Geschäftsbericht 2011 - Benteler AG

benteler.de

Geschäftsbericht 2011 - Benteler AG

geschäftsbericht


3

benteler in Zahlen

Geschäftsjahr (1. Jänner – 31. Dezember)

nach IFRS

nach deutschem HGB

2011 2010 2009 2008 2007

Außenumsatz [Mio. ¤] 7.105,6 6.104,9 4.558,3 6.327,4 6.319,4

Mitarbeiter inkl. Auszubildende 1)

(Jahresdurchschnitt); ab 2009 FTE 25.848 23.748 22.654 24.281 22.938

Personalaufwand [Mio. ¤] 1.269,5 1.160,0 911,5 1.031,3 986,3

Personalaufwand/Mitarbeiter

ab 2009 in FTE[T-¤] 49,3 48,9 40,2 42,5 43,0

Investitionen [Mio. ¤] 385,8 246,5 171,5 208,5 317,9

Abschreibungen

auf das Anlagevermögen [Mio. ¤] 203,1 198,0 190,1 164,9 156,0

Cashflow [Mio. ¤] 375,4 334,7 182,7 296,3 309,7

Eigenkapital 2) [Mio. ¤] 1.063,1 1.015,6 892,4 802,3 773,9

Bilanzsumme [Mio. ¤] 3.641,9 3.116,7 2.667,6 2.551,2 2.502,6

Eigenkapitalquote[%] 29,2 32,6 33,5 31,4 30,9

Ergebnis vor Steuern [Mio. ¤] 132,8 112,6 -10,5 175,1 249,2

Konzernergebnis [Mio. ¤] 97,0 79,9 –8,3 113,6 140,2

Die Benteler-Gruppe

1) Bis 2008: Mitarbeiterzahl

2) Adjustiertes Eigenkapital: Eigenkapital + Genussschein


4

Die Benteler-Gruppe

Die Benteler-Gruppe 3

benteler in Zahlen 3

vorwort5

Benteler-Gruppe IM ÜBERBLICK 6

PERSONALIEN8

Lagebericht11

GESCHÄFTS- UND RAHMENBEDINGUNGEN 13

ERTRAGSLAGE16

VERMÖGENS- UND FINANZLAGE 25

RISIKOBERICHT30

Forschungs- und EnTwicklungsbericht 34

Umweltmanagementbericht37

Personalbericht39

PROGNOSEBERICHT43

NACHTRAGSBERICHT48

HAFTUNGSAUSSCHLUSS48

Jahresabschluss49

Inhalt Jahresabschluss 50

Bericht des Aufsichtsrates 118

Aufstellung des Anteilsbesitzes 120

Impressum | Kontakt 124


Die Benteler-Gruppe

5

Salzburg, im März 2012

Sehr geehrte Damen und Herren,

nach dem kräftigen Wachstum in 2010 sowie einem starken ersten Quartal 2011 ließ die wirtschaftliche

Dynamik im weiteren Verlauf des Jahres nach. In den Bereichen Benteler Stahl/Rohr und Benteler

Distribution verzeichneten wir in der zweiten Jahreshälfte rückläufige Auftragseingänge, während wir

uns in der Benteler Automobiltechnik das gesamte Jahr auf einem sehr hohen Niveau bewegten.

Das Jahr 2011 war durch einen Brand Ende Februar in unserem Warmrohrwerk in Dinslaken überschattet,

der einen achtmonatigen Stillstand zur Folge hatte. Ab Oktober konnten wir dann schrittweise mit dem

Wiederanlauf der Produktion beginnen.

Des Weiteren hat die neu gegründete Benteler Global Procurement GmbH mit Sitz in Paderborn im Berichtsjahr

ihre Tätigkeit aufgenommen. In ihr sind die wesentlichen Einkaufsaktivitäten der Benteler-Gruppe

zusammengefasst.

2011 erwirtschaftete unser Unternehmen einen Umsatz von 7,1 Mrd. Euro. Dies ist 1 Mrd. Euro mehr als

2010. Das Ergebnis vor Steuern betrug 133 Mio. Euro und lag damit leicht über dem Vorjahresniveau.

Insbesondere waren einige Neuanläufe der Benteler Automobiltechnik in außereuropäischen Märkten

mit Problemen behaftet. Für 2012 erwarten wir einen weiteren Umsatzanstieg und ein deutlich verbessertes

Ergebnis. Die Benteler-Gruppe ist durch ihr Produkt-Portfolio und ihre globale Präsenz gut

aufge stellt. Die Konzentration auf unsere Stärken und das Verfolgen unserer strategischen Initiativen ist

die Basis für die weitere positive Entwicklung. Daher sehen wir in nahezu allen Märkten gute Wachstumsmöglichkeiten.

Die Benteler-Gruppe beschäftigte im Berichtsjahr 25.848 Mitarbeiter (FTE) an 170 Standorten in 38 Ländern.

Auch in diesem Jahr soll die Beschäftigtenzahl weiter wachsen – hauptsächlich getrieben durch den

Aufbau neuer und den Ausbau bestehender Standorte der Benteler Automobiltechnik.

Im Namen des Vorstands der Benteler International AG und der Geschäftsführung der Benteler Deutschland

GmbH sowie der Geschäftsführungen der Benteler Automobiltechnik, Benteler Stahl/Rohr und Benteler

Distribution danke ich unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihre außerordentliche Leistungsbereitschaft,

mit der sie engagiert und flexibel in anspruchsvollen Zeiten unser Unternehmen unterstützt

haben. Unseren Geschäftspartnern danken wir für das Vertrauen, das sie uns entgegengebracht

haben, und unseren Gesellschaftern für die konstruktive Zusammenarbeit und Unterstützung.

Hubertus Benteler

Vorsitzender des Vorstands

Vorwort


Die Benteler-Gruppe

6

Benteler-Gruppe IM ÜBERBLICK

Kontinuität und Fortschritt – seit über 130 Jahren

Die Benteler-Gruppe ist international tätig. Unter dem Dach der Benteler International AG, einer strategischen

Führungsholding, ist das operative Geschäft mit den drei rechtlich selbstständigen Geschäftsbereichen

Benteler Automobiltechnik, Benteler Stahl/Rohr und Benteler Distribution in der Benteler

Deutschland GmbH organisiert. Das Unternehmen kann auf eine über 130-jährige Erfolgsgeschichte

zurückblicken und befindet sich heute in vierter Generation in Familienbesitz. Profitables Wachstum

und Fortschritt aus Tradition sind für Benteler entscheidend, um die unternehmerische Eigenständigkeit

auch in Zukunft zu sichern.

Benteler beschäftigt 25.850 (FTE) Mitarbeiter an 170 Standorten in 38 Ländern.

Überblick über die Führungsstruktur

Benteler International AG

Benteler Deutschland GmbH

Benteler Automobiltechnik

Benteler Stahl/Rohr

Benteler Distribution

Benteler Automobiltechnik

Die Benteler Automobiltechnik entwickelt und produziert innovative Produkte – stets mit dem Fokus

auf Sicherheit, Umwelt und Effizienz. Als Full-Service-Supplier beliefert sie nahezu alle großen Fahrzeughersteller

weltweit mit kundenorientierten Lösungen aus einem breit gefächerten Produkt- und

Leistungsspektrum.

■■

Produktgruppe Fahrwerke

Leichtbauoptimierte Fahrwerkskomponenten aus unterschiedlichen metallischen und

■■

■■

■■

■■

nichtmetallischen Werkstoffen und deren Kombinationen

Produktgruppe Module

Alles aus einer Hand: von der reinen Montage bis zur vollverantwortlichen Systemintegration

hochkomplexer Module für den Außen- und Innenbereich von Fahrzeugen

Produktgruppe Strukturteile

Ultrahochfeste Leichtbauteile für sichere Fahrzeuge und ultraleichte Aluminiumbauteile

für saubere Autos

Produktgruppe Motor und Abgassysteme

Lösungen rund um den Motor sowie Komponenten und Module mit hohem Downsizing-Potenzial

Produktgruppe Benteler Engineering Services

Entwicklung von einzelnen Komponenten bis zum Modul – vom Konzept über die Testphase

bis hin zur Serienbetreuung

Benteler-Gruppe im Überblick


■■

Produktgruppe Benteler Maschinenbau

■■

■■

Entwicklung und Vermarktung innovativer Maschinen- und Anlagenkonzepte

für Architektur-, Automobil- und Solarglas sowie für optische 3-D-Messanlagen

Geschäftsfeld Benteler Defense

Entwicklung und Produktion adäquater Schutzlösungen für unterschiedliche

Kunden- und Marktsegmente

Joint Venture Benteler-SGL Automotive Composite

Innovative Materialverbundkonzepte optimieren kundenindividuelle Leichtbaulösungen

Benteler Stahl/Rohr

Benteler Stahl/Rohr entwickelt und produziert maßgeschneiderte Rohre für ausgewählte Kundengruppen

und Anwendungsbereiche mit den besonderen Stärken Leichtbau, hohe Festigkeiten und Oberflächenschutz.

Geschäftsfeld Benteler Steel/Tube

Entwicklung, Herstellung und Vertrieb nahtlos warmgewalzter und

nahtlos kaltgezogener Stahlrohre

Geschäftsfeld Benteler Rothrist

Entwicklung, Herstellung und Vertrieb geschweißter und geschweißt gezogener

Präzisionsstahlrohre

Geschäftsfeld Benteler Tube Management

Erarbeitung neuer Produkt- und Geschäftsideen auf der Basis von Rohrlösungen

und Rohrprodukten

■■

■■

■■

Benteler Distribution

Die Benteler Distribution ist einer der führenden Lagerhalter und Bearbeiter von Stahl- und Edelstahlrohren

weltweit. Sie bietet ein Vollsortiment an Rohrprodukten und umfangreiche Serviceleistungen rund

um das Rohr. Benteler Distribution unterstützt ihre Kunden dabei durch maßgeschneiderte Konzepte,

basierend auf:

einem internationalen Vertriebs- und Logistiknetz,

technischer Beratung,

umfassendem Stahl-Know-how,

vielfältigen, modernen Anarbeitungslösungen,

der Übernahme von Beschaffungsprozessen für die Kundensegmente

Maschinenbau, Hydraulikzylinder, Automobil, Bauwesen, Gesundheitsund

Verbrauchsgüter sowie Energie

■■

■■

■■

■■

■■

Benteler-Gruppe im Überblick


Die Benteler-Gruppe

8

PERSONALIEN

BENTELER

INTERNATIONAL AG

von links:

Hubertus Benteler,

Siegmund Wenk

VORSTAND DER BENTELER International AG

Hubertus Benteler, Vorsitzender

Siegmund Wenk

AUFSICHTSRAT DER Benteler International AG

Robert J. Koehler, Wiesbaden, Deutschland, Vorsitzender

Vorsitzender des Vorstandes der SGL Carbon SE, Wiesbaden, Deutschland

Dr. Ralf Bethke, Deidesheim, Deutschland, Stellvertretender Vorsitzender

Vorsitzender des Aufsichtsrats der K+S AG, Kassel, Deutschland

Rolf Eckrodt, Berlin, Deutschland

Vorsitzender des Verwaltungsrats der Leclanché SA, Yverdon-les-Bains, Schweiz

Dr. Markus Flik, Gerlingen, Deutschland

Axel Prym, Roetgen, Deutschland

Gesellschafter der William Prym GmbH & Co. KG, Stolberg, Deutschland

Dr. Gert Vaubel, Warburg, Deutschland

Ehemaliges Vorstandsmitglied der Benteler AG, Paderborn, Deutschland

Personalien


Die Benteler-Gruppe

9

BENTELER

DEUTSCHLAND GMBH

von links:

Hein Van Gerwen,

Norbert Bergs,

Dr. Thomas Späth,

Dr. Meike Schäffler,

Anders Ivarsson

GESCHÄFTSFÜHRUNG der Benteler Deutschland GmbH

(ehemals Benteler Aktiengesellschaft)

Hein Van Gerwen, Vorsitzender (bis 10. Oktober 2011)

Norbert Bergs

Anders Ivarsson (ab 1. Juni 2011)

Dr. Meike Schäffler (bis 30. September 2011)

Dr. Thomas Späth (ab 1. Oktober 2011)

Personalien


Die Benteler-Gruppe

10

BENTELER

AUTOMOBILTECHNIK

von links:

Hein Van Gerwen,

Eric Alstrom,

Ralf Göttel

BENTELER

STAHL/ROHR

von links:

Norbert Bergs,

Matthias Jäger,

Dr. Meike Schäffler

BENTELER

DISTRIBUTION

von links:

Anders Ivarsson,

Dr. Marcus Schubbe

GESCHÄFTSFÜHRUNGEN der Geschäftsbereiche

Benteler Automobiltechnik

Hein Van Gerwen, Vorsitzender (bis 10. Oktober 2011)

Eric Alstrom

Ralf Göttel

Benteler Stahl/Rohr

Benteler Steel/Tube GmbH / Benteler Rothrist GmbH / Benteler Tube Management GmbH

Norbert Bergs, Vorsitzender

Matthias Jäger

Dr. Meike Schäffler (seit 1. Oktober 2011)

Benteler Distribution

Anders Ivarsson, Vorsitzender

Dr. Marcus Schubbe

Personalien


11

Lagebericht

2011

Lagebericht


12

Lagebericht

Die Benteler-Gruppe 3

benteler in Zahlen 3

vorwort5

Benteler-Gruppe IM ÜBERBLICK 6

PERSONALIEN8

Lagebericht11

GESCHÄFTS- UND RAHMENBEDINGUNGEN 13

ERTRAGSLAGE16

VERMÖGENS- UND FINANZLAGE 25

RISIKOBERICHT30

Forschungs- und EnTwicklungsbericht 34

Umweltmanagementbericht37

Personalbericht39

PROGNOSEBERICHT43

NACHTRAGSBERICHT48

HAFTUNGSAUSSCHLUSS48

Jahresabschluss49

Inhalt Jahresabschluss 50

Bericht des Aufsichtsrates 118

Aufstellung des Anteilsbesitzes 120

Impressum | Kontakt 124


Lagebericht 13

GESCHÄFTS- UND RAHMENBEDINGUNGEN

Weltwirtschaft mit geringerer Dynamik

Die Erholung der Weltwirtschaft im Jahr 2011 hat gegenüber 2010 deutlich an Dynamik verloren. Nach

dem sehr kräftigen Anstieg des weltweiten Bruttoinlandsprodukts (BIP) in 2010 hatte das Kieler Institut

für Weltwirtschaft (IfW) für 2011 nur noch einen Anstieg von 3,8 % prognostiziert. Zweifel bezüglich der

Trägfähigkeit der Staatsschulden in den Industrieländern, die Unsicherheit über den Zustand des Finanzsektors

sowie die daraus resultierenden Vertrauenskrisen sorgten für restriktive Impulse. Temporär

belastend wirkten im ersten Halbjahr 2011 der deutliche Anstieg der Rohstoffpreise und die Folgen des

Erdbebens in Japan. Letzteres führte dort sogar zu einem Rückgang des Bruttoinlandsproduktes um

0,7 %. Insgesamt legte das BIP-Wachstum der Industrieländer im Berichtsjahr nur um 1,6 % zu, wobei

für den Euro-Raum ein Wachstum von 1,5 % erwartet worden war. Die Schwellenländer wiesen zwar

noch relativ hohe Wachstumsraten auf, China beispielsweise 9,5 % und Indien 6,7 %, das globale Expansionstempo

jedoch verlangsamte sich in den vergangenen Monaten merklich. Laut IfW wird der Welthandel

2012 zunächst nur schwach expandieren, sich aber im Jahresverlauf und 2013 allmählich wieder

beleben. Insbesondere die Schwellenländer, wie beispielsweise Indien, haben weiterhin wirtschaftlichen

Nachholbedarf und werden positiv zum globalen Industriewachstum beitragen.

Weltweite Fahrzeugproduktion weiterhin auf Wachstumskurs

Im Jahr 2011 wurden weltweit 77,2 Mio. Pkw hergestellt. Gegenüber 2010 entspricht dies einem Zuwachs

von 3,2 %. Dabei wirkten sich das Erdbeben in Japan im ersten und die Schuldenkrise in Europa im

zweiten Halbjahr 2011 negativ auf den Absatz der Automobilhersteller und somit auf das Produktionsvolumen

aus. Nach der Krise 2009 hatten Konjunkturprogramme in 2010 noch für ein starkes Wachstum

gesorgt. Dies wird sich in den Folgejahren nicht wiederholen.

Besonders in Asien verlangsamte sich 2011 das Wachstum der Fahrzeugproduktion. Insgesamt wurden

hier zwar 37,3 Mio. Autos produziert, im Vergleich zu 2010 entspricht dies jedoch nur einer Zunahme von

0,5 %. Negative Auswirkungen auf die Performance der Region hatten das Ende der staatlichen Förderprogramme

in China sowie die Auswirkungen des Erdbebens und des darauf folgenden Tsunamis in Japan

im März 2011. In absoluten Zahlen entfallen jedoch immer noch 48,4 % der gesamten Weltproduktion

auf diese Region. Im Vorjahr betrug der Anteil 49,6 %.

Wachstumstreiber

für Asien war Indien,

dessen Produktionsvolumen

um 12,2 %

auf 3,6 Mio. Pkw

anstieg.

Allein in China wurden im Berichtsjahr 17,2 Mio. Fahrzeuge produziert, was einen Anstieg von 2,3 %

gegenüber dem Vorjahr bedeutet. Der Anteil Chinas an der weltweiten Automobilproduktion beträgt

inzwischen 22,3 %. Der zweitgrößte asiatische Produktionsstandort Japan musste, bedingt durch die

Katastrophe im Frühjahr, im Vergleich zu 2010 einen Produktionsrückgang um 12,2 % auf 8,1 Mio. Pkw

verzeichnen. Wachstumstreiber für Asien war hingegen Indien, dessen Produktionsvolumen um 12,2 %

auf 3,6 Mio. Pkw anstieg. Auch Korea wirkte sich mit einem relativen Wachstum von 8,1 % auf 4,6 Mio.

Fahrzeuge positiv auf die asiatische Marktentwicklung aus. Um von der anhaltenden Nachfrage in der

bevölkerungsreichsten Region der Welt zu profitieren, bauen viele große OEM und Zulieferer ihre lokalen

Kapazitäten weiter aus und errichten neue Werke. Besonders in China und Indien geschieht dies häufig

im Rahmen von Partnerschaften mit asiatischen OEM.

Geschäfts- und Rahmenbedingungen


Lagebericht

14

In Europa wurde das Wachstum vor allem durch die Euro-Krise in der zweiten Jahreshälfte negativ

beeinflusst. Es wird erwartet, dass diese auch noch auf die Produktion 2012 hemmende Wirkung haben

wird. Mit einem relativen Wachstum von 4,3 % im Vergleich zu 2010 konnte die Automobilproduktion in

Europa 2011 auf 20,3 Mio. Fahrzeuge steigen. Westeuropa hielt mit 13,9 Mio. Fahrzeugen einen Anteil

von 68,6 % an diesem Ergebnis. Das Wachstum betrug 3,0 % im Vergleich zum Vorjahr. In Osteuropa ist

das Produktionsvolumen um 7,2 % auf 6,4 Mio. Fahrzeuge gestiegen. Insgesamt hielt Europa einen

Anteil von 26,3 % an der weltweiten Automobilfertigung und verzeichnete damit nach Asien das zweitgrößte

Volumen. Mit einem nennenswerten Kapazitätsausbau ist hier allenfalls in Osteuropa zu rechnen.

Deutschland

verzeichnete ein

solides Wachstum

von 4,5 % und ist

mit 6 Mio. Pkw

weiterhin der größte

Produktionsstandort

in Europa.

Deutschland verzeichnete ein solides Wachstum von 4,5 % und ist mit 6 Mio. Pkw weiterhin der größte

Produktionsstandort in Europa. Den höchsten Zuwachs gegenüber dem Vorjahr konnte Russland mit

einer Steigerung um 23,1 % bzw. 300.000 Pkw erzielen. Hier wurden insgesamt 1,7 Mio. Fahrzeuge hergestellt.

Begünstigt wurde der Absatz durch staatliche Programme zum Schutze der lokalen Fertigung.

Die NAFTA-Staaten verzeichneten weiterhin eine starke Steigerung. Mit einem Wachstum von 8,2 % erhöhte

sich das Produktionsvolumen auf 12,9 Mio. Pkw. Der prozentual größte Zuwachs kam mit 9,1 % aus den

USA, wo insgesamt 8,3 Mio. Autos gefertigt wurden. In Mexiko war das Wachstum mit 9 % ähnlich stark.

Hier betrug das Produktionsvolumen jedoch nur 2,5 Mio. Fahrzeuge. Insgesamt haben die NAFTA-Staaten

einen Anteil von 16,7 % an der weltweiten Fahrzeugproduktion.

Südamerika, das in den letzten Jahren und selbst während der Krise kontinuierlich Wachstum generieren

konnte, steigerte die Fahrzeugproduktion 2011 um 7,5 %. Damit verließen 4,4 Mio. Fahrzeuge die Werke

der dortigen Automobilhersteller, die im Berichtsjahr insgesamt 5,8 % zur Weltproduktion beisteuerten.

Brasilien blieb weiterhin der mit Abstand wichtigste Produktionsstandort in der Region.

Über 72,9 % der weltweit gebauten Pkw kamen aus den Werken der zehn größten OEM, davon alleine

31,6 % von Toyota, Volkswagen und General Motors. Die Hersteller nahmen sich der Herausforderungen

der stetigen CO 2 -Emissions-Reduzierung weiterhin an und stellten erneut strategische Weichen, um

nachhaltigere Fahrzeugflotten und neue Technologien zu entwickeln. Hierzu trug die konsequente Suche

nach Gewichtseinsparungen, alternativen Antrieben und neuen Fahrzeugkonzepten bei.

Geschäfts- und Rahmenbedingungen


Lagebericht 15

Stabilisierung des Stahlrohr-Marktes

Die Produktion von Stahlrohren in Deutschland ist 2011 gegenüber dem Vorjahr weiter angestiegen; bei

den für Benteler Stahl/Rohr relevanten nahtlosen Präzisionsrohren um 17 %. Die auf hohem Niveau

stabilen Ölpreise haben die Öl- und Gasexplorationsaktivitäten weltweit auf Vorkrisenniveau zurückgeführt.

In Verbindung mit reduzierten Lagerbeständen an OCTG-Rohren entstand eine rege Nachfrage.

Der steigende Energiebedarf in Asien führte zu neuen Kraftwerksprojekten. In Europa und Amerika

standen Großreparaturen bestehender Kraftwerke im Vordergrund.

Angeregt durch das starke Exportgeschäft legte der deutsche Maschinenbau im Vergleich zu 2010 nochmals

deutlich zu. Ferner profitierte das Rohrgeschäft von der positiven Entwicklung der Automobilindustrie

in Deutschland. Maßgebliche Treiber waren das Wachstum in China und der sich erholende amerikanische

Markt. Des Weiteren war auch die anhaltende Belebung im Bereich der Nutzfahrzeuge erfreulich.

Unter dem Einfluss der Finanz- und Schuldenkrise kam es zum Jahresende zu einem vorsichtigeren

Dispositionsverhalten bei Verbrauchern sowie insbesondere auch beim lagerhaltenden Handel. Die

Beschaffungskosten für die Basisrohstoffe Erz, Kohle und Schrott sowie Legierungen blieben über das

Jahr stabil; die Preise gaben erst zum Jahresende leicht nach.

Wachstumstreiber auf

dem Weltmarkt sind

weiterhin die Märkte

in China und Indien

mit einem abermals

zunehmenden

Stahlrohrverbrauch.

Stahlrohrhandel mit moderatem Wachstum

Die Nachfrage im Stahlrohrhandel zog 2011 leicht an. Besonders auf den Absatzmärkten im Maschinenbau,

in der Hydraulikzylinderindustrie sowie der Automobilzulieferindustrie stieg der weltweite Stahlrohrverbrauch

gegenüber dem Vorjahr. Die Bereiche Bauwesen und Energie, hier hauptsächlich der Anlagenbau,

hatten weiterhin mit zurückhaltenden Investitionen in Europa zu kämpfen. Wachstumstreiber auf

dem Weltmarkt sind weiterhin die Märkte in China und Indien mit einem abermals zunehmenden

Stahlrohrverbrauch.

In der zweiten Jahreshälfte 2011 folgte vor allem auf den europäischen Absatzmärkten eine konjunkturelle

Eintrübung durch die gesamtwirtschaftlichen Aussichten. Die veränderte Nachfrageentwicklung

beim Vormaterial sowie die schwankenden Transport- und Energiekosten führten zu einer erhöhten

Preis-Volatilität.

Geschäfts- und Rahmenbedingungen


Lagebericht

16

ERTRAGSLAGE

Benteler-Gruppe verzeichnete Umsatzanstieg von 16 %

Die Benteler-Gruppe erwirtschaftete 2011 einen Umsatz von 7.106 Mio. Euro. Dies entspricht einem Umsatzanstieg

von 16 % gegenüber dem Vorjahr. Alle Geschäftsbereiche trugen zu dieser Entwicklung bei.

Umsatzentwicklung seit 2007 – Aussenumsatz [mio. €]

(bis 2008 nach deutschem HGB)

nach deutschem HGB

nach IFRS

7.106

7.000

6.000

6.319 6.327

6.104

5.000

4.558

4.000

3.000

2.000

1.000

0

2007 2008 2009 2010 2011

AuSSenumsatz nach Geschäftsbereichen

2011

[Mio. ¤]

2010

[Mio. ¤]

Veränderung

[Mio. ¤] [%]

Automobiltechnik 5.529 4.793 736 15

Stahl/Rohr 944 826 118 14

Distribution 816 671 145 22

7.289 6.290 999 16

abzüglich Innenumsätzen 183 186 –3 0

Außenumsatz 7.106 6.104 1.002 16

Ertragslage | Benteler-Gruppe


Lagebericht 17

Anteile der Geschäftsbereiche am KonzernauSSenumsatz

Stahl/Rohr

10,7 % 2011 | 10,9 % 2010

Automobiltechnik

77,8 % 2011 | 78,2 % 2010

Distribution

11,5 % 2011 | 10,9 % 2010

Der Geschäftsbereich Automobiltechnik konnte den Umsatz um 15 % gegenüber dem Vorjahr steigern.

Sein Anteil am Gruppenumsatz belief sich auf 76 %. Benteler Stahl/Rohr erreichte einen Umsatzzuwachs

von 14 %, wodurch der Anteil am Gruppenumsatz bei 13 % lag. Der Geschäftsbereich Distribution erhöhte

den Umsatz um 22 %. Sein Anteil am Gruppenumsatz betrug 11 %.

Die Innenumsätze betrugen im Berichtsjahr 183 Mio. Euro und betrafen überwiegend Lieferungen des

Geschäftsbereiches Stahl/Rohr an die Benteler Distribution und Benteler Automobiltechnik.

Ertragslage | Benteler-Gruppe


Lagebericht

18

Die Benteler Automobiltechnik zeigt ein

über dem Marktdurchschnitt liegendes Umsatzwachstum

Der Geschäftsbereich Automobiltechnik verzeichnete 2011 Umsätze in Höhe von 5.529 Mio. Euro.

Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einem Anstieg um 736 Mio. Euro oder 15 %. Im Vergleich hierzu

erhöhte sich die globale Produktion von Fahrzeugen um 3,2 %. Neben den gestiegenen Serienabrufen

seitens der Kunden und den Anläufen neuer Werke und Projekte trug auch die Weitergabe von einkaufsseitigen

Stahlpreiserhöhungen an die Kunden zu den höheren Umsätzen bei.

Die Benteler Automobiltechnik entwickelt und produziert in 20 Entwicklungs- und Vertriebsbüros und 74

Werken in 29 Ländern einbaufertige Module, Komponenten sowie Teile für Karosserie, Fahrwerk und Motor.

Die bisherige Produktgruppe Fahrwerksysteme wurde 2011 in die separat geführten Produktgruppen

„Module“ und „Fahrwerke“ getrennt, um den unterschiedlichen Herausforderungen der beiden Bereiche

besser gerecht werden zu können.

Die Produktgruppe Module legt ihren Fokus auf eine wettbewerbsfähige und flexible Montage kompletter

Vorder- und Hinterachsen. Das Modulgeschäft hat einen Anteil von 44 % am Gesamtumsatz der Benteler

Automobiltechnik. Dies ist eine Steigerung von 17 % gegenüber dem Vorjahr.

Die Produktgruppe Fahrwerke entwickelt und fertigt Achsträger, Hilfsrahmen, Querlenker und Schwenklager

und erwirtschaftete einen um 4 % höheren Umsatz als im Vorjahr. Den Umsatzzuwächsen in Asien

durch die neuen Werke in Chongqing, China, und Pune, Indien, stehen auslaufende Projekte in der

Region Mercosur und an den nordamerikanischen Standorten gegenüber.

Die Produktgruppe Strukturteile konnte ihren Umsatz um 14 % gegenüber 2010 steigern. Der Bereich

fertigt sicherheitsrelevante Bauteile wie Stoßfänger, Dachrahmen, A- und B-Säulen, Türaufprall- und

Instrumententafelträger sowie Pressteile. Zur Produktgruppe gehört auch der Bereich Benteler Aluminium

Systems, der Komponenten aus Aluminium für die Automobilindustrie herstellt. Sein Umsatz wuchs

gegenüber dem Vorjahr um 9 %.

Die Produktgruppe Motor und Abgassysteme wies mit einem Anstieg von 29 % das größte prozentuale

Umsatzwachstum aus. Die Produktgruppe entwickelt und produziert Komponenten und Systeme zur Optimierung

des Kraftstoffverbrauchs und zur Reduktion der Abgasemissionen. Hierzu gehören unter anderem

Abgasrückführsysteme mit Kühlern zur Verringerung der Stickoxidemissionen bei Dieselmotoren. Darüber

hinaus werden Abgaskrümmer und Gehäuse für Katalysatoren und Dieselpartikelfilter hergestellt.

Neben den vier Produktgruppen gibt es separat geführte Geschäftsfelder mit unterschiedlicher Ausrichtung.

Hierzu gehört der Bereich Benteler Engineering Services, der Ingenieurdienstleistungen für

externe und interne Kunden anbietet. Der Benteler Maschinenbau fertigt Maschinen und Werkzeuge

für die Benteler Automobiltechnik und die Glasindustrie. Der Bereich Benteler Defense befindet sich

in der Start-up-Phase mit dem Ziel eines Markteintrittes auf dem Gebiet des passiven Fahrzeugschutzes.

Benteler-SGL, ein Joint Venture der Benteler Automobiltechnik und der SGL Group, entwickelt und

fertigt Faserverbundbauteile und erweitert damit die vorhandene Materialkompetenz in den Bereichen

Stahl und Aluminium um Karbonfaser-Lösungen.

Ertragslage | Automobiltechnik


Lagebericht

20

Weitere Steigerung im Stahl/Rohr-Markt

Der Geschäftsbereich Stahl/Rohr erwirtschaftete im Jahr 2011 einen Umsatz von 944 Mio. Euro,

14 % mehr als im Vorjahr.

Das Geschäftsfeld Benteler Steel/Tube liefert weltweit Produkte für die Marktsegmente Automobil,

Öl- und Gasexploration, Kraftwerk, Konstruktion und Maschinenbau. Der Umsatz des Geschäftsfeldes

Benteler Steel/Tube war trotz des Brandschadens im Warmrohrwerk Dinslaken am 25. Februar 2011,

wodurch das Werk acht Monate stillstand, auf dem Niveau des Vorjahres. Die Erholung der Wirtschaft

im Hauptabsatzmarkt Europa, insbesondere in den Segmenten Bauwirtschaft und Maschinenbau, und

die starke Konjunktur in der Automobilbranche haben maßgeblich zur Kompensation der wegfallenden

Umsätze mit Warmrohren aus Dinslaken beigetragen.

Das Geschäftsfeld Benteler Rothrist produziert geschweißte und geschweißt gezogene Rohre für

zahlreiche Anwendungen in der Automobilindustrie, aber auch für andere Industriebereiche, wie den

Maschinen- und Anlagenbau. Aufgrund der allgemeinen Markterholung und der starken Nachfrage der

Automobil branche stieg der Umsatz des Geschäftsfeldes Benteler Rothrist gegenüber dem Vorjahr um 22 %.

Ertragslage | Stahl/Rohr


Lagebericht

22

Absatz- und Umsatzanstieg im Geschäftsbereich Distribution

Die Benteler Distribution beliefert ihre Kunden aus einem internationalen Logistikverbund mit

Stahl- und Edelstahlrohren und bietet unterschiedliche Rohrbearbeitungslösungen sowie technische

Beratung an. Schwerpunkte des Geschäftes sind die Segmente Maschinenbau, Hydraulikzylinder, Automobil-,

Bau- und Energiesektor sowie industrielle Güter und Handel.

Im Berichtsjahr erwirtschaftete die Benteler Distribution einen Umsatz von 816 Mio. Euro, 22 % mehr als

im Vorjahr. Dieser Umsatzanstieg resultierte zum einen aus der höheren Absatzmenge und zum anderen

aus der positiven Preisentwicklung, insbesondere im ersten Halbjahr 2011.

In allen europäischen Märkten konnten im Vergleich zum Vorjahr höhere Umsätze verzeichnet werden.

Vor allem die Regionen Nordeuropa, Westeuropa und Zentraleuropa profitierten von der verbesserten

Nachfrage in den Bereichen Maschinenbau und Automobil.

Ertragslage | Distribution


Lagebericht

24

Konzernergebnis gestiegen

Das Konzernergebnis vor Steuern stieg 2011 auf 132,8 Mio. Euro und ist somit um 17,9 % höher als im Vorjahr.

Der Anteil des Materialaufwandes an der Gesamtleistung von 7.143 Mio. Euro stieg von 67,8 % auf 71,7 %,

was im Wesentlichen auf eine Vielzahl von Neuanläufen, negative Effekten aufgrund des Brandes im

Werk Dinslaken und höhere Stahlpreise zurückzuführen ist. Die Personalkostenquote nahm von 18,9 %

auf 17,8 % ab. Bei wachsenden Umsätzen konnten die vorhandenen Kapazitäten besser genutzt werden.

Die Abschreibungsquote sank von 3,2 % auf 2,8 %. Der Anteil der sonstigen betrieblichen Aufwendungen

an der Gesamtleistung stieg leicht von 9,2 % auf 9,5 %. Der Netto-Zinsaufwand verbesserte sich um 7,7 Mio.

Euro auf 47,4 Mio. Euro. Der Anteil des Zinssaldos an der Gesamtleistung sank aufgrund des Anstiegs der

Gesamtleistung von 0,9 % auf 0,7 %.

Trotz des erfreulichen Umsatzanstieges im Geschäftsbereich Automobiltechnik erwies sich das Jahr 2011

als große Herausforderung. So bleibt das Ergebnis vor Steuern deutlich hinter den Erwartungen und

auch hinter dem Vorjahresniveau zurück. Dies ist zum einen auf Anlaufprobleme bei Neuaufträgen

zurückzuführen, wovon besonders die bestehenden Werke Puebla, Mexiko, und Goshen, USA, sowie die

neuen Werke in Port Elizabeth, Südafrika, Pune, Indien, und Kaluga, Russland, betroffen waren. Um

diesen Ergebnisbelastungen entgegenzutreten, wurden konkrete Maßnahmenpläne für die Benteler

Automobiltechnik erarbeitet. Zum anderen konnte der Geschäftsbereich die Stahlpreiserhöhungen nicht

vollständig an die Kunden weitergeben, wobei jedoch im Jahr 2012 teilweise rückwirkende Erstattungen

erwartet werden, die im Berichtsjahr verhandelt wurden. Benteler Stahl/Rohr erzielte im Geschäftsjahr

2011 ein deutlich positives Ergebnis vor Steuern. Dazu trug vor allem die gestiegene Beschäftigung bei.

Das fehlende Ergebnis aufgrund des Brandschadens im Werk Dinslaken wurde durch Versicherungsleistungen

kompensiert.

Im Geschäftsbereich Distribution konnte angesichts der anhaltenden Nachfrageerholung, insbesondere

im ersten Halbjahr 2011, der Absatz im Vergleich zum Vorjahr weiter gesteigert werden. Außerdem trug

die positive Preisentwicklung bei moderatem Kostenanstieg dazu bei, dass der Gewinn gegenüber 2010

deutlich zugelegt hat.

Der Steueraufwand belief sich auf 35,8 Mio. Euro (Steuerquote: 27,0 %). Nach Ertragssteuern erzielte die

Benteler-Gruppe im Geschäftsjahr 2011 einen Jahresüberschuss von 97,0 Mio. Euro, nach einem Gewinn von

79,9 Mio. Euro im Vorjahr. Unter Berücksichtigung der Anteile fremder Gesellschafter am Ergebnis in Höhe

von 4,4 Mio. Euro betrug das Konzernergebnis 92,6 Mio. Euro, nach 74,7 Mio. Euro im Jahr 2010.

Ertragslage | Konzern


Lagebericht 25

VERMÖGENS- UND FINANZLAGE

Investitionen über Vorjahrsniveau

Im Berichtsjahr investierte die Benteler-Gruppe 386 Mio. Euro. Damit lagen die Investitionen 2011 erheblich

über den Abschreibungen in Höhe von 203 Mio. Euro. Vom Gesamtvolumen entfielen 352 Mio. Euro

auf Sachanlagen und 34 Mio. Euro auf immaterielle Vermögensgegenstände.

Im Berichtsjahr

investierte die

Benteler-Gruppe

mit 386 Mio. Euro

56 % mehr als im

Vorjahr.

Investitionen

2011

[Mio. ¤]

2010

[Mio. ¤]

Veränderung

[Mio. ¤] [%]

Automobiltechnik 286 209 77 37

Stahl/Rohr 74 25 49 196

Distribution 11 11 0 0

Holding-Gesellschaften 15 2 13 650

Investitionen gesamt 386 247 139 56

286 Mio. Euro bzw. 74 % der Gesamtsumme flossen in projektspezifische Investitionen sowie Fertigungsanlagen

und -einrichtungen des Geschäftsbereiches Automobiltechnik. Die größten Investitionsprojekte

betrafen die chinesischen Werke Chongqing mit 13 Mio. Euro sowie Changchun mit 10 Mio. Euro. Aber

auch in die bestehenden europäischen Standorte wurde weiter investiert.

Im Geschäftsbereich Stahl/Rohr lagen die Investitionen 2011 für Erweiterungs- und Rationalisierungsinvestitionen

mit 74 Mio. Euro deutlich über dem Vorjahresniveau. Der Geschäftsbereich Distribution

i nvestierte im Berichtsjahr 11 Mio. Euro. Die größte Einzelmaßnahme war der Erwerb von Maschinen zur

Umsetzung von Anarbeitungsprojekten im Bereich Automobil in der Schweiz. Darüber hinaus wurden

Ersatzinvesti tionen in Maschinen zur Anarbeitung und Maßnahmen zum Um- bzw. Ausbau von Lagerstandorten

vorgenommen.

Zum Jahresende 2011 unverändert hohe Liquidität

Im Cashflow werden neben dem Ergebnis der operativen Tätigkeit nach Sondereffekten die Abschreibungen

und die Veränderungen von langfristigen Vermögenswerten und Rückstellungen sowie zahlungsunwirksame

Transaktionen berücksichtigt. In den Cashflow aus dem operativen Bereich werden darüber

hinaus die Entwicklung des Working Capital und der gezahlten Ertragssteuern einbezogen. Unter Beachtung

dieser Positionen betrug der Cashflow aus dem operativen Bereich 207 Mio. Euro, 43,5 % weniger

als im Vorjahr. Das Working Capital veränderte sich um 120 Mio. Euro, während die gezahlten Steuern

im Berichtsjahr 48 Mio. Euro betrugen.

Die Benteler-Gruppe strebt an, Investitionen (ohne Unternehmenskäufe) aus dem Cashflow zu finanzieren.

Die Investition in Sachanlagen, immaterielle Vermögenswerte sowie aktivierte Entwicklungskosten

betrugen 386 Mio. Euro und wurden aus dem Cashflow aus dem Ergebnis in Höhe von 375 Mio. Euro

finanziert. Das Ziel wurde somit erreicht.

Vermögens- und Finanzlage


Lagebericht

26

Kapitalflussrechnung

2011

[Mio. ¤]

2010

[Mio. ¤]

Cashflow aus dem operativen Bereich 207,1 366,5

(davon Cashflow aus dem Ergebnis) 375,4 334,7

Cashflow aus der Investitionstätigkeit

(inklusive 120 Mio. Euro Anlagen in Bundesanleihen

mit Laufzeiten bis maximal 6 Monaten)

–474,7 –232,7

Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit 270,5 –69,3

Wechselkursbedingte Änderung des Finanzmittelfonds 2,6 14,9

Finanzmittelfonds am Anfang der Periode 302,0 222,7

Finanzmittelfonds am Ende der Periode 307,5 302,0

Der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit betrug im Berichtsjahr 270,5 Mio. Euro, was insbesondere

aus der Aufnahme von Schuldscheinen in Höhe von 275 Mio. Euro resultiert.

Die im Finanzmittelfonds erfassten liquiden Mittel des Berichtsjahres lagen im Vergleich zu 2010 fast

unver ändert bei 307,5 Mio. Euro. Dies entspricht einem Anstieg um 5,5 Mio. Euro. Der Anteil der Liquidität

an der Bilanzsumme betrug 8,4 % nach 9,7 % im Vorjahr.

Bilanzsumme erneut gestiegen

Die Bilanzsumme 2011 betrug 3.642 Mio. Euro, 17 % mehr als im Vorjahr. Insgesamt erhöhten sich die langfristigen

Vermögenswerte um 139 Mio. Euro auf 1.493 Mio. Euro. Die Sachanlagen und die immateriellen

Vermögenswerte stiegen um 136 Mio. Euro. Außerdem nahmen die aktiven latenten Steuern um 5 Mio.

Euro ab. Zugängen bei den Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten (ohne Konsolidierungskreiszugänge)

von 386 Mio. Euro standen Abgänge zu Restbuchwerten von 41 Mio. Euro und Abschreibungen

in Höhe von 203 Mio. Euro gegenüber.

Die sonstigen kurzfristigen Vermögenswerte (ohne liquide Mittel) erhöhten sich um 381 Mio. Euro auf

1.842 Mio. Euro. Die Veränderungen im Geschäftsjahr 2011 resultierten aus dem Anstieg der Vorräte um

121 Mio. Euro, der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen um 95 Mio. Euro sowie der sonstigen

kurzfristigen Forderungen und Vermögenswerte um 143 Mio. Euro. Darin enthalten sind zum Stichtag

Bundesanleihen der Bundesrepublik Deutschland in Höhe von 120 Mio. Euro. Wie im Vorjahr wurde

weder ein Asset-Backed-Security-Program noch ein Factoring durchgeführt.

Die liquiden Mittel der Gruppe erhöhten sich nur geringfügig um 6 Mio. Euro auf 308 Mio. Euro. Sie liegen

infolge der zentralen Cash-Pool-Liquiditätssteuerung seit September 2011 bei der Benteler International AG

(bis September 2011 bei der Benteler Deutschland GmbH) und sind täglich verfügbar.

Vermögens- und Finanzlage


Lagebericht 27

Das Eigenkapital

(ohne Genussscheinkapital,

aber inklusive

Anteile Fremder) nahm

um 47 Mio. Euro auf

964 Mio. Euro zu.

Solide Finanzierungsstruktur

Das Eigenkapital (ohne Genussscheinkapital, aber inklusive Anteile Fremder) nahm um 47 Mio. Euro auf

964 Mio. Euro zu. Der Konzernjahresüberschuss führte zu einer Zunahme um 97 Mio. Euro, während

Veränderungen in der Cashflow-Hedge-Rücklage in Höhe von 22 Mio. Euro sowie Dividendenabflüsse in

Höhe von 22 Mio. Euro und Änderungen bei den sonstigen Bestandteilen des Eigenkapitals um 12 Mio. Euro

das Eigenkapital verringerten.

Die langfristigen Schulden beliefen sich Ende 2011 auf 1.097 Mio. Euro. Dies entspricht einer Zunahme von

335 Mio. Euro gegenüber dem Vorjahr. Einer Zunahme der langfristigen Finanzschulden von 320 Mio. Euro

(davon 275 Mio. Euro Schuldscheine) sowie dem Anstieg der sonstigen langfristigen Verbindlichkeiten in

Höhe von 25 Mio. Euro stand eine leichte Abnahme der Rückstellungen für Pensionen sowie bei den

sonstigen langfristigen Rückstellungen gegenüber.

Die Lieferantenverbindlichkeiten lagen mit 884 Mio. Euro um 113 Mio. Euro über dem Wert des Vorjahres.

Die restlichen kurzfristigen Schulden stiegen um 29 Mio. Euro, wobei neben den kurzfristigen Finanzschulden

mit einem Anstieg von 26 Mio. Euro die sonstigen kurzfristigen Verbindlichkeiten um 12 Mio. Euro

angestiegen sind. Sie umfassten im Wesentlichen Verbindlichkeiten für ausstehende Rechnungen, Urlaub

und Mehrarbeit, Tantiemen und sonstige Verbindlichkeiten. Die kurzfristigen Rückstellungen reduzierten

sich um 10 Mio. Euro.

Das Working Capital (kurzfristige Vermögenswerte abzüglich kurzfristiger Schulden) nahm um 130 Mio. Euro

auf 646 Mio. Euro zu und betrug 9,1 % vom Umsatz nach 8,4 % im Vorjahr.

Konzern-Bilanzstruktur [Mio. ¤]

AKTIVA

3.642

3.642

Langfristige

Vermögenswerte

Vorräte

Sonstige kurzfristige

Vermögenswerte

Liquidität

PASSIVA

1.354

542

3.117

1.492

663

917

99

761

3.117

964

99

1.097

Eigenkapital

Genussscheinkapital

Langfristige Schulden

Kurzfristige Schulden

919

1.179

1.340

1.482

302

308

2010

2011

2010

2011

Vermögens- und Finanzlage


Lagebericht

28

Die langfristigen Mittel (Eigenkapital, Genussscheinkapital und langfristige Schulden) betrugen 2.160 Mio.

Euro und erreichten einen Anteil von 59 % an der Bilanzsumme. Sie deckten die langfristigen Vermögenswerte

zu 145 %.

Finanzkennziffern

2011 2010

Eigenkapitalquote 1) [%] 29,2 32,6

Innenfinanzierungsgrad 2) 0,97 1,36

Finanzverschuldungsgrad 3) 0,38 0,18

Dynamischer Finanzverschuldungsgrad 4) 1,08 0,55

Eigenkapitalrentabilität 6) [%] 17,2 17,4

ROCE 7) [%] 9,5 10,0

Working Capital 8) 646,3 515,9

EBIT 9) [Mio. €] 180,3 167,8

Zinsdeckungsgrad I 10) 3,8 3,0

EBITDA 11) [Mio. €] 383,4 365,7

Zinsdeckungsgrad II 12) 8,1 6,6

1) Adjustiertes Eigenkapital (Eigenkapital + Genussscheine) : Bilanzsumme

2) Cashflow aus dem Ergebnis : Investitionen

3) Netto-Finanzschulden 5) : Adjustiertes Eigenkapital (Stand am Jahresende)

4) Netto-Finanzschulden 5) : Cashflow aus dem Ergebnis

5) Nettofinanzschulden = Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, Verbindlichkeiten aus Finance-Leasing,

Finanzverbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen sowie sonstige Finanzverbindlichkeiten abzüglich Finanzforderungen

gegenüber verbundenen Unternehmen, sonstige Finanzforderungen sowie Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten

(ohne Genussscheine und ohne Pensionsrückstellungen)

6) Ergebnis aus der operativen Geschäftstätigkeit nach Unternehmenszusammenschlüssen :

Adjustiertes Eigenkapital (Durchschnitt aus Jahresanfang/Jahresende)

7) (Ergebnis aus der operativen Geschäftstätigkeit + Zinsergebnis) :

(Immaterielle Vermögens gegenstände + Sachanlagen + Working Capital 8) ) (Durchschnitt aus Jahresanfang/Jahresende)

8) Working Capital = (Vorräte + Forderungen gegen Dritte, verbundene und Beteiligungsunternehmen aus Lieferungen

und Leistungen) ./. (Verbindlichkeiten gegen Dritte, verbundene und Beteiligungs unternehmen aus Lieferungen und Leistungen +

Wechselverbindlichkeiten)

9) Ergebnis aus der operativen Geschäftstätigkeit nach Unternehmenszusammenschlüssen +

Ergebnis aus assoziierten Unternehmen = EBIT

10) EBIT : Zinsaufwand

11) Ergebnis aus der operativen Geschäftstätigkeit nach Unternehmenszusammenschlüssen +

Ergebnis aus assoziierten Unternehmen + Abschreibungen

12) EBITDA : Zinsaufwand

Die Eigenkapitalquote lag 2011 mit 29,2 % unter dem Vorjahreswert von 32,6 %. Die Netto-Finanzschulden

erhöhten sich um 223 Mio. Euro auf 407 Mio. Euro; der Finanzverschuldungsgrad stieg von 18 % auf 38 %.

Vermögens- und Finanzlage


Lagebericht 29

Gesamtinvestitionen, Abschreibungen und Cashflow [Mio. €]

(bis 2008 nach deutschem HGB)

nach deutschem HGB

nach IFRS

375

350

300

310

296

335

250

243

200

190

183

150

100

50

0

257 127

2005

191 145

2006

318 156

2007

208 165

2008

171 190

2009

247 198

2010

386 203

2011

Investitionen Abschreibungen Cashflow

Zentrales Cash- und Devisen-Management

Die Finanzierung der Benteler-Gruppe erfolgt grundsätzlich zentral. Über konzerninterne Geldanlage- und

Geldaufnahmemöglichkeiten werden freie oder fehlende Mittel bis September 2011 durch die Benteler

Deutschland GmbH und seit September 2011 durch die Benteler International AG gepoolt. Dabei werden

Überschüsse einzelner Konzerngesellschaften zur internen Finanzierung des Geldbedarfs anderer genutzt.

Investitionen sind in der Regel langfristig, das Working Capital kurzfristig finanziert. Die fristenkongruente

Finanzierung des Anlagevermögens erfolgt fortlaufend aus dem Cashflow und durch die Aufnahme

entsprechend langfristiger Darlehen.

Für die Finanzierung des Working Capital standen am 31. Dezember 2011 ein Barmittelbestand von 307,5 Mio.

Euro und die als strategische Liquiditätsreserve vorgehaltenen schriftlich zugesagten Kreditlinien, inklusive

eines nicht gezogenen Darlehens in Höhe von 391 Mio. Euro, zur Verfügung; diese wurden am

Stichtag nicht in Anspruch genommen. Daneben kann kurzfristig auf einen Betrag von 120 Mio. Euro zurückgegriffen

werden, der in Bundesanleihen mit einer Laufzeit bis maximal 6 Monaten angelegt wurde.

Sämtliche Kreditzusagen sind frei von Sicherheiten und Financial Covenants.

Um den Zahlungsverkehr kostengünstig zu regeln, wird seit September 2011 über die Benteler

International AG (vorher über die Benteler Deutschland GmbH) ein wesentlicher Teil des konzerninternen

Liefer- und Leistungsverkehrs durch die Verrechnung fälliger Forderungen und Verbindlichkeiten der

Konzerngesell schaften abgewickelt (Netting). 2011 stieg das Nettingvolumen umsatzbedingt um 92 Mio. Euro

von 585 Mio. Euro auf 677 Mio. Euro.

Vermögens- und Finanzlage


Lagebericht

30

RISIKOBERICHT

Umfassendes Risikomanagement

Die Benteler-Gruppe mit ihren Einzelgesellschaften und Geschäftsbereichen ist vielfältigen strategischen

sowie operativen Chancen und Risiken ausgesetzt, die bisweilen erheblichen Einfluss auf die Vermögens-,

Finanz- und Ertragslage haben können. In Zeiten hoher Volatilität der Märkte, in denen die Nachfrage

mitunter durch zum Teil staatliche Maßnahmen und Sondereinflüsse zusätzlich beeinflusst wird,

kommt dem Benteler-Risikomanagementsystem eine besondere Bedeutung zu. Es regelt die Erfassung,

Bewertung und Handhabung definierter Risiken und ist vollständig in die Strategie-, Planungs- und

Informationsprozesse des Unternehmens integriert. Das Risikomanagementsystem wird regelmäßig umfassend

untersucht und hinsichtlich der Steuerungswirkung im Konzern weiterentwickelt. Die Effizienz

und die Effektivität des Risikomanagementsystems wurden 2011 wieder durch externe Berater überprüft

und bestätigt.

Die Benteler International AG als strategische Holding sowie die Benteler Deutschland GmbH als operative

Führungsgesellschaft steuern die Geschäftsbereiche mittels Zielvorgaben. Das Erreichen der Ziele wird

durch ein detailliertes Management-Informationssystem überwacht, das alle relevanten Kennzahlen im

Ist, im Plan und in der Prognose abbildet. Bei negativen Planabweichungen veranlassen die Führungsgesellschaften

entsprechende Maßnahmen.

Alle Geschäftsbereiche berichten monatlich über ihre wirtschaftliche Entwicklung und zeigen Chancen

und Risiken in Bezug auf die geplanten Ergebnisse, aber auch für künftige Entwicklungen auf. Darüber

hinaus wird den Führungsorganen halbjährlich ein aggregierter Risikostatusbericht auf Basis einer Inventur

möglicher bestandsgefährdender Risiken vorgelegt. In diesem Bericht wird in einem kaskadierten Berichtssystem

anhand festgelegter Indikatoren zur Eintrittswahrscheinlichkeit und (finanziellen) Bedeutung der

Status der Risiken und Maßnahmen dargestellt. Für jedes Risiko und die zugehörigen Maßnahmen sind

Verantwortliche festgelegt.

Ergänzend verfügt die Benteler-Gruppe über ein unternehmensweites, internes Kontrollsystem (IKS),

das organisatorische Sicherheitsmaßnahmen, Verfahrensregelungen und Systemprüfungen vorsieht. Die

interne Revision untersucht alle Unternehmensbereiche in regelmäßigen Abständen. Dabei überprüft

sie unter anderem die Einhaltung von Richtlinien, die Ordnungsmäßigkeit und Effizienz von Geschäftsprozessen

und der Berichterstattung sowie die Funktionsfähigkeit des Risikomanagements.

Einige besonders gravierende Risiken werden durch den zentralen Dienstleister BLV auf Versicherungen

übertragen. So werden insbesondere etwaige Ansprüche durch Rückrufe und Haftpflichtfälle sowie Sachschäden

und Schäden aus Betriebsunterbrechungen gedeckt.

Die nachfolgend beschriebenen Risiken sind nicht die einzigen, denen die Benteler-Gruppe gegenwärtig

ausgesetzt ist. Risiken, die derzeit noch nicht bekannt sind, oder solche, die jetzt noch als unwesentlich

eingeschätzt werden, können die künftigen Geschäftsaktivitäten ebenfalls beeinträchtigen.

In der aktuellen wirtschaftlichen Lage sind Risiken aus Einflüssen der konjunkturellen Nachfrage und

dem Finanzsektor, spezifische Kunden- und Lieferantenrisiken sowie Risiken aus Veränderungen auf

den Beschaffungsmärkten besonders zu beachten. Des Weiteren beobachtet das Management intensiv

Projekt-, Qualitäts-, Währungs-, IT- und Liquiditäts-Risiken.

Risikobericht


Lagebericht 31

Risiken aus Einflüssen der konjunkturellen Nachfrage

Die Unternehmensplanung zeigt Chancen im Hinblick auf neue Produkte, Kunden und Märkte auf. Dem

gegenüber stehen Risiken in Bezug auf Absatz, Umsatz, Ergebnis, Liquidität und Investitionen aus ungeplanten

Über- und vor allem Unterschreitungen der Produktionsmengen bei Fahrzeugmodellen, für die

Benteler Produkte liefert. Konjunkturelle Schwankungen haben zudem einen erheblichen Einfluss auf

das Geschäft mit Stahlrohren, sowohl im Handel als auch in der Produktion.

Benteler zielt darauf

ab, durch effizientes

Investitionsverhalten

und die Steuerung des

Working Capitals die

gute Liquiditätsposition

des Unternehmens

nachhaltig zu sichern

und Reserven für

Wachstumsvorhaben

zu schaffen.

Damit in den unterschiedlichen Unternehmensbereichen die Kostenstrukturen an die Nachfrage angepasst

und mögliche Cashflow-Risiken in engen Grenzen gesteuert werden können, initiierte Benteler in

den vergangenen Jahren zahlreiche Projekte und etablierte die entsprechenden Prozesse. Insbesondere

zählen hierzu die Projekte zur Ergebnisverbesserung (Profit Improvement Programs), die erweiterten

Risikomanagement- und Frühwarnsysteme zur Analyse der Kunden- und Lieferantenbonität und die

Überwachung der kurz- und mittelfristigen Liquidität im Rahmen des Cash-Managements. Zielsetzung

ist es weiterhin, durch effizientes Investitionsverhalten und die Steuerung des Working Capitals die

gute Liquiditätsposition des Unternehmens nachhaltig zu sichern und Reserven für Wachstumsvorhaben

zu schaffen.

Spezifische Kunden- und Lieferantenrisiken

Aus einer negativen wirtschaftlichen Entwicklung bei einzelnen Vertragspartnern können sich Auswirkungen

auf Umsatz und Ergebnis der Benteler-Gruppe ergeben. Diese Risiken begrenzt das Unternehmen

– wie bereits erwähnt – durch eine möglichst breite Streuung der Kunden- und Lieferantenbasis sowie

die laufende Beobachtung wichtiger Markt- und Frühwarnindikatoren.

Die Benteler-Gruppe könnte Verluste erleiden, wenn sich die Bonität einzelner Kunden verschlechtert

und dadurch Zahlungsverzögerungen oder -ausfälle eintreten bzw. geplante Absätze nicht realisiert

werden können. Zur Absicherung des Risikos betreibt das Unternehmen ein intensives Debitorenmanagement.

Die Vertriebs- und Finanzfunktionen in den Geschäftsbereichen verfolgen regelmäßig die wirtschaftliche

Lage der Kunden, ihr Zahlungsverhalten und die Möglichkeiten zur Absicherung von Risiken,

beispielsweise durch die Versicherung eines Teils der Forderungen.

Um ihre Lieferverpflichtungen erfüllen zu können, ist die Benteler-Gruppe auf Material und Dienstleistungen

zahlreicher anderer Unternehmen angewiesen. In der aktuellen Phase einer hochvolatilen

Konjunktur, stark steigender Rohstoffpreise und eines zunehmend hohen technologischen Anspruchs in

den Emerging Markets könnte das Geschäft dadurch belastet werden, dass Versorgungsschwierigkeiten

bei bestehenden Lieferanten auftreten beziehungsweise kurzfristig neue, geeignete Lieferanten gefunden

werden müssen. Der Geschäftsbereich Automobiltechnik hat eine besonders große Anzahl spezialisierter

Lieferanten. Hier nutzt der Einkauf erfolgreich ein umfangreiches Instrumentarium, um Risiken zu

beobachten und zu begrenzen. Unter anderem wird die Bonität der Lieferanten mit Hilfe externer und

interner Informationen laufend beobachtet. Spezialisierte Teams im Einkauf sorgen dafür, dass in einer

Krisensituation die Versorgung des Geschäftsbereichs (und damit die der Endkunden) sichergestellt

werden kann.

Risikobericht


Lagebericht

32

Veränderungen auf den Beschaffungsmärkten

Preisschwankungen bei Stahl, Schrott und Legierungen sind für die Benteler-Gruppe ein nicht unerhebliches

Risiko. Erhöhen sich die Vormaterialpreise, können diese nicht immer sofort und im notwendigen

Umfang über die Verkaufspreise der Produkte an die Kunden weitergegeben werden. Dies kann sich

negativ auf die Ergebnisentwicklung auswirken. Im Umkehrschluss kann sich durch die verzögerte Weitergabe

sinkender Beschaffungspreise auch ein positiver Einfluss auf die Ertragslage ergeben.

Der Geschäftsbereich Automobiltechnik kauft in erheblichem Umfang Warm- und Kaltband ein. Änderungen

bei den Beschaffungspreisen gibt er weitgehend an die Kunden weiter. Zum Ausgleich von

Vormaterialpreissteigerungen gibt es im Geschäftsbereich Stahl/Rohr mit den Kunden eine Vereinbarung

über Materialteuerungszuschläge. Bei der Benteler Distribution können sinkende Beschaffungspreise

die Erlöse für den Verkauf von vorhandenen Beständen verringern. Daher steuert der Geschäftsbereich

gerade bei hoher Marktvolatilität aktiv die Höhe seiner Bestände.

Projektrisiken

Die Automobiltechnik ist an umfangreichen Entwicklungs- und Fertigungsprojekten beteiligt. In diesen

Projekten können unerwartete technische Probleme im Geschäftsbereich oder bei den Zulieferern auftreten,

die bisweilen zu höheren Kosten für den Serienanlauf und/oder zu höheren Investitionen führen

können als ursprünglich geplant. Zur Vermeidung bzw. Verringerung dieser Risiken nutzt der Geschäftsbereich

umfangreiche Standards für die Projektabwicklung. Diese sehen auch regelmäßige Projekt-

Reviews vor, um gegebenenfalls ein frühzeitiges Gegensteuern zu ermöglichen. Die Zulieferer werden in

diesen Prozess einbezogen und periodisch auditiert.

Qualitätsrisiken

Entwicklungs-, Produktions- oder Logistikfehler in den eigenen Werken oder bei Zulieferern können

dazu führen, dass Kunden mit fehlerhaften Teilen oder zu spät beliefert werden. Dies hat möglicherweise

Schadenersatzforderungen zur Folge. Deshalb hat die Benteler-Gruppe umfassende Verfahrensanweisungen

zur Prozesssicherheit, zum Qualitätsmanagement sowie zu Prozess-Audits in den eigenen

Werken und bei den Lieferanten eingeführt. Um derartige Risiken in der eigenen Fertigung zu verringern,

entwickeln die Geschäftsbereiche die Produktionsverfahren ständig weiter und betreiben eine

vorbeugende Instandhaltung der Anlagen. Parallel dazu setzen sie den Ausbau der Systeme zur lückenlosen

Dokumentation der Fertigungsschritte jedes Bauteils in der Produktion fort. Damit sollen das

Rückrufrisiko infolge einer Belieferung mit fehlerhaften Teilen durch Lieferanten sowie das Risiko für

die Produktion und Lieferung eigener fehlerhafter Produkte minimiert werden. Für etwaige Haftungsund

Schadensfälle hat die Benteler-Gruppe Versicherungen abgeschlossen, um verbleibende Risiken

für das Unternehmen zu begrenzen. Schadensfälle können außerdem aus dem Einkauf von fehlerhaftem

Material resultieren. Über die Kooperation mit einem Versicherungsmakler bietet die Benteler-Gruppe

auch ihren externen Lieferanten günstige Möglichkeiten zum Abschluss einer Produkthaftungs- und

Rückrufversicherung an.

Risiken aus Sachschäden und Betriebsunterbrechung

Im Berichtsjahr hat Benteler das System zur Betriebsrisiko-Prävention weiterentwickelt. Hierzu wurde

ein bereichsübergreifender Arbeitskreis Betriebssicherheit/Risikoprävention installiert, in den auch die

Erfahrungen aus dem Brand im Rohrwerk Dinslaken eingeflossen sind. Hauptaufgaben sind die systematische

Überprüfung und Klassifikation der Betriebsrisiken der Werke, das Ableiten von Maßnahmen

zur Schadensprävention, die Erarbeitung von Notfallplänen für die Geschäftsprozesse und die Einführung

eines jährlichen Betriebssicherheitsberichtes.

Risikobericht


Lagebericht 33

Währungs- und Zinsänderungsrisiken

Im Rahmen der internationalen Geschäftsbeziehungen ist die Benteler-Gruppe Währungsrisiken aufgrund

von Wechselkursänderungen ausgesetzt – insbesondere bei Beschaffung und Verkauf. Das zentral

gesteuerte Finanz- und Währungsmanagement schließt Devisenrisiken durch ein Informationssystem

und darauf abgestimmte Sicherungsgeschäfte weitgehend aus. Kundenaufträge und Zukaufvolumina in

Fremdwährung sichert der Konzern nach festgelegten Verfahrensweisen grundsätzlich ab. Zinsänderungsrisiken

werden in der Benteler-Gruppe durch eine weitgehend fristenkongruente Aufnahme von

Refinanzierungsmitteln und den Einsatz von Derivaten gesteuert. (Weitere Angaben zu den Finanzierungsinstrumenten

finden sich im Konzernanhang.)

Liquiditätsrisiken

Die Benteler-Gruppe benötigt zur Sicherung ihres Fortbestehens sowie zum Erreichen der Wachstumsziele

eine ausreichende Liquidität. Auf Basis der Planungen wird der zu deckende Finanzbedarf ermittelt,

der durch mittel- und langfristige Finanzierungen vor allem von den Kernbanken abgedeckt wird.

Durch den Eintritt wirtschaftlicher Risiken kann zusätzlicher Finanzbedarf entstehen. Darüber hinaus

können weitere Finanzmittel erforderlich sein, um sich bietende Chancen zu nutzen. Die vorausschauende

Versorgung mit Liquidität ist eine der wichtigsten Aufgaben des Finanzmanagements im Unternehmen.

Durch ihre langfristig ausgerichtete, konservative Finanzierungspolitik ist die Benteler-Gruppe gut auf

das geplante Wachstum vorbereitet. Die zur Finanzierung des Working Capital vorgehaltenen Vorratslinien

stehen für mehrere Jahre zur Verfügung. Durch die solide Finanzierungsstruktur ist die Zahlungsfähigkeit

auch dann gesichert, wenn negative konjunkturelle Einflüsse das Unternehmen belasten. Darüber

hinaus hat die Benteler-Gruppe zahlreiche Maßnahmen umgesetzt, um den zukünftigen Liquiditätsbedarf

noch genauer abschätzen zu können und Liquidität im Unternehmen freizusetzen. Dabei stehen

das Working-Capital-Management und die Investitionen im Vordergrund. Als Ergebnis des aktiven

Working-Capital-Managements sowie eines effizienten Investitionsverhaltens verfügt der Konzern derzeit

über erhebliche Bestände an Barmitteln.

IT-Risiken

Durch den Ausfall von IT-Systemen und/oder die Manipulation von Daten können wichtige Prozesse der

Benteler-Gruppe gestört werden und unter anderem Lieferprobleme oder Lieferausfälle zur Folge haben.

Diesem Risiko begegnet das Unternehmen mit der redundanten Auslegung von IT-Systemen sowie entsprechenden

Berechtigungskonzepten, Notfallplänen und Richtlinien zur IT-Sicherheit, die regelmäßig

geprüft und überwacht werden.

Nach Prüfung

der gegenwärtigen

Risikosituation bestehen

derzeit keine

erkennbaren Risiken,

die den Fortbestand

der Benteler-Gruppe

gefährden könnten.

Gesamtaussage zum Risikomanagement

Im Berichtsjahr wurden wieder zusätzlich zur Prüfung des Jahresabschlusses wesentliche Risikomanagementprozesse

durch die Wirtschaftsprüfer untersucht. Sie haben festgestellt, dass die gesetzlichen

Anforderungen erfüllt werden und das in der Benteler-Gruppe bestehende Frühwarnsystem geeignet

ist, Entwicklungen, die den Fortbestand der Gesellschaft gefährden könnten, rechtzeitig zu erkennen

und zu handhaben.

Nach Prüfung der gegenwärtigen Risikosituation bestehen derzeit keine erkennbaren Risiken, die den

Fortbestand der Benteler-Gruppe gefährden könnten.

Risikobericht


Lagebericht

34

Forschungs- und EnTwicklungsbericht

An 32 Standorten

der Benteler-Gruppe

arbeiten mehr als

1.200 Mitarbeiter in

18 Ländern in der

Forschung und in

den Entwicklungsbereichen.

Fortschritt durch innovative Technologien, Produkte und Prozesse

Die Benteler-Gruppe arbeitet kontinuierlich an neuen Produkten, Werkstoffen und Technologien, um

ihren Kunden einen Mehrwert zu bieten. Ziel ist es, neueste Technologien, ausgezeichnete Qualität,

herausragende Produkteigenschaften, optimale Wirtschaftlichkeit und Ressourcenschonung zu vereinen.

Durch das Engagement soll die eigene Wettbewerbsposition gestärkt und das Produktportfolio erweitert

werden. Zukunftstrends spielen dabei stets eine entscheidende Rolle. An 32 Standorten der Benteler-

Gruppe arbeiten mehr als 1.200 Mitarbeiter in 18 Ländern in der Forschung und in den Entwicklungsbereichen.

Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung im Jahr 2011 beliefen sich auf insgesamt 106,8 Mio.

Euro (Vorjahr: 109,5 Mio. Euro).

Die nachfolgenden Beispiele stehen stellvertretend für die vielfältigen Aktivitäten in den Bereichen

Forschung und Entwicklung der Benteler-Gruppe:

Produktentwicklungen im Bereich geschweiSSte Rohre

Eine wichtige Innovation sind speziell konstruierte Nockenwellenrohre für Motorräder. Neben besonderen

Anarbeitungsmerkmalen ermöglichen sie eine deutliche Gewichtseinsparung und eine verbesserte

Leistung bei gleichzeitig geringerer Emissionsbelastung. Im Bereich Fahrwerk wurde ein mikrolegierter,

normal glühfähiger Stahl mit großem Formänderungsvermögen adaptiert, um komplexe Umformoperationen

realisieren zu können. Die daraus gefertigten Rohre werden durch spezielle Biegeoperationen

und Hydroformen zu fertigen Bauteilen umgeformt und final zu Vorder- bzw. Hinterachsen verarbeitet.

Durch den Einsatz dieses Materials konnte die Wanddicke gegenüber dem Vorgängermodell reduziert

und Gewicht eingespart werden. Im Bereich Medienführung wurde ein Konzept für die Beschichtung

von Kleinrohren für automobile Leitungen erarbeitet, die im Bereich der Kraftstoffleitungen und in

Lenkungssystemen Anwendung findet. Die Beschichtung reduziert Kosten und erreicht eine sehr gute

Korrosionsschutzbeständigkeit auch bei umgeformten Teilen.

Produktentwicklungen im Bereich nahtlose Rohre

Airbag-Hersteller nutzen Rohre aus hochfesten Stählen von Benteler zur Produktion von Hybrid- und

Kaltgas-, aber auch von pyrotechnischen Generatoren. Um Wanddicken unter zwei Millimeter zu erreichen,

wurde ein neuer Werkstoff entwickelt, der Airbags leichter macht. Er befindet sich derzeit in der Validierungsphase

und soll demnächst in ersten Prototypen eingesetzt werden. Des Weiteren wurde für den

Einsatz als Antriebswelle im Rennsport ein nahtloses Rohr aus dem höchstfesten Benteler-Werkstoff

BNX 205 entwickelt. Die bisher verwendete Steckverzahnung zwischen Hohlwelle und Antriebswellengelenk

wird bei dieser Hochleistungsantriebswelle durch eine Elektronenstrahlschweißverbindung ersetzt,

was deutlich Gewicht spart. Sie eignet sich auch für den Einsatz in Elektrofahrzeugen.

Forschungs- und Entwicklungsbericht


Lagebericht 35

Werkstofftechnologie

Im Berichtsjahr gab es weitere Aktivitäten rund um den vermehrten Einsatz faserverstärkter Bauteile im

Automobilbau. Gewichtseinsparung und Verbrauchsreduktion stehen dabei für die Hersteller im Mittelpunkt,

technologisch ist es aber vor allem die Automatisierung der Herstellprozesse, die den Einsatz in

der Großserie ermöglicht. Dies betrifft insbesondere die Handhabung von Geweben, d. h. das Greifen,

den Transport zwischen den Arbeitsstationen durch Roboter und die definierte, reproduzierbare Ablage

im Werkzeug. In Zusammenarbeit mit dem Joint Venture Benteler-SGL wurden dafür neuartige Greifer-

Konzepte entwickelt, die hohe Flexibilität und Zuverlässigkeit vereinen.

Faserverbundwerkstoffe

und hochfeste

Stähle oder Aluminiumlegierungen

sind die

zentralen Forschungsthemen

in der Werkstoffentwicklung

bei

Benteler.

Schwerpunktthemen Sicherheit, Effizienz und Umwelt

Zentrale Forschungsthemen im Bereich der Werkstoffentwicklung sind neue Materialien für den Leichtbau

wie Faserverbundwerkstoffe und hochfeste Stähle oder Aluminiumlegierungen. Neue Umformtechnologien

für eine erhöhte Bauteilperformance, Fügetechniken für Hybridstrukturen oder neue Beschichtungsverfahren,

die ultrahochfeste Stähle vor Korrosion schützen, runden das Portfolio ab.

