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travel. one

das Magazin für Reiseprofis

Ausgabe zwölf 14. Juni 2013

Specials in

dieser Ausgabe:

Lateinamerika

Wellness

Was das Ende von

GTI Travel und Sky Airlines

für die Touristik bedeutet.

Ab Seite 10

Die Folgen der Pleite

Interview

Airline-Berater

Gerd Pontius

Über die Gratwanderung

zwischen Verbraucherschutz

und Airline-Interessen. Seite 8


NEU

Alles richtig gemacht !

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Vieles günstiger als im Vorjahr!

Winter 2013/14

MALLORCA • ANDALUSIEN • MADEIRA

Winter 2013/14

TUNESIEN • MAROKKO • ZYPERN • TÜRKEI

Winter 2013/14

KARIBIK • BALI • THAILAND • SRI LANKA • MALEDIVEN MALEDIVEN • V.A. EMIRATE

Winter 2013/14

NEU

Eigenanreise

Winter 2013/14

U R L A U B W I E G E M A L T

U R L A U B W I E G E M A L T

DEUTSCHL AND · ÖSTERREICH

NIEDERLANDE · PoLEN


ausgabe zwölf.editorial

Unruhige Tage

Die bestimmenden Themen der vergangenen zwei Wochen

sind wahrlich nicht vergnüglich. Das Hochwasser, dessen

Welle sich von Süd nach Nord wälzte, hat viele Menschen

nicht nur kalt erwischt, sondern in ihrer Existenz getroffen.

Wenn man einem solchen Ereignis überhaupt eine positive

Erkenntnis abgewinnen kann, dann ist es wohl die, dass die

Bedrohung in den betroffenen Gebieten einen neuen Gemeinsinn

geschaffen hat. Statt sich nur um die eigenen vier

Wände zu kümmern, haben viele zusammen tatkräftig angepackt

und so versucht, die Wassermassen einzudämmen.

Das kann die Schäden nicht kompensieren. Aber es nährt die

Hoffnung, dass die Fragmentierung unserer Gesellschaft und

der ausschließliche Fokus auf die individuellen Interessen

doch nicht so weit gereift sind, wie oft angenommen wird.

Christian Schmicke

Chefredakteur

Das touristische Thema dieser Tage, die Pleite der Kayi

Group, hinterlässt neben vielen Geschädigten unter Kunden,

Hoteliers, Reisebüros, Veranstaltern und weiteren ehemaligen

Partnern auch eine ganze Reihe von Gewinnern, die sich

über eine Airline und einen Veranstalter weniger im Türkei-

Geschäft freuen. Wie hoch der Görgülü-Clan tatsächlich bei

seinen Geschäftspartnern in der Kreide steht und wie groß

das Ausmaß des Schadens insgesamt ist, wird sich wohl

erst in einigen Wochen zeigen.

In unserer Titelgeschichte analysieren wir, welche Auswirkungen

die große Pleite, um die es öffentlich bislang erstaunlich

ruhig geblieben ist, auf die Touristik hat.

Mailen Sie uns Ihre Meinung.

c.schmicke@travel-one.net

travel.one 14.6.2013 3


ausgabe zwölf.2013

Inhalt

16

24

Bild: ADAC/Deutsche Post Foto: Travel Charme Hotels & Resorts

puls

6 USA. Erneuter Besucherrekord.

8 Interview. Airline-Berater Gerd Pontius über die

möglichen Folgen einer Abschaffung des Vorkasse-Prinzips.

produkt

16 Wellness. Spa-Angebote in Familienhotels und Wellness-

Resorts richten sich verstärkt auch an kleine Gäste.

24 Fernbusse. Die Nachfrage wächst immer schneller – das ruft

auch neue Mitbewerber auf den Plan.

32 Airlines/Airports. Neue Service-Klassen bei SAS +++ Terminal

4 am New Yorker JFK eröffnet +++ KLM/Air France führen

WLan in Boeing 777 ein.

sales

titelthema

10 Pleite in der Türkei.

Welche Auswirkungen die Insolvenz von GTI

Travel und Sky Airlines auf die Branche hat.

Travel One liefert einen Überblick.

Titelbild: Shutterstock/Travel One

34 Deutsche Bahn. Das neue Vergütungsmodell

belohnt wieder leistungsstarke Agenturen.

36 Sabre. Startschuss für den mobilen Reiseführer.

destination

38 Lateinamerika. Nicaragua gilt rund 30 Jahre nach der

sandinistischen Revolution als touristischer Geheimtipp.

42 Kuba. In Havanna steigen Touristen aufs Dach.

exit

46 Peps. Schnäppchen für Touristiker.

47 TV-Tipps.

38

Foto: Martina Miethig

48 Leute. Das TUI-Personalkarussell dreht sich weiter.

49 Leserbriefe. Impressum.

50 Persönlich. Kareem Elouri, Deutschland-Chef von

Royal Jordanian Airlines.

4

14.6.2013 travel.one


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ubrik.thema

puls

Rekord-Besucherzahlen für die USA

n Die USA melden das vierte Jahr

in Folge einen Rekord bei den internationalen

Besucherzahlen.

2012 reisten rund 67 Millionen ausländische

Gäste in das Land, ein

Plus von 4,3 Millionen.

Diese Zahlen gab die International

Trade Administration, eine

Abteilung des Handelsministeriums,

auf der US-Tourismusmesse

International Pow Wow in Las Vegas

bekannt. Letztere firmiert nun

übrigens unter der Marke IPW. Die

Verantwortlichen im Ministerium

rechnen mit einem jährlichen Besucherzuwachs

von vier Prozent,

für 2013 erwarten sie eine Zahl von

69,4 Millionen.

Aus Deutschland kamen im vergangenen

Jahr knapp 1,9 Millionen

Besucher (plus drei Prozent). Damit

bleibt die Bundesrepublik der

fünftstärkste Markt hinter Kanada,

Mexiko, Großbritannien und Brasilien.

Die Länder, die 2012 am stärksten

zulegten, sind China (plus 35

Prozent), Kolumbien (plus 21 Prozent),

Venezuela und Argentinien

(beide plus 20 Prozent) sowie Brasilien

(plus 19 Prozent).

Als die mit großem Abstand am

stärksten wachsende Besuchernation

bezeichnen die Tourismusverantwortlichen

die Chinesen. Sie erwarten

ein Plus von 229 Prozent in

den nächsten sieben Jahren. Für

Westeuropa prognostizieren sie ein

Plus von acht Prozent, aus Deutschland

könnten 2018 rund 2,1 Millionen

Gäste in die USA reisen. Das

Überschreiten der Zwei-Millionen-

Marke wird 2016 erwartet.

Den IPW besuchen in diesem

Jahr rund 5.500 Teilnehmer aus 70

Ländern.

MX

Der Internationale

Pow Wow wurde

in Las Vegas

ausgerichtet

Foto: Las Vegas Convention and Visitors Authority

Hochwasser trifft Flusskreuzfahrtanbieter hart

Die Pegel der Flüsse stiegen Anfang Juni, vergleichsweise wenig Hochwasser

führte der Rhein (Foto), stark betroffen waren Elbe und Donau

Foto: Phoenix Reisen

n Diesen Juni vergessen die Anbieter von Flusskreuzfahrten sicher

so schnell nicht. Noch zu Redaktionsschluss war nicht absehbar,

wann ihre Schiffe auf Donau und Elbe wieder wie geplant fahren.

Das Hochwasser geht zwar allmählich zurück. Doch eine Sperrung

von Flussabschnitten wegen durchweichter Deiche und möglicherweise

beschädigter Schleusen könnten dafür sorgen, dass

die Normalität noch auf sich warten lässt, weiß Wiebke Harms, Geschäftsführerin

von Nicko Tours.

Alle Anbieter mussten in den vergangenen Wochen Kreuzfahrten

auf den beiden von Hochwasser stark betroffenen Flüssen

absagen und die Routen einiger Schiffe abändern. Der finanzielle

Schaden ist hoch. Benjamin Krumpen, Geschäftsführer von

Phoenix Reisen, rechnet damit, dass allein sein Unternehmen

rund zwei Millionen Euro Umsatz verliert.

6

14.6.2013 travel.one


thema.rubrik

Türkei-Proteste

schrecken Urlauber nicht ab

n Die seit Ende Mai anhaltenden Demonstrationen

und Ausschreitungen in türkischen Großstädten und

Urlaubszielen wie Antalya und Izmir haben bislang

so gut wie keinen Einfluss auf das Urlaubsverhalten

deutscher Reisender. Nach wie vor zähle die Türkei zu

den Rennern der Saison, meint Bjoern Conrad, zuständiger

Produktmanager bei Schauinsland Reisen.

In den Ferienregionen rund um Antalya, Izmir und

Dalaman gebe es keine Einschränkungen. Auch seien

derzeit keine Absagen von Ausflügen nötig, heißt es

beispielsweise von TUI. Von Istanbul ausgenommen

melden Veranstalter wie FTI, Schauinsland, TUI, Thomas

Cook und DER Touristik Köln zum Zeitpunkt des

Redaktionsschlusses weder Rückreisewünsche noch

Stornierungen. Vereinzelt habe es Nachfragen gegeben.

»Die Fragen beziehen sich darauf, ob es etwas zu

beachten gilt«, sagt Öger-Tours-Chef Björn Walther.

Und Rolf-Dieter Maltzahn, Leitung Touristik Flugreisen

DER Touristik Köln, fügt hinzu: »In Antalya sind die

großen Demonstrationen abgeflaut, am Platz der Republik

finden sich jeden Abend die Menschen ein, um

friedlich zu demonstrieren.«

Das Auswärtige Amt rät derzeit Reisenden Menschenansammlungen

in der Türkei zu meiden und sich

über die Medien auf dem Laufenden zu halten. YAF

Der Nachhaltigkeitspreis von Travel One

zeichnet besondere touristische Projekte aus

Jetzt bewerben für den

Nachhaltigkeitspreis

n Auch in diesem Jahr verleiht Travel One wieder den

Nachhaltigkeitspreis für die Touristik. Der Preis zeichnet

Initiatoren eines aktuellen Projekts aus, die sich

um die ökologische und soziale Bilanz des Tourismus

verdient gemacht haben.

Bewerben kann sich jedes Unternehmen der Touristikbranche

– ob Reiseveranstalter, Hotel, Fluggesellschaft,

Autovermieter, Bahnunternehmen, Kreuzfahrt-

oder Fährreederei, Zielgebietsorganisation

und nicht zuletzt auch der touristische Vertrieb. Beschreiben

Sie Ihr aktuelles Projekt mit maximal 3.000

Zeichen und schicken Sie die Bewerbung an Martina

Zang, m.zang@travel-one.net. Die eingereichten

Bewerbungen werden von einer unabhängigen Jury

bewertet, die sich aus renommierten Fachleuten zusammensetzt.

Einsendeschluss ist der 19. Juli.

Wetteifern um Nachwuchskräfte

Aktion an Schulen: Der DRV wirbt mit einem

Gewinnspiel um den touristischen Nachwuchs

n Der Deutschen Reise Verband (DRV) setzt seine Ausbildungs-offensive

weiter fort und wirbt nun an Schulen mit einem

Gewinnspiel. Schüler bekommen eine Postkarte mit einer Frage

und können die Antwort auf der Website www.tourismus

-azubi.de finden. Mit etwas Glück gewinnen sie einen Reisegutschein

von Sprachreiseveranstalter EF Education First oder von

Ruf Jugendreisen.

Mit seiner bundesweiten Aktion will der DRV junge Menschen

auf den Ausbildungsberuf der Tourismuskaufleute aufmerksam

machen und den Nachwuchs so zum Einstieg in die Reisebranche

motivieren. Auf der Internetseite werden sie über die Ausbildung,

alle notwendigen Voraussetzungen und Karrierechancen informiert.

Zudem erhalten sie hilfreiche Bewerbungstipps und Infos

zur Tourismusbranche.

travel.one 14.6.2013 7


interview.puls

Dürfen Airlines künftig noch bei der

Buchung kassieren, Herr Pontius?

Das Interview führte Christian Schmicke.

Gerd Pontius, Chef der Prologis AG,

leistet kaufmännische und technische

Beratung für Fluggesellschaften.

Von der Zentrale in Hamburg

und einer Niederlassung in Abu Dhabi

aus hat das Unternehmen bislang

für rund 20 Airlines von Air Berlin

über Ryanair bis Tuifly gearbeitet.

Das Interview führte

xxxxxxxxxxxxxx xxxxxx.

Die Verbraucherzentrale

Nordrhein-Westfalen klagt gegen

die Vorauszahlungspraxis von

sechs deutschen Fluggesellschaften.

Welche Folgen hätte es für die

Airlines, wenn die Klage

erfolgreich ist?

Pontius: Wenn die Rechtsprechung

es den Fluggesellschaften untersagt,

bei der Buchung den vollen

Ticketpreis zu kassieren, trifft das

vor allem Airlines mit schwachem

Eigenkapital und starken saisonalen

Nachfrageschwankungen hart.

Gerade Fluggesellschaften mit einem

hohen touristischen Anteil

und starker Saisonalität können

ihre Liquidität heute nur ganzjährig

aufrechterhalten, weil sie in

Phasen mit schwacher Auslastung,

also etwa im Januar, Zahlungen für

Sommerbuchungen erhalten. Ich

gehe davon aus, dass ein erheblicher

Teil der Fluggesellschaften in

einen kritischen Liquiditätsengpass

geraten. Fluggesellschaften wie beispielsweise

Lufthansa, die eher ein

Ergebnis-, aber kein Finanzierungsproblem

haben und zudem weniger

saisonabhängig sind, würde die

Entwicklung dagegen nicht so hart

treffen. Sie würden möglicherweise

sogar vom Ausfall einiger Mitbewerber

profitieren.

Die Kunden würden es sicher

begrüßen, wenn sie erst später

den gesamten Flugpreis zahlen

müssten. Wie bewerten Sie

das Thema?

Die Diskussion hat mehrere Dimensionen.

Einerseits lässt sich

argumentieren, dass eine Zahlung

des vollen Preises mehrere Monate

vor dem Abflug eine Art zinslosen

Kredit des Kunden an die Fluggesellschaft

darstellt. Andererseits

erkauft sich die Airline diese Vorauszahlung

durch einen geringeren

Preis und die langfristige

Zusicherung eines Sitzplatzes. Aus

Marktsicht ist zudem zu bezweifeln,

dass die Verbraucher davon profitieren,

falls durch eine gesetzliche

Änderung der Vorauskasse-Praxis

zahlreiche Airlines aufgeben müssten

und der Wettbewerb verringert

würde. Kritisch ist, dass hier zu

Lasten der Fluggesellschaften eine

Stellvertreterdebatte begonnen

wird. Denn die Vorauszahlungsthematik

berührt viele Branchen, etwa

die Bahn, Theater-, Konzert- oder

Sportveranstalter und auch die Hotellerie.

Die Entwicklung der Rechtsprechung

im Flugsektor wird eine

erhebliche Signalwirkung haben.

Warum richtet sich die Klage der

Verbraucherzentrale ausschließlich

gegen deutsche Airlines?

Zunächst ist wohl die Luftfahrt für

diese Initiative ausgewählt, da diese

Branche immer ein hohes Maß

an öffentlicher Aufmerksamkeit

bringt. Die Fokussierung auf die

Carrier, die hier registriert sind, ist

durch den Einflussbereich der Verbraucherschutzorganisationen

und

die Zuständigkeit der deutschen Gerichte

begründet. Ob man zum Beispiel

einer Ryanair, deren Sitz und

Buchungszentrale in Irland liegt,

entsprechende Vorschriften machen

könnte, ist mehr als zweifelhaft.

Das heißt, ausländische

Fluggesellschaften träfe eine künftige

Reglementierung gar nicht?

Die Konsequenzen einer gerichtli-

8

14.6.2013 travel.one


puls.interview

chen oder gesetzlichen Entscheidung

in Deutschland für die Carrier mit Sitz

im Ausland können nur Juristen bewerten.

Ich persönlich gehe aber davon aus,

dass eine solche nationale Regelung nur

für deutsche Airlines verpflichtend ist.

Allerdings höre ich von vielen unserer

ausländischen Kunden, dass sie die Entwicklung

außerordentlich aufmerksam

beobachten. Schließlich könnte die Entwicklung

in Deutschland einen Dominoeffekt

auf andere Länder vor allem in

der EU auslösen.

Die Fluggesellschaften finden sich in

jüngerer Zeit immer öfter im Visier von

Politik und Verbraucherschützern.

Was haben sie falsch gemacht?

Die Airline-Industrie hat aus meiner

Sicht über viele Jahre in der politischen

Diskussion oft zu passiv und wenig homogen

agiert. Kritischen Diskussionen

und Entwicklungen wurde gerne mit

der Hoffnung begegnet, es würde alles

nicht so schlimm oder man könne

ein Thema aussitzen. Dieses hat dazu

geführt, dass die Politik die Luftfahrt

weder als schützenswerte Schlüsselindustrie

noch als konstruktiven Diskussionspartner

sieht. Die Konsequenzen

erleben wir nun bei Fragen wie den

Passagierrechten, bei der Luftverkehrssteuer

oder beim Emissionshandel.

Und so könnte es uns auch in der Vorauszahlungsfrage

ergehen.

Glauben Sie, dass sich die

Verbraucherschutzorganisationen in

einer juristischen Auseinandersetzung

durchsetzen werden?

Ich bin kein Jurist, aber insgesamt hat

die Rechtsprechung der vergangenen

Jahre tendenziell die Verbraucherrechte

gestärkt. Deshalb halte ich es nicht

für sicher, dass sich die heutige Praxis

auf Dauer aufrechterhalten lässt. Darauf

sollten sich die Fluggesellschaften

einstellen.

Hintergrund

Nachdem Air Berlin, Condor, Tuifly, Germania, Germanwings und Lufthansa

bis zum Stichtag am 31. Mai keine Unterlassungserklärungen abgegeben

haben, will die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen nun

den Klageweg beschreiten. Die Verbraucherschützer hatten die Fluggesellschaften

abgemahnt, weil deren Praxis, bei der Buchung den vollen

Reisepreis zu kassieren, gegen das Prinzip »Geld gegen Ware« verstoße.

Zum einen sei das Geld der Kunden im Falle einer Insolvenz verloren, argumentiert

die Verbraucherzentrale. Und zum anderen hätten die Kunden

nach der Zahlung des vollen Reisepreises kein Druckmittel mehr, wenn die

Airline vertraglich vereinbarte Leistungselemente wie die Abflugzeit oder

den Abflugort ändere.

Gerichtsort sind jeweils die Firmensitze der Fluggesellschaften. Wann

es zu den Verfahren kommt, ist noch offen.

Welches wäre aus dem

Blickwinkel der Branche der

schlimmste denkbare Fall?

Der Worst Case wäre ein deutscher Alleingang,

bei dem die Vorauskasse-Praxis

für deutsche Fluggesellschaften für

unrechtmäßig erklärt wird. Dies würde,

ähnlich wie die Luftverkehrssteuer, die

ebenfalls auf nationaler Ebene eingeführt

worden ist, die Wettbewerbsfähigkeit

der deutschen Fluggesellschaften

massiv beeinträchtigen. Eine solche

Entwicklung gilt es unbedingt zu verhindern.

Mit welchen Mitteln?

Nur eine Lobbyarbeit aller betroffenen

Airlines mit einer Stimme sowie mit

einem konstruktiven Beitrag an der

kommenden Diskussion kann erreichen,

dass die Politik die Belange der

Luftfahrt bei zukünftigen Veränderungen

gesetzlicher Rahmenbedingungen

berücksichtigt. Eine kompromisslose

Schwarz-weiß-Position ist dabei ebenso

wenig hilfreich wie das pauschale

Negieren von Gegenargumenten.

Schließlich stellen auch die Verbraucherzentralen

nicht den Anspruch auf

Anzahlungen per se in Frage, sondern

deren Höhe. Am wichtigsten ist es

aber, zu erreichen, dass eine mögliche

Neuregelung nicht auf nationaler Ebene

durchgesetzt wird, sondern mindestens

im europäischen Kontext oder

noch besser darüber hinaus. Wenn das

nicht gelingt, erwarte ich für Deutschland

als Luftfahrtstandort erhebliche

Konsequenzen.

Wird die Pleite von Sky Airlines

zusätzliche Dynamik in die

Diskussion bringen?

Davon ist auszugehen. Grundsätzlich

hängt die Thematik um eine Airline-

Insolvenz aber nicht unmittelbar mit

der Frage zusammen, ob und in welchem

Ausmaß Fluggesellschaften einen

Anspruch auf Anzahlungen zum

Buchungszeitpunkt haben. Allerdings

werden beide Themen in der öffentlichen

Diskussion immer wieder vermischt.

Deshalb wird ein Präzedenzfall

wie die Pleite von Sky Airlines auch

Auswirkungen auf den Verlauf und die

Intensität der Debatte haben.

»Der Worst Case wäre ein nationaler Alleingang, der

die Vorauskasse-Praxis für unrechtmäßig erklärt.«

travel.one 14.6.2013 9


titelthema.gti-pleite

Das Ende

und die Folgen

Die Pleite der Kayi Group und ihrer Töchter Sky Airlines und GTI Travel hat die

Branche kalt erwischt. Travel One fasst die wichtigsten Konsequenzen zusammen.

Bescheidenheit zählte vermutlich

nie zu den besonderen Stärken

von Talha Görgülü. Gespräche

mit dem starken Mann am Ruder der

Kayi Group haben oder hatten meist ein

wenig Audienz-Charakter; unabhängig

davon, ob sie in seinem riesigen, opulent

geschmückten Büro im türkischen

Antalya oder andernorts stattfanden.

Zwischen zwei Zügen an der Wasserpfeife

oder Zigarette referierte Görgülü über

seine Lieblingsthemen – sich selbst,

sein Unternehmen, seine Visionen. Stets

freundlich, aber nie, ohne dabei die Gewissheit

zum Ausdruck zu bringen: »Wo

ich bin, ist oben.«

Auch für die Brüder Tahir und Isa

sowie den Schwager Hakan Katlandur

war Talhas Wort – zumindest in der

Öffentlichkeit – Gesetz. Katlandur verwaltete

den Veranstalter aus der Türkei

in Düsseldorf, während sich Tunc Özler,

der keine familiäre Bindung zum Clan

besitzt, zunächst meist hinter und in

den vergangenen Jahren immer öfter

auch vor den Kulissen um das eigentliche

Geschäft des Veranstalters und

um die Kontakte innerhalb der Branche

kümmerte.

Nach dem Aus.

Das ist nun zumindest auf absehbare

Zeit vorbei. Seit die Banken der angeblich

im mittleren zweistelligen

Millionenbereich verschuldeten Kayi

Group den Geldhahn zugedreht haben

und sämtliche Töchter abrupt den Geschäftsbetrieb

einstellten, ist Görgülü

aus der Öffentlichkeit verschwunden –

um seinen Aufenthaltsort ranken sich

Gerüchte. Was in den Tagen nach der

Pleite folgte, ist bekannt.

Zunächst ging es hierzulande um

akute Schadensbegrenzung. Für Kunden

der Tochter GTI mussten in der

Türkei Lösungen mit den von der Pleite

überraschten Hoteliers gefunden werden.

Für deutsche Gäste, die auf Sky-

Maschinen gebucht waren, musste der

Rücktransport organisiert werden.

Nach Aussage mehrerer Brancheninsider

klappte das insgesamt »ganz

anständig«. Allerdings verweigerte

mancher Hotelier, wohl aus Verärgerung

über den Schaden, den er durch

die Pleite erlitten hatte, GTI-Gästen

ihre bezahlten Übernachtungen. Deren

Zahlungen sind zwar durch die

Kundengeldabsicherung gültig, wie

auch der Insolvenzversicherer Hanse

Merkur immer wieder betonte. Doch

dem Versicherer waren zunächst die

Hände gebunden, weil die Kayi Group

anfangs nicht in der Lage war, in

Deutschland einen korrekten Insolvenzantrag

zu stellen.

Keine Überraschung?

Aus zahlreichen Kommentaren in den

ersten Tagen nach der Pleite sprach die

Überzeugung, das Ende sei absehbar

gewesen. In der Tat lassen sich rückblickend

eine Reihe von Indizien dafür

finden. Die Klagen von Reisebüros über

nicht gezahlte Provisionen waren Ende

vergangenen Jahres noch lauter vernehmbar

als in den Jahren zuvor. Und

dass die Einstellung des Geschäftsbetriebs

der Incoming-Agentur Kayitur

im März keine freiwillige strategische

Maßnahme darstellte, war wohl jedem

in der Touristik klar.

Mindestens zwei Faktoren sprechen

dennoch dafür, dass das Aus die Branche

insgesamt überraschend traf. Zum

einen treten die größten Liquiditätsschwierigkeiten

bei Veranstaltern und

Fluggesellschaften gewöhnlich früher

als kurz vor Beginn der Hauptsaison

auf. Denn durch die Anzahlungen und

eine steigende Zahl von Reisenden sollte

im Frühling eigentlich das schlimmste

überwunden sein. Daher kam die

Zahlungsunfähigkeit zu einem ungewöhnlichen

Zeitpunkt.

Zum anderen stellte sich heraus,

dass zahlreiche große Veranstalter Pas-

Bis zur Pleite unumstrittener Herrscher

der Kayi Group: Talha Görgülü

10

14.6.2013 travel.one


gti-pleite.titelthema

Kleiner

Kasten

JoGenis earcia quisquas et

maxim aliquas aut quam dolenit

quo quunditatem is dus

ullatem atium fugia id quat.

Ferum sequi dolecto doloreror

aut officta tiaectur? Bo.

Uscias minis sint.

Namusam, to dolupta quisquunto

ommoloremos dolores

eatempel ius et, aut idundes

dit quo earuptatem rendipit

odias doluptat.dolore,

sunt, apic torrum everum venimilliqui

ilibus sequ

Foto: Travel One

travel.one 14.6.2013 11


titelthema.gti-pleite

Designpreise, aber keine schwarzen Zahlen:

Hotel Adam & Eve, im Dezember 2012 wurde es verkauft

sagiere auf Sky Airlines gebucht hatten,

obwohl über deren Qualitätsstandard

eher die Nase gerümpft wurde. Warum

füllt man die Sitze einer Airline, die

von vielen als »überflüssig« charakterisiert

wird und über deren finanzielle

Schwierigkeiten schon seit Längerem

Gerüchte kursieren? Die Antwort liegt

wohl im intensiven Preiswettbewerb,

der das Türkei-Geschäft prägt. Sky Airlines

habe mit »unterirdischen« Preisen

gelockt, heißt es in der Branche. Am

Ende habe »die Gier nach günstigen

Plätzen alle Bedenken hinweggefegt«,

sagt ein Insider.

Fehlt nun Flugkapazität?

Welche Auswirkungen die Doppelpleite

von Airline und Veranstalter auf die

Sommersaison haben wird, wenn der

Schaden bemessen, die Kunden umgebucht

und die Wunden geleckt sind,

dazu kursieren unter den Veranstaltern

sehr heterogene Auffassungen.

Alltours-Chef Willi Verhuven spricht

von 400.000 fehlenden Flugsitzen im

Sommer und prognostiziert, es werde

keine Kurzfrist-Angebote für die

Türkei geben. Der Duisburger Nachbar

Schauinsland Reisen ist dagegen

überzeugt, dass die entstandene Lücke

schnell gefüllt wird. »Wir rechnen mit

einem leicht reduzierten Flugangebot

für die Hauptsaison«, sagt Unternehmenschef

Gerald Kassner. »Aber wir

sind zuversichtlich, dass sukzessive

Kapazität nachgekauft wird.« Schauinsland

werde »ein attraktives Kurzfristangebot

zur Verfügung stellen«.

Auch beim Last-Minute-Spezialisten

L’Tur hat man den Türkei-Sommer

keineswegs abgeschrieben. »Aktuell

verzeichnen wir für die Türkei ein gutes

Wachstum«, sagt Produktvorstand

Sven Schikarsky. Es gebe auch für die

Ferienzeit »genug Plätze«.

Die Thomas Cook Group, die nach

eigener Aussage keine Plätze bei

Sky Airlines gebucht hatte, will über

Öger Tours zusätzliche Kapazitäten

im Flug- und Hotelbereich auflegen,

»wenn die Nachfrage da ist«. FTI-

Geschäftsführer Ralph Schiller kann

ebenfalls keinen Engpass im Flugmarkt

feststellen. Und RTK-Chef Thomas

Bösl baut aus der Sicht des Reisebürovertriebs

auf Erfahrungswerte.

»Bislang hat sich noch immer jemand

gefunden, um Lücken im Türkei-

Geschäft zu schließen«, sagt er.

12

14.6.2013 travel.one


gti-pleite.titelthema

Gewinner und Verlierer.

Keine Frage – kurzfristig leidet unter

dem Untergang der Kayi Group jeder,

der dem Unternehmen Geld gezahlt hat,

ohne dass die Leistung schon erbracht

wäre. Dies trifft vor allem Veranstalter,

aber auch Kunden, die Nur-Flug- oder

Nur-Hotel-Buchungen abgeschlossen

haben. Zudem gibt es viele weitere ehemalige

Partner mit erheblichen offenen

Rechnungen, zum Beispiel Hoteliers und

Reisebüros. Die allermeisten Geschädigten

werden den Schaden abschreiben

müssen. Ihr Geld wiedersehen werden

früher oder später allein die Pauschalreisegäste

oder Nur-Flug-Bucher, die

einen gesonderten Flugticket-Schutz

abgeschlossen haben.

Hart trifft die Pleite sämtlicher Unternehmensteile

der Gruppe natürlich

Fotos: Kayi Group

vor allem die Mitarbeiter. 2.000 sollen

es bei der Holding und ihren Töchtern

insgesamt und 120 beim deutschen

Veranstalter in Düsseldorf sein.

Alle Airlines, die Richtung Türkei

aktiv sind, werden dagegen vom Aus

des preisaggressiven Mitbewerbers

zunächst profitieren – jedenfalls solange

kein neuer Spieler in die Lücke

vorprescht. Für die Veranstalter verringert

der Ausstieg des überwiegend im

Niedrigpreissegment gebuchten Konkurrenten

vorübergehend den Preisdruck

in der Türkei. Da die Nachfrage

für das Mittelmeerland auch in diesem

Jahr auf hohem Niveau bleibt, sollten

sich die Gäste, die zuvor mit GTI Travel

reisten, nun mehr oder weniger gleichmäßig

über die Platzhirsche verteilen.

In anderen Zielen war der Veranstalter

nicht so stark, sodass keine erhebliche

Markteinflüsse zu erwarten sind.

Offen ist, inwieweit die Insolvenz

von GTI und Sky das Kundenverhalten

beeinflusst. Bislang hält sich die

öffentliche Aufregung über das Thema

in engen Grenzen, weil die Hochwasserkatastrophe

im Süden und Osten

Deutschlands alle anderen Nachrichten

überlagert. Zieht die Debatte doch noch

weitere Kreise, dann hoffen vor allem

die großen Anbieter, von einem vermuteten

Vertrauensvorschuss der Kunden

zu profitieren. Dass TUI gestrandeten

GTI-Kunden in Ägypten jüngst öffentlich

unbürokratische Hilfe anbot und

Öger Tours und Thomas Cook sich beim

Rücktransport engagierten, ist wohl

nicht zuletzt vor diesem Hintergrund zu

sehen. Allerdings zeigten frühere Veranstalter-

und Airline-Pleiten von MP Travel

Line über Aerolloyd bis Bentour, dass

die Halbwertzeit eines erhöhten Sicherheitsbedürfnisses

bei den Kunden eher

kurz ist. Schnell tritt dann wieder der

touristische Alltag ein, der sich im Türkei-Geschäft

stets um den Preis dreht.

Längerfristige Effekte.

Bleibt die Frage, ob das Desaster rund

um den Türkei-Spezialisten neue Diskussionsthemen

in den Vordergrund

rückt oder in bestehende Debatten eine

neue Dynamik bringt. Mit Prognosen

dazu halten sich Veranstalter und Fluggesellschaften

eher zurück. Denn die

Fragen, die durch die Pleite aufgeworfen

werden, sind den meisten Akteuren

eher unangenehm. Dazu zählt etwa die

Forderung nach einer Kundengeldabsicherung

im Airline-Geschäft. Sie wird

durch den Niedergang von Sky Airlines

eine neue Dynamik erhalten.

Denn schon länger fordern Politiker

quer durch die Parteienlandschaft im

Einvernehmen mit Verbraucherschützern

eine Regelung zur Absicherung der

an die Airlines gezahlten Beträge. Eine

solche Absicherung, die sich etwa am

Insolvenzschutz bei Pauschalreisen orientieren

könnte, findet durchaus auch

bei Reisebüros, ihren Verbünden und

travel.one 14.6.2013 13


titelthema.gti-pleite

Sky Airlines betrieb zwischenzeitlich bis zu 17 Flugzeuge

Foto: Sky Airlines

Aufstieg und Fall

Über 25 Jahre erstreckt sich die Geschichte der türkischen

Kayi Group, die 1988 von dem Familienclan der

Görgülüs unter der Führung des ältesten Bruders Talha

gegründet wurde und am 3. Juni mit der abrupten Einstellung

des Geschäftsbetriebs ein unrühmliches Ende

fand. Seit 1994 war die Gruppe mit Sitz in Antalya mit

GTI Travel im deutschen Markt vertreten, in den Niederlanden

firmierte die Veranstaltermarke unter DTI. 2001

erfolgte die Gründung der eigenen Airline Sky. Daneben

betrieb die Gruppe zwischenzeitlich bis zu sieben Hotels

unter der Marke Riva, von denen sie sich in den Jahren

2007 bis 2009 wieder trennte.

2006 eröffnete die Kayi Group das Hotel Adam & Eve, das

einige Jahre mit dem Slogan »The Sexiest Hotel in the World«

warb. Dieser wurde 2010 fallen gelassen, angeblich weil

es mancherorts zur Verwechslung mit einem »Sex-Hotel«

gekommen sei. Die Zielgruppen für das Haus wechselten

häufig, zwischenzeitlich wurde das ganz in weiß gehaltene

Haus mit verspiegelten Zimmern sogar als Familienhotel

vermarktet. Ende 2012 verkaufte Firmenchef Görgülü

das Hotel an die Stone Hotels Group – um die Liquidität

seines Unternehmens zu sichern, wie er gegenüber

Travel One erklärte.

Seit 2001 war die Kayi Group mit Sky Airlines unterwegs.

Ab 2011 sollte German Sky Airlines zusätzlich

zum Türkei-Geschäft auch Ziele wie Ägypten und die Kanaren

bedienen. German Sky Airlines stellte den Flugbetrieb

Ende November 2012 ein.

Die Incoming-Agentur Kayitur, eine weitere Tochter, gab

ihr Geschäft im März 2013 auf. Angeblich stand sie allein

mit neun Millionen Euro bei Hoteliers in der Kreide.

Für GTI Travel weist die letzte veröffentlichte Bilanz aus

dem Jahr 2011 Umsatzerlöse von 184,1 Millionen Euro

und 1,85 Millionen Euro Stornoerlöse sowie einen Gewinn

von 318.000 Euro aus. Allerdings finden sich in der Bilanz

auch erheblich angestiegene Verbindlichkeiten.

Die Insolvenzanträge für GTI Travel, Buchmal Reisen und

GSA Air Broker liegen beim Amtsgericht Düsseldorf. Das

Gericht ordnete den Verfahren die Aktenzeichen 504 IN

107/13, 504 IN 108/13 und 504 IN 109/13 zu. Zum vorläufigen

Insolvenzverwalter wurde der Fachanwalt für Insolvenzrecht,

Dr. Dirk Andres, Kennedydamm 24, 40476 Düsseldorf,

bestellt.

www.andres-schneider.de

14

14.6.2013 travel.one


gti-pleite.titelthema

im Lager der Veranstalter

ihre Fürsprecher. Und es ist

durchaus denkbar, dass die

bevorstehenden Bundestagswahlen

den politischen

Prozess zu ihrer Durchsetzung

beschleunigen.

Weitere Dynamik

könnte auch in die Debatte

um die herrschende Vorauskasse-Praxis

der Fluggesellschaften

kommen

(mehr dazu im Interview

auf Seite 8). Obwohl ein

unmittelbarer juristischer

Zusammenhang zwischen

der grundsätzlichen Frage

der Legitimität von Anzahlungen

und der Insolvenzproblematik

eher nicht besteht,

liefern geschädigte

Flugkunden den Verbraucherzentralen

im Kampf

gegen langfristige Anzahlungen

des vollen Flugpreises

rhetorische Munition.

Schließlich und endlich

könnten auch Forderungen

nach einer Absicherung der

Reisebüros gegen Provisionsverluste

wieder auf die

Agenda gelangen. Dass der

Vertrieb eine solche Regelung

begrüßen würde, steht

wohl außer Frage. Schwierig

dürfte sich allerdings

die Debatte darum gestalten,

wer eine solche Ausfallversicherung

finanziert.

Für die Touristik sind

diese Aussichten ein zweischneidiges

Schwert. Einerseits

sympathisieren

viele in der Branche, gerade

vor dem aktuellen Hintergrund,

durchaus mit einer

verstärkten Absicherung

gegen die Risiken von Insolvenzen.

Andererseits

müssten diese am Ende

von den Kunden finanziert

werden, wenn sie nicht zu

Lasten der ohnehin nicht üppigen

Margen von Reisebüros,

Veranstaltern und Fluggesellschaften

gehen sollen.

Dadurch steigen die Preise.

Diese Aussage knüpft wiederum

unmittelbar an den Beginn

der Geschichte an. Denn

jenseits aller Debatten um die

Verantwortung für den Untergang

der Kayi Group zeigt das

Drama auch, dass es schon

heute nicht jeder Anbieter in

dem Wachstumsmarkt Türkei

schafft, die Preise durchzusetzen,

die er benötigen würde,

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travel.one 14.6.2013 15


produkt.thema

produkt.wellness

Kleine Schönheiten

Kinder in Spas – keine Seltenheit mehr. Wellness-Resorts und Familienhotels animieren

ihre jungen Gäste zu Gesichtsmasken, Massagen und Pflegebädern.

Das ist immer sehr schön«, sagt Vanessa.

Und dass sie dabei still sitzen

muss, stört sie überhaupt nicht.

Schokolade ist schließlich klasse – egal in

welcher Form: Die Sechsjährige darf sich

manchmal einen Kindertraum erfüllen und

sich von oben bis unten mit der braunen

Masse einschmieren lassen.

»Die meisten Mädchen und Jungen genießen

das«, weiß Vanessas Großmutter,

Elke Diezinger. Seit sie sich dazu entschloss,

im Familienklub Krug in Warmensteinach

Massagen für Kinder anzubieten, schickt

sie hin und wieder ihre Enkel in den hauseigenen

Spa. »Wenn ihnen die Behandlung

gefällt, gefällt sie auch anderen«, meint Diezinger,

die gemeinsam mit ihrem Mann das

Familotel im Fichtelgebirge betreibt. Und offenbar

liegen ihre Testpersonen richtig: Das

Zusatzangebot kommt gut an. »Kinder, die

unsere Massagen einmal ausprobiert haben,

fragen beim nächsten Aufenthalt wieder danach«,

erzählt Diezinger.

Geldmacherei?

Erst gehörte fast ausschließlich Frauen die

Aufmerksamkeit, dann kamen Männer als

potenzielle Kunden hinzu und schließlich

folgten die Jüngsten der Gesellschaft: Immer

mehr Hotels entdeckten in den vergangenen

Jahren Kinder als Zielgruppe für Wohlfühlanwendungen.

Sowohl Wellnessresorts

als auch Häuser für Familien erweiterten

ihr Angebot und hatten plötzlich Massagen,

Fruchtige Maske: Im Travel Charme auf

Usedom gehören Kinder zu den Kunden

des Wellnessbereichs

Fotos: Travel Charme Hotels & Resorts

16

14.6.2013 travel.one


wellness.produkt

thema.produkt

Gesichtsbehandlungen und Maniküren für

kleine Gäste im Programm. Ein Trend, der

offenbar aus den USA nach Europa schwappte.

In den Vereinigten Staaten gelten Kinder

schon länger als Konsumenten, in die es sich

zu investieren lohnt. Da drängen sich natürlich

Fragen auf: Handelt es sich um reine

Geldmacherei auf Kosten der kindlichen

Psyche? Um Auswüchse eines Schönheitswahns

à la Germany , s Next Topmodel?

Jein, meint Catharine Banach, stellvertretende

Vorsitzende des Deutschen Wellness

Verbands (Interview Seite 20). Denn auf

das Maß komme es an. Hin und wieder eine

Massage oder eine Bäderbehandlung schade

nicht. Die Kinder entdeckten so ihren Körper

und lernten die natürliche Pflege kennen.

Verbringen sie aber zu viel Zeit im Spa, könne

das insbesondere bei Mädchen zu einer

Fixierung auf den Körper führen.

Doch wo liegen die Grenzen? Der Familienklub

Krug im Fichtelgebirge beschränkt

sich bislang auf eine Babymassage und

zwei 20-minütige Massagen für Kinder wie

Vanessa – mit Schokolade und mit Edelsteinen.

Die Villa Kennedy in Frankfurt geht

einen Schritt weiter. Das Fünf-Sterne-Haus

der Rocco Forte Hotels wirbt mit fruchtigen

Gesichtsmasken, Rosenblatt-Milchbad und

»Princess Make-up«. Und auch im Waldschlösschen

im Ostseebad Prerow gibt es

nicht nur Massagen – Maniküre für »kleine

Prinzessinnen und Prinzen« sowie Peelings

für Teenies gehören zum Angebot des Wellnessbereichs.

Ein weiteres Beispiel ist das

Travel Charme in Bansin auf Usedom: Eltern

können für ihren Nachwuchs verschiedene

Beauty-Pakete buchen und sogar Vierjährigen

die Fingernägel lackieren lassen.

Als besonderes Extra.

Anke Budde findet das völlig in Ordnung.

»Ich gehe meist ungeschminkt aus dem

Haus und gehöre wahrlich nicht zu den

Frauen, die ihren Töchtern die Nägel lackieren«,

betont die Inhaberin von Budde

Urlaubsreisen. Trotzdem kann sie sich für

Schönheitsbehandlungen begeistern. Nach

der Geburt ihres Sohnes schnappte sie ihre

damals vierjährige Tochter und besuchte

mit ihr einen Spa. »Als kleines Highlight für

die Maus«, erklärt die Reisverkehrskauffrau

Gestylt wie die Großen – Mädchen lassen

sich die Fingernägel lackieren

aus dem rheinland-pfälzischen Bretzenheim.

Die Mutter erhielt eine Massage, die

Tochter aalte sich in einem Schokobad.

Anschließend bekamen die Zwei die Fingernägel

lackiert. »Ich glaube nicht, dass

Wellness bei Kindern zu einem Schönheitswahn

führt«, meint Budde und ergänzt:

»Und wenn doch, dann liegt das in

der Regel an den Eltern.«

Die Reisebüroinhaberin, deren Steckenpferd

der Familienurlaub ist, bucht

regelmäßig für Kunden Hotels, die auch

Wellness für Mädchen und Jungen anbieten.

Vor allem zwischen November und

April sind die Häuser gefragt. »Insbesondere

bei Eltern mit Kleinkindern«, stellt

Budde fest. Sie wollen in die Sauna und

dabei die Möglichkeit haben, ihre Sprösslinge

mitzunehmen. Bei Müttern und

Vätern mit älterem Nachwuchs dagegen

lässt das Interesse nach, so die Erfahrung

der Reiseverkäuferin. »Die meisten machen

es dann so wie ich – als besonderes

Extra«, erklärt sie. Schlichtweg auch aus

einer Erkenntnis heraus: »Es kommt alleine

auf die gemeinsame Zeit an, ich hätte

mit meiner Tochter damals auch in den

Tierpark gehen können.«

travel.one 14.6.2013

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produkt.thema

produkt.wellness

On Nordic Walking oder Schwimmen: Einige Hotels wollen Kinder

dazu bringen, sich mehr zu bewegen

Veranstalter halten sich zurück.

Die wohl doch eher verhaltene Nachfrage

schreckt Veranstalter offenbar

ab, Programme für Kinder in den Wellness-Katalogen

auszuschreiben. Weder

bei TUI, Fit Reisen und Dertour noch

Foto: Villa Kennendy Foto: Sporthotel Achensee

bei Thomas Cook und Neckermann

gibt es buchbare Pakete. Bei Letzteren

nicht, weil nicht klar sei, ob Massagen

für den Kinderkörper gut seien oder

nicht. Und bei Dertour nicht, weil »viele

Eltern sich scheuen, solche Angebote

zu nutzen oder im Vorfeld zu buchen«,

sagt Produktleiterin Katrin Holzbrecher.

Die Mütter und Väter entschieden

sich oft erst vor Ort, wenn sie sich von

Qualität und Sinnhaftigkeit überzeugt

hätten.

Der Veranstalter spart das Kapitel

allerdings nicht komplett aus. Bietet ein

Hotel Wellness für Kinder an, weist er

im Familien-Katalog darauf hin. Ähnlich

verfährt Airtours. Die TUI-Marke

preist in den verschiedenen Katalogen

zwar Anwendungen wie »Blubber-Fußbad«

und »Ice Cream Spa« an. Buchbar

sind sie aber nur in den Hotels selbst

– da es zu komplex sei, die vielen Wellness-Programme

sämtlicher Häuser in

das Reservierungssystem einzupflegen.

Airtours ermöglicht Eltern allerdings,

Termine zu reservieren.

Bewegung als Element.

Gäste des Sporthotels Achensee betrifft

das nicht. Wellness für Kinder ist dort

Bestandteil des Betreuungsangebots

und somit inklusive. Das Haus in Tirol

zählt in dem Segment zu den Vorreitern.

Bereits vor elf Jahren beschäftigten

sich Geschäftsführerin Brigitte Hlebaina

und ihr Team damit. Sie hatten

festgestellt, dass die Kleinen es mögen,

wenn ihnen bei entspannender Musik

mit Orangen der Rücken massiert wird.

Inzwischen lädt das Hotel zu Fußreflexzonenmassagen

und Gesichtsbehandlungen

mit Gurkenscheiben. »Das

hat nichts mit dekorativer Kosmetik zu

tun«, betont Hlebaina. Die Kinder sollen

spielerisch lernen, sich zu pflegen – und

dies erst ab einem Alter von sechs Jahren

und ausschließlich in der Gruppe.

Und sie sollen lernen, sich zu bewegen

und richtig zu ernähren. Für Hlebaina

gehören auch Wanderungen, Yoga-

Übungen und Nordic-Walking sowie der

lockere Unterricht über Lebensmittel zu

Wellness. »Schließlich haben viele Kinder

Übergewicht und wissen oft nicht,

was sie überhaupt essen«, sagt die Österreicherin

und unterstreicht: »Es ist

wichtig, von klein auf ein Bewusstsein

18

14.6.2013 travel.one


thema.produkt

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travel.one 14.6.2013 19


produkt.thema

produkt.wellness

Was haben Kinder in einem Spa

verloren, Frau Banach?

Das Interview führte Petra Hirschel.

Catharine Banach ist stellvertretende

Vorsitzende des

Deutschen Wellness Verbands.

Sie vertritt eine Organisation,

die Wellness als aktive

Gesundheitsstrategie begreift.

Immer mehr Hotels bieten Wellness

für Kinder an. Was halten Sie von

dieser Entwicklung?

Banach: Versteht man Wellness als

einen Lebensstil des genussvoll gesunden

Lebens, als eine lebenslange

Strategie zur nachhaltigen Steigerung

der Lebensqualität, so ist es

nur förderlich, dies früh genug zu

üben. Betrachtet man aber eine

Wellness-Anwendung als ein Verkaufsprodukt,

dann sind Eltern

schlecht beraten, solch ein Konsumgut

für Kinder einzukaufen, anstatt

ihnen Zuwendung und dadurch ein

Wohlgefühl zu geben.

Was aber fördert den, wie Sie sagen,

Lebensstil des genussvollen gesunden

Lebens und was nicht?

Sinnvoll ist Bewegung in der Natur,

Programme, die das Miteinander sowie

die Kreativität fördern, die

Sinne und Wahrnehmung schärfen.

Dem kindlichen Spaß am Toben und

spannenden Entdeckungen kann

daher sicherlich ein Aufenthalt in

der Natur oder auf einem Bauernhof

mehr gerecht werden als ein Urlaub

in einem Wellnesshotel.

Sollten Eltern also davon Abstand

nehmen, für ihre Kinder Massagen,

Gesichtsbehandlungen oder

Wohlfühlbäder zu buchen?

Ein gesundes Maß mag Spaß machen.

Bei gut konzipierten »Prinzessinnen-Programmen«

lernen Mädchen,

ihre Schönheit zu lieben und

den Selbstwert zu zelebrieren, achtsam

mit sich selbst zu sein. Eine

Massage oder Bäderbehandlungen

schaden sicher nicht, solange sie

nicht stilisiert werden. Doch ein Zuviel

an Schönheitsbehandlung

macht Mädchen zu Barbies, zu verwöhnten

Luxusgören. Das Kind soll

möglichst schön und perfekt sein,

nicht im Matsch spielen, sondern im

Blütenbad entspannen. Die Gefahr,

eine narzistische Störung zu entwickeln,

liegt hier doch nahe.

Ihr Tipp für Eltern, die als Familie

einen Wellnessurlaub machen

möchten?

Sie sollten besser nach einem Familienhotel

mit Wellnessbereich als

nach einem Wellnesshotel mit Familienbereich

suchen. Auch weil Kinder

das Recht auf ganz andere Bedürfnisse

als Eltern haben. Für Hoteliers

ist es eine besondere Herausforderung,

die Bedürfnisse von Eltern,

die eher Ruhe und Entspannung

suchen, und die von Kindern,

die in Action in ihrem Element sind,

zu vereinen. Die Versuche, beides

unter einen Hut zu bringen, scheitern

häufig an Konflikten und Beschwerden,

etwa wegen Lärm im

Spa. Und der fehlende Respekt im

Umgang miteinander zerstört ja

bekanntlich jede Harmonie, die

schließlich nicht zuletzt das Kernangebot

der Wellnessbranche ist.

»Ein Zuviel an Schönheitsbehandlungen

macht Mädchen zu verwöhnten Luxusgören«

20

14.6.2013 travel.one


wellness.produkt

thema.produkt

Erholung am Indischen Ozean: das Royal Palm auf Mauritius

Wellness-Infos im Web

Foto: Beachcomber

Zur Kur nach

Tschechien

n Die tschechischen Kurorte sind

seit Langem eine feste Größe im

Programm von Fit Reisen. Für

dieses Jahr stockte der Veranstalter

sein Portfolio dort nochmals

um zwei Häuser auf. Dabei handelt

es sich um das Hotel Reza in Franzensbad

sowie um das Cristal Palace

in Marienbad. Die Gäste der beiden

Vier-Sterne-Anlagen können

sich für Heilkuren entscheiden,

die von den Krankenkassen bezuschusst

werden.

n Welcher Beachcomber-

Spa mit welchem Angebot

aufwartet, erfahren Interessenten

auf der Internetseite

der Hotelgruppe. Das

Unternehmen aus Mauritius

hat seinen Auftritt im

Web überarbeitet und präsentiert

sich in neuem Design.

Die Infos können auch

mit Smartphones und Tablets

abgerufen werden.

Die Gruppe stattete

ihre sechs Fünf-Sterne-

Häuser – fünf befinden sich

auf Mauritius, eines auf den

Seychellen – mit weitläufigen

Spas aus. Das Royal

Palm an der Nordwestküste

von Mauritius sowie das

Dinarobin auf der Le-Morne-Halbinsel

zum Beispiel

empfangen ihre Gäste in

einem 2.000 Quadratmeter

großen Wellness-Areal.

Es gibt unter anderem Saunen,

Hamams und einen

Bereich für Ayurveda. Das

Dinarobin hat zudem einen

Meditationsraum, und das

Royal Palm verfügt über

Doppel-Massageräume mit

japanischem Bad. Beide

Häuser bieten ihren Gästen

auch Yoga an.

Beachcomber arbeitet

in den Spas seit elf Jahren

mit der französischen Kosmetikfirma

Clarins zusammen.

Die beiden Partner

engagieren sich nach eigenen

Angaben in Sachen

Nachhaltigkeit. So würden

etwa Produkte aus Pflanzenextrakten

verwendet.

Neu im Programm: Das Hotel Reza in

Franzensbad verfügt über eine Salzgrotte

Foto: Fit Reisen

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travel.one 14.6.2013 Association. Limitiertes Angebot. Zwischenverkauf, Preisänderungen und Druckfehler vorbehalten. 21


produkt.thema

produkt.wellness

Jacuzzi mit Meerblick: Die Diadema soll einen großen Wellnessbereich erhalten

Wohlfühlen auf hoher See

n Das Thema Wellness soll bei Costa Crociere

in Zukunft eine noch wichtigere Rolle

spielen als bisher. Die Reederei nutzt

das Mehr an Platz auf der Costa Diadema,

um den Spa zu vergrößern. Auf dem künftigen

Flaggschiff ist eine Fläche von 7.800

Quadratmetern für den Wellnessbereich

inklusive Sportareal reserviert.

Die Costa Diadema wird derzeit auf

der italienischen Werft Fincantieri gebaut.

Von November 2014 an sollen mit dem

dann größten Kreuzfahrtschiff der Carnival-Tochter

bei jeder Reise bis zu 4.947

Passagiere in See stechen.

Der künftige Spa soll sich im vorderen

Teil der Diadema befinden, auf den Decks

elf, zwölf und 14, und über ein Thermalbad,

ein Thalassotherapie-Pool, ein Saunaareal,

Whirlpools, ein Solarium sowie

Räume für Massagen und Behandlungen

verfügen. Zudem plant Costa auf Deck 15

einen Außen-Wellness-Bereich, wo sich

die Gäste entspannen oder an Yoga-Kursen

teilnehmen können.

Foto: Costa Kreuzfahrten

Gemeinsam

entspannen

n Wer den aktuellen Vital-Katalog

von TUI aufschlägt, findet darin

mehr Angebote für Paare als zuvor.

Denn Wellness zu zweit liege klar

im Trend, betont der Veranstalter.

Auf die gestiegene Nachfrage

hat sich beispielsweise das bei TUI

buchbare Gut Ising am Chiemsee

eingestellt. Das Hotel schnürt für

Paare ein Paket, das eine Ganzkörpermassage

und ein Vollbad in einer

abgetrennten Lounge enthält.

Zudem erhalten die beiden Gäste

Champagner und Pralinen.

Foto: TUI

Millionenprojekt

in Bad Elster

n Die Eröffnung ist für den Sommer

nächsten Jahres geplant: Im

Zentrum von Bad Elster soll ein

neues Thermalsolebad und das

erste Vier-Sterne-Hotel des vogtländischen

Kurortes entstehen.

Die Sächsische Staatsbäder-Gesellschaft

sowie Investoren aus

Deutschland und Österreich wollen

30 Millionen Euro in das Projekt investieren.

Eine 2009 erschlossene Solequelle

soll das neue Bad speisen.

Der Ort hofft, durch den Ausbau an

Attraktivität zu gewinnen.

www.saechsische-staatsbaeder.de

updates

Scheidegg im Allgäu organisiert

bis November jeden Monat eine Heilwoche.

Gäste des Ortes können an jeweils

fünf aufeinander folgenden Wochentagen

gemeinsam wandern, eine

Schwitzhütte nutzen oder sich mit

den Themen Heilkreis und Medizinrad

beschäftigen.

www.scheidegg.de

Das Thermalbad des baden-württembergischen

Bad Überkingen erstrahlt

in neuem Glanz. Es wurde modernisiert

und erweitert. Die Renovierungsarbeiten

dauerten 13 Monate.

Die Spessart-Therme in Bad Soden-Salmünster

empfängt ihre Besucher

in einem umgestalteten Wellnessbereich.

Gleichzeitig bietet sie

neue Pauschalen an, zum Beispiel

ein Arrangement für Paare mit zwei

Übernachtungen.

Das Castello del Nero in der Toskana

nutzt das selbst hergestellte

Olivenöl nicht nur in der Küche. Das

Fünf-Sterne-Hotel setzt es auch für

Massagen und Peelings ein. Das Haus

liegt zwischen Florenz und Siena.

www.castellodelnero.com

22

14.6.2013 travel.one


wellness.produkt

thema.produkt

Ayurveda in vier Abstufungen

Gehört zu einer Ayurveda-Kur: die

Stempelmassage mit Heilkräutern

Foto:

n Welches Ayurveda-Resort entspricht den Wünschen

meines Kunden? Damit Reisebüromitarbeiter diese Frage

leichter beantworten können, ordnet Neue Wege die

von dem Veranstalter angebotenen Häuser nun vier Kategorien

zu.

Unter »Ayurveda relaxed« sind Hotels für Kunden zu finden,

die eine sanfte Kur favorisieren und während ihres Aufenthalts

Zeit für Ausflüge haben wollen. Entspannt kann die

Kur auch in Häusern der Kategorie »Ayurveda vom Feinsten«

sein. Der Unterschied ist aber, dass es sich bei den Anlagen

um Resorts handelt, die in ausgefallenen Gebäuden untergebracht

sind – beispielsweise in einem historischen Palast

– und schlichten Luxus versprechen. Eine richtige Kur erwartet

Kunden, die Hotels mit dem Emblem »Ayurveda intensiv«

wählen. Die Betreiber folgen konsequent der indischen

Heilkunst, so Neue Wege. Eine weitere Steigerung bieten

die drei »Ayurveda-Hospitals« im Programm des Veranstalters.

Sie hätten sich komplett der alten Lehre verschrieben,

ein touristisches Programm gibt es nicht.

Pakete für

Damengrüppchen

n 15 Häuser aus dem Katalog von Neckermann Care wenden

sich gezielt an Frauen, die zusammen einige Wellness-Tage verbringen

wollen. »Die Angebote sind so angelegt, dass die Damengrüppchen

gemeinsame Behandlungszeiten haben«, erklärt

Catrin Stoppa, die als Senior-Produktmanagerin für das

Wellness-Programm des Veranstalters verantwortlich ist.

Ein Beispiel: Das Trihotel am Schweizer Wald in Rostock inkludiert

in das Paket eine Gesichtsbehandlung, eine Farbberatung

sowie eine Pyjama-Party mit Fingerfood.

Royal Palm_Layout 1 6/5/13 1:20 PM Page 1

Foto: Neckermann

Pyjama-Party:

Das Trihotel serviert

den Frauen

Fingerfood und

Prosecco

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BeachcomberHotels


produkt.busreisen

ADAC/Post: Geplant sind zum Start die fünf Strecken Köln/Bonn – Frankfurt – München,

Bremen – Hamburg – Berlin, Köln – Dortmund – Berlin, Berlin – Leipzig – Dresden,

Frankfurt – Nürnberg – München. Der Ausbau auf 30 Städte bis Frühjahr 2014 soll danach folgen

Bild: ADAC/Deutsche Post

Die Netze werden enger

Die Fahrt mit dem Fernbus wird immer bekannter und

beliebter. Die Investitionen ins Marketing zahlen sich aus.

Der 1. Januar 2013 war für den

innerdeutschen Busfernverkehr

ein historisches Datum,

denn mit dem Jahreswechsel stand

dieses Verkehrssegment allen offen,

das Monopol der Bahn war aufgehoben.

Diese sich ergebende Chance

nutzten insbesondere junge Unternehmer,

um ins Wirtschaftsleben zu

starten, und gründeten neue Firmen.

Doch neben den Jungunternehmern

sehen auch finanzkräftige Wettbewerber

die Fernbusse als Wachstumsmarkt.

Das Wachstum wird aber nicht

nur durch die nackten Zahlen der Linienbetreiber,

sondern auch bei der

Betrachtung der Streckennetze deutlich,

denn diese dehnten sich in den

ersten knapp sechs Monaten immer

weiter aus, bei einigen Anbietern in

einem geradezu rasanten Tempo.

Dieses wird auch nicht langsamer, im

Gegenteil, die Zahl der Strecken soll

in den kommenden Wochen und Monaten

ständig ansteigen. Immer wieder

ist von Anbietern zu hören, dass

sie keine Streckenkarte herausgeben

können, da sich die Zahl der Routen

»fast täglich ändert«. Hier tun sich

besonders die Anbieter Mein Fernbus

und Flix Bus hervor, die entweder

bereits bestehende Strecken verlängern,

um neue Zwischenhalte ergänzen

oder aber ganz neue Fahrtziele

ins Programm nehmen.

Beide haben sich einiges vorgenommen

und entsprechende Zahlen

im Businessplan stehen. Mein Fernbus

fährt derzeit auf 21 Strecken mit 80 Zielen,

bis zum Jahresende will Geschäftsführer

Torben Greve mit seinen Geschäftführungskollegen

die Zahl der Ziele auf 130 Städte

steigern. Und auch André Schwämmlein,

Geschäftsführer von Flix Bus, plant den

Ausbau. Er ist mit den Passagierzahlen der

derzeit betriebenen 20 Linien mehr als zufrieden:

»Flix Bus hat das anfangs gesetzte

Jahresziel schon jetzt, drei Monate nach

dem Start, beinahe erreicht. Wir konzentrieren

uns aber weiterhin auf die Einführung

von neuen Verbindungen und eine

Taktverdichtung auf den beliebten Strecken.«

Marketing ist entscheidend.

Doch nicht nur die beiden sind aktiv, der

Markt lockt auch weitere neue Mitspieler

an. Anfang April schickte City2City, ein

Tochterunternehmen der britischen Fernbusgesellschaft

National Express, die ersten

Busse auf Deutschlands Straßen. Nach

24

14.6.2013 travel.one


usreisen.produkt

Aussage von Geschäftsführer Roderick Donker

van Heel mit einem sehr guten Start. »Wir haben

im ersten Monat 10.000 Tickets für jeweils

fünf Euro angeboten. Damit wollten wir keinen

Preiskrieg anzetteln, sondern die Kunden

auf unser Produkt aufmerksam machen. Das

ist uns gelungen«, sagt er. Er verwahre sich gegen

Vorwürfe, es sei Lohndumping betrieben

worden.

Dabei stellt Donker van Heel in den ersten

Wochen bereits ein anderes Kundenverhalten

als in Großbritannien fest. »Wir haben in

Deutschland ein anderes Publikum als auf der

britischen Insel und in Spanien. Hierzulande

nutzen viele unsere Busse, die bislang noch

nie mit diesem Verkehrsmittel gereist sind.«

Gespannt ist er auf den kommenden Sommer.

»Er ist für uns schwer einzuschätzen.« Umso

wichtiger sei es, Werbung zu betreiben.

Um Aufmerksamkeit zu erregen, hat sich

Flix Bus mit der Bild-Zeitung einen Partner mit

einem hohen Bekanntheitsgrad an Bord geholt.

Dabei setzen die Münchener ebenfalls auf

den Preis als Trumpf, denn über das Massenblatt

werden Fahrkarten für einige Strecken

für fünf Euro angeboten. Für Städtereisende

gibt es nun ein Paket mit drei Übernachtungen

in Hamburg, gemeinsam mit Hamburg Tourismus

entwickelt. Mein Fernbus will die Kunden

auf andere Art und Weise ansprechen und mit

Duisburg Essen

Dortmund

Düsseldorf

Köln

FRA

CGN

Frankfurt/Main

Stuttgart

Augsburg

München

City2City: Drei Strecken, die an sieben Tagen

fünfmal pro Tag angeboten werden. Zwei weitere

Routen folgen am 1. Juli. Die nächste Phase startet

im Oktober, die genauen Daten sind noch offen.

Die Fahrzeuge sind ausschließlich Busse von

Mercedes-Benz. www.city2city.de

Foto: City2City

travel.one 14.6.2013

25


produkt.busreisen

Mein Fernbus: 21 Linien (Ende Mai), zum Streckennetz gehören insgesamt 80 Städte in Deutschland sowie Zürich. Bis Jahresende sollen

weitere Linien folgen, die Zahl der Städte auf 130 steigen. Im Einsatz sind derzeit 76 Busse, die von lokalen und regionalen Partnern betrieben

werden. Die Zahl der Partner liegt bei 29. Der Kundenservice ist seit Anfang Juni 24 Stunden erreichbar. www.meinfernbus.de

dem Partner Car2go für An- und Abfahrt

zu den Busbahnhöfen sorgen. Bis Ende

Juni gibt es für Kunden des Carsharing-

Anbieters in Berlin, Hamburg, Köln,

Düsseldorf oder Stuttgart eine Freifahrt

im Mein-Fernbus-Netz. Kunden des Busunternehmens

erhalten Rabatt für die

Autonutzung und 30 Freiminuten. Die

Kooperation mit Car2go ist langfristig

angelegt, auch in Zukunft planen beide

Partner weitere Aktionen dieser Art.

Gelbe Postbusse kommen.

Mit den Kooperationen und Marketingaktionen

wollen sich alle eine höhere

Aufmerksamkeit bei den Endkunden

verschaffen, aber auch gleichzeitig natürlich

ihre Marktposition festigen. Dies

nicht nur gegenüber den derzeitigen

Konkurrenten, sondern auch für zukünftige,

und da müssen sich alle auf

einen größeren und finanzkräftigen

Mitspieler einstellen. Denn von Anfang

November an rollen in einem Gemeinschaftsunternehmen

von ADAC und

Deutsche Post wieder gelbe Postbusse

über Deutschlands Straßen.

Angst vor diesen Fahrzeugen hat

aber keiner der Konkurrenten, alle erwarten

den Start nach außen hin ruhig

und gelassen. Bei Flix Bus sehen sich

die Verantwortlichen gegenüber einem

Unternehmen dieser Größe im Vorteil:

»Wir können sehr viel schneller auf

den Markt reagieren als ein Konzern.

Die Kombination aus unserem starken

Partnernetzwerk und der Nähe zur Zielgruppe

dank unseres jungen und motivierten

Teams sind weitere Vorteile«,

sagt Geschäftsführer Jochen Engert.

Mein-Fernbus-Geschäftsführer Torben

Greve warnt aber vor einer möglichen

Quersubventionierung des Busbetriebs

durch Überschüsse aus dem

Briefmonopol: »Mit der Ankündigung

von Post und ADAC tritt ein zweiter

staatlicher Konzern auf den Fernbusmarkt,

dessen Kerngeschäft eigentlich

woanders liegt. Im Namen aller mittelständischen

Busunternehmen mahnen

wir neben der Bahn auch Post und

ADAC zu einem fairen, unverzerrten

Wettbewerb und erwarten auch zukünftig

Chancengleichheit bei Genehmigungsverfahren

und Haltestellenvergabe.«

Für die Macher von City2City ist der

Einstieg der beiden Partner eher eine

Überraschung. »Wir haben andere, vor

allem internationale, Unternehmen erwartet.

Aber wir sehen es positiv, denn

dadurch gibt es mehr Werbung und unsere

Branche erhält mehr Aufmerksamkeit«,

resümiert Donker van Heel.

Bei ADAC/Post verhält man sich

noch sehr zurückhaltend, angefangen

beim Sitz des Unternehmens und der

Geschäftsführung. Mit diesen Angaben

ist nicht vor der Freigabe des Unternehmens

durch das Kartellamt zu rechnen.

26

14.6.2013 travel.one


usreisen.produkt

Foto: Verena Brandt/Mein Fernbus

Flix Bus: 20 innerdeutsche Linien, Anschluss

in die Schweiz (St. Gallen, Zürich) und Tschechien

(Pilsen, Prag). Ein Ausbau soll mit neuen

Strecken und einer engeren Vertaktung erfolgen.

Zu den neuen Strecken gehören Nürnberg

– Leipzig – Berlin, Memmingen – Friedrichshafen

– Freiburg, Frankfurt – Siegen – Dortmund

– Münster, eine Linie in die Niederlande soll

folgen, weitere sind noch offen. Eingesetzt

werden 40 bis 50 Busse, die ebenfalls von

Partnerunternehmen betrieben werden.

www.flixbus.de

Diese könnte nach den sonst üblichen

Zeiten bei den Wettbewerbshütern in

vier bis sechs Wochen erfolgen. Bislang

ist bei ADAC/Post nur bekannt, dass

zum Start fünf Strecken im Fahrplan

stehen werden. Wo die Haltepunkte

liegen und wie die Preisstruktur aussehen

wird, ist noch nicht bekannt. Ziel

ist es, in der ersten Stufe bis zum Frühjahr

2014 30 Städte anzusteuern, der

Ausbau soll schritt- und stufenweise

erfolgen. Bei ADAC/Post soll langfristig

ein flächendeckendes Netz enstehen,

das möglichst alle Städte mit mehr als

200.000 Einwohnern abdecken soll.

Ausbau des Vertriebs.

Geäußert haben sich die Betreiber der

gelben Busse jedoch in Bezug auf ihre

Vertriebspläne. Die Fahrkarten werden

online erhältlich sein, aber auch in den

Postfilialen sowie den ADAC-Geschäftsstellen,

die in der Nähe der angefahrenen

Städte liegen. Ein Vertrieb über

Reisebüros könne später durchaus möglich

sein, sie werden nicht per se ausgeschlossen,

heißt es.

Den größten Schritt in Richtung Reisebürovertrieb

hat bislang Mein Fernbus

gemacht. Partner für den Verkauf

der Fahrkarten sind die Büros von TUI

Leisure Travel. Mein-Fernbus-Chef Greve

sieht den nun möglichen bundesweiten

Verkauf als weiteren Schritt innerhalb

des dynamischen wachsenden Markts.

City2City konzentriert sich in den

Startwochen auf den Online-Vertrieb

und die vertraglich festgelegte Zusammenarbeit

mit der Deutschen Touring,

sodass in allen Städten über deren Büros

Tickets zu erhalten sind. »Wir sind

aber auch am Reisebürovertrieb interessiert«,

macht Donker van Heel klar.

Entsprechende Kooperationen seien in

Planung.


Wolfram Marx

Foto: Flix Bus GmbH

travel.one 14.6.2013

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produkt.club

01 02 03

Alter Bekannter

Fotos: Travel One

In Griechenland hat der Aldiana Kreta seine Pforten geöffnet.

An einigen Stellen muss die Clubkette aber noch nachbessern.

Frisch gestrichene blaue Türen,

weiß getünchte Bungalows, viele

kleine Delfin-Logos. So präsentiert

sich der jüngste Neuzugang der

Clubmarke Aldiana auf Kreta seit rund

fünf Wochen seinen Gästen. Doch wirklich

neu ist die Anlage im Nordosten der

griechischen Insel nicht. Bereits von

1984 an zählte das damals für Aldiana

gebaute Gebäude zum Portfolio, bevor

es 2002 ausgemustert wurde.

Rund elf Jahre später kehrt die im

typisch griechischen Stil gestaltete Anlage

nun in den Katalog zurück. Frisch

renoviert und mit vielen Neuerungen,

zu denen beispielsweise ein separater

Neubau mit 32 Familienzimmern und

ein überdachtes Restaurant zählen.

Künftig sollen sich auf den 50.000 Quadratmetern

Fläche des Clubs bei kompletter

Bettenauslastung rund 300 Gäste

tummeln und den gewohnten Aldiana-

Standard genießen können, verspricht

Clubchef René Schönemann.

Mehr Dekoration, bitte.

Doch das könnte sich als schwierig erweisen.

Denn der Aldiana Kreta ist der

kleinste unter den acht Strandclubs. Auf

wenigen Quadratmetern reihen sich

etwa Tauchschule, Beachvolleyplatz,

Theater und Swimmingpool aneinander.

Und auch in der hauseigenen Badebucht

könnte es mit 300 Gästen zu

voll werden. Ein weiterer Kritikpunkt:

Poollandschaft, Restaurant und Zimmer

wirken noch ein wenig steril, es fehlen

Dekoration und Farbkleckse. Ein Manko,

dessen sich Aldiana-Geschäftsführer

Peter Wennel durchaus bewusst ist. »Wir

müssen hier bei einigen Kleinigkeiten

noch nachlegen«, räumt der Clubketten-

Chef nach einem Rundgang ein. Abhilfe

will er nicht nur bei kahlen Zimmerwänden

und fehlender Gemütlichkeit

schaffen. In den nächsten Wochen sollen

alle Tennisplätze mit neuen Böden

ausgestattet sein, eine Chill-Out-Zone ist

ebenfalls geplant.

Erfolg für Griechenland.

In der Eröffnungsphase war der Aldiana

Kreta bislang ein voller Erfolg. Und

auch der Ausblick auf die Sommersaison

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14.6.2013 travel.one


club.produkt

04

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01 Die Zimmer sind im griechischen Stil erbaut, die freien Grünflächen sollen bald einer

Chill-Out-Zone weichen 02 Der flach abfallende Strand in der Badebucht ist vor allem für

Kinder geeignet 03 Romantische Stimmung am Abend an der Poolbar 04 Sportlicher

Start in den Tag beim Yoga am Strand 05 Blick auf den Neubau mit den Familienzimmern

06 Clubchef René Schönemann (links) und Aldiana-Geschäfsführer Peter Wennel

unter kretischer Sonne 07 Ein beliebtes Ausflugsziel bei Gästen ist das Städtchen Agios

Nikolaos 08 Die Bergwelt Kretas können Aldiana-Gäste beim Wandern erkunden

09 Schönen Meerblick genießt man im touristisch noch unerschlossenen Nachbardorf

Mochlos, rund 20 Minuten Fußweg entfernt

ist vielversprechend. »Wir haben im Juni

eine Auslastung von etwa 80 Prozent«,

sagt Clubmanager Schönemann. Ein

durchaus gutes Ergebnis, findet auch

Wennel, der hofft, mit dem neuen Angebot

in Griechenland den Verlust des

kürzlich aus dem Portfolio genommenen

Clubs Makadi Bay in Ägypten auszugleichen.

»Wir mussten in den letzten Jahren

– je nach Situation – die wenig profitablen

Anlagen aussortieren«, erklärt er. Dabei

habe man auch unpopuläre Entscheidungen

treffen müssen, bringt es der

Aldiana-Chef schließlich auf den Punkt.

Wohl auch deshalb sah die Clubmarke

einer Rückkehr nach Griechenland

zunächst mit gemischten Gefühlen entgegen.

»Wir mussten natürlich das Pro

und Kontra abwägen«, sagt Wennel,

»aber wir waren uns sicher, dass Griechenland

nicht von der touristischen

Landkarte verschwinden wird.«

Fokus auf ältere Gäste.

Der neue alte Club auf Kreta soll sich nun

möglichst schnell als Umsatzbringer etablieren.

Bereits im nächsten Jahr könnte

er Unterstützung von einem weiteren

Neuzugang in Italien erhalten. Allerdings

laufen dort derzeit noch die »finalen

Verhandlungen« und es bestehe nach

wie vor nur ein Optionsvertrag.

Neben dem Projekt »Italien« plant

Wennel zudem, das Zielgruppenspektrum

zu erweitern. Künftig werde Aldiana

vor allem ältere Klientel gezielter

ansprechen. »Wir werden uns stärker auf

die Zielgruppe 60-plus einstellen«, kündigt

er an. Schließlich seien 50 Prozent

der Aldiana-Kunden bereits in diesem

Alter und eine finanzstarke Kundschaft.

Wie sich die geplante Neuausrichtung

dann auf Sportangebote und Kulinarik

auswirken könnte, dazu konnte der Aldiana-Chef

noch nichts sagen. Kendra Mietke

Club-Fakten

Lage: Der Aldiana Kreta liegt im

Nordosten der Insel zwischen den

Städten Agios Nikolaos und Sitia.

Ausstattung: 170 Zimmer, darunter

32 Familienzimmer; beheizte

Poolanlage, All-inclusive-

Club, Spa-Bereich, Fitness-Center,

Tauchschule, vier Tennisplätze.

Gut zu wissen: Der Club bietet

keine Surfsportarten an, da es

rund um die Bucht zu windstill sei;

die Heißwasserproduktion läuft

über Solaranlagen; das nächste

Krankenhaus liegt eine Stunde

entfernt, eine Erstversorgung ist

aber durch eine clubeigene Krankenschwester

und einen Arzt auf

Abruf garantiert.

travel.one 14.6.2013 29


produkt.mix

Robinson Club setzt auf moderne Technik

und sportliche Prominenz.

Schwungvoll in den Winter

Foto: Robinson Club

Hingucker: Ein neues Event im Robinson

Club Agadir ist ein Surf-Camp nur für Frauen

n Zum Start der nächsten Wintersaison

hat sich die TUI-Clubmarke

Robinson einiges einfallen

lassen. So dürfen prominent besetzte

Sportevents erneut bei Robinson

nicht fehlen. Erstmals bietet

die Clubkette ein Surf-Camp

ausschließlich für Frauen an. Das

»Waveriding Girls Camp« im Club

Agadir vom 5. bis 12. November

richtet sich an Anfängerinnen und

Fortgeschrittene, die von den beiden

Longboard-Profis Janni Hönscheid

und ihrer Schwester Sonni

betreut werden.

Darüber hinaus versteigert Robinson

bereits zum zweiten Mal

unter dem Motto »My Dream« berühmte

Sportler als Privattrainer

für Gäste. Dieses Mal kann der

Meistbietende das Beachvolleyball-

Duo Julius Brink und Jonas Reckermann,

Olympiasieger von 2012, als

persönliche Coaches »gewinnen«.

Der Sieger reist mit beiden Sportlern

in den Robinson Club Maldives.

Interessenten geben ihre Gebote

zwischen dem 29. August bis

8. September auf www.robinson.

com/mydream ab.

Als weiteres Highlight bringt

der Veranstalter mit Erscheinen

der Winterkataloge auch eine Katalog-App

heraus. Sie soll Clubrundgänge

in 3D, Videos und Bilder auf

dem iPad abbilden. Ein integrierter

Clubfinder hilft Kunden bei der

Entscheidung, welche Anlage am

besten zu den eigenen Vorstellungen

passt. Anschließend weise die

App den direkten Weg zum nächstgelegenen

Reisebüro, heißt es.

Ausflüge zu Rentier und Wal

n Im neuen Katalog von Hurtigruten bündelt die Reederei für die Saison

2014 ihre Angebote dieses Mal im Stil eines Reisemagazins. Doch

nicht nur das Layout ist anders. Reiseprofis finden im Portfolio der

Norweger auch neue Landprogramme.

Neu sind zum Beispiel die »Walsafari« vor der Küste von Andenes,

der Ausflug »Lofoten per Pferd« von Svolvær nach Stamsund, die

»Rentierbeobachtung in der Sommernacht« und der »Besuch bei den

Lachsen« im norwegischen Zentrum für Aquakultur.

Ein weiterer Neuzugang nennt sich »Im Wandel der Zeit – 50 Jahre

MS Lofoten«. Die Themenreise führt die Passagiere des traditionellen

Hurtigruten-Schiffs von Bergen über Kirkenes nach Trondheim. Das

inkludierte Landprogramm setzt dabei auf historische Schwerpunkte

entlang der Route. Der Katalog erscheint Ende Juni.

Rentiere im Blick: Das »Camp Summer Night« widmet sich der Kultur der Samen

Foto: Hurtigruten

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14.6.2013 travel.one


mix.produkt

Outrigger Hotels and Resorts übernimmt das Mövenpick auf Mauritius

Foto: Outrigger Hotels and Resorts

Rückzug aus Mauritius

n Das bisherige Mövenpick Resort and Spa

in Bel Ombre auf Mauritius ist an die hawaiianische

Kette Outrigger Hotels and Resorts verkauft

worden. Die Hotelgruppe übernahm 100

Prozent der Anteile vom Unternehmen Kingdom

Hotel Investments (KHI). Damit ist Mövenpick

künftig nicht mehr im Indischen Ozean

vertreten.

Das neue Outrigger-Hotel bleibt in den

kommenden sechs Monaten zu Renovierungsarbeiten

geschlossen. Das Resort soll drei neue

Swimmingpools, einen großen Spa-Bereich,

drei Restaurants sowie einen Kinderclub bekommen,

bevor es als Outrigger Mauritius Resort

and Spa eröffnet.

Udo rockt erneut auf der Mein Schiff 2

n Bis zu der Reise ist noch ein Jahr hin,

doch die Fans scharren bereits mit den

Füßen: Innerhalb weniger Stunden war im

Vorverkauf das limitierte Kontingent an

Kabinen für die Kreuzfahrt mit Udo Lindenberg

weg. Offenbar ist die Nachfrage

nach der Neuauflage des Trips groß.

TUI Cruises lässt die Mein Schiff 2

vom 25. bis 29. Mai 2014 erneut als Rockliner

in See stechen. Der Erfolg der beiden

vorangegangenen Reisen mit dem Star

veranlasste das Unternehmen, das Event

zu wiederholen.

Während der Ozeanliner von Hamburg

über Oslo und Kopenhagen nach

Kiel fährt, sollen Lindenberg und sein Panikorchester

den Passagieren einheizen.

Angekündigt sind zudem die Midnight

Ramble Allstars. Die Reederei plant neben

den Konzerten verschiedene Vorträge

von Rock-Experten, Workshops und

Jam-Sessions. Auch sollen die Fans ihre

Instrumente mit an Bord bringen. Denn

Lindenberg und seine Panik-Gang wollen

mit ihnen »ein paar Sessions starten«, wie

er sagt. Der offizielle Verkaufsstart ist am

19. Juni um 10 Uhr.

Drei neue Viva-Häuser

n Hotels Viva übernimmt das Management für drei weitere Anlagen auf

Mallorca und Menorca. Damit baut das mallorquinische Familienunternehmen

sein Portfolio auf 18 Anlagen aus. Neu sind das Vier-Sterne-Hotel

Eden Lago in Alcudia, das Drei-Sterne-Haus Ses Fotges an der Playa de

Muro und das Drei-Sterne-Haus Eden Binibeca auf Menorca.

Die Produktpalette des Unternehmens unterteilt sich in die Marken

Viva Hotels für Familien, Vanity Hotels für Erwachsene und das historische

Boutiquehotel Predi Son Jaumell.

www.hotelsviva.com/de/

Neuzugang: das Viva Eden Lago in Alcudia auf der Baleareninsel Mallorca

Foto: Hotels Viva

travel.one 14.6.2013 31


produkt.thema

airlines.airports

Zwei statt drei Klassen

SAS Go und SAS Plus ersetzen die traditionelle Economy, Economy-Extra und Business.

SAS-CEO Rickard Gustafson: »Unsere Gäste möchten Effizienz und attraktive Preise ohne irgendwelche verborgenen Kosten«

Foto: SAS Group

n Mit einem neuen Service-

Konzept will SAS den Passagieren

in Europa ein zeitgemäßes

Produkt bieten. Der Carrier hat

dafür die bisherigen Klassen

Economy, Economy-Extra und

Business durch SAS Go und

SAS Plus ersetzt. »Die vor nahezu

30 Jahren entwickelten Serviceklassen

entsprechen nicht

mehr den Anforderungen moderner

Reisender. Unsere Gäste

möchten Effizienz und attraktive

Preise ohne irgendwelche

verborgenen Kosten«, sagt CEO

Rickard Gustafson.

So sollen die neuen Klassen

mehr Leistungen als früher

enthalten. Bei SAS Go sei zum

Beispiel immer ein aufgegebenes

Gepäckstück bis 23 Kilo

enthalten. Weiterhin gibt es kostenlos

Kaffee oder Tee an Bord

sowie zeitsparende Leistungen

wie mobiles Check-in und

Sitzplatzreservierung. SAS Plus

enthält zwei aufgegebene Koffer,

die Nutzung von Fast Track

und Flughafenlounge, Essen

und Getränke an Bord sowie

die doppelte Anzahl an Bonus-

Punkten. Außerdem wird allen

Passagieren auf Inlandsflügen

in Schweden, Norwegen und

Dänemark ein Frühstück serviert.

Statt des traditionellen

Tabletts gibt es einen Service

im Café-Stil. Alle Passagiere erhalten

die gleiche Auswahl an

Essen und Getränken.

Terminal 4 am Drehkreuz JFK eröffnet

n Delta Air Lines und die Port Authority of New York and New Jersey haben

das neue Terminal 4 am New Yorker Drehkreuz John F. Kennedy (JFK)

offiziell eröffnet. Gleichzeitig hat Delta den Flugbetrieb im Terminal 3 eingestellt.

Terminal 4 verfügt jetzt über neun neue und sieben modernisierte

Flugsteige, einen neu gestalteten Check-in-Bereich, eine zentrale Sicherheitskontrolle

sowie über ein neues Gastronomie- und Einkaufsangebot. Außerdem

kann die Sky-Team-Airline ihren Passagieren im Terminal 4 erstmals

einen Delta Sky Club mit Außenterrasse anbieten.

Zusätzlich zum frisch eröffneten Abschnitt hatte Delta bereits Anfang

des Jahres die zweite Ausbauphase des Terminals angekündigt. Danach sollen

in Concourse B weitere elf Flugsteige entstehen. Nach der Fertigstellung

im Sommer 2015 wird Concourse B dann Ausgangspunkt für die Regionalflüge,

die Delta derzeit noch im Terminal 2 abwickelt.

Neue Ziele ab

Erfurt und Bremen

n Germania baut das Streckennetz ab

Erfurt und Bremen im Winter aus. Von

Thüringen fliegt die Airline neu nach

Fuerteventura und Hurghada. Die Kanareninsel

wird jeden Montag und der

ägyptische Badeort jeden Mittwoch

angesteuert. Außerdem steht London-

Gatwick mit zwei wöchentlichen Flügen

neu im Flugplan.

Neue Ziele ab Bremen sind Agadir,

Salzburg und Wien. Die marokkanische

Küstenstadt wird jeden Freitag bedient.

Nach Salzburg startet Germania

mittwochs und samstags, Wien steht

dienstags, donnerstags und sonntags

im Winterflugplan ab Bremen.

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14.6.2013 travel.one


thema.produkt

updates

Condor hat den Großteil der Kurzund

Mittelstrecke für den Sommerflugplan

2014 zur Buchung freigeschaltet.

Die Airline verstärkt im nächsten Sommer

vor allem das Flugangebot ab Leipzig.

Lanzarote, Madeira, Agadir und Korfu

werden neu nonstop angeflogen.

Im Juni soll in Kambodscha die neue

Fluggesellschaft Cambodia Airlines an

den Start gehen. Zunächst sind nur Inlandsflüge

geplant. Von Oktober an will

die Airline dann auch auf internationalen

Strecken unterwegs sein.

Japan Airlines eröffnet nach 20 Jahren

erstmals wieder eine neue Strecke

zwischen Japan und Europa. Vom 1. Juli

an fliegt die Airline täglich von Helsinki

zum Flughafen Tokio-Narita. Abflug in

Helsinki ist um 17:25 Uhr, Ankunft in Tokio

am nächsten Tag um 9:05 Uhr.

Passagiere in der Boeing 777 unter anderem nach Washington, New York,

Houston, São Paulo und Lima profitieren vom neuen Internetzugang

Surfen über den Wolken

n Air France und KLM testen zwei

Boeing 777-300, die mit Internetzugang

ausgestattet sind. Der Test soll

noch bis Jahresende dauern. Bis dahin

können die Passagiere das Internet an

Bord über ihre Wi-Fi-tauglichen Smartphones,

Laptops und Tablets für 10,95

Euro pro Stunde oder 19,95 Euro für

die gesamte Flugdauer nutzen. Unabhängig

von der Reiseklasse können sie

außerdem auch Textnachrichten und

E-Mails verschicken. Die Gebühr wird

wie bei Auslandsaufenthalten von der

eigenen Telefongesellschaft berechnet.

Die beiden Boeings werden unter

anderem auf KLM-Flügen von Amsterdam

nach São Paulo, Lima und Panama

sowie auf Air-France-Diensten von Paris

nach Washington, Houston und New

York eingesetzt.

Foto: Philippe Delafosse

Beliebt. Beliebter. Condor.

Die Airline des Jahres überzeugt mit bestem Service.

Von Fluggästen

zur Nr. 1 gewählt.

Wir lieben Fliegen.

Von der Comfort Class und der Premium Economy Class über Online Check-in sowie

Vorabend Check-in bis hin zur großen Menüauswahl – Condor bietet Ihren Kunden

vielfältige Serviceleistungen. Mehr Infos erhalten Sie unter agent.condor.com.

Sie finden uns in allen bekannten Reservierungssystemen.

travel.one 14.6.2013 33


sales.bahn

Mehr Lohn für Leistung

Die Deutsche Bahn hat

ein drei Jahre gültiges

Provisionsmodell

entwickelt, bei dem die

Vergütung rein umsatzabhängig

erfolgt.

Foto: DRV

W

ir wollen gezielt die Partner

fördern, die eine hohe Bedeutung

für uns haben«, so lautet

nach Aussage von Birgit Bohle, Vorsitzende

der Geschäftsführung der DB Vertrieb,

die Zielsetzung des neuen, ab 2014

gültigen Provisionsmodells der Deutschen

Bahn. Dafür hat Bohle mit ihrem

Team die Einteilung der Reisebüros in

Basis-, Profi- und Premium-Agenturen

aufgegeben, auf der das noch laufende

Modell basiert. Damit ist das alte Vergütungsmodell

passé. Grundlage der alten

Aufteilung war eine Untersuchung

der Gesellschaft für Konsumforschung

(GfK) gewesen, bei der aber laut der

Vertriebschefin die eigene Leistung der

Reisebüros zu wenig eingeflossen sei.

»Bei einer eigenen Erhebung stellten

wir fest, dass es nur eine geringe Korrelation

zwischen der GfK-Einteilung

und der Leistung der Agenturen gibt«,

ergänzt Dr. Christian Runzheimer, Leiter

Regionalvertrieb. »Die Erwartungen

haben sich nicht erfüllt.«

Drei Agenturkategorien.

Die Konsequenz aus diesen Überlegungen

ist ein leistungsorientierteres Modell

mit einer Laufzeit von drei Jahren.

»Das Drei-Jahres-Modell bietet allen eine

bessere Planbarkeit und ist ein hoher

Wert«, sagt Runzheimer. Dabei reagiere

man aber auch auf die Kritik der Reisebüros,

die immer wieder angeführt hätten,

dass eigene Leistung zu wenig zähle.

Künftig werden die Büros in die Katego-

»Die Aufhebung der Preisdifferenzierung

ist ein weiterer

wichtiger Schritt zur Gleichstellung

der Vertriebskanäle«

Hans Doldi, Vorsitzender des DRV-Bahnausschusses

rien Leisure, Präsenz und sonstige Agenturen

– hierzu gehören Geschäftsreiseanbieter,

Callcenter oder Agenturen,

deren Anteil an Fahrkarten mit einem

Firmenkundenrabatt höher als 50 Prozent

ist – eingeteilt. Neben der stärkeren

Belohnung der Leistungsorientierung

wollen die beiden Verantwortlichen

auch die Existenz der Reisebüros an Präsenzstandorten

sichern.

Für alle Büros im Privatkundengeschäft

wird eine Grundprovision in Höhe

von zwei Prozent bezahlt, dann folgt ein

Einnahmebonus auf die Gesamteinnahmen.

Dieser ist nach Umsatzhöhe in vier

Stufen von zwei, drei, vier und fünf Prozent

aufgebaut, der höchste Satz ist ab

einem monatlichen Umsatz von 40.000

Euro erreichbar. »Mit der Erweiterung

von zwei auf vier Stufen sind wir ebenfalls

Wünschen der Büros entgegen gekommen,

denn immer wieder hieß es,

dass die nächste Stufe nicht erreichbar

ist«, erläutert Runzheimer. Neu im Modell

ist ein Steigerungsbonus, der ab

300.000 Euro Jahreseinnahme gezahlt

wird. Hier sind bei einer Steigerung ab

sieben Prozent maximal zwei Prozent

Bonus möglich. Die maximale Provisionshöhe

liegt damit bei neun Prozent.

Der bisher bei 60.000 Euro liegende Umsatzdeckel

ist gestrichen.

Nullprovision für

sonstige Büros.

Bei den Präsenzagenturen an Standorten,

an denen die Bahn einen personenbedingten

Vertrieb vorhalten muss, beträgt

die Grundprovision fünf Prozent,

der Standortbonus beträgt maximal 4,5

Prozent mit monatlicher Auszahlung.

Die Einteilung der Büros, die für den

Standortbonus maßgeblich ist, erfolgt

nach den Auflagen des Bestellers wie

beispielsweise Öffnungszeiten. Bohle

erwartet bei den Präsenzagenturen,

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14.6.2013 travel.one


ahn.sales

Foto: DB AG/Bernd Roselieb

»Das Drei-Jahres-Modell

hat für beide Seiten einen

hohen Wert.«

Birgit Bohle, Vorsitzende der Geschäftsführung

der DB Vertrieb

die die einnahmestärkste Gruppe bilden,

Gewinner. Bei den Leisure-Büros

rechne sie aber auch mit Verlierern,

unter anderem wegen der bislang vorliegenden

hohen Einstufung nach der

GfK-Untersuchung. Für sonstige Büros

wie Businessagenturen oder Callcenter

gibt es von 2014 an eine Nullprovision.

»Der Trend zu einer Nullprovision war

bereits im vorherigen Modell zu erkennen.

Die Reaktion aus dem Markt ist

›unaufgeregt‹«, Neuer Modellansatz sagt Bohle.

Konditionen für Agenturen in mit Höhe Fokus von fünf Prozent. Privatkundengeschäft

Konditionen für Bohle Agenturen nicht bestreitet: mit »Wir Präsenzverpflichtu

zahlen in

3-


sales.mix

Reisebüros können im Workspace von Sabre die App »Travel Guide« an Kunden verschicken

Sabre mit mobilem Reiseführer

n Mit Hilfe einer neuen App sollen Sabre-

Reisebüros ihre Kunden nun direkt nach

der Buchung mit weiterführenden Informationen

über das Reiseziel informieren

können. Die Sabre Red App wurde von

Giata entwickelt, die mobilen Reiseführer

für Smartphones und Tablets basieren

auf Informationen des Content Providers.

Die neue App prüft automatisch bei

der Buchungsanfrage im Reisebüro, ob

für das entsprechende Zielgebiet ein

solcher Reiseführer vorhanden ist. Zum

Start der neuen Anwendung bieten das

CRS und Giata Infos für 100 Reiseziele

weltweit. Wenn ein Travel Guide existiert,

wird der Expedient informiert und

kann dem Kunden per E-Mail einen Link

zum Download der entsprechenden App

schicken. Die Daten können komplett

heruntergeladen, gespeichert und offline

gelesen werden.

»Expedienten sorgen mit Travel Guide

bereits am Point-of-Sale für den mobilen

Reise-Support am Urlaubsort«, sagt

Giata-Geschäftsführer Remzi Aru.

»Schon im Beratungsgespräch im Reisebüro

können die Reiseverkäufer die

mobilen Endgeräte der Urlauber einbeziehen

und sich auf deren Smartphone-Nutzung

am Urlaubsort einstellen«,

so Christian Elsässer, Country Directory

Germany & Austria, Sabre Travel

Network. »Smartphones und Tablets

spielen vor, während und nach dem eigentlichen

Reiseverlauf eine zunehmend

wichtige Rolle.«

Die neue App ist für iPhones, iPads

sowie für Handys und Tablets, die mit Android

als Betriebssystem laufen, verfügbar.

Im Red App Centre von Sabre stehen

derzeit 84 Apps bereit.

www.sabreredappcentre.sabre.com

Die App von Giata soll den Reisenden

Infos über ihre Reiseziele bieten

updates

Travelport hat mit Air France/KLM

ein mehrjähriges Full-Content-Abkommen

abgeschlossen. Neben dem

Zugang zu allen Tarifen, Angeboten

und Preisen erhalten Reisebüros auch

die Möglichkeit, Zusatzleistungen in

den Klassen Economy-Comfort sowie

Seat Plus zu buchen.

Die Albert Akademie lädt am 15.

August in Hamburg zu einem Seminar

zum neuen Reisekostenrecht ein. Die

ganztägige Veranstaltung findet im

Intercity Hotel am Hauptbahnhof der

Hansestadt statt, die Kosten betragen

450 Euro.

www.albertakademie.de

Best-RMG veranstaltet zusammen

mit Bewotec am 26. Juni für Nutzer

von des Backoffice-Systems »Jack« ein

Webinar im Rahmen der Reihe »Marketingselektionen«.

Für Kunden von

Ziel und der Software »Success« stehen

Webinare am 27. Juni und am 2.

Juli auf dem Programm.

Thomas M. Stein ist Keynote-Speaker

bei der Jahrestagung der RTK

vom 3. bis 6. Oktober in Berlin. Stein

war Jurymitglied der Castingshows

»Deutschland sucht den Superstar«

und »Popstars«.

Sonnenklar.tv sendet zu den Reiseangeboten

nun auch QR-Codes auf

dem Fernsehbildschirm. Kunden können

diese mit Smartphones einscannen

und dadurch Zusatzinformationen

zu den vorgestellten Reisen erhalten.

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14.6.2013 travel.one


mix.sales

Reisebestätigung mit SEPA

n Der DRV hat in einer

Arbeitsgruppe Empfehlungen

für den Umgang

mit Zahlverfahren innerhalb

der »Single Euro

Payments Area« (SEPA)

entwickelt. Die SEPA-Verfahren

sollen von Februar

2014 an Zahlungen per

Lastschrift und Überweisung ersetzen.

Bernd Zillich, Vorsitzender des

DRV-Ausschusses Betriebswirtschaft,

rät Touristikunternehmen: »Wenn Sie

als Reiseveranstalter die SEPA-Lastschrift

als alternative Kundenzahlung

anbieten wollen, wird als

gangbarer Weg für den stationären

Vertrieb ein separates

Mandat mit eigenem

Unterschriftenfeld auf einer

zusätzlichen Seite als

integraler Bestandteil der

Reisebestätigung empfohlen.

Die zusätzliche Mandatsseite

sollte immer die letzte Seite

in der Reisebestätigung vor dem

Sicherungsschein sein.«

Ein klarer

Gewinner

Der Vertrieb von Bahnfahrkarten kann sich von 2014 an für die

verkaufsstarken Büros mit dem neuen Provisionsmodell wieder

lohnen. Die Bahn hat die gröbsten Fehler des alten Modells beseitigt.

Die Einteilung der Agenturen in verschiedene Kategorien

war kaum nachzuvollziehen, die Leistungen der Reisebüros waren

plötzlich zweitrangig. Das hatte absurde Folgen: Reisebüros,

die etwa in der gleichen Straße, aber auf unterschiedlichen Straßenseiten

liegen, wurden abhängig von ihren Postleitzahlenbereichen

in verschiedene Kategorien eingeteilt. Kein Wunder,

dass es Proteste gegen dieses unlogische Vorgehen gab.

Nun hat die Bahn reagiert. Und die GfK-Untersuchung, die für

das Dilemma verantwortlich war, liegt da, wo sie hingehört: im

Papierkorb. Doch die Bahn kommt damit nicht nur dem Vertrieb

entgegen. Ihr Handeln ist auch Selbstzweck. Schließlich haben

sich die einstigen Erwartungen nicht erfüllt. In der neuen Struktur

gehören die einnahmestarken Agenturen tendenziell zu den

Gewinnern, Büros mit geringen Einnahmen verlieren. Der klare

Gewinner aber ist die Bahn. Denn am Ende sinkt die Summe der

ausgezahlten Provision.

Wolfram Marx, Redakteur

w.marx@travel-one.net

Erste Redner

für DRV-Tagung

n Lufthansa-Vorstandschef Christoph

Franz und Auma Obama, die Halbschwester

des US-Präsidenten, sind als

Redner bei der DRV-Tagung vom 14. bis 16.

November in Salzburg angekündigt. Obama

spricht zum Thema »Nur mit unser aller

Wirken ist Nachhaltigkeit möglich«, Franz

beschäftigt sich mit der Frage »Quo vadis,

Luftverkehr?«. Weitere Redner und das

komplette Programm sollen in Kürze vorgestellt

werden, kündigt der Verband an.

Tropo mit neuer

Stornostaffel

n Der Veranstalter Tropo hat seine Stornostaffeln

für Pauschalreisen und Nur-

Hotel-Buchungen bis zum 30. Tag vor Reiseantritt

auf 30 Prozent reduziert. Bis zum

26. Tag sind 60 Prozent zu zahlen, bis zum

18. Tag fallen 75 Prozent an, bis zum zehnten

Tag 85 und bis zum Tag vor der Reise

90 Prozent. Für einen No-Show sind 95 Prozent

fällig. Am Buchungstag können Kunden

und Reisebüros Buchungen bis 18 Uhr

weiterhin kostenlos stornieren.

travel.one 14.6.2013 37


destination.thema

destination.lateinamerika

Hier wird nicht mehr

geschossen, Genossen!

Es ist ruhig geworden

um Nicaragua. Vor

30 Jahren sorgte das

Land ständig für

Schlagzeilen, heute gilt

es als touristischer

Geheimtipp.

Con la lucha sandina!« grüßt die

rüstige Alte am Krückstock mit

Sandinisten-Kampfparole zurück

auf die Frage, wie es denn so geht. Nicht

ungewöhnlich in den Gassen Leóns: Das

500 Jahre alte Unesco-Städtchen gilt als

die Wiege des Sandinismus, jener einst

revolutionären Bewegung, die Ende der

70er Jahre den Diktator Anastasio Somoza

Debayle stürzte und von der hier viele

heroische Wandmalereien künden.

Auch wenn León noch immer im touristischen

Tiefschlaf liegt im Vergleich zur

Kolonialstadt Granada als touristisches

Epizentrum Nicaraguas –im Lande der

Sandinistas tut sich was. Die spanische

Barceló-Luxuskette ist schon da, und Lonely

Planet empfahl Nicaragua als eines

der Top-Ten-Trendziele des Jahres 2011.

Wen wundert es: eine kolossal koloniale

Kultur, ein artenreicher Dschungel, eine

ganze Kette von schamanisch-heiligen

Vulkanen, und auf tausend Strand-

Kilometern gibt es mehr eierlegende

Meeresschildkröten als Zweibeiner in

Badehosen.

Fotos: Martina Miethig

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Der abwechslungsreiche Geheimtipp

der Rucksackreisenden auf ihrem Mittelamerika-Trail

bietet unschlagbare

Vorteile im Vergleich zu seinen Nachbarn,

etwa dem touristisch-teuren Costa

Rica oder dem nicht gerade heimeligen

El Salvador: Noch ist Nicaragua authentisch,

preiswert und vergleichsweise

sicher. Doch die ausufernde Bürokratie,

die weit verbreitete Korruption und

Naturkatastrophen lassen den lang ersehnten

Aufschwung nur im Schneckentempo

vorankommen.

Langsamer Fortschritt.

Im Kleinen scheint die Welt in Ordnung:

Martha Miranda Solis' Nägel sind lackiert

und stecken in schicken weißen

Flipflops. Ganz unabhängig von der Regierung,

aber mit Hilfe von internationalen

Solidaritätsvereinen hat sich die

Bäuerin einen Traum erfüllt. Die 55-Jährige

kann sich an schlimme Zeiten vor

In Kürze

Nicaragua hat rund 5,7 Millionen Einwohner. Präsident ist derzeit Daniel

Ortega. 2006 wurde der einstige linke Guerilla-Führer und erste

Staatschef nach der sandinistischen Revolution wieder an die Spitze

des Staates gewählt. Ortega und seine Anhänger hatten 1979 Diktator

Anastasio Somoza aus dem Land vertrieben und bis 1984 gegen die

von den Amerikanern unterstützten Contras gekämpft.

Etliche Veranstalter bieten Nicaragua in Kombination mit Nachbarländern

an, zum Beispiel Dertour, Dr. Tigges, Gebeco und Studiosus.

Aventoura, Ikarus Tours, Miller Reisen, Ruppert Brasil und Travel to nature

legen auch Reisen ausschließlich nach Nicaragua auf.

und nach der Revolution erinnern, als

Hunger und Gewalt den Alltag der verarmten

Bauern auf dem Land bei León

bestimmten. Mit Hilfe des Projekts

»Xochilt Acalt« drückte die Schneiderin

jahrelang die Schulbank, um zur Landwirtschaftstechnikerin

und Tierzüchterin

ausgebildet zu werden. »Ich bin sehr

stolz, dass ich das auf der kleinen Finca

hier geschafft habe. Weder meine Familie

noch meine Schafe, Ziegen und Kühe

müssen jemals wieder Hunger leiden«,

sagt sie. Und leidet eine ihrer Kühe

mal an Durchfall oder Unfruchtbarkeit,

dann bringt die junge Veterinaria Ianarys

Sánchez das Vieh mit der wegweisenden

(weil billigeren) »medicina natural«

und Akupunktur wieder auf Trab.

Auch María Elena Cano, die Besitzerin

der Finca Brasilia und einer Mini-Käserei

in der untouristischen und

dünn besiedelten Viehzüchter-Region

Chontales, scheint zufrieden. In ihrem

kleinen Cafélokal an der Landstraße

genießt man eine deftige Quesillo-Käse-

Tortilla mit Zwiebeln und Sahnesauce.

Nebenan der winzige Krämerladen mit

Theke und Hängewaage, vollgestopft

mit Gemüse, Bier, Ersatzbirnen, Sandalen,

Jesusfiguren, Barbiepuppen und allem,

was man auf dem Land so braucht.

Playa Gigante am Pazifik: Die Strände

Nicaraguas werden vom Tourismus erst

allmählich entdeckt

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100 Kühe besitzt die Witwe Cano,

wie sie stolz erzählt, sie verkauft

Milch und Käse an rund 500 Kunden

am Tag. »Die Regierung unterstützt

uns kleine Unternehmer, wir werden

eingeladen zu Fortbildungen,

wo wir was über Hygiene und Vermarktung

lernen, das kann ja nicht

schaden.«

Archaische Traditionen.

Chontales bezaubert mit einer

malerischen Kulisse aus grünen

Palmenhügeln zwischen Zuckerrohr-

und Maisfeldern sowie Rinderherden

mit »Vaqueros«, den

nicaraguanischen Cowboys. Stets

weht irgendwo die schwarzrote

Fahne der Sandinistischen Nationalen

Befreiungsfront FSLN. Und der

heute 66-jährige Oberkommandant

und Millionär Daniel Ortega strahlt

auf schweinchenrosafarbenen Plakaten:

»Christlich, sozialistisch, solidarisch«.

Bei den ländlichen Fiestas

Patronales staunt der Fremde über

archaisch anmutende Traditionen

wie Rodeos mit lassoschwingendem

und lebensmüden Machogehabe,

Ochsenhodensuppe und Schönheitskönigin.

Immerhin scheint wenigstens

hier im Südwesten des Entwicklungslandes

fast jeder sein kleines

Stückchen Land und ein Dach über

dem Kopf zu haben – wenn es auch

Wellblech ist und man dafür in die

FSLN eintreten musste, so berichtete

die ARD vor einigen Jahren.

Nicaragua liegt auf dem zweiten

Platz beim zentralamerikanischen

Armuts-Ranking ist jedoch meilenweit

entfernt vom Armenhaus Haiti

auf dem ersten Platz. Aber natürlich

arbeiten bei einem Durchschnittsgehalt

von 264 US-Dollar monatlich

selbst Rechtsanwälte und Ärzte heute

gerne auch als Reiseleiter.

Der Asphalt beim Hafen- und

Marktstädtchen San Carlos im Süden

nahe der costaricanischen

Grenze dampft nach einem hefti-

Farbenprächtig: der Rotaugenlaubfrosch, gelb-grün gekleidete

Touristen beim »Ash-Boarding« am Vulkan Cerro Negro,

»Pink is beautiful« im Unesco-Städtchen León

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gen Tropenschauer. Die Landstraße

ist nagelneu, mit Weltbankmitteln

geteert. Sie erschließt eine Region,

in die man bisher nur mit maximal

20 Stundenkilometern holpern

konnte und die ansonsten nur per

dreitägiger Bootstour über den gigantischen

Nicaragua-See oder im

klapprigen Propeller-Flieger ab

Managua erreichbar war.

Am Ende der Straße steigen

derzeit nur wenige Touristen in

ein Boot um und besuchen die Inselgruppe

Solentiname und Los

Guatuzos: ein Naturschutzgebiet,

in dem man die Kamera gar nicht

mehr aus der Hand legen will, so

wimmelt es vor zirpender, bellender

und dösender Fauna.

Kunterbunte Tierwelt.

Das reinste Dschungelbuch: Eine

Ameisenbärin posiert auf einem

Ast, ein Brüllaffe hält einen lautstarken

Monolog. Und erst diese

witzigen knallgrünen Frösche mit

den roten Glubschaugen! Eidechsen

in Neongrün und Leguane,

Kaimane und seltene Flussschildkröten.

Fledermäuse und Hunderte

von Reihern, Tukane und schillernde

Eisvögel. Am Ende ist man von

einem weiteren Tropengewitter

klitschnass, aber selig, während

das Regenwasser literweise aus den

Gummistiefeln läuft. Die Brüllaffen

trifft man öfter in Nicaragua – etwa

an einer winzigen wilden Pazifik-

Bucht, der Playa Redonda, direkt

vor der Cabaña.

Zurück nach León. Ein Abenteuer

wartet noch auf dem Cerro

Negro: »Ash-Boarding« auf dem

aktiven Vulkankegel. 600 steile

Meter geht es im orangen Schutzanzug

oder grün gewandet wie ein

Marsmännchen mit Schutzbrille

abwärts über tiefschwarze Schlacke.

Hinterher ist jeder Vulkan-

Surfer schwarz wie der »Jesús

negro«, der hier als Schutzpatron

verehrt wird. Martina Miethig

travel.one 14.6.2013 41


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Zwei Wangenküsse links-rechts, ein

bisschen Smalltalk – seine offensichtlich

zahlreichen Freunde gebührend

zu begrüßen, lässt sich Orlando

Ortega auch auf Tour nicht nehmen.

»Der Typ war mal 100-Meter-Läufer«,

erzählt er kurz darauf über den jungen

Herrn mit sichtlichem Bauchansatz, der

da gerade des Wegs kam. Heute sei er

Reggaeton-Sänger, es hätte schlimmer

kommen können. »Der mieseste Job ist

Bicitaxifahrer«, sagt Ortega, als gerade

zwei der pedalgetriebenen dreirädrigen

Gondeln durch die enge Gasse in Alt-

Havanna hecheln. »Das ist schlecht für

die Prostata und es sind meist die Fetten,

die ein Taxi buchen.« Der 27-Jährige

selbst hat es besser getroffen. Er führt

Hobbyfotografen durch die maroden

Treppenhäuser Havannas auf die Dächer

der kubanischen Kapitale.

Wenn Ortega nicht an seiner obligatorischen

Zigarre saugt, dann

plaudert er über Kunst, die Lethargie

seiner Landsleute und spöttische Graffitis,

die Parolen Fidel Castros verballhornen.

Kuba öffnet sich, das ist an

Ortegas lockerer Plauderei ebenso wie

an seinem Job zu merken. Dabei ist er

gar kein Tourguide, studiert hat er Informatik,

arbeitet inzwischen in einer

Fotogalerie und sieht sich selbst als

Pop-Art-Künstler. Der lässige Hipster

mit der Schiebermütze kombiniert Che

Guevara, den auf Mauern, Fahnen und

T-Shirts allgegenwärtigen Heiligen

Nichts für

Touristen

Foto: Christian Selz

Orlando Ortega zeigt Besuchern besondere

Facetten der kubanischen Hauptstadt

Havanna ist immer eine Reise wert. Doch wer den

morbiden Charme und die Schwermut der kubanischen

Kapitale aus besonderer Perspektive erleben will, der

steigt ihr aufs Dach.

Foto: Christian Selz

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Blick auf den Malecón, Havannas berühmte Uferpromenade

Foto: Kriki

der Nation und der Souvenirverkäufer,

mit Coca Cola, dem Symbol des Klassenfeinds.

»Cola ist das Symbol des Kapitalismus,

Che das der Revolution. Ich will

zeigen, dass für mich beides das gleiche

ist«, erklärt Ortega. Das gehört zur Coolness,

genauso wie die Ansage, dass er es

eigentlich nicht mag, mit Touristen zu

arbeiten.

Blick hinter die Kulissen.

Dieses Elitäre, die legere Subversion gegen

Establishment und Mainstream, ist

mitunter etwas anstrengend, aber doch

authentischer als ein Stadtführermonolog.

Vor allem dann, wenn der Guide

einfach in einen Hauseingang einbiegt.

Ortega liebt es, Leute mit einem Auge für

Straßenkunst und gute Bilder durch seine

Stadt zu führen. Von einst stolzen, längst

vergilbten Marmortreppen bröckelt dort

die Eleganz der Oberschicht vergangener

Zeiten. Durch gesprungene, verzierte

Buntglasfenster zeichnen die Sonnenstrahlen

ein höchst fotogenes Schattenspiel.

Der Weg führt durch die Waschküchen

der Hausgemeinschaften, vorbei an

offenen Wohnungstüren, hinter denen

unbeachtete Fernseher laufen, während

ein alter Mann im Feinripphemd auf einer

maroden Couch Siesta hält. Das Ziel

ist immer eine morsche Treppe höher,

bis hinauf auf die Flachdächer, wo die

Wäsche im warmen Wind flattert und

Kompakt

Foto-Touren: Die Touren kosten

15 Pesos Convertibles, das entspricht

15 US-Dollar, pro Person.

Sie können spontan vor Ort gebucht

werden bei Orlando Lázaro

Ortega, Muralla No. 166, Ecke Avenida

Cuba y San Ignacio, Alt-Havanna,

Telefon: 0 52 68-65 02,

orlandolazaro@yahoo.com.mx

Anreise Condor fliegt von Frankfurt

nach Havanna und bedient

auf Kuba außerdem Holguin und

Varadero. Air Berlin fliegt ausschließlich

in das Badeziel Varadero,

rund 130 Kilometer von der

kubanischen Hauptstadt entfernt.

unzählige TV-Antennen ihre rostigen

Drahtarme in den blauen Himmel recken.

Die dicken amerikanischen Schlitten

der 50er-Jahre, die sich unten ihren

Weg durch das Meer der zahlenmäßig

weit überlegenen Lada-Taxen bahnen,

wirken von hier oben wie Matchbox-

Autos. Blumen wachsen aus uralten Badewannen,

die hellen Fassaden kolonialer

Prachtbauten glänzen in der Sonne,

dahinter schimmert der ruhige Golf von

Mexiko. Baukräne ragen über die Straßenschluchten

verteilt in die Höhe, als

Zeugen der Erneuerung Kubas und des

Trotzes gegen das Handelsembargo gleichermaßen.

Wo genau sich sein Land hinbewegt,

das weiß auch Ortega nicht. Dennis Mestre,

einer seiner Freunde, ist inzwischen

hinzugekommen, die Führung wird für

eine Espresso-Pause in seiner Wohnung

unterbrochen. »Halb Kaffee, halb Müll«,

sei das Gebräu inzwischen, meckert Ortega.

Die Regierung begründe das mit den

hohen Kaffeepreisen auf dem internationalen

Markt. Der Trunk schmeckt malzig,

aber weit besser als sein Ruf.

Mestre holt seine Rationskarte heraus.

Minutiös ist darin festgehalten, in welcher

Woche des Monats er sich welchen Teil seiner

Monatszuteilung an Reis, Zucker, Öl,

Eiern, Hühnchen, Kaffee und Zigarren abgeholt

hat. 20 bis 25 Tage, sagt der elegant

in weiß gekleidete junge Mann, reicht das

Essen, der Rest muss »organisiert« werden,

zusätzliche Zigarren sowieso. Ortega

steckt sich die zweite Havanna des Tages

an, ohne ist er selten zu sehen. »Die

Kubaner haben eine falsche Vorstellung

vom Sozialismus«, sagt er schließlich,

»wir glauben, dass der Staat alles für uns

machen muss.« Sein Land brauche mehr

Eigen initiative, sagt er, und liefert selbst

das beste Beispiel dafür, dass sie längst

entsteht.

Christian Selz

travel.one 14.6.2013 43


destination.mix

Zeichen setzen im Tourismus

In Myanmar finden sich erste Unterstützer, um Kinder vor sexueller Ausbeutung zu schützen.

n Die Initiative »The Code of

Conduct« zum Schutz von Kindern

gegen sexuelle Ausbeutung

im Tourismus wird nun

auch in Myanmar zum Thema.

Dort ist als erster Veranstalter

das Unternehmen Myanmar

Polestar Travel & Tours der Organisation

beigetreten.

Dem Beispiel des lokalen

Reiseanbieters könnten nun

auch andere touristische Unternehmen

in Myanmar folgen,

hofft Andreas Astrup, General

Manager der Initiative.

»Da der Tourismus in Myanmar

sehr schnell wächst, ist diese

Partnerschaft für uns eine

sehr willkommene Zusammenarbeit«,

sagt er. Denn gerade in

Schulkinder in Myanmar: Das Land möchte seinen Nachwuchs

vor den negativen Folgen des Tourismus stärker schützen

aufstrebenden Schwellenländern

müssten Reisende über

die Probleme informiert werden,

ergänzt er. Mitglieder des

Foto: eserna/stock.xchng

Code of Conduct verpflichten

sich, sechs Kriterien des Kodex

zu wahren. Dazu zählt etwa,

Verdachtsfälle zu melden, relevante

Informationen an Reisende

weiterzugeben und über

Rechte der Kinder sowie Prävention

aufzuklären. Zudem

unterstützen alle Mitglieder

eine sogenannte Null-Toleranz-Politik

der sexuellen Ausbeutung

von Kindern.

Für Polestar Travel & Tours

bedeutet der Beitritt nun, »gemeinsam

die Kräfte zu bündeln,

um Kinder vor den negativen

Einflüssen des Tourismus

schützen zu können.« Schließlich

sei man sich bewusst, das

ein schnell wachsender Tourismus

in Ländern wie Myanmar

sowohl positive als auch negative

Einflüsse bewirke.

www.thecode.org

Versunkene Ausstellung

n Eine Ausstellung in einem ehemaligen Kriegsschiff, und das rund 20 Meter unter dem

Meeresspiegel: Diese einmalige Schau können sich Taucher nun vor Sanibel Island in

Florida ansehen. Dort zeigt der österreichische Fotograf Andreas Franke seine Werke nämlich

in dem vor einem Jahr versunkenen Kriegsschiff USS Mohawk CGC. Die zwölf Aufnahmen, die

Teile der Serie »The sinking World« sind, wurden im Inneren des Schiffes befestigt. Die Ausstellung

läuft noch bis zum 15. September. Weitere Infos stehen in englischer Sprache online

auf www.ussmohawkmedia.com/

Foto: Mohawk Project

Rocken

am Strand

n Beim fünften »Rock the

Beach«-Festival in Helsinki

können Urlauber zwischen

dem 26. und dem 29. Juni berühmte

Rockbands wie Green

Day, Rammstein, Queens of the

Stone Age und Billy Talent live

am Badestrand Hietaniemi erleben.

Wer es dagegen lieber

etwas ruhiger mag, kann vom

7. bis 11. August das »Flow Festival«

auf dem ehemaligen Industriegelände

Suvilahti besuchen.

Dort stehen unter anderem

Nick Cave und Of Monsters

and Men auf der Bühne. Tickets

und Infos in englischer Sprache

unter: www.rockthebeach.fi

www.flowfestival.com

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mix.destination

Blaue Flaggen

für die Kanaren

Lohnenswerte Aussicht: Sportliche Urlauber können auf dem E1 bis zum Nordkap wandern

Fernwanderweg bis zum Nordkap

n Seit Anfang Juni können

Urlauber in Norwegen das

nördliche Ende des Europäischen

Fernwanderweges

E1 erkunden. Die Strecke

verlief bislang von Umbrien

in Italien durch die

Schweiz, Deutschland und

Dänemark bis zum schwedischen

Grövelsjön an der

norwegischen Grenze. Nun

wurde der 4.900 Kilometer

lange Weg um 2.000 Kilometer

bis ans Nordkap verlängert.

Er wurde dabei an

bereits vorhandene Wanderwege

angeschlossen,

nur die Strecke vom nordnorwegischen

Kautokeino,

also die letzten 350 Kilometer,

hat der Norwegische

Wanderverein DNT

neu ausgewiesen und markiert.

Eine weitere Neuerung sowohl

für Wanderer als auch

für Pilger in Norwegen ist

die englischsprachige App

»Pilegrim«. Sie besitzt einen

Kartenservice mit GPS,

sodass eigene Routen erstellt

werden können, etwa

auf den Spuren des Heiligen

Olav. Auch zeigt die

App Wetterinfos, Restaurants

und Unterkünfte an.

Foto: Visit Norway

n Die »Foundation for Environmental

Education« (FEE) hat erneut das

Ökolabel »Blaue Flagge« vergeben,

das die Wasser-, Sicherheits- und

Servicequalität sowie Umweltstandards

auszeichnet. 13 Blaue Flaggen

gab es dieses Jahr für Teneriffa,

elf für Gran Canaria, sieben für

Fuerteventura und jeweils fünf für

Lanzarote und La Palma. Eine Flagge

bekam La Gomera. Zu den prämierten

Stränden zählen zum Beispiel

Troya I und II in Adeje sowie El

Médano in Granadilla.

Einer der prämierten Strände

auf Teneriffa: El Médano

Foto: Global Communication Experts GmbH

updates

Der Studienkreis für Tourismus

und Entwicklung hat das neue

Sympathiemagazin »Hinduismus

verstehen« herausgebracht. Bestellungen

unter:

www.sympathiemagazin.de

Nevada präsentiert sich künftig

mit dem neuen Slogan: »World

within. A State Apart.« Damit soll der

»ursprüngliche, wilde und ein bisschen

eigenwillige Charakter« des US-

Bundesstaates unterstrichen werden,

heißt es. Mehr Infos auf:

www.travelnevada.de

»Best of« heißt eine neue Reihe von

Michelin-Reiseführern. Sie bündeln

auf 106 Seiten das Wissen der »Hotel-

und Restaurantguides« sowie das

der »grünen Reiseführer« für die beliebtesten

französischen Regionen.

Die Bücher sind seit Mai für die Bretagne,

die Côte d’Azur, das Elsass,

Korsika, Paris und die Provence erhältlich.

ISBN: 978-3-8342-8936-0

(Bretagne).

Vom 28. Juni bis 5. Juli findet in London

die »Masterpaintingsweek« statt.

www.masterpaintingsweek.co.uk

Australien zeigt

indigene Kunst

n Die bislang größte Sammlung zeitgenössischer

Kunst der Ureinwohner

Australiens zeigt nun die Gallery of

Modern Art in Brisbane. Die neue

Ausstellung »My country, I still call

Australia home« läuft bis zum 7. Oktober

und bündelt mehr als 300 Arbeiten

von Aboriginee-Künstlern und

Torres Strait Insulanern. Dazu zählen

etwa Zeichnungen, Fotos, Skulpturen

und Gemälde. Die Gallerie hat montags

bis freitags von 10 bis 17 Uhr,

am Wochenende von 9 bis 17 Uhr geöffnet.

Der Eintritt ist frei.

www.qagoma.qld.gov.au/

mycountry

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ubrik.thema

peps

Weitere Angebote unter www.travel-one.net/peps

fernweh

Landal Greenparks zum halben Preis

Foto: Landal GreenParks

Expedienten, die bis zum 30. Juni einen Ferienparkaufenthalt bei Landal

Greenparks buchen, können bis zur Hälfte der regulären Kosten sparen. Das

Angebot der über 70 Parks in Europa gilt für den Reisezeitraum bis zum 20.

Dezember dieses Jahres. Alle Ermäßigungen und aktuelle Verfügbarkeiten

unter www.landal.de/pepangebot

bis zu 50 Prozent Rabatt

Auf Kreuzfahrt mit Holland America

Die Nieuw Amsterdam läuft am 2. Juli in Venedig zu einer zwölftägigen Kreuzfahrt

aus. Die für Touristiker ermäßigte Reise führt über Katakolon, Piraeus,

Istanbul, Lesbos, Kusadasi, Thira und Argostoli zurück in die italienische Lagunenstadt.

Weitere Informationen und Buchung unter www.vacationatsea.de

und vas@vacationatsea.de

ab 499 Euro pro Person

Foto: Holland America Line

Foto: Gerard Larose/Seychelles Tourism Board

Fünf Sterne auf den Seychellen

Das Deluxe-Boutique-Resort Dhevatara Beach Hotel Seychelles auf der Insel

Praslin bietet Reisebüromitarbeitern sechs Übernachtungen in einer Garden

Villa zum Sonderpreis. Die Anlage am Sandstrand der Grand Anse besteht aus

lediglich zehn individuell eingerichteten Suiten mit indischen, viktorianischen

und afrikanischen Einflüssen. Alles Weitere unter www.morepep.com

ab 848 Euro pro Person inklusive Halbpension

Cluburlaub in Tunesien

Neu über Sunpromotions buchbar sind zwei Pep-Angebote für Aldiana in Tunesien.

Sie gelten für einen je einwöchigen Aufenthalt im Juni oder Juli im Aldiana

Tunesien – zwischen Nabeul und Hammamet gelegen – und dem Aldiana

Djerba. Verlängerungstage werden mit je 50 Euro berechnet. Buchung und

weitere Angebote unter www.sunpromotions.com

ab 350 Euro pro Person im Doppelzimmer, all-inclusive

Foto: Aldiana Tunesien

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im fernsehen

SA 15.6. l Land der edlen Pferde – Ermland und

Masuren, 14:30 Uhr, 3sat l Wintersport im Badeort

– Eine Reise nach Sotschi, 16:00 Uhr, ARD l Englands

Norden (1/2): Northumbria – Küste der Pilger

und Piraten, 18:15 Uhr, 3sat.

So 16.6. l Habichtswald – Erlebnislandschaft um

den Kasseler Herkules, 9:45 Uhr, Hessen l Die Fränkische

Schweiz, 16:00 Uhr, SWR l Mexiko, 16:15

Uhr, BR l Korsika: Mit dem Zug von Calvi nach Ajaccio,

18:00 Uhr, Phoenix l Usedom – Inselschönheit

in der Ostsee, 20:15 Uhr, WDR.

Mo 17.6. l Abenteuer Kreuzfahrt auf dem Fluss:

Senegal, 8:45 Uhr, Arte l Eichstätt, 14:15 Uhr, NDR l

Jakobsweg, 14:45 Uhr, 3sat l Leben im Südtiroler

Schnalstal, 15:15 Uhr, NDR l Königsstädte Marokkos,

16:10 Uhr, 3sat l Von Korsika nach Sardinien,

17:45 Uhr, 3sat.

Di 18.6. l Im Luxuszug durch Afrika (1/2), 13:20

Uhr, 3sat l Im Luxuszug durch Afrika (2/2), 14:05

Uhr, 3sat l Türkei: Von den Dardanellen zum Golf

von Edremit (1/3), 15:15 Uhr, RBB l Tegernsee,

18:50 Uhr, Hessen l Berlins Mitte, 20:15 Uhr, RBB l

Von Sibirien nach Japan (2/3), 21:00 Uhr, Phoenix.

mi 19.6. l Abenteuer Almaty – Zwei Wochen

Kasachstan, 13:20 Uhr, 3sat l Chinas wilder Westen

(1/2), 17:00 Uhr, 3sat l Chinas wilder Westen

(2/2): Nachbarn der Wüste, 17:45 Uhr, 3sat.

Do 20.6. l mareTV: Usedom, 20:15 Uhr, NDR l Von

Sibirien nach Japan (1/3): Wildes Kamtschatka,

20:15 Uhr, Phoenix l mareTV: Rügen und Hiddensee,

21:00 Uhr, NDR.

Fr 21.6. l Budapest, da will ich hin!, 14:55 Uhr,

3sat l Am Walchensee, 17:00 Uhr, BR l Im Visier der

Grizzly-Giganten, 21:00 Uhr, Phoenix.

SA 22.6. l Auf Schienen durch die Anden, 12:15

Uhr, NDR l Auf Entdeckerreise durch Kanadas Norden

– Auf den Spuren von MacKenzie (1/3): Von Riffen

und Wasserwüsten, 14:15 Uhr, Phoenix l Reisen

bildet – in Ägypten, Simbabwe und Sansibar,

16:00 Uhr, ARD.

So 23.6. l Brunswick – Kanadas unbekannter Osten,

10:30 Uhr, Phoenix l Im Ausseerland, 12:40

Uhr, 3sat l Wir Reiseweltmeister – Deutschland

macht Urlaub (1/3): Von Balkonien bis Bella Italia,

12:50 Uhr, RBB l Tansania, 16:15 Uhr, BR l Die Loire

– Schlösser, Gärten, schöne Frauen, 20:15 Uhr, WDR.

Mo 24.6. l Wie wird der Urlaub zum Erfolg?, 8:30

Uhr, Arte l An der Nordseeküste – Shetland-Inseln,

18:25 Uhr, Arte.

Di 25.6. l Auf verwehten Spuren (1): Südamerika,

13:20 Uhr, 3sat l Auf verwehten Spuren (2): In den

Anden, 14:05 Uhr, 3sat l An der Nordseeküste (2):

Norwegen, 18:20 Uhr, Arte l Budapest und Balaton,

18:50 Uhr, Hessen l Eifelgold – Frühlingserwachen

an Nims und Prüm, 22:00 Uhr, SWR.

mi 26.6. l Der Reinhardswald, 14:15 Uhr, NDR l

An der Nordseeküste (3): Pas-de-Calais, 18:25 Uhr,

Arte l Die neuen Paradiese: Australien – Zwischen

Wellen und Weinbergen, 19:30 Uhr, Arte.

Do 27.6. l Costa Rica – Aufbruch im Paradies,

15:15 Uhr, NDR l An der Nordseeküste (4/5): Helgoland,

18:25 Uhr, Arte l Im Doppeldecker um die

Ostsee (1/2), 20:15 Uhr, NDR l Im Doppeldecker um

die Ostsee (2/2), 21:00 Uhr, NDR.

Fr 28.6. l Das Weserbergland, 14:15 Uhr,

NDR l Dresden, da will ich hin!, 15:05 Uhr, 3sat l

Ka sachs tan – Zwischen Sein und Schein, 15:15 Uhr,

Phoenix.

travel.one 14.6.2013

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ubrik.thema

leute

TUI setzt auf Online- und Marketingstrategen

n TUI verteilt erneut Aufgaben neu: Martin

Jensen (von links) soll künftig die

Geschicke der TUI.com mit Sitz in Berlin

leiten. Mit dem Neuzugang holt sich

TUI-Deutschland-Chef Christian Clemens

weitere Verstärkung aus Skandinavien ins

Team, der neue Online-Chef war zuvor bei

TUI Nordic tätig. Auch in der Marketing-

Abteilung gibt es neue Personalien. Das

strategische und operative Marketing,

bislang getrennt voneinander geführt,

sollen miteinander verschmolzen und in

die zentrale Verantwortung von Stefanie

Schulze zur Wiesch übergeben werden.

Die TUI-Managerin leitet das Marketing

zusätzlich zu ihren Aufgaben als Leiterin

Konzepthotels und Qualitätsmanagement.

Das B2B-Marketing übernimmt

Michael Knapp, Leiter Fremdvertrieb TUI

Deutschland. Michael Lambertz, bisher

Leiter für strategisches Marketing und

Konzernmarketing, widmet sich künftig

dem Konzernmarketing der TUI Travel

PLC. Und zu guter Letzt ist mit Thomas

Pietzka auch ein neuer Leiter für das Hotel

Portfolio Management der TUI AG gefunden

worden.

01 02 03 04

01 Peter Mettler ist neuer

Verwaltungsratspräsident

der LH&E Group,

Lizenz- und Markengeber

des Lifestyle-Hotels

Kameha Grand in Bonn.

Tim Grünfeld hat von

Agnes Pukies die Aufgaben

des Verkaufsleiters Nord/

Ost bei TUI4U übernommen.

02 Oliver Fengel soll

bei Superstar Holidays als

neuer Sales- und Marketing-Manager

für Deutschland

die Modernisierung

des Unternehmens vorantreiben.

Heinz Bauermeister ist

neuer Geschäftsführer

der Ferien Touristik, einer

Tochter der Comvel GmbH.

03 Oliver Pawel heißt

vom 1. Juli an der Chief

Commercial Officer bei

Germania. Er verantwortet

künftig die Bereiche Finanzen,

Vertrieb, Einkauf und

Marketing.

Katharina von Walzel

folgt als Geschäftsführerin

des Portals E-Hoi auf

Alexander Esslinger.

04 Klaudia Blohm verstärkt

das Vertriebsteam

von Passat Kreuzfahrten.

Von Kirchhellen aus arbeitet

sie für die Verkaufsgebiete

Mitte/West.

Petra Götting ist neue

Sales- und Marketing-

Direktorin der Falkensteiner

Michaeler Tourism

Group.

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Von Hapag-Lloyd zu LCC

Name baErcil

ilissit landio od et

vel eu feuissequate

ver se doloreet

n Tina Kirfel gibt ihren Posten als Vertriebsdirektorin bei Hapag-Lloyd

Kreuzfahrten zum 30. Juni auf und übernimmt am

1. Oktober die Leitung des Bereichs »Marketing, Touristik und

Vertriebsstrategie« bei Lufthansa City Center. Im Rahmen einer

Umstrukturierung bei LCC in Folge des Weggangs von Michael

Schober will die Reisebürokette die deutschen Büros der Lufthansa

City Center Reisebüropartner und die der Lufthansa City

Center International enger miteinander verknüpfen.

Kirfels Aufgaben bei Hapag-Lloyd übernimmt Carsten

Sühring, der den Vertrieb bislang mit ihr gemeinsam leitete.

Neue

Landeswerber

n Marco Montini leitet als Interimschef

von Italien aus, von

September an dann ganz offiziell

wieder die italienische

Fremdenverkehrsbehörde Enit

in Frankfurt. Bis 2011 hatte er

diesen Posten schon einmal

inne. Und auch das Ungarische

Tourismusamt hat eine neue

Spitze: Csilla Mezösi leitet

als Deutschland-Direktorin die

Zen trale in Berlin.

www.travel-one.net

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Hilpertstraße 3, 64295 Darmstadt

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»Unverständnis«

Travel One Morning News, 3. Juni 2013

»DER Touristik Köln will alle E-Mail-Adressen«

Auch bei uns herrschen Zweifel über die

Nutzung der angegebenen Kunden-E-Mail-

Adressen – wieso werden die Unterlagen nicht

per E-Mail an uns Reisebüros verschickt? So

kann DER den Postversand umgehen und wir

haben noch mal ein Auge drauf.


Silke Fischer, First Reisebüro, Immenstaad

Uns nerven schon jetzt die endlosen Diskussionen

mit Kunden, die einfach ihre E-

Mail-Adressen und manche sogar ihre Telefonnummer

nicht nennen wollen. Kürzlich

hatte ich Kunden, die extra 40 Kilometer zu

mir ins Büro kamen, weil sie von mir Original-

Flugtickets von »Bye Bye« wollten. Sie hatten

ihre Mailadresse nicht für den Veranstalter

herausgegeben, sodass wir ihnen die Unterlagen

alle per E-Mail weiterleiten mussten. Als

dann auch noch die Reiseunterlagen als zwei

einfache Blatt Papier pro Person ausreichen

sollten, war das Maß an Unverständnis voll.

Ich habe Ihnen dann die Unterlagen noch mal

ausgedruckt und erklärt. Ich habe mit Engelszungen

geredet, dass das ausreicht. Mit diesen

vier Blatt Papier haben sie nach 20 Minuten

mein Reisebüro verlassen – kopfschüttelnd!

Und ich war verärgert, denn andere Kunden

sind in der Zwischenzeit wieder gegangen.


Uta Mahncke, Reiseagentur Lamm, Glaubitz

»Eingeschränkte Möglichkeiten«

Travel One Morning News, 7. Juni 2013

»GTI verspricht Urlaub bis zum Schluss«

Veranstalterpleiten sind – Gott sei Dank

– seit Langem kein Thema mehr gewesen. GTI

Travel belehrt uns eines besseren. Aber der Sicherungsschein

sollte ja alle Probleme in diesem

Fall lösen. Umso mehr erschreckt es, dass

die Möglichkeiten der Kunden – trotz Sicherungsscheins

– so stark eingeschränkt werden.

Selbst Kunden mit Abreisen Juli bis Oktober,

die aufgrund der Ereignisse eine kostenpflichtige

Stornierung hinnehmen würden,

hängen in der Luft. Viel schlimmer trifft es die

Kunden, die ab dem 11. Juni in den Urlaub

starten wollten. Welcher Kunde geht das Risiko

ein und bucht eine neue Reise, wenn er

nicht sicher sein kann, dass er über die Versicherung

sein Geld zurückbekommen wird?

Hier hat der Gesetzgeber nicht weitreichend

nachgedacht – und die Versicherungen halten

sich schön diskret zurück. (...)


Nicole Kellermann-Rummel, Sun-World Reisebüro

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Travel One erscheint 14-tägig freitags

Zurzeit gilt Anzeigenpreisliste Nr. 46

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Travel One ist eine Aktivität der

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travel.one 14.6.2013

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ubrik.thema

leute.persönlich

Deutschland-Chef von Royal Jordanian Airlines

Kareem Elouri

Was hat Sie in die Reisebranche verschlagen?

Ein Abendessen mit dem Lufthansa-Area-Manager in Saudi Arabien.

Ihr Traumberuf als Kind?

Pilot.

Drei Monate Zeit – was würden Sie machen?

Einen Strandurlaub.

Kareem Elouri, 38, Sternzeichen

Krebs, steht seit 2008 an

der Spitze von Royal Jordanian

Airlines in Frankfurt. Als Area

Manager kümmert er sich um

den deutschen Markt.

Elouri stammt aus Jordanien.

In der Landeshauptstadt

Amman studiert er von 1994

bis 1998 Betriebswirtschaftslehre.

Nach dem Studium verlässt

er seine Heimat und wird

für ein deutsches Unternehmen

tätig: Der Jordanier beginnt

seine berufliche Laufbahn

als Mitarbeiter der

Sales- und Marketing-Abteilung

von Lufthansa in Riad in

Saudi Arabien. 2000 steigt er

dort zum Marketing-Manager

auf. Zwei Jahre später wechselt

er dann nach Frankfurt, wo er

sechs Jahre lang die Großkunden

des Kranich-Carriers unter

seine Fittiche nimmt.

Elouri ist verheiratet und

hat zwei Söhne – Salah, fünf

Jahre, und Hashem, drei Jahre.

Er interessiert sich für Fußball

und verreist gerne, beispielsweise

ins Allgäu (Foto).

Wo möchten Sie gerne leben?

In Deutschland, aber mit jordanischem Wetter.

Wo haben Sie Ihren vergangenen Urlaub verbracht?

In Scharm El-Scheich.

Welches Souvenir haben Sie sich mitgebracht?

Einen Sonnenbrand.

Was hat man Ihnen zuletzt geschenkt?

Ein Schokoherz.

Wie heißt die peinlichste CD, die Sie haben?

Barney (ein Dinosaurier aus einer amerikanischen TV-Serie),

aber sie gehört eigentlich meinen Kindern.

Welche Filmrolle hätten Sie gerne mal gespielt?

Lawrence von Arabien.

Was sollten Ihre Kinder genauso machen wie Sie?

Geduld haben.

Ihr Lieblingsessen?

Kloß mit Schweinebraten, auf fränkische Art.

Was ist Ihre größte Macke?

Jedem ein zweite Chance zu geben.

Wofür geben Sie garantiert kein Geld aus?

Für Spenden, die nicht bei den richtigen Menschen ankommen.

Was würden Sie nicht noch einmal tun?

Mit dem Rauchen anfangen.

Wen würden Sie gerne einmal treffen?

Den verstorbenen König Hussain. Er war nicht nur ein König,

sondern wie ein Vater für alle Jordanier.

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14.6.2013 travel.one


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Jobs mit Fernweh

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Markt

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all Ihren Kunden diesen Wunsch zu erfüllen. Dabei setzen wir auf die

Vielfalt unserer Veranstaltermarken. Auf die Beratungsqualität unserer

vielen Reisebüros. Auf unsere starke Präsenz in den Zielgebieten.

Und damit auf unsere führende Position im Markt.

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