux-Usergroup

(TLUG)

http://www.tlug.de/

Tiroler Linux Usergroup (LUGT)

http://www.lugt.at

Linux-Usergroup Traunstein

(LUGTS)

http://www.lug-ts.de

Troisdorfer Linux-Usergroup

(TroLUG)

http://www.trolug.de

Linux-Usergroup Tübingen

(LUGT)

http://tuebingen.linux.de

Linux-Usergroup Ulm (LUGU)

http://lugulm.de

Linux-Usergroup Untermain

(LUGU)

http://www.lug-untermain.de

Linux-Usergroup Viersen (LUGV)

http://www.lug-viersen.de

Voralpen (A)

Vorarlberg (A)

Waiblingen

Waldkraiburg

Walsrode

Weil am Rhein

Weinheim

Weißenbrunn

Wernigerode

Westerwald

Wien (A)

Wien (A)

Wiesbaden

Wilhelmshaven

Witten

Wolfsburg

Worms

Worpswede

(Hüttenbusch)

Wuppertal

Würmtal

Würzburg

Würzburg

Zweibrücken

Zwickau

Linux-Usergroup Voralpen

(VALUG)

http://www.valug.at

Linux-Usergroup Vorarlberg

(LUGV)

http://www.lugv.at

Computerclub Waiblingen e.V.

http://www.ccwn.org

Linux-Usergroup Waldkraiburg

http://www.lug-waldkraiburg.

org

Linux-Usergroup Walsrode

http://www.lug-walsrode.de/

Linux-Usergroup Weil am Rhein

(LUG Weil am Rhein)

lug.vhs@gmail.com

Computer-Club Weinheim e.V.

(CCW)

http://ccw.iscool.net

Linux-Usergroup Kronach

(LUGKR)

http://www.kronachonline.de

Linux-Usergroup Wernigerode

(LUGWR)

http://www.lug-wr.de

Linux-Usergroup Westerwald

http://www.lug-westerwald.de

Linux-Usergroup Austria (LUGA)

http://www.luga.or.at

Linux-Usergroup TU Wien (LLL)

lll@radawana.cg.tuwien.ac.at

Linux-Usergroup Wiesbaden

Penguin Usergroup

http://www.pug.org

Linux-Usergroup Wilhelmshaven

(LUG-WHV)

http://www.lug-whv.de

Wittener Linux-Usergroup

(WitLUG)

http://www.witlug.de

Wolfsburger Linux-Usergroup

(WOBLUG)

http://www.lug.wolfsburg.de

Wormser Linux User Group

(WoLUG)

http://www.wolug.de

Linux-Werkstatt

http://linux-werkstatt.

huettenbusch.de

Wuppertaler Linux-Usergroup

(WupLUG)

http://www.wuplug.org

Würmtaler Linux-Usergroup

(WLUG)

http://www.wlug.de

Linux-Usergroup Würzburg

(LUGWUE)

http://www.lugwue.de

Linux-Usergroup Würzburg

(WÜLUG)

http://www.wuelug.de

Linux-Usergroup Zweibrücken

http://www.lug-zw.de

Linux-Usergroup Zwickau

(ZLUG)

http://www.zlug.org


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101

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LinuxUser ist eine monatlich erscheinende Publikation der

Linux New Media, eines Geschäftsbereichs der Medialinx AG.

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Andreas Bohle (agr)


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Thomas Leichtenstern (tle)


Andreas Bohle (agr)


Thomas Leichtenstern (tle)


Erik Bärwaldt, Falko Benthin, Mario Blättermann,

Florian Effenberger, Karsten Günther, Frank Hofmann,

Peter Kreußel, Hartmut Noack, Tim Schürmann,

Dr. Karl Sarnow, Vincze-Áron Szabó, Ferdinand Thommes,

Uwe Vollbracht, Harald Zisler

Elgin Grabe (Titel und Layout)

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97204 Höchberg

Brian Osborn (Vorstand,

verantwortlich für den Anzeigenteil)


Hermann Plank (Vorstand)


Petra Jaser


Tel.: +49 (0)89 / 99 34 11 24

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Ann Jesse


Tel.: +1 785 841 88 34

Darrah Buren


Tel.: +1 785 856 3082

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Tel.: +44 1787 21 11 00

Es gilt die Anzeigenpreisliste vom 01.01. 2014.