Systeme und Grundlagen

Bei der Produktentwicklung standen Forschungsfelder wie Thermomanagement, aktive Crash-Systeme

und Mechatronik im Fokus. Die Mechatronik-Projekte konzentrierten sich auf die Themen Sicherheit und

Effizienz. Verbesserte Aktuatoren im Überrollschutz von Cabriolets gewährleisten ein schnelles Ausfahren

der Sicherheitsbügel und damit den Insassenschutz bei schweren Unfällen. Außerdem ermöglichen

neue Crashsensoren eine sichere und schnellere Unterscheidung der Unfallschwere. Dadurch können

Schutzsysteme wie Airbag und Gurtstraffer früher aktiviert und somit die Unfallfolgen gemildert werden.

Mechatronische Systeme im Stabilisator erlauben eine Komfortverbesserung ohne Beeinträchtigung der

Fahrdynamik. Das von Benteler entwickelte semi-aktive System zeichnet sich dabei durch eine hohe

Kosten- und Energieeffizienz aus. Im Bereich Thermomanagement wurden Grundlagenprojekte zur

Energierückgewinnung aus Abgaswärme bearbeitet. Hierbei soll die Wärme zu unterschiedlichen Verbrauchern

transportiert oder in elektrische Energie umgewandelt werden, um den Kraftstoffverbrauch

und damit die CO 2 -Emissionen zu senken. So lässt sich beispielsweise in der Startphase das Motoroder

Getriebeöl schneller erwärmen, was die Reibungsverluste insbesondere auf kurzen Strecken reduziert.

Zusätzlich soll die Verlustwärme für die Innenraumheizung genutzt werden.

Forschungs- und Entwicklungsbericht


Lagebericht

36

Strukturbauteile

Der Zielkonflikt zwischen Leichtbau, Crashperformance und Steifigkeitsabsicherung benötigt alternative

Lösungsansätze in der Fahrzeugstruktur. Die daraus resultierenden neuen Bauteilgeometrien erfordern

angepasste Fertigungskonzepte, die zurzeit in Erprobung sind. Für ein Großserienprojekt wurde erstmals

ein warmgeformtes Karosseriestrukturbauteil mit acht unterschiedlichen Blechdicken entwickelt und in

der Serie umgesetzt. Die verwendete abgewalzte Blechplatine wird im direkten Warmformprozess umgeformt

und gehärtet. Das so gefertigte Bauteil bietet einen Gewichtsvorteil von 20 Prozent. Eine Innovation

für ultrahochfeste, warmgeformte Bauteile stellt das partielle Mehr-Zonen-Vergüten dar, eine Weiterentwicklung

des etablierten Zwei-Zonen-Vergütens. Dadurch können anforderungsgerechte Eigenschaften

über die Bauteilgeometrie umgesetzt und eine bessere Crashperformance sowie Kostenreduzierungen bei

nachfolgenden Beschnittoperationen erreicht werden.

Benteler ist auch auf dem Gebiet der Elektromobilität aktiv, so z. B. bei der Entwicklung der Subsysteme

für zwei große Spaceframe-Strukturprojekte und bei der Auslegung und Realisierung des Gesamtfahrzeugkonzepts.

Eine Herausforderung ist die Entwicklung und fertigungstechnische Umsetzung der Trägersysteme

für Lithium-Batterien. Komplexe Anforderungsprofile führen zu Fügeverfahren, die sonst in der

Luftfahrt Anwendung finden. Derzeit wird die Serienproduktion vorbereitet.

Für Hybridstrukturen wird das Know-how aus den Bereichen Stahl, Aluminium und „Fiber Reinforced

Polymer“ (FRP) genutzt, um Leichtbaulösungen mit anforderungsgerechten Eigenschaften zu erarbeiten.

FRP findet Anwendung bei hybriden Strukturen und wird in enger Zusammenarbeit mit dem Joint Venture

Benteler-SGL bearbeitet. Im Berichtsjahr wurden Entwicklungen für faserverstärkte Strukturbauteile, wie

beispielsweise B-Säulen, und für faserverstärkte Stahl- und Aluminiumbauteile gestartet, auf deren

Basis Prozesse für den Einsatz von FRP-Verstärkungen in der Großserie erarbeitet werden.

Benteler Vehicle

Dynamics“ verbessert

durch neue Achssysteme

Fahrdynamik

und Reifenlaufleistung

– und verkürzt den

Bremsweg bei Pkw.

Fahrdynamik-Entwicklung

Ziel des Projektes „Benteler Vehicle Dynamics“ ist die Verbesserung von Fahrsicherheit, Fahrkomfort

und Fahrdynamik bei Pkw. Auf Basis der neuen Power-Loss-Methode wurde eine Achse entwickelt, die im

Grundsatz den konventionellen Auslegungsstrategien der Automobilindustrie in Bezug auf Fahrdynamik

widerspricht. Um ihre Performance zu bewerten, wurde ein Fahrzeug entsprechend umgebaut und mit

einem Serienfahrzeug verglichen. Die Tests bestätigten die Erwartungen in vollem Umfang. Beispielsweise

erreichte das Testfahrzeug eine um 40 Prozent höhere Reifenlaufleistung, und die Runden zeiten

sowie der Bremsweg auf nasser Fahrbahn konnten deutlich verbessert werden.

Forschungs- und Entwicklungsbericht


Lagebericht 37

Umweltmanagementbericht

Integrierter Umweltschutz

Ressourcenschonung und Umweltschutz sind in der Benteler-Gruppe gelebte Unternehmenspraxis. Das

Unternehmen will einen positiven Beitrag zu einer nachhaltig gesicherten Zukunft leisten, indem alle

Bereiche ihre Umweltleistung laufend verbessern und das Bewusstsein hierfür bei Mitarbeitern, Lieferanten

und Kunden fördern. Die Maßnahmen zur umweltgerechten Gestaltung umfassen die gesamte

Produktpalette und sämtliche Produktionsabläufe. Hierbei berücksichtigt Benteler den vollständigen

Lebenszyklus der Produkte, von der Verwendung der Rohstoffe über die Produktentwicklung, Produktion

und Produktnutzung bis hin zur Entsorgung und Wiederverwertung. Damit ist der integrierte Umweltschutz

in allen Aktivitäten der Benteler-Gruppe gleichrangiges Unternehmensziel – gleichgestellt mit

der Erzeugung höchster Qualität und maximaler Kundenzufriedenheit bei höchstem Sicherheitsniveau

für die Mitarbeiter. Dies ist in den Unternehmensleitlinien festgeschrieben. Die Benteler-Gruppe hat

ein Umweltmanagementsystem installiert, welches regelmäßig nach DIN EN ISO 14001 zertifiziert wird.

Im Berichtsjahr konnten alle Werke die Anforderungen dieser Norm erfüllen. In vielen Punkten wurden

diese sogar noch übertroffen.

Ökonomie und Ökologie in Balance

Es versteht sich von selbst, dass alle organisatorischen und technischen Vorkehrungen zum Umweltschutz

laufend mit den neuesten Vorschriften abgeglichen werden und die Fertigungsabläufe sowie die

Produkte mit Blick auf den gesamten Lebenszyklus umweltgerecht gestaltet werden. Geschlossene Kühlkreisläufe,

chromfreie Passivierung und lösemittelarme, wasserbasierte Lacksysteme sind für Benteler

heute ebenso selbstverständlich wie ein modernes Energiemanagement mit Nutzung der Fertigungsabwärme,

wodurch ökologische und ökonomische Ziele gleichermaßen erreicht werden.

Nachhaltiges Wirtschaften wird aber auch genutzt, um aus den dort gewonnenen Erfahrungen Verbesserungspotenziale

bei den Geschäftsprozessen ableiten zu können. Dazu gehörten neben der Wärmerückgewinnung

die Verwertung von Produktionsreststoffen und Nebenprodukten. Andere Beispiele

sind die Weiterentwicklung des Lärmschutzes, die Reduzierung organischer Lösemittel bei Korrosionsschutzmedien

zur Minimierung ozonschädigender Emissionen, die Ablösung der Korrosionsschutzlackierung

auf Lösemittelbasis durch UV-Licht-aushärtende Produktschutzmedien und die Einführung und

Weiterentwicklung moderner Ofenführungssysteme an verschiedenen Wärmebehandlungseinheiten.

Der Fokus der Aktivitäten im Umweltmanagement bei Benteler liegt auf präventiven Maßnahmen, der

Unterstützung des Projektmanagements und der Beurteilung der Umweltaspekte in Geschäfts- und

Managementprozessen. Ziel eines bereichsübergreifenden Projektes im Rahmen der DIN EN 16001 ist,

die Energiekosten in allen drei Geschäftsbereichen zu senken.

Umweltmanagementbericht


Lagebericht

38

Darüber hinaus arbeitet Benteler intensiv an der ökologischen Beurteilung der Produkte und Ressourcen.

So wurde das datenbankgestützte Modul für den Bereich Gefahrstoffmanagement weiter optimiert. Es

wird unter anderem für die Ablage sämtlicher relevanter Dokumente, wie Gefährdungsbeurteilungen,

Betriebsanweisungen und Sicherheitsdatenblätter, genutzt und unterstützt die Mitarbeiter bei einem

sicheren Umgang mit den Produkten.

Das speziell ausgebildete

Team der IMDS-

Zentrale bei Benteler

(International Material

Data System) konnte

im Berichtsjahr die

Datenqualität von

65 auf 95 Prozent

verbessern.

Von führenden Automobilherstellern wurde eine IMDS-Datenbank (International Material Data System)

entwickelt, um allen Anforderungen der 1998 eingeführten Altautoverordnung (seit 2002 Altfahrzeugverordnung)

in Deutschland gerecht zu werden. Bis 2015 müssen die Automobilhersteller nun zusätzlich

nachweisen, dass 95 Prozent eines Autos recyclebar sind. Auf Basis des IMDS wird daher ein Materialdatenblatt

erstellt, auf dem alle verwendeten Werkstoffe und anteiligen Stoffkomponenten für jedes

Bauteil eines Fahrzeugs benannt sind. Dies ist für das spätere Recycling der jeweiligen Fahrzeugteile

wichtig. Das speziell ausgebildete Team der IMDS-Zentrale bei Benteler kümmert sich schon während

der Entwicklungsphase zentral um die entsprechende Abwicklung der Projekte weltweit. Im Berichtsjahr

konnte die Datenqualität von 65 auf 95 Prozent verbessert werden.

Umweltmanagementbericht


Lagebericht 39

Personalbericht

Investition in die Zukunft

Der Erfolg der Benteler-Gruppe ist eng verknüpft mit den Leistungen der Mitarbeiter, ihrer Kreativität

sowie ihrer persönlichen und fachlichen Kompetenz. Mit ihrem Engagement und ihren Ideen bilden sie

die Basis für Veränderungen und sind somit unabdingbare Voraussetzung für den weiteren Wachstumsprozess

des Unternehmens.

Im Jahresdurchschnitt 2011 beschäftigte die Benteler-Gruppe weltweit 25.848 FTEs (FTE = Full Time Equivalent,

Vollzeitäquivalente). Dies sind 2.100 bzw. 9 % mehr als 2010. Das Unternehmen ist sich seiner

gesellschaftlichen Verantwortung bewusst und bildet Jugendliche in unterschiedlichen Lehrberufen aus.

2011 ermöglichte Benteler 714 jungen Menschen weltweit (Vorjahr: 660) eine Ausbildung.

Mitarbeiter/-innen (in FTE) nach Geschäftsbereichen (Jahresdurchschnitt)

2011 2010 Veränderung

[%]

Automobiltechnik 20.851 18.984 1.867 10

Stahl/Rohr 3.408 3.314 94 3

Distribution 1.406 1.308 98 8

Holding-Gesellschaften 183 142 41 29

Mitarbeiter/-innen 25.848 23.748 2.100 9

davon Auszubildende * 714 660 54 8

* in Personen (Jahresdurchschnitt)

Mitarbeiteranteile (in FTE) an der Gesamtbelegschaft

Stahl/Rohr

13,2 % 2011 | 14,0 % 2010 Distribution

5,4 % 2011 | 5,5 % 2010

Automobiltechnik

80,7 % 2011 | 79,9 % 2010

Holding-Gesellschaften

0,7 % 2011 | 0,6 % 2010

Im Geschäftsbereich Automobiltechnik stieg die durchschnittliche Mitarbeiterzahl (in FTE) um 1.867 oder

10 % auf 20.851 FTEs. Der Zugang resultiert vor allem aus dem Anstieg in den Regionen Nordeuropa

(+ 705 FTEs), Nordamerika (+ 485 FTEs) und Asien/Pazifik (+ 409 FTEs). 2011 betrug der Anteil der deutschen

Beschäftigten an der Gesamtbelegschaft 36 %. Im Berichtsjahr waren in der Benteler Automobiltechnik

rund 81 % aller FTEs der Benteler-Gruppe tätig.

Personalbericht


Lagebericht

40

Im Geschäftsbereich Stahl/Rohr erhöhte sich die durchschnittliche Zahl der Mitarbeiter im Vergleich zum

Vorjahr um 94 FTEs bzw. 3 % auf 3.408. Im Geschäftsbereich Distribution wuchs die durchschnittliche

Zahl der Beschäftigten um 8 % auf 1.406 FTEs. Die durchschnittliche Mitarbeiterzahl in den Holding-

Gesellschaften (inklusive der neu gegründeten zentralen Einkaufsgesellschaft Benteler Global Procurement

GmbH) betrug 183 FTEs gegenüber 142 FTEs im Vorjahr.

Mitarbeiteranteile (in FTE) der Benteler-Gruppe

in Österreich und Deutschland sowie in den anderen Ländern

Österreich/Deutschland 36 %

9.418 FTEs | (2010: 38 %)

Restliche Welt 64 %

16.430 FTEs | (2010: 62 %)

Durchschnittlich waren im Berichtsjahr 16.430 FTEs im Ausland und 9.418 in Österreich und Deutschland

tätig.

Menschen tragen den Erfolg

Die anspruchsvollen Wachstumsziele, die zunehmende Internationalisierung, der Wettbewerbsdruck

nach der Krise, der verstärkte Wettbewerb um Talente und der Umgang mit den Auswirkungen des

demografischen Wandels standen im Berichtsjahr im Fokus der Personalarbeit.

Management-Audit eingeleitet

Im Berichtsjahr leitete Benteler zur Einschätzung des Führungspotenzials ein Management-Audit für

die obersten zwei Führungsebenen ein. Ziel war die Erhebung und anschließende Weiterentwicklung

der Kompetenzen der heutigen Führungskräfte im Dienst der strategischen Ausrichtung von morgen.

Intensive Rückmeldegespräche und individuelle Maßnahmen fordern und fördern die Führungskräfte und

gewährleisten dadurch eine persönliche Weiterentwicklung und damit das Wachstum des Unternehmens.

Gleichzeitig stellt die frühzeitige Führungskräfteentwicklung eine langfristige Nachfolgere gelung sicher.

Mit einer vorausschauenden Personalentwicklung durch eine internationale Nachfolgeplanung konnten

auch 2011 wieder Führungspositionen auf allen Ebenen mit internen Kandidaten erfolgreich besetzt

werden.

Darüber hinaus wurde 2011 eine konzernweite Überprüfung der derzeitigen Stellenbewertung gestartet,

um eine weltweite und bereichsübergreifende Transparenz und Harmonisierung aller Positionen zu

erreichen. Dieses Vorgehen entspricht den Benteler-Werten und bildet die Grundlage für eine attraktive

Karriereplanung im gesamten Unternehmen.

Personalbericht


Lagebericht 41

Mitarbeiter gewinnen

Die Benteler-Gruppe ist ein attraktiver Arbeitgeber und möchte auch so wahrgenommen werden. Das

Unternehmen hat den Anspruch, die richtigen Mitarbeiter zu gewinnen und dauerhaft zu binden, um

innovatives Denken und Handeln weiter voranzutreiben.

Die Ausbildung hat in

der Benteler-Gruppe

und besonders am

Standort Deutschland

einen hohen Stellenwert

und wurde in

den letzten Jahren

sowohl quantitativ

als auch qualitativ

ausgebaut.

Die Ausbildung hat in der Benteler-Gruppe und besonders am Standort Deutschland einen hohen Stellenwert.

Sie wurde in den letzten Jahren sowohl quantitativ als auch qualitativ ausgebaut. Zahlreiche in

der Ausbildung erworbene Zusatzqualifikationen bereiten die Absolventen gezielt auf das Berufsleben

vor. Ein Indiz dafür sind die sehr guten Ergebnisse der Abschlussprüfungen. Auch 2011 zählte wieder ein

Auszubildender von Benteler zu den Bundesbesten in Deutschland.

Der demografische Wandel mit deutlich sinkenden Schülerzahlen wirkt sich zunehmend auf die Quantität

und die Qualität der Bewerber aus. Dies gilt insbesondere für die MINT-Berufe (Mathematik, Informatik,

Naturwissenschaften, Technik). Deshalb spricht Benteler junge Menschen mit zahlreichen Aktivitäten

an, um sie für Technik zu begeistern. Dazu gehören ein Tag der offenen Tür im Benteler Aus- und Weiterbildungszentrum

in Paderborn, Kooperationsaktivitäten mit Schulen, Schülerpraktika und der Girls’ Day.

Erste Erfolge konnten bereits verzeichnet werden. Mittlerweile gibt es auch in den technischen Berufen in

allen Ausbildungsjahren weibliche Auszubildende bei Benteler.

Für Menschen mit Migrationshintergrund und Schüler mit Lern- und Leistungsdefiziten führt Benteler

das Projekt SchuBS (Schule und Betrieb am Samstag) in Paderborn durch. Hier werden Schüler an Wochenenden

gezielt auf die Berufsausbildung vorbereitet. Mit überdurchschnittlichen Vermittlungsquoten in

der Ausbildung hat sich SchuBS zu einem Erfolgsprojekt entwickelt.

Durch Studienangebote mit Schwerpunkt im Ingenieurbereich gelingt es, gut ausgebildete Absolventen

zu gewinnen und an das Unternehmen zu binden. Erfreulicherweise stieg der Frauenanteil in den

technischen Berufen. 2011 war bereits fast ein Drittel der Studierenden in den Ingenieurstudiengängen

weiblich.

Mitarbeiterbindung und industrienahe Forschung miteinander zu kombinieren ist das Ziel des Angebotes

zur Industriepromotion. In diesem Programm werden Absolventinnen und Absolventen des Kombinationsstudiums

von Benteler bis zur Promotion gefördert. Es ist aber auch offen für andere sehr gute

Studienabsolventen.

Personalbericht


Lagebericht

42

Mitarbeiter qualifizieren und binden

Das weltweite Wachstum und die zunehmende internationale und bereichsübergreifende Zusammenarbeit

führen zu einer steigenden Komplexität. Damit die Mitarbeiter auf allen Ebenen die daraus resultierenden

Anforderungen auch in Zukunft erfüllen können, steht ihnen ein umfassendes Fortbildungsangebot

zur fachlichen und persönlichen Weiterqualifizierung zur Verfügung. Die Maßnahmen schaffen

ein einheitliches Verständnis für Abläufe und Prozesse im Unternehmen und ermöglichen eine effiziente

Zusammenarbeit.

Die Benteler-Gruppe bietet ein 360°-Feedback zur Unterstützung der Führungskultur an. Es wurde

individuell für das Unternehmen erarbeitet und beinhaltet Fragen zur Umsetzung der Führungskultur,

zum Kompetenz-Modell, zur Teamarbeit und zum Kundenbewusstsein. Das 360°-Feedback bindet neben

der Selbsteinschätzung des Mitarbeiters das Feedback aller beruflichen Schnittstellen ein.

Benteler fördert mit

der KiTa „Rohrspatzen“

aktiv die harmonische

Vereinbarkeit von

Familie und Beruf.

Kindertagesstätte „Rohrspatzen“

Um die Zufriedenheit der Mitarbeiter zu fördern, investiert Benteler in eine familienbewusste Personalpolitik.

Die 2008 eröffnete Kindertagesstätte „Rohrspatzen“ in Paderborn ermöglicht berufstätigen Mitarbeitern,

Familie und Beruf zu vereinbaren. Die Kinder werden in altersgemischten Gruppen von vier

Monaten bis sechs Jahren betreut. Die Einrichtung ist als „Haus der kleinen Forscher” zertifiziert. Ziel

dieser Initiative ist es, Natur und Umwelt mit den Kindern zu erforschen, beispielsweise durch naturwissenschaftliche

Experimente.

Gesundheitsmanagement

Ein Unternehmen ist auf die Leistungsfähigkeit und die Leistungsbereitschaft der Mitarbeiter angewiesen.

Die Benteler-Gruppe fördert daher im Rahmen des betrieblichen Gesundheitsmanagements in den

Geschäftsbereichen und Ländergesellschaften nachhaltig die Gesundheit aller Mitarbeiter. Hierbei wird

ein ganzheitlicher Ansatz verfolgt, der Sport- und Präventionsangebote sowie zahlreiche Aktionen zu

den Themen Gesundheit, Entspannung und Ernährung umfasst.

Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels mit gestiegenem Renteneintrittsalter wird es zukünftig

immer wichtiger sein, die Mitarbeiter eines Unternehmens bis ins hohe Alter leistungsfähig und

gesund zu erhalten. Psychische und physische Belastung am Arbeitsplatz sind in den letzten Jahren

kontinuierlich gestiegen. Im Berichtsjahr wurde daher ein neues Konzept für ein integriertes Gesundheitsmanagement

unter Berücksichtigung des demografischen Wandels erarbeitet und in ersten Werken

erfolgreich eingeführt. Um den zukünftigen Entwicklungen entgegenzuwirken, die Führungskräfte zu

sensibilisieren und ihnen Handlungsmöglichkeiten an die Hand zu geben, wurden entsprechende Seminare

für ein gesundes Arbeiten und Führen in den Weiterbildungskatalog aufgenommen.

Gute Ideen fördern

Die Mitarbeiter der Benteler-Gruppe beteiligen sich aktiv mit ihren Ideen an der weiteren Optimierung

der Arbeitsumgebung und des Arbeitsalltags im Unternehmen. 2011 wurden über 7.500 Verbesserungsvorschläge

(im Vorjahr 6.600) über das betriebliche Vorschlagswesen (BVW) eingereicht. Die aufgedeckten

Potenziale zur Kosteneinsparung, die Verbesserung der Kommunikation, die Optimierung der Prozessabläufe

und der damit verbundene Ausbau von Wettbewerbsvorteilen sind wichtige Gründe dafür, weiterhin

die Ideen der Mitarbeiter aktiv einzufordern und das BVW als Führungsinstrument zu nutzen.

Personalbericht


Lagebericht 43

PROGNOSEBERICHT

Langfristiges, profitables Wachstum weiter im Fokus

Trotz volatiler Marktbedingungen bleiben die obersten Unternehmensziele der Benteler-Gruppe – die

langfristige und kontinuierliche Steigerung des Unternehmenswertes und der Erhalt der finanziellen

Unabhängigkeit – unverändert gültig. Benteler konzentriert sich konsequent auf seine Stärken und strategischen

Initiativen als Basis für die weitere positive Entwicklung. Der Konzern ist durch das Produktportfolio

und die geografische Präsenz gut aufgestellt, um Marktchancen zu nutzen und sich neuen Herausforderungen

zu stellen.

Unsichere Konjunkturentwicklung

Die Aussichten für die Weltkonjunktur haben sich laut Aussage des Kieler Instituts für Weltwirtschaft

(IfW) auf breiter Front verschlechtert. Angesichts der Staatsschuldenkrise in Europa ist die Lage in den

Industrieländern äußerst instabil. Daher wird die weitere Entwicklung der europäischen Währungsunion

entscheidend für den künftigen Wachstumskurs sein. Die derzeitige Situation im Euro-Raum ist vor

allem durch eine große Vertrauenskrise gekennzeichnet. Inzwischen spielen zunehmend politische

Entscheidungen eine Rolle, wobei anzunehmen ist, dass die Euro-Staaten die gemeinsame Währung

erhalten wollen. Um dies wirtschaftspolitisch umzusetzen, werden massive Sparprogramme in Ländern

mit hoher Staatsverschuldung diskutiert. Inwieweit diese durchgeführt werden und sich auf die Realwirtschaft

auswirken, ist ungewiss. Zum niedrigen Zinsniveau kommen weitere Maßnahmen der geldpolitischen

Lockerung, wie etwa der fortgesetzte Ankauf von staatlichen und privaten Wertpapieren

durch die Europäische Zentralbank (EZB).

In den Schwellenländern lässt die Dynamik gegenüber dem Vorjahr nach. Trotz spürbarer Abschwächungstendenzen

wird jedoch damit gerechnet, dass aufgrund des Nachholbedarfes die Wirtschafts politik

wieder expansiv ausgerichtet wird und eine solide Wachstumsdynamik erwartet werden kann.

Die Benteler-Gruppe

kann durch ihre

äußerst solide Finanzierungsstruktur

auch sich in Zukunft

bietende Marktchancen

ergreifen.

Aufgrund dieser durch Unsicherheit geprägten Rahmenbedingungen zielen alle Geschäftsbereiche der

Benteler-Gruppe in der Fünf-Jahres-Planung gleichermaßen auf einen Ausbau ihrer Marktposition und

einer Steigerung der Rentabilität ab. Bis 2016 soll der Umsatz auf über 10 Mrd. Euro gesteigert werden,

wobei alle Bereiche zu diesem Wachstum beitragen sollen. Unter der Führung der strategischen Holding

in Salzburg wurden hierfür detaillierte Geschäftsbereichsstrategien entwickelt und verabschiedet,

Wachstumsoptionen geprüft, neue Geschäftsfelder gesucht und Investitionsfelder definiert. Die Benteler-

Gruppe kann durch ihre äußerst solide Finanzierungsstruktur auch sich in Zukunft bietende Marktchancen

ergreifen.

Dennoch gelten weiterhin die gleichen konservativen Finanzierungsgrundsätze wie bisher. Die Investitionen

werden weiterhin aus dem Cashflow finanziert, die Eigenkapitalquote soll 30 % erreichen und der

Finanzverschuldungsgrad darf im Regelfall 50 % nicht übersteigen. Des Weiteren soll das Anlagevermögen

langfristig finanziert sein.

Prognosebericht


Lagebericht

44

Strategische StoSSrichtung des Geschäftsbereiches Automobiltechnik bestätigt

Für 2012 wird von externen Marktforschern für die weltweite Automobilproduktion ein Wachstum von

6,3 % auf 82,0 Mio. Fahrzeuge erwartet.

Bedingt durch die Unsicherheit aus der Verschuldungskrise einiger europäischer Staaten soll 2012 die

Automobilproduktion in Europa um 1,8 % auf 19,9 Mio. Einheiten sinken. In Südeuropa wird sich dies

besonders auf Spanien negativ auswirken. In Nordamerika soll sich das Wachstum mit 6,9 % fortsetzen

und ein Produktionsvolumen von 13,8 Mio. Fahrzeugen erreicht werden. Auch in Südamerika hält dieser

Trend an. Die Produktion wird um 4,9 % auf 4,7 Mio. Stück zulegen. Asien soll mit einer Steigerung von

10,7 % ein Produktionsvolumen von 41,3 Mio. Fahrzeugen erreichen. Vor allem Indien und Japan werden

mit 16,1 %, respektive 14,9 %, das Volumenwachstum positiv beeinflussen. China hat sich über die vergangenen

zwei Jahre zu einem etablierten Automobilmarkt entwickelt, so dass die Dynamik hier leicht

nachlässt. Dennoch wird eine Zunahme von 8,5 % erwartet.

Technologisch hält der Trend zu baureihenübergreifenden Modullösungen („Baukästen“) weiter an. In

den Bereichen Fahrwerk, Struktur und Antriebsstrang benötigen die Automobilhersteller Lösungen zur

CO 2 -Reduzierung. Daher konzentriert sich die Benteler Automobiltechnik weiterhin auf ihre Leichtbaustrategien

für umweltfreundliche Fahrzeuge.

Bei den Fahrzeugsegmenten setzt sich derzeit weltweit der Trend zu kleineren, sparsameren Fahrzeugen

durch. Allerdings erzielen die Segmente obere Mittelklasse, Sportwagen und kleinere SUV weiterhin

Zuwachsraten. Der Markt ist vor allem durch Vielseitigkeit sowie starke regionale Unterschiede geprägt.

Langfristig werden wohl eher kleinere Fahrzeugmodelle mit hohen Stückzahlen und vielen Varianten

an Bedeutung gewinnen.

Ein Benchmark-

Vergleich des

Produktportfolios der

Benteler Automobiltechnik

zeigte, dass

der Geschäftsbereich

für die Anforderungen

der Zukunft richtig

aufgestellt ist.

Die bisher erkannten Markttrends wurden 2011 im Rahmen des Strategieprozesses erneut analysiert und

bestätigt. Technologien mit dem Ziel der Kraftstoffeinsparung, das Wachstum in Asien und die weltweite

Präsenz mit internationalen Entwicklungsstandorten bleiben die kritischen Erfolgsfaktoren für

den Geschäftsbereich Automobiltechnik. Innovationen im Bereich Leichtbau sollen den OEM bei der

Verfolgung ihrer Ziele zur Reduzierung des CO 2 -Ausstoßes helfen und gleichzeitig den erhöhten Sicherheitsanforderungen

Rechnung tragen. Bei einem ausführlichen Benchmark-Vergleich des Produktportfolios

der Benteler Automobiltechnik zeigte sich, dass der Geschäftsbereich für die Anforderungen der

Zukunft richtig aufgestellt ist.

Prognosebericht


Lagebericht 45

Die Benteler Automobiltechnik fokussiert sich auf die weltweit größten OEM und wird daher ihre globale

Präsenz an den Aktivitäten dieser Hersteller ausrichten. Bestehende Kapazitäten in Europa und Nordamerika

sollen höchstmöglich ausgelastet werden und neue Kapazitäten in den Wachstumsregionen,

vor allem in Asien, geschaffen werden.

Die Wachstumsstrategie der Benteler Automobiltechnik wird durch Markteintritte in Geschäftsfelder

mit überdurchschnittlichen Renditen unterstützt. In diesem Zusammenhang wurde 2011 ein Portfolio-

Mana ge ment-Projekt ins Leben gerufen, welches mögliche Wachstumspotenziale auf deren Nachhaltigkeit

hin bewertet.

Neben einem profitablen Wachstum ist der systematische Ausbau der Effizienzprogramme der Benteler

Automobiltechnik eine weitere Grundvoraussetzung für die Wertsteigerung des Unternehmens. Der

Geschäftsbereich konzentriert sich auf die Schwerpunkte Investitionsmanagement, Verbesserung der

Profitabilität, Optimierung der Organisation und der Prozesse sowie auf ausgewählte strategische Initiativen.

Eine der langfristigen Maßnahmen ist beispielweise die Weiterentwicklung des Projektmanagements

mit dem Ziel, die Planung neuer Projekte zu optimieren. Reibungslosere Neuanläufe sollen

durch effiziente Ressourcennutzung und durch die frühzeitige Einbindung der Werke sichergestellt

werden.

Für den Geschäftsbereich

Benteler

Stahl/Rohr wird

2012 in den beiden

Geschäftsfeldern

Benteler Rothrist und

Benteler Steel/Tube

ein Mengen- und

Umsatzwachstum

erwartet.

Internationaler Ausbau des Geschäftsbereiches Stahl/Rohr

Für den Geschäftsbereich Benteler Stahl/Rohr wird 2012 in den beiden Geschäftsfeldern Benteler

Rothrist und Benteler Steel/Tube ein Mengen- und Umsatzwachstum erwartet.

Das Geschäftsfeld Benteler Rothrist hängt wesentlich von der Entwicklung der Automobilindustrie ab

und wird weiterhin an deren Wachstum partizipieren. Die Erholung im Nutzfahrzeugsektor in den letzten

Monaten ist offensichtlich nachhaltig und wird sich im kommenden Jahr fortsetzen. Für Benteler

Rothrist ist zudem im Nicht-Automobil-Sektor der Maschinen- und Anlagenbau bedeutend. Vor allem

in der Region EU27 ist im Vergleich zum Vorjahr eine Steigerung zu erwarten.

Prognosebericht


Lagebericht

46

Produkte von Benteler Steel/Tube finden weltweit Verwendung: in der Öl- und Gasexploration, in Kraftwerken,

im Konstruktions- und Maschinenbausektor und in der Automobilindustrie. Aufgrund der positiven

Wirtschaftsentwicklung wird im Geschäftsfeld Benteler Steel/Tube für 2012 ein Wachstum erwartet.

Im Bereich OCTG (Oil Country Tubular Goods) ist insbesondere die Entwicklung auf dem nordamerikanischen

Markt relevant. Öl und Gas werden wohl auf lange Sicht einen wesentlichen Anteil an der Energieversorgung

haben. Die Energiepreise werden weiter steigen und attraktive Bedingungen für weitere Explorationen

schaffen.

Im Bereich Wärmetransfer wird in Europa und Nordamerika, u. a. infolge der CO 2 -Problematik, weiter eine

verhaltene Projektrealisierung für fossil befeuerte Kraftwerke erwartet. In Asien dagegen bleibt die

Bautätigkeit bei Kraftwerken auf hohem Niveau. Das bisher positive Solargeschäft in Europa wird

zukünftig durch eine wachsende Nachfrage aus den USA ergänzt. Daneben verbleiben die U-Rohr-Bedarfe

in Asien auf stabil hohem Stand.

Wesentlich für den Bereich Hydraulik/Präzistechnik ist der Maschinenbau mit den Schwerpunkten

Baumaschinen und Landmaschinen. Nach einer Erholung in 2011 wird auch für 2012 mit einem Wachstum

gerechnet. Treiber dieses Wachstums ist die Vergrößerung des Maschinenparks in Schwellenländern.

Insbesondere deutsche Hersteller mit starker Exportorientierung profitieren von diesem Trend.

Im Bereich Konstruktion sind der weltweite Maschinen- und Kranbau sowie die Bauindustrie, auch in

Verbindung mit dem Ausbau von Infrastrukturen, die Erfolgstreiber. Das prognostizierte Wachstum im

Maschinenbau und in der Bauindustrie wird sich auch im Geschäftsfeld Benteler Steel/Tube positiv

auswirken.

Der Geschäftsbereich Benteler Stahl/Rohr verfolgt weiterhin seine Tube-Solutions-Strategie. Die damit

einhergehenden übergeordneten Ziele – profitables Wachstum, Ausbau der führenden Position als

Präzisionsstahlrohr-Hersteller und Lokalisierung der Fertigung – werden durch die Ausrichtung der

Ressourcen, Prozesse und Projekte angestrebt.

Im Rahmen der Wachstumsstrategie des Geschäftsbereiches wurde untersucht, welche Märkte für das

Unternehmen und seine Produkte künftig relevant sein werden. Die Ergebnisse zeigen, dass mit einem

zunehmenden Absatz und Marktpotenzial von Produkten für die Explorationsindustrie in den USA

gerechnet wird. Daher wurde entschieden, einen weiteren Standort in den USA aufzubauen, um auch

zukünftig die Kunden flexibel und individuell beliefern zu können. Die aktuellen Planungen umfassen

den Aufbau eines Stahlwerks sowie einer Warmrohrproduktion und mehrerer Adjustagelinien zur

Herstellung nahtloser Rohrlösungen.

Prognosebericht


Lagebericht 47

Erfolgsfaktor Supply-Chain im Geschäftsbereich Distribution

Der Geschäftsbereich Distribution geht von einer weiteren Globalisierung sowohl bei den Lieferanten

als auch bei den Kunden aus. Dies wird zu einem steigenden Druck auf die Beschaffungs- und Absatzpreise

der Rohrhändler führen. Die hohen Ansprüche der Kunden in Bezug auf die ständige Verfügbarkeit

des Angebotes verlangen ferner nach einem aktiven Working-Capital-Management.

Mit Blick auf die

logistischen Herausforderungen

im

Distributionsgeschäft

zeichnet sich eine

flexible, international

ausgerichtete Supply-

Chain als fundamentaler

Erfolgsfaktor ab.

Mit Blick auf die logistischen Herausforderungen im Distributionsgeschäft, wie kurze Lieferzeiten bei

zunehmend kleiner werdenden Losgrößen, zeichnet sich eine flexible, international ausgerichtete Supply-

Chain als fundamentaler Erfolgsfaktor ab. Die Benteler Distribution ist durch ihre Größe, ihre Logistikkompetenz

und ihre Fokussierung auf die Segmente Maschinenbau, Hydraulikzylinderproduktion, den

Bau-, Automobil- und Energiesektor sowie die Bereiche industrielle Güter und Handel bestens gewappnet,

um ihre Ziele in diesem Marktumfeld zu erreichen. Des Weiteren wird der Ausbau der geografischen

Präsenz vorangetrieben. So ist für 2012 der Start des operativen Geschäftes in Spanien geplant. Außerdem

wird der verstärkte Marktauftritt in Nordafrika und dem Mittleren Osten vorbereitend analysiert.

Prognosebericht


Lagebericht

48

NACHTRAGSBERICHT

Nach dem Jahresabschluss haben sich keine wesentlichen Änderungen der Geschäftslage für das laufende

Jahr ergeben.

HAFTUNGSAUSSCHLUSS

Der Lagebericht enthält zukunftsbezogene Aussagen über erwartete Entwicklungen. Diese Aussagen

basieren auf aktuellen Einschätzungen und sind naturgemäß mit Risiken und Unsicherheiten behaftet.

Die tatsächlich eintretenden Ergebnisse können von den hier formulierten Aussagen abweichen.

Nachtragsbericht | Haftungsausschluss


49

Jahresabschluss

2011

Jahresabschluss


Jahresabschluss

50

Inhaltsverzeichnis

Konzern-Gewinn- und -Verlustrechnung 52

Konzern-Gesamtergebnisrechnung53

Konzern-Bilanz54

Konzern-Kapitalflussrechnung55

Konzern-Eigenkapitalentwicklung56

Konzernanhang58

Allgemeine Angaben 58

1 Informationen zum Unternehmen 58

2 Grundlagen der Abschlusserstellung 58

3 Neue Rechnungslegungsvorschriften 59

4 Konsolidierung 61

5 Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden 63

Erläuterungen zur Konzern-Gewinn- und -Verlustrechnung 73

6 Umsatzerlöse und Materialaufwand 73

7 Sonstige betriebliche Erträge 73

8 Personalaufwand 74

9 Sonstige betriebliche Aufwendungen 74

10 Abschreibungen 75

11 Gewinn aus Unternehmenszusammenschlüssen 75

12 FinanzergebniS 75

13 Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 76

Inhalt


Jahresabschluss

51

Erläuterungen zur Konzernbilanz 77

14 Immaterielle Vermögenswerte 77

15 Sachanlagen 80

16 Anteile an assoziierten Unternehmen 83

17 Latente Steueransprüche und -schulden 83

18 Sonstige langfristige Forderungen und Vermögenswerte 85

19 Vorräte 85

20 Forderungen 85

21 Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 87

22 Eigenkapital 88

23 Genussscheinkapital 89

24 Rückstellungen 89

25 Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 91

26 Finanzielle Verbindlichkeiten 94

27 Ertragssteuerverbindlichkeiten 94

28 Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten 95

Sonstige Angaben 96

29 Finanzrisikomanagement 96

30 Derivative Finanzinstrumente und Hedge-Accounting 102

31 Zusätzliche Angaben zu Finanzinstrumenten 104

32 Kapitalflussrechnung 111

33 Eventualschulden bzw. -forderungen 112

34 Mitarbeiteranzahl 112

35 Organe 113

36 Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen 114

37 Ereignisse nach dem Bilanzstichtag 115

38 Prüfungshonorare und -leistungen 115

39 Vorschlag für die Gewinnverwendung 115

Bestätigungsvermerk116

Bericht des Aufsichtsrates 118

Aufstellung des Anteilsbesitzes 120

Inhalt


Jahresabschluss

52

Konzern-Gewinn- und -Verlustrechnung (IFRs)

für das Geschäftsjahr vom 1. Jänner 2011 bis 31. Dezember 2011

Note 2011

[T-€]

2010

[T-€]

Umsatzerlöse 6 7.105.560 6.103.882

Bestandsveränderung und andere aktivierte Eigenleistungen 37.563 31.981

Gesamtleistung 7.143.123 6.135.863

Sonstige betriebliche Erträge 7 310.691 106.969

Materialaufwand 6 –5.121.794 –4.161.389

Personalaufwand 8 –1.269.479 –1.159.995

Abschreibungen 10 –203.075 –197.958

Sonstige betriebliche Aufwendungen 9 –680.517 –565.708

Ergebnis aus der operativen Geschäftstätigkeit vor Gewinnen

aus Unternehmenszusammenschlüssen 178.948 157.782

Gewinn aus Unternehmenszusammenschlüssen 11 0 8.536

Ergebnis der operativen Geschäftstätigkeit nach Gewinnen

aus Unternehmenszusammenschlüssen 178.948 166.318

Finanzergebnis 12 –47.448 –55.124

Ergebnis aus assoziierten Unternehmen 1.330 1.440

Ergebnis vor Steuern 132.831 112.634

Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 13 –35.820 –32.756

Konzernjahresüberschuss/-fehlbetrag 97.011 79.878

Davon entfallen auf:

Anteilseigner des Mutterunternehmens 92.628 74.684

Nicht beherrschende Anteile 4.383 5.194

Konzern-Gewinn- und -Verlustrechnung


Jahresabschluss

53

Konzern-Gesamtergebnisrechnung (IFRs)

für das Geschäftsjahr vom 1. Jänner 2011 bis 31. Dezember 2011

Note 2011

[T-€]

2010

[T-€]

Konzernjahresüberschuss/-fehlbetrag 97.011 79.878

Sonstiges Ergebnis (nach Steuern): 22

aus der Fremdwährungsumrechnung von

ausländischen Geschäftsbetrieben –44 54.203

aus der Bewertung von Sicherungsinstrumenten

bei der Absicherung von Zahlungsströmen –22.027 4.128

aus versicherungsmathematischen Gewinnen/Verlusten

aus leistungsorientierten Plänen (Saldo) 3.132 –18.404

–18.939 39.927

Gesamtergebnis 78.072 119.805

Davon entfallen auf:

Anteilseigner des Mutterunternehmens 72.832 110.933

Nicht beherrschende Anteile 5.240 8.872

Konzern-Gesamtergebnisrechnung


Jahresabschluss

54

Konzern-Bilanz zum 31. Dezember 2011 (IFRs)

Note 31.12.2011

[T-€]

31.12.2010

[T-€]

Immaterielle Vermögenswerte 14 102.855 103.106

Firmenwert 14 6.477 7.219

Sachanlagen 15 1.267.288 1.131.478

Anteile an assoziierten Unternehmen 16 9.924 9.025

Aktive latente Steuern 17 63.416 68.518

Langfristige Ertragssteuerforderungen 6.648 5.752

Sonstige langfristige Forderungen und Vermögenswerte 18 35.938 28.576

Langfristige Vermögenswerte 1.492.546 1.353.674

Vorräte 19 662.992 541.700

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 20.1 851.281 756.065

Percentage-of-Completion-Forderungen 20.2 30.234 13.160

Kurzfristige Ertragssteuerforderungen 20.3 17.837 15.789

Sonstige kurzfristige Forderungen und Vermögenswerte 20.3 277.801 134.314

Liquide Mittel und sonstige Zahlungsmitteläquivalente 21 307.510 302.037

Zur Veräußerung vorgesehene Vermögenswerte 1.742 0

Kurzfristige Vermögenswerte 2.149.397 1.763.065

Bilanzsumme 3.641.943 3.116.739

Gezeichnetes Kapital 200 200

Kapitalrücklagen 175.275 175.275

Sonstige Rücklagen 742.013 695.227

Eigenkapital der Anteilseigner des Mutterunternehmens 917.488 870.702

Nicht beherrschende Anteile 46.202 45.803

Eigenkapital 22 963.690 916.505

Genussscheinkapital 23 99.422 99.075

Langfristige Finanzschulden 26 704.336 384.235

Passive latente Steuern 17 30.986 29.848

Langfristige Ertragssteuerverbindlichkeiten 27 21 8.294

Sonstige langfristige Verbindlichkeiten 97.618 72.257

Rückstellungen für Pensionen 25 202.603 203.674

Sonstige langfristige Rückstellungen 24 61.347 63.079

Langfristige Schulden 1.096.911 761.387

Kurzfristige Finanzschulden 26 152.271 126.360

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 26 883.936 771.230

Kurzfristige Ertragssteuerverbindlichkeiten 27 10.755 8.599

Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten 28 322.796 311.300

Sonstige kurzfristige Rückstellungen 24 112.162 122.283

Kurzfristige Schulden 1.481.920 1.339.772

Schulden 2.578.831 2.200.234

Bilanzsumme 3.641.943 3.116.739

Konzern-Bilanz


Jahresabschluss

55

Konzern-Kapitalflussrechnung (IFRs)

für das Geschäftsjahr vom 1. Jänner 2011 bis 31. Dezember 2011

Siehe dazu insbesondere Note 31

2011

[T-€]

2010

[T-€]

CashFlow aus dem operativen Bereich

Ergebnis der operativen Tätigkeit nach Gewinnen aus Unternehmenszusammenschlüssen 178.948 166.319

Abschreibungen und Wertminderungen von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten 203.075 197.958

Ergebnis aus dem Abgang von langfristigen Vermögenswerten 2.303 2.556

Veränderung langfristiger Rückstellungen –9.927 –6.055

Sonstige zahlungsunwirksame Transaktionen 1.033 –26.066

Cashflow aus dem Ergebnis 375.432 334.712

Veränderung Vorräte –121.292 –103.080

Veränderung Forderungen –138.361 –89.525

Veränderung Verbindlichkeiten 149.566 273.523

Veränderung sonstiger Rückstellungen –10.121 1.102

Veränderung des Working Capitals –120.208 82.020

Gezahlte Ertragssteuern –48.124 –50.243

Cashflow aus dem operativen Bereich 207.100 366.489

CashFlow aus der Investitionstätigkeit

Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte –354.866 –218.811

Auszahlungen für aktivierte Entwicklungskosten –30.886 –27.728

Investitionen in finanzielle Vermögenswerte –124.779 –11.296

Auszahlungen/Einzahlungen für den Erwerb von Tochterunternehmen 0 –2.993

Einzahlungen aus dem Abgang von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten 24.427 17.227

Einzahlungen aus dem Abgang von finanziellen Vermögenswerten 0 0

Einzahlungen aus der Veräußerung von Tochterunternehmen 0 0

Erhaltene Zinsen 11.019 9.435

Erhaltene Dividenden 433 1.440

Cashflow aus der Investitionstätigkeit –474.652 –232.726

CashFlow aus der Finanzierungstätigkeit

Aufnahme/Rückzahlung von Schuldscheindarlehen 243.876 0

Veränderung der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 117.893 –4.377

Veränderung der sonstigen Finanzschulden –15.411 –7.809

Kapitalmaßnahmen 0 0

Einzahlungen durch nicht beherrschende Gesellschafter 2.950 0

Auszahlungen für den Erwerb nicht beherrschender Anteile –8.225 0

Gezahlte Zinsen –48.944 –53.111

Gezahlte Dividenden –21.693 –4.034

Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit 270.446 –69.331

Cashflow 2.894 64.432

Veränderung der liquiden Mittel aufgrund von Fremdwährungseffekten 2.578 14.894

Stand der liquiden Mittel zum 1. Jänner 302.037 222.711

Stand der liquiden Mittel zum 31. Dezember 307.509 302.037

Konzern-Kapitalflussrechnung


Jahresabschluss

56

Konzern-Eigenkapitalentwicklung (IFRs)

für das Geschäftsjahr vom 1. Jänner 2011 bis 31. Dezember 2011

Siehe dazu insbesondere Note 22

Gezeichnetes

kapital

Kapitalrücklage

Sonstige Rücklagen

[T-€]

[T-€]

Währungsumrechnungsrücklage

[T-€]

Cashflow

Hedge-Rücklage

[T-€]

Stand am 1.1.2010 120.000 55.475 –65.292 –4.615

Jahresüberschuss/-fehlbetrag

Sonstiges Ergebnis (nach Steuern) 50.525 4.127

Sonstige Änderungen –119.800 119.800

Ausschüttungen

Stand am 31.12.2010

= 1.1.2011 200 175.275 –14.767 –488

Jahresüberschuss/-fehlbetrag

Sonstiges Ergebnis (nach Steuern) –901 –22.027

Kapitalerhöhungen

Sonstige Änderungen

Ausschüttungen

Stand am 31.12.2011 200 175.275 –15.668 –22.515

Konzern-Eigenkapitalentwicklung


Jahresabschluss

57

Rücklage für

vers.-math.

Gewinne/Verluste

[T-€]

Sonstige Rücklagen

Sonstige

[T-€]

Summe

Eigenkapital der

Anteilseigner des

Mutterunternehmens

Nicht

beherrschende

Anteile

Eigenkapital

[T-€] [T-€] [T-€] [T-€]

–18.205 673.507 585.395 760.870 32.653 793.523

74.684 74.684 74.684 5.194 79.878

–18.403 36.249 36.249 3.678 39.927

–1.101 –1.101 –1.101 8.312 7.211

0 0 0 –4.034 –4.034

–36.608 747.090 695.227 870.702 45.803 916.505

92.628 92.628 92.628 4.383 97.011

3.132 –19.796 –19.796 857 –18.939

0 0 2.950 2.950

–6.046 –6.046 –6.046 –6.098 –12.144

–20.000 –20.000 –20.000 –1.693 –21.693

–33.476 813.672 742.013 917.488 46.202 963.690

Konzern-Eigenkapitalentwicklung


Jahresabschluss

58

Allgemeine Angaben

1

Informationen zum Unternehmen

Die Benteler International AG („BIAG“ oder „Gesellschaft“; im österreichischen Firmenbuch des Landgerichts

Salzburg zu FN 319670d eingetragen mit Sitz Schillerstraße 25-27, 5020 Salzburg, Österreich) ist

die oberste Holdinggesellschaft der Benteler-Gruppe, eines internationalen Konzerns mit einer über

130-jährigen Geschichte, der Geschäftsaktivitäten in den Bereichen

■■

Automobiltechnik (94 Standorte, über 20.900 (FTE) Mitarbeiter),

■■

Stahl/Rohr (12 Standorte, rund 3.400 (FTE) Mitarbeiter),

■■

Distribution (60 Standorte, rund 1.400 (FTE) Mitarbeiter)

unterhält.

Je nach Geschäftsbereich ist die Benteler-Gruppe wie folgt tätig:

Entwicklung, Herstellung und Vertrieb von einbaufertigen Teilen, Komponenten und Systemen

aus Metallen und Werkstoffen jeglicher Art für Fahrzeuge sowie Herstellung und Vertrieb von

entsprechenden Werkzeugen

Entwicklung, Herstellung und Vertrieb von Maschinen, maschinellen Einrichtungen, Werkzeugen,

Konstruktionen und ähnlichen Erzeugnissen

Stahlerzeugung sowie Entwicklung, Herstellung, Bearbeitung und Vertrieb von Stahlerzeugnissen,

insbesondere von Stahlrohren

Handel mit Rohren, Rohrzubehör, Profilen, Blechen und ähnlichen Erzeugnissen.

■■

■■

■■

■■

Die Stammaktien (Stück 200.000) der Benteler International AG sind nicht im regulierten Markt bzw.

im Freiverkehr notiert und werden im Familienbesitz jeweils zur Hälfte über die Hubertus Benteler

Ges.m.b.H., Salzburg, und die Dr. Ing. E. h. Helmut Benteler GmbH, Paderborn, gehalten.

2 Grundlagen der Abschlusserstellung

Der Konzernabschluss der Benteler International AG und ihrer Tochtergesellschaften wurde in Anwendung

von § 245a Abs. 2 UGB in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards

(IFRS) unter Berücksichtigung der Veröffentlichungen des International Financial Reporting Interpretations

Committee (IFRIC), wie sie gemäß der Verordnung Nr. 1606/2002 des Europäischen Parlamentes

und des Rates über die Anwendung Internationaler Rechnungslegungsstandards in der Europäischen

Union anzuwenden sind sowie unter Beachtung der zusätzlichen Anforderungen nach § 245a UGB erstellt.

Die Vorjahreszahlen sind nach den gleichen Grundsätzen ermittelt.

Die Einzelabschlüsse der einbezogenen Unternehmen sind auf den Stichtag des Konzernabschlusses

aufgestellt.

Die Aufstellung des Konzernabschlusses erfolgt auf Basis der historischen Anschaffungs- oder

Herstellungskosten, mit Ausnahme der derivativen Finanzinstrumente und der zur Veräußerung verfügbaren

Finanzinstrumente, die mit ihrem Marktwert bewertet werden sowie des leistungsorientierten

Planvermögens, das als Nettogesamtgröße aus dem Planvermögen, zuzüglich unrealisierten, nachzuverrechnenden

Dienstzeitaufwands und versicherungsmathematischer Verluste, abzüglich unrealisierter

versicherungsmathematischer Gewinne, und dem Zeitwert der leistungsorientierten Verpflichtung

bewertet wird.

Die Konzern-Gewinn- und -Verlustrechnung wird nach dem Gesamtkostenverfahren erstellt.

Der Konzernabschluss wird in Euro aufgestellt. Soweit nicht anders vermerkt, werden alle Beträge

in tausend Euro (TEUR) angegeben. Es können sich systembedingt Abweichungen zu den ungerundeten

Beträgen ergeben.

Konzernanhang | Allgemeine Angaben


Jahresabschluss

59

Der Vorstand hat am 19. März 2012 den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht zum 31. Dezember

2011 genehmigt und zur Weitergabe an den Aufsichtsrat freigegeben. Die Billigung des Konzernabschlusses

sowie des Konzernlageberichtes durch den Aufsichtsrat ist für die ordentliche Aufsichtsratssitzung

am 4. Mai 2012 vorgesehen.

3 Neue Rechnungslegungsvorschriften

In diesem Abschnitt werden die durch das IASB (International Accounting Standards Board) und das

IFRIC (International Financial Reporting Interpretations Committee) veröffentlichten Standards und Interpretationen

angeführt, welche im aktuellen Berichtsjahr erstmalig angewendet wurden bzw. künftig

in Folgeperioden anzuwenden sein werden.

Im Geschäftsjahr 2011 sind erstmals folgende neue Standards und Änderungen zu bestehenden Standards

verpflichtend anzuwenden:

Standard Interpretation Anwendungspflicht

für

Geschäftsjahre ab

Übernahme durch

die EU zum

31.12.2011

Auswirkungen auf die

Benteler-Gruppe

IFRS 1

IAS 24

Begrenzte Befreiung erstmaliger Anwender

von Vergleichsangaben nach IFRS 7

Angaben über Beziehungen zu

nahestehenden Unternehmen und Personen

1.7.2010 Ja Keine

1.1.2011 Ja Keine

IAS 32 Klassifizierung von Bezugsrechten 1.2.2010 Ja Keine

IFRIC 14

IFRIC 19

Vorauszahlungen im Rahmen von

Mindestdotierungsverpflichtungen

Tilgung finanzieller Verbindlichkeiten

durch Eigenkapitalinstrumente

1.1.2011 Ja Keine

1.7.2010 Ja Keine

Diverse Verbesserungen zu IFRS 2010 –

verschiedene Standards*

1.7.2010

1.1.2011

Ja

Unbedeutend

* Soweit im Einzelfall nichts anderes bestimmt ist, sind die Änderungen für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Jänner 2011 beginnen, anzuwenden.

Konzernanhang | Allgemeine Angaben


Jahresabschluss

60

Die folgenden Standards, Interpretationen und Änderungen zu bestehenden Standards wurden zwar

bereits vom IASB veröffentlicht, verpflichtend anzuwenden sind sie allerdings im vorliegenden

Abschluss noch nicht. Auf eine freiwillige vorzeitige Anwendung wurde seitens der Gesellschaft

verzichtet.

Standard Interpretation Veröffentlichung

durch das

IASB

IFRS 7 Angaben - Übertragungen von

finanziellen Vermögenswerten

Anwendungspflicht

für

Geschäftsjahre ab

Übernahme

durch die

EU zum

31.12.2011

Auswirkungen auf die

Benteler-Gruppe

7.10.2010 1.7.2011 22.11.2011 Unbedeutend

IFRS 7

Angaben – Saldierung von

finanziellen Vermögenswerten

und finanziellen Verbindlichkeiten

16.12.2011 1.1.2013 Nein Unbedeutend

IFRS 9 Finanzinstrumente 12.11.2009 1.1.2015 Nein Wird geprüft

IFRS 10 Konzernabschlüsse 12.5.2011 1.1.2013 Nein Wird geprüft

IFRS 11 Gemeinschaftliche Vereinbarungen 12.5.2011 1.1.2013 Nein Wird geprüft

IFRS 12

IFRS 13

IAS 1

IAS 12

Angaben zu Anteilen

an anderen Unternehmen

Bewertung mit dem

beizulegenden Zeitwert

Darstellung einzelner Posten

des sonstigen Ergebnisses

Latente Steuern:

Rückgewinnung der zugrunde

liegenden Vermögenswerte

12.5.2011 1.1.2013 Nein Wird geprüft

12.5.2011 1.1.2013 Nein Wird geprüft

16.6.2011 1.7.2012 Nein Änderung der Darstellung

20.12.2010 1.1.2012 Nein Unbedeutend

IAS 19 Leistungen an Arbeitnehmer 16.6.2011 1.1.2013 Nein Versicherungsmathematische

Gewinne werden bereits im

OCI erfasst; es gibt jedoch

noch andere Änderungen

IAS 27 Einzelabschlüsse 12.5.2011 1.1.2013 Nein Keine

IAS 28

IAS 32

Anteile an assoziierten

Unternehmen und

Gemeinschaftsunternehmen

Saldierung von finanziellen

Vermögenswerten und

finanziellen Verbindlichkeiten

12.5.2011 1.1.2013 Nein Unbedeutend

16.12.2011 1.1.2014 Nein Unbedeutend

Im Zusammenhang mit der Darstellung des IFRS-Konzernabschlusses wurden im Mai 2011 drei neue

Standards veröffentlicht. Durch IFRS 10 wird ein neuer, einheitlicher Control-Begriff eingeführt. Die

Auswirkungen auf die Zusammensetzung der in den Konzernabschluss einbezogenen Tochterunternehmen

werden derzeit geprüft. Mit IFRS 11 wird die Quotenkonsolidierung abgeschafft und durch die

Equity-Methode ersetzt. Da diese bereits in der Benteler-Gruppe angewendet wird, ergeben sich daraus

keine wesentlichen Änderungen. Durch IFRS 12 werden die Anhangangaben zu konsolidierten und

nicht konsolidierten Unternehmen in einem gesonderten Standard zusammengefasst. Der Umfang der

notwendigen Angaben wird sich durch den neuen Standard deutlich erhöhen.

Konzernanhang | Allgemeine Angaben


Jahresabschluss

61

Der neue IFRS 9 sieht weitreichende Änderungen hinsichtlich der Kategorisierung und Bewertung von

Finanzinstrumenten, Impairment von finanziellen Vermögenswerten und Regelungen zum Hedge-

Accounting vor. Aufgrund der laufenden Überarbeitungen des Standards können die Auswirkungen auf

die Benteler-Gruppe derzeit noch nicht zuverlässig abgeschätzt werden. Eine Anwendung des IFRS 9

wird nach derzeitigem Projektstand aber erst für Geschäftsjahre ab dem 1. Jänner 2015 verpflichtend.

Darüber hinaus gibt es eine Reihe weiterer Standards, Änderungen und Interpretationen, die jedoch

entweder nicht relevant für die Gruppe sind oder keinerlei Einfluss auf das Ergebnis, das Vermögen

oder die Verbindlichkeiten haben. Die Anwendung des jeweiligen Standards bzw. der jeweiligen Interpretation

erfolgt mit der verpflichtenden Anwendung in der EU (nach dem sogenannten Endorsement).

4 Konsolidierung

4.1 Konsolidierungsgrundsätze

In den Konzernabschluss werden neben der Benteler International AG alle wesentlichen Tochterunternehmen

einbezogen, bei denen die Benteler International AG die Möglichkeit hat, direkt oder indirekt

beherrschenden Einfluss auszuüben (Control-Verhältnis). Beherrschung im Sinne des IAS 27 liegt vor,

wenn die Möglichkeit besteht, die Finanz- und Geschäftspolitik eines Unternehmens so zu bestimmen,

so dass der Konzern einen Nutzen aus den Tätigkeiten der Gesellschaften zieht. Ein beherrschender

Einfluss wird grundsätzlich aus dem Halten der Stimmrechtsmehrheit (mehr als 50 %) vermutet. Die

Einbeziehung in den Konzernabschluss im Zuge der Vollkonsolidierung erfolgt zu dem Zeitpunkt, zu

dem die Beherrschung vorliegt. Unternehmen werden zu dem Zeitpunkt endkonsolidiert, ab dem diese

Möglichkeit nicht mehr besteht.

Unternehmenszusammenschlüsse werden nach der Erwerbsmethode gemäß IFRS 3 abgebildet.

Im Rahmen der Erstkonsolidierung werden die identifizierbaren Vermögenswerte und Schulden zum

beizulegenden Zeitwert bewertet. Der positive Unterschiedsbetrag zwischen der erfolgten Gegenleistung

und dem Anteil am Nettozeitwert der erworbenen Vermögenswerte und Schulden wird als Geschäftsoder

Firmenwert ausgewiesen. Ein allfälliger negativer Unterschiedsbetrag wird im Erwerbszeitpunkt

ergebniswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst, wenn eine nochmalige Beurteilung ergibt,

dass alle übernommenen Vermögenswerte und Schulden richtig identifiziert und bewertet wurden.

Anteile nicht beherrschender Gesellschafter stellen den Anteil am Ergebnis und am Reinvermögen

dar, der nicht dem Konzern zuzurechnen ist. Ein auf diese Anteile entfallendes Ergebnis wird in der

Gesamtergebnisrechnung separat vom Ergebnisanteil, der den Eigentümern der Muttergesellschaft

zuzuordnen ist, dargestellt. Der Ausweis in der Bilanz erfolgt innerhalb des Eigenkapitals, getrennt

von dem auf die Eigentümer der Muttergesellschaft entfallenden Eigenkapital. Für den Fall, dass nicht

beherrschende Gesellschafter Put-Optionen, (synthetische) Forwards oder ähnliche Rückgaberechte

besitzen, wird der Anteil der nicht beherrschenden Gesellschafter am Reinvermögen der Gesellschaft

als Verbindlichkeit klassifiziert. Transaktionen (Zu- und Verkäufe) mit nicht beherrschenden Gesellschaftern,

die zu keinem Verlust der Kontrollmöglichkeit führen, werden ausschließlich im Eigenkapital

abgebildet.

Alle konzerninternen Salden (Forderungen, Verbindlichkeiten, Rückstellungen), Transaktionen,

Erträge und Aufwendungen sowie Ergebnisse zwischen den konsolidierten Unternehmen („Zwischengewinne“)

werden bei der Aufstellung des Konzernabschlusses im Rahmen der Konsolidierung eliminiert.

Unrealisierte Verluste werden ebenso wie unrealisierte Gewinne eliminiert, es sei denn, es bestehen

Anzeichen einer Wertminderung des Vermögenswertes.

Konzernanhang | Allgemeine Angaben


Jahresabschluss

62

Assoziierte Unternehmen, d. h. Anteile, durch die die Gesellschaft einen maßgeblichen Einfluss auf

die Finanz- und Geschäftspolitik ausüben kann, diese jedoch nicht beherrscht, werden nach der Equity-

Methode bilanziert und bewertet. Maßgeblicher Einfluss wird vermutet, wenn direkt oder indirekt

20 % oder mehr der Stimmrechte gehalten werden.

Für Gemeinschaftsunternehmen (Joint Ventures), d. h. Unternehmen, die aufgrund einer vertraglichen

Vereinbarung mehrerer Parteien über eine wirtschaftliche Tätigkeit gemeinschaftlich geführt

werden, wird das Wahlrecht zur Bilanzierung nach der Equity-Methode in Anspruch genommen.

In Bezug auf Anteile an einer gemeinschaftlichen Tätigkeit (kein Vorliegen eines separaten gemeinschaftlich

geführten Unternehmens und kein gemeinsames Vermögen) werden nur die der Verfügungsgewalt

des Konzerns unterliegenden Vermögenswerte und die eingegangenen Schulden, die getätigten

Aufwendungen und die anteiligen Erträge aus dem Verkauf von Gütern und Dienstleistungen aus der

gemeinschaftlichen Tätigkeit angesetzt.

Anteile an Unternehmen, deren Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des

Konzerns von untergeordneter Bedeutung ist, werden genauso wie sonstige Beteiligungen, bei denen

die Benteler-Gruppe keinen maßgeblichen Einfluss ausüben kann, gemäß IAS 39 als Finanzinstrument

bilanziert.

Aus Unternehmenserwerben resultierende Firmenwerte repräsentieren den Betrag, um den die

Anschaffungskosten den Konzernanteil an dem beizulegenden Zeitwert der identifizierbaren Vermögenswerte,

Verbindlichkeiten und Eventualverbindlichkeiten des Tochterunternehmens, assoziierten oder

gemeinschaftlich geführten Unternehmens zum Erwerbsstichtag übersteigen. Sie zeigen somit den

strategischen Mehrwert des Unternehmenserwerbs auf.

Firmenwerte, die aus dem Erwerb eines Tochterunternehmens resultieren, werden gesondert in

der Bilanz ausgewiesen. Firmenwerte, die aus dem Erwerb eines assoziierten oder eines gemeinschaftlich

geführten Unternehmens entstehen, sind in den fortgeführten Beteiligungsbuchwerten der

assoziierten bzw. gemeinschaftlich geführten Unternehmen enthalten. Im Falle der Veräußerung eines

Tochterunternehmens, eines assoziierten oder eines gemeinschaftlich geführten Unternehmens wird

der zurechenbare Anteil des Firmenwertes bei der Ermittlung des Veräußerungsergebnisses berücksichtigt.

Der Firmenwert wird jährlich einem Werthaltigkeitstest (Impairment-Test) unterzogen, sofern

nicht darüber hinaus zu weiteren Zeitpunkten Hinweise bestehen oder Ereignisse eintreten, die eine

Wertminderung vermuten lassen. Für die Zwecke des Impairment-Tests werden Firmenwerte jenen

firmenwerttragenden zahlungsmittelgenerierenden Einheiten zugeordnet, die aus den Synergien des

Unternehmenszusammenschlusses Nutzen ziehen sollen (vgl. dazu Anhangangabe 5.6 „Wertminderungen“).

Konzernanhang | Allgemeine Angaben


Jahresabschluss

63

4.2

Konsolidierungskreis

Überblick

Die Anzahl der in den Konzernabschluss einbezogenen Tochterunternehmen hat sich im Geschäftsjahr

2011 wie folgt verändert:

Inland Ausland Gesamt

Vollkonsolidierte Unternehmen zum 31.12.2010 3 127 130

Erstmals einbezogen 2011 4 9 13

Ausgeschieden 2011 0 6 6

Vollkonsolidierte Unternehmen zum 31.12.2011 7 130 137

In den vollkonsolidierten Unternehmen sind Zweckgesellschaften (ausschließlich Immobiliengesellschaften)

enthalten, die gemäß IAS 27 und SIC 12 konsolidiert werden, sofern Unternehmen der Benteler-

Gruppe – unter Berücksichtigung des wirtschaftlichen Gehalts der Beziehung zur Benteler International AG

– Beherrschung auf die Zweckgesellschaft ausüben.

Nicht in die Konsolidierung einbezogen wurden 22 Unternehmen (im Vorjahr: 15), da ihr Einfluss

auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Benteler-Gruppe von untergeordneter Bedeutung ist.

Die vollständige Aufstellung des Anteilsbesitzes des Konzerns ist als Anlage zum Anhang (Beteiligungsliste)

aufgeführt.

Änderungen im Konsolidierungskreis im Geschäftsjahr 2011

Im Geschäftsjahr 2011 wurden 10 vollkonsolidierte Gesellschaften neu gegründet und eine Gesellschaft

liquidiert. 5 Gesellschaften sind aufgrund konzerninterner Verschmelzungen untergegangen.

Die nicht beherrschenden Anteile an der Benteler Estamparia Automotiva Ltda., Brasilien, in Höhe

von bislang 35 % wurden im Geschäftsjahr 2011 erworben. Anschließend wurde die Gesellschaft auf

die Benteler Componentes Automotivos Ltda., Brasilien, verschmolzen.

Auch die nicht beherrschenden Anteile an der Benteler Steel & Tube Corporation, USA, in Höhe von

bislang 10 % wurden im aktuellen Geschäftsjahr erworben.

Im aktuellen Geschäftsjahr wurden keine Unternehmenserwerbe getätigt oder Unternehmensanteile

verkauft, die zu einem Verlust der Beherrschung geführt hätten.

5 Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Die wesentlichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden, die bei der Erstellung des vorliegenden

Konzernabschlusses angewendet wurden, sind im Folgenden dargestellt. Die nachstehend dargestellten

Rechnungslegungsvorschriften wurden konzerneinheitlich für alle dargestellten Berichtsperioden

angewendet.

Konzernanhang | Allgemeine Angaben


Jahresabschluss

64

5.1

Währungsumrechnung

Umrechnung in die funktionale Währung (Transaktionsdifferenz)

In dem in lokaler Währung aufgestellten Einzelabschluss der konsolidierten Gesellschaft werden Forderungen

und liquide Mittel in fremder Währung sowie Fremdwährungsschulden zum Stichtagskurs

bewertet. Die daraus resultierenden Kursgewinne und -verluste werden erfolgswirksam im sonstigen

Finanzergebnis erfasst.

Umrechnung in die Berichtswährung (Translationsdifferenz)

Die Jahresabschlüsse der ausländischen Konzerngesellschaften, deren funktionale Währung nicht der

Euro ist, werden nach dem Konzept der funktionalen Währung in die Konzernberichtswährung Euro

umgerechnet. Grundsätzlich ist die funktionale Währung der ausländischen Konzerngesellschaften die

jeweilige Landeswährung. Eine Ausnahme stellt die Benteler Distribution Hungary Kft., Ungarn, dar,

welche den Euro als funktionale Währung berichtet.

Vermögenswerte und Schulden der ausländischen Konzerngesellschaft werden mit dem Kurs zum

Bilanzstichtag umgerechnet. Das Eigenkapital wird zu historischen Kursen geführt. Aufwendungen

und Erträge werden zu gewichteten Durchschnittskursen der jeweiligen Periode in Euro umgerechnet.

Die Differenzen aus der Umrechnung werden als Nettogewinne oder -verluste ergebnisneutral im Eigenkapital

erfasst. Eine erfolgsneutral im Eigenkapital erfasste Umrechnungsdifferenz wird erst dann

ergebniswirksam erfasst, wenn die entsprechende Unternehmenseinheit endkonsolidiert wird.

Für die Währungsumrechnung der für die Benteler-Gruppe wesentlichen Währungen wurden die

folgenden Wechselkurse zugrunde gelegt:

Durchschnittskurs

Stichtagskurs

2011 2010 31.12.2011 31.12.2010

CHF 1,23 1,37 1,22 1,25

CNY 9,02 8,93 8,14 8,82

CZK 24,61 25,28 25,82 25,10

GBP 0,87 0,86 0,84 0,86

MXN 17,43 16,70 18,07 16,59

NOK 7,79 8,01 7,78 7,81

SEK 9,02 9,49 8,92 8,98

USD 1,40 1,32 1,29 1,34

5.2 Ertrags- und Aufwandsrealisierung

Erlöse aus dem Verkauf von Erzeugnissen, Waren und Dienstleistungen werden berücksichtigt, wenn

die geschuldete Lieferung oder Leistung erbracht worden ist, der Eigentums- und Gefahrenübergang

auf den Kunden erfolgt ist sowie der Betrag der Umsatzerlöse zuverlässig geschätzt und von dessen

Bezahlung ausgegangen werden kann. Ferner darf weder ein weiter bestehendes Verfügungsrecht,

wie es gewöhnlich mit dem Eigentum verbunden ist, noch eine wirksame Verfügungsmacht über die

verkauften Vermögenswerte bei der Benteler-Gruppe verbleiben. Die Umsatzerlöse werden abzüglich

Erlösschmälerungen wie Preisnachlässen, Kundenboni und Rabatten ausgewiesen.

Konzernanhang | Allgemeine Angaben


Jahresabschluss

65

Umsatzerlöse aus Verträgen, die mehrere Vertragselemente (z. B. Warenverkäufe in Kombination mit

Dienstleistungen) beinhalten, werden erfasst, wenn das jeweilige Vertragselement geliefert oder erbracht

worden ist. Die Umsatzrealisierung erfolgt auf Basis objektiv nachvollziehbarer, relativer beizulegender

Zeitwerte der einzelnen Vertragselemente.

Betriebliche Aufwendungen werden mit Inanspruchnahme der Leistung bzw. Gefahrenübergang

der Waren ergebniswirksam erfasst.

Bei langfristiger Auftragsfertigung werden die Umsätze nach der sog. „Percentage of Completion“-

Methode ermittelt. Der Fertigstellungsgrad ergibt sich aus dem Verhältnis der bis zum Stichtag angefallenen

Auftragskosten zu den insgesamt zum Stichtag geschätzten Auftragskosten. Ist für die Abwicklung

eines Fertigungsauftrages ein Zeitraum von mehr als einem Jahr erforderlich, umfassen die Auftragskosten

auch direkt zurechenbare Fremdkapitalkosten. Fertigungsaufträge werden entsprechend den

zum Stichtag aufgelaufenen Auftragskosten zuzüglich des sich aus dem erreichten Fertigstellungsgrad

ergebenden anteiligen Gewinns bewertet. In der Bilanz werden diese Umsatzerlöse abzüglich erhaltener

Anzahlungen in den Forderungen aus Auftragsfertigung erfasst. Auftragsänderungen, Nachforderungen

oder Leistungsprämien werden berücksichtigt, sofern sie wahrscheinlich zu Erlösen führen, deren Höhe

verlässlich geschätzt werden kann. Wenn das Ergebnis eines Fertigungsauftrages nicht verlässlich

schätzbar ist, werden wahrscheinlich erzielbare Umsätze bis zur Höhe der angefallenen Kosten erfasst.

Auftragskosten werden in der Periode, in der sie anfallen, als Aufwand ausgewiesen. Ist absehbar,

dass die gesamten Auftragskosten die Auftragserlöse übersteigen, wird der erwartete Verlust unmittelbar

als Aufwand ausgewiesen.

Zinsen werden periodengerecht unter Anwendung der Effektivzinsmethode als Aufwand bzw. Ertrag

erfasst. Dividendenerträge aus Kapitalanlagen werden erfasst, wenn der Anspruch auf Zahlung rechtlich

entstanden ist.

5.3 Zuwendungen der öffentlichen Hand

Zuwendungen der öffentlichen Hand werden nur erfasst, wenn eine angemessene Sicherheit dafür

besteht, dass die damit verbundenen Bedingungen erfüllt und die Zuwendungen gewährt werden.

Investitionszuwendungen werden als Reduzierung der Anschaffungs- oder Herstellungskosten der betreffenden

Vermögenswerte erfasst und führen zu einer entsprechenden Reduzierung der planmäßigen

Abschreibungen in Folgeperioden. Zuwendungen, die nicht auf Investitionen bezogen sind, werden

erfolgswirksam behandelt und in den Perioden verrechnet, in denen die Aufwendungen anfallen, die

durch die Zuwendungen kompensiert werden sollen.

5.4 Immaterielle Vermögenswerte

Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögenswerte sind mit den Anschaffungskosten angesetzt. Die

bei einem Erwerb oder der Herstellung eines Vermögenswertes direkt zurechenbaren Fremdkapitalkosten

werden als Teil der Anschaffungs- oder Herstellungskosten aktiviert, sofern für den Erwerb

oder die Herstellung des Vermögenswertes ein Zeitraum von mehr als einem Jahr erforderlich ist, um

ihn in seinen beabsichtigten gebrauchs- oder verkaufsfähigen Zustand zu versetzen. Immaterielle

Vermögenswerte werden entsprechend ihrer jeweiligen Nutzungsdauer planmäßig abgeschrieben.

Selbsterstellte immaterielle Vermögenswerte werden in Höhe der Herstellungskosten aktiviert,

soweit eine eindeutige Aufwandszuordnung möglich ist und sowohl die technische Realisierbarkeit als

auch die erfolgreiche Vermarktung sichergestellt sind. Dabei wird bei der Benteler-Gruppe vor allem

zwischen kundenbezogenen und nicht kundenbezogenen Entwicklungen unterschieden. Die Entwicklungstätigkeit

muss ferner mit hinreichender Wahrscheinlichkeit einen künftigen wirtschaftlichen

Konzernanhang | Allgemeine Angaben


Jahresabschluss

66

Nutzen erzeugen, welcher aus dem jeweiligen Business-Plan abgeleitet wird. Die aktivierten Kosten

umfassen die direkten Personalkosten und Materialkosten sowie die direkt zurechenbaren allgemeinen

Gemeinkosten, wenn diese dazu dienen, die Nutzung des Vermögenswertes vorzubereiten.

Aufwendungen für Forschung und Entwicklung, soweit sie nach IAS 38 nicht aktivierungspflichtig

sind, werden zum Zeitpunkt ihres Anfalls aufwandswirksam erfasst.

Der planmäßigen Abschreibung immaterieller Vermögenswerte liegen folgende Nutzungsdauern

zugrunde (die Angaben beziehen sich auf die in beiden Perioden verwendeten Nutzungsdauern);

die Abschreibung erfolgt linear:

Nutzungsdauer

in Jahren

Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte 3–15

Aktivierte Entwicklungskosten 3–7

Software 3–5

Sonstige immaterielle Vermögenswerte 3–5

Immaterielle Vermögenswerte – mit Ausnahme von Geschäfts- oder Firmenwerten – scheiden regelmäßig

zum Zeitpunkt der Vollabschreibung zu Bruttowerten aus dem Vermögen aus.

5.5 Sachanlagen

Sachanlagen werden zu fortgeführten Anschaffungs- oder Herstellungskosten bewertet, vermindert

um kumulierte planmäßige Abschreibungen – soweit abnutzbar – sowie um kumulierte Wertminderungsaufwendungen.

Die Anschaffungskosten einer Sachanlage umfassen den Kaufpreis und alle direkt zurechenbaren

Kosten, die anfallen, um den Vermögenswert in den betriebsbereiten Zustand für seine vorgesehene

Verwendung zu bringen. Rabatte, Boni und Skonti werden vom Kaufpreis abgezogen. Die Kosten für

selbsterstellte Anlagen umfassen alle Kosten, die direkt dem Herstellungsprozess zugerechnet werden

können sowie einen angemessenen Teil der produktionsbezogenen Gemeinkosten und Abschreibungen.

Reparatur- und Instandhaltungskosten, die keinen zusätzlichen wirtschaftlichen Nutzen generieren,

werden nicht in die Herstellungskosten einbezogen.

Falls ein Vermögenswert aus mehreren Komponenten mit unterschiedlichen Nutzungsdauern besteht,

wird jeder Teil einer Sachanlage mit einem bedeutsamen Anschaffungswert im Verhältnis zum

gesamten Wert des Gegenstandes separat abgeschrieben.

Die Abschreibung auf Sachanlagen wird dem wirtschaftlichen Nutzenverlauf entsprechend planmäßig

linear vorgenommen, wobei nachstehende Nutzungsdauern zugrunde gelegt werden. Grundstücke

werden nicht planmäßig abgeschrieben.

Nutzungsdauer

in Jahren

Geschäfts- und Produktionsgebäude 13–50

Außenanlagen 5–50

Technische Anlagen und Maschinen 4–21

Betriebs- und Geschäftsausstattung 3–15

Konzernanhang | Allgemeine Angaben


Jahresabschluss

67

5.6

Wertminderungen

Für immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen mit bestimmter Nutzungsdauer wird gemäß IAS 36

an jedem Bilanzstichtag überprüft, ob Anhaltspunkte für mögliche Wertminderungen vorliegen, z. B.

besondere Ereignisse, oder Marktentwicklungen einen möglichen Wertverfall anzeigen. Bei Vorliegen

solcher Anhaltspunkte wird der erzielbare Betrag des Vermögenswertes bestimmt. Der erzielbare Betrag

ist definiert als der höhere Betrag aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und

dem Nutzungswert.

Kann der beizulegende Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten nicht bestimmt werden oder ist er

niedriger als der Buchwert, wird der Nutzungswert ermittelt. Bei der Ermittlung des Nutzungswertes

durch Abzinsung der künftig zu erwartenden Cashflows mit einem risikoadäquaten Zinssatz vor Steuern,

werden das aktuelle und das künftig erwartete Ertragsniveau sowie technologische, wirtschaftliche

und allgemeine Entwicklungstendenzen auf Basis genehmigter und angepasster Finanzpläne berücksichtigt.

Übersteigt der Buchwert den erzielbaren Betrag des Vermögenswertes, wird ein Wertminderungsverlust

in Höhe des den erzielbaren Betrag übersteigenden Buchwertes erfolgswirksam erfasst. Für

den Werthaltigkeitstest (Impairment-Test) werden Vermögenswerte auf der niedrigsten Ebene zusammengefasst,

für die separate Cashflows identifiziert werden können. Sind die Cashflows für einen

Vermögenswert nicht separat identifizierbar, wird der Impairment-Test auf Basis der zahlungsmittelgenerierenden

Einheit (ZGE) durchgeführt, welcher der Vermögenswert angehört.

Zuschreibungen auf den neuen erzielbaren Betrag erfolgen, wenn die Gründe für Wertminderungen

aus den Vorjahren entfallen. Die Wertobergrenze für Zuschreibungen sind die fortgeführten Anschaffungs-

und Herstellungskosten, die sich ergäben, wenn in den Vorjahren keine Wertminderungen erfasst

worden wären.

Unabhängig davon, ob Anzeichen für potenzielle Wertminderungen bestehen, werden immaterielle

Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer sowie Geschäfts- und Firmenwerte jährlich auf

einen gegebenenfalls bestehenden Wertminderungsbedarf untersucht. Anzeichen für potenzielle

Wertminderungen liegen vor, wenn der Buchwert über dem erzielbaren Betrag liegt. Der erzielbare

Betrag ist der höhere Wert aus dem beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und dem

Nutzungswert.

Die Firmenwerte sind hauptsächlich dem Geschäftsbereich Stahl/Rohr zugeordnet. Die Ermittlung

des erzielbaren Betrags basiert auf der Discounted Cashflow-Methode. Zahlungsströme werden auf Basis

der Unternehmensplanung für die nächsten 5 Jahre ermittelt. Der Abzinsungsfaktor (WACC) beträgt 7,0 %,

in der ewigen Rente kommt eine langfristige Wachstumsrate in Höhe von 1,5 % zur Anwendung.

Sofern der erzielbare Betrag nicht den Buchwert deckt, werden die Wertminderungen erfolgswirksam

nach den Vorschriften des IAS 36 vorgenommen. Ein Wertminderungsbedarf über den Wert

des Geschäfts- oder Firmenwertes hinaus wird in den übrigen Vermögenswerten der ZGE erfasst. Die

Verteilung erfolgt auf Basis der Buchwerte.

5.7 Anteile an assoziierten Unternehmen

Zum Erwerbszeitpunkt wird die Differenz zwischen den Anschaffungskosten und dem anteiligen Eigenkapital

als Geschäfts- oder Firmenwert angesetzt und in den Buchwert der nach der Equity-Methode

bilanzierten Finanzinvestition einbezogen. Liegen die Anschaffungskosten unter dem zum Erwerbszeitpunkt

anteiligen zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Nettovermögen des assoziierten Unternehmens,

ergibt sich ein negativer Unterschiedsbetrag, der erfolgswirksam vereinnahmt wird.

Konzernanhang | Allgemeine Angaben


Jahresabschluss

68

Anteile an assoziierten Unternehmen werden zum anteiligen Eigenkapital bilanziert, sofern keine

Wertminderung vorliegt. Dazu werden die anteiligen Jahresergebnisse und Bestandteile des sonstigen

Ergebnisses erfasst.

Unterschreitet der erzielbare Betrag den Buchwert der Anteile an einem assoziierten Unternehmen,

wird der Buchwert der Beteiligung auf den erzielbaren Betrag abgeschrieben. Der erzielbare Betrag

ist der höhere der beiden Beträge aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und

Nutzungswert. Die Wertminderung wird in der Konzern-Gewinn- und -Verlustrechnung in der Zeile

Ergebnis aus assoziierten Unternehmen erfasst.

5.8 Fremdkapitalkosten

Erstreckt sich die Herstellung von qualifizierten Vermögenswerten des immateriellen Vermögens oder

des Sachanlagevermögens über einen längeren Zeitraum, werden die bis zur Fertigstellung anfallenden

zurechenbaren Fremdkapitalkosten gemäß IAS 23 als Teil der Herstellungskosten aktiviert. Fremdkapitalkosten

werden bis zu dem Zeitpunkt aktiviert, ab dem Vermögenswerte für ihre vorgesehene Nutzung

bereit sind, und über die wirtschaftliche Nutzungsdauer planmäßig abgeschrieben. Alle sonstigen und

laufenden Fremdkapitalkosten werden in der Periode ihres Anfallens erfolgswirksam im Finanzaufwand

erfasst.

5.9 Vorräte

Vorräte werden grundsätzlich mit dem niedrigeren Wert aus Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten

und Nettoveräußerungswert bewertet. Der Nettoveräußerungswert ist der geschätzte Verkaufserlös des

Endprodukts unter marktüblichen Bedingungen abzüglich der geschätzten Kosten bis zur Fertigstellung

und der geschätzten notwendigen Verkaufskosten. Erkennbare Risiken im Vorratsvermögen, die sich

insbesondere aus überdurchschnittlicher Lagerdauer, und geminderter Verwertbarkeit ergeben, sind

durch angemessene Abwertungen berücksichtigt.

Die Anschaffungs- und Herstellungskosten von Vorräten werden nach der Durchschnittsmethode

ermittelt und enthalten die Kosten des Erwerbs sowie diejenigen Kosten, die angefallen sind, um die

Vorräte an ihren derzeitigen Ort und ihren derzeitigen Zustand zu versetzen. Die Herstellungskosten

enthalten Materialkosten, Fertigungseinzelkosten, weitere Einzelkosten und zurechenbare produktionsbezogene

Gemeinkosten. Die Umlage der Gemeinkosten erfolgt auf Basis der Normalauslastung.

5.10 Latente Steuern

Aktive und passive latente Steuern werden nach der Bilanz-Ansatz-Methode auf sämtliche temporäre

Differenzen zwischen den Wertansätzen von Vermögenswerten und Schulden in der Unternehmensbilanz

und der Steuerbilanz sowie auf ergebniswirksame Konsolidierungsmaßnahmen auf Konzernebene

angesetzt. Daneben sind aktive latente Steuern aus steuerlichen Verlustvorträgen erfasst, wenn es wahrscheinlich

ist, dass hierfür ein zu versteuerndes Ergebnis zukünftig verfügbar sein wird, und es damit

hinreichend sicher erscheint, dass die Verlustvorträge tatsächlich genutzt werden können.

Die Bewertung aktiver und passiver latenter Ertragsteuern erfolgt anhand der Steuersätze und

steuerlichen Vorschriften, die nach der derzeitigen Rechtslage zum Realisationszeitpunkt erwartet

werden.

Konzernanhang | Allgemeine Angaben


Jahresabschluss

69

5.11

Finanzinstrumente

Finanzielle Vermögenswerte gemäß IAS 39 werden je nach Klassifizierung entweder zu (fortgeführten)

Anschaffungskosten oder zu Fair Values angesetzt.

Anteile an nicht konsolidierten Unternehmen und die Wertpapiere gehören der Bewertungskategorie

„Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte“ an. Sie werden zum Zeitpunkt

ihrer erstmaligen Erfassung mit dem Fair Value bewertet. Sofern die Fair Values zuverlässig ermittelt

werden können, werden diese angesetzt. Wertschwankungen aus finanziellen Vermögenswerten der

Bewertungskategorie „Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte“ werden unter Berücksichtigung

latenter Steuern erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis abgebildet. Die Übernahme der erfolgsneutral

erfassten Beträge in das Periodenergebnis erfolgt erst zum Zeitpunkt des Abganges oder im Falle

einer Wertminderung der entsprechenden finanziellen Vermögenswerte.

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die Ausleihungen und die sonstigen Forderungen

und Vermögenswerte sind als „Kredite und Forderungen“ klassifiziert und werden mit den fortgeführten

Anschaffungskosten, gegebenenfalls unter Anwendung der Effektivzinsmethode, bilanziert. Bestehen an

der Einbringlichkeit Zweifel, werden die Forderungen mit dem niedrigen realisierbaren Betrag angesetzt.

Von der Bewertungskategorie „Bis zur Endfälligkeit zu haltende Finanzinvestitionen“ wird derzeit

in der Benteler-Gruppe kein Gebrauch gemacht.

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, sonstige Darlehensverbindlichkeiten sowie

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie die sonstigen Verbindlichkeiten sind in der

Bewertungskategorie „Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten“

zu fortgeführten Anschaffungskosten, gegebenenfalls unter Anwendung der Effektivzinsmethode,

angesetzt.

Der Ansatz aller finanzieller Vermögenswerte und Schulden erfolgt jeweils zum Erfüllungstag.

Die finanziellen Vermögenswerte und Schulden werden ausgebucht, wenn die Rechte auf Zahlungen

aus dem Investment erloschen sind oder übertragen wurden und der Konzern im Wesentlichen alle

Risiken und Chancen, die mit dem Eigentum verbunden sind, übertragen hat.

Derivative Finanzinstrumente werden in der Benteler-Gruppe grundsätzlich zur Risikoreduzierung,

insbesondere zur Reduzierung von Zins-, Währungs- und Rohstoffpreisrisiken, eingesetzt. Derivate

werden zum Handelstag bilanziert. Alle derivativen Finanzinstrumente sind gemäß IAS 39 zum Fair Value

angesetzt.

Die Benteler-Gruppe wendet die Vorschriften über die Sicherungsbeziehungen gemäß IAS 39 (Hedge-

Accounting) zur Sicherung der zukünftigen Cashflows an, sofern wesentliche Wertschwankungen aus den

Derivaten zu erwarten sind. Die Ergebnisse aus derivativen Finanzinstrumenten, für die eine Cashflow-

Hedge-Beziehung gebildet werden konnte, werden bis zum Realisationszeitpunkt des gesicherten

Grundgeschäfts erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis erfasst. Etwaige Ergebnisveränderungen aus der

Ineffektivität dieser derivativen Finanzinstrumente werden erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung

erfasst.

Für weitere Informationen siehe Abschnitt 30 und 31 „Finanzinstrumente“.

Konzernanhang | Allgemeine Angaben


Jahresabschluss

70

5.12

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente umfassen Bargeld, Sichteinlagen und andere kurzfristige

hochliquide finanzielle Vermögenswerte, die nur unwesentlichen Wertschwankungsrisiken unterliegen,

mit einer ursprünglichen Laufzeit von maximal drei Monaten.

5.13 Leistungen an Arbeitnehmer

Die Benteler-Gruppe gewährt Mitarbeitern in Deutschland Pensionszusagen bzw. Betriebsrenten. In den

übrigen Ländern leistet die Benteler-Gruppe für einen Teil der Mitarbeiter Beiträge zu sozialen Pensionsfonds

im Rahmen gesetzlicher Bestimmungen (staatliche Pläne). Alternativ erfolgt die betriebliche

Altersversorgung über eine Sammelstiftung, über die Mitarbeiter von Mitgliedsunternehmen versichert

werden.

Pläne für Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses werden in Abhängigkeit von ihrem

wirtschaftlichen Gehalt, der sich aus den grundlegenden Leistungsbedingungen und Leistungsvoraussetzungen

des Plans ergibt, entweder als Leistungszusagen oder als Beitragszusagen klassifiziert.

Für leistungsorientierte Altersversorgungspläne wird der Pensionsaufwand nach dem in IAS 19 vorgeschriebenen

versicherungsmathematischen Anwartschaftsbarwertverfahren errechnet. Dabei werden

die unter dynamischen Gesichtspunkten nach Eintritt des Versorgungsfalls zu leistenden Versorgungszahlungen

über die Dienstzeit der Mitarbeiter verteilt, wobei auch künftige Einkommens- und Rentenanpassungen

berücksichtigt werden. Die Pensionsverpflichtungen errechnen sich als Barwert der

Leistungsverpflichtung gegenüber den Mitarbeitern nach Abzug des Zeitwertes des Planvermögens

zuzüglich eines nicht erfassten nachzuverrechnenden Dienstzeitaufwands.

Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste werden vollumfänglich erfolgsneutral im

sonstigen Ergebnis erfasst und in der Konzern-Gesamtergebnisrechnung dargestellt. Zahlungen für

beitragsorientierte Versorgungspläne werden hingegen bei Fälligkeit als Aufwand erfasst.

Soweit ein zur Refinanzierung von Pensionsverpflichtungen und ähnlichen Verpflichtungen aufgebautes

Fondsvermögen die Verpflichtungen übersteigt, ist die Aktivierung des Überhangs begrenzt. Falls

im Zusammenhang mit Fondsvermögen Zahlungsverpflichtungen aufgrund von Mindestdotierungsvorschriften

für bereits erdiente Leistungen bestehen, kann dies auch zum Ansatz einer zusätzlichen

Rückstellung führen, wenn der wirtschaftliche Nutzen eines sich unter Berücksichtigung der noch zu

leistenden Mindestdotierungen ergebenden Finanzierungsüberhangs für das Unternehmen begrenzt ist.

Determinanten für die Begrenzung sind noch unberücksichtigter Dienstzeitaufwand aus rückwirkenden

Planänderungen sowie der Barwert von künftigen Rückerstattungen aus dem Plan oder von Minderungen

zukünftiger Beitragszahlungen.

Der Dienstzeitaufwand für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen wird als Personalaufwand

ausgewiesen; der im Netto-Pensionsaufwand enthaltene Zinsaufwand und der erwartete Kapitalertrag

des Fondsvermögens werden im Finanzergebnis der Konzern-Gewinn- und -Verlustrechnung berücksichtigt.

Abfindungen werden gezahlt, wenn ein Mitarbeiter vor dem regulären Renteneintritt entlassen wird

oder gegen eine Abfindung freiwillig aus dem Arbeitsverhältnis ausscheidet. Abfindungen werden

erfasst, wenn der Konzern eine rechtlich verbindliche Verpflichtung eingegangen ist. Leistungen, die nach

mehr als zwölf Monaten nach dem Bilanzstichtag fällig werden, werden auf ihren Barwert abgezinst.

Konzernanhang | Allgemeine Angaben


Jahresabschluss

71

5.14

Rückstellungen

Sonstige Rückstellungen werden dann angesetzt, wenn aus einem vergangenen Ereignis eine gegenwärtige

rechtliche oder faktische Verpflichtung gegenüber Dritten resultiert, die künftig wahrscheinlich

zu einem Mittelabfluss führt und deren Höhe verlässlich geschätzt werden kann. Die Bewertung erfolgt

zu dem Betrag, der die bestmögliche Schätzung des Verpflichtungsumfangs zum Bilanzstichtag darstellt.

Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden mit ihrem abgezinsten

Erfüllungsbetrag bewertet. Aus der Aufzinsung resultierende Erhöhungen der Rückstellung werden im

Finanzergebnis erfasst. Für die Abzinsung der erwarteten zukünftigen Zahlungsströme wird ein Vorsteuer-

Zinssatz verwendet, der die aktuellen Markterwartungen im Hinblick auf den Zinseffekt widerspiegelt.

Die verwendeten Zinssätze sind länder- und laufzeitspezifisch ermittelt und bewegten sich im Berichtsjahr

auf einer Bandbreite von 3,98–5,45 % (Vorjahr: 3,7–5,8 %).

Rückstellungen für drohende Verluste aus belastenden Verträgen werden dann angesetzt, wenn

der erwartete Nutzen aus den zugrunde liegenden Verträgen geringer ist als die im Zusammenhang

mit der Erfüllung der Verpflichtungen unvermeidbaren Kosten.

Gewährleistungs- und Garantieverpflichtungen können durch Gesetz, Vertrag oder auch Kulanz

entstehen, wobei eine Inanspruchnahme insbesondere dann zu erwarten ist, wenn die Gewährleistungsfrist

noch nicht abgelaufen ist, in der Vergangenheit Gewährleistungskosten angefallen sind

oder sich ein konkreter Fall bereits abzeichnet. Die Bildung der Rückstellung erfolgt zum Zeitpunkt des

Verkaufs der zugrunde liegenden Produkte oder der Erbringung der Dienstleistung. Die erstmalige

Erfassung erfolgt auf Basis von Einzeleinschätzungen und Erfahrungswerten der Vergangenheit.

5.15 Leasing

Leasingverhältnisse, bei denen die Benteler-Gruppe als Leasingnehmer im Wesentlichen alle mit dem

Eigentum verbundenen Risiken und Chancen aus dem Leasinggegenstand trägt, werden als Finanzierungsleasing

bilanziert. In diesem Fall wird der Leasinggegenstand zu Beginn des Leasingverhältnisses

mit dem Barwert der Mindestleasingzahlungen bzw. seinem niedrigeren beizulegenden Zeitwert aktiviert

und in gleicher Höhe eine Finanzschuld passiviert.

Ist ein Eigentumsübergang nach Ablauf des Leasingvertrags nicht hinreichend sicher, so wird der

Vermögenswert linear über die Vertragslaufzeit abgeschrieben, sofern diese kürzer als die erwartete

Nutzungsdauer ist. Andernfalls wird der Vermögenswert linear über seine erwartete Nutzungsdauer

abgeschrieben.

Im Rahmen eines Operating-Leasingvertrages gemietete Vermögenswerte werden nicht in der

Konzernbilanz angesetzt. Die diesbezüglich geleisteten Zahlungen werden linear über die Dauer des

Leasingverhältnisses erfolgswirksam erfasst.

Konzernanhang | Allgemeine Angaben


Jahresabschluss

72

5.16

Annahmen und Schätzungen

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind bis zu einem gewissen Grad Annahmen zu treffen

und Schätzungen vorzunehmen, die sich auf die Höhe und den Ausweis der bilanzierten Vermögenswerte

und Schulden, der Erträge und Aufwendungen sowie der Eventualschulden auswirken.

Die Annahmen und Schätzungen beziehen sich im Wesentlichen auf die konzerneinheitliche Festlegung

wirtschaftlicher Nutzungsdauern für immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen, die Schätzung

des Fertigstellungsgrads bei Langfristfertigung, die Umstände für die Aktivierung von Entwicklungskosten,

die Kriterien der Klassifizierung von Finanzierungsleasingverhältnissen, die Realisierung von

Forderungen, die Vorratsbewertung, die Bilanzierung und Bewertung von Pensionsrückstellungen und

sonstigen Rückstellungen sowie die Realisierbarkeit steuerlicher Verlustvorträge. Den Annahmen und

Schätzungen liegen Prämissen zugrunde, die auf dem Kenntnisstand zum Zeitpunkt der Aufstellung

des Jahres- bzw. Konzernabschlusses beruhen.

Durch unvorhersehbare und außerhalb des Einflussbereichs des Managements liegende Entwicklungen

können die sich später tatsächlich einstellenden Beträge von den ursprünglich geschätzten

Werten abweichen. In diesem Fall werden die Prämissen und, falls erforderlich, die Buchwerte der

betroffenen Vermögenswerte und Schulden entsprechend angepasst. Eine Änderung wird in der Periode

der Änderungen und in späteren Perioden berücksichtigt, sofern die Änderungen sowohl die Berichtsperiode

als auch spätere Perioden betreffen.

Für solche Bilanzposten, in denen Schätzungen und/oder Ermessensentscheidungen eine wesentliche

Auswirkung auf Wertansätze im Konzernabschluss haben, sind in folgenden Anhangangaben

weitergehende Erläuterungen enthalten:

■■

Festlegung von Nutzungsdauern und Wertminderungen

(Abschnitt 5.4 „Immaterielle Vermögenswerte“, 5.5 „Sachanlagen“ sowie 5.6 „Wertminderungen“)

■■

Ansatz und Bewertung von latenten Steuern

(Abschnitt 17 „Latente Steueransprüche und -schulden“)

■■

Bewertung der Vorräte (Abschnitt 5.9 „Vorräte“)

■■

Werthaltigkeit von Forderungen (Abschnitt 20 „Forderungen“)

■■

Bewertung der leistungsorientierten Verpflichtungen

(Abschnitt 25 „Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen“)

■■

Ansatz und Bewertung von Rückstellungen (Abschnitt 24 „Rückstellungen“)

Konzernanhang | Allgemeine Angaben


Jahresabschluss

73

Erläuterungen zur

Konzern-Gewinn- und -Verlustrechnung

6

uMSATZERlöse und Materialaufwand

Die Umsatzerlöse der Benteler-Gruppe stellen sich wie folgt dar:

2011

[T-€]

2010

[T-€]

Verkauf von Waren 7.039.636 6.058.767

Dienstleistungen 19.297 35.494

Fertigungsaufträge 36.753 8.887

Sonstige 9.874 734

Gesamt 7.105.560 6.103.882

Der operativen Geschäftstätigkeit stehen folgende Materialaufwendungen und bezogene Leistungen

gegenüber:

2011

[T-€]

2010

[T-€]

Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe

und für bezogene Waren 4.938.987 4.015.831

Aufwendungen für bezogene Leistungen 182.806 145.558

Gesamt 5.121.794 4.161.389

7 Sonstige betriebliche Erträge

2011

[T-€]

2010

[T-€]

Versicherungsentschädigungen 178.061 2.905

Währungsgewinne 50.804 31.304

Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen 13.921 8.214

Erträge aus dem Abgang von Sachanlagen 2.828 2.535

Erträge aus der Auflösung von Wertberichtigungen 2.507 1.633

Zuwendungen der öffentlichen Hand 1.341 910

Erträge aus Vermietung 846 847

Übrige 60.384 58.621

Gesamt 310.691 106.969

Von den Versicherungsentschädigungen entfallen 172 Mio. Euro auf den Brand des Werkes Dinslaken

(Benteler Stahl/Rohr). Darin sind neben der Entschädigung für die Betriebsunterbrechung auch die

Erstattungen für den Wiederaufbau (Anlagenzugänge) des Rohrwerkes Dinslaken in Höhe von

22 Mio. Euro enthalten. Des Weiteren sind im Ergebnis 2011 Versicherungsentschädigungen in Höhe von

48 Mio. Euro für die Beseitigung des Brandschadens enthalten, denen Aufwendungen in gleicher

Höhe gegenüberstehen.

Konzernanhang | Erläuterungen zur Konzern-Gewinn- und –Verlustrechnung


Jahresabschluss

74

8

Personalaufwand

2011

[T-€]

2010

[T-€]

Löhne und Gehälter 1.010.403 922.425

Soziale Abgaben 259.076 237.570

Gesamt 1.269.479 1.159.995

9 Sonstige betriebliche Aufwendungen

2011

[T-€]

2010

[T-€]

Reparaturen, Instandhaltung (ohne IT) 152.265 127.350

Ausgangsfrachten 104.243 83.017

Sonstige Betriebskosten 68.978 59.824

Mieten/Pachten von Immobilien/Mobilien 55.992 48.261

Währungsverluste 45.384 32.887

Vertriebsaufwendungen und Reisekosten 40.721 32.810

IT-Kosten/Kommunikation/Geldverkehr 38.433 33.090

Rechts-, Prüfungs- und Beratungskosten 30.416 26.899

Versicherungskosten 17.389 17.059

Betriebliche Steuern 14.580 10.406

Forderungswertberichtigung 8.073 4.665

Verluste aus Anlagenabgängen 5.131 2.556

Einmalig angefallene betriebliche Aufwendungen 5.161 3.305

Sonstige Aufwendungen 93.751 83.579

Gesamt 680.517 565.708

Die Aufwendungen für Mieten und Pachten betreffen im Wesentlichen die im Rahmen der operativen

Geschäftstätigkeit gemieteten Fahrzeuge, Nutzfahrzeuge und IT-Ausstattung sowie Betriebsgrundstücke

bzw. -gebäude, sofern diese nicht im Eigentum der Benteler-Gruppe stehen.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen umfassen beispielsweise auch Spenden und Mitgliedsbeiträge,

Teile der Forschungsaufwendungen, Abschreibungen auf das Umlaufvermögen und Aufwendungen

gegenüber verbundenen, nicht konsolidierten Unternehmen.

Konzernanhang | Erläuterungen zur Konzern-Gewinn- und –Verlustrechnung


Jahresabschluss

75

10

Abschreibungen

2011

[T-€]

2010

[T-€]

Planmäßige Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte 31.476 26.819

Planmäßige Abschreibungen auf Sachanlagen 169.808 168.117

Wertminderungen 3.098 3.022

Wertaufholungen –1.306 0

Gesamt 203.075 197.958

11 Gewinn aus Unternehmenszusammenschlüssen

In dieser Position werden Bewertungseffekte aus Unternehmenserwerben nach IFRS gesondert dargestellt.

Aufgrund der wertmäßigen Höhe und der Einmaligkeit der Transaktionen wird ein separater

Ausweis zur Erhöhung der Transparenz gewählt.

12 Finanzergebnis

2011

[T-€]

2010

[T-€]

Zinserträge aus Bankguthaben 9.189 8.315

Erträge aus derivativen Finanzinstrumenten 5.389 1.111

Zinserträge aus Darlehen und sonstigen Finanzanlagen 823 11

Abzinsung von Rückstellungen 98 286

Finanzerträge 15.500 9.723

2011

[T-€]

2010

[T-€]

Zinsaufwand aus finanziellen Verbindlichkeiten 42.564 36.533

Zinsaufwand aus Pensionsverpflichtungen (netto) 8.593 9.924

Aufwendungen aus Genussscheinkapital 7.125 7.356

Aufwendungen aus derivativen Finanzinstrumenten 3.597 9.029

Aufzinsung von Rückstellungen und Verbindlichkeiten 1.028 1.810

Sonstige Finanzaufwendungen 40 195

Finanzaufwendungen 62.947 64.847

Konzernanhang | Erläuterungen zur Konzern-Gewinn- und –Verlustrechnung


Jahresabschluss

76

13

Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

2011

[T-€]

2010

[T-€]

Laufender Steueraufwand 38.484 41.311

Davon aktuelles Geschäftsjahr 36.455 43.279

Davon aus Vorperioden 2.029 –1.968

Latenter Steueraufwand/-ertrag –2.664 –8.555

Gesamter Steueraufwand/-ertrag 35.820 32.756

Die folgende Tabelle zeigt eine Überleitungsrechnung vom erwarteten zum tatsächlich ausgewiesenen

Steueraufwand. Zur Ermittlung des erwarteten Steueraufwands wird das Ergebnis vor Ertragsteuer mit

einem gewichteten Durchschnittssteuersatz von 30 % (Vorjahr: 30 %) multipliziert.

2011

[T-€]

2010

[T-€]

Jahresergebnis vor Ertragssteuern nach IFRS 132.831 112.634

Konzern-Ertragssteuersatz (%) 30 % 30 %

Erwarteter Steueraufwand/-ertrag im Geschäftsjahr 39.850 33.791

Auswirkungen von Steuersatzänderungen –2.109 1.010

Auswirkungen wegen abweichender Steuersätze –3.728 –3.877

Auswirkungen von steuerfreien Erträgen und anderen Kürzungen –2.381 –303

Auswirkungen von nicht abziehbaren Betriebsausgaben

und anderen Hinzurechnungen 3.706 6.117

Auswirkungen von im Geschäftsjahr erfassten Steuern

aus Vorjahren 263 –1.968

Auswirkungen nicht anrechenbarer Ertragssteuern

(Quellensteuern und ausländische Steuern) 514 412

Auswirkungen von Wertberichtigungen/Ansatzkorrekturen –2.086 –3.225

Sonstige Auswirkungen 1.791 799

Gesamter Steueraufwand (+)/Steuerertrag (-) 35.820 32.756

Die Auswirkungen von Steuersatzänderungen betreffen im Wesentlichen China.

Konzernanhang | Erläuterungen zur Konzern-Gewinn- und –Verlustrechnung


Jahresabschluss

77

Erläuterungen zur Konzernbilanz

14

Immaterielle Vermögenswerte

Forschungskosten, Abschreibungen auf aktivierte Entwicklungskosten sowie nicht aktivierungsfähige

Entwicklungskosten werden als Aufwand erfasst.

2011

[T-€]

2010

[T-€]

Forschungs- und Entwicklungskosten (gesamt) 106.817 109.500

Aktivierung von Entwicklungskosten –30.886 –27.728

Abschreibungen auf aktivierte Entwicklungskosten 28.792 23.735

In der Gewinn- und Verlustrechnung erfasste

Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen 104.723 105.507

Aktivierungsquote (in %)* 28,9 % 25,3 %

*Anteil der aktivierten Entwicklungskosten an den gesamten Forschungs- und Entwicklungskosten (vor Aktivierung)

Die Kosten für Forschung und Entwicklung enthalten überwiegend Personal- und Materialkosten. In

der Benteler-Gruppe sind rund 1.200 Mitarbeiter an 32 Standorten in 18 Ländern in der Forschung und

Entwicklung tätig. Die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten konzentrieren sich insbesondere auf

den Leichtbau durch Entwicklung, Konstruktion und Realisierung von Composite-Bauteilen und

Aluminiumkomponenten. Im Geschäftsbereich Stahl/Rohr steht die Entwicklung von Werkstoffeigenschaften

bzw. -verhalten im Vordergrund. Im Geschäftsbereich Automobiltechnik liegen die

Schwerpunkte der Forschung und Entwicklung auf den Themen Sicherheit, Effizienz und Umwelt vor

dem Hintergrund der Produkt- und Prozessentwicklung.

Die Konzessionen, gewerblichen Schutzrechte, ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen

Rechten und Werten betreffen im Wesentlichen Aufwendungen gegenüber Dritten, die im Zusammenhang

mit der Anschaffung von Anwendersoftware angefallen sind.

Die bestehenden Geschäfts- oder Firmenwerte entfallen hauptsächlich auf die Rohstoffhandelsgesellschaft

Günther Voth GmbH, Paderborn, welche im Geschäftsjahr 2010 erstmals vollkonsolidiert

wurde (zuvor wurde sie bereits als assoziiertes Unternehmen einbezogen).

Die immateriellen Vermögenswerte beinhalten solche mit beschränkten Eigentumsrechten zu Buchwerten

von TEUR 597. Insgesamt sind keine immateriellen Vermögenswerte als Sicherheit verpfändet.

In den aktivierten Entwicklungskosten sind – genauso wie in den Vorjahren – keine Fremdkapitalkosten

enthalten. Vertragliche Verpflichtungen zum Erwerb von immateriellen Vermögenswerten

bestehen zum Abschlussstichtag in Höhe von TEUR 604 (Vorjahr: TEUR 0).

Konzernanhang | Erläuterungen zur Konzernbilanz


Jahresabschluss

78

Die immateriellen Vermögenswerte haben sich wie folgt entwickelt:

Konzessionen,

gewerbl.

Schutzrechte,

ähnliche

Rechte sowie

Lizenzen

[T-€]

Geschäftsoder

Firmenwerte

[T-€]

Geleistete

Anzahlungen

[T-€]

Aktivierte

Entwicklungskosten

[T-€]

Gesamt

Anschaffungs-/Herstellungskosten

Stand am 1.1.2011 95.939 11.697 173 174.664 282.473

Zugänge 2.392 0 121 30.886 33.399

Unternehmenserwerbe 0 0 0 0 0

Umbuchungen –3.036 –687 –113 3.808 –28

Abgänge –2.658 –140 –20 –2.471 –5.288

Währungsumrechnungsdifferenzen –571 18 –16 –339 –908

Stand am 31.12.2011 92.066 10.889 145 206.548 309.648

[T-€]

Abschreibungen

Stand am 1.1.2011 42.620 4.478 0 125.051 172.148

Laufende Abschreibungen 4.079 16 0 27.380 31.476

Wertminderungen 0 39 0 1.465 1.504

Wertaufholungen –3 0 0 –53 –56

Umbuchungen 271 0 0 –271 0

Abgänge –2.425 –140 0 –1.647 –4.212

Währungsumrechnungsdifferenzen –462 18 0 –101 –545

Stand am 31.12.2011 44.080 4.411 0 151.824 200.316

Buchwert

Stand am 1.1.2011 53.320 7.219 173 49.613 110.325

Stand am 31.12.2011 47.986 6.477 145 54.723 109.332

Davon aus Finanzierungsleasing 0 0 0 0 0

Konzernanhang | Erläuterungen zur Konzernbilanz


Jahresabschluss

79

Konzessionen,

gewerbl.

Schutzrechte,

ähnliche

Rechte sowie

Lizenzen

[T-€]

Geschäftsoder

Firmenwerte

[T-€]

Geleistete

Anzahlungen

[T-€]

Aktivierte

Entwicklungskosten

[T-€]

Gesamt

Anschaffungs-/Herstellungskosten

Stand am 1.1.2010 80.803 1.724 3.119 107.476 193.122

Zugänge 1.078 0 178 27.728 28.984

Unternehmenserwerbe 44.875 7.129 0 0 52.004

Umbuchungen –30.446 0 –2.379 32.825 0

Abgänge –1.397 –100 –849 –1.347 –3.693

Währungsumrechnungsdifferenzen 1.026 2.944 104 7.982 12.056

Stand am 31.12.2010 95.939 11.697 173 174.664 282.473

[T-€]

Abschreibungen

Stand am 1.1.2010 64.563 1.578 0 58.614 124.755

Laufende Abschreibungen 4.327 16 0 23.735 28.078

Umbuchungen –25.962 0 0 25.962 0

Abgänge –1.506 –61 0 –550 –2.117

Währungsumrechnungsdifferenzen 1.199 2.944 0 17.290 21.433

Stand am 31.12.2010 42.620 4.478 0 125.051 172.148

Buchwert

Stand am 1.1.2010 16.240 145 3.119 48.863 68.367

Stand am 31.12.2010 53.320 7.219 173 49.613 110.325

Davon aus Finanzierungsleasing 0 0 0 0 0

Konzernanhang | Erläuterungen zur Konzernbilanz


Jahresabschluss

80

15

Sachanlagen

Grundstücke

und Bauten

[T-€]

Technische

Anlagen und

Maschinen

[T-€]

Andere

Anlagen,

Betriebs- und

Geschäftsausstattung

[T-€]

Geleistete

Anzahlungen

und Anlagen

im Bau

[T-€]

Gesamt

[T-€]

Anschaffungs-/Herstellungskosten

Stand am 1.1.2011 643.233 2.240.412 319.513 122.857 3.326.016

Zugänge 19.227 151.428 32.150 149.547 352.353

Unternehmenserwerbe 0 0 0 0 0

Umbuchungen 4.528 60.652 3.065 –68.218 28

Klassifizierung als zur Veräußerung gehalten –2.024 0 0 0 –2.024

Abgänge –13.230 –67.950 –15.145 –14.228 –110.553

Währungsumrechnungsdifferenzen 258 –5.173 –206 –949 –6.071

Stand am 31.12.2011 651.991 2.379.370 339.378 189.009 3.559.749

Abschreibungen

Stand am 1.1.2011 318.103 1.635.532 240.902 0 2.194.538

Laufende Abschreibungen 17.751 129.561 22.496 0 169.808

Wertminderungen 296 1.288 10 0 1.594

Wertaufholungen –1 –211 –1.038 0 –1.250

Umbuchungen 796 –2.475 1.679 0 0

Klassifizierung als zur Veräußerung gehalten –282 0 0 0 –283

Abgänge –5.763 –50.437 –14.471 0 –70.672

Währungsumrechnungsdifferenzen 912 –1.983 –203 0 –1.274

Stand am 31.12.2011 331.813 1.711.274 249.374 0 2.292.461

Buchwert

Stand am 1.1.2011 325.130 604.880 78.611 122.857 1.131.478

Stand am 31.12.2011 320.179 668.096 90.004 189.009 1.267.288

Davon aus Finanzierungsleasing 15.569 4.806 3.821 0 24.197

Konzernanhang | Erläuterungen zur Konzernbilanz


Jahresabschluss

81

Grundstücke

und Bauten

[T-€]

Technische

Anlagen und

Maschinen

[T-€]

Andere

Anlagen,

Betriebs- und

Geschäftsausstattung

[T-€]

Geleistete

Anzahlungen

und Anlagen

im Bau

[T-€]

Gesamt

[T-€]

Anschaffungs-/Herstellungskosten

Stand am 1.1.2010 702.564 2.038.067 295.294 55.356 3.091.280

Zugänge 19.361 72.579 19.740 105.874 217.554

Unternehmenserwerbe 1.527 2.120 499 0 4.146

Umbuchungen 1.789 40.586 3.068 –45.443 0

Abgänge –4.721 –71.669 –11.439 –12.865 –100.694

Währungsumrechnungsdifferenzen –77.287 158.730 12.352 19.935 113.729

Stand am 31.12.2010 643.233 2.240.412 319.513 122.857 3.326.016

Abschreibungen

Stand am 1.1.2010 379.661 1.429.873 222.244 –21 2.031.757

Laufende Abschreibungen 19.773 130.900 19.207 0 169.880

Umbuchungen 7.672 –8.290 618 0 0

Abgänge –3.986 –65.116 –13.385 0 –82.487

Währungsumrechnungsdifferenzen –85.017 148.166 12.218 21 75.387

Stand am 31.12.2010 318.103 1.635.532 240.902 0 2.194.538

Buchwert

Stand am 1.1.2010 322.903 608.194 73.049 55.377 1.059.524

Stand am 31.12.2010 325.130 604.880 78.611 122.857 1.131.478

Davon aus Finanzierungsleasing 18.550 3.566 2.274 0 24.390

Konzernanhang | Erläuterungen zur Konzernbilanz


Jahresabschluss

82

Im Geschäftsjahr 2011 wurden Fremdkapitalkosten in Höhe von TEUR 5.035 (Vorjahr: TEUR 1.426) aktiviert.

Dabei kamen Zinssätze von 4,0-5,6 % zur Anwendung.

Die Sachanlagen beinhalten solche mit beschränkten Eigentumsrechten zu Buchwerten von

TEUR 10.990. Insgesamt sind Sachanlagen in Höhe von TEUR 988 als Sicherheit verpfändet (Vorjahr:

TEUR 212).

Zum Bilanzstichtag betragen die vertraglichen Verpflichtungen für den Erwerb von Sachanlagen

TEUR 104.273 (Vorjahr: TEUR 15.726).

Im aktuellen Geschäftsjahr flossen der Benteler-Gruppe Entschädigungen für untergegangene

Sachanlagen aus dem Brand im Werk Dinslaken in Höhe von TEUR 928 zu.

Leasingverhältnisse

Die Benteler-Gruppe ist Leasingnehmer in verschiedenen Leasingverhältnissen. Die Leasingverhältnisse

betreffen Gebäudemieten sowie Mieten für technische Anlagen und Maschinen.

Die künftigen Mindestleasingzahlungen aufgrund von unkündbaren Operating-Leasingverhältnissen

stellen sich für die verschiedenen Perioden wie folgt dar:

31.12.2011

[T-€]

31.12.2010

[T-€]

Künftige Mindestleasingzahlungen

fällig innerhalb eines Jahres 27.649 10.028

fällig in 1 bis 5 Jahren 85.289 24.341

fällig nach 5 Jahren 38.717 15.256

Summe 151.654 49.625

Die künftigen Mindestleasingzahlungen aufgrund von unkündbaren Finanzierungsleasing-Verhältnissen

stellen sich für die verschiedenen Perioden wie folgt dar:

31.12.2011

[T-€]

31.12.2010

[T-€]

Künftige Mindestleasingzahlungen

fällig innerhalb eines Jahres 3.009 2.281

fällig in 1 bis 5 Jahren 8.987 6.479

fällig nach 5 Jahren 9.678 5.814

Nominalwert 21.674 14.574

Zinsanteil –2.406 –1.100

Barwert der Mindestleasingzahlungen 19.268 13.474

Im Rahmen von Miet- und Leasingverträgen wurden im Berichtsjahr 2011 Zahlungen in Höhe von

TEUR 55.992 erfolgswirksam erfasst (Vorjahr: TEUR 48.261).

Konzernanhang | Erläuterungen zur Konzernbilanz


Jahresabschluss

83

16

Anteile an assoziierten Unternehmen

Die nach der Equity-Methode bilanzierten Anteile an assoziierten Unternehmen in Höhe von TEUR 9.924

(31.12.2010: TEUR 9.025) betreffen zum Stichtag folgende Gesellschaften:

■■

Polarputki Oy, Helsinki, Finnland (50 %, durchgerechnet 37,5 %)

Die folgende Übersicht zeigt zusammenfassende Finanzinformationen der nach der Equity-Methode

bilanzierten Unternehmen (jeweils 100 %):

31.12.2011

[T-€]

31.12.2010

[T-€]

Vermögenswerte 29.824 27.875

Schulden 9.523 9.369

Eigenkapital 20.301 18.506

Umsatzerlöse 55.019 40.685

Periodengewinn 2.660 2.880

17 lATENTE Steueransprüche und -schulden

Die aktiven und passiven latenten Steuern ergeben sich aus den temporären Differenzen und steuerlichen

Verlustvorträgen wie folgt:

31.12.2011 31.12.2010

Aktiva

[T-€]

Passiva

[T-€]

Aktiva

[T-€]

Passiva

[T-€]

Immaterielle Vermögenswerte 6.215 –27.714 5.466 –28.094

Sachanlagen 7.337 –42.615 11.510 –39.572

Kurz- und langfristige Finanzanlagen 5.747 –900 1.055 –3.144

Vorräte 3.106 –5.942 4.975 –1.652

Kurz- und langfristige Forderungen und

sonstige Vermögenswerte 7.382 –6.115 6.817 –10.671

Pensionsrückstellungen 12.994 –2.476 13.998 –1.081

Übrige Rückstellungen 22.477 –1.312 20.752 –9.711

Verbindlichkeiten 15.013 –5.460 24.125 –4.627

Sonstige 0 –2.013 326 –1.491

Steuerliche Verlustvorträge 46.706 0 49.689 0

Bruttowert 126.977 –94.547 138.713 –100.043

Saldierung –63.561 63.561 –70.195 70.195

Bilanzansatz 63.416 –30.986 68.518 –29.848

Konzernanhang | Erläuterungen zur Konzernbilanz


Jahresabschluss

84

Saldierungen von aktiven und passiven Steuerlatenzen werden vorgenommen, wenn ein Rechtsanspruch

auf Aufrechnung besteht und die Absicht besteht, einen Ausgleich auf Nettobasis herbeizuführen.

Im Berichtsjahr 2011 wurden, wie in der Vergleichsperiode 2010, latente Steuerpositionen im sonstigen

Ergebnis erfasst (vgl. Abschnitt 22 „Eigenkapital“).

Zum 31. Dezember 2011 bestehen steuerliche Verlustvorträge in Höhe von TEUR 427.866 (Vorjahr:

TEUR 348.504). Es wird davon ausgegangen, dass eine Nutzung der Verlustvorträge in Höhe von

TEUR 152.953 (Vorjahr: TEUR 140.342) wahrscheinlich ist. Auf Verlustvorträge in Höhe von TEUR 274.913

(Vorjahr TEUR 208.162) wurden keine latenten Steuern angesetzt.

Die nicht angesetzten Verlustvorträge sind wie folgt vortragsfähig:

31.12.2011

[T-€]

31.12.2010

[T-€]

Verfall in den nächsten 10 Jahren 47.671 45.931

Verfall in mehr als 10 Jahren 82.641 56.117

Unbegrenzt vortragsfähig 144.601 106.114

Gesamt 274.913 208.162

Zum 31. Dezember 2011 bestehen steuerliche Zinsvorträge für deutsche Konzerngesellschaften in Höhe

von TEUR 0 (im Vorjahr: TEUR 42.208). Aufgrund einer gesetzlichen Möglichkeit in Deutschland konnte

der Zinsvortrag bereits mit steuerlicher Wirkung 2010 verwertet werden und geht nunmehr im Wesentlichen

in einen Verlustvortrag über.

Zum 31. Dezember 2011 hat der Konzern für Gesellschaften, die einen Verlust in der Vorperiode

erlitten haben, latente Steuerforderungen ausgewiesen, die die latenten Steuerverbindlichkeiten

überstiegen. Grundlage für die Bildung latenter Steuern ist die Einschätzung des Managements, dass

es wahrscheinlich ist, dass die jeweiligen Gesellschaften zu versteuernde Ergebnisse erzielen werden,

mit denen noch nicht genutzte steuerliche Verluste und abzugsfähige temporäre Differenzen verrechnet

werden können.

Sofern die Voraussetzungen des IAS 12.39 vorliegen, wurden auf temporäre Differenzen in Zusammenhang

mit Anteilen an Tochterunternehmen keine latenten Steuerschulden gebildet.

Potenzielle Ausschüttungen an die Anteilseigner der Benteler International AG haben für den

Konzern keine steuerliche Konsequenz. Auf die absehbaren zukünftigen konzerninternen Dividendenausschüttungen

und Unternehmensverkäufe wurden aufgrund der teilweisen Nichtabzugsfähigkeit in

Deutschland und der Quellensteuern passive Steuerlatenzen gebildet.

Konzernanhang | Erläuterungen zur Konzernbilanz


Jahresabschluss

85

18

Sonstige langfristige Forderungen und Vermögenswerte

31.12.2011

[T-€]

31.12.2010

[T-€]

Anteile an Unternehmen 9.499 1.374

Wertpapiere 578 601

Finanzielle Forderungen 12.024 9.598

Sonstige Forderungen 1.237 1.787

Übrige Vermögenswerte 12.600 15.216

Gesamt 35.938 28.576

19 Vorräte

31.12.2011

[T-€]

31.12.2010

[T-€]

Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 215.136 182.650

Unfertige Erzeugnisse 150.563 120.920

Fertige Erzeugnisse und Waren 297.292 238.130

Gesamt 662.992 541.700

20 Forderungen

20.1 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

31.12.2011

[T-€]

31.12.2010

[T-€]

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, brutto 859.487 760.209

Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen

und Leistungen –8.206 –4.144

Buchwert 851.281 756.065

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen beinhalten im Wesentlichen Forderungen gegenüber

Dritten und in geringem Ausmaß Forderungen gegenüber verbundenen, nicht konsolidierten Unternehmen

oder assoziierten Unternehmen.

Konzernanhang | Erläuterungen zur Konzernbilanz


Jahresabschluss

86

Die Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben sich wie folgt entwickelt:

31.12.2011

[T-€]

31.12.2010

[T-€]

Stand zum 1. Jänner 4.144 2.432

Zuführungen 8.073 4.665

Auflösungen –2.507 –1.633

Inanspruchnahme –1.380 –2.011

Wechselkurseffekte und andere Veränderungen –125 691

Stand zum 31. Dezember 8.206 4.144

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden sowohl einzel- als auch aufgrund eines Portfolioansatzes

pauschaliert einzelwertberichtigt. Die pauschalierten Einzelwertberichtigungen wurden –

basierend auf Erfahrungen aus den Vorjahren – prozentual auf die Altersstruktur der Forderungen

verteilt.

Die Altersstruktur der nicht wertgeminderten Forderungen stellt sich wie folgt dar:

31.12.2011

[T-€]

31.12.2010

[T-€]

Weder überfällige noch wertberichtigte Forderungen 771.148 617.252

Überfällige Forderungen,

die nicht einzelwertberichtigt sind 74.153 134.669

Davon weniger als 30 Tage überfällig 45.907 94.711

30 bis 60 Tage überfällig 16.936 27.620

61 bis 90 Tage überfällig 4.411 7.900

mehr als 90 Tage überfällig 6.900 4.438

Einzelwertberichtigte Forderungen (netto) 5.981 4.144

Buchwert zum 31. Dezember 851.281 756.065

Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2011 waren wie in den Vorjahren keine Forderungen aus Lieferungen

und Leistungen verpfändet.

Konzernanhang | Erläuterungen zur Konzernbilanz


Jahresabschluss

87

20.2

Forderungen aus Auftragsfertigung

Die nach der PoC-Methode (Percentage of Completion) bilanzierten Forderungen aus langfristigen

Fertigungsaufträgen ermitteln sich wie folgt:

2011

[T-€]

2010

[T-€]

Angefallene Auftragskosten 52.951 48.517

Ausgewiesene Gewinne abzüglich ausgewiesener Verluste 6.127 –8.887

Fertigungsaufträge mit aktivischem Saldo

gegenüber Kunden 59.077 39.630

Von Kunden geleistete Anzahlungen –28.843 –26.470

Forderungen aus Auftragsfertigung 30.234 13.160

20.3 Sonstige kurzfristige Forderungen und Vermögenswerte

31.12.2011

[T-€]

31.12.2010

[T-€]

Geleistete Anzahlungen Vorräte 18.869 12.102

Aktive Rechnungsabgrenzung 7.986 10.114

Wertpapiere 120.489 20

Sonstige finanzielle Vermögenswerte 9.752 14.752

Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte 120.705 97.326

Gesamt 277.801 134.314

In den sonstigen nicht finanziellen Vermögenswerten sind insbesondere Forderungen aus sonstigen

Steuern (insbesondere Umsatz- und Energiesteuern) und Erstattungsansprüche erfasst.

21 Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

31.12.2011

[T-€]

31.12.2010

[T-€]

Kassenbestand, Schecks 25.673 49.120

Guthaben bei Kreditinstituten 280.494 251.590

Zahlungsmitteläquivalente 1.343 1.327

Gesamt 307.510 302.037

Die Zahlungsmittel sind jederzeit verfügbar und unterliegen keinen Beschränkungen.

Konzernanhang | Erläuterungen zur Konzernbilanz


Jahresabschluss

88

22

Eigenkapital

Die Entwicklung des Konzerneigenkapitals ergibt sich aus der Eigenkapitalveränderungsrechnung, die als

eigener Abschlussbestandteil gesondert dargestellt ist; insbesondere ist darin die Ergebnisverwendung

enthalten.

Aufgrund der „Reverse Acquisition“, die 2010 stattfand, wird zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2011

weiterhin das gezeichnete Kapital des rechtlichen Mutterunternehmens, der Benteler International AG,

als Grundkapital ausgewiesen. Als Kapitalrücklagen werden aufgrund der Fortführung des Abschlusses

des wirtschaftlichen Erwerbers das gezeichnete Kapital und die Kapitalrücklagen des rechtlichen Tochterunternehmens,

der Benteler Deutschland GmbH (ehemals: Benteler Aktiengesellschaft), ausgewiesen.

Das Grundkapital betrug zum 31. Dezember 2011 TEUR 200, eingeteilt in 200.000 auf den Namen

lautende vinkulierte Stückaktien. Entsprechend der Satzung der Gesellschaft wurden die Aktien gleicher

Gattung zur Hälfte jeweils auf eine Aktienurkunde (Sammelaktie) ausgestellt.

Die sonstigen Bestandteile des Eigenkapitals entwickelten sich wie folgt (beim Unterschied aus der

Währungsumrechnung einschließlich des Anteils nicht beherrschender Anteile):

Geschäftsjahr 2011

Vor Steuern

[T-€]

Steuereffekt

[T-€]

Nach Steuern

[T-€]

Unterschied aus der Währungsumrechnung –44 0 –44

Effekte aus Cashflow-Hedging –27.885 5.858 –22.027

Versicherungsmathematische

Gewinne und Verluste 4.445 –1.311 3.133

Gesamt –23.484 4.547 –18.938

Geschäftsjahr 2010

Vor Steuern

[T-€]

Steuereffekt

[T-€]

Nach Steuern

[T-€]

Unterschied aus der Währungsumrechnung 54.203 0 54.203

Effekte aus Cashflow-Hedging 5.972 –1.845 4.127

Versicherungsmathematische

Gewinne und Verluste –25.858 7.455 –18.403

Gesamt 34.317 5.610 39.927

Konzernanhang | Erläuterungen zur Konzernbilanz


Jahresabschluss

89

23

Genussscheinkapital

Die Benteler Deutschland GmbH hat in den Vorjahren ein sogenanntes „Mezzanin-Kapital“ über Genussscheine

ohne Fälligkeitstag im Gesamtnennbetrag von bis zu TEUR 100.000 ausgegeben. Zum Bilanzstichtag

betrug der Genussscheinkapitalwert TEUR 99.422 (31. Dezember 2010: TEUR 99.075).

Die Genussscheine lauten auf den Inhaber und können ohne Zustimmung der Gesellschaft frei

übertragen werden. 1.900 Inhaber-Genussscheine lauten auf einen Nennbetrag von EUR 50.000,00,

200 weitere auf einen Nennbetrag von EUR 25.000,00. Die Genussscheine nehmen an einem Jahresfehlbetrag

für ein Geschäftsjahr bis maximal zur vollen Höhe des Nennbetrages teil, der im handelsrechtlichen

Jahresabschluss – nach vorheriger Verrechnung mit bestimmten Rücklagen sowie Gewinnvorträgen

– der Benteler Deutschland GmbH ausgewiesen würde.

Die Forderungen aus den Genussscheinen treten gegenüber den Forderungen aller anderen Gläubiger

der Gesellschaft im Rang zurück, soweit diese nicht Nachrangkapital darstellen. Die Genussscheine

gewähren keinen Anteil am Liquidationserlös der Gesellschaft. Die Genussscheine können von der

Gesellschaft mit einer Frist von sechs Monaten zum Ende eines Kalenderjahres, frühestens jedoch zum

31. Dezember 2014 ordentlich gekündigt werden. Von den Genussscheininhabern können die Genussscheine

aus wichtigem Grund fristlos gekündigt werden.

Die Gesellschaft ist seit dem 1. Juli 2010 berechtigt, mit allen oder einzelnen Genussscheininhabern

den vollständigen oder teilweisen Rückkauf von Genussscheinen zu vereinbaren und durchzuführen.

24 Rückstellungen

Die Rückstellungen gemäß IAS 37 sowie Verpflichtungen für Leistungen an Arbeitnehmer nach IAS 19

stellen sich zusammenfassend wie folgt dar:

Note 31.12.2011

[T-€]

31.12.2010

[T-€]

Rückstellungen für Pensionen – langfristig 25 202.603 203.674

Sonstige Rückstellungen für Leistungen an Arbeitnehmer 24.2 32.852 33.543

Rückstellungen für Drohverluste 24.1 322 1.613

Rückstellungen für Garantien/Gewährleistungen 24.1 10.827 9.497

Sonstige Rückstellungen 24.1 17.346 18.426

Sonstige langfristige Rückstellungen 61.347 63.079

Rückstellungen für Pensionen – kurzfristig 25 12.154 10.775

Sonstige Rückstellungen für Leistungen an Arbeitnehmer 18.142 24.279

Rückstellungen für Drohverluste 24.1 10.174 12.219

Rückstellungen für Garantien/Gewährleistungen 24.1 28.804 26.377

Sonstige Rückstellungen 24.1 42.888 48.633

Kurzfristige Rückstellungen 112.162 122.283

Konzernanhang | Erläuterungen zur Konzernbilanz


Jahresabschluss

90

24.1

Rückstellungsspiegel

Die lang- und kurzfristigen Rückstellungen entwickelten sich in der Berichtsperiode wie folgt:

Garantien und

Gewährleistungen

[T-€]

Belastende

Verträge

Übrige

Rückstellungen

Gesamt

[T-€]

[T-€]

[T-€]

Stand am 1.1.2011 35.873 13.832 67.060 116.765

Zuführungen 7.601 9.320 46.978 63.899

Verbrauch –1.946 –6.542 –47.238 –55.726

Auflösung –1.782 –5.679 –6.459 –13.920

Auf-/Abzinsung –82 –10 0 –92

Währungsumrechnung –33 –425 –107 –565

Stand am 31.12.2011 39.631 10.496 60.234 110.361

Davon kurzfristig 28.804 10.174 42.888 81.866

Davon langfristig 10.827 322 17.346 28.495

Die Rückstellungen für Gewährleistungsrisiken dienen überwiegend der Abdeckung von latenten Risiken

aus Reklamationsfällen. Sie werden auf Basis der mit externen Kunden getätigten Umsätze des Geschäftsjahres

unter Berücksichtigung historischer Erfahrungswerte ermittelt.

Die übrigen Rückstellungen beziehen sich vor allem auf Prozessrisiken, sonstige Steuern und Beschaffungsvorgänge.

Die Inanspruchnahme der langfristigen Rückstellungen wird voraussichtlich in spätestens fünf Jahren

erfolgen.

24.2 Sonstige Rückstellungen für Leistungen an Arbeitnehmer

Andere langfristige Leistungen an Arbeitnehmer umfassen vorwiegend Verpflichtungen aus Altersteilzeitregelungen

und Jubiläumszusagen. Die Rückstellungen für die Altersteilzeitregelungen weisen im

Wesentlichen Laufzeiten von bis zu fünf Jahren aus.

Zur Absicherung von Wertguthaben aus dem Blockmodell Altersteilzeit gemäß § 8a dATZG sind Sicherheiten

in einem Treuhanddepot hinterlegt. Die auf den Treuhänder übertragenen finanziellen Mittel

sind von ihm unter dem Gesichtspunkt der Substanzerhaltung zu verwalten und dürfen darüber hinaus

in Zukunft ausschließlich und unwiderruflich zur Erfüllung der entsprechenden Verpflichtungen

verwendet werden. Das Treuhandvermögen, das auf die Erfüllungsrückstände der Altersteilzeitverpflichtungen

entfällt, stellt Planvermögen gemäß IAS 19.128 dar. Die Verpflichtungen werden saldiert

mit dem beizulegenden Zeitwert des Planvermögens ausgewiesen.

Konzernanhang | Erläuterungen zur Konzernbilanz


Jahresabschluss

91

25

Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

25.1 Pensionen und andere leistungsorientierte Verpflichtungen

Innerhalb der Benteler-Gruppe werden gegenwärtig einigen Mitarbeitern unterschiedliche Formen

der Altersversorgung gewährt. Dementsprechend unterhält die Benteler-Gruppe verschiedene leistungsorientierte

und beitragsorientierte Altersversorgungspläne. Die leistungsorientierten Pläne werden von

unabhängigen Gutachtern einer jährlichen Bewertung unterzogen.

Der versicherungsmathematischen Berechnung des Verpflichtungsumfangs zum jeweiligen Bewertungsstichtag

liegen folgende Annahmen zugrunde:

31.12.2011

[%]

31.12.2010

[%]

Rechnungszins 1,70–4,99 2,75–5,09

Gehaltstrend/Anwartschaftsdynamik 0–4 0–6

Erwartete Rendite des Planvermögens 2,5–6 2–4

Rententrend 0–3 0–3

Überleitung von der Verpflichtung aus leistungsorientierten Plänen zu den Rückstellungen für

Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

2011

[T-€]

2010

[T-€]

Barwert der nicht durch Fonds gedeckten Verpflichtungen 211.115 214.448

Barwert der durch Fonds gedeckten Verpflichtungen 123.657 111.612

Verbindlichkeit aus leistungsorientierten Plänen 334.772 326.060

Zeitwert des Planvermögens –133.024 –123.754

Saldo 201.748 202.306

Rückstellungen für Pensionen und ähnliche

Verpflichtungen zum 31. Dezember 214.757 214.448

Aktivsaldo aus leistungsorientierten Plänen 13.009 12.142

Konzernanhang | Erläuterungen zur Konzernbilanz


Jahresabschluss

92

Der Finanzierungsstatus zeigt die Deckung der Pensionsverpflichtungen durch das Planvermögen zum

Bewertungsstichtag und entwickelte sich in den vergangenen Perioden wie folgt:

31.12.2011

[T-€]

31.12.2010

[T-€]

31.12.2009

[T-€]

31.12.2008

[T-€]

Barwert der leistungsorientierten

Verpflichtung 334.772 326.060 290.551 256.774

Zeitwert des Planvermögen –133.024 –123.754 –105.985 –105.317

Über-/Unterdeckung des Plans 201.748 202.306 184.566 151.457

Unter Berücksichtigung von IAS 19.58(b) und 59 wird ein positiver Überhang des Deckungskapitals der

Direktversicherung gegenüber der DBO („defined benefit obligation“) aus den leistungsorientierten

Pensionsplänen („Aktivsaldo“) als gesonderter Vermögenswert in den sonstigen finanziellen Vermögenswerten

ausgewiesen.

Entwicklung der Verpflichtungen aus leistungsorientierten Versorgungsplänen

2011

[T-€]

2010

[T-€]

Verbindlichkeit aus leistungsorientierten Plänen

zum 1. Jänner 326.060 290.551

Gezahlte Versorgungsleistungen an Begünstigte gesamt –9.502 –9.012

Laufender Dienstzeitaufwand 9.196 7.685

Zinsaufwand 13.577 9.924

Versicherungsmathematische Verluste/Gewinne –6.746 22.662

Sonstige Veränderungen 2.187 4.250

Verbindlichkeit aus leistungsorientierten Plänen

zum 31. Dezember 334.772 326.060

Die sonstigen Veränderungen betreffen vor allem die Fremdwährungsumrechnung und im Vorjahr

Änderungen des Konsolidierungskreises.

Konzernanhang | Erläuterungen zur Konzernbilanz


Jahresabschluss

93

Entwicklung des Planvermögens

2011

[T-€]

2010

[T-€]

Zeitwert des Planvermögens zum 1. Jänner 123.754 105.985

Einzahlungen in den Plan 5.783 5.195

Aus dem Plan gezahlte Versorgungsleistungen –2.132 –2.006

Erwartete Einkünfte aus Planvermögen 4.984 2.475

Versicherungsmathematische (Verluste/)Gewinne –2.301 1.383

Sonstige Veränderungen des Konsolidierungskreises 2.936 10.722

Zeitwert des Planvermögens zum 31. Dezember 133.024 123.754

Die sonstigen Veränderungen betreffen vor allem die Fremdwährungsumrechnung und im Vorjahr

Änderungen im Konsolidierungskreis.

Die tatsächlichen Erträge des Planvermögens belaufen sich auf TEUR 2.683 (Vorjahr: TEUR 3.858).

Für das folgende Geschäftsjahr 2012 werden Einzahlungen in das Planvermögen in Höhe von TEUR 3.961

erwartet.

Das Planvermögen setzt sich zum Bewertungszeitpunkt wie folgt zusammen:

31.12.2011

[T-€]

Eigenkapitalinstrumente 987

Schuldinstrumente 13.122

Andere Vermögenswerte 118.915

Summe 133.024

In der Konzern-Gewinn- und -Verlustrechnung erfasste Kosten:

2011

[T-€]

2010

[T-€]

Laufender Dienstzeitaufwand 9.196 7.685

Zinsaufwand 13.577 9.924

Erwartete Einkünfte aus Planvermögen –4.984 –2.475

Gesamte Aufwendungen für Pensionen

und ähnliche Verpflichtungen 17.789 15.134

Konzernanhang | Erläuterungen zur Konzernbilanz


Jahresabschluss

94

26

Finanzielle Verbindlichkeiten

31.12.2011 31.12.2010

Kurzfristig

[T-€]

Langfristig

[T-€]

Kurzfristig

[T-€]

Langfristig

[T-€]

Schuldscheindarlehen 11.878 448.750 36.752 180.000

Verbindlichkeiten

gegenüber Kreditinstituten 136.979 238.122 81.706 175.501

Leasing verbindlichkeiten 3.040 16.228 2.107 11.368

Übrige 375 1.235 5.795 17.366

Gesamt 152.271 704.336 126.360 384.235

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind wie in den Vorjahren weder durch Grundpfandrechte

noch durch Sicherungsübereignung besichert.

Die übrigen finanziellen Verbindlichkeiten beinhalten Darlehen gegenüber nahestehenden Unternehmen.

Für diese sind wie im Vorjahr marktübliche Zinssätze vereinbart.

27 Ertragssteuerverbindlichkeiten

Die lang- und kurzfristigen Ertragsteuerverbindlichkeiten enthalten die Körperschaftsteuer einschließlich

Solidaritätszuschlag und Gewerbesteuer der deutschen Konzernunternehmen sowie vergleichbare

Ertragsteuerschulden von Gesellschaften in anderen Ländern.

Konzernanhang | Erläuterungen zur Konzernbilanz


Jahresabschluss

95

28

Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten

31.12.2011

[T-€]

31.12.2010

[T-€]

Sonstige Verbindlichkeiten aus Steuern 51.667 43.597

Ausstehende Eingangsrechnungen 39.441 32.726

Verbindlichkeiten gegenüber Mitarbeitern 74.118 76.607

Erhaltene Anzahlungen 27.625 23.011

Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit 19.918 16.212

Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 11.878 0

Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten 98.150 119.147

Gesamt 322.796 311.300

Sonstige Verbindlichkeiten aus Steuern, die nicht Steuern von Einkommen und Ertrag sind, betreffen

im Wesentlichen Lohn- und Umsatzsteuern.

Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten umfassen u. a. allgemeine Rechnungsabgrenzungsposten,

Abgrenzungen für Erlösschmälerungen und Zuwendungen der öffentlichen Hand.

Konzernanhang | Erläuterungen zur Konzernbilanz


Jahresabschluss

96

Sonstige Angaben

29

Finanzrisikomanagement

Die Benteler-Gruppe unterliegt durch ihre Geschäftstätigkeit und durch von ihr getätigte Finanztransaktionen

verschiedenen Finanzrisiken. Diese Risiken umfassen im Wesentlichen das Währungs- und

Zinsrisiko, das Rohstoffpreisrisiko, das Ausfallsrisiko und das Liquiditätsrisiko.

Darüber hinaus überwacht die Benteler-Gruppe Finanzrisiken mit bewährten Kontroll- und Steuerungsinstrumenten.

Das Berichtswesen des Konzerns ermöglicht eine regelmäßige Erfassung, Analyse,

Bewertung und Steuerung finanzieller Risiken durch den Zentralbereich Konzern-Treasury. In diese

Betrachtung sind alle relevanten Beteiligungsgesellschaften einbezogen.

29.1 Währungsrisiko

Fremdwährungsrisiken bestehen insbesondere dort, wo Forderungen, Verbindlichkeiten und geplante

Transaktionen in einer anderen als der lokalen Währung bestehen. Zum überwiegenden Teil resultiert

das Risiko der Schwankungen zukünftiger Zahlungsströme aus der operativen Tätigkeit, aber auch aus

Finanzierungsmaßnahmen und Investitionen. Das wesentliche Währungsrisiko innerhalb der Benteler-

Gruppe liegt jedoch in der Volatilität der Währungen EUR und USD.

Der Umfang einer notwendigen Absicherung wird monatlich evaluiert. Zur Absicherung des Währungsrisikos

werden Währungsderivate eingesetzt. Diese Geschäfte beziehen sich auf die Kurssicherung

von Zahlungsströmen in Fremdwährung. Gesichert wird die funktionale und nicht die Konzernwährung.

Der Sicherungshorizont liegt typischerweise zwischen einem und drei Jahren.

Neben den transaktionsbezogenen Währungsrisiken ergeben sich im Konzern auch Translationsrisiken

aus Vermögenswerten und Verbindlichkeiten von Tochtergesellschaften außerhalb des Euroraums.

Diese langfristig bestehenden Effekte werden kontinuierlich ermittelt und analysiert, im Allgemeinen

aber nicht kursgesichert, da die Positionen dauerhafter Natur sind.

Für das Währungsrisiko wurden Sensitivitätsanalysen durchgeführt, die die Auswirkungen von

hypothetischen Änderungen der Wechselkurse auf das Ergebnis (nach Steuern) und das Eigenkapital

zeigen. Als Basis für die Währungssensitivität wurden die zum Stichtag bilanzierten originären Finanzinstrumente

herangezogen, die nicht in den funktionalen Währungen der einzelnen Gesellschaften

der Benteler-Gruppe denominieren sowie die im Bestand befindlichen derivativen Finanzinstrumente.

Dabei wurde unterstellt, dass das Risiko am Bilanzstichtag im Wesentlichen das Risiko während des

Geschäftsjahres repräsentiert. Effekte aus der Umrechnung der Fremdwährungsabschlüsse ausländischer

Tochterunternehmen in die Konzernberichtswährung (EUR) wurden nicht einbezogen. Als Steuersatz

wurde der Konzernsteuersatz von 30 % verwendet.

Wenn der EUR gegenüber den Fremdwährungen im Vergleich zu den tatsächlichen Stichtagskursen

hypothetisch um 10 % aufgewertet worden wäre, wären das Ergebnis (nach Steuern) um TEUR 1.587

höher und das Eigenkapital (nach Steuern) um TEUR 2.208 niedriger gewesen. Die Sensitivität des Eigenkapitals

wird dabei – neben der Sensitivität des Ergebnisses nach Steuern – durch die Sensitivität der

Cashflow-Hedge-Rücklage in Höhe von TEUR 3.795 eigenkapitalmindernd beeinflusst.

Wenn der EUR gegenüber den Fremdwährungen im Vergleich zu den tatsächlichen Stichtagskursen

hypothetisch um 10 % abgewertet worden wäre, wären das Ergebnis (nach Steuern) um TEUR 1.937

niedriger und das Eigenkapital (nach Steuern) um TEUR 2.667 höher gewesen. Die Sensitivität des Eigenkapitals

wird dabei – neben der Sensitivität des Ergebnisses nach Steuern – durch die Sensitivität der

Cashflow-Hedge-Rücklage in Höhe von TEUR 4.605 eigenkapitalmindernd beeinflusst.

Konzernanhang | Sonstige Angaben


Jahresabschluss

97

Wenn der USD gegenüber den Fremdwährungen im Vergleich zu den tatsächlichen Stichtagskursen

hypothetisch um 10 % aufgewertet bzw. abgewertet worden wäre, wäre das Eigenkapital (nach Steuern)

um TEUR 2.009 niedriger bzw. TEUR 2.446 höher gewesen.

Die Sensitivität ergibt sich im Wesentlichen aus Derivaten im Zusammenhang mit der Absicherung

zukünftiger Cashflows in Fremdwährung sowie aus Derivaten, welche nicht in bilanzielle Sicherungsbeziehungen

gewidmet wurden.

29.2 Zinsrisiko

Zinsrisiken entstehen in der Benteler-Gruppe im Wesentlichen aus den Verbindlichkeiten der Fremdkapitalaufnahme.

Darüber hinaus ergeben sich Risiken aus aktivseitig bilanzierten Ausleihungen und

Guthaben bei Kreditinstituten.

Dem Zinsrisiko wird in der Benteler-Gruppe durch permanente Beobachtung des Geld- und Kapitalmarktes

und durch den Einsatz von derivativen Zinssicherungsinstrumenten Rechnung getragen. Dabei

liegt der Schwerpunkt auf einer Absicherung des Finanzmittelbedarfes gegen Steigerungen des Marktzinses.

Zur Absicherung dieses Risikos (Cashflow-Risiko) wurden Zinsswaps abgeschlossen.

Für das Zinsänderungsrisiko wurden Sensitivitätsanalysen durchgeführt, die die Auswirkungen

von hypothetischen Änderungen des Marktzinsniveaus auf das Ergebnis (nach Steuern) und das Eigenkapital

zeigen. Als Basis wurden die betroffenen variabel verzinsten Bestände an originären Finanzinstrumenten

sowie die derivativen Finanzinstrumente zum Bilanzstichtag herangezogen. Dabei wurde

unterstellt, dass das Risiko am Bilanzstichtag im Wesentlichen das Risiko während des Geschäftsjahres

repräsentiert. Als Steuersatz wurde ein Konzernsteuersatz von 30 % verwendet. Darüber hinaus wurde

unterstellt, dass alle anderen Variablen, insbesondere die Wechselkurse, konstant bleiben.

Wenn das Marktzinsniveau im Vergleich zu dem tatsächlichen Marktzinsniveau hypothetisch um

100 bps (Basispunkte; 100 bps = 1 %) höher gewesen wäre, wären das Ergebnis (nach Steuern) um

TEUR 2.095 und das Eigenkapital (nach Steuern) um TEUR 10.656 höher gewesen. Die Sensitivität des

Eigenkapitals wird dabei – neben der Sensitivität des Ergebnisses nach Steuern – durch die Sensitivität

der Cashflow-Hedge-Rücklage in Höhe von TEUR 8.561 eigenkapitalerhöhend beeinflusst.

Wenn das Marktzinsniveau im Vergleich zu dem tatsächlichen Marktzinsniveau dagegen hypothetisch

um 100 bps niedriger gewesen wäre, wären das Ergebnis (nach Steuern) um TEUR 2.010 und das Eigenkapital

(nach Steuern) um TEUR 11.030 niedriger gewesen. Die Sensitivität des Eigenkapitals wird dabei

– neben der Sensitivität des Ergebnisses nach Steuern – durch die Sensitivität der Cashflow-Hedge-

Rücklage in Höhe von TEUR 9.010 eigenkapitalmindernd beeinflusst.

29.3 Rohstoffpreisrisiko

Aus dem Bezug von Vorleistungen ist die Benteler-Gruppe Risiken durch Änderungen von Warenpreisen

– insbesondere Aluminiumpreis- und Stahlpreisrisiko – ausgesetzt.

29.3.1 Stahlpreisrisiko

Anders als bei den sonstigen Industriemetallen werden die Chancen und Risiken aus der Volatilität des

Stahlpreises im Rahmen eigenverhandelter Lieferkontrakte an den jeweiligen Kunden durchgereicht.

In den Vorjahren erfolgte eine jährliche Preisverhandlung; seit dem Berichtsjahr erfolgen halbjährliche

Anpassungen der Lieferkontrakte.

Konzernanhang | Sonstige Angaben


Jahresabschluss

98

29.3.2

Aluminiumpreisrisiko

Die Absicherungsstrategie hat dabei, neben der physischen Sicherung, die Komplexität der Risikoentstehung

zu berücksichtigen. Diese resultiert aus den diversen Kontraktspezifikationen mit den

Automobilherstellern, unter anderem

■■

■■

■■

■■

aus dem zeitlichen Auseinanderfallen des Einkaufs von Rohstoffen sowie Halbfertigerzeugnissen

und dem Verkauf von Bauteilen an die Automobilhersteller,

aus der Vielzahl von Fixpreisen und formelbasierten Preisbildungsmechanismen

(1-, 2-, 3-, 6-Monats-Durchschnitt) und Preisgültigkeiten (Quartale, Halbjahre,

bestimmte Monate),

aus der Verwendung unterschiedlicher Börsen und Underlyings bei der Preisbildung

(LME, SMI, Cash/3M, Seller/Buyer) sowie

aus den unterschiedlichen involvierten Währungen (EUR, USD, NOK, CNY).

Aufbauend auf den geplanten Abnahmemengen der Kunden und den Bedarfsmeldungen der dezentralen

Einheiten entscheidet der Produktionsstandort über den Produktionsplan und den Bezug des dafür

benötigten Aluminiums. Im monatlichen Management-Meeting wird eine Liste aller abgeschlossenen

Kontrakte erstellt, deren Aluminiumpreisfixierungen auf der Verkaufsseite oder auf der Einkaufsseite

im folgenden Monat beginnen. Auf deren Basis werden durch das Benteler Treasury Commodity-Swaps

mit einer Bank abgeschlossen, um die variablen Preise von der Ein- und Verkaufsseite in fixe Preise zu

tauschen. Für jeden Monat werden unterschiedliche Swaps gehandelt, jeweils in Abhängigkeit von

den Preisformeln der jeweiligen Kunden sowie von den geplanten und gemeldeten Volumina.

29.3.2.1 Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung (Commodity-Hedge-Accounting nach IAS 39)

Im aktuellen Jahr wurde erstmalig das Commodity-Hedge-Accounting angewendet, um mögliche

Zeitwertveränderungen bilanziell korrekt auszuweisen. Wenn die Vorgaben des IAS 39 zur Bilanzierung

von Sicherungsbeziehungen (Commodity-Hedge-Accounting) erfüllt sind, designiert und dokumentiert

Benteler die Sicherungsbeziehung ab diesem Zeitpunkt als Cashflow-Hedge. Die entstehenden Zeitwertveränderungen

der Aluminium-Swaps werden in Höhe des effektiven Teils zunächst erfolgsneutral in den

sonstigen Rücklagen (OCI) berücksichtigt. Die spätere Erfassung der kumulierten Zeitwertveränderungen

in der Gewinn- und Verlustrechnung erfolgt periodengerecht mit der Erfolgswirksamkeit der abgesicherten

Grundgeschäfte. Ein möglicher ineffektiver Anteil aus Zeitwertveränderungen der Aluminium-

Swaps wird unmittelbar im Ergebnis berücksichtigt.

Konzernanhang | Sonstige Angaben


Jahresabschluss

99

29.4

Ausfallrisiko

Unter dem Ausfallrisiko versteht man das Risiko, dass ein Vertragspartner seinen Zahlungsverpflichtungen

nicht nachkommen kann. Ausfallrisiken resultieren in der Benteler-Gruppe im Wesentlichen

aus Kundenforderungen. Darüber hinaus ergeben sich Ausfallsrisiken im Zusammenhang mit Finanztransaktionen,

wie der Anlage liquider Mittel oder dem Erwerb von Wertpapieren.

Dem Risiko des Forderungsausfalls im Rahmen der operativen Geschäftstätigkeit begegnet die

Benteler-Gruppe durch ein professionelles Debitorenmanagement. Dem Vertragsschluss, insbesondere

mit Großkunden, geht eine intensive Prüfung der wirtschaftlichen Verhältnisse und unternehmerischen

Kompetenz voraus. Sämtliche relevanten Debitorendaten werden zentral erfasst, analysiert und in einer

individuellen Bonitätsklassifizierung gewürdigt. Darüber hinaus besteht eine Warenkreditversicherung,

bei der ausgewählte Kunden mit guter Bonität ausgenommen sind. Im laufenden Geschäftsverkehr

wird das Zahlungsverhalten regelmäßig auch unter Beobachtung von dynamischen Frühindikatoren

bewertet und überwacht. Dem Forderungsausfallrisiko wird durch die hierfür gebildeten Wertberichtigungen

auf Forderungen Rechnung getragen.

Im Konzern besteht aufgrund der Kundenstruktur auf Seiten der sogenannten „Original Equipment

Manufacturer“ (OEM) keine signifikante Konzentration von Ausfallrisiken. Das maximale Ausfallrisiko aus

finanziellen Vermögenswerten besteht in der Gefahr des Ausfalls und daher in Höhe des Buchwertes

der Forderung gegenüber dem jeweiligen Kunden.

Bezüglich weiterer Angaben zum Ausfallrisiko vergleiche Abschnitt 20.

29.5 Liquiditätsrisiko

Unter Liquiditätsrisiko wird das Risiko verstanden, dass die Benteler-Gruppe nicht genügend Finanzmittel

besitzt, um ihren Zahlungsverpflichtungen nachkommen zu können. Zahlungsverpflichtungen

resultieren in besonderem Maße aus den Rohstoff- und Warenbezügen im Rahmen der operativen

Geschäftstätigkeit.

Dem Liquiditätsrisiko wird mit einem systematischen, tagesgenauen Liquiditätsmanagement

begegnet, in dessen Rahmen die jederzeitige Sicherstellung der Zahlungsfähigkeit die absolut notwendige

Grundvoraussetzung darstellt. Eine auf einen festen Planungshorizont ausgerichtete Liquiditätsvorschau

sowie im Konzern vorhandene, nicht ausgenutzte, schriftlich zugesagte Kreditlinien stellen

die Liquiditätsversorgung bei planmäßiger Entwicklung sicher. Angestrebt ist eine komfortable und

kosteneffiziente Liquiditätsausstattung, die zu einer angemessenen Reaktion auf ein dynamisches

Marktumfeld befähigt und dabei chancenorientiertes Handeln erlaubt. Der Finanzplanungsprozess

umfasst eine rollierende Dreimonatsplanung (direkte Methode) sowie eine Ein- bis Fünfjahresplanung

(indirekte Methode). Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2011 standen dem Konzern Kreditlinien von insgesamt

rund TEUR 393.410 (Vorjahr: TEUR 343.039) zur Verfügung.

Konzernanhang | Sonstige Angaben


Jahresabschluss

100

Die folgende Übersicht zeigt die undiskontierten, vertraglich vereinbarten Fälligkeitstermine für finanzielle

Verbindlichkeiten (inklusive vertraglicher Zinszahlungen):

Fälligkeiten der Finanzschulden

Position in 1 Jahr in 2 bis 5 Jahren nach 5 Jahren

Buchwerte

31.12.2011

[T-€]

Zinsaufwand

[T-€]

Tilgung

[T-€]

Zinsaufwand

[T-€]

Tilgung

[T-€]

Zinsaufwand

[T-€]

Tilgung

[T-€]

Finanzschulden

(lang- und kurzfristig) 856.607 28.467 152.271 80.153 460.142 21.904 244.193

Schuldscheindarlehen 460.628 18.746 11.878 60.848 243.750 11.006 205.000

Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 375.101 6.712 136.979 10.318 206.688 1.220 31.434

Verbindlichkeiten aus Finance-Leasing 19.268 3.009 3.040 8.987 8.469 9.678 7.759

Sonstige Finanzschulden 1.610 0 375 0 1.235 0 0

Genussscheinkapital 99.422 7.244 0 21.672 100.000 0 0

Verbindlichkeiten aus

Lieferungen und Leistungen 883.936 0 883.936 0 0 0 0

Sonstige Verbindlichkeiten

(lang- und kurzfristig) 122.985 7.193 52.933 13.591 25.554 2.321 27.511

Negative Marktwerte:

Derivate ohne bilanzielle

Sicherungsbeziehung 4.999 1.563 2.914 432 508 0 0

Negative Marktwerte:

Derivate mit bilanzieller

Sicherungsbeziehung (Hedge-Accounting) 26.717 5.630 10.529 13.159 1.229 2.321 –449

Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 91.268 0 39.491 0 23.817 0 27.960

Summe 1.962.949 42.904 1.089.140 115.415 585.697 24.225 271.705

Konzernanhang | Sonstige Angaben


Jahresabschluss

101

Fälligkeiten der Finanzschulden

Position in 1 Jahr in 2 bis 5 Jahren nach 5 Jahren

Buchwerte

31.12.2010

[T-€]

Zinsaufwand

[T-€]

Tilgung

[T-€]

Zinsaufwand

[T-€]

Tilgung

[T-€]

Zinsaufwand

[T-€]

Tilgung

Finanzschulden

(lang- und kurzfristig) 510.595 18.439 126.360 43.875 301.835 9.321 82.400

Schuldscheindarlehen 216.752 9.983 36.752 27.538 115.000 2.551 65.000

Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 257.207 6.176 81.706 9.858 163.486 956 12.016

Verbindlichkeiten aus Finance-Leasing 13.475 2.281 2.107 6.479 5.983 5.814 5.385

Sonstige Finanzschulden 23.161 0 5.795 0 17.366 0 0

Genussscheinkapital 99.075 7.244 0 28.916 0 0 100.000

Verbindlichkeiten aus

Lieferungen und Leistungen 771.230 0 771.230 0 0 0 0

Sonstige Verbindlichkeiten

(lang- und kurzfristig) 118.815 7.882 58.046 11.183 15.670 1.217 32.335

Negative Marktwerte:

Derivate ohne bilanzielle

Sicherungsbeziehung 10.386 3.789 5.777 2.076 0 0 0

Negative Marktwerte:

Derivate mit bilanzieller

Sicherungsbeziehung (Hedge-Accounting) 8.154 4.092 0 9.107 0 1.217 0

Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 100.274 0 52.269 0 15.670 0 32.335

Summe 1.499.715 33.565 955.636 83.974 317.506 10.537 214.735

[T-€]

Einbezogen wurden alle Instrumente, die am 31. Dezember im Bestand waren und für die bereits

Zahlungen vertraglich vereinbart waren. Planzahlen für künftige neue Verbindlichkeiten gingen nicht ein.

Fremdwährungsbeträge wurden jeweils mit dem Stichtagskassakurs (per 31. Dezember) umgerechnet.

Die variablen Zinszahlungen aus den Finanzinstrumenten wurden unter Zugrundelegung der zuletzt

festgelegten Zinssätze ermittelt.

Konzernanhang | Sonstige Angaben


Jahresabschluss

102

29.6

Kapitalmanagement

Das Kapitalmanagement hat das Ziel, ein solides Finanzprofil zu gewährleisten. Insbesondere sollen für

die Gesellschafter angemessene Dividendenzahlungen sichergestellt und auch für andere Interessengruppen

Nutzen generiert werden. Darüber hinaus beabsichtigt die Benteler-Gruppe ausreichende

finanzielle Spielräume zur Fortsetzung des Wachstumskurses zu erhalten.

Im Rahmen der Kapitalmanagementstrategie wird gewährleistet, dass die Konzerngesellschaften

über eine den lokalen Anforderungen entsprechende Eigenkapitalausstattung verfügen. Ziel dabei ist es,

den notwendigen Finanz- und Liquiditätsspielraum zur Verfügung zu stellen. Die konzernweit an alle

Tochtergesellschaften kommunizierte Vorgabe ist die Sicherstellung einer fristenkongruenten Finanzierung.

Das Finanzprofil wird aktiv gesteuert und überwacht. Hierfür wird vor allem auf folgende Kennzahlen

zurückgegriffen: die adjustierte Eigenkapitalquote und die Nettoverschuldung. Für Zwecke des

Kapitalmanagements wird das Genussscheinkapital dem Eigenkapital zugerechnet.

31.12.2011

[T-€]

31.12.2010

[T-€]

Bilanzielles Eigenkapital 963.690 916.505

+ Genussscheinkapital 99.422 99.075

Adjustiertes Eigenkapital 1.063.111 1.015.580

Bilanzsumme 3.641.943 3.116.739

Adjustierte Eigenkapitalquote 29,2 % 32,6 %

Finanzschulden 956.029 609.670

– Genussscheinkapital –99.422 –99.075

– Zahlungsmittel –307.509 –302.037

– Bundesanleihen – 120.489 0

Nettofinanzverschuldung 428.609 208.558

30 Derivative Finanzinstrumente und Hedge-Accounting

Zum Bilanzstichtag hat die Benteler-Gruppe derivative Finanzinstrumente zur Absicherung von

Währungs- und Zinsänderungsrisiken sowie von Aluminiumpreisrisiken im Bestand.

Die Benteler-Gruppe setzt zur Sicherung vorgenannter Risiken verschiedene derivative Finanzinstrumente

ein: Devisentermingeschäfte, Devisenoptionsgeschäfte, Zinsswaps, Zins-/Währungsswaps und

Warentermingeschäfte. Devisenderivate existieren in den Währungen USD, NOK, MXN, CHF, CZK und GBP,

Zinsswaps in EUR, USD, GBP und CHF. Geschäftspartner sind dabei ausschließlich deutsche und internationale

Banken von erstklassiger Bonität.

Der überwiegende Teil der genannten derivativen Finanzinstrumente wurde im Berichtsjahr im

Rahmen des Hedge-Accountings als Cashflow-Hedge bilanziert. Hierbei werden sowohl variable zukünftige

Zahlungsströme aus langfristigen Verbindlichkeiten mit einer Laufzeit bis 2019 als auch zukünftige

operative Fremdwährungszahlungsströme, deren Laufzeiten im Wesentlichen bis zu 12, jedoch nicht

mehr als 36 Monate betragen, abgesichert. Die Ergebniswirkung der Absicherung für die operativen

Fremdwährungszahlungsströme tritt somit im Wesentlichen im laufenden, spätestens aber im folgenden

Geschäftsjahr ein. Die eingesetzten Rohstoffderivate sichern variable Zahlungsströme bis 2014 und

beschränken sich ausschließlich auf Aluminium.

Konzernanhang | Sonstige Angaben


Jahresabschluss

103

Die Wirksamkeit von Sicherungsbeziehungen wird prospektiv anhand der Critical-Terms-Match-Methode

gemäß IAS 39 ermittelt. Die retrospektive Effektivitätsmessung erfolgt nach der Dollar-Offset-Methode.

Die Marktwertveränderungen der Derivate in Höhe des effektiven Anteils sind in Höhe von

TEUR -25.470 (Vorjahr: TEUR 9.947) in der Cashflow-Hedge-Rücklage erfasst. TEUR -2.415 (Vorjahr:

TEUR -3.975) wurden der Cashflow-Hedge-Rücklage entnommen und in die Gewinn- und Verlustrechnung

umgebucht. Im Geschäftsjahr wurde ein ineffektiver Anteil in Höhe von TEUR -13 (Vorjahr:

TEUR 0) im Periodenergebnis erfasst.

Folgende Tabelle zeigt Art und Umfang der im Bestand befindlichen Währungs- und Zinssicherungsgeschäfte,

inklusive der bilanzierten beizulegenden Zeitwerte zum Bilanzstichtag:

31.12.2011

[T-€]

Nominalvolumen

Positive

Marktwerte

Negative

Marktwerte

Derivate ohne bilanzielle

Sicherungsbeziehung 253.543 998 4.999

Zins- und Zins-/Währungssicherungsgeschäfte 47.962 0 3.142

Währungssicherungsgeschäfte 205.581 998 1.857

Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung

(Hedge-Accounting) 738.585 7.348 26.717

Zins- und Zins-/Währungssicherungsgeschäfte 314.778 0 14.242

Währungssicherungsgeschäfte 377.507 6.434 9.389

Warenpreissicherungsgeschäfte 46.300 914 3.087

31.12.2010

[T-€]

Nominalvolumen

Positive

Marktwerte

Negative

Marktwerte

Derivate ohne bilanzielle

Sicherungsbeziehung 301.730 2.366 10.386

Zinssicherungsgeschäfte 71.058 0 9.159

Währungssicherungsgeschäfte 207.479 1.227 1.227

Warenpreissicherungsgeschäfte 23.193 1.139 0

Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung

(Hedge-Accounting) 455.203 2.740 8.154

Zinssicherungsgeschäfte 116.782 0 8.154

Währungssicherungsgeschäfte 338.421 2.740 0

Bei den Währungssicherungsgeschäften ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung handelt es sich im

Wesentlichen um Sicherungsinstrumente in Zusammenhang mit der Absicherung von internen Fremdwährungsdarlehen

an Tochtergesellschaften.

Die Warenpreissicherungsgeschäfte beschränken sich ausschließlich auf Aluminium.

Konzernanhang | Sonstige Angaben


Jahresabschluss

104

31

Zusätzliche Angaben zu Finanzinstrumenten

Die nachfolgenden Tabellen stellen für den Bilanzstichtag 31. Dezember 2011 und den Vergleichszeitpunkt

die Buchwerte der einzelnen finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten für jede einzelne

Kategorie von Finanzinstrumenten dar und leiten diese auf die entsprechenden Bilanzposten über.

Bewertungskategorie

nach IAS 39

Buchwert

31.12.2011

[T-€]

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 1) 851.281

Forderungen aus der Auftragsfertigung 1) 30.234

Sonstige Forderungen und Vermögenswerte

(lang- und kurzfristig) 313.739

Wertpapiere 2) 121.066

Anteile an nicht konsolidierten verbundenen Unternehmen 2) 9.499

Finanzforderungen 1) 13.830

Positive Marktwerte: Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 3) 998

Positive Marktwerte: Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung

(Hedge-Accounting) n/a 7.348

Sonstige finanzielle Forderungen 1) 837

Sonstige nicht finanzielle Forderungen n/a 160.161

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 1) 307.510

Summe 1.502.765

Davon nach Bewertungskategorie des IAS 39:

1) Kredite und Forderungen 1.203.692

2) Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte 130.566

3) Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte 998

Finanzschulden (lang- und kurzfristig) 856.607

Schuldscheindarlehen 1) 460.628

Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 1) 375.101

Verbindlichkeiten aus Finance-Leasing n/a 19.268

Sonstige Finanzschulden 1) 1.610

Genussscheinkapital 1) 99.422

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 1) 883.936

Sonstige Verbindlichkeiten (lang- und kurzfristig) 420.414

Negative Marktwerte: Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 2) 4.999

Negative Marktwerte: Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung

(Hedge-Accounting) 26.717

Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 91.268

Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten 297.429

Summe 2.260.378

Davon nach Bewertungskategorie des IAS 39:

1) Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete

finanzielle Verbindlichkeiten 1.911.964

2) Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Verbindlichkeiten 4.999

Konzernanhang | Sonstige Angaben


Jahresabschluss

105

Bewertung nach IAS 39

(Fortgeführte)

Anschaffungskosten

[T-€]

Beizulegender

Zeitwert

erfolgsneutral

[T-€]

Beizulegender

Zeitwert

erfolgswirksam

[T-€]

Wertansatz

nach

IAS 17

[T-€]

Nicht

finanzielle

Posten

[T-€]

Beizulegender

Zeitwert

31.12.2011

[T-€]

851.281 0 0 0 0 851.281

30.234 0 0 0 0 30.234

24.166 128.414 998 0 160.161 153.579

0 121.066 0 0 0 121.066

9.499 0 0 0 0 9.499

13.830 0 0 0 0 13.830

0 0 998 0 0 998

0 7.348 0 0 0 7.348

837 0 0 0 0 837

0 0 0 0 160.161 n/a

307.510 0 0 0 0 307.510

1.213.191 128.414 998 0 160.161

1.203.692 0 0 1.203.692

9.499 121.066 0 130.566

0 0 998 998

837.339 0 0 19.268 0 868.378

460.628 0 0 0 0 472.165

375.101 0 0 0 0 375.887

0 0 0 19.268 0 18.716

1.610 0 0 0 0 1.610

99.422 0 0 0 0 110.756

883.936 0 0 0 0 883.936

91.268 26.717 4.999 0 297.429 122.985

4.999 4.999

0 26.717 0 0 0 26.717

91.268 0 0 0 0 91.268

0 0 0 0 297.429 n/a

1.911.964 26.717 4.999 19.268 297.429

1.911.964 0 0 1.935.623

0 0 4.999 4.999

Konzernanhang | Sonstige Angaben


Jahresabschluss

106

Bewertungskategorie

nach IAS 39

Buchwert

31.12.2010

[T-€]

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 1) 756.065

Forderungen aus der Auftragsfertigung 1) 13.160

Sonstige Forderungen und Vermögenswerte

(lang- und kurzfristig) 162.890

Wertpapiere 2) 621

Anteile an nicht konsolidierten verbundenen Unternehmen 2) 1.374

Finanzforderungen 1) 15.659

Positive Marktwerte: Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 3) 2.366

Positive Marktwerte: Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung

(Hedge-Accounting) n/a 2.740

Sonstige finanzielle Forderungen 1) 5.372

Sonstige nicht finanzielle Forderungen n/a 134.758

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 1) 302.037

Summe 1.234.151

Davon nach Bewertungskategorie des IAS 39:

1) Kredite und Forderungen 1.088.281

2) Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte 1.995

3) Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte 2.366

Finanzschulden (lang- und kurzfristig) 510.595

Schuldscheindarlehen 1) 216.752

Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 1) 257.207

Verbindlichkeiten aus Finance-Leasing n/a 13.475

Sonstige Finanzschulden 1) 23.161

Genussscheinkapital 1) 99.075

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 1) 771.230

Sonstige Verbindlichkeiten (lang- und kurzfristig) 383.557

Negative Marktwerte: Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung 2) 10.386

Negative Marktwerte: Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung

(Hedge-Accounting) n/a 8.154

Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 1) 100.274

Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten n/a 264.742

Summe 1.764.457

Davon nach Bewertungskategorie des IAS 39:

1) Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete

finanzielle Verbindlichkeiten 1.467.699

2) Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Verbindlichkeiten 10.386

Weder im Geschäftsjahr noch im Vorjahr wurden Umwidmungen zwischen den Kategorien von Finanzinstrumenten

vorgenommen.

Konzernanhang | Sonstige Angaben


Jahresabschluss

107

Bewertung nach IAS 39

(Fortgeführte)

Anschaffungskosten

[T-€]

Beizulegender

Zeitwert

erfolgsneutral

[T-€]

Beizulegender

Zeitwert

erfolgswirksam

[T-€]

Wertansatz

nach

IAS 17

[T-€]

Nicht

finanzielle

Posten

[T-€]

Beizulegender

Zeitwert

31.12.2010

[T-€]

756.065 0 0 0 0 756.065

13.160 0 0 0 0 13.160

9.160 3.361 2.366 0 148.003 24.121

0 621 0 0 0 621

1.374 0 0 0 0 1.374

6.424 0 0 0 9.234 15.659

0 0 2.366 0 0 2.366

0 2.740 0 0 0 2.740

5.372 0 0 0 0 5.372

0 0 0 0 134.758 n/a

302.037 0 0 0 0 302.037

1.080.421 3.361 2.366 0 148.003

1.079.047 0 0 1.088.281

1.374 621 0 1.995

0 0 2.366 2.366

997.120 0 0 13.475 0 510.595

216.752 0 0 0 0 216.752

257.207 0 0 0 0 257.207

0 0 0 13.475 0 13.475

23.161 0 0 0 0 23.161

99.075 0 0 0 0 99.075

771.230 0 0 0 0 771.230

100.274 8.154 10.386 0 264.742 118.815

0 0 10.386 0 0 10.386

0 8.154 0 0 0 8.154

100.274 0 0 0 0 100.274

0 0 0 0 264.742 0

1.467.699 8.154 10.386 13.475 264.742

1.467.699 0 0 1.467.699

0 0 10.386 10.386

Konzernanhang | Sonstige Angaben


Jahresabschluss

108

Für kurzfristige originäre Finanzinstrumente, insbesondere Forderungen/Verbindlichkeiten aus Lieferungen

und Leistungen sowie sonstige kurzfristige Forderungen/Verbindlichkeiten, entspricht der Buchwert

dem beizulegenden Zeitwert. Der beizulegende Zeitwert von festverzinslichen Ausleihungen und

Verbindlichkeiten ergibt sich als Barwert der zukünftig erwarteten Zahlungsströme. Die Abzinsung erfolgt

auf Basis der am Bilanzstichtag gültigen Zinssätze. Bei Verbindlichkeiten mit variabel verzinslichem

Charakter entsprechen die Buchwerte den beizulegenden Zeitwerten.

Der beizulegende Zeitwert von Devisengeschäften errechnet sich auf Basis des am Bilanzstichtag

geltenden Devisenkassamittelkurses unter Berücksichtigung der Terminaufschläge und -abschläge für die

jeweilige Restlaufzeit des Kontraktes im Vergleich zum kontrahierten Devisenterminkurs. Bei Devisenoptionen

werden anerkannte Modelle zur Ermittlung des Optionspreises angewandt. Der beizulegende

Zeitwert einer Option wird, außer durch die Restlaufzeit der Option, zusätzlich durch weitere Bestimmungsfaktoren,

wie z. B. die aktuelle Höhe und die Volatilität des zugrunde liegenden jeweiligen

Wechselkurses oder der zugrunde liegenden Basiszinsen beeinflusst.

Bei Zinsswaps und Zins-/Währungsswaps erfolgt die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert durch

die Abzinsung der zukünftig zu erwartenden Zahlungsströme. Dabei werden die für die Restlaufzeit der

Kontrakte geltenden Marktzinssätze zugrunde gelegt. Daneben werden bei Zins-/Währungsswaps die

Wechselkurse der jeweiligen Fremdwährungen, in denen die Zahlungsströme stattfinden, einbezogen.

Der beizulegende Zeitwert von Warentermingeschäften auf Aluminium basiert auf offiziellen Börsennotierungen

(LME – London Metal Exchange).

Die Bewertungen werden sowohl intern als auch von externen Finanzpartnern zum Bilanzstichtag

vorgenommen.

Fair-Value-Hierarchie

Die Marktwerte der zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten

können sich gemäß der Fair-Value-Hierarchie aus nachfolgenden Basisdaten ergeben; dabei

sind die einzelnen Ebenen nach IFRS 7 wie folgt definiert:

Level 1 Bewertung anhand von Börsenkursen aus aktiven Märkten für gleichartige Finanzinstrumente.

Level 2 Bewertung auf Basis von Inputdaten, bei denen es sich nicht um die in Level 1 berücksichtigten

Börsenkurse aus aktiven Märkten handelt, die sich aber entweder direkt oder indirekt beobachten

lassen.

Level 3 Bewertung auf Basis von Modellen, denen nicht am Markt beobachtbare Eingangsdaten zugrunde

liegen.

Die Bewertungshierarchie spiegelt die Bedeutung der bei der Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte

einbezogenen Faktoren wider.

Konzernanhang | Sonstige Angaben


Jahresabschluss

109

Die nachfolgende Tabelle zeigt die Buchwerte der zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen

Vermögenswerte und Verbindlichkeiten gegliedert nach dem Level ihrer Bewertung. Umgliederungen

zwischen den Kategorien wurden nicht vorgenommen.

31.12.2011

Gesamt

[T-€]

Level 1

[T-€]

Level 2

[T-€]

Level 3

[T-€]

Finanzielle Vermögenswerte zum beizulegenden Zeitwert

Beizulegender Zeitwert erfolgswirksam

Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung

(zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte) 998 0 998 0

Beizulegender Zeitwert erfolgsneutral

Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte 121.066 121.066 0 0

Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung

(Hedge-Accounting) 7.348 0 7.348 0

Summe 129.413 121.066 8.347 0

Finanzielle Verbindlichkeiten zum beizulegenden Zeitwert

Beizulegender Zeitwert erfolgswirksam

Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung

(zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Verbindlichkeiten) 4.999 0 4.999 0

Beizulegender Zeitwert erfolgsneutral

Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung

(Hedge-Accounting) 26.717 0 26.717 0

Summe 31.716 0 31.716 0

Konzernanhang | Sonstige Angaben


Jahresabschluss

110

Gesamt

[T-€]

Level 1

[T-€]

31.12.2010

Level 2

[T-€]

Level 3

[T-€]

Finanzielle Vermögenswerte zum beizulegenden Zeitwert

Beizulegender Zeitwert erfolgswirksam

Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung

(zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Verbindlichkeiten) 2.366 0 2.366 0

Beizulegender Zeitwert erfolgsneutral

Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte 621 621 0 0

Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung

(Hedge-Accounting) 2.740 0 2.740 0

Summe 5.727 621 5.106 0

Finanzielle Verbindlichkeiten zum beizulegenden Zeitwert

Beizulegender Zeitwert erfolgswirksam

Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung

(zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Verbindlichkeiten) 10.386 0 10.386 0

Beizulegender Zeitwert erfolgsneutral

Derivate mit bilanzieller Sicherungsbeziehung

(Hedge-Accounting) 8.154 0 8.154 0

Summe 18.540 0 18.540 0

Konzernanhang | Sonstige Angaben


Jahresabschluss

111

Nettoergebnis

Die folgende Tabelle stellt die in der Konzern-Gewinn- und -Verlustrechnung bzw. im sonstigen

Ergebnis berücksichtigten Nettogewinne (vor Steuern) von Finanzinstrumenten dar, gegliedert nach den

Bewertungskategorien. Hierin sind keine Ergebniseffekte aus Finanzierungsleasing und aus Derivaten

mit bilanzieller Sicherungsbeziehung berücksichtigt, da diese keiner Bewertungskategorie des IAS 39

angehören.

2011

[T-€]

2010

[T-€]

Kredite und Forderungen 4.426 5.293

Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte 17 –50

Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung (zu Handelszwecken

gehaltene finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten) 2.373 –6

Zu fortgeführten Anschaffungskosten

bewertete finanzielle Verbindlichkeiten –48.666 –45.556

Summe Nettogewinne oder -verluste –41.850 –40.319

Davon: Nettozinsergebnis für finanzielle Vermögenswerte

und Schulden, die nicht erfolgswirksam zum beizulegenden

Zeitwert bewertet werden –39.112 –37.230

Davon: Wertminderungsaufwand für Forderungen

aus Lieferungen und Leistungen –5.556 –3.032

Davon: erfolgsneutral erfasste Gewinne/Verluste

aus zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten 28 0

Das Nettoergebnis aus der Kategorie „Kredite und Forderungen“ resultiert im Wesentlichen aus Zinserträgen

aus finanziellen Forderungen, Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und

Leistungen sowie Kursgewinnen und -verlusten aus Fremdwährungsforderungen.

Das Nettoergebnis aus der Kategorie „Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte“

resultiert aus den in der Benteler-Gruppe gehaltenen Wertpapieren, Anleihen sowie den nicht konsolidierten

Anteilen an verbundenen Unternehmen.

Die Gewinne und Verluste aus Derivaten, die nicht die Anforderungen des IAS 39 für Hedge-Accounting

erfüllen, sind in der Kategorie „Derivate ohne bilanzielle Sicherungsbeziehung“ enthalten.

Die Kategorie „Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeiten“ umfasst

die Zinsaufwendungen für finanzielle Verbindlichkeiten, Erträge aus der Aktivierung von Fremdkapitalkosten

sowie Kursgewinne und Kursverluste aus Fremdwährungsverbindlichkeiten.

32 Kapitalflussrechnung

Die Kapitalflussrechnung ist entsprechend den Regelungen des IAS 7 aufgestellt und gliedert sich nach

Zahlungsströmen aus der betrieblichen Tätigkeit sowie Investitions- und Finanzierungstätigkeit.

Die Auswirkungen von Konsolidierungskreisänderungen wurden bei den Veränderungen der einzelnen

Bilanzposten berücksichtigt; ihr Einfluss auf den Finanzmittelbestand wird – wie der Einfluss von

Wechselkursänderungen auf den Zahlungsmittelbestand – gesondert ausgewiesen.

Von den Investitionen in Sachanlagen wurden im aktuellen Geschäftsjahr TEUR 1.552 (Vorjahr:

TEUR 1.059) zahlungsunwirksam durch Finanzierungsleasing getätigt.

Hinsichtlich der Entwicklung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente wird auf die

Darstellung und weitergehende Kommentierung in Abschnitt 21 verwiesen.

Konzernanhang | Sonstige Angaben


Jahresabschluss

112

33

Eventualschulden bzw. -forderungen

Für Kredite der Benteler-Gruppe wurden im Berichtsjahr keine weiteren Sicherheiten bestellt oder

gewährt, die über die Mithaftung einzelner Gruppenmitglieder zu Gunsten anderer Gruppenmitglieder

und die in Abschnitt 26 „Finanzielle Verbindlichkeiten“ genannten Besicherungen hinausgehen.

Auf eigenen Grundstücken bzw. den Grundstücken der Tochter-Produktionsgesellschaften sind Grundschulden

in Höhe von MEUR 153,4 zugunsten der Price Waterhouse Coopers AG, Düsseldorf, eingetragen.

Gemäß Vereinbarung vom 4. Mai 1987 (in der aktuell gültigen Fassung vom 28. August 2001) dienen

diese einem Sicherheiten-Pool, der von der Price Waterhouse Coopers AG treuhänderisch für die

beteiligten Kreditgeber der Benteler Deutschland GmbH verwaltet wird. Die Forderungen der Kreditinstitute

gegen die Benteler Deutschland GmbH sind durch Beitrittsverträge in die Sicherung durch das

Treugut einbezogen worden.

Die Kreditinstitute der Benteler Deutschland GmbH haben sich schriftlich mit der Freigabe der

Grundpfandrechte von insgesamt MEUR 153,4 einverstanden erklärt. Zum 31. Dezember 2011 sind keine

Darlehen durch die Grundschulden besichert. Der Gesamttreuhandvertrag ist damit gemäß Vereinbarung

vom 12. November 2003 „ruhend“ gestellt.

Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2011 sind Bürgschaften gegenüber Dritten in Höhe von TEUR 4.424

(Vorjahr: TEUR 570) gewährt. Verbindlichkeiten aus Gewährleistungsverträgen gegenüber Dritten

(aus Vertragserfüllungsgarantien oder Liefergarantien) bestehen zum Stichtag in Höhe von TEUR 104

(Vorjahr: TEUR 668).

Sonstige außerbilanzielle Verpflichtungen – insbesondere gegenüber Mitarbeitern, Steuer- und

Zollbehörden – bestehen zum 31. Dezember 2011 in Höhe von TEUR 464 (Vorjahr: TEUR 3.492).

34 Mitarbeiteranzahl

In der Benteler-Gruppe ist weltweit die nachstehende Anzahl von Mitarbeitern beschäftigt:

31.12.2011

Durchschnitt

[in FTE]

31.12.2010

Durchschnitt

[in FTE]

Arbeiter 12.911 11.940

Angestellte 12.937 11.808

Summe 25.848 23.748

Konzernanhang | Sonstige Angaben


Jahresabschluss

113

35

Organe

Vorstand

■■

■■

Hubertus Benteler, Salzburg, Österreich

Vorsitzender des Vorstandes,

Ressorts: Konzern-Strategie und Unternehmensentwicklung, Konzern-Kommunikation,

Konzern-Personalwesen, Compliance und Gremienarbeit

Siegmund Wenk, München, Deutschland

Ressorts: Konzern-Finanzen und -Controlling, Konzern-Steuern,

Konzern-Recht und -Versicherungen

Aufsichtsrat

Zum Aufsichtsrat der Benteler International AG wurden folgende Aufsichtsratsmitglieder bestellt:

Robert J. Koehler, Wiesbaden, Deutschland, Vorsitzender

(Vorsitzender des Vorstandes der SGL Carbon SE, Wiesbaden, Deutschland)

Dr. Ralf Bethke, Deidesheim, Deutschland, stellvertretender Vorsitzender

(Vorsitzender des Aufsichtsrates der K+S AG, Kassel, Deutschland)

Rolf Eckrodt, Berlin, Deutschland,

(Vorsitzender des Verwaltungsrats der Leclanché SA, Yverdon-les-Bains, Schweiz)

Dr. Markus Flik, Gerlingen, Deutschland

Axel Prym, Roetgen, Deutschland

(Gesellschafter der William Prym GmbH & Co. KG, Stolberg/Deutschland)

Dr. Gert Vaubel, Warburg, Deutschland

(Ehemaliges Vorstandsmitglied der Benteler Aktiengesellschaft, Paderborn/Deutschland)

■■

■■

■■

■■

■■

■■

Konzernanhang | Sonstige Angaben


Jahresabschluss

114

36

Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen

Als nahestehende Personen im Sinne von IAS 24 kommen grundsätzlich die Mitglieder des Aufsichtsrates

und des Gesellschafterausschusses, die Mitglieder der Familie Benteler, die Mitglieder der Konzernleitung

sowie als Unternehmen die assoziierten Unternehmen der Benteler-Gruppe und Unternehmen, die

von nahestehenden Personen beherrscht oder maßgeblich beeinflusst werden können, in Betracht.

Auf die ergänzenden Angaben in Punkt 35 wird Bezug genommen.

Die in den Benteler-Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen stehen bzw. standen in gesellschaftsrechtlicher

Beziehung mit nahestehenden Unternehmen und Personen.

Abgesehen von der Vergütung des Schlüsselmanagements (siehe unten), bestehen mit den nahestehenden

Personen und Unternehmen keine wesentlichen Geschäftsbeziehungen, die über die Eigenschaft

als Anteilseigner oder Organmitglied hinausgehen.

Angaben zur Vergütung des Schlüsselmanagements

Die Benteler International AG hat im Geschäftsjahr 2011 Vergütungen für Mitglieder des Managements

in Schlüsselpositionen (Anzahl: 11, im Vorjahr 13 Personen – bestehend aus den Vorstandsmitgliedern

der Benteler International AG und den Geschäftsführern der wichtigsten Tochtergesellschaften) in

Höhe von insgesamt TEUR 16.287 (Vorjahr: TEUR 18.053) geleistet. Darüber hinaus wurden keine aktienbasierten

Vergütungen gewährt.

2011

[T–€]

2010

[T–€]

Kurzfristig fällige Leistungen – fix 4.785 4.626

Kurzfristig fällige Leistungen – variabel 7.099 6.541

Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses 1.426 986

Sonstige langfristig fällige Leistungen 0 2.093

Leistungen aus Anlass der Beendigung

des Arbeitsverhältnisses 2.977 3.807

Gesamt 16.287 18.053

Die Befreiungsbestimmung des § 266 Z 7 UGB wurde in Anspruch genommen.

Die Aufsichtsratsmitglieder der Benteler International AG erhielten im Geschäftsjahr 2011 eine Entschädigung

in Höhe von TEUR 225 (Vorjahr: TEUR 225). Weitere berichtspflichtige Geschäfte mit nahestehenden

Personen der Benteler-Gruppe wurden nicht getätigt.

In den Pensionsrückstellungen zum 31. Dezember 2011 sind ebenso wie in denjenigen zum

31. Dezember 2010 keine Rückstellungen für ehemalige Organe der Benteler International AG enthalten.

Konzernanhang | Sonstige Angaben


Jahresabschluss

115

37

Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Nach dem Ende des Geschäftsjahres ergaben sich keine Ereignisse oder Entwicklungen, die zu einer

wesentlichen Änderung des Ausweises oder des Wertansatzes der einzelnen Vermögenswerte oder

Schuldposten zum 31. Dezember 2011 geführt hätten oder über die zu berichten wäre.

38 Prüfungshonorare und -leistungen

Nachstehend werden die nach § 266 Z 11 UGB vorgesehenen Informationen über die Honorare für den

Konzernabschlussprüfer (KPMG Austria GmbH) nach Leistungskategorie dargestellt.

2011

[T–€]

2010

[T–€]

Prüfung des Konzernabschlusses 190 50

Sonstige Bestätigungsleistungen 6 0

Steuerberatung 0 0

Sonstige Leistungen 0 0

Summe der Honorare 196 50

Die Werte beziehen sich auf den periodengerecht erfassten Aufwand, Leistungen des Netzwerks des

Abschlussprüfers sind darin nicht enthalten.

39 Vorschlag für die Gewinnverwendung

Nach den Bestimmungen des Aktiengesetzes bildet der nach österreichischen Rechnungslegungsvorschriften

aufgestellte Einzelabschluss der Benteler International AG zum 31. Dezember 2011 die Basis für

die Gewinnverteilung.

Dieser Jahresabschluss weist einen Bilanzgewinn von EUR 49.687.717,82 aus. Der Vorstand schlägt der

Hauptversammlung vor, aus dem Bilanzgewinn von EUR 49.687.717,82 eine Dividende von insgesamt

EUR 24.000.000,00 auszuschütten und den verbleibenden Betrag von EUR 25.687.717,82 auf neue

Rechnung vorzutragen.

Salzburg, am 19. März 2012

Der Vorstand

Hubertus Benteler

Siegmund Wenk

Konzernanhang | Sonstige Angaben


Jahresabschluss

116

Bestätigungsvermerk

Bericht zum Konzernabschluss

Wir haben den beigefügten Konzernabschluss der Benteler International Aktiengesellschaft, Salzburg,

für das Geschäftsjahr vom 1. Jänner bis zum 31. Dezember 2011 geprüft. Dieser Konzernabschluss umfasst

die Konzernbilanz zum 31. Dezember 2011, die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung/Gesamtergebnisrechnung,

die Konzerngeldflussrechnung und die Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung für das

am 31. Dezember 2011 endende Geschäftsjahr sowie den Konzern anhang.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Konzernabschluss und die Buchführung

Die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft sind für die Konzernbuchführung sowie für die Aufstellung

eines Konzernabschlusses verantwortlich, der ein möglichst getreues Bild der Vermögens‐, Finanz- und

Ertragslage des Konzerns in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards

(IFRSs), wie sie in der EU anzuwenden sind, vermittelt. Diese Verantwortung beinhaltet: Gestaltung,

Umsetzung und Aufrechterhaltung eines internen Kontrollsystems, soweit dieses für die Aufstellung des

Konzernabschlusses und die Vermittlung eines möglichst getreuen Bildes der Vermögens‐, Finanz- und

Ertragslage des Konzerns von Bedeutung ist, damit dieser frei von wesentlichen Fehldarstellungen ist, sei

es aufgrund von beabsichtigten oder unbeabsichtigten Fehlern; die Auswahl und Anwendung geeigneter

Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden; die Vornahme von Schätzungen, die unter Berücksichtigung

der gegebenen Rahmenbedingungen angemessen erscheinen.

Verantwortung des Abschlussprüfers und Beschreibung von Art und Umfang

der gesetzlichen Abschlussprüfung

Unsere Verantwortung besteht in der Abgabe eines Prüfungsurteils zu diesem Konzernabschluss auf

der Grundlage unserer Prüfung. Wir haben unsere Prüfung unter Beachtung der in Österreich geltenden

gesetzlichen Vorschriften und der vom International Auditing and Assurance Standards Board (IAASB)

der International Federation of Accountants (IFAC) herausgegebenen International Standards on Auditing

(ISAs) durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern, dass wir die Standesregeln einhalten und die

Prüfung so planen und durchführen, dass wir uns mit hinreichender Sicherheit ein Urteil darüber

bilden können, ob der Konzernabschluss frei von wesentlichen Fehldarstellungen ist.

Eine Prüfung beinhaltet die Durchführung von Prüfungshandlungen zur Erlangung von Prüfungsnachweisen

hinsichtlich der Beträge und sonstigen Angaben im Konzernabschluss. Die Auswahl der

Prüfungshandlungen liegt im pflichtgemäßen Ermessen des Abschlussprüfers unter Berücksichtigung

seiner Einschätzung des Risikos eines Auftretens wesentlicher Fehldar stellungen, sei es aufgrund von

beabsichtigten oder unbeabsichtigten Fehlern. Bei der Vornahme dieser Risikoeinschätzung berücksichtigt

der Abschlussprüfer das interne Kontroll system, soweit es für die Aufstellung des Konzernabschlusses

und die Vermittlung eines möglichst getreuen Bildes der Vermögens‐, Finanz- und Ertragslage

Bestätigungsvermerk


Jahresabschluss

117

des Konzerns von Bedeutung ist, um unter Berücksichtigung der Rahmenbedingungen geeignete

Prüfungshandlungen festzulegen, nicht jedoch um ein Prüfungsurteil über die Wirksamkeit der internen

Kontrollen des Konzerns abzugeben. Die Prüfung umfasst ferner die Beurteilung der Angemessenheit

der angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden und der von den gesetzlichen Vertretern

vorgenommenen wesentlichen Schätzungen sowie eine Würdigung der Gesamtaussage des Konzernabschlusses.

Wir sind der Auffassung, dass wir ausreichende und geeignete Prüfungsnachweise erlangt haben,

sodass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unser Prüfungsurteil darstellt.

Prüfungsurteil

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt. Aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen

Erkenntnisse entspricht der Konzernabschluss nach unserer Beurteilung den gesetzlichen Vorschriften

und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum

31. Dezember 2011 sowie der Ertragslage des Konzerns und der Zahlungsströme des Konzerns für das

Geschäftsjahr vom 1. Jänner bis zum 31. Dezember 2011 in Übereinstimmung mit den International

Financial Reporting Standards (IFRSs), wie sie in der EU anzuwenden sind.

Aussagen zum Konzernlagebericht

Der Konzernlagebericht ist aufgrund der gesetzlichen Vorschriften darauf zu prüfen, ob er mit dem

Konzernabschluss in Einklang steht und ob die sonstigen Angaben im Konzernlagebericht nicht eine

falsche Vorstellung von der Lage des Konzerns erwecken. Der Bestätigungsvermerk hat auch eine

Aussage darüber zu enthalten, ob der Konzernlagebericht mit dem Konzern abschluss in Einklang

steht.

Der Konzernlagebericht steht nach unserer Beurteilung in Einklang mit dem Konzernabschluss.

Salzburg, am 19. März 2012

KPMG Austria GmbH

Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft

Mag. Cäcilia Gruber

Wirtschaftsprüfer

Mag. Gabriele Lehner

Wirtschaftsprüfer

Bestätigungsvermerk


Jahresabschluss

118

Bericht des Aufsichtsrates der Benteler

International AG über das Geschäftsjahr 2011

Sitzungen und Ausschüsse

Der Aufsichtsrat hat die strategischen Schritte der Benteler International AG im Rahmen seiner Verantwortung

aktiv begleitet und unterstützt. Er hat im Geschäftsjahr 2011 die ihm nach Gesetz und Satzung

obliegenden Aufgaben und Befugnisse in einer außerordentlichen telefonischen und vier ordentlichen

Sitzungen wahrgenommen. Der Vorstand hat regelmäßig, zeitnah und umfassend über den Gang der

Geschäfte, die Lage der Gesellschaft nebst Risikolage und Risikomanagement der Gesellschaft und ihrer

Konzernunternehmen schriftlich und mündlich berichtet. Der Vorstand stand mit dem Aufsichtsrat auch

außerhalb der Aufsichtsratssitzungen in regelmäßigem Kontakt und hat diesen über die Strategie und

Geschäftsentwicklung sowie Lage der Gesellschaft einschließlich ihrer Konzernunternehmen informiert

gehalten.

In der Aufsichtsratssitzung vom 25.02.2011 wurde unter anderem die „Strategie 2015“ des Geschäftsbereiches

Stahl/Rohr vorgestellt.

In der Aufsichtsratssitzung vom 09.05.2011 hat der Aufsichtsrat unter anderem den erstmals nach

IFRS aufgestellten Konzernabschluss zum 31.12.2010 gebilligt und festgestellt. Darüber hinaus wurde

über das geplante Vorhaben des Geschäftsbereiches Stahl/Rohr zum Bau eines Stahl-/Rohrwerkes in den

USA berichtet. Die geplante Aufnahmestruktur für ausländische Tochtergesellschaften, die betriebliche

Altersversorgung und eine Ergänzung der Leitlinien des Aufsichtsrates hat der Aufsichtsrat genehmigt.

In der außerordentlichen telefonischen Sitzung des Aufsichtsrats vom 30.05.2011 hat der Aufsichtsrat

dem Projekt des Geschäftsbereiches Stahl/Rohr „Rohrwerk USA mit eigener Stahlversorgung“ sowie dem

dafür notwendigen Finanzierungskonzept zugestimmt.

In der Sitzung am 12.08.2011 wurden den Aufsichtsratsmitgliedern unter anderem die „Strategie 2016“

des Geschäftsbereichs Distribution sowie das Risikomanagement-, IKS- und Compliancesystem des

Konzerns vorgestellt. Der Aufsichtsrat verabschiedete eine neue Geschäftsordnung für die Geschäftsführung

der Benteler Deutschland GmbH.

In der Sitzung vom 16.12.2011 wurden die Unternehmensplanung für die Geschäftsjahre 2012 bis 2016

vorgestellt sowie eine Aufstockung des Schuldscheindarlehns zur Finanzierung des Rohrwerksprojektes

in den USA und die Übertragung der Konzernfinanzierung von der Benteler Deutschland GmbH auf die

Benteler International AG genehmigt.

Bericht des Aufsichtsrates


Jahresabschluss

119

Jahresabschluss

Der Jahresabschluss und der Lagebericht sowie der Konzernabschluss und der Konzernlagebericht der

Benteler International Aktiengesellschaft für das Geschäftsjahr 2011 wurden durch die von der Hauptversammlung

als Abschlussprüfer gewählte und vom Aufsichtsratsvorsitzenden beauftragte KPMG

Austria GmbH Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft, Kudlichstraße 41–43, 4020 Linz,

geprüft. Die Prüfung hat nach ihrem abschließenden Ergebnis keinen Anlass zu Beanstandungen

gegeben. Der Abschlussprüfer bestätigt, dass die Buchführung, der Jahresabschluss und der Lagebericht

sowie der Konzernabschluss und der Konzernlagebericht der Gesellschaft den gesetzlichen Vorschriften

entsprechen und unter Beachtung der ordnungsmäßigen Buchführung ein möglichst getreues Bild der

Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermitteln sowie der Lagebericht und der Konzernlagebericht

im Einklang mit dem Jahresabschluss und Konzernabschluss stehen. Der Jahresabschluss

und der Lagebericht sowie der Konzernabschluss und der Konzernlagebericht der Gesellschaft wurden

daher mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen. In einem Management Letter wurde

dem Aufsichtsratsvorsitzenden über Feststellungen und Empfehlungen hinsichtlich der Vorprozesse

zur Rechnungslegung an ausländischen Standorten und zur Durchführung von Impairmenttests zum

Anlagevermögen berichtet.

Der Abschlussprüfer wurde bereits aufklärend tätig und hat den Jahresabschluss und den Konzernabschluss

hinreichend erklärt. Diesem Ergebnis der Abschlussprüfung schließt sich der Aufsichtsrat

nach eingehender Erörterung und Prüfung vollinhaltlich an.

Nach dem abschließenden Ergebnis der vom Aufsichtsrat vorgenommenen Prüfung des Lageberichts

des Vorstands, des Jahresabschlusses und des Konzernabschlusses und Konzernlageberichts und der

vom Aufsichtsrat vorgenommen Prüfung der Geschäftsführung ist kein Anlass zu Beanstandungen

gegeben. Der Aufsichtsrat hat den Jahresabschluss und den Konzernabschluss gebilligt, die damit gemäß

§ 96 Absatz 4 Aktiengesetz festgestellt sind. Dem Vorschlag des Vorstands für die Verwendung des Bilanzgewinns

schließt sich der Aufsichtsrat an.

Der Aufsichtsrat schlägt vor, Frau Mag. Cäcilia Gruber, Wirtschaftsprüferin und Steuerberaterin bei

der KPMG Austria GmbH Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft, Kudlichstraße 41–43,

4020 Linz, als Abschlussprüferin und Konzernabschlussprüferin für das Geschäftsjahr 2012 zu bestellen.

Salzburg, am 04.05.2012

Robert J. Koehler

Vorsitzender des Aufsichtsrats

Bericht des Aufsichtsrates


Jahresabschluss

120

Aufstellung des Anteilsbesitzes

per 31. Dezember 2011

Beteiligung

%

1. Benteler International AG, Salzburg, Österreich

VERBUNDENE UNTERNEHMEN

2. Benteler Deutschland GmbH, Paderborn, Deutschland 100

Geschäftsbereich Automobiltechnik

3. Benteler Automobiltechnik GmbH, Paderborn, Deutschland 100

4. Benteler Automotive International GmbH, Paderborn, Deutschland 100

5. Benteler Spanien International GmbH, Paderborn, Deutschland 100

6. Benteler Automobiltechnik Eisenach GmbH, Eisenach, Deutschland 100

7. Benteler Automotive Belgien GmbH, Paderborn, Deutschland 100

8. Benteler Automotive Südafrika GmbH, Paderborn, Deutschland 100

9. Benteler Defense GmbH, Paderborn, Deutschland 100

10. Benteler Engineering Services GmbH, Paderborn, Deutschland 100

11. Benteler JIT Düsseldorf Verwaltungs-GmbH, Paderborn, Deutschland 100

12. Benteler JIT Düsseldorf GmbH & Co. KG, Düsseldorf, Deutschland 100

13. Benteler CR Holding GmbH, Paderborn, Deutschland 100

14. Benteler Automotive USA GmbH, Paderborn, Deutschland 100

15. Benteler Carbon Composites Beteiligungs GmbH, Paderborn, Deutschland 100

16. Benteler SGL Verwaltungs-GmbH, Paderborn, Deutschland 50

17. Benteler SGL GmbH & Co. KG, Paderborn, Deutschland 50

18. Benteler Ibérica Holding SL, Barcelona, Spanien 100

19. Benteler España S.A., Burgos, Spanien 100

20. J.I.T. Martorell S.A., Abrera (Barcelona), Spanien 100

21. Benteler JIT Valencia S.A., Almussafes (Valencia), Spanien 100

22. Componentes Automotivos Aragón SL, Zaragoza, Spanien 100

23. Benteler JIT Barcelona SL, Abrera (Barcelona), Spanien 100

24. Benteler Automotive Vigo SL, Valladares - Vigo, Spanien 100

25. Benteler Palencia S.L., Palencia, Spanien 100

26. Benteler JIT Pamplona, S.L., Orcoyen Navarra, Spanien 100

27. Benteler-Indústria de Componentes para Automóveis Lda., Palmela, Portugal 100

28. Benteler Participation SA, Migennes, Frankreich 100

29. Benteler Automotive SAS, Migennes, Frankreich 100

30. Benteler JIT Douai SAS, Migennes, Frankreich 100

31. Benteler Automotive UK Ltd., Corby, Großbritannien 100

32. Benteler Bohemia s.r.o., Liberec, Tschechische Republik 100

33. Benteler CR s.r.o., Chrastava, Tschechische Republik 100

34. Benteler Automotive Rumburk s.r.o., Rumburk, Tschechische Republik 100

35. Benteler Automotive SK s.r.o., Malacky (Bratislava), Slowakei 100

36. Benteler Automotive Corporation, Auburn Hills, USA 100

37. Benteler Canada, Inc., Auburn Hills, USA 100

38. Benteler Automotive Canada Corporation, Windsor (Ontario), Kanada 100

39. Benteler Automotive Alabama, Inc., Opelika, USA 100

40. Benteler de México S.A. de C.V., Puebla, Mexiko 100

Aufstellung des Anteilsbesitzes


Jahresabschluss

121

Beteiligung

%

41. Benteler Automotive S.A., Tigre (Buenos Aires), Argentinien 100

42. Benteler Componentes Automotivos Ltda., Campinas (São Paulo), Brasilien 100

43. Benteler Sistemas Automotivos Ltda., São José dos Pinhais, Parana, Brasilien 100

44. B.E. S.r.l., Turin, Italien 100

45. Benteler Automotive S.p.A., Turin, Italien 100

46. Benteler Netherlands Holding B.V., Helmond, Niederlande 100

47. Benteler Engineering Services B.V., Helmond, Niederlande 100

48. Fasitet PDE AB, Västra Frölunda, Schweden 100

49. Benteler Automotive Netherlands B.V., Helmond, Niederlande 100

50. Benteler Automotive K.K., Tokyo, Japan 100

51. Benteler Autótechnika Kft, Mór, Ungarn 100

52. Benteler Automotive Belgium N.V., Gent, Belgien 100

53. Shanghai Benteler Huizhong Automotive Co., Ltd., Shanghai, China 60

54. Benteler CAPP Automotive System Co., Ltd., Changchun, China 60

55. Benteler Automotive (Shanghai) Co., Ltd., Shanghai, China 100

56. Benteler Automotive (Fuzhou) Co., Ltd., Fuzhou, China 100

57. Benteler Management Consulting (Shanghai) Co., Ltd., Shanghai, China 100

58. Aluminox (Pty) Ltd., Alberton (Johannesburg), Südafrika 100

59. Benteler Automotive South Africa (Pty) Ltd., Alberton (Johannesburg), Südafrika 100

60. OOO Benteler Automotive, Kaluga, Russland 100

61. Benteler SGL Composite Technology GmbH, Ried im Innkreis, Österreich 50

62. Benteler Engineering Chennai Private Limited, Chennai, Indien 60

63. Benteler Maschinenbau GmbH, Bielefeld, Deutschland 100

64. Benteler MB VG GmbH, Henstedt-Ulzburg, Deutschland 100

65. Benteler Maschinenbau CZ s.r.o., Liberec, Tschechische Republik 100

66. Benteler Automotive India Private Limited, Pune, Indien 100

67. Benteler Aluminium Systems Michigan, Inc., Holland (Michigan), USA 100

68. Benteler Aluminium Systems Korea Ltd., Seoul, Südkorea 100

69. Benteler Aluminium Systems Sweden AB, Skultuna, Schweden 100

70. Benteler Aluminium Systems France SNC, Louvièrs, Frankreich 100

71. Benteler Aluminium Systems Norway AS, Raufoss, Norwegen 100

72. Benteler Aluminium Systems Denmark AS, Tønder, Dänemark 100

73. Swissauto Engineering S.A., Etagnières, Schweiz 51

74. EUPAL Beteiligungs GmbH & Co. Vermietungs-KG, Pullach i. Isartal, Deutschland 100

75. RABET GmbH & Co. KG, Pullach i. Isartal, Deutschland 100

76. Benteler Defense Verwaltungs GmbH, Paderborn, Deutschland 100

77. Benteler Defense GmbH & Co. KG, Bielefeld, Deutschland 100

78. Benteler Automotive (Chongqing) Co. Ltd., Chongqing, China 100

79. Benteler Automotive International Beteiligungs GmbH, Salzburg, Österreich 100

80. Benteler Automotive (China) Investment Co. Ltd., Shanghai, China 100

81. Wuhu Benteler-POSCO Automotive Co. Ltd., Anhui, China 90

Aufstellung des Anteilsbesitzes


Jahresabschluss

122

Geschäftsbereich Stahl/Rohr

Beteiligung

%

82. Benteler Stahl/Rohr International GmbH, Paderborn, Deutschland 100

83. Benteler (U.K.) Ltd., Wolverhampton, Großbritannien 100

84. Benteler France SAS, Asnieres sur Seine, Frankreich 100

85. Benteler Benelux B.V., Breda, Niederlande 100

86. Benteler Tubos y Maquinaria S.A., Barcelona, Spanien 100

87. Benteler Rothrist AG, Rothrist, Schweiz 100

88. Benteler Steel & Tube Corporation, Houston (Texas), USA 100

89. Benteler Rothrist GmbH, Paderborn, Deutschland 100

90. Benteler Steel/Tube GmbH, Paderborn, Deutschland 100

91. Benteler Tube Management GmbH, Paderborn, Deutschland 100

92. Rohstoff-Handelsgesellschaft Günther Voth GmbH, Paderborn, Deutschland 62,5

93. Noordned Holding B.V., Franeker, Niederlande 62,5

94. Noord-Nederlandse Schrootverwerking B.V., Franeker, Niederlande 62,5

95. Schrootverwerkingsbedrijf Kootstertille B.V., Franeker, Niederlande 62,5

96. Benteler Steel Tube International Beteiligungs GmbH, Salzburg, Österreich 100

97. Benteler North America Corporation, Wilmington (Delaware), USA 100

Geschäftsbereich Distribution

98. Benteler Distribution International GmbH, Düsseldorf, Deutschland 100

99. Benteler Trading International GmbH, Düsseldorf, Deutschland 100

100. Benteler Distribution Deutschland Beteiligungs GmbH, Duisburg, Deutschland 72

101. Benteler Distribution Deutschland GmbH & Co. KG, Duisburg, Deutschland 72

102. Benteler Trading GmbH, Düsseldorf, Deutschland 100

103. Benteler Distribution Hungary Kft., Budapest, Ungarn 100

104. Benteler Distribution Poland Sp. z.o.o., Dabrowa Gornicza, Polen 100

105. Benteler Trgovina d.o.o., Sentjanz, Slowenien 100

106. Benteler Distribution Czech Republic spol. s.r.o., Dobríš (Prag), Tschechische Repub. 100

107. Benteler Distribution Slovakia, s.r.o., Pusté Úlany, Slowakei 100

108. Heléns Rör A/B, Halmstad, Schweden 75

109. Heléns Rör A/S, Lilleström, Norwegen 75

110. Heléns Rör A/S, Middelfart, Dänemark 75

111. Heléns OÜ, Saue, Estland 75

112. UAB Heléns Distributoriai, Vilnius, Litauen 75

113. OOO Heléns, St. Petersburg, Russland 75

114. Kindlimann AG, Wil, Schweiz 100

115. Benteler Distribution Services (BDS) AG, Wil, Schweiz 100

116. Benteler Distribution France S.à.r.l., La Madeleine de Nonancourt, Frankreich 100

117. Benteler Holdings Limited, Bolton (Lancashire), Großbritannien 100

118. Benteler Distribution Limited, Bolton (Lancashire), Großbritannien 100

119. Benteler Distribution Singapore Pte Ltd, Singapur, Singapur 100

120. PT Benteler Distribution Indonesia, Jakarta, Indonesien 100

121. Benteler Distribution (Thailand) Co., Ltd., Bangkok, Thailand 100

Aufstellung des Anteilsbesitzes


Jahresabschluss

123

Beteiligung

%

122. Benteler Comercial Ltda., Cotia (São Paulo), Brasilien 100

123. Benteler Distribuzione Italia S.p.A., Trezzano sul Naviglio, Italien 100

124. Benteler Distribution Austria GmbH, Biedermannsdorf, Österreich 100

125. Benteler Distribution (Shanghai) Co., Ltd., Shanghai, China 100

126. SC Benteler Distribution Romania S.R.L., Slatina City, Olt County, Rumänien 100

127. A/S Thos. Sonne Junr., Middelfart, Dänemark 75

128. HORAX Beteiligungs GmbH & Co. Vermietungs-KG, Pöcking, Deutschland 100

129. Benteler Distribution International Beteiligungs GmbH, Salzburg, Österreich 100

Sonstige

130. BLV Versicherungsmanagement GmbH, Dortmund, Deutschland 55

131. Benteler Reinsurance Company Ltd., Dublin, Irland 100

132. Benteler Capital Corporation, Auburn Hills, USA 100

133. Benteler RV GmbH, Paderborn, Deutschland 100

134. NAPOL GmbH & Co. KG, Objekt Schloss Neuhaus KG, Pullach i. Isartal, Deutschland 100

135. Benteler Financial Services GmbH, Paderborn, Deutschland 100

136. Benteler International Beteiligungs GmbH, Salzburg, Österreich 100

137. Benteler Global Procurement GmbH, Paderborn, Deutschland 100

ASSOZIIERTE UNTERNEHMEN

138. Polarputki Oy, Helsinki, Finnland 37,5

NICHT IN DEN KONZERNABSCHLUSS EINBEZOGENE GESELLSCHAFTEN

139. Benteler Finance B.V., Amsterdam, Niederlande 100

140. Benteler N.V., Gent, Belgien 100

141. IFB Tools & Accessories Pvt. Ltd., Indien 49

142. OOO Benteler Avtotechnika Novgorod, Welikij Nowgorod, Russland 100

143. Benteler Italiana S.r.l., Italien 100

144. Benteler VG GmbH, Paderborn, Deutschland 100

145. Benteler SR VG GmbH, Paderborn, Deutschland 100

146. Benteler Trgovina d.o.o., Zlatar Bistrica, Kroatien 100

147. Benteler Distribution Ukraine LLC, Lviv, Ukraine 100

148. Benteler Distribución Ibérica, S.L., Barcelona, Spanien 100

149. Benteler Otomotiv Adapazari Sanayi Ticaret Limited Sirketi, Istanbul, Türkei 100

150. Benteler Defense Corp., Auburn Hills, USA 100

151. Benteler Gebze Tasit Sanayi ve Ticaret Limited Sirketi, Cayirova/Kocaeli, Türkei 100

152. Benteler Automotive Component (Shanghai) Ltd., Shanghai, China 100

153. Benteler Automotive (Thailand) Ltd., Bangkok, Thailand 100

154. Delta Steel Tube Corporation, Wilmington (Delaware), USA 100

155. Benteler Steel/Tube Manufacturing Corporation, Wilmington (Delaware), USA 100

156. Benteler Distribution EOOD, Stara Zagora, Bulgarien 100

157. Benteler Distribution Boru Sanayi ve Ticaret Limited, Cayirova/Kocaeli, Türkei 100

158. Benteler Distribution India Private Limited, Pune, Indien 100

159. Biltz 11-487 GmbH, München, Deutschland 100

160. Biltz 11-488 GmbH, München, Deutschland 100

Aufstellung des Anteilsbesitzes


124

iMPRESSUM

Herausgeber

Benteler International AG, Salzburg/Österreich

Konzeption, Gestaltung, Satz und Lithografie

Theim Kommunikation GmbH, Erlangen/Deutschland

Fotografie

Kurt Lauer, Paderborn/Deutschland

Druck

Bresler Print & Digital Medien-Produktion e. K., Erlangen/Deutschland

kontakt

Benteler International AG

Schillerstraße 25–27

5020 Salzburg

Österreich

www.benteler.com

Impressum | Kontakt

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine