LOK Magazin Altbau-Elloks (Vorschau)

809194.1cjdw

11

LOKMagazin

FAHRZEUGE: Dieseltriebzug 646, Reko-

Lok 58.30, alle FLIRT in Deutschland

GESCHICHTE: EC-Züge auf der Gäubahn,

Dampf-Erinnerungen: Polen und Nossen

November 2014 | EUR 7,90 A: EUR 8,90 | CH: CHF 15,80 | BeNeLux: EUR 9,30

LOKMagazin

AKTUELLES | FAHRZEUGE | GESCHICHTE

WWW.LOKMAGAZIN.DE

LOKMagazin

Dieselnetz Soltau: Als

die DB noch regierte

11

4 194091 607906

Von der E 04 bis zur E 95

-Altbau-Elloks

Alle 19 Baureihen: Die komplette Übersicht


Faszination Bahn

GeraMond Verlag GmbH, Infanteriestraße 11a, 80797 München

Jetzt

neu am

Kiosk!

Online blättern oder Testabo mit Prämie bestellen unter:

www.strassenbahn-magazin/abo

www.bahn-extra.de/abo


EDITORIAL

Rudolf Heym

Verantwortlicher Redakteur

Alte Elloks aus der Vorkriegszeit …

… hatten stets ihren Reiz. Viele von ihnen gaben beim Anfahren

urige Geräusche von sich, man hörte deutlich das Knarren der

Zahnräder in ihren Getrieben. Dazu brummten Lüfter oder knallten

irgendwelche Schalter im Inneren. Von Strom habe ich bis heute

keine Ahnung, ich gebe es zu. Die Loks rochen auch so schön

verschmort. Reste dieser Gerüche gibt es manchmal noch in den

Tunneln der Berliner U-Bahn. Grund genug, einmal wieder an

diese Gefährte zu erinnern, mit denen die Reichsbahn in der DDR

1 955 den völligen Neustart des elektrischen Betriebes wagte.

Für die Generation nach mir sind die Exoten von heute vielleicht

die Elloks aus der Anfangszeit der Bundesbahn. Heiko Focken fährt

gern an die Gäubahn von Stuttgart nach Singen. Zum einen, weil es

dort schön ist, und zum anderen, weil auf der Strecke noch einige

der alten Einheits-Elloks und ihrer Nachfolger im Planeinsatz

stehen (ab Seite 92). Ewig wird das nicht mehr so bleiben. Vielleicht

nutzen Sie eine schönen Herbsttag mit Laubfärbung für eine Reise

dort hin. Ihnen wie stets viel Freude beim Blättern, Schauen und

Lesen im LOK MAGAZIN.

Herzlich Ihr

Am 16. April

1988 rollte in

Roßlau die

244 137 mit

einem Personenzug

an den

Bahnsteig. Drei

Jahre später

wurde die

1942 gelieferte

E 44 ausge -

mustert. Heute

steht sie im

Bahnpark

Augsburg

Bodo Schulz

LOKMagazin 11 | 2014

3


INHALT

LOKMagazin

www.lok-magazin.de

2006 wird das S-Bahn-Bw

Friedrichsfelde DB Regio: Abschied geschlossen vom Ur-Pendolino 90 8

Weltweit:

NoHAB-Geburtstag in Dänemark 28

Heft

November

201411

AKTUELL

DB

DB Regio: Abschied vom 61 0 8

S-Bahn Berlin: Ersatzverkehr 1 0

Bahnindustrie

PESA/Voith: Triebzüge für Italien 1 4

Privatbahnen

RailAdventure: Neue Chance für 1 03 222 1 6

Museum

VSM: Nur deutsche Dampfloks 20

TITEL

Neustart bei Null

1 955 eröffnete die DR ihre ersten Kilometer

elektrifizierter Strecke neu, nachdem 1 946

das gesamte Material und fast alle Fahrzeuge

in die UdSSR abtransportiert worden waren.

Zum Einsatz kamen nur Vorkriegsfahrzeuge,

und viele von ihnen fuhren noch lange 34

Zum Titelbild

Am 4. Februar 1 989 war die 244 045 am

Ablaufberg in Gaschwitz im Einsatz.

Österreich

Ybbstal: Bergstrecke in Gefahr 24

Schweiz

RhB: Neue Werbelok zum Jubiläum 27

Weltweit

Dänemark: 60. NoHAB-Geburtstag 30

Innotrans 2014

Neue Loks und Triebwagen am Start 32

Rubriken

Leserbriefe, Händler, Impressum 1 1 2

Vorschau 1 1 4

Bodo Schulz

4


HEFT 11 | 2014

Alte DB-Elloks auf der Gäubahn

92

Heidekreuz

76

Liebling

58.30

58

FAHRZEUGE

Eine Idee aus der Schweiz

Unser Porträt: der GTW 2/6 von Stadler. Man

nehme einen Antriebs-Container mit

Fahrgestell und setze auf jeder Seite einen

Steuerwagen an – fertig ist das Konzept

dieser Triebwagen … 46

Fernbeziehung

Markus Kronfeld wohnt im Ruhrgebiet.

Seine Lieblingsbaureihe ist die 58.30 der DR.

Das Interessante dabei: Er hat die Drillings-

Loks noch nie live erlebt! 58

In Ewigkeit …

Wie man eine kleine Diesellok bauen muss,

damit sie ewig hält, bewies Gmeinder 1 959

mit der V 70.01 . Sie fährt noch immer … 62

Die FRET’chen

Überall in Deutschland begegnen einem

die herb-schönen Güterzug-Elloks der

Franzosen. Zeit, sie endlich einmal

vorzustellen: Erhard Ditz kennt sie gut 64

Im ganzen Land unterwegs

Zwei, Drei-, Vier- und Fünfteiler gibt es von

den FLIRT-Zügen. Wir bringen die Liste aller

in Deutschland verkehren Fahrzeuge 70

LOKMagazin 11 | 2014

GESCHICHTE

Dieselnetz Soltau

Als in der Heide noch die DB regierte 76

Nicht ein Zug!

Die Oderbrücke Bienenwerder 83

Es droht das Vergessen …

Das Bw Nossen in den 1 960er-Jahren 84

Schlossbachbrücke

Das historische Bild: Karwendelbahn 90

DB-Ellok-Paradies

Auf der Gäubahn im EC unterwegs 92

Meine Eisenbahngeschichte

Von Sachsen ins Alpenvorland: Ulf Otto 98

Drei-Kirchen-Blick in Sulzbach-Rosenberg

Liebste Fotostelle: Matthias Szymanowski 1 04

Alles verboten! Nicht ganz …

Dampfloks in Polen vor 40 Jahren 1 06

Mommelstein

Spurensuche: Schmalkalden – Brotterode 1 1 0

Schlusspunkt 115

5


AKTUELL

ZUG DER ZEIT

Ein Zug, vier Loks!

Wegen Bauarbeiten auf der Strecke München - Salzburg (KBS 951)

wurden vom 5. bis zum 7. September einige EuroCities und auch Güterzüge

über Mühldorf umgeleitet. So hatte DB Fernverkehr extra Loks der

Baureihen 218 und 232 angemietet, um die Fernverkehrszüge über die

nicht elektrifizierte Strecke zu ziehen. Die beiden Kemptner 218 472 und

218 486 zogen den EC 113 mit jeweils einer 1116 der ÖBB an jedem Ende

bei Weidenbach in Richtung Mühldorf bzw. Salzburg

J. Klier

richten-Ticker In einem Taxi nach Paris Zahlendreher +++ mit Nachric

Folgen

Ein frisch verheiratetes Paar war am 1. Sep - Nicht schlecht gestaunt haben dürften Lok -

achrichten

tem ber auf dem Weg von Hamburg nach Paris in führer und Fahrgäste des Meridian-Zuges 79008

die Flitterwochen. Aufgrund des Bahnstreiks ver - auf der Fahrt von Salzburg Hbf nach München

cker passten sie den +++ Anschlusszug in Hannover. Nachrichten-Ticke

Kur - Hbf am 9. September. Kurz vor dem Ziel bog der

zerhand organisierte die DB mitten in der Nacht Zug in Richtung Laim ab – in die falsche Richtung.

ein Taxi, das sie in elf Stunden nach Paris brach - Grund war eine falsch gestellte Weiche. Der Zug

hten-Ticker te. Ob ein Flug oder eine schnelle Zugverbindung

+++ wurde mit einem Nachrichte

leeren Autotransportzug

am nächsten Morgen nicht genau so schnell und verwechselt, dessen Zugnummer 78009 zum

vor allem günstiger gewesen wäre?

AWA

Verwechseln ähnlich aussieht.

AWA

6


ZUG DER ZEIT

hten-Ticker +++

Tunnel-Inspektion

In der letzten Augustwoche wurden die Tunnel der

Schwarzwaldbahn inspiziert, dabei kam ein spezieller

Untersuchungstriebwagen der Firma Plasser & Theuer

zum Einsatz. Nach Abschluss der Arbeiten wurde der

r +++ Nacrric+

Triebwagen mit einer V 100 der ehemaligen DR, der

heutigen 203 311 von DB Netz Instandhaltung zum

n-Ticker +++ nächsten Nachrichten

Einsatzort nach Parsberg gefahren. Der

Bauzug 82373 wurde im Bahnhof St. Georgen am

T. Böhme

30.08.14 im Bild festgehalten. TB

LOKMagazin 11 | 2014 7


AKTUELL

Nur freitags verkehrt der RE3568 Schwandorf – Nürnberg als 610. Die Aufnahme zeigt ihn vor der Kulisse

der ehemaligen Maxhütte bei Sulzberg-Rosenberg am 29. August

R. Schulze

BAUREIHE 610

Bald hat es sich ausgependelt...

Nach 22 Jahren steht fest: Der Ur-Pendolino der DB hat keine Zukunft mehr. Er fährt zum

Fahrplanwechsel im Dezember aufs Abstellgleis, wird dem Stillstands-Management übergeben und

wandert, sofern sich keine weitere Verwendung findet, früher oder später in die Schrottpresse

Es hatte so gut angefangen: Wie

ein Motorradfahrer hat sich der

Pendolino von 1 992 an als erster

bogenschneller Zug in den

engen Gleiskurven Nordost -

bayerns zur Seite geneigt. Die

Fahrzeiten zwischen Hof und

Nürnberg schmolzen seinerzeit

um mehr als 20 Minuten. Der

Pendolino kam bei den Fahrgästen

von Anfang an gut an.

Auf den Linien von Hof und

Bayreuth nach Nürnberg verzeichnete

die Bahn nach Jahren

des Fahrgastschwundes auf einmal

wieder eine steigende Nachfrage.

Aus zum Fahrplanwechsel

Doch zum Fahrplanwechsel im

Dezember 201 4 heißt es Abschied

nehmen von den eleganten

Zügen, die in erster Linie

8

von der Baureihe 61 2 ersetzt

werden sollen. Zum einen sind

es Ersatzteilprobleme, die den

61 0 wegen langer Stillstandzeiten

in der Werkstatt unwirtschaftlich

machen, und dann

sind es die Qualitätsvorgaben

der Bayerischen Eisenbahn -

gesellschaft (BEG), die sich mit

dem Ur-Pendolino nicht mehr

erfüllen lassen.

Keine Klimaanlage

So ist der 61 0 weder niederflurig

noch mit einer Klimaanlage ausgestattet,

die installierte Druckbelüftung

stellt keinen vollwertigen

Ersatz dar. Auch ein

Verkauf der Züge nach

Tschechien scheiterte aus diesen

Gründen. Ein Probezug trieb es

zum Abschied in Hof im

wahrsten Sinne des Wortes bunt:

Die Hofer DB-Mitarbeiter hatten

diesen Pendolino von allen

Seiten mit Folien im Farbdesign

von „Arriva Vlaky“ beklebt. Doch

leider wurde nichts aus dem geplanten

Verkauf. Da helfen auch

die sehr guten Fahreigen -

schaften nichts, die dem Zug

seitens Eisenbahnern und Fahrgästen

attestiert werden. Im

Dezember soll der Pendolino im

Werk Hof im Rahmen einer

kleinen Feierlichkeit offiziell aus

dem Betriebsdienst verab -

schiedet und dem Stillstands-

Manage ment übergeben werden.

Derzeit werden die Triebzüge

noch vor einzelnen Zugleistun -

gen im Raum Weiden, Schwandorf

und Nürnberg eingesetzt.

Mit RE 3544, 3546 und 3589 wird

auch noch der Furth im Wald

angefahren.

LM


DEUTSCHE BAHN

S-BAHN BERLIN

Stadtbahn-Ersatzverkehr

Längst nicht mehr gehören Elektrolokomotiven der Baureihe 1 43

mit Doppelstockgarnituren älterer Bauart (DBuza und Steuerwagen

DABbuzfa 760) zum vertrauten Anblick auf der Berliner Stadtbahn,

denn Talent 2-Elektrotriebzüge haben ihre Dienste auf dem RE 7

Dessau – Berlin - Wünsdorf-Waldstadt und der RB 1 4 Berlin-

Schönefeld Flughafen – Nauen im Jahr 201 2 übernommen. Neben

den regulären Triebzügen sind allerdings nach wie vor die älteren

Fahrzeuge aushilfsweise auf der Linie RB 1 4 anzutreffen. Neben

diesen vereinzelten Einsätzen setzte DB Regio während der

Erneuerung der S-Bahngleise der Stadtbahn in den Sommerferien

auf der Strecke Berlin Zoologischer Garten – Berlin Ostbahnhof

solche aus vier- oder fünf Wagen bestehenden Doppelstockwendezüge

mit der Baureihe 1 43 als S-Bahn-Ersatzzüge ein. Das

Fahrzeugmaterial stammte teilweise von der Rostocker S-Bahn, wo

die altgedienten Züge dieses Jahr ebenso von Talent 2 abgelöst

wurden. Die S-Bahn-Ersatzzüge verkehrten in Form von zwei

zusätzlichen Zugpaaren pro Stunde und ergänzten damit das

bestehende Angebot der Linien RE 1 , RE 2, RE 7 und RB 1 4 auf

dann sieben Regionalzüge pro Stunde und Fahrtrichtung. Da die S-

Bahn in zwei Bauabschnitten komplett gesperrt war (1 4.7. bis 4.8.

zwischen Zoologischer Garten und Friedrichstraße, vom 4. bis 25.8.

zwischen Friedrichstraße und Ostbahnhof), mussten die beiden

parallel verlaufenden Fernbahngleise sowie ein eingerichteter Bus-

Ersatzverkehr das gesamte Fahrgastaufkommen stemmen. Seit

Ende August fährt die Berliner S-Bahn wieder auf neuen Gleisen

auf ihrer Schaustrecke durch Berlin.

SSB

Kurz vor Ende des S-Bahn-Ersatzverkehrs zeigt sich am 24. August

die 143 210 mit der zusätzlichen RB 18029 Berlin Zoo - Berlin Ost -

bahnhof im ehemaligen Grenzbahnhof Friedrichstraße S. Schrader

DB | NEWS

Hamburg: S 4-Planung

Die Deutsche Bahn AG (DB) ist von

den Ländern Hamburg und Schleswig-

Holstein mit der Planung für den

möglichen Bau einer S-Bahnstrecke

von Hamburg nach Bad Oldesloe

beauftragt worden. Im Rahmen der

Vorbereitung ist es erforderlich,

Vermessungen sowie Boden- und

Grundwasseruntersuchungen im

künftigen Trassenbereich auszuf üh -

ren. Die Arbeiten begannen am

15. September und enden Mitte Juni

2015. Die Baugrundsondierungen

finden sowohl auf Grundstücken der

DB, der Freien und Hansestadt

Hamburg, als auch auf 130 Privat -

grundstücken statt. Weitere Unter -

suchungen zu Schall und

Erschütte rungen sowie zur Umwelt -

verträglichkeit werden folgen. LM

Versuche mit 407

Damit der neue 407 zukünftig auch in

Frankreich fahren kann, braucht er

eine Zulassung für den grenzüber -

schreitenden Verkehr. DB System -

tech nik hat dafür jetzt im Auftrag von

Siemens Messfahrten zur fahrtech -

nischen Untersuchung in Frankreich

durchgeführt. Bei den Versuchen

wurde mittels acht eigens ausgerüs -

teter Messradsätze und mit einer

Vielzahl von Beschleunigungssensoren

das Laufverhalten des

achtteiligen 407 getestet. Dazu

gehörten Fahrsicherheit, Fahrweg -

beanspruchung, Schwingungsverhalten

sowie Fahrkomfort. Das wird

notwendig, da in Frankreich eine

andere Schieneneinbauneigung und

eine höhere Regelgeschwindigkeit als

in Deutschland besteht (1:20 und

Vmax = 320 km/h in Frankreich sowie

1:40 und Vmax = 300 km/h in

Deutschland). Die Messfahrten fanden

auf den konventionellen Strecken und

auf den Hochgeschwindigkeitsstrecken

mit unterschiedlichen

Streckenparametern statt. Am Ende

seiner Testfahrten hat der Zug mehr

als 12.000 Kilometern absolviert. LM

Leisere Güterzüge

2020 „müssen die lauten Güterwagen

verschwunden sein“, forderte Bun -

des verkehrsminister Alexander Dob -

rindt (CSU) am 15. September beim

Lärmschutztag. Dem Bund sei dabei

ernst, so Dobrindt, dabei seien auch

Zwangsmaßnahmen denkbar. LM

LOKMagazin 11 | 2014 9


AKTUELL

DB | NEWS

Leipzig Hbf geschlossen

Der Leipziger Hauptbahnhof wird in der

Zeit vom 24. (12 Uhr) bis zum 28.

September (12 Uhr) für den gesamten

Zugverkehr gesperrt. In diesem

Zeitraum erhält die elektronische

Stellwerkstechnik eine neue Software,

welche nach umfangreichen Prüfungen

die neuen Bahnanlagen einschließt.

Dies steht im Zusammenhang mit dem

Anschluss der Schnellfahrtstrecke gen

Erfurt. Zudem werden in der jetzigen

Bauetappe unter anderem vier Bahn -

steige (12 und 13 sowie 14 und 15)

abgebrochen und auf einer Länge von

410 Metern neu errichtet sowie sieben

Kilometer Gleise und 35 Weichen neu

erstellt. Bis Ende 2015 werden dann

unter anderem noch die Bahnsteige

10 und 11 neu errichtet sowie weitere

sechs km Gleise und 40 Weichen

gebaut.

LM

Anzeige

Ihre Prämie

Noch mehr Auswahl unter

www.lokmagazin.de/abo

Der EC 7 (Hamburg – Zürich) mit 101 018 befuhr am 28. August die

Gütergleise des Bahnhofs Bruchsal und begegnete dabei einem

umsetzenden 425

Ch. Kissel

UMLEITERVERKEHR

Reisezüge auf Gütergleisen

Zwischen Graben-Neudorf und Karlsruhe-Hagsfeld wurden im

August und September Oberbauarbeiten durchgeführt. Deshalb

werden TGV/ICE/EC/IC-Züge sowie Güterzüge ab Graben-Neudorf

über Bruchsal/Weingarten (auch in Gegenrichtung) geleitet. Am

1 5. September konnte wieder zum normalen Betrieb übergegangen

werden.

CK

LAUFACH - HEIGENBRÜCKEN

Abschied von einem Idyll

An Deutschlands wohl schönster und idyllischster Personaleinsatzstelle

in Laufach ist leider auch in rund zwei Jahren Schluss. Die

Bauar beiten für die neue Strecke sind in vollem Gange und sogar

im Zeitplan. Noch herrscht dort „alte Eisenbahn“ pur mit der

gemütlichen Einsatzstelle, in der aus derzeit noch vier Loks der

Baureihe 1 51 als Vorspann- und Schubloks für die Rampe nach

Heigenbrücken vorgehalten werden.

AH

Häuschen mit kleinem Garten, eine Tomatenzucht der Personale, gemütliche Sofaecke und Eisenbahnfotos

aus alten Tagen an den Wänden, so präsentiert sich die Einsatzstelle Laufach

A. Hartmann

10


DEUTSCHE BAHN

Lesen

Sie noch oder

sammeln

Sie schon?

Wie in alten Bundesbahn-Zeiten: Mit drei Schnellzugwagen war die

212 039 von Railflex am 24. August auf der künftigen S-Bahn-Strecke

zwischen Dornap-Hahnenfurth und Mettmann unterwegs R. Wirtz

DB REGIO

Sonderfahrt auf künftiger S-Bahn

Anlässlich des Sommerfestes der Regiobahn in Mettmann

verkehrten am 24. August Sonderzüge zwischen Mettmann-

Stadtwald, dem derzeitigen Endpunkt der Regiobahn (S28 Kaarst –

Düsseldorf – Mettmann), und dem Güterbahnhof Dornap-

Hahnenfurth. Seit der Einstellung des Personenverkehrs nach

Wuppertal im Jahr 1 991 verkehren auf der eingleisig zurückgebauten

Strecke planmäßig nur noch Kalkzüge. Zum Einsatz kam

die in beige-ozeanblau lackierte 21 2 039 und drei Bm-Wagen der

Railflex GmbH, Ratingen.

Bis Dezember 201 6 soll die Regiobahn über Mettmann hinaus bis

nach Wuppertal Hbf verlängert werden. Zunächst wird die

vorhandene drei km lange Güterzugstrecke zwischen Mettmann-

Stadtwald und Dornap-Hahnenfurth ausgebaut. In einem weiteren

Bauabschnitt wird eine ca. 1 ,8 km lange Neubaustrecke von

Dornap-Hahnenfurth nach Dornap an der S-Bahn-Strecke Essen –

Wuppertal (S9) hergestellt. Im Sommer 201 4 wurden von der

Regiobahn mehrere Planungs- und Bauleistungen europaweit

ausgeschrieben.

Der Personenzugverkehr von Mettman über Dornap-Hahnenfurth

nach Wuppertal-Wichlinghausen („Wuppertaler Nordbahn“) wurde

von der DB bereits 1 991 stillgelegt. Danach erfolgte der Rückbau

des zweiten Streckengleises zwischen Mettmann und Dornap-

Hahnenfurth.

RW

Zum Fahrplanwechsel stellt die DB ihre ersten Pendolino-Triebwagen der

Baureihe 610 ab. Findet das Ihre Zustimmung?

Ja, eine Einsatzdauer von 22 Jahren reicht heute aus

Nein, die Fahrzeuge sind in mancherlei Hinsicht besser als ihre Nachfolger

Ich kenne die Züge nicht und kann dazu nichts sagen

LOK-MAGAZIN INTERNET-UMFRAGE

Abstimmen und Ergebnisse unter: www.eisenbahnwelt.de

Umfrage aus LM 10: Wir fragten nach Ihrer Meinung zu einem weiteren IRE-

Zugpaar zwischen Berlin und Hamburg. 34 % unserer Leser halten preiswerte

Fernzüge für eine Alternative zum Fernbus, 20 % sehen die Züge als eine Konkur -

renz im eigenen Hause und 46 % wünschen sich eine Ausweitung des Angebots.

LOKMagazin 11 | 2014

GeraMond Verlag GmbH, Infanteriestraße 11a, 80797 München

Diese hochwer tigen Acryl-

Sammel kassetten helfen Ihnen,

Ihre LOK MAGAZIN-Ausgaben

zu ordnen. In jede Kassette

passt ein kompletter Jahrgang.

1 Acryl-Kassette

€ 18,95

Best.-Nr. 75004

15% gespart bei 5 Acryl-Kassetten

€ 79,95

Best.-Nr. 75005

Jetzt bestellen unter:

www.lokmagazin.de oder

11

Telefon 0180-532 16 17

(14 Cent/Minute von 8-18 Uhr)


AKTUELL

Zum Fahrplanwechsel endet der Einsatz der Baureihe 181 an der Mosel (siehe rechts). Am 8. September

war noch 181 204 im Abendlicht auf der Konzer Moselbrücke mit dem IC 132 unterwegs

P. Kaufmann

DB | NEWS

Neue „Bahnland-Bayern“-Werbelok

Vier Jahre lang zog sie auf vielen

Strecken und Bahnhöfen neugierige

Blicke auf sich: Maxl, die weiß-blaue

111 mit dem Bahnland-Bayern-Logo.

Nun ist ihre Beklebung etwas in die

Jahre gekommen. Ihre Nachfolgerin ist

146 246, die am 17. September im

Nürnberger Hauptbahnhof von Bayerns

Innen- und Verkehrsminister Joachim

Herrmann, Johann Niggl, Geschäfts -

führer der Bayerischen Eisenbahn -

gesellschaft (BEG) sowie Hansrüdiger

Fritz, Vorsitzender der Regionalleitung

DB Regio Bayern, vorgestellt wurde. Die

7.000 kW starke 146 wird ab sofort in

modernem Design das Bahnland

Bayern repräsentieren.

LM

BAUREIHEN 103/220

Treffen der Bundesbahn-Ikonen

Anlässlich der Veranstaltung „Rhein in Flammen“ am 1 3. September

war Oberwesel erneut Ziel diverser Sonderfahrten. Neben der

Dampflok 58 31 1 und der als Dampfersatz eingesetzten 221 1 45 der

Prignitzer Eisenbahn besuchte auch die 220 033 der Hammer Eisenbahnfreunde

die Stadt am Rhein. Dort kam es dann zum Zusammentreffen

mit der 1 03 235, welche im Wechsel mit ihrer Schwester

1 03 1 1 3 täglich für die Beförderung des Zugpaares IC 1 1 8/1 1 9 zuständig

ist. Während sich die 220 bester Gesundheit erfreut, läuft für die

1 03 235 am 1 5. Januar 201 5 die Untersuchungsfrist ab. Eine erneute

Aufarbeitung ist nach derzeitigem Kenntnisstand nicht vorgesehen.

Im Übrigen ist die Kombination von EDV-Nummer und erhabenem

Deutsche Bundesbahn-Schriftzug bei der 220 033 authentisch, da

dieser bei dieser Lok erst nach der Umzeichnung anfang der Siebziger

Jahre entfernt wurde.

FH

Am 13. September kam es in Oberwesel zu einem Treffen zwischen der 103 235 mit ihrem IC 118 und der

220 033 der Hammer Eisenbahnfreunde mit ihrem Sonderzug zu „Rhein in Flammen“ Dr. F. Halter

12


DEUTSCHE BAHN

BAUREIHEN | TICKER

Baureihen 181

Die Baureihe 181 wird zum kommenden

Fahrplanwechsel nach vielen Jahrzehnten von der

Moselstrecke verschwinden. Die angestammten IC-

Leistungen nach Luxemburg werden gestrichen bzw.

durch RE-Leistungen ersetzt.

PK

Werden sie noch einmal gebraucht? Abgestellte 420 in

Rüsselsheim-Opelwerk

H. Scheiba

S-BAHN FRANKFURT

420-Abstellungen

Im Rahmen der Ablösung der 420 durch die Baureihe

430 im S-Bahn-Betrieb des Rhein-Main-Gebiets werden

die „heiligen ET“ vermehrt abgestellt. Als Abstellplatz

für fünf Züge ist ein Gleis im Bahnhof Rüsselsheim-

Opelwerk reserviert. Am 24.August waren dort u.a.

420 267, 295, 31 1 , 378 und 430 anzutreffen. Gleich -

zeitig kehrten einige überzählige 420 in ihre alten

Einsatzgebiete in München und Rhein-Ruhr zurück

(vgl. LM 9/201 4).

HS

BAUREIHE 620/622

Problematische Einsätze

Für Verspätungen sorgen die neuen Triebwagen auf der

Aggertalstrecke (KBS 459). Das sehr langsame

Ausfahren der Trittstufen führt regelmäßig zu

überlangen Aufenthalten auf den Bahnhöfen. Eine

neue Software soll hier für Besserung sorgen. AW

Baureihen 612

Nach rund 13 Jahren im Einsatz werden die 612-

Dieseltriebwagen einer „Auffrischungs-Kur“

unterzogen. Im Rahmen eines Werkstattaufenthaltes

werden alle 52 Fahrzeuge aus Hof und 30 Fahrzeuge

von Kempten bis November 2015 modernisiert.

Während eines einwöchigen Werkstattaufenthaltes

in Hof werden die Fahrzeuge sowohl im Innen- als

auch im Außenbereich überarbeitet. Alle Fahrzeuge

erhalten eine intensive Grundreinigung. Die

Außenhaut wird mit einem speziellen Schutzlack

beschichtet. Im 1.-Klasse-Bereich werden alle Sitze

durch Ledersitze mit Kopfpolster ausgetauscht.

Zusätzlich wird je Doppelsitz eine Steckdose

eingebaut. Im Bereich der 2.Klasse gibt es künftig

Kopfstützen aus Kunstleder. Alle Stoffsitze erhalten

eine grundlegende Reinigung und bei Bedarf werden

die Armlehnen ausgetauscht. Die Investitionen für

die Maßnahmen, die von DB Regio Nordostbayern

finanziert werden, betragen rund 70.000 Euro pro

Fahrzeug.

LM

Baureihe 628

Ein Traktor ist am 5. September auf einem Bahn -

übergang zwischen Barendorf und Vastorf (Landkreis

Lüneburg) mit einem Triebwagen der Baureihe 628

zusammengestoßen. Beim Aufprall wurde der

Trecker in zwei Teile gelegt. Nennenswerte Verlet -

zun gen gab es aber bei keinem der Beteiligten. AWA

BAUREIHEN-NEWS

Baureihe 245

Im September ist die Baureihe 245 zu Schulungszwecken in

der dritten Heimatdienststelle für die innovative Diesellok

angekommen. Hier steht die Kemptner 245 005 im alten Bw

Frankfurt (Aufnahme: LM). In Kempten gilt ein neuer Umlauf -

plan, der (Mo-Fr) folgende Leistungen enthält: Immenstadt –

57634 – Ulm – 57645 – Kempten – 3165 – München – 3166 –

Kempten – 57648 – Ulm – 57659 – Kempten

VT/SE

LOKMagazin 11 | 2014

Baureihe 612

Am 15. September war der erste Tag im Planverkehr des in

den Landesfarben Baden-Württembergs bzw. des Drei-

Löwen-Taktes lackierten 612 112. Mit einem IRE von Stuttgart

nach Tübingen wurde er bei Altbach von L. Köder abgelichtet.

Bis zum 14. September war dies eine 611er-Leistung. Nun -

mehr wurden diese IRE wie viele andere Leistungen in

Baden-Württemberg auf 612er umgestellt.

LK

13


AKTUELL

Die neuen ATR 220-Triebzüge von Trenitalia werden beim polnischen Hersteller PESA gebaut und mit deutscher

Antriebstechnik von Voith und MAN ausgerüstet

Voith

PESA/VOITH

Neue Triebzüge für Italien

Trenitalia hat beim polnischen Hersteller PESA 40 Triebwagen des

Typs ATR 220 mit Dieselantrieb bestellt. Die vorläufige Inbetrieb -

nahme der ersten dreiteiligen Züge, die durch zwei Voith-RailPacks

angetrieben werden, wurde mittlerweile erfolgreich abgeschlossen.

Die Motoren wurden dafür überarbeitet und speziell für diese An -

wendung der Abgasbestimmung Stufe IIIB angepasst. Neben den

RailPacks mit T 21 1 -Getrieben und Voith/MAN-Motoren umfasst

die Lieferung für dieses Projekt auch Radsatzgetriebe sowie Gelenk -

wellen und Scharfenberg-Kupplungen. Der Triebzug ist inzwischen

für den Zulassungsprozess ins Bestimmungsland überführt

worden und soll Ende 201 4 offiziell in Betrieb genommen werden.

Deutsch-polnische Kooperation

Der integrierte 6-Zylinder Voith/MAN-Motor erfüllt alle bahn -

spezifischen Normen. Für herausragende Energieeffizienz bei

niedrigem Kraftstoffverbrauch sowie Einhaltung der Abgaswerte ist

der Motor mit einem Abgas-Nachbehandlungssystem nach dem

SCR-Verfahren (selective catalytic reduction) ausgerüstet. Dabei

werden die im Abgas befindlichen Stickoxide durch die Ein -

spritzung einer Harnstoff-Wasser-Lösung in das Abgassystem

durch den Entzug von Sauerstoff gezielt (selektiv) reduziert.

Derartige Systeme werden auch im Lkw-Bereich angewendet. Der

Vorteil des Systems ist, dass es in Großserienanwendungen

erfolgreich getestet wurde und dass es speziell auf Bahnanwendungen

abgestimmt ist. Ein technisches Highlight ist der Motorstart

mit Hilfe von Doppelschichtkondensatoren. Diese ersetzen die

Starterbatterie. Die Vorteile dieser Kondensatoren liegen auf der

Hand: deutlich geringeres Gewicht, höhere Lebensdauer und vor

allem ein hervorragendes Kaltstartverhalten.

LM

INDUSTRIE | NEWS

Vossloh: UKLIGHT für England

Die spanische Vossloh-Dependance hat

vom englischen Bahnbetreiber Direct

Rail Services (DRS) einen Auftrag über

die Lieferung von zehn weiteren Die -

selloks der UKLIGHT-Baureihe erhalten,

wodurch die DRS-Flotte auf 25 Exem -

pla re dieser Baureihe (Foto: Vossloh)

anwachsen wird. Die zugkräftigen und

100 mph (161 km/h) schnellen Loks

weisen einen diesel-elektrischen

Antrieb auf. Die Achslast beträgt 20,5

Tonnen, der befahrbare Mindestradius

liegt bei beachtlichen 80 Metern, so

dass auch enge Anschlussgleise

befahren werden können.

LM

Siemens: Züge für die USA

Für das Projekt „All Aboard Florida“

liefert Siemens zunächst fünf

Zuggarnituren, bestehend aus zwei

dieselelektrischen Lokomotiven und

vier Reisezugwagen. Die geplante

Höchst geschwindigkeit beträgt

125 mph (201 km/h). LM

14


Exklusiv und gratis nur

für Abonnenten –

die Fotoedition »Eisenbahn in den 50erund

60er-Jahren«

2015 erhalten Sie als Abonnent von LOK MAGAZIN mit jeder

Ausgabe ein Exemplar der Fotoedition »Eisenbahn in den 50erund

60er-Jahren«. Die Karten – zum Sammeln, zum

Aufhängen oder Verschicken – sind aus hochwertigem

Chromokarton, 12 x 17 cm groß und

erscheinen in limitierter Auflage.