Pressevertrieb

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MZV Moderner Zeitschriften Vertrieb GmbH & Co. KG

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ZENIT Pressevertrieb GmbH

Medialinx AG Leserservice-Team

Postfach 810580, 70522 Stuttgart

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plus das Linux-Magazin-Abonnement inklusive DELUG-Mitgliedschaft

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Linux ist ein eingetragenes Warenzeichen von Linus Torvalds und wird von uns mit

seiner freundlichen Genehmigung verwendet. »Unix« wird als Sammelbegriff für die

Gruppe der Unix-ähnlichen Betriebssysteme (wie beispielsweise HP/UX, FreeBSD,

Solaris, u.a.) verwendet, nicht als Bezeichnung für das Trademark »UNIX« der Open

Group. Der Linux-Pinguin wurde von Larry Ewing mit dem Pixelgrafikprogramm

»The GIMP« erstellt.

Eine Haftung für die Richtigkeit von Veröffentlichungen kann – trotz sorgfältiger Prüfung

durch die Redaktion – vom Verlag nicht übernommen werden. Mit der Einsendung

von Manuskripten oder Leserbriefen gibt der Verfasser seine Einwilligung zur

Veröffent lich ung in einer Publikation der Medialinx AG. Für unverlangt eingesandte

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Die Redaktion behält sich vor, Einsendungen zu kürzen und zu überarbeiten. Das exklusive

Urheber- und Verwertungsrecht für angenommene Manus kripte liegt beim

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irgendeiner Form vervielfältigt oder verbreitet werden.

Copyright © 1999 - 2014 Medialinx AG ISSN: 1615-4444

102 www.linux-user.de

10.2014


Veranstaltungen/Autoren/Inserenten

Service

Veranstaltungen

19.-20.09.2014

12. Kieler Open-Source- und Linux-Tage

Kieler Innovations- und Technologiezentrum

Schauenburgerstraße 116

24118 Kiel

http://www.kieler-linuxtage.de

20.-21.09.2014

World Maker Faire New York

New York, NY, USA

http://makerfaire.com

25.09.2014

Linux 2014 Event

Lissabon, Portugal

http://www.eventolinux.org/index.php/en

13.-15.10.2014

CloudOpen Europe 2014

Congress Center Düsseldorf

40474 Düsseldorf

http://events.linuxfoundation.org/events/cloudopeneurope

13.-15.10.2014

LinuxCon Europe 2014

Congress Center Düsseldorf

40474 Düsseldorf

http://events.linuxfoundation.org/events/linuxconeurope

17.-18.10.2014

8. Linux-Informationstage Oldenburg

Kommunale Datenverarbeitung Oldenburg

Elsässer Straße 66

26121 Oldenburg

http://lit-ol.de

17.-19.10.2014

Ubucon 2014

37191 Katlenburg-Lindau

http://ubucon.de/2014/

09.-14.11.2014

USENIX LISA ’14

Seattle, WA, USA

https://www.usenix.org/conference/lisa14

16.-21.11.2014

SC14

New Orleans, LA, USA

http://sc14.supercomputing.org

18.-20.11.2014

Open Source Monitoring Conference 2014

Holiday Inn Nürnberg City Center

Engelhardsgasse 12

90402 Nürnberg

http://www.netways.de/osmc/

18.-21.11.2014

Android DevCon Fall 2014

San Francisco, CA, USA

http://www.andevcon.com

22.11.2014

16. LinuxDay 2014

HTL Dornbirn

Höchsterstraße 73

6850 Dornbirn, Österreich

http://www.linuxday.at

Autoren

Erik Bärwaldt PC-BSD 10 im Einsatz als Desktop-System 6

SymphonyOS mit dem WebKit-basierten Desktop Mezzo 36

OpenTeacher: Neues Konzept für Lernsoftware 52

Optische Laufwerke und Datenträger auf Fehler prüfen 72

Mehr Datenschutz in Googles Webbrowser Chrome 76

Mario Blättermann Arch Linux mittels Evo/Lution komfortabel installieren 12

Die besten Tiling-Window-Manager im Vergleich 18

Karsten Günther Die Untiefen von Linux mit Sysdig ergründen 80

Frank Hofmann Mit ASCII-Art kunstvolle Bilder erstellen 58

Freie und kommerzielle Thesauri im Überblick 88

Peter Kreußel Druckvorlagen mit Inkscape und Scribus erstellen 44

Thomas Leichtenstern Mehr Datenschutz in Googles Webbrowser Chrome 76

Goran Mladenovic Das System-Clipboard steuern via Zenity und Xclip 84

Andreas Reitmaier Leo Editor, der Zettelkasten für alle Gelegenheiten 68

Vincze-Aron Szabo Keltische Flechtmuster erstellen mit Knotter 64

Ferdinand Thommes Schlichte Eleganz: Budgie Desktop und Evolve OS 24

Das Equinox Desktop Environment für Minimalisten 28

Desktop-Umgebung Hawaii auf Maui Linux 32

LinuxBBQ: 76 Fenstermanager in einem System 40

Uwe Vollbracht Aktuelle Software im Kurztest 16

Thomas Winde Mit ASCII-Art kunstvolle Bilder erstellen 58

Inserenten

1&1 Internet AG www.einsundeins.de 11

EasyLinux www.easylinux.de 39

Fernschule Weber GmbH www.fernschule-weber.de 17

Linux Magazine www.linux-magazine.com 99

Linux-Community www.linux-community.de 49, 101

Linux-Magazin www.linux-magazin.de 2

Linux-Magazin Online www.linux-magazin.de 101

Linuxhotel www.linuxhotel.de 15

LinuxUser www.linuxuser.de 31, 41, 43, 103

Medialinx IT-Academy www.medialinx-academy.de 29, 71, 97, 101

PlusServer AG www.plusserver.de 27, 35, 51, 63, 75, 95

Raspberry Pi Geek www.raspberry-pi-geek.de 108

Schlittermann

internet & unix support schlittermann.de 99

Spenneberg Training & Consulting www.spenneberg.com 101

Stockmayer GmbH www.stockmayer.de 101

Tuxedo Computers GmbH www.linux-onlineshop.de 107

05.2014 www.linux-user.de

103


Vorschau

auf 11/2014

Die nächste Ausgabe

erscheint am 16.10.2014

Videos bearbeiten

Freie Software spielt häufig in der ersten

Liga mit, wenn es um das Bearbeiten

von Videomaterial geht. Egal, ob es sich

um das Konvertieren des Ausgangsmaterials

handelt, das Schneiden der Takes

oder das Aufwerten des Clips mit Effekten:

Für jede dieser Aufgaben findet sich

in den Werkzeugkästen der gängigen

Distributionen das passende Tool. Wir

vergleichen die beliebtesten Kandidaten

aus dieser Riege. Außerdem stellt Ihnen

unser Schwerpunkt ausgefeilte Spezialanwendungen

für das DVD-Authoring

und für Digital Compositing vor.

Schaltzentrale fürs LAN

Gerade beim Einsatz im Heimnetz erscheint

das Aufsetzen eines Servers mit

verschiedenen Diensten oft sehr aufwendig.

Der Zentyal-Server nimmt dieser

Prozedur jedoch durch eine eingängige

Oberfläche ihren Schrecken.

LaTeX-Editor mit Pfiff

LaTeX stellt erhebliche Anforderungen in

Bezug auf Syntax, Struktur und Arbeitsweise.

Da hilft es, wenn der Editor beim

Tippen einen Teil der Arbeit übernimmt

und mit zusätzlichen Funktionen die Arbeit

erleichtert – so wie Rtextdoc.

© Sofia Vlasiuk, 123RF

Die Redaktion behält sich vor,

Themen zu ändern oder zu streichen.

Ausgabe 04/2014 erscheint am 09.10.2014

DTP mit Scribus

Das Layout von Zeitschriften wie Easy-

Linux entsteht meist mit den Adobe-Produkten

InDesign oder QuarkXpress. Die

freie Software Scribus bietet viele der

Features, die man von den diesen beiden

Standardprogrammen kennt. Wir zeigen

Stärken und Schwächen von Scribus und

helfen bei den ersten Schritten.

Emulatoren im Überblick

Emulieren bedeutet im Computerumfeld,

die Funktionsweise einer anderen

Maschine nachzubilden. Wir stellen

Emulatoren für alte Homecomputer,

Spielekonsolen, Android-Smartphones

und auch vollwertige PCs vor, mit denen

Sie fast sämtliche existierende Software

unter Linux nutzen können.

