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Die Ärmsten

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Die

Ärmsten

der deutschen

Klassen-

Gesellschaft


Zeilen, die zum

nachdenken anregen

sollen

niedergeschrieben von

R e i n h a r d H i l l e r


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V o r w o r t

Was möchte ich mit meinen Zeilen bewirken?

Bewegen wird sich wohl gar nichts, da müssten schon

Millionen von Lesern sich anschließen und man kann dann

evtl. wegen den einzelnen Beeinträchtigungen der Rentner

eine Petition einbringen. Doch wird sich wohl auch dann

bei unseren „Politikern“ nichts bewegen. Warum

„Politiker“? Weil es keine wirklichen Politiker mehr gibt,

alles Selbstdarsteller, mehr möchte ich nicht sagen, sonst

droht mir ein Prozess. Aber diese Menschen in Berlin

haben doch alle ihren Auftrag vergessen. Ein

Volksvertreter“ soll die Meinung des Volkes, welches ihn

gewählt hat, vertreten. Aber diese Damen und Herren sieht

man doch immer nur unmittelbar vor Wahlen in ihren

Wahlkreisen. Da versprechen sie dann, was sie alles für ihre

Wähler in der folgenden Legislaturperiode tun wollen. Sind

sie dann gewählt, sieht man sie kaum noch in ihren

Wahlkreisen, sie kämen ja dann alle in Erklärungsnot,

warum die ersten Versprechen schon gebrochen sind. Auch

wird in den nächsten vier Jahren nach der Wahl nicht mehr

nachgefragt, was habt ihr, meine Wähler, denn noch für

Anliegen. Nein, sie fragen nur noch in den eigenen Reihen,

was können wir noch alles beschließen, dass unser Leben

noch leichter wird, die da draußen haben doch noch

Kapazitäten, die wir für uns nutzen können. Es beschwert

sich ja niemand wirklich, nur so leichte Strohfeuer kommen

an.

Hier möchte ich mich einmal um die Rentner

kümmern, ich glaube, nach den armen Kinder in

Deutschland die zweitärmste Bevölkerungsschicht, zu der

ich auch zähle.


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A L T E R S A R M U T

In allen Medien wird darüber gesprochen,

die Rentner in Deutschland werden immer ärmer.

Bereits heute müssen viele Rentner noch

arbeiten, damit sie mit ihrem Einkommen durch

den Monat kommen. Immer mehr Ältere arbeiten

auch jenseits des gesetzlichen Rentenalters weiter. So

gab es Ende Juni 2013 bundesweit 829.173 Minijobber

über 65 Jahre, knapp 137.000 Minijobber waren sogar

älter als 74. Auch die Zahl der Menschen ab 65 mit einer

regulären, sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung

steigt. Die Statistik zeigte im Jahr 2013 183.435

Beschäftigte und damit knapp 19.000 mehr als 2012 auf.

Damit besetzt die Altersgruppe ab 65 - inklusive

Minijobs - erstmals mehr als eine Million Arbeitsplätze.

Sabine Zimmermann von den Linken gab zu bedenken,

dass die meisten Alten aber "nicht zum Spaß und

Zeitvertreib weiter arbeiten, sondern aus purer

finanzieller Not".

Bereits zahlreiche Rentner leben nahe der

Armutsgrenze, auch schon zu viele unter der

Armutsgrenze. Doch diese Generationen, denen der

Weg zum Sozialamt und das Beantragen der

Grundsicherung nicht zu Gedanken kommt, waren auch

an dem Aufbau unseres Landes mehr oder weniger


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beteiligt.Doch jetzt werden sie vom Staat übergangen

und zum Teil auch ausgenutzt und zur Kasse gebeten.

Gerade heute wieder ein Leserbrief in einer der

Auflagen stärksten Tageszeitung zu dem Bericht:

„AUFSTAND GEGEN MÜTTERRENTE FÜR BEAMTE“

Die Forderung von Herrn Dauderstädt

ist unverschämt. Dann kann im Gegenzug

gefordert werden, das die Beamten/

Pensionäre auf das gleiche Rentenniveau

wie die gesetzliche Rente herabgesetzt

werden. Das sind schon unverschämte

Forderungen.

H. K. Aus W (Bad.-Würt.)

Das meinte ich u. A. , dass die Rentner gestraft werden

vom Staat. Ein Rentner erhält eine Rentenanpassung im

Jahre 2014 von 1,67% in den alten und 2,53% in den

neuen Bundesländern. In welchen Bundesländern wurde

die Bundesrepublik aufgebaut? Dann hat „DIE WELT“

am 31.03. diesen Jahres darauf hingewiesen, dass die

Pensionen 22mal so stark steigen wie die Renten. Wenn

man dann auch noch die Durchschnittsrente und die

Durchschnittspension vergleicht, danke. Durchschnittsrente

2012 = 985 €, Durchschnittspension 2012 = 2.750

bis 2.940 €


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Tabelle: Brutto Altersversorgung in Deutschland

Quelle: Alterssicherungsbericht des Bundessozialministeriums


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Natürlich kostet als Folge die Existenzsicherung für

arme Rentner den Staat immer mehr Geld. Das

Bundesarbeitsministerium rechnet damit, dass die

Kosten für die Grundsicherung im Alter und bei

Erwerbsminderung von voraussichtlich 5,5 Milliarden

Euro im Jahr 2013 bis zum Jahr 2018 auf 7,2 Milliarden

Euro steigen.

Ein älterer Herr fährt in seinem Rollstuhl mit der

Aufschrift "Flasche leer? Danke sehr!" durch die

Fußgängerzone von Potsdam. Er will als


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Flaschensammler etwas Geld dazu verdienen. Die OECD

befürchtet, dass Deutschland in den kommenden Jahren

ein erhebliches Problem mit Altersarmut bekommen

wird.

Dann gehen jetzt manche Städte hin und stellen

Behälter zum Einbringen leerer Flaschen zur Verfügung,

wo man die Flasche nicht mehr raus nehmen kann.

Somit nehmen diese Städte auch noch diese kleine

Einnahmequelle den Rentnern, um sich selbst mit dem

Flaschenpfand zu bereichern. Lasst doch die Rentner

sammeln. Sie sind dann beschäftigt und tragen auch

noch zur Sauberkeit der Städte bei.


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E I G E N A N T E I L B E I V E R O R D N U N G E N

Aber nicht nur Pensionäre sind besser gestellt und

werden besser behandelt als die Rentner in

Deutschland, auch Hartz IV Empfänger werden

gegenüber dem Rentner von unserem Staat besser

gestellt.

Ein kranker Mensch muss für seine vom Arzt

verordneten Medikamente und Heil- und Hilfsmittel

einen Eigenanteil zahlen. Die Bestimmungen über die

Höhe der Eigenanteile lasse ich hier mal

unberücksichtigt. Jeder selbst versicherte Kranke muss

im Laufe eines Jahres bis maximal 2% seines

Bruttoeinkommens (=Belastungsgrenze) für den

Eigenanteil aufbringen, ist eine chronische Krankheit

durch den Arzt bescheinigt, verringert sich dieser Betrag

auf 1% des Bruttoeinkommens. Warum wird hier das

Bruttoeinkommen zur Berechnung herangezogen, wo

doch dem Arbeitnehmer, dem Rentner und auch den

Selbständigen nur der Nettobetrag für Ausgaben zur

Verfügung steht.

Bei einem Hartz IV–Empfänger wird für die

Berechnung der Belastungsgrenze nur der tatsächliche

Zahlbetrag für einen Haushaltsvorstand von 391 €

herangezogen. Etwa geleisteter Mietzuschuss,

Sonderzahlungen wegen besonderen Belastungen und


andere Zusatzzahlungen werden nicht berücksichtigt.

Somit wird bei einem Hartz IV-Empfänger nur das

Nettoeinkommen, bereinigt von Miete und

Sonderzahlungen, berücksichtigt. Im Jahre 2014 zahlt

also ein Hartz IV-Empfänger maximal 93,84 €, chronisch

Kranke 46,92 €. Bei Rentnern, Arbeitnehmern und

Selbständigen wird aber das Bruttoeinkommen für die

Berechnung herangezogen. Miete und sonstige

Sonderausgaben werden nicht abgezogen. Dabei hat

mancher Rentner nach Abzug der Ausgaben für Miete

und anderen notwendigen Ausgaben von seiner

Nettorente keine 391 € zur Verfügung. Noch schlimmer

sind die Rentner, welche sich für eine Heimbetreuung

entschieden haben, dran. Die haben im Monat nur noch

ein Taschengeld von z. Zt. knapp unter 100 € zur

Verfügung, müssen aber die Zuzahlung nach der

allgemein gültigen Berechnung leisten. Auch manchem

allein verdienenden Familienoberhaupt fällt es schwer,

nach Abzug aller Kosten die erforderliche Zuzahlungen

zu den Medikamenten zu leisten.

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R E N T N E R B E N A C H T E I L I G U N G

Auf die Benachteiligung der Rentner bei der

Berechnung ihrer Bezüge gegenüber den Pensionären

gehe ich hier gar nicht ein. Man kann zwar nicht sagen,

dass man gar nichts mehr gegen die

Ungleichbehandlung machen kann. Doch gehören die

Generationen, für die bis jetzt die Renten berechnet

wurden, noch zum alten Schlag der Bundesbürger. Die

denken immer noch, dass alles was unsere „Politiker“

machen und beschließen richtig ist, dagegen kann und

darf man sich nicht wehren. Aber genau dieses ist eine

falsche Denkweise. Ein Politiker ist ein vom Volke

gewählter Volksvertreter, der die Meinung seiner

Wähler gegenüber der Regierung vertreten und

durchsetzen soll. Erst recht die Volksvertreter, die in die

höchsten Ämter aufsteigen, sollten die Meinung des

Volkes, ihrer Wähler widerspiegeln. Aber wie zeigt sich

der Istzustand? Vor der Wahl wird, vor allem den

Rentnern, heile Welt versprochen. Was wollen sie nicht

alles für die Rentner, die ja einen sehr großen Anteil der

Wähler stellt, tun. Nach der Wahl haben sich ein

Großteil der Versprechen bereits von selbst erledigt, sie

werden einfach unter den Teppich gekehrt. Es wird sich

ja leider viel zu wenig beschwert. In anderen

europäischen Ländern geht man aus weitaus


geringerem Anlass zum Boykott und zu

Demonstrationen auf die Straßen. Warum findet man in

unserer deutschen Bevölkerung so wenig

Zusammengehörigkeitsgefühl? Leider kocht bei uns

jeder sein eigenes Süppchen. Es wäre schon

wünschenswert, würde man auch in Deutschland so eng

beieinander stehen, und unsere vermeintlichen

Volksvertreter auf ihre Fehler hinweisen und sie dann

bei groben Verfehlungen austauschen. Auch dieses

Ansinnen sollte man den Vertretern des Volkes mit auf

den Weg nach Berlin geben. Sie sollten doch endlich ein

Gesetz beschließen, welches dem Volk mehr

Mitspracherecht zugesteht. Dann hat das wirkliche Volk

etwas in der Hand, unfähige Politiker durch bestimmte

Verfahren wieder in die richtige Spur zu lenken.

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