Teufel News 02 2014/15

planetsimon

Stadionmagazin des DEL2 Eishockey-teams EC Bad Nauheim

3rd PERIOD

(tk) Seit letzter Saison haben wir

einen schönen Titel zu verteidigen,

nämlich den der besten Stadionatmosphäre

in der DEL2. Dieses von

der Fachpresse zugestandene Attribut

hatten wir bisher noch nicht, jedenfalls

nicht so hoch offiziell.

Gefühlt ist das natürlich fast in jeder

Saison der Fall. Ein anderes Merkmal

wird uns hingegen schon sehr lange

attestiert. Die Fans des Nauheimer

Eishockeys werden als fachkundig

bezeichnet.

Das moderne Körperspiel

Wissen Sie genau was beim bodychecken verboten und was erlaubt ist?

Mehr noch als Fußball

ist Eishockey von heute

zu einem Kampfspiel

geworden.

Es gibt im Sport Mannschaften, die sich

ähneln. Rein figürlich schon und darüber

hinaus auch in der Art und Spielweise.

Wenn man nun die Teams betrachtet,

die in diesem Jahr zu den Meisterschaftsspielen

im Eishockey antreten, so

fällt es auf, daß diese Angleichung zwischen

dem EV Füssen und dem VfL Bad

Nauheim am stärksten in Erscheinung

tritt.

Beide Mannschaften sind keine „schweren“

Teams. Die Zahl der gewichtsmäßig

leichten Spieler übertrifft die wenigen

gewichtigen, in der Abwehr stehenden.

Leichte Leute neigen in den sportlichen

Spielen aber mehr der technischen Seite

zu, sie sind zumeist schneller und wendiger

als die körperlich massiveren, die

den Vorteil ihrer Masse in den Kampf

werfen können. Deshalb liefern „leichte“

Teams auch immer wieder die für das

Auge gefälligsten Spiele. Dies aber ist

bei Füssen und Bad Nauheim der Fall.

Die Sache hat nur einen Nachteil. Mehr

noch als Fußball ist Eishockey von heute

zu einem Kampfspiel geworden.

Die elegante Note der Vorkriegszeit trat

zugunsten des jetzt nur wenig eingeschränkten

Körperspiels in den Hintergrund.

Technisches Können ist zwar noch

die Voraussetzung zu einem erfolgreichen

Spiel, aber man schießt keine Tore

mehr damit. Es sei denn, daß die Sturmreihen

so artistisch die Scheibe beherrschen

und so mit ihren Kombinationszügen

aufeinander eingefuchst sind, daß

sie auch eine zahlenmäßig starke und das Powerplay

bevorzugende Deckung aufzureißen vermögen, Djurgarden

zeigte uns bei seinen hiesigen Gastspielen, wie

man sich auf dieses Art die Lücken zum Schuß erarbeiten

kann. Unsere deutschen Mannschaften beherrschen

dies nicht. Ansätze wies der Krefelder Sturm

Kessler – Schibukat – Weide im Treffen mit dem EK

Köln auf. Während Schibukat und Weide die Verteidigung

auf sich lockten und durcheinanderbrachten,

öffneten sie den Weg zum Tor für Kessler, der mit drei

Treffern dann auch der erfolgreichste Schütze des Tages

wurde. Ein besserer Gegner, als es die Spieler aus

der Domstadt waren, hätte aber auch diese Erfolge

vereiteln können.

Nicht nur Tore können also heute allein durch körperlichen

Einsatz verhindert werden, auch die Sturmreihen

müssen dem mit gleichen Mitteln begegnen. Ein

Sturm, der sich nur auf seine technischen Fähigkeiten

beschränkt, vermag im modernen Eishockey zwar das

Mittelfeld zu beherrschen, wird in den meisten Fällen

jedoch im Angriffsdrittel scheitern. Das körperliche

Aufeinanderprallen der Sturmreihenmit der Abwehr

ist zum Charakteristikum des Spiels geworden. Daraus

ergeben sich Momente, die Eishockey mehr als es

früher der Fall war zum Kampfspiel machten.

Zwei Beispiele beweisen die Richtigkeit dieser Gedanken.

Im ersten Treffen des Jahres gegen Köln versuchte

es der VfL, die hart spielenden Gäste allein durch

Technik mattzusetzen. Er verlor mit 2:3. Als am folgenden

Tag aber auch körperlich mit vollem Einsatz

gespielt wurde, kam der Erfolg. Erst dann setzte sich

die bessere Technik der Bad Nauheimer dem Spielgeschehen

jenes i-Tüpfelchen auf, das für den 5:1-Sieg

ausschlaggebend war. In Füssen – so ließen wir uns

berichten – soll es nicht anders gewesen sein. Körpereinsatz

nahm im zweiten Treffen, das 3:3 endete, selbst

26 Teufel News

2014/15

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine