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Jürgen Büchy will

DRV-Präsident werden.

Die Branche streitet darüber.

Seite 10

Richtige

Wahl?

Interview

RTK-Chef

Thomas Bösl

Über Payback, Spielregeln und

Ärger mit Kreditkarten. Seite 8


sales.nachhaltigkeit

Die Rewe Touristik widmet sich eine Woche lang dem

Thema Nachhaltigkeit. Das Ziel: Die Mitarbeiter sensibilisieren.

Von innen nach außen

Fotos: Rewe Touristik

■ Es ist ein ungewohnter Empfang: Wer

an diesem Morgen die DER-Zentrale in

Frankfurt betritt, dem wird ein Tetrapack

Saft und ein Regenschutz für den Fahrradsattel

in die Hand gedrückt. An einem

Stand im Foyer informiert der Allgemeine

Deutsche Fahrradclub (ADFC) die Ankommenden,

wie sie problemlos mit dem

Rad zur Arbeit kommen. Daneben unterhalten

sich zwei Männer über Gepäcktaschen.

Gleichzeitig codiert im Fahrradkeller

des Hauses ein ADFC-Mitglied die

Stahlrösser der Beschäftigten, die das

Diebstahl-Risiko so minimieren wollen.

»Wir möchten bei den Mitarbeitern

ein Bewusstsein wecken«, sagt Andreas

Müseler. Der Leiter der Abteilung Umwelt

und Nachhaltigkeit der Rewe Touristik

steht im Foyer und sieht zu den Ständen

hinüber. Er und sein Team sind

verantwortlich dafür, dass sich seine Kollegen

an diesem Tag über die Möglichkeiten

einer klimaschonenden Fahrt zum

Arbeitsplatz unterhalten: Eine Woche

lang widmete sich die gesamte Rewe-

Gruppe intensiv dem Thema Nachhaltigkeit.

Auch die touristischen Unternehmen

des Konzerns, sprich die Deutsche

Reisebüro GmbH in Frankfurt sowie die

Pauschaltouristik in Köln, beteiligten

sich an der Aktion. Sie organisierten vor

allem für ihre Angestellten ein fünftägiges

Programm.

Die Idee dahinter: die Mitarbeiter ins

Boot holen. Denn erst wenn die Beschäftigten,

so weiß Müseler, von der Notwendigkeit

eines nachhaltigen Handelns

überzeugt sind, kann ein Unternehmen

den Gedanken auch nach außen tragen.

Sich gesund ernähren und bewegen: Die

Rewe-Mitarbeiter, hier in Köln, erhalten

verschiedene Anregungen

30 travel.one 1.10.2010


Umweltschonend zur Arbeit: Infos rund ums Fahrrad gibt es in Frankfurt.

Im Foyer hängen die Bilder des »grünen« Mitarbeiter-Fotowettbewerbs

Und dass ökologisches und sozialverantwortliches

Agieren insbesondere für den

Tourismus wichtig ist, davon ist der Rewe-

Manager überzeugt: »Auch wenn Kunden

am Counter nicht gezielt nach nachhaltigen

Reisen fragen, so erwarten sie im Urlaubsziel

doch einen sauberen Strand,

klares Wasser und reine Luft.«

Workshops und Stände. Die

Aktionswoche beleuchtete in Vorträgen

und Workshops sowie an Infoständen verschiedene

Aspekte des Themas Nachhaltigkeit.

Energiesparen am Arbeitsplatz,

Stressmanagement und soziales Engagement

gehörten genauso dazu wie gesunde

Ernährung und sanfte Mobilität. Die 1.200

Frankfurter und 600 Kölner Mitarbeiter

konnten – die Teilnahme am Programm

war freiwillig – an den zwei Standorten

beispielsweise einen Yoga-Kurs belegen

oder sich die Vorträge »Schutz von Kindern

vor Prostitution« und »Besser essen

– weniger Stress« anhören.

Parallel dazu verschickte die Rewe

Touristik an ihre Atlas- und DER-Reisebüros

DVDs: Ein Film erklärt, wie Agenturen

Energie sparen und damit den CO 2

-

Ausstoß reduzieren. Zudem versorgte das

Unternehmen die Büros mit Info-Material

und einem Faltblatt, auf dem erdgebundene

Reisen beworben wurden.

Auch in einigen Urlaubszielen kam

die Aktionswoche zum Tragen. Am Roten

Meer in Ägypten informierten die

Rewe-Veranstalter ihre Kunden mittels

einer Broschüre darüber, wie sie sich an

Korallenriffen verhalten sollten. Und in

Luxor legte das Unternehmen eine Kutschfahrt

auf, die die Teilnehmer ins Hinterland

führte. Die Gäste sollten die Möglichkeit

haben, etwas anderes als die

üblichen Touristenziele kennenzulernen.

Doch welchen Stellenwert hat ein solches

Angebot überhaupt? Die Beantwortung

dieser Frage gehörte auch zum Programm

in den Zentralen. Müseler gab

seinen Kollegen einen Überblick darüber,

■ Hinter dem Begriff Nachhaltigkeit verbirgt sich die

Forderung, künftigen Generationen ein intaktes ökologisches,

soziales und ökonomisches Gefüge zu hinterlassen.

■ Die Rewe-Gruppe hat das Ziel, von 2006 bis 2015 die

Treibhausemissionen pro Quadratmeter Verkaufsfläche

um 30 Prozent zu verringern. Ein Zeichentrickfilm soll

die 330.000 Mitarbeiter zur Unterstützung animieren. Die

DVD »Energiesparen« gibt es in 17 Versionen, jeweils zugeschnitten

auf das Arbeitsumfeld.

■ Die Rewe-Veranstalter wollen ihren Papierverbrauch

reduzieren. Die Pauschaltouristik zum Beispiel produzierte

unter anderem daher dieses Jahr 20 Prozent weniger Kataloge

als 2009. Neben Energie wurde so eine Menge des

Papiergrundstoffes Holz gespart, laut Rewe ein Fichtenwald

in der Größe von 33 Fußballfeldern.

wie die Rewe Touristik die Forderung

nach Umwelt- und Sozialverträglichkeit

im Tourismus umsetzt. Dabei kündigte er

ein geplantes Seminar an: Mitarbeiter verschiedener

Abteilungen sollen sich nächstes

Jahr an einen Tisch setzen, um sich

noch intensiver mit dem Thema auseinanderzusetzen

und Ideen zu sammeln. Müseler:

»Nachhaltigkeit muss sich im Produkt

widerspiegeln.« Petra Hirschel

Rewe nachhaltig

1.10.2010 travel.one 31

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