MAGAZIN

Ausgabe 11/2014 erscheint am 02.10.2014

© Ausgangsgrafiken: Alesia Tsvetaeva, 123RF;

Lubos-Chlubny, 123RF

Im Anmarsch: Android L

Bei über 80 Prozent Marktanteil für Android

bei den Smartphones kann von Nische

keine Rede sein. Dass Google zudem

sein bisheriges Benennungsschema umstellt,

lässt die Erwartungen an den Neuankömmling

umso höher sprießen. Unser

Schwerpunkt seziert das neue Android

und zeigt Programmierern und Powerusern,

was ihnen bevorsteht.

Zeitreihen aufbereiten

Schwanken die erfassten Werte stark?

Gibt es einen eindeutigen Trend? In einem

Diagramm erfasst ein Betrachter

sofort, was sich hinter sonst abstrakten

Zahlenkolonnen verbirgt. Graphite produziert

im Web solche Diagramme aus

Zeitreihendaten jeder Art – egal, ob es

sich dabei um I/​O-Performance handelt

oder um die Prozessortemperatur.

104 www.linux-user.de

10.2014


Heft-DVD-Inhalt

Service

Neues auf den Heft-DVDs

PCLinuxOS KDE Fullmonty 2014.08

Speziell an alle Ein- und Umsteiger richtet

sich die Distribution mit dem etwas sperrigen

Namen PCLinuxOS KDE Fullmonty

2014.08. Das auf Mandriva basierende

System nutzt als Paketmanager Synaptic

und überzeugt laut Projektangaben mit

einer sehr guten Hardware-Erkennung.

Bei Fullmonty handelt es sich um einen

speziellen Aufsatz für den KDE-Desktop,

der diesen thematisch in den einzelnen

virtuellen Desktops in verschiedene Bereiche

untergliedert. Zu diesen zählen unter

anderem Multimedia, Office, Internet und

System. Jeder davon stellt Ihnen übersichtlich

gegliedert die wichtigsten

Tools der jeweiligen Anwendungssparte

bereit. Sie starten die Live-Distribution

von Seite B der zweiten Heft-DVD.

PC-BSD 10.0: Desktop-Variante mit KDE

Neben Linux hat sich im Universum freier

Betriebssysteme BSD vor allem als Serversystem

in verschiedensten Ausprägungen

einen guten Namen gemacht. Die Desktop-

Variante PC-BSD 10.0 versucht stattdessen,

mit mehr Komfort Endanwender zu locken.

Als Standard-Desktop von PC-BSD dient

KDE SC 4, das auf allzu aufdringliche optische

Gimmicks verzichtet und im KDE-Kickoff-Startmenü

die altbekannte Struktur bietet.

Auf dem Desktop selbst findet sich ein

Starter zu AppCafe und den Systemeinstellungen

von PC-BSD. Letztere ähneln optisch

sehr stark den unter KDE verfügbaren

Tools, bieten jedoch mehr Funktionen.

AppCafe dient als grafisches Frontend

für das Paketmanagementsystem,

das sich analog zu den Linux-Pendants

YaST, Synaptic oder Muon verhält. Sie

booten den PC-BSD-Installer von Seite B

der ersten DVD. Weitere Details zum System

erläutert ein Artikel ab Seite 6.

Evo/​Lution 0.2: Arch mal einfach

Die Installation von Arch Linux gilt gerade

für weniger erfahrene Anwender als schwerer

Brocken, vielleicht nur übertroffen von

Gentoo. Dass es auch anders geht, beweist

Evo/​Lution 0.2. Dahinter verbirgt sich keine

eigene Distribution mit allem Drum und

Dran, sondern ein Live-System, das mithilfe

eines grafischen Installationsprogramms

den Aufbau eines echten Arch Linux ermöglicht.

Damit bietet es genau das,

was viele Arch-Einsteiger suchen. Sie

finden den pfiffigen Installationshelfer

auf Seite A der ersten DVD, ein Artikel ab

Seite 12 erklärt die Details.

Alternative Desktops zum Ausprobieren

Passend zum Titelthema Alternative Desktops

finden Sie auf der DVD eine ganze

Reihe von Distributionen, die in erster Linie

dazu dienen, neue oder eher unbekannte

Desktops vorzustellen. Mit von der Partie

sind der Tausendsassa BBC Cream

20140608 mit nicht weniger als 76 frei

wählbaren Desktops, Evolve OS Alpha

3, Symphony OS 14.1, Equinox Final

1.0 und zu guter Letzt als ISO-Image

Maui 0.0.2. Bis auf das letztgenannte

booten Sie alle von Seite A der ersten

Heft-DVD. Die zugehörigen Artikel finden

Sie in der Schwerpunkt-Strecke ab Seite 18.

10.2014 www.linux-user.de

105


Service

Heft-DVD-Inhalt

Knoppix 7.4: Mutter aller

Live-Distributionen

Die wohl bekannteste und beliebteste Live-

Distribution, Knoppix, erschien kürzlich

in der neuen Version 7.4. Wie immer

basiert sie auf einem Mix aus Debian

„Stable“, eigenen Paketen

sowie Tools aus dem „Unstable“-

und „Testing“-Zweig.

Zu den Schmankerln des

aktuellen Releases zählt

neben Unmengen neuer

Software-Versionen auch

eine Funktion, die automatisch

den 64-Bit-Kernel

bootet, wenn sie einen

passenden Prozessorkern

entdeckt. Als Grundlage

des Systems dienen Kernel

3.15.6 sowie X.org 7.7.

Dank geschickter Komprimierung

enthält Knoppix mehr als

10 GByte an Software in 3500 Paketen,

darunter LibreOffice 4.3.0,

Gimp 2.8.10 sowie die Webbrowser

Chromium 36.0 und Iceweasel 31.0. (tle) n

Bei der DVD-Edition von LinuxUser ist an dieser Stelle der zweite Heft-Datenträger eingeklebt.

Bitte wenden Sie sich per E-Mail an cdredaktion@linux-user.de, falls es Probleme mit der Disk gibt.

Neue Programme

Mit Docfetcher 1.1.11 suchen Sie auf der Festplatte in Dokumenten

aller Art nach Inhalten. Das Tool unterstützt die Volltextsuche für

verschiedene Formate, darunter beispielsweise PDF, MS-Word und

sogar MP3-Metadaten. Ç S. 16

Der kompakte IRC-Client Weechat 1.0 ist auf zahlreichen Plattformen

zu Hause. Als Konsolenprogramm mit Curses-Oberfläche

bietet das Tool zahlreiche interessante Funktionen und unterstützt

auch die sichere Kommunikation via SSL und SSH. Ç S. 16

Das Equinox Desktop Environment in der aktuellen Version EDE 2.1

verlässt die ausgetretenen Pfade von GTK oder Qt und setzt voll und

ganz auf das FLTK-Toolkit. EDE begnügt sich bereits mit 128 MByte

Arbeitsspeicher und erfreut damit Fans museumsreifer Hardware.

Das unaufdringliche Design der schlanken grafischen Oberfläche

wirkt mit seinem eigenen Charme. Ç S. 28

Das Java-Programm Jave 5.0 bietet umfangreiche Möglichkeiten,

um ASCII-Art-Bilder selbst zu gestalten. Unter anderem ist es auch

in der Lage, Bitmap-Bilder als ASCII-Art zu öffnen, die Sie danach

nach Belieben verändern. Ç S. 58

Das Grafikwerkzeug Knotter 0.9.6 hat sich darauf spezialisiert, keltische

Flechtmuster zu erstellen, die es mit allen ihren Variationen

zeichnet. Dabei setzt es Ihrer Kreativität kaum Grenzen. Mit verschiedenen

Knotenkonzepten gestalten Sie vielfältige Muster. Gegebenenfalls

erweitern Sie den Funktionsumfang über Plugins weiter. Ç S. 64

Der Leo Editor 4.11 arbeitet mit Entwicklungsumgebungen und Editoren

wie Emacs oder Vim zusammen. Dabei bietet er vor allem das

Gerüst zum Verwalten von Projekten und Zusatzdaten. Ç S. 68

Optische Datenträger unterscheiden sich stark in ihrer Qualität. Außerdem

eignet sich nicht jeder Brenner für den Einsatz mit beliebigen

Rohlingen. Das QPxTool 0.7.2 hilft dabei, Ihre CD-, DVD- und

Blu-ray-Rohlinge immer optimal zu nutzen und fehlerhaft gebrannte

Datenbestände zu vermeiden. Ç S. 72

Das Büropaket LibreOffice 4.3 bringt gleich eine Reihe von Neuerungen

und Verbesserungen mit. Dazu zählen eine höhere OOXML-

Interoperabilität, Unterstützung alter Mac-Dateiformate, eine bessere

Kommmentarfunktion, ein intuitiveres Arbeiten mit Tabellenblättern

sowie eine verbesserte Unterstützung für 3D-Modelle in Impress.

106 www.linux-user.de

10.2014

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