Schwindel September 2007, PP2003 - TurnusDoc

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Schwindel September 2007, PP2003 - TurnusDoc

Ein multisensorisches Syndrom


Bewegungskrankheit

optokinetischer Schwindel -

Autofahren, Karussell

Höhenschwindel


Peripher:

Benigner paroxysmaler

Lagerungsschwindel

Neuritis vestibularis

Morbus Meniere

Vestibularisparoxysmie

Bilaterale Vestibulopathie

Perilymphfistel


Zentral:

Läsionen der Verbindungen zwischen

Vestibulariskernen und Vestibulocerebellum,

sowie zwischen

Vestibulariskernen, den

okulomotorischen Strukturen des

Hirnstamms, Thalamus und

vestibulärem Kortex – Hirnstamm-

Kleinhirninfarkt, vestibuläre Epilepsie,

Basilaris-Migräne, Multiple Sklerose


Art:

Dauer

Dreh-, Schwank- oder

Benommenheitsschwindel

Auslösbarkeit, Verstärkung

Begleitsymptome

wie Übelkeit, Erbrechen, Nystagmus,

Diplopie, Ataxie, Tinnitus, Cephalea …


Spontannystagmus – Frenzelbrille

Provokationsnystagmus

Cover Uncover Test

Blickfolgebewegungen Prüfung

vestibulookulärer Reflex – Sakkaden

Halmagyi Curthoys Kopfdrehtest

Dix Hallpike Manöver

Finger Nase Versuch,Knie Hacken

Versuch

Romberg

Gangprüfung - Seiltänzergang

Unterberger Tretversuch


Hirnnerven III, IV und VI

( N.oculomotorius, trochlearis et abducens)

verbunden durch

Fasciculus longitudinalis medialis

konjugierte Blickfolgebewegungen

Bei Störung Diplopie

Nystagmus:

horizontal

rotatorisch - torsionell

vertikal = Downbeat, Upbeat -immer zentral

(Olive, Cerebellum)


Heftige Drehschwindelattacken durch

Kopf – oder Körperlageänderung, Dauer <

1 min

Bei Lagerung zum betroffenen Ohr – Dix

Hallpike – Lagerungsnystagmus rotierend

zum unten liegenden Ohr mit crescendodecrescendoartigem

Verlauf

Pathogenese: Canalolithiasis des meist

posterioren Bogenganges

Therapie: Befreiungsmanöver nach

Semont, Epley


Rezidivierende Sekunden bis Minuten

andauernde Drehschwindelattacken, häufig

durch Kopflageänderung ausgelöst, oft

Hypakusis und Tinnitus

In der Attacke Spontannystagmus,

Fallneigung

Pathogenese: Gefäß-Nerv-Kontakt mit

ephaptischer Erregungsübertragung –

Pendant zur Trigeminusneuralgie, Spasmus

hemifazialis

Therapie: Carbamazepin, Phenytoin,

Gabapentin


Dauerdrehschwindel über Tage,

Fallneigung zur betroffenen Seite,

Übelkeit, Erbrechen

Spontannystagmus rotierend/horizontal

zur nicht betroffenen Seite

Videonystagmografie: Kalorische Unter

– bis Unerregbarkeit

Spezifische Behandlung mit Cortison,

symptomatisch mit Antivertiginosa für drei

Tage, Gleichgewichtstraining


Oszillopsien (Scheinbewegungen der Umwelt) mit

Unscharfsehen bei Kopfbewegung und beim Gehen,

Gangunsicherheit, Störung des räumlichen

Gedächtnisses, oft episodischer Dreh – oder

Schwankschwindel

Halmagyi – beidseits Refixationssakkaden als

Ausdruck des defekten vestibulookulären Reflexes,

kalorische Prüfung

Ursachen – Autoimmunerkrankungen – Cogan

Syndrom (interstitielle Keratitis und audiovestibuläre

Störungen), ototoxische Substanzen, Meningitis, bds

Meniere, Tumoren, 20-30% idiopathisch

Behandlung: Cortison, Immunsuppression bei AIE,

symptomatisch Gleichgewichtstraining


Trias Drehschwindel (Stunden),

einseitiges Ohrgeräusch und einseitige

Hörminderung

In der Attacke Spontannystagmus und

Hypakusis, im Intervall häufig einseitige

Hypakusis und kalorische

Untererregbarkeit

Pathogenese: Endolymphatischer

Hydrops

Therapie: Betahistin 24mg 3 mal 1 über

Monate , ev. Diuretikum, lokale Instillation


Durch Druckänderung – Husten,Pressen

und laute Geräusche (Tullio Phänomen)

ausgelöste Schwank- oder

Drehschwindel-attacken mit

Scheinbewegungen der Umwelt

(Oszillopsien), Stand – und

Gangunsicherheit ev. Verbunden mit

Hörstörungen

Dauer Sekunden bis Tage

Diagnose – Valsalva,

Tragusdruckversuch, Politzer Ballon,

Dünnschicht CT des Felsenbeins


Auslösendes Trauma – Baro- , SHT,

Ohrtrauma führt zu pathologischer

Druckübertragung zwischen

Perilymphraum zum Mittelohr oder nach

intracraniell

Therapie: konservativ mit Bettruhe,

Kopfhochlagerung, Sedierung

eventuell operative Deckung des Defektes


Dreh – oder Schwankschwindel

unterschiedlicher Dauer oft mit Übelkeit und

Erbrechen

Meist zentrale Okulomotorikstörung wie

sakkadierte Blickfolge, Blickrichtungsnystagmus,

Vertikalnystagmus immer

zentral

Begleitsymptome wie Diplopie, Ataxie,

periorale Parästhesien, Facialisparese,

Schluck- Sprechstörungen, Paresen,

Sensibilitätsstörungen


Ischämien/Blutungen im Hirnstammoder

Kleinhirnbereich

Basilarismigräne

Multiple Sklerose mit Plaques im

Hirnstamm

Tumoren, Gefäßmalformationen

Intoxikationen, Medikamente

Angebornene Fehlbildungen z.B.

Arnold Chiari Malformation – Tiefstand

Kleinhirn-Tonsillen


Schwindel

Nystagmus

Diplopie

Dysarthrie

Dysphagie

Hemiplegia

alternans

Gesichtsfeld

-defekt


Subjektiver chronischer

Schwankschwindel mit normalem

neurologischen Befund und unauffälliger

Zusatzdiagnostik

Fluktuierender Verlauf und Fallangst ohne

Stürze

Angst und vegetative Mißempfindungen

Verstärkung durch

Menschenansammlungen, leere Räume,

Liftfahren

Besserung durch leichten Alkoholgenuß

Vermeidungsverhalten

Zu Beginn vestibuläre Störung oder

Belastungssituation


Komplette Ausschlußdiagnostik um

Patient von der Furcht einer schweren

organischen Erkrankung zu befreien

Erklärung des Pathomechanismus und

der auslösenden Faktoren –

Psychoedukation

Desensitivierung durch bewußte

Exposition

Bei Persistenz Pharmakotherpie z.B.

Paroxetin, bedarfsweise Tranquilizer und

Verhaltenstherapie


Antikonvulsiva

Tranquilizer

Antidepressiva

Dopaminagonisten

Kortikosteroide

Antikonzeptiva

Antibiotika

Antihypertensiva

Antikoagulanzien

Betablocker

Diuretika

Antitussiva

Spasmolytika

Antiallergika

Analgetika

Antidiabetika …


Antivertiginosa: symptomatisch bei

Vestibulopathien - vorübergehend z.B.

Vertirosan = Antihistaminikum für 3 bis 4

Tage !

Betablocker bei basilärer Migräne z.B.

Inderal, Beloc

Antiepileptika bei vestibulärer Epilepsie

und Vestibularisparoxysmie z.B.

Carbamazepin

H-1-Agonist bei Morbus Meniere z.B.

Betahistin für 4-12 Monate -Verbesserung

Mikrozirkulation und verminderte

Produktion von Endolymphe

Symptomatisch gegen Übelkeit z.B.


Physikalisch

z.B. Lagerungsmanöver nach SEMONT

bei benignem Lagerungsschwindel,

Vestibularistraining bei

Vestibulopathien, Perilymphfistel

Desensitivierung und eventuell

Antidepressiva, Tranquilizer bei

phobischem Schwankschwindel

selten operative Therapie als ultima

ratio


Schwindelsyndrome rein anamnestisch

und klinisch sehr gut differenzierbar

In 80% kann bei vestibulären

Schwindelformen eine Besserung und

oft (BPPV) vollständige

Beschwerdefreiheit erreicht werden

Diagnostischen Overkill vermeiden

Therapieprinzipien beachten, da sonst

medikamentöse Polypragmasie –

medikamentöser Schwindel.

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