Sonderpädagogisches Konzept - Gemeinde Illgau

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Sonderpädagogisches Konzept - Gemeinde Illgau

Primarschule Illgau Sonderpädagogisches Konzept

Inhalt

1 Vorwort ......................................................................................................................................................3

2 Zielsetzungen ............................................................................................................................................3

3 Grundlagen...............................................................................................................................................4

3.1 Leitbild 4

3.2 Definitionen 4

3.3 Modellwahl 5

3.4 Modell der Abnehmerschule (Sekundarstufe I) 6

3.5 Pensenberechnung 6

3.5.1 Pensum Schulische Heilpädagogin........................................................................................6

3.5.2 Pensum Lehrperson (Besprechungslektion) ..........................................................................7

3.6 Raumkonzept 7

3.7 Weiterbildung 7

3.8 Klassengrössen 8

4 Organisation .............................................................................................................................................8

4.1 Förderdiagnostischer Prozess 8

4.2 Ablaufplanung IF 9

4.3 Standortgespräche nach ICF 10

4.4 Fachteam IF 10

4.5 Schuljahresplanung 11

4.6 Schülerinnen- und Schülerbeurteilung 4 11

4.7 Anpassung von Lernzielen oder Notenbefreiung 3/4/5/8 11

4.8 Festlegung der IF-Lektionen 12

4.9 Zusammenarbeit LP und SHP 12

4.10 Zusammenarbeit Erziehungsberechtigte (EB) und Schule 12

5 Aufgaben und Kompetenzen ..............................................................................................................13

5.1 Gemeinderat (GR) 13

5.2 Schulrat (SR) 13

5.3 Schulleitung (SL) 13

5.4 Klassenlehrperson (KLP) 14

5.5 Schulische Heilpädagogin (SHP) 14

5.6 Erziehungsberechtigte (EB) 15

5.7 Abteilung Schulpsychologie (ASP) 6 15

6 Ergänzende Angebote..........................................................................................................................15

6.1 Logopädie 6 15

6.2 Psychomotorik 3 15

6.3 Legasthenie und Dyskalkulie 15

6.4 Deutsch als Zweitsprache (DaZ) 3 16

6.5 Begabtenförderung 16

6.6 Integrierte Sonderschulung (IS) 16

6.7 Kinder- und Jugendpsychiatrischer Dienst (KJPD) 16

7 Evaluation................................................................................................................................................17

8 Genehmigungsverfahren......................................................................................................................18

9 Weiterführende Schritte.........................................................................................................................19

10 Glossar .....................................................................................................................................................19

11 Quellen .............................................................................................................................................. 19/20


Primarschule Illgau Sonderpädagogisches Konzept

1 Vorwort

Mit dem Erziehungsratsbeschluss vom 5. Juli 2006 wurden alle Schulträger des Kantons Schwyz zur

Entwicklung eines lokalen Sonderpädagogischen Konzepts verpflichtet. Die gesetzlichen Grundlagen

sind hauptsächlich in den „Weisungen über das Sonderpädagogische Angebot“ festgehalten.

Die Gemeinde Illgau führt aufgrund ihrer Einwohnerzahl nur eine Primarschule. Der Kindergarten ist

im Schulhaus integriert, die sechs Primarklassen werden zurzeit in vier Abteilungen geführt. Die Abnehmerschule

ist in der Regel die MPS Muotathal.

Illgau liegt peripher, die nächstliegenden Zentren sind mit dem öffentlichen Verkehr nur umständlich

zu erreichen. Auf Grund dessen wurden Schulkinder mit Lernschwierigkeiten seit jeher nur unter

ganz besonderen Umständen ausserhalb der Gemeinde unterrichtet.

Im Schuljahr 01/02 wurde das Konzept "Heilpädagogische Schülerhilfe (HPSH)“ eingeführt.

Das neue Sonderpädagogische Konzept mit Integrativer Förderung (IF) übernimmt Bewährtes, passt

sich den neuen gesetzlichen Grundlagen an und soll gleichzeitig der Schulentwicklung dienen.

2 Zielsetzungen

Mit der Integrativen Förderung (IF) will die Primarschule Illgau den Förderprozess des Kindes in einer

bestmöglichen Form steuern. Die IF unterstützt Kinder mit Schwierigkeiten im Lern-, Leistungs- und

Sozialbereich. Daraus werden folgende Wirkungsziele abgeleitet:

• Die Kinder werden mit Fokus auf ihre persönlichen Stärken gefördert und unterstützt.

• Kinder mit nachgewiesenen besonderen pädagogischen Bedürfnissen können durch die Unterstützung

der SHP weiterhin in ihrer Regelklasse unterrichtet werden und somit die Primarschulzeit

in Illgau absolvieren.

• Durch die Zusammenarbeit von KLP und SHP werden professionellere Lernvoraussetzungen geschaffen.

• Durch den Einbezug aller an der Förderung des Kindes beteiligten Personen, sowie deren Bereitschaft

zur Zusammenarbeit, wird eine möglichst gute Situation für das Kind angestrebt.

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Ziele

Die Kinder werden mit Fokus auf ihre

persönlichen Stärken gefördert und

unterstützt.

Kinder mit nachgewiesenen besonderen

pädagogischen Bedürfnissen können

durch die Unterstützung der SHP

weiterhin in ihrer Regelklasse unterrichtet

werden und somit die Primarschulzeit

in Illgau absolvieren.

Durch die Zusammenarbeit von KLP

und SHP werden gute Lernvoraussetzungen

geschaffen.

Durch den Einbezug aller an der Förderung

des Kindes beteiligten Personen,

sowie deren Bereitschaft zur Zusammenarbeit,

wird eine möglichst gute

Situation für das Kind angestrebt.

Zielüberprüfung mittels Indikatoren

Das Kind kennt seine persönlichen

Stärken.

Die Förderplanung berücksichtigt

stärkenorientierte Ziele.

Jedes Kind besucht die Primarschule

in Illgau.

SHP und KLP tauschen sich regelmässig

anlässlich der Besprechungslektion,

bezogen auf die

Schulkinder mit Förderbedarf, aus.

Der Unterricht ist auf die individuellen

Bedürfnisse des Kindes abgestimmt.

Alle Beteiligten (EB, Fachpersonen)

sind über die Förderziele informiert

und unterstützen diese Zielerreichung.

Mittel

Befragung durch die KLP

Förderziele überprüfen

Jährliche Statistik

- Rapport über die Besprechungslektionen

führen

- SHP und KLP visieren halbjährlich/

Weiterleitung an die SL

- SHP und KLP geben sich nach

gemeinsamen Lektionen ein

Kurzfeedback zum Unterricht.

- Kollegiale Unterrichtshospitation

- Unterrichtsbesuch durch SL

Befragung aller Beteiligten

Diese Zielüberprüfungspunkte sollen nach jeweils vier Jahren evaluiert werden. Die Evaluationsergebnisse

werden dann wiederum in die Weiterarbeit im sonderpädagogischen Bereich einbezogen

und berücksichtigt.

3 Grundlagen

3.1 Leitbild

Mit dem Leitbild verpflichtet sich die Primarschule Illgau zur Integration von Kindern mit besonderen

Bedürfnissen. Das Sonderpädagogische Konzept orientiert sich namentlich an folgenden Punkten:

• Erziehungsberechtigte und Lehrpersonen tragen gemeinsam die Verantwortung für das Wohl

und die Entwicklung des Schulkindes.

• Unsere integrative Schule ist ein Ort ganzheitlicher Bildung.

• Mit individualisierenden Lernformen stehen differenzierte Lernangebote für die Schulkinder zur

Verfügung.

• Indem wir gegenseitige Achtung und Wertschätzung zeigen, tragen wir Verantwortung füreinander.

• Wir tragen Sorge zueinander und respektieren die Verschiedenheit der einzelnen Personen.

• Wir setzen uns für individuelles Wohlbefinden im Schulalltag ein.

3.2 Definitionen

Integrativer Unterricht bedeutet, dass die Schulungsform so gewählt wird, damit Vielfalt als Realität

akzeptiert ist und eine gute Balance zwischen Förderung und Forderung besteht.

Um die verschiedenen Aspekte von sonderpädagogischen Inhalten besser zu verstehen, folgen

einige ergänzende Definitionen:

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Integration

Integration bedeutet "Wiederherstellung eines Ganzen" und auch die "Verbindung einer Vielfalt zu

einer Einheit".

"Unter Integration ist die gemeinsame Unterrichtung von behinderten und nicht behinderten Kindern

in Klassen des öffentlichen Schulsystems zu verstehen, wobei für Kinder mit besonderen Bedürfnissen

begleitend zum Unterricht die erforderliche pädagogische, sonderpädagogische, therapeutische

oder pflegerische Betreuung vor Ort unter Verzicht einer schulischen Aussonderung

bereitgestellt wird" (Bless, 2004, S. 42/43).

Integrative Didaktik

„Der Grundsatz "Es ist normal, verschieden zu sein" liegt einer integrativen Didaktik zu Grunde.

Eine integrative Didaktik zeichnet sich dadurch aus, dass

... Kinder unterschiedlicher Herkunft, mit unterschiedlichen Merkmalen, Fähigkeiten und Bedürfnissen...

...angeleitet durch Erwachsene mit unterschiedlichen Berufsrollen...

...mit unterschiedlichen Zielen, Mitteln und Methoden...

...möglichst häufig an gemeinsamen Inhalten und in gemeinsamen Räumen...

...spielen, lernen und arbeiten" (Strasser, 2006).

Dies wird umgesetzt mit einem binnendifferenzierten, individualisierenden Unterricht mit erweiterten

Unterrichtsformen. Gemeinschaftsbildung ist ebenfalls ein wichtiger Punkt. Eine Abkehr vom Prinzip

"allen die gleichen Rechte und Pflichten möglichst zur selben Zeit" ist unumgänglich. (Strasser, 2006)

Integrative Förderung

Die IF dient der Entwicklung der Selbst-, Sozial- und Sachkompetenz von Kindern mit Lern-, Leistungsund

Verhaltensproblemen in der Regelklasse. Die Förderung erfolgt in Zusammenarbeit zwischen

der KLP und der Fachperson für IF.

Individualisierender Unterricht

Der individualisierende Unterricht trägt dazu bei, dass die Kinder ihren Bedürfnissen entsprechend

gefördert werden. Insbesondere ist darauf zu achten, dass:

• das Arbeitstempo angepasst wird

• die Lernschritte gezielt ausgewählt werden

• eine angemessene Lernumgebung geschaffen wird

• ein gutes Klima in der Klasse vorhanden ist, welches die Integration der Kinder mit besonderen

Bedürfnissen unterstützt

• das Teamteaching mit der SHP unterstützend angewendet wird

3.3 Modellwahl

Kinder mit besonderen Bedürfnissen wurden im Rahmen des HPSH-Konzeptes meist in Einzel- oder

Gruppenunterricht im HPSH-Zimmer gefördert. Immer öfter wurden auch Formen gewählt, bei denen

diese Kinder nicht mehr temporär separiert wurden, sondern innerhalb des Klassenverbandes

oder in leistungsdurchmischten Gruppen betreut und gefördert wurden. Die SHP arbeitete also

nicht mehr nur im „stillen Kämmerlein“, sondern auch zusammen mit der LP im Klassenzimmer.

Mit der Änderung von HPSH zur IF wollen wir diese Bestrebungen ausbauen.

Gemäss der Vollzugsverordnung zur Verordnung über die Volksschulen 2 wird die IF künftig mit folgenden

Formen umgesetzt:

a) IF in der Regelklasse

b) Unterricht in Lerngruppen

c) Einzelförderung

Die SHP plant die IF-Lektionen mit der KLP und unterrichtet in der Regel im Klassenzimmer im Teamteaching.

Je nach Förderzielen der IF-Kinder entscheiden die KLP und SHP über die Form der

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Förderung. Die SHP soll im Unterricht wie eine zusätzliche LP wahrgenommen werden, allerdings mit

speziellen Kenntnissen. Die SHP ist ebenso wie die KLP Ansprechpartnerin für die Kinder.

Diese unterrichtsnahe Unterstützung ist ganzheitlich und umfasst methodisch-didaktische und sozialintegrative

Aspekte sowie Persönlichkeitsbildung. Kinder mit Entwicklungsverzögerungen, Lernund/oder

Verhaltensschwierigkeiten lernen gemeinsam mit durchschnittlich- und hochbegabten

Kindern.

Besonders schwierige Fälle und Situationen müssen durch die SL und den SR analysiert, beurteilt und

allenfalls einer adäquaten Lösung (Separierung, anderer Schulort etc.) zugeführt werden 11 .

3.4 Modell der Abnehmerschule (Sekundarstufe I)

Die MPS Muotathal hat auf das Schuljahr 2008/09 die IF eingeführt. In der Regel besuchen die Kinder

der Primarschule Illgau nach der 6. Primarklasse die Sekundarstufe I in der Gemeinde Muotathal.

Die Klassen werden in der Sekundarstufe I in die beiden Niveaus "Sek" und "Real" unterteilt.

Durch die folgenden Kriterien müssen die Kinder in der Regel 8 die Werkschule in Schwyz besuchen 4 :

- Nicht-Erreichen der Mindest-Promotionsnote von 3.5 in der 6. Klasse

- Notenbefreiung/Lernzielanpassung in der 6. Klasse

Bei Kindern mit IF in der 6. Klasse wird der Übertritt nach der definitiven Zuweisung für die Oberstufe

(MPS Muotathal) immer durch ein Fachteam IF besprochen. Das Fachteam IF kann eine Empfehlung

für die Weiterführung der IF aussprechen.

Das Fachteam IF besteht aus:

- KLP 6. Klasse

- SHP Primarschule

- SHP Sekundarstufe I

- Zuständige Schulpsychologin/zuständiger Schulpsychologe der ASP der Primarschule

- EB/evtl. Kind

Das Fachteam IF zur Schülerübergabe wird durch die KLP der 6. Klasse einberufen.

Die vertraulichen Schülerdaten werden nur mit Einverständnis der EB an die SHP Sekundarstufe I

weitergegeben. Hierzu wird ein bestehendes Formular verwendet.

3.5 Pensenberechnung

Der Umfang an Lektionen für die sonderpädagogischen Angebote vor Ort ist gesetzlich definiert 2

(minimal 0.13 und maximal 0.21 Lektionen pro Schulkind und Woche).

Für die Psychomotoriktherapie können zusätzlich pro Schulkind maximal 0.03 Lektionen für den Pensenpool

bereitgestellt werden 2 .

3.5.1 Pensum Schulische Heilpädagogin

In Illgau sind die Schülerzahlen in den nächsten Jahren wenig schwankend.

Der Faktor der Gemeinde Illgau ist auf 0.19 Lektionen pro Schulkind definiert 7 .

Dieser Faktor kann jährlich mit der Schülerzahl multipliziert werden und daraus wird die aktuell mögliche

Lektionenzahl bestimmt. Um die Pensenplanung zu vereinfachen, legt der SR ein SHP-Pensum

von 16 Wochenlektionen fest. Dieser Mittelwert (85 Schulkinder, 0.19) wird so lange beibehalten, wie

die Schülerzahlen nicht unter 80, respektive über 90 Schulkinder schwanken und/oder die Zahl der

Abteilungen sich nicht verändert.

Das IF-Pensum beinhaltet die Besprechungslektionen mit den KLP.

Falls der ausgewiesene Förderbedarf (gemäss den Empfehlungen aus Fachteam IF oder Abklärung

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ASP) die zur Verfügung stehende Lektionenzahl (16 Wochenlektionen / s. Punkt 4.8/C)trotz ressourcenschonenden

Massnahmen übersteigt, beantragt die SL zusätzliche IF-Lektionen beim SR. Der GR

entscheidet auf Antrag des SR über die zusätzlichen IF-Lektionen.

3.5.2 Pensum Lehrperson (Besprechungslektion)

Den KLP wird für den regelmässigen Austausch mit der SHP 0.5 Wochenlektionen (50 Arbeitsminuten

pro Schulwoche) aus dem Schulbetriebspool 9 zur Verfügung gestellt.

Wird eine Klasse im Jobsharing unterrichtet, wird jeweils in Rücksprache mit der SL definiert, wie die

Besprechungslektion auf die Pensenpartner/-innen verteilt wird.

Diese Besprechungslektion wird nebst der Förderplanung auch für die gemeinsame Unterrichtsvorbereitung

und –planung (auch Unterrichtsentwicklung und Präventionsarbeit beinhaltend) eingesetzt.

Die SL erhält halbjährlich einen unterzeichneten Rapport über die Durchführung der Besprechungslektionen.

Falls eine zusätzliche Lehrkraft in einer Klasse unterrichtet, kann (nach einer Bedarfsabklärung und

begründetem Antrag bei der SL) dieser LP maximal 0.25 Besprechungslektion aus dem Schulbetriebspool

pro Woche vergütet werden. Das Pensum dieser LP muss mindestens 5 Wochenlektionen

in einem Promotionsfach umfassen.

Um einen guten Informationsfluss sicher zu stellen, muss diese zusätzlich bewilligte Besprechungszeit

im Trio (KLP, LP, SHP) abgehalten werden.

3.6 Raumkonzept

Bei der IF werden Kinder mit besonderen Bedürfnissen einerseits in der Regelklasse geschult und

gefördert, andererseits werden die Kinder auch im IF-Raum unterrichtet und speziell gefördert.

Diese Förderung kann nur mit geeigneten Räumlichkeiten sichergestellt werden. In der IF werden

Lernstörungen in ganzheitlicher Weise angegangen. Art, Grösse, Ausstattung und Atmosphäre der

Räumlichkeiten tragen wesentlich zu einem erfolgreichen Unterricht bei.

Dieser Sichtweise entsprechend muss dem Raumangebot besondere Aufmerksamkeit geschenkt

werden. Der bereits bestehende IF-Raum entspricht den Bedürfnissen und muss nicht verändert

werden. In den Klassenzimmern wird der SHP ein separater Arbeitsplatz zur Verfügung gestellt.

Falls der bestehende IF-Raum nicht mehr zur Verfügung stehen sollte, ist darauf zu achten, dass

neue Räumlichkeiten ebenfalls im Schulhaus integriert, mind. 30-35 m2 gross und den Bedürfnissen

entsprechend ausgestattet sind.

3.7 Weiterbildung

Um die lokale Schulqualität im Zusammenhang mit sonderpädagogischen Belangen auszubauen,

ist die Durchführung von spezifischen Weiterbildungen für LP/SHP/SL wichtig.

Weiterbildungen können von den LP, von der SHP, von der SL oder dem SR initiiert werden.

Nach erfolgter Bedarfsabklärung beantragt die SL beim SR die finanziellen Mittel. Dieser wiederum

stellt beim GR Antrag, welcher dann die Mittel zur Verfügung stellt.

Die SL nimmt Weiterbildungen ins Schul- und Jahresprogramm auf.

Das Weiterbildungsangebot kann, je nach Themengebiet, auch auf die EB und Behördenmitglieder

ausgedehnt werden.

Die SL hat die Aufgabe, die Ziele sowie die Wirksamkeit der Weiterbildung in Zusammenarbeit mit

der SHP alle zwei Jahre zu überprüfen und innerhalb ihres Jahresberichtes aufzuführen.

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3.8 Klassengrössen

Es ist unbestritten, dass die Anzahl Kinder in einer Abteilung als ein wichtiger Gelingensfaktor der IF

mitbedacht werden muss. Eine vorausschauende Einteilung der Abteilungsgrösse kommt dem

Lernerfolg und dem Wohlbefinden der Kinder zugute.

Beim Auftreten von erschwerenden Klassensituationen (Doppelklassigkeit, schwieriges Sozialverhalten,

ausgewiesene IF-/IS-Kinder etc.) kann die LP gemeinsam mit der SHP bei der SL einen Antrag

um Entlastung einreichen. Die SL beantragt nach Prüfung der Situation beim SR zusätzliche Lehreroder

SHP-Stellenprozente, eine Aufteilung der Klasse oder für einzelne Kinder eine Bewilligung für

aussergemeindliche Beschulung.

Nach Antrag des SR liegt es in der Verantwortung des Schulträgers die Abteilungsgrössen je nach

Situation anzupassen.

Die Anpassung erfolgt auf den Schuljahresbeginn.

4 Organisation

4.1 Förderdiagnostischer Prozess

Treten bei einem Kind Schwierigkeiten in Sach-, Selbst- und/oder Sozialkompetenz auf, nimmt die

KLP zeitnah Kontakt mit der SHP auf. Damit kommt der förderdiagnostische Prozess ins Rollen. Er erfordert

eine intensive Zusammenarbeit aller Beteiligten. Die Unterstützung eines Kindes mit besonderem

Förderbedarf ist gemeinsame Aufgabe der KLP, der SHP, den Fachpersonen und den EB.

"Im förderdiagnostischen Alltag geht es darum, den Entwicklungsstand eines Kindes in den verschiedenen

Lernbereichen zu erfassen, die Zone der nächsten Entwicklung zu eruieren und darauf

aufbauend Fördermassnahmen einzuleiten" (Niedermann, Schweizer & Steppacher, 2007, S. 24).

Die Situation des Kindes wird ganzheitlich erfasst und diskutiert. Als Grundlage für den förderdiagnostischen

Prozess wird die Internationale Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und

Gesundheit (ICF) verwendet. Das Modell nach ICF ermöglicht eine ganzheitliche, mehrdimensionale

Erfassung der Lebenssituation eines Kindes. Es wird davon ausgegangen, dass die Ursachen von

Lernschwierigkeiten in den Wechselwirkungen verschiedener Bereiche liegen können (ebd.).

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4.2 Ablaufplanung IF

Auftreten von Schwierigkeiten in Sach-, Selbst- oder/und Sozialkompetenz beim Kind

LP

KLP

EB

Keine Massnahmen

Kontakt SHP

Gezielte Beobachtung,

Bestandesaufnahme durch SHP

Problem während

Regelunterricht lösen

Standortgespräch ICF

KLP/SHP/EB

maximal 6 Mt. IF

Anmeldung ASP

Keine Einwilligung

Standortgespräch ICF

Abschluss

KLP/SHP/EB

Anmeldung Fachteam IF

(schriftl. Einwilligung

der EB)

Abklärung ASP (Arzt,

Logopädie, KJPD,

weitere Fachstellen)

Instanzenweg

durch die Schule

(VVzVSV

611.211 §9)

Fachteam IF

(Standortgespräch ICF)

ASP/KLP/SHP/EB/weitere

Protokoll

Empfehlung an SL

Entscheid SL

-Partielle Lern- und Entwicklungsstörung

- Interventionsmassnahmen ohne

Notenbefreiung

Weitere Förderung

Langfristige Massnahmen IF

Standortgespräch ICF alle 6 Monate

KLP/SHP/EB/ASP bei Bedarf

Anmeldung Fachteam IF

Fachteam IF spätestens nach 2 Jahren

(Standortgespräch ICF)

ASP/KLP/SHP/EB/weitere

-Überdauernde Lern- und

Entwicklungsstörung

-Antrag für Anpassung von Lernzielen

oder Notenbefreiung→ ASA

Keine IF

- andere

Massnahmen

Beschwerdeinstanz

für Eltern = SR

Abkürzungen:

KLP Klassenlehrperson

LP Lehrperson

EB Erziehungsberechtigte

ASP Amt für Schulpsychologie

ASA Amt für Schulaufsicht

KJPD Kinder- und

Jugendpsychologischer Dienst

Ende der speziellen Förderung

→ jederzeit möglich

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4.3 Standortgespräche nach ICF

Das Standortgespräch nach ICF (International Classification of Functioning, Disability and Health) ist

ein strukturiertes Verfahren, welches bei Entscheidungen für Fördermassnahmen zum Tragen

kommt. Jede Förderung basiert auf Beobachtungen. Diese werden beim Standortgespräch von

den verschiedenen Beteiligten zusammengebracht, um den Blick auf wesentliche Aspekte zu lenken.

Daraus werden gezielte Massnahmen und Ziele abgeleitet. Das Standortgespräch lehnt sich

an eine internationale Klassifikation der WHO für die Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit.

Die Arbeit mit ICF hat folgende Vorteile:

• Eine gemeinsame fachliche Sprache steht zur Verfügung und bietet so grosse Chancen für eine

optimierte interdisziplinäre Zusammenarbeit in der Institution.

• Stärken und Schwächen der Kinder werden gleichermassen berücksichtigt.

• ICF kann als Grundlage für verbesserte pädagogische Planungsinstrumente genutzt werden

(Standortbestimmungen, Entwicklungsplanungen, Prozessplanungen, etc.)

• ICF ist eine ganzheitliche Betrachtungsweise des Kindes und seiner Situation.

• Das Standortgespräch nach ICF ist ein gutes Instrument für die zielgerichtete Strukturierung der

Gespräche.

Das Standortgespräch nach ICF soll die Fachteamarbeit IF unterstützen, wie auch die Besprechungsarbeit

zwischen KLP/SHP und den EB erleichtern.

Nach erfolgter Information und Weiterbildung der LP will die Schule Illgau bis Ende des Schuljahres

2010/2011 dieses Modell definitiv in die IF-Arbeit einbauen. Das einheitliche Raster ermöglicht eine

professionellere Grundlage für die Zusammenarbeit aller Beteiligten. Die IS wendet dieses Modell,

ein wenig abgeändert, bereits erfolgreich an.

Am Standortgespräch ICF nehmen die KLP, die SHP und die EB teil. Je nach Situation können auch

weitere Personen (Kind, LP, Fachpersonen etc.) beigezogen werden.

Einberufen wird das Standortgespräch ICF durch die KLP, organisiert, geleitet und dokumentiert

durch die SHP. Alle Beteiligten erhalten ein Protokoll.

4.4 Fachteam IF

Das Fachteam IF ist ein erweitertes Standortgespräch ICF und kann eine schulpsychologische Abklärung

ersetzen. Das Fachteam IF unterscheidet sich vom Standortgespräch ICF nur darin, dass der

zuständige SP ASP anwesend ist und die Empfehlung für weitere Massnahmen an die SL abgibt.

Die Anmeldung eines Kindes für das Fachteam IF erfolgt mit dem speziell dafür vorgesehenen ASP-

Formular. Die EB bestätigen mit ihrer Unterschrift, dass sie über das Vorgehen im Fachteam informiert

und einverstanden sind.

Am Fachteam IF nehmen die KLP, die SHP, die EB und der SP ASP teil. Je nach Situation können

auch weitere Personen (Kind, LP, Fachpersonen, etc.) beigezogen werden.

Einberufen wird das Fachteam IF durch die KLP, organisiert durch die SHP, geleitet und dokumentiert

durch den SP ASP. Alle Beteiligten und die SL erhalten ein Protokoll.

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4.5 Schuljahresplanung

Die Verteilung der IF-Lektionen erfolgt in vier Schritten:

und Schulrat

Die Verteilung der Gesamtanzahl von Lektionen für die IF wird je nach Bedürfnissen der Kinder flexibel

gehandhabt. Es ist auch möglich, während des Schuljahres bei Bedarf eine Umverteilung der

Lektionen vorzunehmen. Die SL beantragt bei Bedarf zusätzliche IF-Lektionen beim SR 7 .

4.6 Schülerinnen- und Schülerbeurteilung 4

Grundsätzlich werden alle Kinder in der Regelklasse nach den gleichen Bewertungsgrundlagen,

durch das Erreichen der Lernziele nach Lehrplan, beurteilt.

Gemäss Promotionsreglement kann jedoch in begründeten Fällen (z.B. IF) mit Bewilligung der

Schulaufsicht statt der Zeugnisnoten ein schriftlicher Bericht abgegeben werden. Der Schulbesuch

ist in jedem Fall im Zeugnis zu bestätigen.

4.7 Anpassung von Lernzielen oder Notenbefreiung 3/4/5/8

Falls die Vorgaben des Lehrplans trotz IF über längere Zeit nicht erreicht werden können, ist eine

Anpassung der Lernziele mit Notenbefreiung oder eine Klassenrepetition möglich. Je nach Situation

kann auch eine (partielle) Notenbefreiung ohne Anpassung der Lernziele beantragt werden.

• Die KLP stellt zusammen mit der SHP und evtl. unter Beizug der ASP das schriftliche Gesuch an

das zuständige ASA. Das Gesuch zeigt auf, in welchem Leistungsniveau das Kind bisher gearbeitet

hat, welches seine Fortschritte im letzten Halbjahr waren, und wie es im Lern- und Arbeitsverhalten

steht. Die bisherigen Massnahmen werden skizziert. KLP und SHP vereinbaren miteinander

in welchen Fächern die Massnahmen erfolgen sollen und begründen diese Auswahl.

• Die EB müssen vorgängig über die Folgen einer andauernden Lernzielanpassung mit Notenbefreiung

informiert sein. Die EB, die SHP und die SL müssen mit dem Gesuch einverstanden sein

und dies per Unterschrift dokumentieren.

• Ein solches Gesuch soll erst gestellt werden, wenn alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft

sind.

• Falls die ASA das Gesuch bewilligt, muss in den Fächern, in denen keine Note erteilt wird, im

Zeugnis "besucht" eingetragen werden. Unter "Administrative Bemerkungen" muss einer der folgenden

Einträge stehen:

o Schriftlicher Bericht (Notenbefreiung im Fach / in den Fächern...)

o Schriftlicher Bericht (Notenbefreiung wegen Fremdsprachigkeit)

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• Im schriftlichen Bericht (Wortbericht) sind die entsprechenden Leistungen zu würdigen und (allenfalls)

die angepassten Lernziele festzuhalten.

• Der Englischunterricht ist in jedem Fall obligatorisch. Eine Anpassung der Lernziele (mit oder ohne

Notenbefreiung) ist nach obigem Verfahren möglich.

• Im Fach Französisch ist eine Dispensation möglich. Das Verfahren ist analog dem Verfahren "Notenbefreiung/Lernzielanpassung"

zu handhaben. Die beiden Lektionen sind zu kompensieren,

z.B. im Fach Deutsch.

4.8 Festlegung der IF-Lektionen

In Illgau stehen derzeit 16 IF-Lektionen für die SHP zur Verfügung. Diese bestehen einerseits aus Besprechungslektionen

mit den KLP (0.5 Lekt. pro Abteilung) und anderseits aus der IF-Förderung.

Auf die Früherfassung und Präventionsarbeit im Kindergarten und auf der Unterstufe wird besondere

Aufmerksamkeit gelegt. Dafür sind in der Schuljahresplanung die Hälfte der SHP Lektionen einzuplanen.

Über die definitive Zuteilung entscheidet die SL (s. 4.5 Schuljahresplanung).

4.9 Zusammenarbeit LP und SHP

Die Fördermassnahmen werden in Zusammenarbeit zwischen der KLP und der SHP geplant und

durchgeführt. Dazu treffen sich die KLP und die SHP wöchentlich anlässlich der Besprechungslektion

(0.5 Wochenlektion = ca. 50 Min). Diese Besprechungslektion ist im Stundenplan für die ASA unter

Schulbetriebspool aufzuführen.

Die Zusammenarbeit zwischen KLP und LP ist zentral wichtig und erfordert eine klare Aufgabenzuweisung

(s. Kapitel 5.4 und 5.5).

4.10 Zusammenarbeit Erziehungsberechtigte (EB) und Schule

Die KLP und SHP orientieren am KG-Elternabend über das Sonderpädagogische Angebot der Schule

Illgau, die damit verbundene Zusammenarbeit mit der Schule und die Mitverantwortlichkeit zur

Entwicklung ihres Kindes.

Die EB werden regelmässig über die Entwicklung ihres Kindes von der KLP informiert. 1 Sollten anhand

von Beobachtungen der LP oder SHP Fördermassnahmen nötig werden, sind die EB in die Planung

mit einzubeziehen.

Die Zuweisung in die IF oder in eine besondere Klasse erfolgt durch die SL auf Antrag der KLP und im

Einverständnis mit den EB. 2

Es finden halbjährlich Standortgespräche ICF zwischen KLP, SHP und EB im Zusammenhang mit der

IF eines Kindes statt.

Allen Beteiligten werden die Ergebnisse der Standortgespräche nach ICF zu geplanten Fördermassnahmen

schriftlich durch die SHP zugestellt.

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5 Aufgaben und Kompetenzen

5.1 Gemeinderat (GR)

Dem GR obliegen folgende Aufgaben:

• Genehmigung des lokalen sonderpädagogischen Konzepts zur Förderung von Kindern mit besonderen

pädagogischen Bedürfnissen und Auftragserteilung an SL und Lehrerschaft zur beschriebenen

Umsetzung

• Entscheid im Rahmen der regierungsrätlichen Vorgaben über den Umfang des lokalen Pensenpools

für das sonderpädagogische Angebot

• Vorlegen des Sonderpädagogischen Konzepts an das AVS zu dessen Genehmigung

• Anpassung der Stellenprozente und der Abteilungen auf Antrag des Schulrates

• Anpassung des IF-Sockelfaktors auf Antrag des Schulrates

5.2 Schulrat (SR)

Dem SR obliegen folgende Aufgaben:

• Modellwahl des Sonderpädagogischen Konzepts für die Primarschule Illgau

• Antrag an den GR zur Genehmigung des lokalen Pensenpools für das sonderpädagogische

Angebot

• bei Bedarf Antrag an den GR zur Erhöhung des IF-Sockelfaktors auf Semesterbeginn (in der Regel

zu Schuljahresbeginn)

• Antrag an den GR bei Notwendigkeit zur Erhöhung von Stellenprozenten oder zur Schaffung

von zusätzlichen Abteilungen aufgrund erschwerenden Klassensituationen (s. 3.8)

• Rekursstelle gegen Zuweisungsentscheide der SL

5.3 Schulleitung (SL)

Der SL obliegen folgende Aufgaben:

• Entscheid über die Zuteilung der Besprechungslektionen

• Kontrolle der Einhaltung des Umfangs der festgelegten Förderangebote

• Überprüfung der angeordneten Massnahmen auf ihre Notwendigkeit und Wirksamkeit

• Entscheid über IF-Zuweisung mit Hilfe von Empfehlungen der Fachpersonen

• bei Bedarf Antrag an den SR zur Erhöhung des IF-Sockelfaktors auf Semesterbeginn (in der Regel

zu Schuljahresbeginn)

• Antrag an den SR bei Notwendigkeit zur Erhöhung von Stellenprozenten oder zur Schaffung von

zusätzlichen Abteilungen aufgrund erschwerenden Klassensituationen (s. 3.8)

• Einsichtnahme in die Kurzprotokolle über die Inhalte der Besprechungslektionen SHP/KLP

• Kenntnisnahme vom Rapport der Besprechungslektionen und den ICF- Protokollen

• Entscheid über die Handhabung bei kombinierter IF-DAZ Unterstützung

• Abklärung des Weiterbildungsbedarfs des Teams

• regelmässige Überprüfung der Ziele sowie der Wirksamkeit der Weiterbildung in Zusammenarbeit

mit der SHP und Information diesbezüglich im Jahresbericht zu Handen des SR

• Treffen von geeigneten Massnahmen zur Schulentwicklung und Qualitätssicherung im Bereich

des sonderpädagogischen Angebotes der Schule

• Antrag an den SR für anfallende Weiterbildungskosten

• Informationen über wichtige Änderungen im Bereich des sonderpädagogischen Angebotes an

SR, EB und die Öffentlichkeit

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5.4 Klassenlehrperson (KLP)

Der KLP obliegen folgende Aufgaben:

• Zusammenarbeit mit der SHP

• Mitarbeit in der Klasse im Sinne des Teamteaching

• Rapport über die Durchführung der Besprechungslektionen halbjährlich, unterschrieben durch

KLP und SHP an die SL

• Kurzprotokoll über den Inhalt der Besprechungslektionen in Zusammenarbeit mit der SHP

• Verantwortung für die Förderplanung

• Festlegen von Förderzielen und Massnahmen in Zusammenarbeit mit der SHP (Förderdiagnostische

Planung)

• regelmässige Überprüfung der Ziele, sowie der Wirksamkeit der getroffenen Massnahmen

• Einberufung von und Teilnahme an Standortgesprächen ICF

• regelmässige Informationen an die Fachlehrpersonen (TG, Fremdsprachen etc.) bezüglich der

Entwicklung von IF-Kindern

• Beantragung von angepassten Lernzielen mit Notenbefreiung in Zusammenarbeit mit den

Fachpersonen an die ASA und Information an die SL

• Orientierung der EB über die längerfristigen Konsequenzen einer Notenbefreiung

• Einbezug der SHP bei Übergabegesprächen von IF-Kindern

• Einholung der schriftlichen Einwilligung der EB für Fachteam IF

• Einberufung von und Teilnahme an Fachteam IF

• bei Bedarf Antrag an SL für zusätzliche IF-Unterstützung in einer Klasse nach Absprache mit der

SHP

• Hauptverantwortung über die regelmässige Information an die EB bezüglich der Entwicklung

ihres Kindes

• Verantwortung für gute Lernbedingungen und einen individualisierenden Unterricht

5.5 Schulische Heilpädagogin (SHP)

Der Fachperson für integrierte Förderung obliegen folgende Aufgaben:

• Zusammenarbeit mit der KLP, den LP, den EB und weiteren Bezugs- oder Fachpersonen

• Kurzprotokoll über den Inhalt der Besprechungslektion in Zusammenarbeit mit KLP

• Festlegen von Förderzielen und Massnahmen in Zusammenarbeit mit der KLP (Förderdiagnostische

Planung)

• Beratung und Mithilfe bei der Umsetzung von individualisierenden Massnahmen für den Unterricht

• Mitarbeit in der Klasse im Sinne des Teamteaching

• ganzheitliche Erfassung, Unterstützung und Förderung der einzelnen Kinder

• regelmässige Überprüfung der Ziele, sowie der Wirksamkeit der getroffenen Massnahmen in Zusammenarbeit

mit der SL

• Erstellung des Jahresberichts 7/10 IF an die SL, den SR und die ASA

• präventive heilpädagogische Unterstützung ab Kindergarten

• Bedürfnisabklärung für IF-Lektionen mit KLP

• Ausarbeitung und Vorschlag für die Pensenaufteilung auf die verschiedenen Klassen und Kinder

mit IF-Bedarf an SL

• Durchführung von Beobachtungen im Unterricht für förderdiagnostische Zwecke oder auf

Wunsch der KLP

• Teilnahme an Elterngesprächen von IF-Kindern

• regelmässiges Führen einer Schülerlaufkarte

• Koordination von und Teilnahme an Fachteam IF

• Leitung und Protokollierung von Standortgesprächen ICF

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5.6 Erziehungsberechtigte (EB)

Den EB obliegen folgende Aufgaben und Rechte:

• Anmeldung oder Einwilligung zur Anmeldung ihres Kindes zur schulpsychologischen Abklärung

bei der ASP, für Fachteam IF und ergänzende Angebote

• obligatorische Teilnahme an Standortgesprächen ICF und Fachteam IF

• Einbezug in die Förderplanung ihres Kindes

• schriftliche Einwilligung zur Übergabe von vertraulichen Schülerdaten an die SHP der Abnehmerschule

• Recht auf Einsichtnahme in die Schulakten ihres Kindes

• Rekursrecht gegenüber Entscheiden der SL beim SR

5.7 Abteilung Schulpsychologie (ASP) 6

Dem SP ASP obliegen folgende Aufgaben:

• Beratung von Kindern, EB, LP und beteiligten Fachpersonen und Institutionen in schulpsychologischen

Fragen

• Leitung und Dokumentation von Fachteam IF mit anschliessender Empfehlung für Massnahmen

an die SL

• Leitung und Dokumentation von schulpsychologischen Abklärungen

• Bericht, Empfehlung und Anträge an SL/SR betreffend schulischen, sonderschulischen, sonderpädagogischen,

sozialpädagogischen und therapeutischen Massnahmen

6 Ergänzende Angebote

6.1 Logopädie 6

Die Logopädie ist, zusammen mit der Psychomotorik, ein Angebot, welches nicht durch die IF abgedeckt

wird.

Die kantonal angestellte Fachperson für Logopädie besucht jeweils im Herbst den KG und führt

eine Abklärung zum Sprachentwicklungsstand der Kinder durch. Die EB werden über den Befund

des Untersuchs und über empfohlene Massnahmen informiert.

Falls das Kind parallel zur Logopädie IF-Unterstützung benötigt, ist eine gute Zusammenarbeit zwischen

allen Beteiligten zwingend.

6.2 Psychomotorik 3

Die Psychomotorik ist eine Therapieform für Kinder mit Entwicklungsauffälligkeiten.

Die nächstgelegene Therapiestelle befindet sich in Schwyz. Diese würde bei Bedarf Therapieplätze

für die Schule Illgau zur Verfügung stellen. Die Kostenbeteiligung für diese Therapie in Schwyz würde

vollumfänglich auf die Schulgemeinde Illgau abgewälzt.

Da die steigenden Kosten im Bildungswesen an die Grenze der finanziellen Möglichkeiten für kleine

Gemeinden stossen, bietet die Schule Illgau die Psychomotoriktherapie momentan nicht an.

6.3 Legasthenie und Dyskalkulie

Im SJ 2010/11 werden diese Therapieformen in die Aufgabenbereiche der IF, dem lokalen Schulträger,

übertragen.

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6.4 Deutsch als Zweitsprache (DaZ) 3

Dem DaZ werden Kinder mit ungenügenden Deutschkenntnissen zugewiesen. Da Illgau wenig anderssprachige

Kinder hat, wird der DaZ-Unterricht selten in Schülergruppen stattfinden.

Um die Intensität von DaZ zu fördern, ist eine Verteilung der Lektionen über die Woche verteilt anzustreben.

Nach Möglichkeit soll DaZ in der unterrichtsfreien Zeit durchgeführt werden.

6.5 Begabtenförderung

Die IF wird nicht für die Begabtenförderung eingesetzt.

In der Primarschule Illgau existiert noch kein Begabungsförderungskonzept. In Zusammenhang mit

der Individualisierungsthematik ist dies jedoch eine Aufgabe, welche auf die Schule zukommen

wird. Bereits jetzt gibt es diverse Schulkinder, welche eine Klasse überspringen konnten, vielleicht

aber mit einem separaten Begabungsförderungsprogramm besser gefördert/gefordert würden.

Dass diverse Auffälligkeiten eines speziell begabten Kindes im Verhaltensbereich dennoch zum Austausch

zwischen der KLP und SHP und schliesslich zu einer IF führen können, zeigt die Schwierigkeit

der Abgrenzung von Unter- bzw. Überforderung auf.

Die Diskussion um ein Konzept zur Förderung von besonders begabten Kindern wird im Rahmen der

Individualisierungsthematik evtl. zu einem späteren Zeitpunkt aufgenommen.

6.6 Integrierte Sonderschulung (IS)

Die IS ist ein Bestandteil der Primarschule Illgau und wird vom Kanton geregelt, organisiert und finanziert.

Durch die Kombination der IS- und IF-Begleitung in einer Abteilung kann vermieden werden, dass

die Kinder und die LP zu viele Bezugspersonen haben, was möglichst zu vermeiden ist.

Damit eine IS gelingen kann, müssen die jeweiligen IF-Bedürfnisse berücksichtigt werden. Eine angepasste

Klassengrösse ist ebenfalls ein wichtiger Gelingensfaktor.

Das Raster der IS-Standortgespräche führt, nach Einführung von ICF, für alle Beteiligten zu einer

Vereinheitlichung der Arbeitsweisen.

6.7 Kinder- und Jugendpsychiatrischer Dienst (KJPD)

Der KJPD kann bei Kindern mit Auffälligkeiten beigezogen werden, bei denen alle bisherigen Massnahmen

und Unterstützungen nicht ausreichen.

Eine Anmeldung kann sowohl durch die EB selbst, als auch durch die Schule im Einverständnis mit

den EB erfolgen.

Weiter kann der KJPD als Beratungs- und Unterstützungsangebot für alle Beteiligten genutzt werden.

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7 Evaluation

Die Situation der IF-Kinder wird anlässlich des Standortgespräches ICF/Fachteam IF besprochen.

Die Wirkung der getroffenen Massnahmen wird evaluiert und das weitere Vorgehen definiert.

Die SHP erstellt einen jährlichen Bericht über ihre Tätigkeit, macht eine Standortbestimmung und

empfiehlt Massnahmen zur Weiterentwicklung des Sonderpädagogischen Unterrichts an die SL und

die Schulaufsicht.

Der SR kann frühestens nach zwei Jahren nach Inkrafttreten des Sonderpädagogischen Konzepts,

und danach im vier-Jahres Turnus eine interne Evaluation verlangen.

Die intern durchgeführten Evaluationen sind allen LP und dem SR der Schule Illgau zugänglich.

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8 Genehmigungsverfahren

Der Schulträger hat das vorliegende Konzept genehmigt und erteilt der Schulleitung und der Lehrerschaft

den Auftrag zur Umsetzung ab Schuljahr 2010/11.

Vom Gemeinderat Illgau genehmigt mit Beschluss Nr. 2010-2009 am 13. Januar 2010.

Durch das Amt für Volksschulen genehmigt am 10. Februar 2010.

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9 Weiterführende Schritte

Nach Inkraftsetzung des Konzeptes werden folgende Schritte nötig sein:

• Vervollständigung der Formularsammlung

• Einführung Standortgespräche ICF im Team

• Weiterbildung Teamteaching

• Absprachen über genaues Vorgehen im förderdiagnostischen Prozess

10 Glossar

DaZ

EB

ICF

IF

IS

SHP

ASA

SP ASP

KLP

LP

SL

SR

GR

BiD

SJ

MPS

KG

Deutsch als Zweitsprache

Erziehungsberechtigte(n)

Internationale Klassifikation von Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit

Integrative Förderung

Integrierte Sonderschulung

Schulische/r Heilpädagogin / -goge / Fachperson, Lehrperson für Integrative

Förderung

oder Abteilung Schulaufsicht

Schulpsychologe/Schulpsychologin von der Abteilung für Schulpsychologie

Klassenlehrperson(en)

zusätzliche Lehrperson(en) ohne Klassenverantwortung

Schulleitung

Schulrat

Gemeinderat

Erziehungs-Departement Bildungsdepartement

Schuljahr

Mittelpunktschule

Kindergarten

11 Quellen

Literatur

Bless, G. (2004). Schulische Integration - Kritische Aspekte zu ihrer Realisierung innerhalb der Schweizer

Bildungssysteme. In A. Kummer & P. Walther-Müller (Hrsg.). Integration - Anspruch und Wirklichkeit

(S. 41 - 56). Luzern: Schweizerische Zentralstelle für Heilpädagogik SZH.

Hollenweger, J. & Lienhard, P. (2008). Schulische Standortgespräche. Ein Verfahren zur Förderplanung

und Zuweisung von sonderpädagogischen Massnahmen. Zürich: Bildungsdirektion des Kantons

Zürich.

Niedermann, A., Schweizer, R. & Steppacher, J. (2007). Förderdiagnostik im Unterricht. Luzern:

Schweizerische Zentralstelle für Heilpädagogik SHZ.

Strasser, U. (2006). Eine Schule für alle: Integration und Inklusion auch in der Schweiz? Schweizerische

Zeitschrift für Heilpädagogik 3/06, S. 6 – 14.

Internet

Kanton Schwyz, Bildung, Spezialdienste, Logopädie:

http://www.sz.ch/xml_1/internet/de/application/d5/d2561/d23495/d23505/d23507/p23545.cfm

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Gesetze/Beschlüsse

1 Verordnung über die Volksschule SRSZ 611.210

2 Vollzugsverordnung zur Verordnung über die Volksschulen SRSZ 611.211

3 Weisungen über das sonderpädagogische Angebot SRSZ 613.131

4 Reglement über Schülerinnen- und Schülerbeurteilung, Promotion und

Übertritte an der Volksschule (Promotionsreglement) SRSZ 613.211

5 Wegweiser zur Gesetzgebung der Volksschule Kapitel X.1/5

6 Reglement über die kantonalen Spezialdienste der Volksschule SRSZ 614.211

7 GRB E2.8.2 vom 19. August 2009

8 Wegweiser zur Gesetzgebung der Volksschule Kapitel X.1/4

9

GRB E2.B vom 13. Mai 2009

10

GRB K3.1.1 vom 30. Sept 2009

11

Verordnung über die Volksschule SRSZ 611.210 § 7 Abs. 2

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