Sie sind noch nicht Abonnent?

Dann bestellen Sie am besten heute noch Ihr Vorteilspaket unter

www.lokmagazin.de/abo Telefon 0180-532 16 17 *

Fax 0180-532 16 20 *

* (14 ct/min.)


AKTUELL

Die 103 222 der RailAdventure GmbH präsentierte sich zum Fototermin am 11. September 2014 im DB-

Werk Dessau äußerlich schon einmal so, wie sie nach Beendigung der Hauptuntersuchung für das Münchner

Unternehmen in den Einsatz gehen wird

U. Miethe

RAILADVENTURE

103 222: Keine graue Maus

Die Schnellfahrlok 103 222 gehört seit Mitte 2014 dem Unternehmen RailAdventure: Was macht diese

Firma und warum hat sie sich für die 280 km/h schnelle 103 entschieden?

Zwischen der Endmontage im

Herstellerwerk und der Betriebsaufnahme

eines Schienenfahrzeuges

liegen oftmals Monate

oder sogar Jahre. In diesem Zeitraum

müssen zahlreiche Testfahrten

für die Erlangung der

Zulassung sowie zur Herstellung

eines stabilen technischen

Zustandes abgewickelt werden.

Dazu kommen Überführungsfahrten.

Oftmals legen gerade

die Prototypen einer jeden Serie

hier sechsstellige Kilometerleistungen

im vertraglichen Verantwortungsbereich

des Herstellers

zurück. Die in München ansässige

RailAdventure GmbH hat

sich auf die Abwicklung von diesen

speziellen Fahrten und die

Erlangung deren Genehmigungen

spezialisiert und kann somit

als Interim-Betreiber bezeichnet

werden.

16

Das Unternehmen hält dafür

speziell ausgebildetes Personal

und auch Equipment vor. So stehen

neben erfahrenen und

mehrsprachigen Lokführern und

Versuchsleitern auch eigens entwickelte

Kupplungsadapterwagen

zur Verfügung. Testfahrten

von Fahrzeugen finden teilweise

in Selbstfahrt oder im geschleppten

Zustand statt, so dass auch

Zuglokomotiven vorgehalten

werden müssen.

Die Zukunft der 103 222

Mit dem Kauf der 1 03 hat Rail-

Adventure nun eine weitere Lokomotive

im Bestand. Abweichend

von den Serienloks ist die

erworbene 1 03 222 mit Schnellfahrdrehgestellen

ausgerüstet

und im Rahmen von Testfahrten

bis zu einer Geschwindigkeit von

280 km/h zugelassen. Auch dieser

Umstand war für den Kauf

wesentlich, da so auch Testfahrten

im hohen Geschwindigkeitsbereich

abgewickelt werden können.

Die Lok wird derzeit im

Werk Dessau einer umfangreichen

Revision unterzogen. Zudem

erhält die Lok kleine Modernisierungen,

wie bei spielsweise

den Einbau von LED-Scheinwerfern

zur Erhöhung der Sicherheit.

Eine Fertigstellung und der

Einsatzbeginn ist für Anfang

201 5 vorgesehen.

Neben dem Einsatz vor Überführungs-

und Testfahrten soll

die Lokomotive auch den Salonwagen

Luxon ziehen. Der ehemalige

TEE-Aussichtswagen

wurde vor einiger Zeit erworben

und erhält derzeit eine umfangreiche

Modernisierung, bevor

damit hochwertige Sonderfahrten

angeboten werden. LM


PRIVATBAHNEN

PRIVATBAHNEN | NEWS

Zwischen Guttenheim und Hugstetten überquert die von Gmeinder

gebaute V 102 der SWEG am 8. September mit der Rückleistung von

Breisach nach Freiburg die Dreisam

A. Wilkens

SWEG

Güterverkehr am Kaiserstuhl

Mehrmals wöchentlich wird der Bahnhof Breisach nahe der Grenze

zu Frankreich von einem Güterzugpaar angefahren. Montags,

mittwochs und freitags sowie bei Bedarf auch donnerstags macht

sich der Zug auf den Weg von Freiburg (Breisgau) Gbf nach

Breisach quer durch den Kaiserstuhl über die Nebenstrecken via

Gottenheim und Endingen. Die Zuglok wird dabei von der

Südwestdeutschen Verkehrs-AG (SWEG) gestellt. Im Normalfall ist

es eine der beiden hellblau/orange lackierten Dieselloks V1 02 bzw.

V1 03 vom Typ Gmeinder D75BB. Sollten diese aber nicht

einsatzbereit sein, wurde in der Vergangenheit auch schon die

dunkelrote, 1 959 bei Gmeinder gebaute V70 der SWEG (siehe auch

S. 62/63) herangezogen. Nach der Bedienung der Anschlüsse in

Breisach fährt die Lok mit den übernommenen Wagen über die

gleiche Strecke zurück. Planmäßig liegt die Abfahrtszeit in Breisach

bei 1 1 :20 Uhr, jedoch kann der Zug auch deutlich früher fahren. Ab

Endingen gibt es jedoch nur eine Trasse, weshalb der Zug um kurz

nach zwölf die Weiterfahrt zurück nach Freiburg (Breisgau) Gbf

antritt.

AWA

Der erste Güterzug nach Freyung seit Einstellung des Militärverkehrs

vor mehr als 30 Jahren: Die V 65 der SVG am 11. September auf der

Ilzbrücke zwischen Fischhaus und Kalteneck

A. Bauer

LOKMagazin 11 | 2014

V 60-Ausbildung

Zu Ausbildungszwecken weilte im

September 261 680 im Bahnhof

Ennepetal-Altenvoerde. Seit 2014 ist

diese V 60 für das EVU Raphael

Hofmann Güterverkehr, St. Wendel

unterwegs. Zur Geschichte der Lok:

Als V 60 680 wurde sie 1959 von der

MaK an das Bw Hamm ausgeliefert,

wo sie bis 1989 eingesetzt wurde, um

anschließend nach Saarbrücken zu

wechseln. Mehrfach wechselte die

Betriebsnummer: Von V 60 680 über

261 680, 361 680, 365 680 letztend -

lich zu 363 680 (Foto: M. Henschel).

Der Bahnhof Altenvoerde ist der

Endpunkt der sogenannten Talbahn

Hagen-Haspe – Ennepetal-

Altenvoerde. Von Montag bis Freitag

bedient eine V90 von DB-Schenker

zwei mal täglich die zahlreichen

metallverarbeitenden Betriebe

entlang der Strecke. Von April bis

Oktober ist an jedem 1. Sonntag im

Monat der Schienenbus der

Ruhrtalbahn unterwegs. MH

Ilztal-Aktivitäten

Schon ab Ende September 2014 soll

zweimal wöchentlich ein Güterzug

von Passau nach Waldkirchen

gefahren werden, wo Holz verladen

werden soll. Vorrraussichtlich wird bei

diesen Zügen die altrote 216 224 der

IGE zum Einsatz kommen. Dies ist nun

möglich, nachdem 2013 die baufälli -

gen Brücken saniert und verstärkt

werden konnten. Hierbei wurde die

betriebsführende Rhein-Sieg -

Eisenbahn (RSE) von den ehrenamt -

lichen Ilztalbahnern unterstützt.

Bereits am 11. September wurde

durch die Stauden-Verkehrsgesellschaft

aus Augsburg (SVG), mit der

ehemaligen Tegernseebahn-V 65 ein

aus vier Wagen bestehender

Schotter zug von Vilshofen über

Passau nach Freyung gefahren. AB

17


AKTUELL

Am 13. August bot der Zementleerzug Berlin Greifswalder Straße – Deuna die Gelegenheit, gleich drei der

EGP-Holzroller an einem Zug zu beobachten: es führt in Berlin Witzleben die nach dem DR-Farbschema

lackierte 109 030 vor der grünen 142 272 und der 142 042 im blauen EGP-Unternehmensoutfit S. Schrader

PRIVATBAHNEN | TICKER

Vias: Triebwagen-Ausschreibung

Die Vias Odenwaldbahn GmbH hat im

Amtsblatt der Europäischen Union die

Beschaffung von Dieseltriebwagen für

den Regionalverkehr ausgeschrieben.

Es geht um neun bis zwölf Einheiten

mit unterschiedlichen Anforderungen

an die Sitzplatzanzahl. Die Auslieferung

ist vom 31. Mai 2015 bis 31. Oktober

2017 vorgesehen. Die Auftraggeber

behalten sich die (teilweise) Aufhebung

der Ausschreibung vor, wenn kein

Zuschlag erteilt wird.

LM

Schallmessungen im Münstertal

Seit der Elektrifizierung der Strecke Bad

Krozingen – Kandern gab es verstärkt

Beschwerden wegen der lauten Züge.

Vom 16. bis zum 18. September fanden

auf der Nebenbahn Schallmessfahrten

mit den dort eingesetzten Diesel- und

Elektrotriebwagen statt.

LM

EISENBAHNGESELLSCHAFT POTSDAM

Bunte Holzroller-Vielfalt

Die EGP verfügt aktuell über den größten und farblich abwechs -

lungsreichsten Fuhrpark an Elloks der Baureihen 1 09 und 1 42, die

als Holzroller bekannt sind. Neben diversen 1 42ern, die aus dem

Bestand der DP (Deutsche Privatbahn) stammen, ist heute leider

nur noch die ehemalige FERROPOLIS-Lok 1 09 030 (ex E 1 1 030;

LEW 9941 /1 963) bei der EGP aktiv, während ihre Schwester lok 1 09

028 nicht betriebsfähig in Wittenberge abgestellt ist. SSB

Mit zwei GTW im Schlepp überquerte die 221 106 der EGP am 9. Au -

gust die Ruhrbrücke bei Duisburg-Kaiserberg

T. Feldmann

EGP überführt Triebwagen

In den vergangenen Monaten über -

führte die EGP für Arriva Niederlande

zahlreiche zweiteilige GTW 2/6 und

dreiteilige GTW 2/8 von Leer zur Mo -

dernisierung nach Talbot in Aachen. So

brachte am 9.August 221 106 als 89644

zwei Triebwagen über Münster, Ober -

hausen und Düren nach Aachen. TF

18


NEU!

PRIVATBAHNEN

LOK MAGAZIN

Kiosk-App

jetzt testen!

Der nagelneue 622 413 von vlexx passierte am 28. August auf seiner

Fahrt nach Brandenburg in Premnitz die unter Denkmalschutz

stehende Steinbogenbrücke von 1918

B. Schulz

ODEG/VLEXX

LINT-Triebzüge werden eingefahren

Wie bereits in LM 1 0 angekündigt, setzt die ODEG (Ostdeutsche

Eisenbahn) bis November 201 4 auf der Regionalbahn Linie RB51

Dieseltriebwagen vom Typ Coradia LINT 54 (2-teilig, 54 Meter

Länge) und LINT 81 (3-teilig, 81 Meter Länge) ein. Die 30 fabrik -

neuen Fahrzeuge (Hersteller ALSTOM) des ODEG-Schwesterunternehmens

vlexx, ein Unternehmen der NETINERA Deutschland,

werden in Brandenburg eingesetzt, damit diese zum Fahrplanwechsel

im Dezember bestens „eingefahren“ sind und den Betrieb im

Dieselnetz Südwest im Raum Mainz aufnehmen können. BS

CARGO LOGISTIK RAIL

228 im Güterzugdienst

Mit 228 321 verfügt Cargo Logistik Rail Service (CLR) über eine

attraktiv gestaltete V 1 80. Der Sechsachser wurde 1 968 von LKM

gebaut und trug bei der Reichsbahn die Nummer 228 721 . 1 994

wurde die Lok bei der Deutschen Bahn ausgemustert und an Uwe

Adam verkauft, der sie als „Adam 8“ einsetzt. Nach dem Verkauf an

CLR erhielt die Lok im Jahre 201 2 bei MaLoWa in Klostermansfeldeine

Hauptuntersuchung.

LM

Am 28. August durchfuhr 228 321 mit einem Kesselwagenzug von

gera nach Bitterfeld den Bahnhof Heynsburg bei Zeitz

U. Möckel

Einfach kostenlos downloaden

und Vorteile genießen:

In der aktuellen Ausgabe

kostenlos probelesen

Jede Ausgabe LOK MAGAZIN zum

günstigen ePaper-Vorzugspreis

Alle Ausgaben ab Juli 2010

verfügbar


Volltextsuche innerhalb der

Ausgabe

App für Tablet und Smartphone

Jetzt testen!

LOKMagazin 11 | 2014

19

www.lok-magazin.de/epaper


AKTUELL

Mit einem Zug aus alten, vierachsigen Reisezugwagen niederländischer Herkunft passierte die von der

DR stammende, ölgefeuerte 50 0073 am 6. September einen Bahnübergang bei Beekbergen M. Behrla (2)

VSM

Fest in deutscher Hand

Als sich in den Niederlanden in den 1970er-Jahren eine Museumsbahnszene bildete, waren heimische

Dampfloks schon kaum mehr vorhanden. So verwundert es nicht, dass die dortigen Eisenbahnfreunde

zunächst einmal DB-Loks kauften. Nach der Wiedervereinigung kamen viele DR-Loks hinzu

Auch in diesem Jahr veranstaltete

die „Veluwsche Stoomtrein

Maatschappij“ am ersten September-Wochenende

ein Dampfspektakel

auf ihrer Museumsstrecke

zwischen Apeldoorn-

Beekbergen und Dieren.

Unter dem Motto „terug naar

toen“, das bedeutet „zurück nach

damals“, wurden neun Regelspurdampfloks

am 7. und 8. September

mit Personen und Güterzügen

auf die Strecke geschickt.

Stargast in diesem Jahr war die

65 01 8 von der SSN aus Rotterdam,

letztes existierendes Exemplar

dieser Baureihe. Die Lok

kam unter anderem mit einem

sehenswerten Fotogüterzug zum

Einsatz.

Neben dieser Maschine verkehrten

u.a. auch die beiden vereinseigenen

23 071 und 23 076 sowie

die 64 41 5 als Vertreter ehemaliger

DB-Lokomotiven vor Sonderzügen.

Des Weiteren unter

Dampf standen 50 307, 50 0073,

50 3654, 52 3879 sowie 52 8053 –

alles Lokomotiven mit DR-Vergangenheit.

Im nächsten Jahr begeht der Verein

sein 40. Jubiläum und die Eisenbahnfans

in den Niederlanden

sowie den angrenzenden

Nachbarländern können sich auf

eine weitere große Veranstaltung

mit vielen unter Dampf stehenden

Loks bei der sehenswerten

Museumsbahn freuen. MB

Die Gastlok 65 018 durfte am 6. September diesen Fotogüterzug

ziehen, hier aufgenommen bei Eerbek

20


MUSEUM

TERMINE

Ein stilvoller Dampflok-Ersatz: Die V 36 005 des DEV, hier aufgenommen

mit historischen Güterwagen in Harpstedt J. Böttcher (2)

DELMENHORST-HARPSTEDTER EISENBAHNFREUNDE

Diesel statt Dampf bis Saisonende

Der im Naturpark Wildeshauser Geest gelegene Museumsbahnverein

Delmenhorst-Harpstedter Eisenbahnfreunde (DHEF), in der Region

Bremen besser unter dem Namen „Jan Harpstedt“ bekannt,

führt seit Anfang 201 4 Reparaturen am Fahrwerk seiner Krupp-Zechendampflok

vom Typ Hannibal durch. Die bei den DHEF als „2“

geführte Lok wurde 1 955 gebaut, fand aber erst 1 961 in der Zeche Rosenblumendell

in Mühlheim einen Käufer. Nach mehreren Besitzerwechseln

konnten die DHEF die Lok im Jahre 1 999 kaufen.

Ein Teil der Aufarbeitung wurde von den DHEF in Eigenregie durchgeführt,

weitere Arbeiten wurden an die Eisenbahnwerkstätten Krefeld

vergeben. Bedingt durch Terminengpässe war eine kurzfristige

Aufarbeitung einiger Bauteile nicht möglich, so dass für die Museumsbahnsaison

201 4 auf den WUMAG-Triebwagen 1 21 bzw. eine

Leihlokomotive der Bauart Köf III der Delmenhorst-Harpstedter-Eisenbahn

(DHE) zurückgegriffen werden musste.

Um sich beim 825-Jahr-Fest der Anliegergemeinde Dünsen mit einer

historischen Maschine beteiligen zu können, wurde am 31 . August

201 4 die V 36 005 des Deutschen Eisenbahn-Vereins (DEV)

nach Harpstedt überführt. Bis zum Ende der Saison bespannte die

1 944 gebaute Maschine die Musemszüge zwischen Harpstedt und

Delmenhorst.

JB

Im Jahre 2014 stand die Lok 2 der DHEF nicht unter Dampf, im

kommenden Jahr soll sie wieder die Museumszüge ziehen

02.11.2014

Offenes Museum

Das Eisenbahnmuseum Kötzschau an

der Bahnstrecke Leipzig - Großkorbetha

öffnet seine Türen. Info:

www.eisenbahnfreundekoetzschau.com

02.11.2014

Hessencourrier unterwegs

Dampfzug von Kassel nach Naumburg

und zurück.

Info: www.hessencourrier.de

07.-09.11.2014

Schienenkreuzfahrt

Drei-Tages-Fahrt durch den Norden –

moderne Schiffe und alte Eisenbahn.

Sonderzug von Berlin-Schöneweide

über Uelzen und Bremen nach

Papenburg zur Meyer-Werft,

Besichtigungsprogramm. Info:

www.berlin-macht-dampf.com

08.11.2014

Dampflok-Sonderfahrt

Sonderzug zum 12. Pulsnitzer

Pfefferkuchenmarkt ab Berlin.

Info: www.dampflokgemeinschaftbrandenburg.de

14.11.2014

Nachts im Museum

Zeitreise durch das DB Museum

Nürnberg, am gleichen Tag auch

Workshop für Blinde und

Sehbehinderte nach Anmeldung.

Info: www.db-museum.de

23.11.2014

Schienenbus-Sonderfahrt

Mit dem „roten Flitzer“ von Stuttgart

nach Schwäbisch Hall und zum

vorweihnachtlichen Markt in

Wackershofen. Info:

www.foerderverein-schienenbus.de

23.11.2014

Entstehung des ICE

Vortrag im DB Museum Nürnberg. Info:

www.db-museum.de

29.11.2014

Mit dem Schienenbus unterwegs

Der „rote Flitzer“ fährt von Stuttgart zu

den Weihnachtsmärkten in

Ludwigsburg und Esslingen. Info:

www.foerderverein.schienenbus.de

29.11.2014

Nikolaus-Dampfzug

Sonderzug durch den Rangierbahnhof

Nürnberg zu den Weihnachtsmärkten.

Info: www.fme-ev.de

29.11.2014

Dampfzug nach Zeitz und Gaschwitz

Sonderfahrt ab Leipzig.

Info: www.dampfbahnmuseum.de

30.11.2014

Weihnachtsmarkt in Goslar

Sonderfahrt ab Stadthagen: Info:

www.dampfeisenbahnweserbergland.de

LOKMagazin 11 | 2014

21


AKTUELL

MUSEUM | NEWS

Sauschwänzlebahn ausgezeichnet

Die auch als Wutachtalbahn bekannte

Sauschwänzlebahn (Lauchringen -

Hintschingen) in Baden-Württemberg

darf sich seit Kurzem als „Historisches

Wahrzeichen der Ingenieurbaukunst in

Deutschland“ nennen. Der Titel wurde

ihr am 8. September von der Bundes -

ingenieurkammer gemeinsam mit der

Ingenieurkammer Baden-Württemberg

und Baden-Württembergs Verkehrs -

minister Winfried Hermann in

Blumberg verliehen. Der Präsident der

Bundes ingenieurkammer, Hans-Ullrich

Kammeyer, begründet die Auszeich -

nung der Strecke damit, dass „sie

exemplarisch für die herausragenden

Ingenieurleistungen im Eisenbahnbau

am Ende des 19. Jahrhunderts steht.

Die Streckenführung und die dafür

errichteten Bauwerke bilden ein in

Europa einmaliges Ensemble“. Die

Strecke wurde zu rein militärischen

Zwecken nach dem Deutsch-Fran -

zösischen Krieg innerhalb drei Jahren

gebaut und 1890 eröffnet. Um steile

Anstiege im Wutachtal zu vermeiden,

wurde die eingleisige Strecke durch

zahlreiche Bögen und Kehrschleifen

von zehn Kilometer Luftlinie auf 25

Kilometer verlängert. Sie führt über

fünf Brücken und Viadukte und durch

den einzigen Kreiskehr-Tunnel

außerhalb der Alpen. Seit 1977 wird

die Teilstrecke von Blumberg- Zollhaus

nach Weizen als Museumsbahn

betrieben, seit diesem Jahr von der

Stadt Blumberg. Auf dem nördlichen

und südlichen Abschnitt findet noch

Schienenpersonennahverkehr statt.

Am 13. September war 220 033 bei Kamen Werver-Heide auf dem

Weg nach Oberwesel zur Veranstaltung „Rhein in Flammen“ M. Behrla

RHEIN IN FLAMMEN

Sonderzüge mit V 200

Am 1 3. September machten sich zwei dieselbespannte Sonderzüge

auf den Weg zum „Rhein in Flammen“ nach Oberwesel. Während

die Museumsbahn Hamm die 220 033 auf die Reise schickte und

über Unna, Wuppertal und Köln zum Ziel fuhr, musste die 221 1 45

die schadhafte vereinseigene Oberhausener V200 1 1 6 auf der Reise

von Arnberg durchs Ruhrgebiet an den Rhein vertreten. MB

DÖLLNITZBAHN

130 Jahre Schmalspur in Mügeln

Das 1 30-jährige Jubiläum der Schmalspurbahn in Mügeln wurde

gleichzeitig mit dem 20. Geburtstag der Döllnitzbahn GmbH am

zweiten Septemberwochenende 201 4 gefeiert. Am Festwochenende

waren die 99 451 1 der Preßnitztalbahn sowie einige Reisezugwagen

befreundeter Eisenbahngesellschaften zu Gast in Mügeln. Auch die

Döllnitzbahn-Loks 99 574 und 1 99 030 führten zahlreiche Züge

über die Strecke zwischen Oschatz, Mügeln und Glossen. NK

Hochbetrieb in Mügeln am 13. September mit der 99 1574 und

Gastlok 99 4511 der Preßnitztalbahn

N. Kunick

99 5901 in Nordhausen HSB

HSB: Brunch auf dem Brocken

Mit einem neuen Angebot hat die HSB

den Herbst begrüßt. Am 27. Sep -

tember verkehrte erstmals ein

Dampfzug von Nordhausen zum

„Herbstbrunch“ auf den Brocken.

Bespannt wurde er mit einer Mallet-

Lok der HSB.

LM

22


MUSEUM

Bei einer Fotozug-Veranstaltung präsentierte sich die 03 2155 mit einem klassischen DR-Eilzug,

bestehend aus Bghw-Wagen. Am 7. September passierte der Zug die Abzweigstelle Mückenheim im

Verlauf der Strecke Cottbus – Görlitz

H. Dahlhaus

SÄCHSISCHES EISENBAHNMUSEUM

Heizhausfest in Chemnitz

Vom 29. bis zum 31 . August wurde in Chemnitz-Hilbersdorf das 23.

Heizhausfest gefeiert. Neben den vereinseigenen Exponaten

wurden mit u.a. 03 21 55, 35 1 079, 52 8079, 52 81 31 , 52 81 54

attraktive Gastfahrzeuge präsentiert. Auch die Dieseltraktion war

mit sehenswerten Fahrzeugen reichhaltig vertreten. Für Fotografen

besonders attraktiv war die nächtliche Fotoparade an der

Großbekohlungsanlage.

UM

Zur blauen Stunde präsentierten sich am 29. August die 43 001 sowie

die 52 8154 an der Chemnitzer Großbekohlungsanlage U. Möckel

MUSEUM | TICKER

DB Museum: E 19 12 verbannt

Das Nürnberg DB Museum hat die

Schnellzuglok E 19 12 aus der

Ausstellungshalle ins nicht öffentlich

zugängliche Depot verbannt. Immer

wieder hatten sich Rechtsradikale vor

der mit Reichsadler und Hakenkreuz

verzierten Stirnfront der Lok

fotografieren lassen. Als jetzt ein

entsprechendes Foto im Internet

auftauchte, zog die Bahn die genannten

Konsequenzen. Schon seit vielen Jahren

steht die E 19 12 im Museum an der

Lessingstraße. Eine Weile waren

Hakenkreuz und Reichsadler ganz

verdeckt, dann wieder entschloss sich

die Museumsleitung, die Maschine

lieber authentisch und unverhüllt zu

zeigen.

LM

Döllnitzbahn: Verlängerung?

Im Juli stellten der Zweckverband

Döllnitztalbahn und die Döllnitztalbahn

GmbH ihre Pläne zum Wiederaufbau

der Bahn von Glossen nach Wermsdorf

vor. Das dort gelegene Schloss

Hubertusburg und die Schmalspurbahn

sollen sich so gegenseitig mehr

Besucher verschaffen. Bis 1967 führten

die Gleise noch über Wernsdorf bis

Neichen. Nach der Stilllegung und dem

Streckenabbau wurde das Planum aber

nicht entwidmet, so dass der Wieder -

aufbau der Strecke kein Neubau mit

kompliziertem Zulassungsverfahren,

sondern nur ein Herstellen des

einstigen Zustandes wäre. LM

LOKMagazin 11 | 2014

23


AKTUELL

Zu den Fahrzeugraritäten der Ybbstal-Museumsbahn zählt Einzelstück 2093.01

M. Inderst

YBBSTALBAHN

Bergstrecke in Gefahr

Seit dem 1. September 2014 fahren die Museumszüge auf der Ybbstal-Museumsbahn Kienberg-Gaming

– Göstling nur noch auf dem flachen Abschnitt Lunz am See – Göstling, da die Betriebsgenehmigung

für den Restabschnitt abgelaufen ist bzw. noch nicht neu erteilt wurde.

Im Jahr 1 990 wurde die Ybbstalbahn-Bergstrecke

nach langwierigen

Verhandlungen vom Verein

Österreichische Gesellschaft

für Lokalbahnen (ÖGLB) übernommen

und ein Museumsbetrieb

errichtet. Durchgeführt

wird er von der Betriebsgesellschaft

Niederösterreichischen

Lokalbahnen (NÖLB).

Depot in Kienberg-Gaming

Es etablierte sich in den darauffolgenden

Jahren ein engagierter

Verein, der nicht nur die Strecke

sanierte, sondern auch in Kienberg-Gaming

für den Museumsbetrieb

eine richtige Infrastruktur

aufbaute. Zudem gelang es

dem Verein wertvolle Einzelstücke

österreichischer Triebfahrzeuge

zu erwerben, die dort

in unregelmäßigen Abschnitten

24

auf der markanten Strecke mit

den beiden Trestle-Brücken zum

Einsatz kommen.

Genehmigung ausgelaufen

Der kommerzielle Betrieb von

Museumsbahnen wird juristisch

gesehen durch das jeweilige Veranstaltungsgesetz

geregelt und

mittels Bescheid erlaubt. Für die

Ausweitung des Betriebes auf

das neue Streckenstück von

Lunz am See nach Göstling an

der Ybbs wurde ein derartiger

Bescheid erlassen. Da am 1 . September

201 4 die Bewilligung für

die Bergstrecke auslief, wurde

eine Erneuerung bereits Anfang

März 201 4 beantragt. Es dauerte

aber knapp fünf Monate, bis seitens

der Behörde die erste Amtshandlung

vor Ort am 21 . August

201 4 anberaumt wurde. Dabei

forderten die Behörde und der

eisenbahntechnische Gutachter,

nachdem kurz zuvor auf der RhB

ein Personenzug infolge eines

Murenabganges entgleist war,

kurzfristig weitere Dokumentezum

Nachweis der Betriebssicherheit

ein, die in der kurzen,

noch verbleibenden Zeit schwer

zu erbringen waren. Gefordert

wurden ein geologisches Gutachten

und ein neues Brückengutachten,

da das bestehende und

bis 201 6 gültige nicht mehr akzeptiert

wurde. Das neue Gutachten

bescheinigt keinerlei Gefahren.

Eingeschränkter Betrieb

Die Folge dieser verzögerten

Amtshandlung ist die Einstellung

des Museumsbetriebes auf

der Bergstrecke mit erheblichen


ÖSTERREICH

Umsatzeinbußen, womit dem

Verein nicht nur die Grundlagen

für eine gut funktionierende Investitionsplanung

entzogen wurden.

Auch die wirtschaftlichen

Schäden in einer ohnehin strukturschwachen

ländlichen Randregion

Niederösterreichs sind

beachtlich.

Streckenabbau im Ybbstal

Schon die Einstellung der Ybbstalbahn

hat in der Region deutliche

Spuren hinterlassen. Mittlerweile

wurde die Strecke

bereits teilweise abgebaut, so der

Streckenabschnitt Gstadt – Ybbsitz

auf rund einem Kilometer

im Bereich der Bahnübergänge.

Auch die Teilstücke und Göstling

– Hollenstein sowie Hollenstein

– Gstadt wurden bereits abgetragen.

Geblieben ist nur der Restbetrieb

auf dem kurzen Teilstück

von Waidhofen bis Gstadt unter

dem Namen „Citybahn“.

Niedergang der Schmalspur

Das Ende vieler Schmalspurbahnen

in den letzten rund 30 Jahren

wurde „scheibchenweise“

durch die ÖBB eingeläutet, angefangen

mit der Bregenzerwaldbahn

und der Steyrtalbahn in

den 1 980er-Jahren. Dieser Trend

fand seine Fortsetzung im Waldviertel

auf dem Nordast (Gmünd

– Litschau) sowie auf der

Bergstrecke der Ybbstalbahn

zwischen Lunz am See und Kienberg-Gaming

zum 28. Mai 1 988,

die an den Museumsverein überging.

Infolge der Übergabe der

Reststrecke der Ybbstalbahn an

die NÖVOG konnten die Museumsbahner

den Streckenabschnitt

von Lunz am See bis

Göstling an der Ybbs im Sommer

201 3 übernehmen und seither

betreiben. Weitere Stilllegungen

betrafen in Etappen mehrere

Abschnitte auf der Krumpe (u. a.

Gresten – Wieselburg an der Erlauf

mit Umspurung auf Normalspur,

dessen Schmalspur -

oberbau ins Ybbstal kam),

Gußwerk – Mariazell und Jahre

später auch der Südast der Waldviertler

Schmalspurbahnen. MI

LOKMagazin 11 | 2014

Seit Sommer 2014 ist der VTz 22 der Schafbergbahn wieder in Betrieb,

hier auf der Schiebebühne in St. Wolfgang

A. Thompson

SCHAFBERGBAHN

Zahnrad-Triebwagen fährt wieder

Seit genau 50 Jahren und der Inbetriebnahme von zwei SGP-

Triebwagen im Sommer 1 964 verkehren am Schafberg Dieselfahr -

zeuge. Von den ÖBB wurden VT als Baureihe 5099 bezeichnet, die

Salzkammergutbahn (SKGB) als Nachfolgebetreiberin hat sie als

VTz 21 und 22 klassifiziert. 201 2 musste jedoch VTz 21 mit einem

schweren Motorschaden abgestellt werden. 201 3 traten die gleichen

Probleme auch beim Schwesterfahrzeug auf. Da die Dieseltraktion

zu Spitzenzeiten als Ergänzung zum Dampfbetrieb weiterhin

unverzichtbar ist und Triebwagen bereits den Status als historische

Fahrzeuge erreicht haben, wurde mit viel Aufwand und der Hilfe

eines Experten aus der ÖBB-Werkstätte St. Pölten der Dieselmotor

des VTz 22 ein vermutlich letztes Mal instandgesetzt.

AT

REIHE 1020

Museumslok im Plandienst

Die betriebsfähige 1 020.44, ehemals E 94, 1 36, des EVU Railprofi

kommt nicht nur im Sonderzugdienst, sondern bei Bedarf auch im

Güterzugdienst zum Einsatz. So diente sie am 28. August 201 4 der

761 004 von Metrans mit dem RPA-Containerzug 931 55 von Gun -

tramsdorf-Kaiserau nach Wien Zvbf. bis Krems als Vorspann. HL

Die 70 Jahre alte 1020.44 als Vorspann vor der 761 004 aus dem Jahre

2012 in Rohrendorf unweit Krems H. Luttenberger

25


AKTUELL

ÖSTERREICH | NEWS

2095.013 bei Wälderbähnle

Der Museumsverein „Wälderbähnle“

betreibt nach der Einstellung der

Schmalspurstrecke Bregenz – Bezau

auf einem Reststück der ehemaligen

Bregenzerwaldbahn einen nostalgisch

interessanten Touristenverkehr. Dem

Verein stehen dazu sowohl Dampfloks

(U.25 Bezau, Uh.102) als auch

Diesellokomotiven (2091.08, „Hilde“

und „Margreth“) zur Verfügung. Zur

Ergänzung des Fuhrparkes konnte der

Verein im Sommer 2014 die 2095.013

von der NÖVOG übernehmen. Die Lok

wurde Ende August mittels Tieflader

nach Bezau verbracht und wird dort

voraussichtlich als Denkmallok eine

weitere Verwendung finden

(Aufnahme M. Inderst). Nach wie vor

verfolgt der Verein das Ziel, zur

Ergänzung der Sammlung eine

betriebsfähige 2095 zu erwerben. MI

1161.17 optisch aufgefrischt

Die Reihe 1161 war in Bischofshofen

jahrzehntelang als Verschublokomotive

im Einsatz. Nach dem Ausscheiden

dieser Reihe wurde bei dem nördli -

chen Ortsgebiet von Bischofshofen die

1161.017 als tannengrüne Denkmallok

aufgestellt. Da sich der Zustand durch

den ständigen Witterungseinfluss

verschlechterte, erfolgte im Auftrag

der Gemeinde Bischofshofen eine

äußerliche Sanierung der Lokomotive.

Die Lokomotive erstrahlt nunmehr in

blutoranger Farbgebung mit elfen -

beinfarbigen Zierlinien.

MI

Am 17.August 2014 bespannte die 1116.153 den Kurswagen-Zug

REX 3427 Stainach-Irdning – Attnag-Puchheim bei Lessern E. Sassmann

ÖBB

Kurswagen ins Salzkammergut

Zu den Urlaubs- und Touristenzentren Bad Ischl und Bad Aussee

im Salzkammergut bestanden früher von Wien, Linz und

Passau/Ried aus günstige Zugverbindungen mit Kurswagen. In den

60er- und 70er-Jahren wurden diese Kurswagenumläufe nach und

nach eingestellt, sodass zuletzt nur mehr der tägliche Übergang von

vier bis sechs Kurswagen, gereiht am Zugschluss der zwischen

Wien und Salzburg verkehrenden IC 862/829 bestand. In der lau -

fenden Fahrplanperiode 201 4 existiert jetzt nur mehr an Sams ta -

gen, Sonn- und Feiertagen diese Verbindung beim IC 546/829. ES

ÖBB

125 Jahre Kamptalbahn

Der 30. August 201 4 stand ganz im Zeichen des 1 25. Geburtstages

der Kamptalbahn. Die ÖBB Personenverkehr AG führte mit der

ÖBB Erlebnisbahn einen Jubiläumssonderzug mit 52.1 00 von

Wien-Heiligenstadt über Hadersdorf am Kamp durch das Kamp tal

bis Sigmundsherberg. Ein zweiter Sonderzug wurde von der 33.1 32

von Brenner&Brenner gefahren. Der planmäßige Perso nenverkehr

wird mit Reihe 5047 abgewickelt. Nur noch bei Bedarf findet

Güterverkehr zwischen Sigmundsherberg und Horn statt. PGL

Mit einem Geburtstags-Sonderzug war 52.100 am 30. August

zwischen Stiefern und Altenhof im Kamptal unterwegs P.-G. Liebhart

Eröffnung Wien Hauptbahnhof

Ein Großprojekt steht vor seiner Voll -

endung, und zwar der neue Haupt -

bahnhof Wien auf dem früheren Areal

von Süd- und Ostbahnhof. Der

Bahnhof mit fünf durchgehenden

Bahnsteigen und zwei Güterzuggleisen

wurde am 9. Dezem ber 2012 teilweise

in Betrieb genommen und wird von

mehreren S-Bahn- und REX-Linien

befahren. Die volle Inbetriebnahme ist

zum Fahrplanwechsel im Dezember

2014 avisiert. Die Eröffnungsfeiern

sind für den 9. bis 11. Oktober 2014

geplant.

MI

26


SCHWEIZ

Die neue Werbelokomotive Ge 4/4 II 627 wirbt für das Jubiläum der Chur-Arosa-Linie. Im Dezember 1914

löste die Bahn die Postkutsche ab

RhB

RHÄTISCHE BAHN

Neue Jubiläums-Werbelok

Dieses Jahr feiert die im Dezember 1 91 4 eröffnete Chur-Arosa-Linie

der Rhätischen Bahn (RhB) ihr 1 00-Jähriges Jubiläum. Mit dieser

Eröffnung konnten die ungefähr 1 .000 Höhenmeter in 80 Minuten

statt in fünf Stunden mit der Postkutsche überwunden werden.

Anlässlich der Feierlichkeiten am 1 3. und 1 4. Dezember diesen

Jahres stellte die RhB am 03. September eine neue Werbelokomotive

vor. Die Ge 4/4 II 627 erstrahlt in einem dunklen Blau und wird

von einem der bekanntesten Kunstbauten der RhB geziert, dem

Langwieser-Viadukt.

FF

SBB

Bahnhofs-Umbauten

Die SBB und die Stadt Winterthur planen zwischen 201 5 und 201 9

den Bahnhof Winterthur um- und auszubauen. Grund ist ein Ange -

botsausbau ab dem Fahrplanwechsel im Dezember 201 8. Neben

Taktverdichtungen der S-Bahn rund um Winterthur belasten auch

zusätzliche Fernverkehrszüge von und nach St. Gallen den Bahn -

hof. Laut SBB werden deshalb Perronanpassungen, der Wechsel

von Weichen und der Ausbau der Personenunterführung Nord

nötig. Die Kosten belaufen sich auf rund 1 1 0 Millionen Franken.

Bereits abgeschlossen ist der Umbau des Bahnhofs Hinwil zum

attraktiven Einkaufs- und Dienstleistungszentrum. Das denkmal -

geschützte Bahnhofsgebäude wurde in enger Zusammenarbeit mit

der Fachstelle für Denkmalschutz des Kanton Zürich aufgefrischt.

Im Zuge der Bahnhofsmodernisierung wurde das Stellwerk aus

dem Jahre 1 884 saniert. Es befindet sich mit einem neuen

Glasvorbau am ursprünglichen Standort.

FF/LM

LOKMagazin 11 | 2014

SCHWEIZ | NEWS

Re 460-Flotte wird modernisiert

Die SBB überarbeiten ihre Elektro -

lokomotiven des Typs Re 460 und

machen sie somit für 20 weitere Ein -

satzjahre fit. Laut SBB erfolgt der

Umbau im Industriewerk Yverdon-les-

Bains und kostet rund 230 Millionen

Franken. Besonderes Augenmerk wird

auf die Energieeffizienz der moderni -

sierten Loks gelegt. Dazu beschafft die

SBB bei ABB wasser gekühlte IGBT-

Stromrichter, die helfen sollen, Strom

einzusparen. Daneben wird neben dem

Lokkasten auch der gesamte

Führerstand umfassend saniert. FF

BLS ändert Fahrzeugeinsatz

Zum Fahrplanwechsel im Dezember

wird die BLS den Einsatz der Fahrzeuge

im Regionalverkehr ändern. Hinter -

grund ist, dass die Nachbeschaffung

der Triebwagen Typ „Lötschberger“ auf

Grund veränderter Normen nicht mög -

lich ist. Nun haben sich BLS, Bundesamt

für Verkehr (BAV), Verkehrsverbund

Luzern (VVL) und der Kanton Bern ge -

einigt, die „Lötschberger“ vermehrt als

RE zwischen Bern und Luzern einzu -

setzen. Sie lösen hier drei der vier

lokbespannten Züge aus EW III-Wagen

ab, die auf die Goldenpass-Route

zwischen Interlaken Ost und Zweis -

immen umgesetzt werden. Hier lösen

die EW III-Züge S-Bahn-Pendelzüge ab.

Die BLS will bis 2020 neue Fahrzeuge

beschaffen.

LM

27


AKTUELL

Bei der nächtlichen Fotoparade am 6. September zeigten sich in Odense: MY 1101 und 1112 sowie MX 1001

vom Eisenbahnmuseum, MY 1126 von Veterantog und MY 1155 von Altmark Rail J. Böttcher (2)

DÄNEMARK

60 Jahre NoHAB-Rundnasen

Im Jahre 1954 erhielt die dänische Staatsbahn DSB ihre ersten beiden Großdieselloks mit bewährter

GM-Antriebstechnik vom schwedischen Hersteller NoHAB. Grund genug, das Jubiläum „60 Jahre

NoHAB-Rundnasen“ im Eisenbahnmuseum in Odense gebührend zu feiern

gänzt wurde die Rundnasen-Parade

durch mehrere modernere

Dieselloks der Reihen ME und

MZ. Geboten wurden Pendelfahrten

in historischen Zügen

nach Tommerup, umfangreiche

Fotomöglichkeiten und eine gut

ausgeleuchtete nächtliche Lokpa-

Mehr als ein Dutzend der mittlerweile

als Kultloks bekannten

diselelektrischen Sechsachser

der Baureihen MX und MY aus

Dänemark, Luxemburg und

Deutschland versammelten sich

am 6. und 7. September im Eisenbahnmuseum

in Odense. Errade

vor dem Museums-Rundschuppen.

Außerdem bestand

die Möglichkeit die Fertigungsstätte

der GM-Bahnmotoren, die

Thirige-Werke zu besuchen. Aus

Deutschland war ein Sonderzug

mit MY 1 1 49 und 1 1 55 von Altmark

Rail zu Gast. JB

Sonderzug Odense – Hannover mit MY 1149 und 1155, die DSB-Museumslok MY 1001 leistet Vorspann

28


WELTWEIT

WELTWEIT | NEWS

Lokalbahnromantik pur: Am 31. August verließ der M 131.1513 mit seinem

Güterwagen den Bahnhof Schmiedeberg i. B./Kovarska R. Lüderitz

TSCHECHIEN

Noch mehr Nostalgie-Aktivitäten

Erinnerungen an den Personenzug mit Güterbeförderung wurden

im Sommer 201 4 auf der Strecke Komotau/Chomutov – Weipert/Vejprty

geweckt: Für Radtouristen verkehrten an sieben Wochenenden

einige zusätzlich eingelegte Züge mit einem Triebwagen und angehängtem

Güterwagen für den Fahrradtransport. Der M 1 31 .1 51 3

mühte sich mit einem stilechten gedeckten CSD-Güterwagen die eisenbahntechnisch

sehr interessante Strecke zum Erzgebirgskamm

hinauf.

Seit September 201 3 steht die 1 907 von Henschel erbaute Mallet-Lokomotive

U47.001 bei der südböhmischen Schmalspurbahn JHMD

wieder unter Dampf. Zuvor war sie neun Jahre abgestellt. Das eigentlich

Erfreuliche an dieser Aufarbeitung ist, dass die Lokomotive

dem Nationalen Technischen Museum (NTM) in Prag gehört und

sich gerade diese Institution in den vergangenen Jahren äußerst unkooperativ

bei diversen Bemühungen zur Aufarbeitung von Normalspur-Dampflokomotiven

aus ihrer Sammlung gezeigt hatte.

Am 1 6. August konnte die U47.001 vor einem eigens bestellten Sonderzug

den ganzen 46 km langen Nordast zwischen Jindrichuv Hradec

und Obratan befahren, welcher gleichzeitig auch der erste durchgehende

Dampfzug bis Obratan seit 201 1 war. Die öffentlichen

Dampfzüge verkehren zur touristischen Hauptsaison jeweils nur bis

Kamenice nad Lipou, 20 km von Jindrichuv Hradec entfernt. RL/AT

Die U47.001 hatte am 16. August Chvalkov erreicht

A. Thompson

Einstellungen in der Ukraine

Die kriegerischen Auseinandersetzungen

in der Ostukraine haben auch

Auswirkungen auf den Eisenbahn -

verkehr: Mit sofortiger Wirkung hat

die UZ (Ukrainische Eisenbahn) im

August den Zugverkehr zu zehn

Bahnhöfen der Donezk Region

eingestellt. Nicht mehr per Bahn

ereichbar sind Nikitovka, Enakievo,

Debalcevo, Yenakievo Khartsyzk,

Makiyivka, Yasinuvata, Ilovaysk,

Luhansk, Stachanow und Rubezh -

noye. Wann der Zugverkehr wieder

aufgenommen wird, ist derzeit noch

völlig offen.

TB

Tschechien: Pendolino-Einsätze

Die Tschechischen Bahnen (CD) und

die Eisenbahngesellschaft der

Slowakei (ZSSK) verkürzen ab

Fahrplanwechsel im Dezember die

Fahrzeit zwischen dem slowakischen

Kosice bzw. der Hohen Tatra und der

tschechischen Hauptstadt Prag

erheblich. Die schnellste Verbindung

zwischen Prag und der Ostslowakei

mit einer um rund eine Stunde

verkürzten Fahrzeit wird durch die

Schnellzüge des SC Pendolino der CD

gewährleistet werden. Am Betrieb der

Züge werden sich beide nationale

Transportunternehmen gemeinsam

beteiligen. Derzeit benötigt der

EuroCity Kosican für die Strecke von

Prag über Vsetin nach Kosice acht

Stunden und 21 Minuten. Die neue

Verbindung mit dem SuperCity

Pendolino verkürzt diese Fahrzeit um

fast eine Stunde auf ca. siebeneinhalb

Stunden.

CD

GySEV elektrifiziert weiter

Die grenzüberschreitend agierende

österreichisch-ungarische Bahn -

gesellschaft GySEV hat die Elektrifi -

zierung der Strecke Hegyeshalom –

Csorna – Porpác in Westungarn

angekündigt. Wie Generaldirektor

Szilard Kövesdi der Presse mitteilte,

belaufen sich die Kosten auf umge -

rechnet knapp 38,1 Millionen Euro,

die mit EU-Mitteln finanziert werden.

Zwischen Csorna und Porpac sollen

die Arbeiten bis Dezember 2014

abgeschlossen sein, zwischen

Hegyeshalom und Csorna voraus -

sichtlich erst Ende des kommenden

Sommers. Im Zuge des Vorhabens

werden zudem an mehreren

Bahnhöfen weitere Modernisierungsmaßnahmen

durchgeführt und ein

zentrales Verkehrsleitsystem

eingeführt.

LM

LOKMagazin 11 | 2014

29


AKTUELL

Nördlich von Cirò Marina verläuft die Fahrtroute des IC 562 von Reggio di Calabria nach Taranto direkt entlang

des Meeres. Für guten Komfort sorgen die beiden deklassierten Schnellzugwagen

F. Löffelholz

WELTWEIT | TICKER

China: Neue Schnellfahrstrecke

Am 16. September ging in China eine

weitere Schnellfahrstrecke in Betrieb.

Es handelt sich um die 342 km lange

Trasse zwischen Changsha (Provinz

Hunan) und Nanchang (Provinz Jiangxi).

Die Strecke mit fünf Zwischenstationen

ist für 350 km/h trassiert, in Changsha

besteht Anschluss an die HGV-Strecke

Peking – Guangzhou. Derzeit fahren 13

Zugpaare täglich, die Fahrzeit wurde

von dreieinhalb Stunden auf anderthalb

Stunden verkürzt. Die Strecke ist Teil

des Projekts einer HGV-Linie zwischen

Kumming und Shanghai.

LM

Frya: Zurück zum Hersteller

Am 7. September überführte 189 280

von TXL den ersten von insgesamt 16

Fyra-Triebwagen V 250 aus den

Niederlanden zurück nach Italien. Die

HSA (High Speed Alliance), ein Kon -

sortium aus der NS und der Fluggesell -

schaft KLM, hatte die 250 Km/h

schnellen Züge in 2004 beim Hersteller

AnsaldoBreda für den Schnellverkehr

ab 2007 zwischen Amsterdam und

Brüssel bestellt. Nach Verzögerungen

bei Fertigung und Zulassung gingen die

ersten Züge am 8. Dezember 2012 in

den Planeinsatz. Nach erneuten

technischen Problemen wurden die

Fahrzeuge bereits am 18. Januar 2013

wieder abgestellt. Im März 2014

einigten sich HSA und AnsaldoBreda

auf die Rückgabe aller gelieferten

Einheiten, für die es bereits Kaufinter -

essenten gibt.

TF

ITALIEN

D 445 sind selten geworden

Nur noch wenige Leistungen im Personenverkehr erbringen die

einst allgegenwärtigen Dieselloks der Baureihe D 445. Ganz im Norden,

auf der Strecke nach Calalzo di Cadore, in Apulien zwischen

Foggia und Manfredonia sowie um Florenz kann man sie noch mit

Wendezügen erleben. Ihre bedeutendsten und fotogensten Einsätze

erbringen die Loks aber auf der Strecke Reggio di Calabria – Taranto

mit einem täglichen InterCity-Zugpaar. Für die 472 Kilometer benötigen

die aus jeweils einer Lok und zwei ehemaligen 1 .-Klasse-Wagen

(zu 2. Klasse umgezeichnet) bestehenden Züge rund sieben Stunden.

Da die Loks aber recht schadanfällig sind, müssen bisweilen Regionaltriebwagen

der Baureihen ALn 668 oder 663 ersatzweise eingesetzt

werden.

FL

In Düsseldorf-Rath hatte die 189 280 von TXL am 7. September den

Frya-Triebzug 4802, der bis dato noch kein gültiges Abnahmedatum

trug, am Haken, um ihn zurück nach Italien zu schleppen T. Böhme

30


WELTWEIT

WELTWEIT | NEWS

EU-Milliarden locken

Die Europäische Kommission hat die

Mitgliedstaaten am 11. September

aufgerufen, Projekte vorzuschlagen,

die für eine EU-Förderung für den

Ausbau der europäischen

Verkehrsverbindungen in Frage

kommen. Mit insgesamt 11,9

Milliarden Euro stellt die EU diesmal

den bisher größten Einzelbetrag für

Verkehrsinfrastrukturen bereit. LM

Am 10. August passierte die 2761 017 mit dem D 19702 den Haltepunkt

Csopak, den eine 375-Dampflok als Denkmal ziert N. Kunick

UNGARN

Museumslok im Schnellzugdienst

Nach der positiven Resonanz auf die Einsätze der M61 01 7 vor Planzügen

im Jahr 201 3 wurden auch im Sommer 201 4 an mehreren Wochenenden

die Schnellzüge 1 9702 und 1 9703 zwischen Budapest-

Déli und Tapolca mit dieser inzwischen über 50-jährigen Maschine

bespannt. Die Lok kehrte damit in eines ihrer häufigsten Einsatzgebiete

am Nordbalaton zurück. Dort endete der reguläre Einsatz der

NOHAB-Loks im Dezember 2000. Inzwischen als 2761 01 7 beschildert

zeigte sich die Maschine im Juli und August 201 4 in einem hervorragend

restauriertem Zustand, wenn auch in einer etwas vom

Auslieferungszustand abweichenden Lackierung.

NK

SLOWAKEI

Dampflok-Grand-Prix in Zvolen

Am 1 3. September fand in Zvolen der slowakische Dampflok-Grand-

Prix statt. Es nahmen Dampflokomotiven aus Österreich (3033 aus

Straßhof), aus Ungarn (BKV 27 aus Budapest) und aus der Slowakischen

Republik (422.01 08) teil. Als besonderer Gast war die „Zubacka

4296“ aus Tisovec vertreten, diese Lok wurde das erste Mal der

Öffentlichkeit vorgestellt, es handelt sich dabei um eine ungarische

Zahnradlok für die Strecke ab Tisovec in der Slowakei. TB

Vor einem Beschleunigungswettbewerb haben die vier Dampfloks in

Zvolen ihre Startplätze eingenommen

T. Böhme

Japan: Testfahrten mit Class 800

In Japan haben auf dem Testgleis von

Hitachi in Kasado die ersten Tests mit

den für Großbritannien bestimmten

Zügen der künftigen Class 800 be -

gonnen. Die Züge sind ein Teil des

Intercity Express Programms (IEP) und

wurden vom Department for Trans -

port bestellt. Die ersten drei Vor -

serien züge mit bimodalem Antrieb

sollen Anfang 2015 in Großbritannien

eintreffen und dann auf der East

Coast Main Line London – Edinburgh

Inbetriebnahmefahrten durchführen.

Die geplanten Züge mit rein elektri -

schem Antrieb laufen hingegen als

Class 80, ein hier eingebauter

Hilfsdiesel dient nur im Notfall der

Batteriespeisung.

LM

Polen: neue Züge für Flughafenbahn

Die Projektgesellschaft Pomorska

Kolej Metropolitalna (PKM) hat mit

Pesa einen Vertrag zur Lieferung von

zehn modernen Dieseltriebzügen

unterzeichnet. Geliefert werden sie -

ben dreiteilige und drei zweiteilige

Garnituren zum Preis von umgerech -

net 27 Millionen Euro. Die Züge sind

mit dem Zug sicherungssystem ETCS

ausgerüstet und für den Betrieb auf

der neuen S-Bahn-Linie von Gdansk-

Wrzeszcz zum Lech-Walesa-Flughafen

in Gdansk-Rebiechowo sowie Gdynia

– Kos cierzyna vorgesehen. Bereits im

Juni war Pesa als Sieger aus dem Ver -

gabeverfahren gegangen. Die Liefe -

rung soll bis Mai 2015 abgeschlossen

werden, zu diesem Termin geht die

neue Strecke in Betrieb.

LM

Niederlande: Technik-Center

Am 8. September hat NedTrain,

zuständig für die Wartung der

niederländischen Eisenbahn (NS)

offiziell das erste von vier Technik-

Centern eröffnet. Es liegt unweit der

Station Utrecht Centraal und ist für

die Instandhaltung der Reisezüge der

NS zuständig. In Den Haag soll die

nächste Anlage Ende 2014 in Betrieb

gehen, weitere Technik-Center sind in

Zwolle und Nijmegen vorgesehen. LM

LOKMagazin 11 | 2014

31


AKTUELL

1

2

3

NEUE FAHRZEUGE

Innotrans 2014

Vom 23. bis zum 26. September präsentierte die deutsche und

ausländische Schienenfahrzeug-Industrie in Berlin wieder ihre

neuesten Produkte – wir stellen interessante Exponate im Bild vor

Nach GM-Lizenz entstand die türkische DE 29 006 (1) von Tulomsas.

Links die graue Alstom H3-Hybridlok (2) und eine D60C von

Gmeinder (3). Schon Tage vor der Eröffnung wurden Fahrzeuge

nach Berlin gefahren, wie der neue PESA-631 001 (4) der DB. Beeindruckend

die UKLight 68 001 (5) von Vossloh und die polnische

Newag-E6ACT (6). Darunter die Außen- (7) und Innenansicht (8)

des Dosto-Steuerwagens für den IC-Verkehr. Die neue Terra-Nova-

Diesellok (9) stammt aus Rumänien. Bodo Schulz und Sebastian

Schrader steuerten drei bzw. sechs Aufnahmen bei.

LM

4

32


INNOTRANS 2014

5

6

7

8

9

LOKMagazin 11 | 2014 33


TITELTHEMA

ALTBAU-ELLOKS BEI DER DEUTSCHEN REICHSBAHN

Neustart bei Null

DEMONTAGE UND NEUBEGINN Nach den Zerstörungen des

Krieges folgte 1946 die totale Demontage aller Anlagen der

elektrischen Zugförderung im Raum Magdeburg/Halle/Leipzig.

Es schien keine Perspektive mehr zu geben …

Am 4. April 1988 wartete im Bayrischen Bahnhof in Leipzig die 244 048 vor einem

Personenzug nach Altenburg. Exakt hier beginnt heute der City-Tunnel. Die Lok

wurde schon 1991 zerlegt

Bodo Schulz

34


ALTBAU-ELLOKS BEI DER DR

LOKMagazin 11 | 2014

35


TITELTHEMA

Zehn Stück der alten Stangen-Elloks der Baureihe E 77 setzte die Reichsbahn wieder in Gang. Am 7. März

1965 fährt die E 77 03 mit einem Kesselwagenzug in Richtung Norden durch Dessau Süd Hans Müller (Dessau)

E

ine der Keimzellen der Vollbahnelektrifizierung

in Deutschland war die 1 91 1 für den

elektrischen Betrieb eröffnete Strecke zwischen

Bitterfeld und Dessau. Nach den ersten positiven

Betriebserfahrungen trieb Preußen diese

zukunftsweisende Technik voran. In der Folgezeit

wurde am Aufbau eines elektrischen Netzes im

mitteldeutschen Industrierevier gearbeitet, das mit

Strom aus dem Bahnkraftwerk Muldenstein versorgt

wurde. Die zur Energiegewinnung nötige

Braunkohle stand in unmittelbarer Nähe an. Fest

geplant war die Elektrifizierung der Verbindung

Magdeburg – Dessau – Leipzig und Leipzig – Halle

(Saale). Im August 1 91 4 sollte der elektrische Betrieb

im Leipziger Hauptbahnhof und auf der

Strecke nach Halle eröffnet werden.

Doch daraus wurde nichts: Der Weltkrieg begann.

Der Fahrdraht aus Kupfer wurde wieder abgebaut

und in der Rüstungsindustrie verwendet.

Die Fahrzeuge wurden nach Schlesien umbeheimatet,

wo sie auf der Gebirgsbahn Schlauroth –

Lauban – Hirschberg zum Einsatz kamen.

Nur zäh kam in den 1 920er-Jahren die Elektrifizierung

wieder in Gang. 1 935 wurde für das mitteldeutsche

Netz zwischen Magdeburg, Bitterfeld,

Halle und Leipzig 287 Kilometern elektrifizierter

Strecken angegeben.

Und wieder sollte alles zu Ende sein, und wieder

war ein selbst vom Zaun gebrochener Krieg

Schuld: Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs

36

wurde gemäß dem Befehl Nr. 95 der Sowjetischen

Militäradministration ab dem 29. März 1 946 mit

der Demontage aller Anlagen des elektrischen Betriebes

in der von der Roten Armee besetzten Zone

begonnen. Fast alle Fahrzeuge wurden wie auch

die Anlagen abtransportiert. Damit war der elektrische

Betrieb in Mitteldeutschland Geschichte.

Gegenleistung: Wagen aus Ammendorf

Im Dezember 1 950 entschloss sich das Politbüro

des ZK der SED, mit der Sowjetunion zu verhandeln,

um die 1 946 abgebauten und in der UdSSR

größtenteils garnicht nutzbaren und meist unter

freiem Himmel lagernden Ausrüstungsteile der

elektrischen Zugförderung sowie die beschlag -

nahmten Lokomotiven zurück zu bekommen. Umsonst

machte das „der große Bruder“ natürlich

nicht: Als Gegenleistung sollte der VEB Waggonbau

Ammendorf (vormals Lindner) 355 komfortable

Weitstrecken-Reisezugwagen liefern.

Man wurde sich einig: Zwischen Juli 1 952 und

Januar 1 953 kehrten die elektrischen Fahrzeuge

zurück, allerdings in einem derart schlechten Zustand,

dass an ihre baldige Inbetriebnahme überhaupt

nicht zu denken war. Es dauerte noch zwei

Jahre, bis der Neuanfang mit der Eröffnung der

Strecke Köthen – Halle (Saale) am 1 . September

1 955 einen sichtbaren Ausdruck fand.

Das zuständige Raw Dessau leistete in jenen

Jahren Hervorragendes. Bei Bombenangriffen


ALTBAU-ELLOKS BEI DER DR

Der 4. Februar 1969 hatte auch in Mitteldeutschland etwas Schnee gebracht: Am Kilometer 27,6 kommt

in Dessau Süd die E 18 40 mit dem D 128 „Saßnitz-Express“ (Berlin Stadtbahn – München) heran H.-J. Lange

noch am 7. März 1 945 schwer zerstört, nahmen zuerst

die Amerikaner mit, was sie gebrauchen konnten.

Den Rest transportierten die Sowjets 1 946 als

Reparation ab. Es grenzt an ein Wunder, dass über

800 Werktätige trotzdem mit der Reparatur von

Verbrennungstriebwagen, Steuer- und Beiwagen

sowie Güterwagen begannen.

50.000 Zeichnungen waren nach dem Bombenangriff

in der Plankammer verbrannt! Allein

das Fachwissen der überlebenden Monteure war

von unschätzbarem Wert für die Wiederinbetriebsetzung

zurückgeholten Elloks.

E 04

Im Bereich der späteren DR Ost waren bei Kriegsende

1 7 Lokomotiven der Reihe E 04 stehengeblieben.

Allein zehn waren beschädigt, zwei so schwer

(E 04 04 und 1 3), dass sie zerlegt werden mussten.

Nach der Odyssee in die UdSSR kamen 1 952 die

Loks E 04 01 – 03, 05 – 1 2, 1 4 – 1 6 und E 04 23

zurück. Bis Ende 1 957 wurden von diesen 1 5 Lokomotiven

1 4 wieder zum Laufen gebracht.

Die DR konnte die sehr schnellen (1 1 0 km/h; ab

E 04 09 sogar 1 30 km/h) zuerst gar nicht ausfahren.

Als die Strecken entsprechend ausgebaut waren,

fuhren die 1 ’Co1 ’-Lokomotiven in erster Linie

Schnellzüge, aber auch kurze Ersatzzüge bei Ausfall

oder Ersatz eines Schnelltriebzuges.

Ich erinnere mich noch sehr gut an eine rasante

Aufholjagd, als wir in den späten 1 960er-Jahren

LOKMagazin 11 | 2014

mit einem Drei-Wagenzug, bestehend aus achttürigen

Eilzugwagen, mit Verspätung in Magdeburg

abfuhren und Halle (Saale) pünktlich erreichten.

Allerdings war mir als damals 1 4-Jährigem das

Tempo nicht geheuer: Es warf alle Reisenden auf

den Sitzen hin und her und Gepäckstücke fielen

von den Ablagen herunter.

1 974 begann die Abstellung der E 04, 1 976 wurde

die letzte aus dem Plandienst genommen.

Mehrfach wurde jedoch die Museumslok E 04 01

auch planmäßig wieder eingesetzt.

E 05

Diese nur drei Stück umfassende Baureihe war

beim Bw Leipzig Hbf West beheimatet. Zwei Loks

(E 05 002 und E 05 1 03) kehrten aus der UdSSR

zurück, aber nur die E 05 1 03 wurde wieder aufgearbeitet.

Die E 05 002 gehörte stets zum Schadlokbestand

und wurde am 9. März 1 962 ausgemustert.

Auch die E 05 1 03 war recht störanfällig und

wurde schon ab 1 964 als stationäre Trafolok im

Hauptbahnhof Halle (Saale) verwendet. 1 968 wurde

sie verschrottet.

E 06

Sieben dieser 2’C2’-Schnellzugloks mit Stangenantrieb

waren im mitteldeutschen Netz seit den

1 920er-Jahren im Einsatz. Die DR gab ihnen die

Nummern E 06 01 – 07. Den Krieg überstanden

fünf Loks, vier mussten als Reparation abgegeben

37


TITELTHEMA

nicht wieder zum Einsatz. Äußerlich aufgearbeit

im Raw Dessau wurde sie 1 958 in Dresden vor der

Verkehrshochschule „Friedrich List“ als Denkmal

aufgestellt. Leider verschrottete man sie 1 972.

So sahen die Rückkehrer aus: E 71 30 wurde nicht

wieder betriebsfähig, aber Museumslok Slg. Leyer

werden. Sie kamen zurück, waren aber in keiner

Hinsicht mehr brauchbar. 1 955 und 1 956 wurden

alle verschrottet.

Das selbe Schicksal erlitten die fünf Loks der

Baureihe E 06 1 : Von ihnen mussten die E 06 08

und E 06 1 2 in den Osten, kamen zurück, waren

aber nicht mehr zu gebrauchen.

E 15 01

Das 1 927 gelieferte Einzelstück mit der Achsfolge

(1 ’Bo)(Bo1 ’) war bei Kriegsende in Halle (Saale) stationiert.

Damals schon Schadlok, fuhr sie den weiten

Weg in die Reparation, kehrte zurück und blieb

weiterhin nicht einsetzbar. 1 963 wurde sie verschrottet.

Trauriger kann ein Lokomotivschicksal

kaum enden …

E 16 101

Auch diese Maschine war ein Einzelstück (1 ’Do1 ’)

und zählte mit zu den Versuchsloks im Vorfeld der

Entwicklung der E 1 7/1 8. Sie wurde 1 946 mit abtransportiert

und kehrte 1 953 zurück, kam jedoch

E 17

Die E 1 7 1 23 und 1 24 kamen aus Schlesien bei

Kriegsende nach Mitteldeutschland. Gleichzeitig

warteten im Raw Dessau E 1 7 1 0 und 1 01 auf Ausbesserung.

1 946 wurden E 1 7 1 0, E 1 7 1 23 und 1 24

in die Sow jetunion abgefahren. Zwei kehrten 1 952

zurück, die E 1 7 1 0 verblieb in der UdSSR. 1 958

und 1 959 machte das Raw Dessau die E 1 7 1 23 und

1 24 wieder flott.

Doch schon 1 960 wurde die E 1 7 1 23 in Leipzig

bei einem Unfall schwer beschädigt. Jetzt half das

Dessauer Materiallager: Aus der E 1 7 1 01 , die man

1 946 im Raw stehen gelassen hatte, wurde Anfang

der 1 960er-Jahre mit Teilen der Leipziger Unfallmaschine

eine E 1 7 1 23 in zweiter Besetzung wieder

aufgebaut. Beide E 1 7 waren in Leipzig stationiert

und dort bis 1 968 auch im Einsatz.

E 18

Zehn Loks der Baureihe E 1 8 standen nach 1 945

auf dem Gebiet der späteren DDR. Drei waren einsatzfähig.

Fünf Maschinen, die E 1 8 24, 28, 34, 44

und 48, mussten auf die lange Reise in die UdSSR.

Sie kamen 1 953 zurück und wurden im Tausch gegen

Ersatzteile für Dampfloks an die DB übergeben.

Zur selben Zeit standen in Velten die E 1 8 04,

1 9, 23, 40 und 43 als Schadloks abgestellt. Aus ihnen

machte man im Raw Dessau drei betriebsfähige

Loks. E 1 8 31 war im Juni 1 958 einsatzfähig, im

August 1 959 folgte dann die E 1 8 1 9 und im September

1 960 die E 1 8 40. E 1 8 31 kam zur VES-M

in Halle (Saale). Die beiden anderen fuhren für das

Bw Leipzig Hbf West.

DR-ALTBAU-ELLOKS: ZEITRAUM DES EINSATZES IM PLANDIENST

E 04

E 05

E 17

E 18

E 21

E 44

E 77

E 94

E 95

Zum Vergleich: Ablieferungszeitraum der DR-Neubau-Elloks

E 11

E 42

243

250

Jahr 1950 1955 1960 1965 1970 1975 1980 1985 1990 1995

38


ALTBAU-ELLOKS BEI DER DR

Was für ein weiter Weg liegt zwischen der E 04 01 von 1933 und der 212 001, der „Weißen Lady“, von

1982! 1955 war in der DDR der Neubeginn der Elektrifizierung eingeleitet worden Bodo Schulz

Um auch 1 80 km/h fahren zu können und bei

Versuchen die Dampf-Schnellfahrloks 1 8 201 und

1 8 31 4 der VES-M zu ersetzen, wurden E 1 8 1 9 und

E 1 8 40 in Halle für diese Geschwindigkeit umgebaut.

1 969 standen beide zur Verfügung. Doch

schon am 29. August 1 969 wurde die E 1 8 40 bei

einer Testfahrt schwer beschädigt. Sie war nicht

mehr aufzuarbeiten und wurde 1 973 verschrottet.

Aus noch brauchbaren Teilen von ihr war 1 970

auch die E 1 8 31 auf 1 80 km/h Höchstgeschwindigkeit

umgerüstet worden.

E 21

Aus Schlesien kamen im Februar 1 945 beim Rückzug

die beiden 2’Do1 ’-Maschinen E 21 01 und 02

nach Leipzig. Auch diese beiden machten die Reparationsreise

zwischen 1 946 und 1 952/53. Einsatzfähig

waren beide nicht. 1 959/60 wurden sie

in Dessau wieder instandgesetzt. Danach fuhren

sie für das Bw Leipzig Hbf West. Schon 1 965 gingen

sie aus dem Betrieb, wurden 1 966 ausgemus -

tert und ein Jahr später verschrottet.

Direkt aus Schlesien fuhr E 21 51 (Einzelgänger

mit BEW-Antrieb) in die Weiten der UdSSR. Sie

kam von dort zurück mit den anderen, wurde aber

nie wieder in Betrieb genommen und 1 967 verschrottet.

LOKMagazin 11 | 2014

E 42

Zu den recht exotischen Einzelstücken zählt auch

die E 42 1 4, eine urige B’B’-Stangen-Lok von 1 924.

Auch sie musste als Reparationsgut herhalten, kam

mit den anderen auch zurück, wurde aber nie wieder

in Betrieb genommen. Selbiges gilt für die sehr

ähnlichen AEG-Loks E 42 1 5, 1 7 und 1 8. Abtransport

1 946, Rückkehr 1 952, Dauerabstellung und

schließlich 1 960 die letzte Fahrt zum Hochofen.

E 44

Mit dieser Baureihe war erstmals so etwas wie eine

elektrische Universal-Lokomotive entstanden.

Noch heute wird die übergroße Mehrzahl aller Elloks

mit der Achsfolge Bo’Bo’ gebaut. Verständlich,

dass sich die DR bei der Wiederinbetriebnahme –

besser beim Neuaufbau ihres elektrischen Betriebes

– zuerst voll und ganz auf diese robuste Baureihe

stütze.

1 953 verfügte die DR über 46 Exemplare, alle

aus der UdSSR zurück und nicht einsatzfähig. Anders

als die meisten bis hier erwähnten Maschinen

(die im fernen Osten nur herumgestanden hatten)

waren die E 44 für die Sowjets interessant gewesen:

Man hatte sie umgespurt und mit Mittelpufferkupplung

ausgerüstet und im Gebiet Perm eingesetzt.

39


TITELTHEMA

Großes Glück hatte der Vater von Bodo Schulz am 17. März 1984 in Leipzig-Leutzsch: Erst nach dem Aus -

lösen sah er, dass die 254 106 ein Militärtransport zog! Niemand hatte es bemerkt …

Rudolf Schulz

ALTBAU-ELLOKS DER DEUTSCHEN REICHSBAHN: FERTIG IN DESSAU

Lok EDV-Nr. Indienststellung an Rbd Lok EDV-Nr. Indienststellung an Rbd

E 04 204

E 04 01 204 001 30.06.1956 Halle

E 04 02 204 002 09.06.1956 Halle

E 04 03 204 003 24.03.1956 Halle

E 04 05 204 005 31.08.1961 Halle

E 04 06 204 006 07.07.1957 Halle

E 04 07 204 007 25.05.1956 Halle

E 04 08 204 008 12.09.1956 Halle

E 04 09 204 009 30.06.1956 Halle

E 04 10 204 010 07.07.1959 Halle

E 04 11 204 011 29.06.1956 Halle

E 04 14 204 014 07.05.1956 Halle

E 04 15 204 015 29.09.1956 Halle

E 04 16 204 016 19.08.1956 Halle

E 04 23 204 023 28.03.1957 Halle

E 05

E 05 103 22.09.1959 Halle

E 17

E 17 123 28.04.1958 Halle

E 17 123 II 31.05.1961 Halle

E 17 124 28.07.1959 Halle

E 18 218

E 18 19 218 019 04.08.1959 Halle

E 18 31 218 031 04.06.1958 Halle

E 18 40 30.09.1960 Halle

E 21

E 21 01 21.07.1959 Halle

E 21 02 14.04.1960 Halle

E 44 244

E 44 030 244 030 28.06.1961 Halle

E 44 031 244 031 30.09.1955 Halle

E 44 042 244 042 22.12.1955 Halle

E 44 044 244 044 31.12.1959 Halle

E 44 045 244 045 29.08.1955 Halle

E 44 046 244 046 30.06.1958 Halle

E 44 048 244 048 27.03.1956 Halle

E 44 049 244 049 30.06.1958 Halle

E 44 051 244 051 31.08.1955 Halle

E 44 052 244 052 28.08.1955 Halle

E 44 053 244 053 23.09.1958 Halle

E 44 063 244 063 24.11.1955 Halle

E 44 068 244 068 22.08.1955 Halle

E 44 069 244 069 31.08.1955 Halle

E 44 073 244 073 18.11.1955 Halle

E 44 092 244 092 29.09.1955 Halle

E 44 095 244 095 02.12.1958 Halle

E 44 101 244 101 06.12.1955 Halle

E 44 102 244 102 24.12.1958 Halle

E 44 103 244 103 17.02.1956 Halle

E 44 105 244 105 09.09.1955 Halle

E 44 108 244 108 27.07.1955 Halle

E 44 109 244 109 28.12.1955 Halle

E 44 112 244 112 24.11.1955 Halle

E 44 113 244 113 23.12.1958 Halle

E 44 114 244 114 03.11.1955 Halle

E 44 123 244 123 24.07.1961 Halle

E 44 124 244 124 27.12.1955 Halle

E 44 125 244 125 23.01.1959 Halle

E 44 127 244 127 06.12.1955 Halle

E 44 128 244 128 14.10.1955 Halle

E 44 130 244 130 23.10.1955 Halle

E 44 131 244 131 28.02.1959 Halle

E 44 132 244 132 30.09.1955 Halle

E 44 133 244 133 11.10.1955 Halle

40


ALTBAU-ELLOKS BEI DER DR

Alle Loks setzte die DR wieder in Gang, wobei

man Reste der in Saalfeld verbliebenen Schadloks

E 44 033, 041 und 074 mit verwendete. Als 46. und

letzte wurde 1 961 die E 44 1 23 dem Bw Leipzig Hbf

West übergeben.

Schon durch ihre große Stückzahl bildeten die

E 44 von Beginn an das Rückgrat der elektrischen

Zugförderung in der DDR, unterstützt durch die

C0’C0’-E 94. Die Loks fuhren einfach alles. Erst

als nach und nach auch die Neubauloks der Baureihen

E 1 1 und E 42 die Werkshallen verließen,

wurde die E 44 in den Personen- und leichteren

Güterzugdienst verdrängt.

Erst ab 1 976 setzten Ausmusterungen den nun

als Reihe 244 bezeichneten urigen Maschinen zu.

Es gab sogar Ideen, die Lokomotiven zu modernisieren,

doch sie wurden verworfen, der Aufwand

wäre zu hoch gewesen.

Um Diesel zu sparen – Stichwort Energiekrise

und Dampflok-Wiederauferstehung – setzte die

DR die E 44 in den 1 980er-Jahren auch zum Rangieren

ein. In Erfurt, Weißenfels, Halle, Braunsbedra,

Gaschwitz oder auf anderen Bahnhöfen ging

das, weil die betreffenden Gleise überspannt waren.

Andere Loks überlebten als Trafostationen, z.

B. für Weichenheizungen oder Gleisbremsen.

Was in den 1 950er-Jahren niemand auch nur

geahnt hätte: Zehn Lokomotiven erlebten sowohl

die deutsche Teilung, aber auch die Wiedervereinigung!

Zum Jahresende 1 991 wurden sie komplett

aus den Bestandslisten gestrichen. Mehrere E 44

blieben betriebsfähig bzw. als museale Ausstellungsstücke

erhalten.

E 50

Aus Schlesien waren 1 938 und im Kriegsverlauf

die E 50 36 – 46 (ex preußische Personenzugloks)

nach Magdeburg gekommen. Außer der E 50 43

mussten alle in die UdSSR abgefahren werden.

Dort brauchte sie keiner, zu Hause dann nach 1 953

auch nicht mehr. Erhalten blieb das Antriebsgestell

mit den vier Treibradsätzen der E 50 42 und dem

gigantischen Fahrmotor darüber – man kann es im

Verkehrsmuseum in Dresden bestaunen.

Das gleiche Schicksal betraf die Loks E 50 47,

48, 51 und 52. 1 946 als Reparationsgut abgefahren

kamen sie zwar wieder, wurden aber nie wieder

eingesetzt und 1 955/56 verschrottet.

Lok EDV-Nr. Indienststellung an Rbd Lok EDV-Nr. Indienststellung an Rbd

E 44 134 244 134 28.01.1956 Halle

E 44 135 244 135 18.10.1955 Halle

E 44 136 244 136 29.12.1955 Halle

E 44 137 244 137 29.09.1955 Halle

E 44 139 244 139 25.09.1955 Halle

E 44 143 244 143 22.09.1955 Halle

E 44 146 244 146 27.10.1955 Halle

E 44 148 244 148 20.05.1955 Halle

E 44 151 244 151 28.10.1958 Halle

E 44 178 244 178 21.08.1960 Halle

E 77

E 77 03 29.02.1960 Halle

E 77 10 30.04.1960 Halle

E 77 14 16.06.1960 Halle

E 77 15 30.06.1960 Halle

E 77 18 28.07.1960 Halle

E 77 24 31.05.1960 Halle

E 77 25 28.09.1960 Halle

E 77 30 31.10.1960 Halle

E 77 52 08.12.1960 Halle

E 77 53 22.12.1960 Halle

E 94 065 254 065 07.08.1958 Halle

E 94 066 254 066 20.06.1958 Dresden

E 94 069 254 069 30.10.1961 Halle

E 94 078 254 078 30.06.1958 Dresden

E 94 082 254 082 30.11.1961 Halle

E 94 089 254 089 30.05.1958 Halle

E 94 096 254 096 Halle

E 94 106 254 106 08.12.1956 Halle

E 94 110 254 110 26.03.1959 Halle

E 94 114 254 114 01.11.1957 Dresden

E 94 115 254 115 31.03.1959 Dresden

E 94 153 254 153 03.10.1959 Halle

E 94 154 254 154 24.11.1956 Halle

E 95

E 95 01 10.10.1959 Halle

E 95 02 24.11.1959 Halle

E 95 03 10.09.1959 Halle

Quelle: Raw Dessau/Hans-J. Lange

E 94 254

E 94 016 254 016 09.05.1957 Dresden

E 94 017 254 017 06.04.1957 Dresden

E 94 020 254 020 07.08.1957 Dresden

E 94 021 254 021 28.12.1956 Halle

E 94 040 254 040 25.03.1958 Halle

E 94 050 254 050 07.06.1957 Dresden

E 94 056 254 056 07.07.1957 Halle

E 94 057 254 057 31.10.1959 Halle

E 94 058 254 058 30.04.1958 Halle

E 94 059 254 059 09.10.1957 Dresden

EDV-Anschrift nach 1970

Bodo Schulz

LOKMagazin 11 | 2014

41


TITELTHEMA

42


ALTBAU-ELLOKS BEI DER DR

Ein kurzer Personenzug mit der 244 137 passiert

am 16. April 1988 einen belebten Bahnübergang

in Lutherstadt Wittenberg. Die Lok kann heute

im Bahnpark Augsburg bestaunt werden

Bodo Schulz

E 71

Ebenso ein Exot war die E 71 30, die 1 945 im

Reichsbahnausbesserungswerk Dessau stand. Sie

war eine preußische Güterzug-Ellok aus der Anfangszeit

des elektrischen Betriebes. Auch sie

machte die UdSSR-Tortour mit. Für den Alltagsdienst

brauchte sie niemand mehr, aber das Raw

Dessau richtete die Maschine für das Verkehrsmuseum

Dresden her.

E 75

31 Stück dieser 1 ’BB1 ’-Bauart waren beginnend

1 927 für den leichten Güterzugdienst in Bayern

und Mitteldeutschland ausgeliefert worden. Nur

eine überlebte den Krieg auf dem Gebiet der DR

Ost, die E 75 58. Sie ging mit in die UdSSR, kam

zurück, wurde aber nie wieder eingesetzt und 1 964

ausgemustert.

E 77

anders als die Einrahmenbauart E 75 war die E 77

gelenkig ausgeführt, ihre Achsformel lautet also

(1 ’B)(B1 ’). Diese Maschinen fallen insofern aus der

Reihe, weil sie als die einzigen Elloks mit Stangenantrieb

in der DDR wieder in Gang kamen.

Von den 53 Maschinen, die den Krieg auf dem

Gebiet der DR Ost überstanden, wurden 42 in die

UdSSR verbracht, dazu Teile von acht Schadloks.

38 von ihnen schafften auch die Reise zurück.

Obwohl ihre Laufeigenschaften nicht die besten

waren, brauchte man die E 77. Zehn Stück wurden

noch einmal in Dessau hergerichtet, alle im Jahr

1 960. Doch schon 1 966 war ihr Stern gesunken,

und die letzten wurden abgestellt. Erhalten blieb

die E 77 1 0 als Museumsstück.

E 90 5

Von diesen preußischen Güterzug-Gelenklokomotiven

der Achsfolge C+C wurden noch drei Stück

als Reparationsgut in die UdSSR abtransportiert.

Es waren die E 90 52, 57 und 58. Sie kehrten

zurück, wurden nicht wieder in Gang gebracht und

bis 1 956 verschrottet.

E 91

Nach Kriegsende wurden im Herbst 1 945 die Lokomotiven

E 91 83 – 87 von Hirschberg aus in die

Sowjetisch Besetzte Zone (SBZ) umgesetzt. 1 946

machten sie die Reparationsreise, kamen mit den

anderen zurück, wurden aber nicht wieder instandgesetzt.

Das erstaunt aus heutiger Sicht, denn

bei der Bundesbahn setzte man noch eine geraume

Zeit auf die wuchtigen C’C’-Maschinen. Schon

1 965 waren alle verschrottet.

Ebenso vom schlesischen Netz stammten die in

Dessau stehenden E 91 1 03 – 1 06 (1 04 mit Bombenschäden).

Auch sie wurden 1 946 abgefahren

und kehrten 1 952/53 wieder zurück. Eine Aufarbeitung

lohnte wohl nicht mehr, und so wanderten

alle bis 1 963 in den Schrott.

LOKMagazin 11 | 2014

43


TITELTHEMA

Der Akkuschlepper ASF 118 zieht im März 1990 das „Eisenschwein“ 254 040 (Krauss-Maffei 1941) aus

dem Engelsdorfer Schuppen. Die Lok wird ihr 50. Betriebsjahr erreichen und 1992 ausgemustert

E 92

Aus den Jahren 1 923/24 stammten diese preußischen

Co’Co’-Doppellokomotiven, die seinerzeit

für den schweren Güterzugdienst in Schlesien beschafft

worden waren. Die Reichsbahn gab ihnen

die Betriebsnummern E 92 71 – 79.

Beim Rückzug kamen die Maschinen 1 944

nach Leipzig-Wahren. E 92 74 wurde von Bomben

schwer beschädigt und ausgemustert. Alle anderen,

bzw. deren Teile, gingen 1 946 den Weg in die

UdSSR, kamen 1 952/53 zurück, wurden nie wieder

aktiviert und bis 1 965 alle verschrottet.

E 94

30 Stück der schweren Co’Co’-Ellok verzeichneten

die Listen bei Kriegsende auf dem Gebiet der späteren

DDR. 25 wurden 1 946 abtransportiert.

Eine Lok, die E 94 032, wurde 1 948 an die DR

West übergeben. Zwei standen beschädigt in Dessau,

zwei unvollständig bei der AEG in Hennigsdorf.

Aus den Rückkehrern und den vier Daheimgebliebenen

wurden im Raw Dessau 23 Maschinen

wieder aufgebaut.

Die E 94 042, 046, 054 und 055 wurden an die

DB verkauft. Die anderen Maschinen waren aus

dem Güterverkehr der DR nicht wegzudenken.

Auch mit der Ablieferung der Neubaulok der Baureihe

250 sank der Bedarf an der seit 1 970 als 254

bezeichneten Maschine kaum, denn nun wuchs

auch das unter Fahrdraht liegende Streckennetz.

Insgesamt vier Loks wurden an das Braunkohlenkombinat

Bitterfeld verkauft, sie fuhren schwere

Kohlenzüge von Burgkemnitz nach Bitterfeld.

Früh ausgemustert wurden 254 096 (Mai 1 974;

nach Kabelbrand von 1 973) und 254 01 7 (Juli 1 978

nach Unfall). Alle anderen erreichten die 1 980er-

Jahre. Im September 1 985 fuhren noch 1 4 Loks der

Reihe 254 für die Reichsbahn.

Zum Auslauf-Bw wurde schließlich Engelsdorf.

Am 1 . Januar 1 991 besaß die DR noch acht „Eisenschweine“,

wie die Loks auch genannt wurden. Es

war ihr letztes Jahr im Planeinsatz …

E 95

Diese sechs 1 ’Co+Co1 ’-Riesen waren die schwers -

ten Elloks ihrer Zeit. Sie zogen Kohlenzüge im

schlesischen Netz. E 95 01 – 06 wurden 1 946 als

Reparationsgut in die Sowjetunion abgefahren. Sie

kehrten bis November 1 952 zurück und wurden im

Raw Dessau hinterstellt.

Als der Bedarf an schweren Güterzugloks stieg,

entschied man, auch die E 95 wieder in Betrieb zu

setzen. So wurden 1 959 drei Lokomotiven aufgearbeitet,

wobei die anderen drei als Ersatzteilspender

dienten. Die Reste wurden bis 1 966 abgestellt und

dann verschrottet.

44


ALTBAU-ELLOKS BEI DER DR

Und das in der gottlosen DDR: Am 24. August 1985 bespannte die 218 019 den D 733 von Magdeburg bis

Halle und passierte die Blockstelle „Gottesgnaden“ zwischen Calbe Ost und Sachsendorf Bodo Schulz (2)

Das Bw Halle G setzte die drei Giganten in ers -

ter Linie vor Kohlenzügen im Geiseltal ein. Als

genügend Neubau-Maschinen zur Verfügung standen,

konnte man 1 969 auf die E 95 verzichten. Die

E 95 02 war noch eine Zeit lang Weichenheizlok in

Halle. Sie wird heute noch dort betreut.

Sechs Jahrzehnte Elektrifizierung

1 953 wurde mit der Elektrifizierung des Abschnittes

Halle – Köthen begonnen, dessen feierliche

Eröffnung durch DDR-Verkehrsminister Erwin

Kramer am 1 . September 1 955 vorgenommen wurde.

Schon vier Jahrzehnte zuvor hatte Preußen zwischen

Dessau und Bitterfeld vorgemacht, wie vorteilhaft

das elektrische Fahren sein kann.

Für den Betrieb standen an diesem Tag 1 4 generalüberholte

Maschinen der Baureihe E 44 zur Verfügung.

Die Bahnstromversorgung erfolgte wie vor

dem Krieg über das Bahnkraftwerk Muldenstein,

von dem am 27. Juli 1 955 eine Bahnstromleitung

zum Unterwerk Köthen in Betrieb genommen

worden war.

Am 29. Dezember 1 955 wurde die Elektrifizierung

von Köthen bis nach Schönebeck (Elbe) ausgeweitet

und zum Jahreswechsel 1 956/57 folgte

schließlich die Reststrecke bis Magdeburg. Bis

1 959 wurden mit Ausnahme der für den Braunkohlentransport

relevanten Geiseltalbahn Merse-

LOKMagazin 11 | 2014

burg – Mücheln ausschließlich Wiederelektrifizierungen

vorgenommen. Das bedeutet, dass 20 Jahre

nach Kriegsbeginn der Zustand von 1 939 gerade

einmal wieder hergestellt worden war.

Die weitere Geschichte der Streckenelektrifizierung

in der DDR verlief auch voller Wiedersprüche,

wenn man nur an das einseitige Setzen

auf die Dieseltraktion mit den Lokomotiv-Importen

aus der UdSSR denkt. Aber das ist eine ganz

andere Geschichte … Konrad Querengässer

Die E 95 02 ist Museumslok in Halle

Ralph Lüderitz

45


FAHRZEUGPORTRÄT

STADLER GTW 2/6

Eine Idee aus der Schweiz

ANTRIEBSCONTAINER MIT ZWEI STEUERWAGEN Ende 2013 waren 561

Fahrzeuge aus der GTW-Familie verkauft bzw. fest bestellt. Das verblüfft, weil

man hierzulande nur in bestimmten Regionen diese Fahrzeuge einsetzt

646 213 und 646 212 fuhren am 7. Oktober 2005 als Regionalbahn von Kassel nach Korbach. Im

Hintergrund ist die Burgruine Rodersen zu sehen

Zeno Pillmann

46


STADLER GTW 2/6

LOKMagazin 11 | 2014 47


FAHRZEUGPORTRÄT

Der Frühling kommt: Ein GTW 2/6 der Hessischen Landesbahn, unterwegs von Friedberg nach Hanau,

überquerte am 13. April 2007 den Viadukt über das Niddatal kurz vor dem Halt in Nidderau Zeno Pillmann

M

it der Bahnreform kam es zu einer Umstellung

der Finanzierung des öffentlichen

Personennahverkehrs: Bis dahin musste

die Bundesbahn den Fehlbetrag selbst ausgleichen,

nun gab die Bundes regierung den Ländern Geld,

die damit eigen verantwortlich den Nahverkehr bestellen

und auch voll bezahlen mussten. Wurde der

Personen nahverkehr außerhalb der Ballungsräume

bis dahin nur stiefmütterlich behandelt, genoss

er nun Vor rang.

Um den Verkehr kostengünstig abwickeln zu

können, bedurfte es neuer Fahrzeuge. Dies war die

Geburtsstunde einer Vielzahl neuer unterschied -

licher Triebwagen, die von der Industrie in der

Hoffnung auf neue Aufträge entwickelt und an -

geboten wurden. Neben dem wirtschaftlichen Be -

trieb rückte immer mehr auch ein behinderungsfreier

Zustieg in den Mittelpunkt.

Start auf Meterspur

Einer der neuen Anbieter war die Stadler Rail AG

in Bussnang in der Schweiz. Das Unter nehmen

entwickelte im Auftrag der Oberaargau-Solothurn-

Seeland-Transportgruppe für die meter spurige

Biel-Täuffelen-Ins-Bahn einen Triebwagen. Ent-

48

sprechend der Forderung, wegen der vor handenen

Werkstatt keine schweren Bauteile im Dachbereich

unterzubringen und mindestens zwei Drittel der

nutzbaren Fahrzeugfläche niederflurig auszuführen,

wurde die Antriebstechnik in einer getrennten

Einheit untergebracht.

Daraus entwickelte man 1 995 einen Prototyp

für die Normalspur. Die Mittelthurgaubahn

(MThB) setzte davon 1 996 drei des als GTW 2/6

(GelenkTriebWagen mit 6 Achsen, davon 2 angetrieben)

bezeichneten Fahrzeugs auf der deutschen

Strecke Radolfzell – Stockach ein.

Die ausgefallene Idee

Besonders bemerkenswert ist das Antriebskonzept

des GTW 2/6: In einem mittig angeordneten Modul,

auch Antriebscontainer genannt, ist die gesamte

Antriebs technik untergebracht. Beidseitig

sind Endmodule angeordnet, die sich einerseits

auf ein Drehgestell, andererseits auf das Antriebsmodul

stützen. Außer über den Drehgestellen sind

diese Module nieder flurig.

Das Antriebsmodul erfüllt im Wesentlichen die

Aufgabe einer Lokomotive. Vorteilhaft ist, dass

durch die Konzentration das Gewicht des Antriebs


STADLER GTW 2/6

Am 13. Oktober 2005 entstand dieses Foto mit einem 646/946.2 als RB Kassel – Korbach auf dem Viadukt

östlich von Zierenberg – im Hintergrund die evangelische Stadtkirche

Zeno Pillmann

auf den Antriebsachsen ruht. Zudem konnten bei

diesem Konzept Lärm- und Vibrationen von den

Fahrgasträumen fern gehalten werden.

Ein weiterer Vor teil ist, dass bei Wartungsarbeiten

das Antriebs modul durch ein anderes getauscht

werden kann, sodass der Triebwagen innerhalb

kurzer Zeit dem Betrieb wieder zur

Verfügung steht.

Für die Bedienung des deutschen Marktes wurde

ein Konsortium mit Alusuisse, SLM, AEG und

DWA gegründet. Erst nachdem die Hessische Landesbahn

(HLB) 30 Triebwagen bestellt hatte, bezog

auch die DB Regio AG in der Folgezeit 66 Einheiten

und nummerte sie als Baureihe 646/946 ein.

Modifikationen des Ur-Typs

Die GTW werden auch für den elektrischen Betrieb

angeboten. Sie sind außer als GTW 2/6 auch

als GTW 2/8, GTW 4/8 bzw. GTW 4/1 2 im Einsatz.

Bei dem GTW 4/8 kann zwischen den beiden

Antriebs modulen eine achslose Fahrgastzelle eingehängt

werden, bei dem GTW 4/1 2 handelt es

sich um zwei kurzgekuppelte GTW 2/6, bei denen

an dem Kurzkuppelende die Führerstände entfallen

sind.

LOKMagazin 11 | 2014

18. Juli 2011: 646 015 als RB 22 von Potsdam in

Genshagener Heide (Berliner Außenring) R. Kutschke

49


FAHRZEUGPORTRÄT

Arbeitsplatz des Triebfahrzeugführers im 646/946 mit Mikro für Ansagen in den Wagen

Axel Witzke

Für Arriva und Verkehre in den Niederlanden wurden GTW 2/6 und GTW 2/8 geliefert

Slg. Oliver Strüber

Und das ist die elektrische Variante des GTW 2/6 für Thurbo in der Schweiz

Slg. Oliver Strüber

50


STADLER GTW 2/6

Die Fahrzeuge gibt es sowohl mit den üblichen

Zug- und Stoßeinrichtungen als auch mit einer

Mittelpuffer kupplung. Zusätzlich wurde ein antriebsloser

Steuer wagen entwickelt.

Bis zu vier Einheiten können im Mehrfachtraktion

von einem Führerstand aus bedient werden.

Bis heute sind über 500 GTW verkauft. Auch

durch den Erfolg dieses Modells hat sich in wenigen

Jahren aus dem Nischenanbieter die Stadler

Rail Group in Bussang mit Standorten in Europa

und auch außerhalb entwickelt.

Das Gewicht liegt in der Mitte

Der GTW 2/6 besteht aus dem mittigen Antriebs -

modul und den beiderseits angesetzten Fahrgast -

modulen. Durch die Trennung von Antriebseinheit

und Fahrgastbereich war es möglich, die Fahrgast -

module leichter zu bauen als bei herkömm lichen

Triebwagen mit Antrieb im Fahrgastbereich. Damit

ist der GTW 2/6 mit durchschnittlich 1 .430 kg/m

der leichteste Vollbahntriebwagen.

Das Gerüst der Fahrgastmodule besteht aus Alu

minium. Um die Längsdruckkräfte sicher auf -

nehmen zu können, sind das aus Strangpressprofilen

gefertigte Untergestell, das Kopfstück, das

gegen seitige Element zur Lastabführung auf das

Trieb modul, die unteren Wandprofile, die Türportale

und die Dachträger miteinander verschweißt.

Das in Sandwichbauweise aus Aluminiumblech

und Schaum stoff gefertigte Dach ist auf den Dachspriegeln

und -längsträgern verklebt.

Der Wagenkasten des Antriebsmoduls ist dagegen

aus Stahl geschweißt. Der Boden besteht aus

einem mittigen Hauptlangträger sowie Querträgern.

Das Stahlgerippe ist so ausgeführt, dass für

die Wartung ausreichend große mit Klappen verschließbare

Öff nungen bestehen. Um auch große

Antriebselemente austauschen zu können, sind einige

Vertikalstreben der Seitenwände verschraubt.

Das Antriebs-Mittelteil 646 211, aufgenommen in

der HLB-Werkstatt Großenritte Axel Witzke (2)

Führerraumfußboden hat die selbe Höhe wie der

Fahrgastbereich über dem Drehgestell.

Die Kopfform der ersten Fahrzeuge war kosten -

günstig aus Aluminiumblechen hergestellt. Ab

2000 erhielten die GTW 2/6 der zweiten Generation

erstmals ein glasfaserverstärktes Kopfteil, die

bis dahin eckige Form wurde leicht stromlinienförmig.

Für die dritte Generation wurde die Kopfform

Das ist der Durchgang im mittleren Motorteil (646),

die Endwagen heißen 946.0/5, da ohne Antrieb

Schmaler Durchgang im Maschinenraum

Die beiden längs angeordneten Maschinenräume

der diesel-elektrischen Einheiten sind durch einen

800 mm breiten Mittelgang getrennt, der bis zum

Jahr 2003 asymmetrisch angeordnet war.

Um unangenehme Nickbewegungen zu vermeiden,

ist das Antriebsmodul mit den angesetzten

Fahrgastmodulen im Dachbereich durch ein Lemniskatenlenkersystem

verbunden. Zusätzlich sind

Schlingungsdämper eingebaut.

Der aus Sperrholz gefertigte Fahrzeugboden ist

schwimmend auf dem Untergestell aufgelagert,

der Bodenbelag ist seitlich an den Wänden hochgezogen.

Die Einstiegs- und die Fußbodenhöhe im

Niederflurbereich besteht je nach Einsatzgebiet

zwischen 670 und 760 mm ü. SO., oberhalb der

Drehgestelle je nach Drehgestellausführung zwischen

845 und 1 .090 mm. Die Fußbodenhöhe des

Antriebsmoduls beträgt 1 .090 mm ü. SO., zum

Höhenausgleich sind zwei Stufen eingebaut. Der

LOKMagazin 11 | 2014

51


FAHRZEUGPORTRÄT

Export nach Holland und abweichende Bauweise: 2012 wurden GTW 2/8 mit einem zwischengekuppelten

Mittelwagen von Stadler Bussnang geliefert. In Konstanz wartete dieser Zug auf die Zollkontrolle

nochmals über arbeitet, anstelle von zwei Dieselmotoren

ist nun einer eingebaut. Mit der vierten

Generation wurde die Kopfform den ab 2008 gültigen

EU-Normen hinsichtlich der Kraftaufnahme

bei Unfällen ange passt.

Beheizt wird der Fahrgastraum entweder über

eine Konvektions heizung mit Druckbelüftung oder

eine Klimaanlage.

Ein GTW 2/6 der Hessischen Landesbahn in

Dillenburg am 22. September 2005 Zeno Pillmann (2)

Ganz neue Radsatzführung

Für den Prototyp wurden neue Laufdreh gestelle

und Triebfahrwerke entwickelt. Die Lasten werden

über Flexicoil-Federpaare sowie parallel angeordnete

Stoßdämpfer direkt auf die Radsatzlager übertragen,

so dass auf eine Primärfederung verzichtet

werden konnte. Die Radsatzlängsführung wird

durch die Tatzlager der Motoren übernommen, die

in der Fahrwerksmitte über ein sphärisches Gummigelenk

miteinander verbunden und über Pendelstangen

am Wagenkasten befestigt sind. Dadurch

wird eine radiale Einstellung der Radsätze

bei Fahrten im Gleisbogen ermöglicht, deren

Rückstellung durch die Flexicoil-Federn erfolgt.

Durch die zwischen den Achslager gehäusen angebrachten

Längsdämpfer wird auch bei Höchstgeschwindigkeit

eine gute Laufgüte erreicht.

Das Laufgestell besteht aus einem H-förmigen

verwindungsweichen Rahmen, der aus geschweißten

Kastenprofilen gefertigt ist. Die Längsträger

52


STADLER GTW 2/6

Die GTW 2/6 der Usedomer Bäderbahn mit ihrer typischen Lackierung im Ostsee-Wellen-Look fahren

inzwischen auch recht weit auf das Festland. Das Bild zeigt eine Doppelgarnitur in Stralsund Ralf Kutschke

sind wegen der Aufnahme der Sekundärfederung

nach unten gekröpft. Die Primärfederung besteht

aus Gummischichtfendern. Die Sekundärfederung

übernehmen Luftfedern, die neben der Ausdreh -

bewegung auch die Notfederung tragen. Zur

Längsführung der Radsätze dienen Pendelstangen,

die eine radiale Einstellung der Radsätze ermög -

lichen.

Die elektrischen GTW erhielten 1 998 abweichend

FIAT-SIG-Fahrwerke, die wegen der Magnet-Bremse

schwerer sind, ab 2003 sind alle

GTW mit von Stadler entwickelten Drehgestellen

ausgerüstet.

Trotz wenig Platz gut zugänglich

Alle für den Antrieb erforderlichen Anlagen sind

in den beiden Maschinenräumen wartungsfreundlich

untergebracht. Im Raum I befinden sich die

Diesel motor-Generator-Einheit (550 kW Leistung)

mit Gleichrichter, Kühlanlagen, Luftansaugung,

Vor heizgerät und Hydrostatik-Anlage.

Raum II dient zur Unterbringung der elektrischen

und elektronischen Ausrüstung. Weiter sind

der Kompressor mit Lufttrockner, Druckluft-

Schalttafel, Luftvorratsbehälter sowie im Dachbereich

die Abgasanlage und Stromrichter installiert.

Der Kraftstofftank (800 l) und der Tank für das

Heizöl (200 l) sind unterhalb am Bodenrahmen

angebracht.

LOKMagazin 11 | 2014

Antriebsradsatz mit Fahrmotor

646: TECHNISCHE HAUPTDATEN

Reihe 646.0 BR 646.1 *)

Höchstgeschwindigkeit 120 km/h 120 km/h

Leistung 550 kW 550 kW

Länge über Puffer 38,66 m 38,66 m

Sitzplätze 108 124

Fußbodenhöhe 760 mm 585 mm

Fahrzeuggewicht 55,6 t 56,1 t

Erstes Baujahr 2000 2000

*) Weitgehend baugleich mit der HLB-Version

Axel Witzke

53


FAHRZEUGPORTRÄT

An der Schranke in Allensbach am Gnadensee zwischen Radolfzell und Konstanz erwischte unser

Fotograf die ehemalige 142 126 der DR bei der Überführung von zwei neuen GTW 2/6

Zeno Pillmann

Der Antrieb erfolgt über zwei quer im Rahmen

elastisch aufgehängte Drehstrommoren (je 222 kW

Leistung).

Bei elektrischem Antrieb gelangt die Energie

über Hauptschalter, ölgekühlten Trafo, IGBT-

Strom richter mit Vierquadrantensteller zu den beiden

Fahrmotoren (je 260 kW Leistung).

Einsatz in Deutschland

Die ersten Einsätze eines GTW fanden 1 996 auf

dem reaktivierten Teil der Strecke Radolfzell –

Mengen auf dem 1 7 Kilometer langen Abschnitt

bis Stockach statt. Die schweizerische Mittel -

thurgau bahn hatte die Ausschreibung für das „Seehäsle“,

wie die Bahn auch bezeichnet wird, gewon-

GTW 2/6 IN DEUTSCHLAND, ÖSTEREICH UND DER SCHWEIZ

Einsatzgebiet beschafft Bauart Antrieb Spurweite Betriebs-Nummern

Schweiz

Thurbo Seelinie 1996 GTW 2/6 EMU 1.435 mm RABe 526 680 – 689

SBB Seetalbahn 2003 GTW 2/8 EMU 1.435 mm RABe 520 000 – 016

BLS Regionalverkehr Mittelland 2003 GTW 2/6 EMU 1.435 mm RABe 526 260 – 265

2004 GTW 2/8 EMU 1.435 mm RABe 526 280 – 286

Thurbo 2003 – 2005 GTW 2/6 EMU 1.435 mm RABe 526 701 – 751

2005 – 2010 GTW 2/8 EMU 1.435 mm RABe 526 752 – 780

Aare Seeland mobil Biel-Täuffelen-Ins-Bahn 1997 GTW 2/6 EMU 1.000 mm Be 2/6 501 – 507

2007 GTW 2/6 EMU 1.000 mm Be 2/6 509 – 510

CEV 1997 GTW 2/6 EMU 1.000 mm Be 2/6 7001 – 7004

YSteC 2001 GTW 2/6 EMU 1.000 mm Be 2/6 2000 – 2001

CJ 2001 GTW 2/6 EMU 1.000 mm ABe 2/6 631 – 634

Deutschland

Mittelthurgaubahn Radolfzell – Stockach 1996 GTW 2/6 Prototyp 1.435 mm Bm 596 671 – 673

Hessische LB Wetterau 1999 – 2001 GTW 2/6 DMU 1.435 mm 508 101 – 130

DB Regio Nordost Usedomer Bäderbahn (UBB) 2000 GTW 2/6 DMU 1.435 mm 646/946 101 – 114

2002 GTW 2/6 DMU 1.435 mm 646/946 121 – 129

54


STADLER GTW 2/6

Die DB Kurhessenbahn lässt ihre GTW 2/6 in der Werkstatt der Hessischen Landesbahn in Großenritte

warten. Am 12. September 2014 war das zum Beispiel der 646/946 210

Axel Witzke

nen. Dafür wurden drei Prototypen des GTW 2/6

beschafft, die als Bm 596 671 – 673 bezeichnet

wurden und die im Schülerverkehr zusätzlich mit

einem Steuerwagen verkehrten. Die Prototypen bewährten

sich anfangs, fielen jedoch ab 2001 verstärkt

wegen verschiedener Mängel aus, sodass Ersatz

fahrzeuge gestellt werden mussten. Nach der

Liquidation der MThB wurde der Verkehr von der

Nachfolgegesellschaft EuroThurbo mit den drei

Prototypen weitergeführt. 2005 stellte man die

Fahr zeuge ab, sie wurden später nach Italien an die

Ferrovie del Sud Est (FSE) verkauft.

Für den 1 998 übernommenen Verkehr auf

mehreren Bahnen in der Wetterau bestellte die

DB Regio Nordost Neuruppin 2001 GTW 2/6 DMU 1.435 mm 646/946 001 – 030

DB Regio Kurhessenbahn 2002 GTW 2/6 DMU 1.435 mm 646/946 201 – 213

ODEG 2011 GTW 2/6 DMU-2 1.435 mm 646/946 041 – 046

Österreich

Linzer Lokalbahn 2000 GTW 2/6 EMU 1) 1.435 mm ET 22 151 – 158

2005 GTW 2/6 EMU 2) 1.435 mm ET 22 159 – 164

Graz-Köflacher Bahn 2010 – 2011 GTW 2/8 DMU-2 1.435 mm VT 5063.001 – 013

Steiermärkische LB 2010 – 2011 GTW 2/6 DMU-2 1.435 mm VT 5062.001 – 003

2010 – 2011 GTW 2/6 EMU 1.435 mm ET 4062. 001 – 003

Weiter laufen GTW in Frankreich, Griechenland, Italien, den Niederlanden, der Slowakei, Spanien und den USA.

Abkürzungen / Erklärungen

EMU elektrischer Antrieb (16,7 Hz Wechselstrom)

EMU 1) elektrischer Antrieb (1.500 V Gleichstrom)

EMU 2) elektrischer Antrieb (750 V Gleichstrom und 15 kV/16,7 Hz Wechselstrom – Zweisystemfahrzeug)

DMU diesel-elektrischer Antrieb

Prototyp diesel-elektrischer Antrieb Prototyp MThB

DMU-2 diesel-elektrischer Antrieb (2 Diesel-Motoren)

LOKMagazin 11 | 2014

55


FAHRZEUGPORTRÄT

Herrliches altes Fachwerkhaus und moderne Eisenbahn – das passt sehr gut! Nachschuss auf einen Zug

von Rorschach nach Schaffhausen in Berlingen am 10. August 2010 (Thurbo 526 790-1)

Zeno Pillmann

Hessische Landesbahn (HLB) bei ADtranz 30

GTW 2/6 der Serienausführung. Die Fahrzeuge

bewährten sich. Heute sind noch 26 im Einsatz.

Baureihe 646/946

Die Deutsche Bahn beschaffte für den Verkehr ab

Neuruppin und auf Usedom erstmals auch den

GTW 2/6 mit der Bezeichnung 646/946. Die

GTW 2/6 für den Betrieb auf Usedom erhielten

eine von dem Farbkonzept der DB abweichende

Lackierung in blau und weiß.

Seit Februar 201 2 werden drei Zug paare zwischen

dem Hauptbahnhof Frankfurt (Oder) und

Polen mit den GTW 2/6 gefahren, dafür erhielten

646/946 020 – 030 polnische Zugsicherungseinrichtung

und stärkere Scheinwerfer.

Als drittes Unternehmen von DB Regio erhielt

auch die Kurhessenbahn GTW 2/6, die in Nordhessen

eingesetzt werden.

Die durch die HLB und die Deutsche Bahn beschafften

GTW 2/6 wurden in Lizenz von Adtranz

(Antriebsmodule – Baureihe 646.0-2) und Bombardier

(Fahrgast module – Baureihe 946.0-2 bzw.

946.5-7) gebaut.

Die von der Ostdeutschen Eisenbahn (ODEG)

beschafften GTW 2/6 wurden mit zwei Motoren

ausgerüstet.

Aufträge sogar aus den USA

Obwohl die Aaare Seeland mobile Grund für die

Entwicklung der GTW war, wurden die ersten

Fahrzeuge für Fahrleitungsbetrieb 1 996 von der

Mittelthurgaubahn auf der Seelinie am Bodensee

eingesetzt, auf der Biel-Täuffelen-Ins-Bahn ge -

langten sie erst ein Jahr später zum Einsatz.

Die Vielfältigkeit des modular aufgebauten

Fahrzeug konzeptes zeigt sich neben der Einsatz -

möglichkeit sowohl auf Normalspur- als auch

Schmal spurbahnen auch unter Verwendung eines

Zahnradantriebes für solche Bahnen in Frankreich

und Spanien. Neben dem Einsatz in neun europäischen

Ländern – zum Teil als Lizenzbauten im jeweiligen

Land – werden GTW auch in den USA

eingesetzt.

Zeno Pillmann

56


Ihr Willkommensgeschenk

GRATIS!

Buch »Die legendären Einheits-Elloks«

NEU: ePaper gratis

zum Kennenlernen

für Abonnenten!

12x LOK MAGAZIN

+ Geschenk

Das große Erinnerungsalbum zum Jubiläum »60 Jahre

Einheits-Elloks«: Eine einzigartige Fotodokumentation

aller Baureihen der legendären Loks seit 1952.

GeraMond Verlag GmbH, Infanteriestraße 11a, 80797 München


Mein Vorteilspaket

✓Ich spare 10% (bei Bankeinzug sogar 12%)!

✓Ich erhalte mein Heft 2 Tage vor dem

Erstverkaufs tag (nur im Inland) bequem nach

Hause und verpasse keine Ausgabe mehr!

✓Ich kann nach dem ersten Jahr jederzeit abbestellen

und erhalte zuviel bezahltes Geld zurück!

✓NEU: Jetzt inklusive ePaper! Alle während Ihres

Abozeitraums erschienenen Ausgaben* gratis zum

Kennenlernen! Derzeit leider nur auf iOS verfügbar;

weitere Plattformen sind in Vorbereitung –

wir bitten um Geduld!

* Ab Ausgabe 07/2010


❑ JA,

Das LOK MAGAZIN-Vorteilspaket

ich möchte mein LOK MAGAZIN-Vorteilspaket

Bitte schicken Sie mir LOK MAGAZIN ab sofort druckfrisch und mit 10 % Preisvorteil für nur € 7,10*

(statt € 7,90) pro Heft (Jahrespreis: € 85,20*) monatlich frei Haus. Ich erhalte als Willkommens -

geschenk das Buch »Die legendären Einheits-Elloks«**. Versand erfolgt nach Bezahlung der ersten

Rechnung. Ich kann das Abo nach dem ersten Bezugsjahr jederzeit kündigen.

Bitte informieren Sie mich künftig gern per E-Mail, Telefon oder Post über interessante

Neuigkeiten und Angebote (bitte ankreuzen).


Sie möchten noch mehr sparen?

Dann zahlen Sie per Bankab bu chung*** (nur im Inland

möglich) und Sie sparen zusätzlich 2 % des Abopreises!

Ja, ich will sparen und zahle künftig per Bankabbuchung

❑ pro Quartal nur € 20,87 ❑ pro Jahr nur € 83,50

WA-Nr. 620LM60641 – 62145140

Ihr Geschenk

Vorname/Nachname

IBAN:DE | | | | |

Bankleitzahl

Kontonummer

Straße/Hausnummer

PLZ/Ort

Telefon

E-Mail (für Rückfragen und weitere Infos)


Datum/Unterschrift

Bankname

Ich ermächtige die GeraNova Bruckmann Verlagshaus GmbH, wiederkehrende Zahlungen von meinem Konto mittels

Lastschrift einzuziehen. Zugleich weise ich mein Kreditinstitut an, die von GeraNova Bruckmann Verlagshaus

GmbH auf mein Konto gezogenen Lastschriften einzulösen. Die Mandatsreferenz wird mir separat mitgeteilt.

Hinweis: Ich kann innerhalb von acht Wochen, beginnend mit dem Belastungsdatum, die Erstattung des belasteten

Betrages verlangen. Es gelten dabei die mit meinem Kreditinstitut vereinbarten Bedingungen.

Datum/Unterschrift

Bitte ausfüllen, ausschneiden oder kopieren und gleich senden an:

LOK MAGAZIN Leserservice, Postfach 1280, 82197 Gilching oder per Fax

an 0180-532 16 20 (14 ct/min.), per E-Mail: leserservice@lokmagazin.de

www.lokmagazin.de/abo


* Preise inkl. Mwst., im Ausland zzgl. Versandkosten

** Solange Vorrat reicht, sonst gleichwertige Prämie

*** Gläubiger-ID DE63ZZZ00000314764


FAHRZEUGE

Zu Beginn der 1970er-Jahre herrschte im Bw Gera noch herrliche Dampfatmosphäre: Die mit einem 44er-

Tender ausgerüstete und gut gepflegte 58 3055 hat keine abgeschrägten Witte-Bleche

Slg. Uwe Lewin

MEINE LIEBLINGSBAUREIHE

Aus der Ferne

58.30 DER DR Markus Kronfeld hat

die von ihm bevorzugte Baureihe

selbst nie mit der Kamera verfolgt. Er

war dafür einfach zu jung …

A

ls Kind des Ruhrgebiets in den 1 970er-Jahren

aufgewachsen, war ich zunächst einmal

weit entfernt vom damaligen Einsatzgebiet

der Lokomotiven, welche zu dieser Zeit ihren Zenit

bereits längst überschritten hatten. Vielleicht

hätte ich sie irgendwo noch als Heizlok, wie die

Glauchauer 58 3023 Anfang der 1 980er-Jahre im

Lokschuppen Zwickau, entdecken können, aber

wie unüberwindbar war für einen Elfjährigen die

damalige innerdeutsche Grenze! Insofern habe ich

die Lok nie aktiv erleben dürfen und bis heute,

muss ich gestehen, habe ich auch noch nicht die

existierende Traditionslok 58 3047 in Glauchau

und die ebenfalls noch vorhandenen 58 3049 besichtigen

können.

Angefangen hat alles mit dem wunderschönen

HO-Modell von Gützold. Allein die voll funktionsfähige

Mechanik des Innentriebwerks fasziniert

mich immer wieder und bringt mich dem Original

sehr nahe. Komplettiert durch einen Bildband zur

Baureihe und einen Film, mit vielen Aufnahmen

zu den damaligen Einsatzschwerpunkten der Lok,

hat sich meine Begeisterung für das Fahrzeug entwickelt.

Seit dem siebten Lebensjahr bin ich nun schon

ein großer Eisenbahnfan. Angefangen hat alles zu

Hause durch die große Eisenbahnleidenschaft

meines zwölf Jahre älteren Bruders. Er hatte schon

damals eine große Modellbahnsammlung und

eine Fülle an Literatur, und ich erinnere mich nur

zu gut an lange Abende, in denen er mir die Funktion

von Dampflokomotiven näher brachte.

V 100 und „Silberlinge“

Die ersten Kontakte mit der Eisenbahnwelt waren

die Besuche bei einigen Tanten im Wuppertaler

Raum, die von Essen aus häufig mit dem Zug erfolgten.

Dort stand seinerzeit die V 1 00 im Mittelpunkt,

und das markante Motorengeräusch sowie

das gefällige Aussehen haben mir als kleiner Junge

schon sehr gefallen. Kräftig setzte sie ihre drei „Silberlinge“

im Bergischen Land in Bewegung. Ich

meine, dass nach dem Dampflokverbot auch durch

eine Diesellok der Hör-, Geruchs- und auch der

Geschmackssinn angeregt werden kann.

Durch die nach der Wende stärkere Repräsentanz

der ehemaligen Reichsbahnmaschinen auch

im Westen und sicherlich auch durch die lobens-

58


MEINE LIEBLINGSBAUREIHE

Um 1972 setzt die Riesaer 58 3010 in Waldheim einen Güterzug nach Karl-Marx-Stadt-Hilbersdorf in

Bewegung. Diese Lok ist mit einem aufgefrischten P 10-Tender gekuppelt

Slg. Uwe Lewin

werte Erhaltung vieler ehemaliger Reko-Lokomotiven

in Ostdeutschland, hat sich bei mir ein starkes

Interesse für die Entwicklung der Eisenbahn in der

ehemaligen DDR herausgebildet.

Die Geschichte der Bundesbahn war hingegen

schon in zahlreichen Veröffentlichungen behandelt

worden und ist natürlich zum Teil von mir

auch selbst erlebt.

Ist der Reko-Kessel schön?

Waren die Loks damals durch die Reko-Kessel gegenüber

ihren westlichen Schwestern für mich

eher fremd und wenig ansehnlich, sind diese heute

für mich kräftig und besonders ausdrucksstark

– also verkürzt gesagt, doch (sehr!) schön.

Faszinierend an der Reko-G 1 2 finde ich das bullige

und kräftige Erscheinungsbild. Dies wird insbesondere

durch den höher liegenden Kessel und

Umlauf unterstützt. In Verbindung mit dem geschweißten

Neubautender des Typs 2’2’ T 28 ergibt

sich meiner Meinung nach optisch eine gelungene

Konstruktion, auch wenn sie von vorn betrachtet

etwas schroff daherkommt.

Tender-Vielfalt

In Ermangelung von genügend Neubautendern

musste die Reichsbahn auch auf Wannentender

2’2’ T 30, Tender des Typs 2’2’ T 26 (Baureihe 50)

und schließlich des Typs 2’2’ T 31 ,5 (Baureihe 39)

zurückgreifen. Auch Tender von 44ern kamen hin-

LOKMagazin 11 | 2014

Die 58 3047 am 11. April 1976 in Gera Hbf mit dem

Schichtarbeiterzug nach Altenburg Rudolf Heym

59


FAHRZEUGE

ie 58 3014 im Bw Riesa hat ebenfalls einen 44er-Tender. Darüber hinaus besitzt sie das eigentümliche

unde dritte Spitzenlicht, das manche DR-Loks in den 1970er-Jahren trugen

Slg. Uwe Lewin

Ebenfalls gut im Lack ist die Riesaer 58 3026 mit einem Neubautender 2’2’ T 26

Slg. Uwe Lewin

60


MEINE LIEBLINGSBAUREIHE

Aus dem Tal der Weißen Elster geht es hinauf nach Ronneburg: Aus der 58 3049 holen Heizer und Lok -

führer am am 6. August 1979 in Gera-Kaimberg alles heraus, was die Reko-G 12 leisten kann Rudolf Heym

DER AUTOR

Markus Kronfeld, Jahrgang

1969, ist verheiratet und

hat drei Kinder. Als

Bilanzbuchhalter arbeitet er

seit Jahren in einem

Steuerbüro. Im Rahmen

einer Eisen bahnausstellung

bei einem Bürgerverein bot

sich im Jahr 2000 die

Gelegenheit, sein

Eisenbahninteresse einem

breiten Publikum zu

präsentieren. Vorgestellt

wurde dabei die ehemalige

Strecke Mülheim-Heißen – Essen-Rüttenscheid – Essen-

Steele (Süd) durch historische Fotos, zeitgerechte HO-

Modelle und eine Katalog veröffentlichung.

LOKMagazin 11 | 2014

ter die 58.30. Gerade diese Vielfalt des äußeren Erscheinungsbildes

zeichnet zusätzlich das Besondere

der Baureihe aus.

Nach intensiver Prüfung entschlossen sich die

Verantwortlichen der Reichsbahn Ende 1 957 zum

Umbau der Lok 58 1 379 des Bw Gera in die 58

3001 , welche am 31 . März 1 958 fertiggestellt war.

Bis zum Jahr 1 962 entstanden im Raw „7. Oktober“

Zwickau insgesamt 55 weitere Loks dieser

Baureihe. Die Ingenieure entwickelten in Rekordzeit

den neuen Hochleistungskessel 58 E zur Serienreife.

Dieser gegenüber der Ursprungs-G 1 2

deutlich längere Kessel erforderte eine Anpassung

des Fahrwerks, bei der der Rahmen um 60 Zentimeter

vorgeschuht werden musste. Allein vom

Aussehen hatte die neue Lok also kaum noch Ähnlichkeiten

mit der alten preußischen G 1 2.

Die Mittelgebirgslok

Insbesondere auf den Mittelgebirgsstrecken im Süden

der DDR bestand Bedarf für die neuen Drillingsmaschinen

und so verteilten sie sich zuerst

auf die Bahnbetriebswerke Gera (1 9), Dresden-

Friedrichstadt (1 6), Engelsdorf (8), Döbeln (5), Riesa

(6) und Halle P (2).

Wenn von kräftigen Güterzugloks erzählt wird,

fällt in erster Linie jedem sofort die Baureihe 44

ein. Dann wird natürlich noch die Reihe 50 und

vielleicht die Mehrzwecklok der Baureihe 41 erwähnt.

Ich habe mich aus den genannten Gründen

für die 58.30 als „meine“ Güterzuglok entschieden.

Auf den Zeitpunkt, der erhalten gebliebenen

Traditionslok gegenüber zu stehen und auf eine

weitere Komplettierung passender Reichsbahngüterwagen

zu meinem Lokmodell der 58 3051 freue

ich mich schon.

Markus Kronfeld

61


FAHRZEUGE

V 70.01

In Ewigkeit …

GMEINDER-QUALITÄT Bei Privaten

ist noch so mancher Exot unterwegs.

Doch eine 1959 als Unikat gebaute

Diesellok? Noch heute? Martin Weltner

kennt das solide 700-PS-Gefährt

D

ie Lokfabrik Gmeinder im badischen Mosbach

baute 1 959 unter der Fabriknummer

51 1 7 eine 700 PS starke Diesellok mit hydraulischer

Kraftübertragung für die Bregtalbahn

der Mittelbadischen Eisenbahnen (MEG), die im

Gmeinder-Lieferprogramm als Typ 700 BB auftaucht.

Schon äußerlich wirkt die V 70.01 genannte

Lok sehr robust: Unter dem massiven und breiten

Rahmen verbergen sich zwei schnörkellos

gestaltete Drehgestelle. Der Lokaufbau präsentiert

sich im Stil der Nierentisch-Epoche: Es gibt keine

Ecken und Kanten, runde Formen prägen das Bild,

angefangen von den Hauben bis hin zu den Stirnwandfenstern

des mittig angeordneten Führerhauses.

Und der äußere Schein sollte nicht trügen, die

Zwei Ansichten von rechts und links belegen: Sehr

solide und stabil gebaut – eben für die Ewigkeit!

Lok war offensichtlich wirklich für die Ewigkeit gebaut


Auf der Bregtalbahn, die von Hüfingen bei

Donaueschingen nach Furtwangen führte, war die

neue V 70.01 für den Güterzugdienst und die lokbespannten

Reisezüge zuständig. Der 1 ’C-Dampf -

lok 401 blieb fortan nur noch die Rolle als Reservemaschine.

1 971 wurde die MEG mit der Südwestdeutschen

Eisenbahn-Gesellschaft (SWEG) verschmolzen, die

nun Eigentümerin der Bregtalbahn samt ihrem

Fahrzeugpark wurde. Doch nach einem weiteren

Jahr war Feierabend im Bregtal: Wegen einer

schadhaften Brücke wurde der Verkehr eingestellt.

Nächste Station für die V 70.01 war der SWEG-

Stützpunkt Schwarzach, wo die Lok sich im schweren

Ölzugverkehr bewähren musste. Im Verlauf

der 1 970er-Jahre wurde sie bei weiteren SWEG-

Bahnen eingesetzt, immer da, wo gerade Bedarf

nach einer zuverlässigen Diesellok herrschte. Die

62


Ausfahrt der V 70.01 mit ihrem Schülerzug nach

Endingen aus Breisach im Sommer 1985, mitgeführt

wird auch ein Güterwagen - im Hintergrund grüßt das

St. Stephansmünster Martin Weltner (3)

V 70.01

1 980er-Jahre verbrachte die V 70.01 zum größten

Teil bei der Kaiserstuhlbahn, wo sie gelegentlich

auch wieder zu Reisezugehren kam, so vor dem

Schülerzugpaar Endingen – Breisach, gebildet aus

alten vierachsigen Beiwagen mit Reichsbahn-Vergangenheit

oder aus dem Hause Esslingen.

1988 komplett aufgearbeitet

1 988 wurde die Lok nach mittlerweile 29 Dienstjahren

bei Gmeinder modernisiert und remotorisiert,

wobei sich die äußerlichen Veränderungen in

Grenzen hielten. Neue Heimat der Lok wurde jetzt

die Strecke Achern – Ottenhöfen, „Ausflüge“ zu

anderen SWEG-Bahnen nicht ausgeschlossen.

Die Farbgebung der Lok wechselte mehrmals:

Ausgeliefert wurde sie im klassischen Diesellok-

Rot mit hellen Zierstreifen. Um 1 980 erhielt sie

den seinerzeit modernen, orangen SWEG-Lack mit

blauen Zierstreifen, der bei der Modernisierung

der Lok im Jahr 1 988 umgedreht wurde: Jetzt war

LOKMagazin 11 | 2014

die V 70.01 , die kurze Zeit auch einfach als V 70

bezeichnet war, blau lackiert und trug orange Streifen.

Seit 2009 fährt der Veteran wieder in seiner

schmucken Ursprungslackierung und machte sich

damit bestens als Reservelok für die Dampfzüge

auf der Strecke Achern – Ottenhöfen. Mittlerweile

ist die Lok auf die Kaiserstuhlbahn zurückgekehrt,

wo sie gelegentlich für die modernen V 1 02 und

1 03 einspringen muss. Martin Weltner

V 70.01: HAUPTDATEN

Achsfolge

Leistung

Höchstgeschwindigkeit

Länge über Puffer

Dienstgewicht

Hersteller

Typ

B’B’

700 PS

62 km/h

11.340 mm

56 t

Gmeinder

700 BB

63


FAHRZEUGE

Der Name Woippy steht für einen großen Verschiebebahnhof in Frankreich. Am 22. Juni 2013 kommt die

437049 der FRET mit einem Containerzug am alten Empfangsgebäude vorüber Erhard Ditz

SNCF-BAUREIHEN 427/437

Die FRET’chen

ALSTOM-EL2/EL3/U4 Bis weit nach

Sachsen hinein sieht man die kantigen

und herb-schönen Güterzugloks

der FRET. Höchste Zeit für ein Porträt:

Erhard Ditz hat für uns recherchiert

I

n den 1 990er-Jahren stand bei der SNCF der

Generationswechsel bei den elektrischen Lokomotiven

für den Güterverkehr an. Abgelöst

werden mussten verschiedene Baureihen aus der

Zeit von etwa 1 950 bis 1 975, die einst in reiner

Gleich- oder 50-Hz-Wechselstromausführung wie

auch als Zweisystem-Lokomotiven beschafft worden

waren. Ziel war es, eine dem Stand der Tech-

nik entsprechende, trotzdem in Anschaffung und

Unterhalt preisgünstige und für beide Stromsysteme

landesweit einsetzbare Baureihe zu beschaffen,

die in einer zusätzlichen Dreisystem-Variante auch

für den Verkehr nach Deutschland und in die

Schweiz geeignet sein sollte.

Zwei-, Drei- und Viersystemlok

1 999 beauftragte die SNCF Alstom in Belfort mit

der Entwicklung und dem Bau von 1 80 Zweisystem-Maschinen

BB 27000 für 1 ,5 kV/DC und 25

kV/50 Hz AC (Alstom-Bezeichnung EL2/U4) und

zunächst 29 Einheiten BB 37000 der Dreisystem-

Ausführung für 1 ,5 kV/DC, 25 kV/50 Hz AC und 1 5

kV/1 6,7 Hz AC (Alstom-Bezeichnung EL3/U4).

Die 30. Dreisystem-Maschine sollte statt für 1 ,5 kV

DC für das belgische 3-kV-Gleichstromnetz ausgerüstet

werden, was aber verworfen wurde.

Stattdessen baute Alstom auf eigene Kosten einen

Versuchsträger für alle vier Stromsysteme. Die

Maschine, als „PRIMA 6000“ bezeichnet, wurde

64


SNCF-BAUREIHEN 427/437

4 steht dabei für den Geschäftsbereich Güterverkehr

(das BB stand früher für die Achsfolge).

Die Auslieferung der für den innerfranzösischen

Güterverkehr bestimmten 1 80 Stück 427 erfolgte

in den Jahren 2001 bis 2006. Die ersten 29

Stück der für den grenzüberschreitenden Verkehr

nach Deutschland und in die Schweiz vorgesehenen

Nummernreihe 437 001 bis 0029 wurden

nach Bau einer Vorserienmaschine 2003 von April

bis November 2004 abgeliefert. Die Lieferung der

zweiten Serie von 31 Maschinen 437 0030 – 0060

erfolgte von März bis Dezember 2006.

Niemals waren alle Maschinen gleichzeitig in

Betrieb. Am 1 1 . Oktober 2006 kollidierte 437 007

mit einem Doppelstockzug bei Zoufftgen nahe der

luxemburgisch-lothringischen Grenze, bei dem

sechs Todesopfer zu beklagen waren. 437 007 wurde

so schwer beschädigt, dass sie ausgemustert

werden musste.

Ablösung für die 181er der DB

Mehr als 40 Jahre nach der Beschaffung der ersten

deutschen Zweisystemloks der Reihe E 320 und

der späteren Serienbaureihe 1 81 .2 für den Verkehr

von und nach Frankreich gab es nun erstmals eine

größere Anzahl französischer Mehrsystemloks für

den Einsatz nach Deutschland.

Die Zulassungen für das Netz der DB und der

SBB verzögerten sich. Für die DB wurde zunächst

für 437 001 – 029 durch das EBA die Zulassung

bis Trier am 09.2.05 erteilt, dann bis Gremberg am

05.1 0.05 und für das komplette Netz erst 2006.

Die Zweisystem-Lokomotive 427 167 (ex SNCF) ist

nun als Akiem 27167 in silberner Livree im Einsatz.

Das Bild entstand bei Rouffach (Elsaß) Erhard Ditz

2003 vorgestellt und hatte mit 6.000 kW (gegen -

über den Serienloks mit 4.200 kW) eine höhere

Leistung. Exportaufträge für weitere Loks blieben

aber aus. Sie diente schließlich zur Erprobung verschiedener

neuer Komponenten und wurde mehrmals

umgebaut. 2009 wurde sie verschrottet, die

verwertbaren Komponenten ausgeschlachtet. Der

Lokkasten ohne Drehgestelle befand sich einige

Jahre als Anschauungsobjekt vor dem Herstellerwerk

in Belfort.

Neues SNCF-Nummernsystem

Inzwischen wurde das französische Nummernschema

umgestellt. Da es nur noch laufachslose

und fast ausschließlich vierachsige Lokomotiven

gab, wurde die Angabe der Achsfolge in der Nummernbezeichnung

obsolet. Mit der Einführung verschiedener,

eigenständiger Geschäftsbereiche bei

der SNCF sollte auf die entsprechende Zugehörigkeit

hingewiesen werden. So wurde aus der BB

27000 die 427 und aus der BB 37000 die 437. Die

LOKMagazin 11 | 2014

65


FAHRZEUGE

Die Frontscheibe ist ein einfaches Rechteck ohne Wölbung, was natürlich Kosten spart. Am 29. Oktober

2009 hat die E 37 507 der Veolia in Kirch Göns einen Kesselwagenzug am Haken Erhard Ditz

Für das Netz der SBB erfolgte die Zulassung der

gleichen Maschinen am 1 9. Mai 2004 durch die

OFT zunächst bis Muttenz. Erst nach Ausrüstung

mit ZUB 262/Integra kam am 1 6. April 2007 die

OFT-Zulassung der 437 030 – 060. Der erste planmäßige

Einsatz in die Schweiz fand am 1 0. Juni

2007 nach Buchs statt.

Haupteinsatzgebiet in Deutschland wurde die

Moselstrecke bis (Köln-)Gremberg, wo die Maschinen

bis heute häufig vor Güterzügen anzutreffen

sind. Ursprünglich waren auch Einsätze von

(Metz-) Woippy nach Mannheim geplant, die aber

eher selten blieben. Sporadisch und von außen

nach keinem erkenntlichen Schema folgend, kann

man die „FRET’chen“, wie sie unter deutschsprachigen

Eisenbahnfreunden auch genannt werden,

heute auf fast allen elektrifizierten und im Güterverkehr

betrieben Strecken der DB antreffen.

Auch die Privaten greifen zu

Nach der SNCF bestellten Veolia und CB-Rail zwischen

2005 und 2007 weitere 31 Einheiten der

EL3/U4. Diese erhielten die Nummern E 37 501 ff.

Die Auslieferung erfolgte in drei Baulosen:

– E 37 501 – 503 von August bis Oktober 2006,

– E 37 504 – 507 von Januar bis Juli 07 und

– E 37 508 – 531 bis 2009.

Die Ordnungsnummern 509, 51 1 , 51 3, 51 5 524,

529, 530, 531 des letzten Bauloses erhielt noch Veolia,

die anderen wurden von CB-Rail finanziert und

entsprechend zugeordnet. Während sich die

SNCF-Maschinen in silbern und grün präsentierten,

waren die Veolia-Loks mit silbernen Seitenwänden

und roter Front versehen. Die von CB-Rail

finanzierten und an Veolia geleasten Einheiten waren

komplett silbern.

Die Maschinen waren, wie ihre SNCF-Schwes -

tern, auch auf vielen DB-Strecken anzutreffen.

201 0 endeten die Veolia-Aktivitäten im Eisenbahngüterverkehr

und die Flotte wurde aufgeteilt.

E 37 501 – 505 und 509 ging an Europorte (Eurotunnel),

die anderen neun an VC Holding (SNCF

Geodis), die restlichen blieben bei CB-Rail.

Das Leasing-Geschäft

Doch auch die SNCF wollte in den Lokomotiv-Leasingmarkt

einsteigen. So wurde am 1 . Januar 2009

Akiem als 1 00-prozentige-Tochter der SNCF-Geodis

gegründet. Teile der PRIMA-Flotte gingen an

Akiem. Dort werden sie von der SNCF an private

Betreibern geleast. Private Betreiber wollen nicht

unbedingt Loks in der Aufmachung des Wettbewerbers

mieten, so beschloss man, die Maschinen

in einer neuen Farbgebung zu präsentieren.

Auf der INNOTRANS 201 0 stellte man 437 027

in einer purpurrot-silbern abgesetzten Farbgebung

aus. 70 der Reihe 427 und 68 der Reihe 437 wurden

von Akiem inzwischen übernommen und teil-

66


SNCF-BAUREIHEN 427/437

37025 an 14. Mai 2007 in Schkopau: Gut zu sehen ist, dass der Stromabnehmer für Wechselstrom (Wippe

1.950 mm breit) gehoben ist. Die beiden vorderen haben schmalere Schleifer (1.600 mm) Ralph Lüderitz

427/437: TECHNISCHE HAUPTDATEN

Baureihe BB 27000 (427) BB 37000 (437)

Indienststellung 2001 – 2006 2003 – 2007

Betriebsnummern 427 001M – 015M 437 001 – 060*

427 016 – 180 E37 501 – 531

Länge über Puffer 19.520 mm 19.520 mm

Höhe 4.310 mm 4.310 mm

Breite 2.857 mm 2.857 mm

Umgrenzungsprofil UIC 505 UIC 505

Treibraddurchmesser max./min. 1.150 mm/1.070 mm 1.150 mm/1.070 mm

Drehgestellachsabstand 2.600 mm 2.600 mm

Abstand Drehgestellmitte/Drehgestellmitte 10.060 mm 10.060 mm

Max. Achslast (konstruktiv) 22.500 kg 22.500 kg

Lokmasse (konstruktiv)** 90.000 kg 90.000 kg

Nennleistung 4.200 kW 4.200 kW

Höchstgeschwindigkeit 140 km/h 140 km/h

Anfahrzugkraft 320 kN 320 kN

Dauerzugkraft (bei 60 km/h) 250 kN 250 kN

Zugkraft bei Höchsgeschwindigkeit 110 kN 110 kN

Antrieb Tatzlagerantrieb Tatzlagerantrieb

Fahrmotoren

4 x Typ 6 FRA 4567 (Asynchronmotoren) 4 x Typ 6 FRA 4567 (Asynchronmotoren)

Stromsysteme 1,5 kV DC; 25 kV/50 Hz AC 1,5 kV DC; 25 kV/50 Hz AC;

15 kV/16,7 Hz AC

Anzahl der Stromabnehmer 2 3

Zugsammelschiene nein nein

Mehrfachtraktion je zwei Loks, auch beide Bauarten, möglich: 427-427; 437-437; 427-437

Anmerkungen: * 437 001 nach Unfall 2006 ausgemustert

** Die Angabe entspricht laut Herstellerder der maximalen Dienstmasse; die Dreisystem-Maschinen sind

aber schwerer (größerer Trafo, dritter Stromabnehmer)

LOKMagazin 11 | 2014

67


FAHRZEUGE

weise umlackiert, wobei die meisten ein silbernes,

eher langweilig erscheinendes „Farbkleid“ mit dem

Akiem-Logo erhielten.

Weitere PRIMA-Varianten – auch Diesel!

Für das Nahverkehrsnetz Transilien, östlich von Paris,

wurden 68 Lokomotiven mit der Baureihenbezeichnung

827.3 von 2004 bis 201 0 beschafft. Die

in blau gehaltenen Maschinen sind mit der 427

identisch, verfügen aber zusätzlich über ein Nahverkehrspaket

mit Zielanzeigen etc. und über eine

Zugsammelschiene zur Energieversorgung der

Reisezüge. Außerdem wurden auf der Basis der

PRIMA-Plattform 433 dieselelektrische Lokomotiven

der Reihe BB75000 gebaut, die sich in den

Diensten von SNCF-Fret und anderer französischer

Dienstleister befinden. Als größter Exporterfolg

sind 1 80 achtachsige Elektro-Doppelloks und

500 sechsachsige Einrahmen-Elloks für China zu

nennen.

Inzwischen wurde die PRIMA-Plattform zur

PRIMA-II-Platform weiterentwickelt, damit Als -

tom als kompetenter Wettbewerber auf dem Markt

bestehen kann.

Die Reihe EL3/U4 wird in ihren verschiedenen

Farbvarianten sicher noch für viele Jahre auch auf

Schienen in Deutschland und der Schweiz für Abwechslung

im Güterverkehr sorgen. Erhard Ditz

KURZ GEFASST: DIE TECHNIK DER LOKOMOTIVEN

ie Maschinen der Baureihen 427

Dund 437 wurden modular aufgebaut

und unterscheiden sich abgesehen von

den zusätzlichen Komponenten für das

dritte Stromsystem nur unwesentlich.

Lokkasten

Er ist als geschweißte Stahlkonstruktion

ausgeführt und besteht aus dem

Rahmen, senkrechten und in Dachhöhe

waagrechten Holmen, auf denen die

Seitenwände aus Sickenblech

angebracht sind. In der Dachschräge

sind die Hauptlüfteröffnungen und

Öffnungen zur Aufnahme elektrischer

Komponenten eingelassen. Das Dach

selbst ist nicht tragend und kann zur

Montage der elektrischen Module

teilweise abgenommen werden.

An jeder Stirnseite, fest verbunden mit

dem Rahmen, gibt es zwei Energie -

absorbierungsmodule zur Aufnahme

der Puffer und der Kupplungselemente.

Im Falle eines Aufpralls werden Puffer

und das Energieabsorbierungsmodul

zusammengeschoben. Die Puffer

können maximal 1 MJ aufnehmen

(entsprechend dem Aufprall auf ein

anders Schienenfahrzeug mit 20 km/h),

das Modul maximal 2,25 MJ (entspre-

chend einem Zusammenstoß mit einem

15-Tonnen-Lkw bei 65 km/h).

Der Rahmen besteht aus zwei Längsund

zwei Querträgern, letztere dienen

zur Abstützung des Lokkastens auf die

Drehgestelle und der Montage der

Zugstangen. Die Führerkabinen sind in

Fensterhöhe nach hinten geneigt,

wodurch sich die Sicherheit bei einer

Kollision erhöht.

Drehgestelle und Antrieb

Die schwanenhalsförmigen Längsträger

sind an jedem Ende und in der Mitte

verbunden. Der Drehgestellrahmen in

annähernd rechteckigem Grundriss ist

einschließlich der verschiedenen

Hilfslemente (Achslager, Halterungen,

Kranösen etc.) weitgehend geschweißt.

In der Mitte der Längsträger befinden

sich auf jeder Seite je ein Bolzen und

eine Bohrung zur Aufnahme der Spiral -

federn für die Sekundärfederung und

des Lokkastens. Die Kraftübertragung

erfolgt mittels integrierten Zug- und

Druckstangen. Weiches Anfahren, gute

Bogenläufigkeit und eine geringe Masse

werden herstellerseitig als Vorteile

dieser Konstruktion hervorgehoben.

Der Achsstand beträgt 2,6 Meter.

Die vier sechspoligen Fahrmotoren des

Typs 6FRA4567 sind als Kurzschluss -

läufer ausgeführt und verfügen über

eine Nennleistung von je 1.050 kW. Die

Motoren sind offen ausgeführt und

zwangsbelüftet. Es sind Tatzlager -

motoren auf Hohlachsen, die seitlich

angeflanschten Ritzel wirken direkt auf

das Zahnrad der Welle und befinden

sich in einem geschlossenen Gehäuse.

Dieser Antrieb ermöglicht eine Höchst -

geschwindigkeit von 140 km/h (für 154

km/h ausgelegt), was Güterzugloks

ausreichend ist. Die Antriebsräder

haben einen Durchmesser von 1.150

Millimeter im Neuzustand. Die

Maschinen können in Doppeltraktion

betrieben werden.

Inneneinrichtung

Das Bedienpult ist mittig angeordnet

und die wichtigsten Bedienelemente

sind als Hebel ausgeführt und auf der

Waagerechten des Bedienpultes

angeordnet. Die schräge fünfteilige

Konsole ist mit blendfreien Displays

ausgestattet, die konzentrisch zum

Lokführer zeigen. Die klimatisierten

Führerstände wurden nach den

aktuellen Sicherheitsrichtlinien zur

mechanischen Energieabsorption im

Falle eines Aufpralls konstruiert, um

das Personal so gut wie möglich zu

schützen. Beide Führerstände sind über

einen 70 Zentimeter breiten Mittelgang

verbunden. Daneben sind beidseitig die

verschiedenen Blöcke modular

angeordnet. Den größten Raumbedarf

hat dabei der Traktions-block, in dem

die Schaltschütze und die Leistungs -

elektronik untergebracht sind. Weitere

Module beinhalten die elektrische

Brems einrichtung, die Hilfsstromkreise,

die Pneumatik und den Bordcomputer.

Unterflur sind der horizontal angeord -

nete Transformator und pro Drehgestell

ein Batteriesatz eingebaut.

Elektrischer Aufbau

Die dachseitigen Hochspannungsleitungen

sind überirdisch ausgeführt. Für die

Stromaufnahme aus der Fahrleitung

sorgen bei den Zweisystem-Loks zwei

und bei den Dreisystem-Maschinen drei

Einholm-Stromabnehmer. Im Schadens -

fall kann (mit Einschränkungen) grund -

sätzlich auf den anderen Stromab -

nehmer umgeschaltet, bzw. können

beim Anfahren unter Gleichstrom beide

verwendet werden. Die seitliche

Amplitude („Zickzack“) der Fahrleitung

französischer Wechselstromstrecken

erlauben Schleifstücke von 1.450 bis

1.600 Millimeter Breite, der Gleich -

stromstrecken von 1.600 bis 1.950.

Eine spezielle Software verhindert, den

Wechselstromabnehmer unter Gleich -

strom und umgekehrt zu benutzen.

Nutzung der drei Stromabnehmer

der Drei system-Variante:

– Seite Führerstand 1 (Gelenk nach

außen), Schleifstückbreite 1.950 mm,

zwei Kohleschleifstücke für 15 kV/

16 2/3 Hz DB

– Seite Führerstand 2 innen (Gelenk

nach innen), Schleifstückbreite 1.600

mm für 25 kV/50 Hz und 15 kV/

16 2/3 Hz SBB

– Führerstand 2 außen (Gelenk nach

außen), Schleifstückbreite 1.600 mm

für 1,5 kV Gleichstrom.

68


SNCF-BAUREIHEN 427/437

Ein markantes Lokomotivgesicht, ohne übertriebene Designer-Kapriolen und zur Arbeit vor Güterzügenpassend:

Am 11. September 2008 rollt 437017 mit einem Containerzug durch Eller (Mosel) Erhard Ditz

Eingangsseitig gibt es für Wechsel- und

Gleichstrom je einen Hauptschalter. Bei

Gleichstrombetrieb wird der Umrichter

direkt, bei Wechselstrombetrieb über

den Hauptransformator eingespeist.

Der Transformator hat unterspannungsseitig

vier Hauptwicklungen für jeden

Motor. Jeder Motor hat seine eigene

elektronische 4-Quadranten-Steuerung

und seine eigene wassergekühlte

Frequenzumrichter-/Gleichrichtereinheit,

deren Technik auf asynchrone

ONIX-IGBT-Leistungsumrichtermodule

basiert.

Ergänzend zur pneumatischen Bremse

verfügen die Maschinen über eine

elektrische Widerstandsbremse und

eine elektrische Nutzbremse. Die

maximale Bremsleistung pro Achse

beträgt bei der Widerstandsbremse

1.265, bei der Nutzbremse 1.985 kW.

Für die Hilfsstromkreise stehen zwei

unabhängige Umrichter mit 95 kVA

Gesamtleistung zur Verfügung. Einer

der Umrichter liefert 3 x 380 V/50 Hz,

der andere 3 x 380 V mit variabler

Frequenz. So können alle Verbraucher

an Bord adäquat versorgt werden. Ein

weiterer 110 V/DC-Ausgang ist als

Batterieladegerät vorgesehen. Da die

Maschinen nur im Güterverkehr ein -

gesetzt werden, ist keine Zugsammel -

schiene für die Energieversorgung von

Reisezügen vorhanden.

Pneumatik

Für die Versorgung der Luftdruck -

bremse (Hauptluftleitung und

Bremsleitung) steht der elektropneu -

matisch gesteuerte Hauptkompressor

zur Verfügung. Dieser ist als

Schraubenkompressor mit

Ölabscheidung ausgeführt. Zwei

Trockenzylinder sorgen abwechselnd

für die Lufttrocknung. Im jeweils nicht

aktiven Zylinder wird das Trockenmittel

regeneriert. Zur Speicherung stehen

zwei Behälter von je 500 Liter zur

Verfügung. Die pneumatische Bremse

entspricht den üblichen UIC-Richtlinien.

Ein Kolbenkompressor versorgt die

pneumatischen Hilfskreise, d. h. im

Wesentlichen dient dieser zur

Steuerung der Stromabnehmer.

Zugsicherungssysteme

Die Zweisystemlokomotiven sind mit

den französischen Systemen KVB, RPS

und radio GSMR ausgestattet. Die

Dreisystemvarianten verfügen zusätz -

lich über die deutsche PZB und LZB

sowie die Schweizer Signum und ZUB.

Bordelektronik

Das voll skalierbare Steuer- und

Überwachungssystem basiert auf der

ALSTOM Transport AGATETM

Produktreihe und wird eingesetzt für

die Überwachung und Steuerung in

Betrieb und Wartung. Mit der entspre -

chenden Hardware werden die Soft -

waremodule CRT (Antriebs- und

Traktionskontrolle), BCU (Brems über -

wachung), CRA (Hilfskreise), RIOM

(Steuerung einer zweiten Maschine bei

Doppeltraktion) und DDU

(Führerstandsanzeigen) betrieben.

Normen und Vorschriften

Alle verwendeten Materialien

entsprechen den heute gängigen

Umweltvorschriften. Bei der

Konstruktion wurden die erforderlichen

UIC-Normen eingehalten.

Dank gilt der Abteilung für Öffent -

lichkeitsarbeit von Alstom in Belfort

LOKMagazin 11 | 2014

69


FAHRZEUGE

STADLER-FLIRT: KOMPLETTÜBERSICHT

Im ganzen Land

unterwegs

BAUREIHEN 426 – 429 Im LM 8/14

stellten wir die Technik der Schweizer

Nahverkehrszüge vor. Hier folgt nun

die Tabelle mit allen Fahrzeugen

A

ktuell sind die hier aufgelisteten FLIRTs der

ersten und zweiten Generation in Deutschland

beheimatet und im Einsatz. Die Fahrzeuge

des seehas und der Baseler S-Bahn sind in

der Schweiz eingestellt und daher hier nicht aufgeführt.

Die ältesten deutschen Züge von cantus werden

bzw. wurden bereits revisioniert und haben damit

ihre ersten acht Dienstjahre erfolgreich hinter

sich gebracht. Die Untersuchungen bei cantus

wurde ohne größere betriebliche Auswirkungen

geplant und durchgeführt. Dies wird im kommenden

Jahr für alle FLIRTs mit Baujahr 2007 (Abellio,

Westfalenbahn und DB) eine große Herausforderung

für die Betreiber, auch wegen der Menge

des jeweiligen Betriebsbestandes. Axel Witzke

FLIRT: DIE KOMPLETTE ÜBERSICHT FÜR DEUTSCHLAND (I)

RIV-Nr. eingestellt bei Eigenbezeichnung Abnahme Bemerkung/Taufname

Baureihe 426.1 – Zweiteiler

94 80 0426 100-4 D-ABRN Abellio Rail GmbH ET 22.001 06.12.2007

94 80 0426 101-2 D-ABRN Abellio Rail GmbH ET 22.002 06.12.2007 Kreuztal

94 80 0426 102-0 D-ABRN Abellio Rail GmbH ET 22.003 06.12.2007 Werdohl

94 80 0426 103-8 D-ABRN Abellio Rail GmbH ET 22.004 06.12.2007 Hagen

94 80 0426 104-6 D-ABRN Abellio Rail GmbH ET 22.005 06.12.2007

94 80 0426 105-3 D-ABRN Abellio Rail GmbH ET 22.006 06.12.2007 Siegen

94 80 0426 106-1 D-ABRN Abellio Rail GmbH ET 22.007 06.12.2007 Iserlohn

94 80 0426 107-9 D-ABRN Abellio Rail GmbH ET 22.008 06.12.2007

Baureihe 427 – Dreiteiler

94 80 0427 100-3 D-ABRN Abellio Rail GmbH ET 23.001 05.09.2007 Altena

94 80 0427 101-1 D-ABRN Abellio Rail GmbH ET 23.002 06.12.2007 Märkischer Kreis

94 80 0427 102-9 D-ABRN Abellio Rail GmbH ET 23.003 19.06.2007 Werdohl

94 80 0427 103-7 D-ABRN Abellio Rail GmbH ET 23.004 16.07.2007 Hagen

94 80 0427 104-5 D-ABRN Abellio Rail GmbH ET 23.005 19.06.2007 Lennestadt

94 80 0427 105-2 D-ABRN Abellio Rail GmbH ET 23.006 19.07.2007 Plettenberg

94 80 0427 106-0 D-ABRN Abellio Rail GmbH ET 23.007 08.08.2007

94 80 0427 107-8 D-ABRN Abellio Rail GmbH ET 23.008 08.08.2007 Finnentrop

94 80 0427 108-6 D-ABRN Abellio Rail GmbH ET 23.009 21.09.2007 Kreis Siegen Wittgenstein

94 80 0427 109-4 D-WFB Westfalenbahn GmbH ET 001 29.06.2007

94 80 0427 110-2 D-WFB Westfalenbahn GmbH ET 002 19.06.2007

94 80 0427 111-0 D-WFB Westfalenbahn GmbH ET 003 17.07.2007

94 80 0427 112-8 D-WFB Westfalenbahn GmbH ET 004 17.07.2007

94 80 0427 113-6 D-WFB Westfalenbahn GmbH ET 005 13.08.2007

94 80 0427 114-4 D-WFB Westfalenbahn GmbH ET 006 13.08.2007

94 80 0427 115-1 D-WFB Westfalenbahn GmbH ET 007 13.08.2007

94 80 0427 116-9 D-WFB Westfalenbahn GmbH ET 008 31.08.2007

94 80 0427 117-7 D-WFB Westfalenbahn GmbH ET 009 31.08.2007

70


STADLER-FLIRT: KOMPLETTÜBERSICHT

Flaches Nachmittagslicht am 22. Oktober 2010: In Venlo ist um 17.06 Uhr der ET 6.03

(428 127) als eurobahn 20089 nach Hamm (KBS 485) abgefahren Axel Witzke

94 80 0427 118-5 D-WFB Westfalenbahn GmbH ET 010 12.11.2007

94 80 0427 119-3 D-WFB Westfalenbahn GmbH ET 011 26.10.2007

94 80 0427 120-1 D-WFB Westfalenbahn GmbH ET 012 26.10.2007

94 80 0427 121-9 D-WFB Westfalenbahn GmbH ET 013 30.11.2007

94 80 0427 122-7 D-WFB Westfalenbahn GmbH ET 014 28.11.2007

94 80 0427 123-5 D-HEB Hessische Landesbahn 427 041 08.12.2010

94 80 0427 124-3 D-HEB Hessische Landesbahn 427 042 09.12.2010

94 80 0427 125-0 D-HEB Hessische Landesbahn 427 043 09.12.2010

94 80 0427 130-0 D-RBG Berchtesgadener Land Bahn ET 130 25.02.2010

94 80 0427 131-8 D-RBG Berchtesgadener Land Bahn ET 131 25.02.2010 Landkreis Berchtesg. Land

94 80 0427 132-6 D-RBG Berchtesgadener Land Bahn ET 132 24.02.2010

94 80 0427 133-4 D-RBG Berchtesgadener Land Bahn ET 133 25.02.2010 Markt Berchtesgaden

94 80 0427 134-2 D-RBG Berchtesgadener Land Bahn ET 134 25.02.2010 Stadt Freilassing

94 80 0427 135-9 D-CAN Cantus Verkehrsges. mbH 427 001 23.10.2006

94 80 0427 136-7 D-CAN Cantus Verkehrsges. mbH 427 002 03.11.2006

94 80 0427 137-5 D-CAN Cantus Verkehrsges. mbH 427 003 23.10.2006

94 80 0427 138-3 D-CAN Cantus Verkehrsges. mbH 427 004 23.10.2006

94 80 0427 139-1 D-CAN Cantus Verkehrsges. mbH 427 005 03.11.2006

94 80 0427 140-9 D-CAN Cantus Verkehrsges. mbH 427 006 03.11.2006

94 80 0427 141-7 D-CAN Cantus Verkehrsges. mbH 427 007 04.12.2006

94 80 0427 142-5 D-CAN Cantus Verkehrsges. mbH 427 051 19.10.2006

94 80 0427 143-3 D-CAN Cantus Verkehrsges. mbH 427 052 23.10.2006

94 80 0427 144-1 D-CAN Cantus Verkehrsges. mbH 427 053 03.11.2006

94 80 0427 145-8 D-CAN Cantus Verkehrsges. mbH 427 054 03.11.2006

94 80 0427 146-6 D-CAN Cantus Verkehrsges. mbH 427 055 03.11.2006

94 80 0427 147-4 D-CAN Cantus Verkehrsges. mbH 427 056 03.11.2006

94 80 0427 148-2 D-CAN Cantus Verkehrsges. mbH 427 057 04.12.2006

94 80 0427 149-0 D-VIAS VIAS GmbH ET 301 09.12.2010

94 80 0427 150-8 D-VIAS VIAS GmbH ET 302 09.12.2010

94 80 0427 151-6 D-VIAS VIAS GmbH ET 303 09.12.2010

… weiter nächste Seite

LOKMagazin 11 | 2014

71


FAHRZEUGE

FLIRT: DIE KOMPLETTE ÜBERSICHT FÜR DEUTSCHLAND (II)

ET 019 (429 005) der Westfalenbahn als WFB 90556 nach Rheine in Greven (KBS 410) am 20. Mai 2011

94 80 0427 152-4 D-VIAS VIAS GmbH ET 304 09.12.2010

94 80 0427 153-2 D-VIAS VIAS GmbH ET 305 09.12.2010

Baureihe 428 – Vierteiler

94 80 0428 100-2 D-ERB Keolis Deutschland/eurobahn ET 5.01 09.06.2008

94 80 0428 101-0 D-ERB Keolis Deutschland/eurobahn ET 5.02 12.06.2008

94 80 0428 102-8 D-ERB Keolis Deutschland/eurobahn ET 5.03 12.06.2008

94 80 0428 103-6 D-ERB Keolis Deutschland/eurobahn ET 5.04 12.06.2008

94 80 0428 104-4 D-ERB Keolis Deutschland/eurobahn ET 5.05 23.06.2008

94 80 0428 105-1 D-ERB Keolis Deutschland/eurobahn ET 5.06 23.06.2008

94 80 0428 106-9 D-ERB Keolis Deutschland/eurobahn ET 5.07 24.06.2008

94 80 0428 107-7 D-ERB Keolis Deutschland/eurobahn ET 5.08 24.06.2008

94 80 0428 108-5 D-ERB Keolis Deutschland/eurobahn ET 5.09 01.07.2008

94 80 0428 109-3 D-ERB Keolis Deutschland/eurobahn ET 5.10 01.07.2008

94 80 0428 110-1 D-ERB Keolis Deutschland/eurobahn ET 5.11 17.07.2008

94 80 0428 111-9 D-ERB Keolis Deutschland/eurobahn ET 5.12 17.07.2008

94 80 0428 112-7 D-ERB Keolis Deutschland/eurobahn ET 5.13 01.08.2008

94 80 0428 113-5 D-ERB Keolis Deutschland/eurobahn ET 5.14 01.08.2008

94 80 0428 114-3 D-ERB Keolis Deutschland/eurobahn ET 5.15 12.08.2008

94 80 0428 115-0 D-ERB Keolis Deutschland/eurobahn ET 5.16 04.08.2008

94 80 0428 116-8 D-ERB Keolis Deutschland/eurobahn ET 5.17 02.08.2008

94 80 0428 117-6 D-ERB Keolis Deutschland/eurobahn ET 5.18 19.09.2008

94 80 0428 118-4 D-ERB Keolis Deutschland/eurobahn ET 5.19 19.09.2008

94 80 0428 119-2 D-ERB Keolis Deutschland/eurobahn ET 5.20 23.09.2008

94 80 0428 120-0 D-ERB Keolis Deutschland/eurobahn ET 5.21 02.10.2008

94 80 0428 121-8 D-ERB Keolis Deutschland/eurobahn ET 5.22 19.11.2008

94 80 0428 122-6 D-ERB Keolis Deutschland/eurobahn ET 5.23 19.11.2008

94 80 0428 123-4 D-ERB Keolis Deutschland/eurobahn ET 5.24 25.11.2008

94 80 0428 124-2 D-ERB Keolis Deutschland/eurobahn ET 5.25 19.11.2008

94 80 0428 125-9 D-ERB Keolis Deutschland/eurobahn ET 6.01 07.05.2009

94 80 0428 126-7 D-ERB Keolis Deutschland/eurobahn ET 6.02 07.05.2009 NetterZug

94 80 0428 127-5 D-ERB Keolis Deutschland/eurobahn ET 6.03 07.05.2009 RRX Design

94 80 0428 128-3 D-ERB Keolis Deutschland/eurobahn ET 6.04 07.05.2009 RRX Design

94 80 0428 129-1 D-CAN Cantus Verkehrsges. mbH 428 001 23.10.2006 Eschwege

94 80 0428 130-9 D-CAN Cantus Verkehrsges. mbH 428 002 23.10.2006

94 80 0428 131-7 D-CAN Cantus Verkehrsges. mbH 428 003 26.10.2006 Bebra

94 80 0428 132-5 D-CAN Cantus Verkehrsges. mbH 428 051 19.10.2006 Kassel

94 80 0428 133-3 D-CAN Cantus Verkehrsges. mbH 428 052 23.10.2006 Rotenburg an der Fulda

94 80 0428 134-1 D-CAN Cantus Verkehrsges. mbH 428 053 26.10.2006

94 80 0428 135-8 D-VIAS VIAS GmbH ET 401 09.12.2010

94 80 0428 136-6 D-VIAS VIAS GmbH ET 402 09.12.2010

94 80 0428 137-4 D-VIAS VIAS GmbH ET 403 09.12.2010

94 80 0428 138-2 D-VIAS VIAS GmbH ET 404 09.12.2010

72


STADLER-FLIRT: KOMPLETTÜBERSICHT

20. Juli 2012: Der ET 134 der BLB steht in Berchtesgaden als S 4 zur Fahrt nach Salzburg Michael Beitelsmann

94 80 0428 139-0 D-VIAS VIAS GmbH ET 405 09.12.2010

94 80 0428 140-8 D-VIAS VIAS GmbH ET 406 09.12.2010

94 80 0428 141-6 D-VIAS VIAS GmbH ET 407 09.12.2010

94 80 0428 142-4 D-VIAS VIAS GmbH ET 408 09.12.2010

94 80 0428 143-2 D-VIAS VIAS GmbH ET 409 09.12.2010

94 80 0428 144-0 D-VIAS VIAS GmbH ET 410 09.12.2010

94 80 0428 145-7 D-VIAS VIAS GmbH ET 411 09.12.2010

94 80 0428 146-5 D-VIAS VIAS GmbH ET 412 09.12.2010

94 80 0428 147-3 D-VIAS VIAS GmbH ET 413 15.03.2011

94 80 0428 148-1 D-VIAS VIAS GmbH ET 414 21.03.2011

94 80 0428 149-9 D-CAN Cantus Verkehrsges. mbH 428 007 11.05.2012 Bad Hersfeld

Baureihe 429 – Fünfteiler

94 80 0429 001-1 D-WFB Westfalenbahn GmbH ET 015 26.10.2007

94 80 0429 002-9 D-WFB Westfalenbahn GmbH ET 016 30.11.2007

94 80 0429 003-7 D-WFB Westfalenbahn GmbH ET 017 25.09.2007

94 80 0429 004-5 D-WFB Westfalenbahn GmbH ET 018 30.11.2007

94 80 0429 005-2 D-WFB Westfalenbahn GmbH ET 019 30.11.2007

94 80 0429 006-0 D-ERB Keolis Deutschland/eurobahn ET 7.01 19.02.2010

94 80 0429 007-8 D-ERB Keolis Deutschland/eurobahn ET 7.02 19.02.2010

94 80 0429 008-6 D-ERB Keolis Deutschland/eurobahn ET 7.03 19.02.2010

94 80 0429 009-4 D-ERB Keolis Deutschland/eurobahn ET 7.04 19.02.2010

94 80 0429 010-2 D-ERB Keolis Deutschland/eurobahn ET 7.05 19.02.2010

94 80 0429 011-0 D-ERB Keolis Deutschland/eurobahn ET 7.06 19.02.2010

94 80 0429 012-8 D-ERB Keolis Deutschland/eurobahn ET 7.07 19.02.2010

94 80 0429 013-6 D-ERB Keolis Deutschland/eurobahn ET 7.08 19.02.2010

94 80 0429 014-4 D-ERB Keolis Deutschland/eurobahn ET 7.09 19.02.2010

94 80 0429 015-1 D-ERB Keolis Deutschland/eurobahn ET 7.10 18.02.2010

94 80 0429 016-9 D-ERB Keolis Deutschland/eurobahn ET 7.11 19.02.2010

94 80 0429 017-7 D-ERB Keolis Deutschland/eurobahn ET 7.12 19.02.2010

94 80 0429 018-5 D-ERB Keolis Deutschland/eurobahn ET 7.13 19.02.2010

94 80 0429 019-3 D-ERB Keolis Deutschland/eurobahn ET 7.14 19.02.2010

94 80 0429 020-1 D-HEB Hessische Landesbahn 429 041 09.12.2010

94 80 0429 021-9 D-HEB Hessische Landesbahn 429 042 09.12.2010

94 80 0429 022-7 D-HEB Hessische Landesbahn 429 043 08.12.2010

94 80 0429 023-5 D-HEB Hessische Landesbahn 429 044 09.12.2010

94 80 0429 024-3 D-HEB Hessische Landesbahn 429 045 09.12.2010

94 80 0429 025-0 D-HEB Hessische Landesbahn 429 046 09.12.2010

94 80 0429 026-8 D-DB DB Regio Region Nordost 19.10.2007 ehemals 427 001

94 80 0429 027-6 D-DB DB Regio Region Nordost 19.10.2007 ehemals 427 002

94 80 0429 028-4 D-DB DB Regio Region Nordost 19.10.2007 ehemals 427 003

94 80 0429 029-2 D-DB DB Regio Region Nordost 30.11.2007 ehemals 427 004

94 80 0429 030-0 D-DB DB Regio Region Nordost 30.11.2007 ehemals 427 005

LOKMagazin 11 | 2014

73


Neue Perspektiven.

NEU!

GeraMond Verlag GmbH, Infanteriestraße 11a, 80797 München

Faszination Technik

192 Seiten · ca. 170 Abb. · 26,8 x 28,9 cm

€ [A] 41,20

sFr. 53,90 € 39,99

ISBN 978-3-95613-015-1

Erscheinungstermin: 12.11.2014


Dieser Bildband entführt in die Welt der

Eisenbahn aus der Vogelperspektive.

Auf der Reiseroute von Nord nach Süd

liegen Top-Spots wie die Bahnhöfe

Hamburg, Berlin, Köln und Leipzig,

Brücken wie jene über das Elstertal, die

Strecken entlang der Mosel und des

Rheins, aber auch gigantische Rangierbahnhöfe

und vergessene Strecken

im Niemandsland. Großer Bahnhof für

fantastische Luftbilder!

Jetzt vorbestellen!

www.geramond.de

Tel. 0180-532 16 17

(0,14 €/Min.)


GESCHICHTE

DIESELNETZ SOLTAU

Amerikalinie und Heidebahn

ZUKUNFT UNGEWISS Immer weniger Fahrgäste, ausgedünnter Verkehr, alte

Fahrzeuge – das Ende schien in den Achtzigern zum Greifen nah. Axel Priebs

blickt zurück in jene Jahre, da die Zukunft dieser Bahnen noch unklar war

76


DIESELKREUZ SOLTAU

Kirchlinteln 1986: Noch ist dieser

Streckenabschnitt der Amerika -

linie zweigleisig, noch hält hier

planmäßig der Eilzug von Uelzen

nach Bremen

Axel Priebs

LOKMagazin 11 | 2014

77


GESCHICHTE

ie beiden Strecken des Heidekreuzes, die

sich im Bahnhof Soltau treffen, erschließen

wesentliche Teile der Lüneburger Heide

und blicken auf sehr unterschiedliche Entstehungsgeschichten

zurück. Während die in West-

Ost-Richtung verlaufende „Amerikalinie“ (Bremen

–) Langwedel – Soltau – Uelzen – Stendal (– Berlin)

eine Vergangenheit als zweigleisige Hauptbahn

hat, besteht die in Süd-Nord-Richtung verlaufende

„Heidebahn“ (Hannover –) Langenhagen –

Soltau – Buchholz (– Hamburg) aus unterschiedlichen

Abschnitten. Seit Dezember 201 1 werden die

Strecken nach einer Ausschreibung der Aufgabenträger

durch den „Heidesprinter“ der erixx-GmbH,

seinerzeit als OHE-Tochter gegründet, bedient. Im

Mittelpunkt dieses Beitrages steht aber ein Blick

auf die Zeit, als die reizvollen Strecken von Deutscher

Bundesbahn und Deutscher Bahn betrieben

wurde.

Kirchlinteln 2003: Ein 614 durchfährt als RB Uelzen

– Bremen den Bahnhof ohne Halt Axel Priebs

D

Die Amerikalinie nach Bremen

Der 97 Kilometer lange Abschnitt Uelzen – Langwedel

der Amerikalinie wurde in den Jahren 1 870

– 1 873 als Bremische Staatsbahn erbaut. Die Amerikalinie

erhielt ihren Namen von den Zügen, mit

denen Auswanderer aus Mittel- und Ostdeutschland

in die bremischen Übersee häfen gebracht

wurden.

Ihre überregionale Bedeutung als Hauptbahn

verlor sie nach dem Zweiten Weltkrieg mit der

deutschen Teilung. Die Bundesbahn vollzog die gesunkene

Bedeutung der Strecke nach, indem sie

das zweite Streckengleis abschnittsweise abbaute

und eine Reihe von Unterwegsbahnhöfen schloss.

Auch heute noch fahren die Züge den 27 Kilometer

langen Streckenabschnitt zwischen Langwedel

und Visselhövede ohne Halt durch. Obwohl es

bereits in den Jahren nach der Wende starke

1984: Soltau im Zentrum der Lüneburger Heide

78


DIESELKREUZ SOLTAU

Am Hausbahnsteig in Walsrode wartete die 218 218 im April 1999 auf ihren nächsten Einsatz Axel Priebs (2)

Am 21. August 2010 kreuzten im Bahnhof Bad Fallingbostel zwei Triebwagenzüge der Baureihe 628

LOKMagazin 11 | 2014

79


GESCHICHTE

1988 wurde der Soltauer Schuppen noch genutzt. Der VT 98 wird nach Buchholz fahren Axel Priebs (2)

11. Mai 2002 in Soltau: Der 634 wird nach Hannover fahren, der 628 links ist als Reserve abgestellt

80


DIESELKREUZ SOLTAU

Warten auf den Gegenzug: Der 614 025 nach Bremen am 16. November 2008 im Bahnhof Soltau

Axel Priebs

Bemühungen der betroffenen Gebietskörperschaften

und der Industrie- und Handelskammern gegeben

hatte, die Amerikalinie wieder zu einer

wichtigen Ost-West-Verbindung im vereinigten

Deutschland aufzuwerten, blieb die Strecke weitgehend

im Dornröschenschlaf.

In jüngerer Zeit bahnt sich allerdings wieder

eine Zunahme ihrer Bedeutung an. 201 2 wurde die

Strecke zwischen Uelzen und Langwedel umfassend

saniert. Aktuell ist ihre mögliche Aufrüstung

Teil eines Alternativszenarios zur umstrittenen „Y-

Trasse“, mit der die Hinterlandverbindungen der

Seehäfen an Elbe und Weser verbessert werden sollen.

Konkreter in der Diskussion sind allerdings

die Einführung des Ein-Stunden-Takts und die

Wiedereröffnung einzelner Bahnhöfe, so in Kirchlinteln.

Die Nord-Süd-Achse des Kreuzes

Der südliche, 62 Kilometer lange Teil der Heidebahn

zwischen Hannover und Walsrode wurde im

Jahr 1 890 als Teil der Nebenbahn Hannover –

Walsrode – Visselhövede eröffnet, die nach der

Jahrhundertwende schrittweise in Richtung Norden

über Rotenburg bis nach Bremervörde verlängert

wurde. Der ursprünglich als Stichbahn von

Walsrode nach Soltau gebaute Abschnitt wurde

1 896 eröffnet. In den Diskussionen um eine Verlängerung

in Richtung Hamburg setzte sich nicht

LOKMagazin 11 | 2014

der Streckenteil nach Visselhövede, sondern die

Soltauer Strecke durch.

Im Jahr 1 901 wurde die Strecke Soltau – Buchholz

eröffnet, wodurch eine durchgehende, 1 33 Kilometer

lange Verbindung von Hannover über

Walsrode und Soltau bis nach Buchholz in der

Nordheide entstanden war, wo Anschluss nach

Harburg und Hamburg bestand.

Bestandsgarantie nach langem Kampf

Auch die jüngere Entwicklung der einzelnen

Streckenabschnitte des Heidekreuzes verlief sehr

unterschiedlich und wechselvoll. Während der südliche

Streckenabschnitt der Heidebahn zwischen

Hannover und Walsrode nach dem Zweiten Weltkrieg

zunehmende Bedeutung für den Berufspendlerverkehr

in den Großraum Hannover hatte,

wurde der Verkehr auf dem nördlichen Abschnitt

zwischen Buchholz und Soltau immer weiter ausgedünnt.

In den 1 980er-Jahren kündigte die Bundesbahn

die Stilllegung der Strecke an, was jedoch Widerstand

insbesondere wegen der touristischen Bedeutung

der Bahn hervorrief. Durch den starken

Einsatz regionaler Aktivisten, nicht zuletzt des

1 984 gegründeten Aktionskreises „Rettet die Heidebahn“,

konnte die Stilllegung abgewendet und

die Bundesbahn an den Verhandlungstisch gebracht

werden. In einem Vertrag mit dem Land

81


GESCHICHTE

Am Ostersonntag des Jahres 1988 ruhten sich diese drei Loks der Baureihe 218 in Soltau aus

Axel Priebs

Niedersachsen gab die Bundesbahn eine Bestandsgarantie

bis 1 997 ab, während sich das Land zu einer

Mitfinanzierung der neuen Triebwagen verpflichtete.

Vielzahl an Triebwagen im Einsatz

Mit dem Wechsel zum Sommerfahrplan 1 989

gehörte dann der Betrieb mit den zweimotorigen

Schienenbussen der Reihe VT 98, die im nördlichen

Streckenabschnitt der Heidebahn die wesentliche

Verkehrslast getragen hatten, der Vergangenheit

an. Sie wurden abgelöst durch die modernen

Triebwagenzüge der Reihe 628.

Allerdings war fast der gesamte Reisezugverkehr

auf der Heidebahn gebrochen. Im südlichen

Streckenabschnitt setzte die Bundesbahn ebenso

wie auf der Amerikalinie mit Loks der Baureihe

21 8 bespannte Züge ein. Bei der Bereitstellung des

Wagenmaterials ließ die DB in den 1 990er-Jahren

wenig Bereitschaft erkennen, sich als Dienstleister

zu profilieren, vielmehr waren damals altes und

bunt gemischtes Wagenmaterial, teilweise auch

mit ehemaligen DR-Wagen, und mit Graffiti besprühte

Züge die Regel. Erst mit dem Einsatz von

Triebwagenzügen der Baureihen 61 4, 628 und

624/634 und einer großen Zahl durchgehender

Züge im Fahrplan wurde den Fahrgästen wieder

mehr Komfort geboten.

Obwohl es sich in den letzten Jahrzehnten auf

beiden Strecken um einen klassischen Nebenbahnbetrieb

handelte, boten sich viele interessante

Motive durch die großen, für ihre Bedeutung überdimensionierte

Bahnhöfe – viele wiesen noch

Formsignale auf. Diese großen Anlagen waren teilweise

dem Militärverkehr geschuldet (so in Muns -

ter und in Fallingbostel), teilweise drückte sich darin

auch die früher einmal gößere Bedeutung aus

(so in Schwarmstedt und Walsrode).

Ein bis heute besonders interessanter Bahnhof

ist Soltau, wo sich Amerikalinie und Heidebahn

treffen. Auf diesem ebenfalls für Nebenbahnverhältnisse

recht ausgedehnten Kreuzungsbahnhof

mit seinen gepflegten Bahnsteig- und Außenanlagen,

den Formsignalen und drei mechanischen

Stellwerken sowie dem ehemaligen Betriebswerk

ist immer noch etwas von der „alten“ Eisenbahnatmosphäre

zu verspüren.

Den ersten Modernisierungsschub brachte der

Ausbau der S-Bahn Hannover im südlichsten

Streckenteil. Seit der Weltausstellung EXPO 2000

verkehren die S-Bahnen auf dem seitdem elektrifizierten

Streckenabschnitt bis Bennemühlen. Mit

der aktuellen Modernisierung der Heidebahn, deren

Abschluss bis 201 6 geplant ist, soll die Reisegeschwindigkeit

auf der gesamten Strecke deutlich

heraufgesetzt werden.

Axel Priebs

82


ODERBRÜCKE BIENENWERDER

Das „Brückentaxi“ und ein weiter Blick ins Land Brücke an der Oder bei Bienenwerder Th. Franke (3)

ODERBRÜCKE BIENENWERDER

Nicht ein Zug!

SANIERT 1955 Ohne den Pakt

von Warschau und das Militär würde

es diese Bücke nicht mehr geben

V

on der breiten Masse relativ unbemerkt wurde

am 1 5. März 201 4 die Oderbrücke Bienenwerder

für den Schienenverkehr nach Polen

wieder in Betrieb genommen. Zugegeben, es fährt

eine Handhebeldraisine der Draisinenbahn Berlin-

Brandenburg als „Brückentaxi“ und dies momentan

auch nur bis zum polnischen Grenzpfahl 61 9,

aber immerhin!

Geplant war die Eröffnung schon für 201 3, aber

da machten zwei Uhu-Küken in einem Nest auf

dem Widerlager der alten Straßenbrücke einen

Strich durch die Rechnung. Das Landesamt für

Umwelt verbot kurzerhand die Eröffnungsfeier

und den Draisinenbetrieb, obwohl das Nest eigentlich

schon auf der polnischen Seite der Oder war.

In diesem Jahr hat die PKP noch keine Zustimmung

zum Befahren der Vorflutbrücke Richtung

Siekierki erteilt, aber das wird schon noch, hofft

der Betreiber.

Die erste Brücke bei Bienenwerder wurde von

der KPEV am 20. Dezember 1 892 mit der Strecke

Wriezen – Zäckerick (Siekierki = Zäckerick-Alt

Rüdnitz) eröffnet. Ende der 1 920er-Jahre war diese

dann dem gestiegenen Verkehr nicht mehr gewachsen.

So wurde im Dezember 1 930 von der

Reichsbahn eine neue Brücke fertiggestellt. Das

alte Bauwerk wurde fortan als Straßenbrücke genutzt.

Beide Brücken wurden 1 945 von deutschen

Truppen beim Rückzug gesprengt.

Die Strecke von der Brücke bis nach Wriezen

fiel der Reparation zum Opfer. Aus strategischen

Gründen – die Strecke galt als Nachschublinie des

Warschauer Vertrages – wurde die Bahnbrücke um

LOKMagazin 11 | 2014

Außer dem Belastungszug fuhr seit 1955 nichts!

1 955 instandgesetzt und die Strecke nach Wriezen

wieder aufgebaut.

Außer dem Zug zur Brückenbelastungsprobe

soll nie ein Zug über die Brücke gefahren sein! Der

letzte Personenzug von Wriezen nach Neurüdnitz

(KBS 1 72) fuhr 1 982. Seit 2005 wird die Strecke als

Radweg genutzt, nachdem sie 1 999 verkauft wurde.

Die polnische Seite befuhr am 2. März 2002

letztmalig der Triebwagen SN 61 -1 83 als Sonderzug

bis zur Brücke, genau bis zum Grenzpfahl 61 9.

Thomas Franke

Kursbuchkarte Reichsbahn 1971

83


GESCHICHTE

Bei Starbach: Am 17. September 1967 war die 38 222 für den Personenzug 3054 Riesa – Nossen

eingeteilt. Die Lok trägt das Symbol der Gesellschaft für Deutsch-Sowjetische Freundschaft Hans Müller

FOTOALBUM: RUND UM NOSSEN

Es droht das Vergessen

ES WAR EINMAL... Im letzten LOK MAGAZIN berichtete Peter Wunderwald

über die Pläne, das Mittelstück der „zweiten Leipzig-Dresdner Eisenbahn“

stillzulegen. Mit diesen Bildern erinnern wir an bessere Zeiten dieser Route

D

iese Verbindung zwischen den zwei sächsischen

Metropolen Leipzig und Dresden einfach

in der Mitte zu unterbrechen, kommt einer

Amputation des Herzens gleich. Gut – der

Fairness halber muss man sagen, dass die direkte

(und zuerst gebaute) Route nördlich über Riesa

führt. Diese Strecke kann in weiten Abschnitten

mit Tempo 200 befahren werden, und wer wirklich

zügig von Leipzig nach Dresden (und umgekehrt)

will, wird kaum über Nossen und Döbeln fahren.

Das ist klar. Doch wer denkt an die Menschen, die

im weiten mittelsächsischen Raum dazwischen leben?

Wer von Nossen im Zug nach Leipzig fahren

möchte, ist – wenn alles so abläuft wie geplant – ab

Herbst 201 5 völlig allein gelassen. Die Döbelner,

die nach Dresden wollen, könnten immerhin noch

über Riesa fahren und dort umsteigen. Doch wer

macht das schon? Döbeln liegt an der Autobahn

nach Dresden …

Stichwort Nossen: Mit diesen Fotos wollen wir an

das 1 923 geschaffene Bw erinnern, das heute ein

Museum ist. 1 941 kamen die ersten Einheits loks

der Baureihe 50 nach Nossen, sie sollten das Bild

bis zur Einstellung des Dampfbetriebs prägen.

Normal- und Schmalspurloks

Neben 25 Regelspurloks waren 1 943 im Bw Nossen

auch 76 Schmalspur maschinen beheimatet, die in

den Lokbahnhöfen Mügeln, Wilsdruff, Radebeul

und Freital-Hainsberg eingesetzt wurden. 1 961 kamen

die ersten beiden 23.1 0 nach Nossen. 1 967 begann

mit drei V 60 die Dieselära. Im Sommer

1 974 wurde die letzte 58.1 0 abgestellt, die Baureihen

35.1 0 und 50 bestimmten von nun an das Bild

in Nossen.

Am 25. September 1 976 erhielt das Bw elf Lokomotiven

der Baureihe 1 1 0, und am 23. Februar

1 981 endete die Dampfzeit in Nossen.

84


FOTOALBUM: RUND UM NOSSEN

Am 20. Juni 1968 entstand diese schöne Seitenaufnahme der 38 234 auf der Drehscheibe ihres Heimat-

Bahnbetriebswerkes. Ein „Rollwagen“, die 38 5308, erhielt 1970 noch eine EDV-Nummer Hans Müller

Bw Nossen 1974: Die 58 1758 war damals schon nicht mehr planmäßig im Einsatz

LOKMagazin 11 | 2014

Hans Müller

85


GESCHICHTE

Die 35 1036 auf der Scheibe ihres Heimat-Betriebswerkes Nossen (1976)

Hans-Joachim Lange

Vorerst – denn im Dezember des

selben Jahres setzte das Bw schon wieder

Dampfloks zur Einsparung von Dieselkraftstoff

ein. Längst war die Stadt und ihre schöne Umgebung

zum Mekka für Eisenbahnfans geworden.

1 982 dampfte sogar die Museumslok

35 1113 wieder! Doch am 30. Mai 1 987 war endgültig

Schluss mit Dampf …

1963: Nossen im Netz der DR

Auflösung vor 20 Jahren

Zum 1 . Januar 1 994 wurde das Bw Nossen aufgelöst

und seit der Ein stellung des Reiseverkehrs auf

der Strecke nach Riesa am 23. Mai 1 998 ist Nossen

auch keine Personal ein satzstelle mehr. Seither

nutzt die IG Dampflok e. V. die Anlagen.

Info-Tipp: www.bwnossen.de

Der Kartenausschnitt aus dem DR-Kursbuch des

Jahres 1963 verdeutlicht die seinerzeitige Bedeutung

Nossens als Eisenbahnknoten an Frn- und

Nahverkehrsstrecken

86


FOTOALBUM: RUND UM NOSSEN

11. Juni 1969: Das ist der P 1512 von Dresden Hbf (ab 17.21) nach Leipzig Hbf (an 22.38). Gerade

passiert er mit der 23 1030 vom Bw Nossen den Block Rothschönberg vor Deutschenbora Hans Müller (2)

Döbeln Hbf am 17. Juli 1976: Links steht 35 1045 mit dem P 5747 nach Karl-Marx-Stadt, rechts hat die

35 1047 vom P 4736 (Meißen – Leipzig) abgekuppelt, der hier von 15.57 bis 16.16 Pause hat

LOKMagazin 11 | 2014

87


GESCHICHTE

So sah es der Lokleiter im Bw Nossen: 13. Mai 1976, es warten 50 2641 und 35 1030

Hans-Joachim Lange

88


FOTOALBUM: RUND UM NOSSEN

10. Juni 1969: Bei Deutschenbora stampft die 23 1030 mit dem P 1564 bergan. Dieser Zug fuhr nur von

Montag bis Freitag, und auch nur von Dresden-Neustadt (ab 15.43) bis Leisnig (an 18.53) Hans Müller (2)

Nagelneu: V 100 025 am 17. September 1967 mit P 3055 nach Riesa auf der Muldebrücke in Nossen

LOKMagazin 11 | 2014

89


GESCHICHTE

DAS HISTORISCHE BILD

Schlossbachbrücke

D

ie Karwendelbahn zwischen Innsbruck und

Scharnitz (Mittenwald – München) feierte

201 3 bereits ihr 1 00-jähriges Bestehen. Mit

1 5 Brücken und Viadukten sowie 1 6 Tunnels, die allein

eine Gesamtlänge von 4.408 Metern erreichen,

ist besonders der schwierige Abschnitt zwischen

Innsbruck West und Reith mit bis zu 36,4

Promille Steigung eine ingenieurtechnische Meis -

terleistung.

Die Schlossbachbrücke im nur mühsam zugänglichen

Bereich zwischen dem Bahnhof Hochzirl

und dem Haltepunkt Reith-Leithen gelegen,

auf dem Foto mit einem Triebwagen der Reihe

4030 im Februar 1 989, ist dabei das bedeutendste

90


DAS HISTORISCHE BILD

Brückenbauwerk der eingleisigen Strecke. Zu erreichen

ist sie nur über einen Wanderweg, der vorbei

am Kaiserstand- und Lehnenviadukt parallel

zur Bahnstrecke verläuft und am Haltepunkt

Reith-Leithen beginnt.

Die 58 Meter lange stählerne Bogenfachwerkbrücke

überspannt die Klamm des Schlossbaches,

LOKMagazin 11 | 2014

einen gut fünf Kilometer langer Zufluss des Inns,

in einer Höhe von 60 Metern über dem Grund der

Schlucht. Pünktlich vor den Jubiläumsfeierlichkeiten

im letzten Jahr wurde die Schlossbachbrücke

im Zuge einer einmonatigen Streckensperrung im

Mai 201 2 saniert und zeigt sich seitdem in frischem

Tannengrün.

Thomas Feldmann

91


GESCHICHTE

GÄUBAHN STUTTGART – SINGEN

DB-Ellok-Paradies

ABWECHSLUNG PUR Wer 101er, 120er, aber

auch „Bügelfalten“-110er oder gar Zweisystemloks

der Reihe 181 in herrlicher Umgebung fotografieren

will, sollte den Tipps von Heiko Focken folgen

K

eine 200 Kilometer lang ist die Strecke von

Stuttgart über Böblingen, Horb, Rottweil und

Tuttlingen nach Singen. Der Fernverkehr ist

hier mit Zügen, die mit ihren fünf oder gar nur

drei Wägelchen das gewohnte Bild eines Intercitys

karikieren, alle zwei Stunden unterwegs. Schneller

als 1 40 km/h wird nicht gefahren, und wer an einem

Mittwoch Vormittag einen der Schweizer

Großraumwagen betritt, der wundert sich, weshalb

für die mitunter nur zweistellige Anzahl an Reisenden

(im Zug, nicht im Wagen) überhaupt noch

Fernverkehrszüge auf dieser Strecke unterwegs

sind. Tatsächlich gewinnt man als Fahrgast den

Eindruck, dass sich links und rechts der Strecke

mehr Menschen für die Fahrt interessieren als im

Zug selbst. Auf einer meiner Reisen zählte ich

nicht weniger als 1 8 Fotografen, die „meinem“ Zug

mit ihrer Kamera auflauerten.

Und das nicht ohne Grund: diese unscheinbare

Strecke, die unter dem Namen „Gäubahn“ (Gäu:

eine Landschaft im Raum Herrenberg) als Nummer

740 in den Kursbüchern geführt wird, dürfte

92


GÄUBAHN STUTTGART – SINGEN

ab 1 999 sukzessive die aus SBB- oder FS-Material

gebildeten D-Züge ab.

Die mit ihnen erreichbaren Fahrzeiten von zwei

Stunden und 44 Minuten bis Zürich waren gegenüber

des parallelen „Spätzle-Highways“, der

großzügig und vielfach ohne Geschwindigkeits -

beschränkungen einmal quer durch Baden-Württemberg

trassierten Autobahn 81 , wenigstens nicht

völlig chancenlos. Das dann folgende Drama mit

den ständig schadhaften CIS-Zügen und später mit

den brüchigen Achswellen der deutschen Neigezüge

ist hinlänglich bekannt.

Abgesehen davon, dass die 41 1 /41 5 nun alle paar

Wochen zur Ultraschall-Prüfung in die Werkstatt

einrücken müssen, durften die vom Nei-Tec zum

No-Tec kastrierten Züge ihre Krümmungen fortan

nur noch hoch aufgerichtet durchfahren. Ihr Ein-

Stuttgart – Singen (Hohentwiel)

Das schönste Stück der Gäubahn verläuft

zwischen Oberndorf und Rottweil im eng

eingeschnittenen Neckartal. Fernab der Straßen

spiegeln sich 181 209 und ihr IC 183 am 12. April

2014 im aufgestauten Fluss

Alle Aufnahmen Heiko Focken

derzeit die mit Abstand interessanteste Bespannungsvielfalt

aller deutschen Fernverkehrslinien

aufweisen.

Vorgeschichte

Eigentlich sollten auf der Relation Stuttgart – Singen

– Zürich, in deren Verlauf die Gäubahn den

deutschen Streckenteil umfasst, ICE-Neigezüge

der Baureihe 41 1 /41 5 oder Cisalpino-Züge der Reihe

ETR 470 (siehe auch LM 7/201 4) im Durchlauf

über den Gotthard nach Italien pendeln. Sie lösten

LOKMagazin 11 | 2014

93


GESCHICHTE

Schweiz und Deutschland im „Vertrag von Lugano“

für die Zeit nach 201 2 eigentlich vereinbart war.

Immerhin konnte dank des Schweizer Engagements

das Angebot mit sieben Zugpaaren beibehalten

werden, während die Deutsche Bahn die

problembehaftete Linie mit ihren nach Jahren der

Unzuverlässigkeit erfolgreich vergraulten Fahrgäs -

ten bis auf ein Alibi-Angebot gerne völlig eingespart

hätte.

Am 19. April 2011 war der IC 181 unterhalb der

Neckarburg mit einer 101 bespannt

satz auf der an Gleisbögen reichen Gäubahn machte

so keinen Sinn mehr.

In der Konsequenz tauschte die DB im März

201 0 in einer Nacht-und-Nebel-Aktion sämtliche

ICE-Züge Stuttgart – Zürich gegen lokbespannte

Wagenzüge aus. Einschließlich der Zeit für den

Lokwechsel in Singen stieg die Fahrzeit nach und

nach auf ziemlich genau drei Stunden – das sind

satte 45 Minuten mehr, als 1 996 zwischen der

ELLOKS AUF DER GÄUBAHN

Baureihe 101

Sie bespannt etwa die Hälfte der Zugleistungen. Lediglich

am Wochenende, wenn die bis zu 220 km/h schnellen

Renner anderswo in Deutschland für Entlastungszüge

benötigt werden, sind die 101 seltener anzutreffen.

Baureihe 115

(aus 110 entstandene E 10 für Autozug/Fernverkehr)

Von ihr sind sowohl „Kasten-Zehner“ als auch solche mit

„Bügelfalte“ im Einsatz. Auch die mit Werbung für

Autoreisezüge im Rennwagen-Look beklebte 115 507 ist

gern gesehener Gast vor den „Schweizer Zügen“. Einige

der Loks erhielten in den vergangenen Monaten eine

Hauptuntersuchung mit Neulack und präsentieren sich

optisch im Bestzustand!

Baureihe 120

Die Intensität der 120-Planeinsätze wechselt mitunter

alle paar Monate. Zum Teil werden planmäßig gar keine

Züge gefahren, dann sind es auf einmal wieder mehrere

am Tag.

Baureihe 181

Seit einigen Jahren sind die Zweisystem-„Flachmänner“

fast durchgängig mit meist mindestens einem Zugpaar

am Tag heimisch geworden. Eher selten lässt sich dabei

auch die blaue 181 201 blicken, diese wird von den

Lokleitungen ganz offensichtlich lieber nach Luxemburg

geschickt. An manchen Wochentagen werden von der

181 auch mehrere Züge bespannt.

Vier Baureihen, diverse Spielarten

Planmäßig wurden die aus SBB-Großraumwagen

bestehenden und als „Intercity“ eingeordneten

„Schweizer Züge“ zunächst mit den Baureihen 1 01

und 1 20 bespannt. In Verbindung mit den landschaftlichen

Reizen dieser auf weiten Strecken eingleisigen

und streckenweise fast nebenbahnmäßig

daherkommenden Strecke lockte dies bereits die

ersten Eisenbahnfreunde an Neckar und Donau.

Bei Ausfällen oder Lokmangel konnten aber

schon damals alle möglichen Lokomotiven auf der

Gäubahn gesichtet werden. Fünf Wagen und maximal

1 40 km/h – das schafft notfalls sogar eine 21 8,

wenngleich mitunter unter Aufgabe der zum Teil

recht engen Anschlüsse in Rottweil und Singen.

Die Erkenntnis, dass man auf der Gäubahn keine

7.000-PS-Boliden benötigt, hat vor etwa drei

Jahren auch die DB erreicht. Im Grunde lag es ja

auch auf der Hand: Während man anderswo im

IC-/EC-Netz für teueres Geld schwarze „Taurüssel“

bei MRCE anmietete, schickte man die völlig überqualifizierten

eigenen Schnellfahrloks nach Singen.

Dank der langen Wendezeiten in Stuttgart

und Singen kam auf die knapp zweistündige Fahrzeit

eine ebenso lange – und unproduktive – Wendezeit.

Oder anders: Die Lok, die um 8 Uhr von

Stuttgart nach Singen fährt, ist erst sechs Stunden

später wieder zurück und hat in dieser Zeit gerade

einmal 340 Kilometer zurückgelegt.

Folgerichtig kamen sukzessive nun auch andere,

„weniger wertvolle“ Lokomotiven auf der Gäubahn

zum Einsatz. Dies war zunächst die Baureihe

1 81 , welche 2007 durch die Einstellung des EC-

Verkehrs nach Straßburg eines ihrer Haupteinsatzgebiete

verlor und nun zahlreich zur Verfügung

stand.

Drei Wagen plus alte Ellok

Weniger wohlmeinende Geister könnten sich zu

der Behauptung hinreißen lassen, die Gäubahn sei

bei den Lokomotiveinsätzen in den vergangenen

drei, vier Jahren zu so etwas wie einer Reste-Rampe

verkommen. Was für andere Dienste zu alt oder

zu langsam geworden ist, das schickt man in einer

Art Altersteilzeit eben nach Singen. So ganz von

der Hand zu weisen ist diese Sichtweise nicht. Für

den Eisenbahnfreund entwickelte sich dadurch jedoch

eine Vielfalt an Lokomotiveinsätzen, die im

ansonsten von 1 01 und 1 20 dominierten DB-Intercity-Netz

ihresgleichen sucht. Planmäßig kommen

94


GÄUBAHN STUTTGART – SINGEN

Bis 1999 ein gewohntes Bild: D-Züge aus SBB-Wagen mit „Kastenzehner“, 2014 etwas großspurig als

„Intercity“ bezeichnet. Aufnahme bei Rottweil Saline am 9. April 2014, vorn die Strecke nach Villingen

auf der Gäubahn fast alle Ellok-Baureihen zum

Einsatz, die bei DB Fernverkehr in den Bestands -

listen stehen.

Tatsächlich sehen einige Züge anno 201 4 damit

nicht anders aus als zu D-Zug-Zeiten bis 1 999:

Schnellzüge mit einer E 1 0 und – zugegebenen:

modernisierten – SBB-Wagen. Nach 1 5 Jahren ist

man also wieder letzten Jahrtausend angekommen.

IC 1 83 fährt Di – Fr, IC 1 80 Mo – Do mit drei

Waggons, ansonsten bestehen die Züge nördlich

von Singen aus fünf Wagen.

Südlich von Singen werden alle Züge von einer

SBB-RE 4/4 II bespannt, wobei hier im Berufsverkehr

aus Zürich heraus mitunter zusätzliche Wagen

mitgeführt werden. Zwi schen Rottweil und

Zürich zirkuliert eine Schweizer Minibar (mit

Schweizer Preisen) durch die Züge. Von Stuttgart

bis Schaffhausen gilt der DB-Tarif. Relativ kurzfristig

sind auf der Strecke oftmals für 1 9 Euro – auch

am Schalter – Auslands-Sparpreise nach Zürich erhältlich.

Regio-1 1 0 und die drei „Renn-E-1 0“ der Baureihe

1 1 3 nach Singen. Auch die 111 wurde schon an die

Schweizer Grenze geschickt, während die Verabschiedung

eines langgedienten Lokführers im

Frühjahr 201 4 sogar die eigens aus Frankfurt in

den Gäubahn-Plan gedrehte 1 03 235 auf die Strecke

brachte. Und wenn absolut nichts anderes auf dem

Hof steht, muss notfalls auch einmal die sonst

zum Abschleppen von ICEs in Stuttgart Hbf hinterstellte

21 8 ran.

Diese bunte Vielfalt, verbunden mit der ausgesprochen

abwechslungsreichen Umgebung locken

die Eisenbahnfreunde inzwischen in hellen Scharen

an die Gäubahn. Die eingangs beschriebene

Die 120 sollte eigentlich Stammlok sein: Der IC 284

am 20. August 2009 in Stuttgart-Vaihingen

Lass dich überraschen!

Nahezu täglich wird die Definition der „planmäßigen

Einsätze“ auf der Gäubahn sehr liberal ausgelegt.

Immer wieder sind bis zu drei 1 81 gleichzeitig

auf die Strecke unterwegs, und nachdem die Planleistungen

der 1 1 5 im April 201 4 vorübergehend

beendet wurden, hat das den tatsächlichen Einsätzen

vor den „Schweizer Zügen“ kaum geschadet.

Bis zur ihren endgültigen Abstellungen kamen bis

201 3 zudem immer wieder die letzten Stuttgarter

LOKMagazin 11 | 2014

95


GESCHICHTE

Bei den Fans stets gern gesehen ist die 181 201,

die am 12. Juni 2014 gemeinsam mit dem Emaille-

Schild „BÖBLINGEN“ an die Zeit der DB erinnert

Fahrt mit den aus dem Zug heraus beobachteten 1 8

Fotografen kam somit nicht von ungefähr: vor dem

Zug hing an jenem Tage die blaue 1 81 .

Auch der Nahverkehr bietet Abwechslung

Der Vollständigkeit halber seien noch die Fahr -

zeug einsätze im Nahverkehr genannt: Die RE-

Züge Stuttgart – Singen werden mit wenigen Ausnahmen

aus Fünf-Wagen-Wendezügen und einer

1 46 am Nordende des Zuges gefahren. RE 1 9036

zu bester Fotozeit und 1 9051 fahren Mo – Fr mit

n-Wagen („Rotlinge“), ansonsten verkehren Doppelstockzüge.

Die Ausnahmen sind RE 1 9071 /HzL

88027 mit einem 425, RE 1 9033 mit einem 426

zur Anbindung der in der Schweiz eingesetzten

426 an den Heimat-Bh Plochingen und RE 1 9040

an Mo – Fr mit 425+426.

RB 1 9366 und 1 9389 (morgens) sowie RE

1 9392 und 1 9393 (abends) brummen mit einem

61 1 durch das Tal, diese aber ohne Neigetechnik.

Die Stuttgarter S-Bahn-Linie 1 nach Herrenberg

fährt komplett mit den neuen 430. Alle anderen

DB-Züge sind 425 (oder doppelte 425). Im Abschnitt

Rottweil – Tuttlingen ergänzen die „Ringzug“-Regio-Shuttle

der Landesbahn das Bild. Den

Güterverkehr dominiert nahezu unangefochten die

Baureihe 1 85.

Zunächst einmal kehrten im Juni 201 4 an einzelnen

Wochentagen die Oldtimer aus der E-1 0-Familie

auch planmäßig auf die Gäubahn zurück. Bespannt

werden montags IC 284, samstags IC 1 84,

1 85 und an Sonntagen der IC 285, wobei natürlich

96


GÄUBAHN STUTTGART – SINGEN

auch weiterhin mit zusätzlichen Ad-hoc-Einsätzen

zu rechnen ist.

Wenn im Dezember 201 4 die IC-Züge nach Luxemburg

tatsächlich eingestellt werden, sind auf einen

Schlag mehrere weitere 1 81 arbeitslos. Nicht

zuletzt als Folge dieser Entwicklung ist vorgesehen,

im kommenden Jahr den 1 81 -Einsatz auf der

Gäubahn zu intensivieren. So fanden bereits Personalschulungsfahrten

der Singener Lokführer

statt. Inwieweit diese 1 81 -Leistungen zu Lasten der

1 01 /1 20 oder der verbliebenen E-1 0-Oldtimer gehen,

bleibt abzuwarten. Problemtisch ist jedoch,

dass sich die 1 81 bei den ständigen Geschwindigkeitswechseln

auf der Gäubahn mit der Einhaltung

der Fahrzeiten ein wenig schwer tut. Selbst geringfügige

Verspätungen vermag die 1 81 kaum aufzuholen,

was in Rottweil und Singen schon einmal zu

verpassten Anschlüssen führt.

Ende 201 5 werden die Fahrpläne der Gäubahn-

Schnellzüge um eine Stunde verschoben, jedoch

weiterhin mit SBB-Wagen gefahren.

Eine Zäsur steht der Gäubahn erst für den Dezember

201 7 bevor: Dann werden, eine pünktliche

Lieferung vorausgesetzt, alle Schnellzüge sowie die

meisten der heutigen RE-Züge Stuttgart – Singen

auf Doppelstock-Intercitys mit einer schweiz-tauglichen

weißen 1 46 oder 1 85 umgestellt und stündlich

bis Zürich durchgebunden. Diese Züge sind

zwischen Stuttgart und Singen auch mit Nahverkehrsfahrkarten

nutzbar. Der Lokeinsatz auf der

Gäubahn wird dann zwar deutlich eintöniger. Doch

dürfte dieses mutige Konzept die letzte Chance

sein, den Fernverkehr zwischen Stuttgart, Singen

und Zürich zu retten. Ansonsten würde es südlich

von Stuttgart noch langweiliger werden, nämlich

völlig ohne Fernverkehrszüge. Heiko Focken

27. März 2014: Die prächtig im Lack stehende „Bügelfalte“ 115 293, die erst 2014 eine Hauptuntersuchung

erhielt, mit dem IC 185 vor der ebenso prächtigen Kulisse der Altstadt von Engen

LOKMagazin 11 | 2014

97


GESCHICHTE

Herbstzeit, kühle Tage – aber Fotosonne: Am 11. Oktober 1971 hüllen sich die 052 420 und eine 23er vor

einem schweren Güterzug bei der Ausfahrt in Lauda selbst in Dampf und Rauch

Alle Aufnahmen Ulf Otto

DER FOTOGRAF ULF OTTO

Meine Eisenbahngeschichte

ALS PFARRER BEI DEN LOKMÄNNERN In Oschatz, in unmittelbarer Nähe zur

Schmalspurbahn, wurde Ulf Otto der Eisenbahn-Virus übertragen. Heute

wohnt er in Traunstein, wieder direkt neben der Bahn. Seine Erinnerungen …

A

usgelöst wurde dieses Thema anlässlich eines

Symposiums im zeitigen Frühjahr 2007, zu

dem der Münchner GeraMond Verlag gebeten

hatte. Da saßen nun rund ein Dutzend Eisenbahnbegeisterte

und beäugten kritisch und gleichermaßen

selbstbewusst die allerjüngste Ausgabe

des LOK MAGAZINs. Und alle lasen mehr oder

minder regelmäßig die Zeitschrift, auch wenn

nicht jeder wie ich die komplette Reihe ab Heft

1 /1 963 sein eigen nennen durfte. Aber: Jeder von

uns hatte seine eigene Eisenbahngeschichte.

Geboren und aufgewachsen in Oschatz – jedem

Eisenbahnfreund ein vertrauter Name in Sachen

sächsischer Schmalspurherrlichkeit – begleitete

mich die Bimmelbahn, wie wir sie zu nennen

98

pflegten, in rund 300 Meter Entfernung vom Elternhaus.

Für einen Bengel im Kindergartenalter

hatte die Bahn nach Mügeln oder Strehla naturgemäß

sehr viel andere Reize als heutzutage, da

rechtschaffene Schmalspurfans die derzeit noch

betriebsfähigen Loks der Baureihe IV K nach Nummer

und Stationierung auswendig hersagen können.

Wir Kinder hatten andere Abwechslungen.

So plapperten wir, wenn es um die Fahrtrichtung

ging, gerne den Ausspruch der Großen nach:

Oschatz – Mügeln – Mutzschen – Mailand, wobei

der damalige Horizont kaum weiter als Altoschatz

oder Schweta reichte, dörfliche Haltepunkte unmittelbar

vor Mügeln. Jedes Mal aufregend war es,

eine Kupfermünze auf das Gleis zu legen, die dann


DER FOTOGRAF ULF OTTO

vom Lokgewicht plattgewalzt als kostbares Kleinod

aufgehoben wurde.

Noch zwei besondere Erinnerungen: Einmal

war eine Lok, es muss schon in der Nachkriegszeit

gewesen sein, mitten in der Stadt entgleist und in

den daneben fließenden Döllnitzbach gestürzt, wo

sie monatelang zur Seite gekippt und vom Wasser

durchspült auf Bergung wartete. Das Döllnitzwasser

spielte mehrere Male im Jahreslauf eine entscheidende

Rolle, wenn nach winterlicher Schneeschmelze

oder sommerlichen Gewittergüssen der

Fahrbetrieb wegen Hochwassers ganz und gar eingestellt

werden musste. Übrigens hat das Bächlein

dem heutigen Betreiber den Namen „Döllnitzbahn“

eingebracht.

Eine Märklin-Bahn für 3,50 Reichsmark

Das alles haben andere Oschatzer Jungen auch erlebt.

Der eigentliche Virus, der den späteren Eisenbahnfan

infizierte, kam am Heiligen Abend 1 938

zum Vorschein. Hatte doch der Vater in seinem Ar-

„Oschatz – Mügeln – Mutzschen – Mailand“, so

heißt es aus Spaß in der Gegend der Döllnitzbahn

beitszimmer völlig unbemerkt eine kleinere Märk -

lin-Uhrwerk-Eisenbahn aufgebaut. Deren Federwerk

wurde mit einem massiven Schlüssel in Gang

gesetzt und ließ die zweiachsige Schlepptenderlok

mit drei oder vier Waggons am Haken mehrere

Runden dahinsausen.

Das ganze in Spur O: Lok und Tender waren

zum Preis von Reichsmark 3,50 zu haben! Wer

achtete zu der Zeit auf Detailreichtum oder Modelltreue!

Das handfeste Blechgerät war exakt das

richtige Spielzeug für einen Vierjährigen. Natürlich

kam purer Neid auf, weil in den Weihnachtszimmern

gleichaltriger Nachbarskinder das Ganze

bereits elektrisch perfektioniert war.

Dann und wann wurde die kleine Anlage erweitert

und in der „guten Stube“ auf dem Teppich verlegt,

weil der Platz im väterlichen Arbeitszimmer

längst zu klein geworden war. Übrigens waren in

meiner Generation Weihnachten und Spielzeug -

eisenbahn fast identisch.

Diese jugendliche Eisenbahnliebhaberei hatte

unmittelbar nach Kriegsende auch ihr eigenes,

schmerzhaftes Ende, nachdem das gesamte Haus -

inventar – Märklin-Spielzeug inclusive – von Staats

wegen beschlagnahmt worden war.

LOKMagazin 11 | 2014

Oschatz: Im April 1991 dampfte es noch regulär vor

Güterzügen. Rechts ein alter S-4000-Lkw

Die Faszination hat jedoch niemals aufgehört.

Jahre später leistete ich mir in Münchberg in Oberfranken

den ersten Märklin-Katalog, der nach

Kriegsende erschienen war. Spur O spielte faktisch

keine Rolle mehr, das schillernde und verlockende

Angebot in HO war allerdings für das Taschengeld

eines Vierzehnjährigen unerschwinglich. Doch der

Kauf lohnte sich außerordentlich: Aus 60 Pfennigen

Katalog-Kaufpreis wurden viele Jahre später

1 80 DM dank fremder Sammlerleidenschaft!

Jeden Tag im MCi

Jahrelang war ich in Oberfranken Fahrschüler, also

werktäglich mit Eisenbahnen unterwegs. Alles,

insbesondere auch Loks und Waggons, hatte sein

Nachkriegsimage. Schon die Ausrüstung der alten

preußischen Abteilwagen mit gasbetriebenen Lampen

nach jahrelanger Dunkelheit kam einer Sensation

gleich. Ich hatte meinen Stammplatz zwischen

Kirchenlamitz Stadt und Kirchenlamitz Ost

in einem Behelfspersonenwagen MCi, 3. Klasse.

Irgendwann einmal, es muss im Frühjahr 1 950

gewesen sein, bummelte ich nach Schulschluss am

Hofer Bahnsteig entlang. Auf die kritische Anfrage

eines Mitschülers, was denn als Zuglok vorge-

99


GESCHICHTE

Am Kilometer 86: Die 38 2497 verlässt am 16. April 1964 den Bahnhof Oberkotzau nach Süden

100


DER FOTOGRAF ULF OTTO

Am 7. März 1969 hinterlässt eine Hofer 01 diese wunderbare Wolken-Neubildung vor einem Schnellzug

aus Richtung Marktredwitz, aufgenommen in der Nähe von Fattigau

spannt sei, wusste ich in meiner Harmlosigkeit

keine Antwort. Seine spöttischen Anmerkungen

klingen mir heute noch im Ohr. Doch dieser Mitschüler

war es, der den Eisenbahnvirus aus Kindheitstagen

aufs Neue belebte!

Mit der 64er in die Heidelbeeren

Auf viele Einzelheiten und Erinnerungen in den

dann folgenden Zeiten sei hier verzichtet. Unter

anderem wäre davon zu berichten, dass sich die

Übergabe von der Bundesbahn zur damaligen LLK

(Lamer Lokalbahn) im Bahnhof Kötzting unmittelbar

vor meinem Fenster abspielte. An Sommer -

abenden rangierte regelmäßig der „Heidelbeerexpress“:

Das war eine 64er mit einer Handvoll

gedeckter Zweiachser, spankörbegefüllt mit den

Köstlichkeiten des Bayerischen Waldes aus den

Händen fleißiger Sammler.

Mehr ist vom Bahnhof Hof zu schreiben, der

sich mir ab 1 963 mit seinem damals noch überwiegenden

Dampflokbestand in Hochform repräsentierte.

Vermutlich ist mir die Fahrschüler-Lok –

es war eine 38er, eine preußische P 8, gewesen –

noch viele Male begegnet. Ich studierte währenddessen

evangelische Theologie und war dann sechs

Jahre lang als Gemeindepfarrer in Oberkotzau

tätig. Oberkotzau ist südlicher Knotenpunkt dreier

von Hof ausgehender Strecken: nach Selb, nach

Die 023 067 am 11. Oktober 1971 im Bw Lauda

LOKMagazin 11 | 2014

101


GESCHICHTE

Mit der Reko-01.5 durch Österreich: 01 519 am 28. Dezember 1998 zwischen Axdorf und Haslach

Marktredwitz und nach Neuenmarkt-Wirsberg.

Der Marktflecken

bildete bis Kriegsende

den umfangreichen Hofer Verschiebebahnhof.

Entsprechend

lebhaft war Oberkotzau mit Eisenbahnen

bevölkert, auch wenn

der Verschiebebahnhof längst

keine Rolle mehr spielte. Der relativ

sparsame Interzonenverkehr

konnte direkt in Hof abgewickelt

werden.

Letzte Dienstreise

Unendlich viele, im Regelfall

mitmenschliche Gespräche zwischen

Gemeindegliedern und

ihrem Pfarrer sind in Erinnerung

geblieben. Und manche der

altverdienten und alt gewordenen

Eisenbahner habe ich bei

ihrer „letzten Dienstreise“ auf

den Friedhof begleitet.

Der eine oder andere ist mir

jetzt noch – nach mehr als vier

Jahrzehnten – gegenwärtig: Joh.

D., Rangiermeister in Oberkotzau;

oder Hans W., der im

„Dritten Reich“ die Hitlerzüge

102

DER AUTOR

Ulf Otto, gerade 80 geworden,

wohnt heute in Traunstein. Die

Strecke nach Ruhpolding läuft

unmittelbar an seinem Grundstück

entlang. An Werktagen weckt ihn

um 6.36 Uhr das Achtungszeichen

des Zuges. Seit vielen Jahren

fotografiert er leidenschaftlich,

unter anderem mit einer Leica,

Agfa-Silette und einer Canon.

(01 mit Vorspann) zu fahren hatte.

Oder der junge Vater auf der

Heizerseite bei der von der Regensburger

Direktion genehmigten

Mitfahrt, dessen Kind ich

Wochen zuvor in der St-Jakobuskirche

getauft hatte; auch mein

unmittelbarer Nachbar, der im

Lokschuppen u. a. für die 01 und

die S 3/6 verantwortlich war. An

Fachsimpeleien fehlte es nicht.

Ganz besonders erwähnt werden

soll der Wagenmeister Karl

H., mein Doppelgänger. Es passierte

durchaus, dass ich von Eisenbahnern

mit „Servus, Karl“

gegrüßt wurde! Und ihm, dem

Wagenmeister, wurde mehrfach

die eine oder andere Geldspende

anvertraut, die der Herr Pfarrer

tunlichst für kirchliche Zwecke

verwenden möge.

Auf der 01 unterwegs

Irgendwann im Herbst kam mir

dann zwischen Oberkotzau und

Schwarzenbach (Saale) ein mit

einer 01 bespannter Eilzug entgegen.

Zu meiner Überraschung


DER FOTOGRAF ULF OTTO

stand der Heizer auf der rechten Seite! War es eine

Ausbildungsfahrt, oder hatte der Lokführer

großzügig dem jüngeren Kollegen den Regler

überlassen? Als die Gewerkschafts-Fachgruppe 8

später zur üblichen Vorweihnachtsfeier auch den

Oberkotzauer Pfarrer gebeten hatte, war mir das

ein guter Vergleich für die weihnachtliche Thematik:

Gott überlässt uns völlige Freiheit – wir sind

reglerberechtigt; aber in dem Kind von Bethlehem

steht er neben uns, wenn wir scheitern und am

Ende sind. Lokführer und Anwärter wussten, wovon

ich zu reden versuchte …

Heute noch haben Nummernschilder von ehemaligen

01 -Maschinen aus dem Bw Hof ihren festen

Platz in meiner Wohnung, so das Schild der

01 056, auf der ich zwischen Hof und Regensburg

unterwegs war.

Das wichtigste bleibt der Mensch

In die Oberkotzauer Zeit fiel auch der Startschuss,

den ursprünglichen Märklin-Virus aufleben zu lassen:

Tochter Claudia schenkte ihrem Vater einen

allerersten Güterwagen in Spur HO. Was daraus

wurde, ist eine andere Geschichte.

Wie auch der Umstand, dass zum Eisenbahnhobby

im Regelfall das Fotografieren gehört. In vielen

Jahrzehnten haben sich tausende von Dias angesammelt.

Das Eisenbahnhobby hat mich bis zur

Stunde nicht losgelassen, auch wenn es niemals

mehr die Bedeutung wie zu Oberkotzauer Zeiten

erlangen konnte. Das habe ich damals gelernt:

Dass alle Dampflokbegeisterung nichts taugt ohne

den verantwortlichen Menschen, der seiner Maschine

– egal ob als Lokführer oder Heizer oder

Schuppenmann – Atem einhaucht.

Briefwechsel mit Karl-Ernst Maedel

Dieser Zusammenhang kommt auch in einem

Brief zum Vorschein, den ich Ende 1 964 an den

damaligen Herausgeber des LOK MAGAZINs,

Karl-Ernst Maedel, geschrieben hatte: „Bitte nehmen

Sie folgende Gedanken nicht als Kritik hin,

sondern als Anregung für das Magazin. Jede Lok

wird ja erst dadurch zum Leben erweckt, dass

menschliche Hände sich bewegen. Mir fehlt in dieser

Zeitschrift etwas das Menschliche, das eine Maschine

erst zur Maschine macht. Bei meinen Fahrten

auf verschiedenen Dampfloks aus dem Hofer

bzw. Regensburger Bw habe ich mich immer sehr

für die Leute interessiert, die gewissenhaft und verantwortungsvoll

ihren Dienst getan haben. Sicherlich

wäre es richtig, einmal einen guten Beitrag zu

schreiben, den ich mir etwa unter dem Thema vorstellen

könnte: Die schwarzen Männer um und auf

der Dampflok.“

Karl-Ernst Maedels Antwort fiel gedämpft aus.

„Gern würde ich auch einmal den Lokmännern einen

Aufsatz widmen, aber der Wunsch der überwiegenden

Anzahl der Leser geht nun einmal nach

technischen Dingen.“

Ulf Otto

LOKMagazin 11 | 2014

Selbermachen Media GmbH, Neumann-Reichardt-Straße 27-33, 22041 Hamburg

Packen

Sie es an!

Die neue SELBERMACHEN ist da –

Werkzeuge und Maschinen im Test,

kreative Ideen für Ihr Zuhause, praktische

Schritt-für-Schritt-Anleitungen.

Bauen, Gestalten, Renovieren –

ab sofort auf 100 Seiten!

Jeden

Monat neu

am Kiosk

Abo mit attraktiver Prämie bestellen unter

103

www.selbermachen.de/praemie


GESCHICHTE

Drei-Kirchen-Blick in

Sulzbach-Rosenberg

D

er „Drei-Kirchen-Blick“ von Sulzbach-Rosenberg

zählt seit meiner „Umbeheimatung“ in

die Oberpfalz zu meinen Lieblings foto -

stellen in der Region. Sie befindet sich an der KBS

870 zwischen Amberg und Nürnberg, und wie der

Name bereits verrät, hat man je nach Wahl des

Standortes bis zu drei Kirchtürme im Bild.

Neben der Ortskulisse von Sulzbach-Rosenberg

gesellen sich gern die Nahverkehrstriebzüge der

Reihen 61 0 oder 61 2 sowie die täglich verkehrenden

Güterzüge mit der 232 zum Motiv dazu. Die

farbenfrohen ALEX-Züge sind auf diesem Abschnitt

leider seit Dezember 201 2 Geschichte.

Dazu kommt ein markant allein stehender

Laubbaum, der je nach Jahreszeit das Motiv bereichern

kann. Auch in die Gegenrichtung bietet sich

dem Fotografen ein landschaftlich attraktiver Blick

auf die Oberpfalz.

104


MEINE LIEBSTE FOTOSTELLE

DER FOTOGRAF UND AUTOR

Jedes Mal wieder ein akustischer Genuss ist es,

wenn sich ein Güterzug mit einer der noch fahrenden

altbelüfteten 232er nähert, da die Strecke hin

zum Fotostandpunkt aus beiden Richtungen ansteigt.

Zwar nicht altbelüftet, dennoch recht ansehnlich,

betrat die 232 675 am 1 4. März 201 2 mit

einem Güterzug von Pilsen nach Nürnberg die

Bühne und wurde entsprechend verewigt …

Thomas Szymanowski

LOKMagazin 11 | 2014

Thomas Szymanowski (29)

ist Diplomingenieur für

Maschinenbau und derzeit

noch als Zeitsoldat für eine

Tochtergesellschaft des

Bundes tätig. Nach diversen

Verwendungen in Nord- und

Süddeutschland führte die

letzte Versetzung den

gebürtigen Zwickauer in die

Oberpfalz.

Als Sohn eines Eisenbahners,

spielten Züge und Fotografie

bereits seit frühester Kindheit eine große Rolle. Regelmäßig

ging es mit ins Bw Zwickau bzw. auf Touren durch die

damalige DDR. Im Jahr 1989 machte er mit der väterlichen

„Praktika“ die ersten brauchbaren Bahnbilder. Seitdem ist

immer eine Kamera dabei, um das Alltägliche zu

dokumentieren, denn Motive und Chancen verschwinden

schneller, als man denken kann.

105


GESCHICHTE

3. Juli 1975, Bw Poznan (Posen): die amerikanische Aufbauhilfe-Lok Tr 203-302 Alle Fotos Christian Klink

DAMPFLOKOMOTIVEN IN POLEN

Alles verboten! Nicht ganz …

ALTEN PREUSSEN UND VIEL MEHR Vor genau 40 Jahren, im Sommer 1974,

wagt Christian Klink eine erste Reise in den Osten. Nach vielen Abenteuern

steht für ihn fest: Da muss ich noch einmal hin, aber mit Fotogenehmigung!

I

n der ersten Hälfte der 1 970er-Jahre ist es nicht

mehr zu übersehen: Der Dampfbetrieb bei der

Bundesbahn liegt im wahrsten Sinne des Wortes

„in den letzten Zügen“. Die letzten großen

Betriebswerke wie Hof, Hamburg-Altona, Osnabrück

und Kassel waren längst ausgefegt. Es

dampfte zwar noch mancherorts, doch ansprechenden

Einsatz in größerem Umfang bot nur

noch das Bw Rheine. Und überall war das baldige

Ende in Sicht.

Seit Mitte der 1 960er-Jahre waren mein Bruder

und ich der Dampflok gefolgt, fasziniert und nachhaltig

beeindruckt durch Begegnungen in Kassel

und Osnabrück. In der Folgezeit waren wir an unzähligen

Orten, wo es noch dampfte. Aber die

Schauplätze wurden ständig weniger. Für den

Dampflok-Fan konnte es da nur heißen: Hobby

aufgeben oder neue Betätigungsfelder suchen.

Für mich kam nur Möglichkeit Nr. 2 in Frage,

und zwar in Form von „Osterweiterung“. Längst

war es durchgesickert, dass in manchen Staaten

des Ostblocks Dampflokomotiven noch einen hohen

Anteil an der gesamten Zugförderung hatten,

so in Rumänien, Polen und der DDR. Gleichzeitig

war bekannt, dass dort das Fotografieren wegen

der großen Spionagefurcht mit hohem Risiko verbunden

war.

Alte Heimat Oberschlesien

Ich entschied mich für Polen, vor allem auch deshalb,

weil ich in Oberschlesien geboren bin und

meine frühe Kindheit bis zur Vertreibung auf einem

Bauernhof in einem 600-Seelen-Dorf mit

Bahnstation an der Nebenbahn Deutsch Rasselwitz

106


DAMPFLOKOMOTIVEN IN POLEN

Zwei bestens gepflegte preußische P 8: Ok 1-335 und Ok 1-377 am 3. Juli 1975 im Bw Poznan (Posen)

– Leobschütz – Bauerwitz – Ratibor verbracht

habe. Die Erinnerungen daran und der lange feststehende

Entschluss, meine Heimat unbedingt zu

besuchen, machten mir die Entscheidung leichter.

Also auf nach Polen: Im Sommer 1 974 sollte

das Abenteuer beginnen. Von Anfang an hatte ich

klare Vorstellungen über den Verlauf: Als Camping-Tourist

über Frankfurt an der Oder einreisen,

zunächst Posen anlaufen in der Hoffnung, dort

wichtige Informationen zu erhalten. Dann nach

Norden orientieren und dem Verlauf der Ostbahn

folgen, mit dem Schwerpunkt Schneidemühl, ferner

Dirschau und Marienburg. Dabei im Hinterkopf

die Ex-DR-Baureihen 03, 24, 38 1 0-40 und 44!

Anschließend nach Süden, um nach 28 Jahren

meine alte, schlesische Heimat aufzusuchen.

Die Botschaft meldet sich nicht

Aber wie das alles anfangen? Im März 1 974 schreibe

ich an die polnische Botschaft und das polnische

Reisebüro Polorbis, beide in Köln. Die Botschaft

meldet sich nicht, vom Reisebüro erhalte ich

die Bestätigung, dass eine Camping-Reise ohne

weiteres möglich ist.

In der Folgezeit arbeite ich meinen Tourenplan

genau aus, teile ihn dem Reisebüro mit und bitte

gleichzeitig um die Anschrift des PKP-Ministeriums

in Warschau. Bereits drei Wochen später er-

LOKMagazin 11 | 2014

halte ich meine Reisebestätigung sowie die Anschrift

des PKP-Ministeriums – und den Zusatz,

dass nach Meinung des Büros das Fotografieren

von Dampfloks erlaubt wäre. Darauf will ich mich

natürlich nicht verlassen und schicke daher gleich

eine entsprechende Anfrage nach Warschau. Aber

ich warte vergeblich auf eine Rückmeldung …

Mit dem „Käfer“ in den Osten

So verstreicht die Zeit, mein Reisetermin Mitte Juli

rückt näher. Bezüglich des Fotografierens habe ich

leider keine fundierte Rückmeldung, also werde

ich mein Fotoheil als „Heckenschütze“ versuchen.

Ich richte meinen betagten, aber zuverlässigen VW

„Käfer“ (Baujahr 1 959) mit fast „200.000 Kilometern

auf der Uhr“ her und los geht’s. Im Reisegepäck

habe ich an Fotogeräten lediglich die Agfa-

Silette und eine Revue-Flex, also recht einfaches

Aufnahmegerät; an Filmen fast ausschließlich

Schwarz-Weiß-Material.

Nach Transit-Durchfahrt der DDR reise ich über

Frankfurt (Oder) nach Polen ein. Die Grenzabfertigung

verläuft reibungslos. Auf der E 8 fahre ich

weiter in Richtung Posen. Im Raum Schwiebus die

ersten Dampfloks: Auf der Nebenbahn die Ok 1

vom Bw Meseritz, auf der Hauptbahn die Pt 47

(auch in Doppeltraktion), Ok 1 und Ty 5, daneben

reichlich Diesel. In freier, offener Landschaft der

107


GESCHICHTE

Preußen pur: Am 6. Juli 1975 steht in Pila (Schneidemühl) die Ok 1-283 mit einem Personenzug nach Kreuz

10. Juli 1975: der Lokführer der Pm 2 13 (03 052) im

Bahnhof Torun (Thorn) vor dem Eilzug 427

Warthe-Niederung ist besonders Vorsicht geboten.

Aber es geht alles gut, ich werde von niemand behelligt,

sieht man von dem kleinen Jungen ab, der

sich eine Zeit lang bei mir aufhält und um einen

Zloty bettelt und von dem aufgeregten Stationsvorsteher,

der mit seinem Moped wild gestikulierend

ein Stück hinter mir herfährt. Jetzt habe ich an verschiedenen

Stellen fotografiert, immer begleitet

von einem Schuss Unbehagen. Nun, am dritten

Tag in Polen, will ich mir am Posener Hauptbahnhof

Gewissheit verschaffen. Ich frage mich zur Direktion

durch. Dort werde ich sehr nett behandelt,

ein Dolmetscher übersetzt mein Anliegen. Die

Herren hören sich alles aufmerksam an und teilen

mir dann mit, dass ich mich mit meiner Bitte um

eine Fotogenehmigung direkt an das Ministerium

in Warschau wenden müsste. Eine derartige,

außergewöhnliche Entscheidung läge nicht in

ihrem Kompetenzbereich.

Warschau erteilt eine Genehmigung

Also fahre ich am folgenden Tag nach Warschau.

Auch dort läuft alles sehr offiziell und zuvorkommend

ab. Aber auch sehr bedächtig und schleppend.

Mein mitgenommener Vorab-Schriftwechsel

belegt mein Interesse an der Regelspur, besonders

in den Gebieten, wo noch ehemalige Reichsbahn-

Loks in Betrieb sind. Ich merke, wie das alles Neuland

für die Herren ist, deshalb der zögerliche Fortgang.

In Anbetracht der fortgeschrittenen Zeit sagt

dann einer, es wäre jetzt Mittag, ich sollte doch um

1 4.30 Uhr noch einmal wiederkommen. In der

Zwischenzeit könnte ich mir, in Begleitung einer

Sekretärin, das Eisenbahn-Museum ansehen. So

verfahren wir notgedrungen. Das Museum ist aber

mehr ein Freiland-Abstellplatz für eine Vielzahl

ausgemusterter Loks.

108


DAMPFLOKOMOTIVEN IN POLEN

Bahnbetriebswerk Poznan (Posen) am 3. Juli 1975: Neubaulok Ol 49-70 und die Ok 1-126

Zurück im Ministerium geht jetzt alles erstaunlich

schnell. Ich erhalte eine Genehmigung für

Schmalspurbahnen und das Bw Posen. Ich hatte

mehr erhofft, bin aber auch mit dem Teilerfolg zufrieden.

Auch auf meine abschließenden speziellen Fragen

erhalte ich bereitwillig Auskunft: Auf

Dampfloks wird man noch bis zu zehn Jahre angewiesen

sein; die letzten Loktypen werden wahrscheinlich

Pt 47, Ol 49 und Ok 1 sein, und zwar im

nordwestlichen Polen; z. Zt. werden noch 33 Prozent

der Leistungen im Reisezugdienst und 1 9 Prozent

im Güterzugdienst von Dampfloks erbracht.

Ein Personal zur Verfügung!

Am nächsten Tag gehe ich sogleich zur Direktion

in Posen. Wieder ist alles sehr offiziell, eine Sekretärin

bringt Kaffee. Aber es wird auch dort wieder

viel zu lange verhandelt und viel zu ausgiebig

telefoniert. Dann erscheint ein älterer Herr, mein

Begleiter für das Bw, sehr nett, er spricht perfekt

deutsch. Wir brechen sogleich zusammen auf,

melden uns beim Chef an. Und dort bekomme ich

sogar eine Lok-Mannschaft zur Verfügung gestellt,

um Maschinen wunschgemäß aufzufahren! Bei

dem vielen Betrieb ist dieses Entgegenkommen

aber gar nicht nötig …

Zurück am Bahnhof bedanke und verabschiede

ich mich beim Chef und lasse mir noch einmal sagen,

dass Fotografieren im Bahnhof nicht erlaubt

LOKMagazin 11 | 2014

ist. Ich bringe noch meinen Bw-Begleiter nach

Hause, der mich für den Abend zu sich einlädt.

Jetzt habe ich eine knappe Woche Polen hinter

mir und bin auf dem Weg nach Norden, verlasse

die weitläufige Warthe-Niederung. Ich verweile an

der Strecke nach Stettin, auf der noch beachtlicher

Dampfbetrieb herrscht.

Möglichst nicht auffallen. Doch wie?

Ich habe mich mit den Gegebenheiten nun recht

gut arrangiert, werde nach und nach etwas mutiger,

jedoch ohne die gebotene Vorsicht zu vernachlässigen.

Noch etwas ist wichtig: Sich möglichst

unauffällig zu verhalten – soweit das für einen

Touristen aus dem Westen überhaupt möglich ist.

Mein nächstes Ziel, Schneidemühl, ist erreicht,

eine Brücke führt über ein weitläufiges Bahngelände.

Es wird viel gebaut, auf den Gleisen herrscht reger

Betrieb. Unter den zahlreichen Dampfloks mache

ich auch eine Ex-03 aus. Viele Motive, aber die

Bahnpolizei ist auf Bahnhöfen allgegenwärtig.

Und die zahlreichen Ausfallstrecken sind schwer

zugänglich bzw. bieten kaum günstige Aufnahmestandorte.

So muss es beim Schauen bleiben, was

den aufkeimenden Gedanken nährt, im nächsten

Jahr unbedingt wiederzukommen. Christian Klink

Begegnungen mit den Baureihen 03, 24, 44, 52

und vielen anderen stehen unserem Autor noch

bevor – schauen Sie im LM 1 2/1 4!

109


GESCHICHTE

Gepäck-„Express“-Zug in Floh-Seligenthal 1988, rechts im Hintergrund der Mommelstein

Ralph Lüderitz

SPURENSUCHE

Mommelstein

SCHMALKALDEN – BROTTERODE Der

Anstieg zum Kamm des Thüringer

Waldes ist hier lieblich und nicht so

schroff und steil wie etwa bei Oberhof

– ideal geeignet zum Radfahren

F

ahrradfahren auf alten Bahntrassen kommt

immer mehr in Mode. Es macht auch Spaß!

Eine eingleisige Strecke hat die ideale Breite

für einen guten Radweg. Und was noch wichtiger

ist: Selbst im Gebirge sind die Steigungen so moderat,

dass auch wenig trainierte Radler gut vorankommen.

Der Vorteil für den übrigen Straßenverkehr

liegt auf der Hand: Die Fahrradfahrer sind für

sich unterwegs, die Kollisionsgefahr ist weitestgehend

ausgeschaltet. Ein Beispiel:

In Schmalkalden beginnt man die Radpartie am

Bahnhofsvorplatz. Dort, wo früher die Züge nach

Pappenheim (Kleinschmalkalden) abfuhren, hat

man recht geschmackvoll einen Busbahnhof angelegt.

Unsere Höhe über NN beträgt dort 320 Meter.

Exakt da beginnt der Mommelstein-Radweg, benannt

nach einem Berg, den wir noch in unseren

Oberschenkeln spüren werden.

Zuerst geht es durch die Stadt, immer exakt da,

wo bis 1 996 die letzten Züge fuhren. Am Ortsausgang,

zum Technik-Denkmal Happelshütte hin,

nimmt die Steigung zu. In Floh-Seligenthal müssen

wir einen kleinen Schwenk vollziehen, denn

das frühere Bahnhofsareal wurde zum Gewerbegebiet.

Doch am Orstausgang geht es wieder auf die

frühere Trasse (siehe Foto oben). Runterschalten,

mir machen Höhenmeter gut. Schöne Ausblicke

ins Land tun sich auf. Gut auch, dass alle alten

Brücken überquert werden, Eisenbahngefühl pur.

Sogar einen Tunnel durchqueren wir kurz vor

Kleinschmalkalden.

Herrliche Waldluft

Der Spitzkehrenbahnhof ist leider abgeriegelt.

Nach einer 1 80-Grad-Kehre geht es weiter bergan.

Ein Bogen reiht sich an den anderen. Die Lungen

pumpen frische Waldluft. Riecht es nicht nach Pilzen?

Keine Zeit! Weiter. In Auwallenburg sind wir

auf 556 Metern Seehöhe angelangt, 236 Meter

Höhe gewonnen! Doch die schlechte Nachricht:

Hier endet leider der asphaltierte Radweg. Eine

ausgewaschene Kiespiste muss nun bewältigt werden.

Um nach Brotterode zu gelangen, das nur

110


SPURENSUCHE

Endbahnhof Brotterode, frühere Gleisseite R. Heym (4)

Schmalkalden: Hier fuhren die Brotteröder Züge

Hinweisschild am einzigen Tunnel der Bahn

Zwischen Kleinschmalkalden und Auwallenburg

etwa zehn Meter höher liegt, müssen wir nun noch

über den Mommelstein auf gut 700 Meter! Ein

hartes Stück Arbeit. Die alte Trasse ist absolut unpassierbar,

denn es liegen dort noch die Betonschwellen

und alles wächst immer dichter zu.

Ein Blick in die Geschichte

Warum liegen auf einer im Dezember 1 964 stillgelegten

Trasse eigentlich Schwellen, noch dazu aus

Beton? Gute Frage. Suche im Internet: Bis Auwallenburg

wurde zur Verladung für Flussspat noch

lange gefahren. 1 986, der DDR gingen – bis auf

Braunkohlen – alle Energieträger aus, wurden die

Gleise auch nach Brotterode völlig neu verlegt, um

dort ein Heizkraftwerk zu versorgen. Doch damit

war 1 990 auch schon wieder Schluss. Übrigens ist

das dortige Empfangsgebäude erhalten, es dient

heute als Zentrale des Busbahnhofes, der sich auf

dem Bahngelände angesiedelt hat.

Der Abschnitt von Kleinschmalkalden nach

Brotterode war anfangs eine kreiseigene Bahn. Eigene

Loks oder Wagen besaß sie jedoch nie, der Betrieb

wurde von der Preußischen Staatsbahn besorgt.

Diese setzte auf der krümmungsreichen

Bahn ihre Hagans-Schwinghebelloks der Gattung

T 1 3 ein. In den 1 960er-Jahren fuhren Tenderloks

der Baureihe 93 5-1 2 , die dann von der V 1 00 der

Reichsbahn abgelöst wurden. Rudolf Heym

LOKMagazin 11 | 2014

LAGE, DATEN, FAKTEN

Schmalkalden – Brotterode

Spurweite

1.435 mm

Streckenlänge

18 km

Eröffnung

Schmalkalden – Floh-Seligenthal 3. November 1892

Floh-Seligenthal – Kleinschmalkalden 6. November 1893

Kleinschmalkalden – Brotterode 19. Dezember 1898

Einstellung PV

Kleinschmalkalden – Brotterode 14. Dezember 1964

Schmalkalden – Kleinschmalkalden 30. Oktober 1996

Einstellung GV komplett 1. Januar 1996

Gesamtstilllegung 30. Juni 1999

Mommelstein-Radweg: Sehr zu empfehlen, wurde 2003

eröffnet und befindet sich in recht ordentlichem Zustand.

111


AKTUELL

LESERBRIEFE

LOK MAGAZIN

Postfach 40 04 09, D – 80702 München

Tel. (089) 13 06 99-750, Fax (089) 13 06 99-700

redaktion@geramond.de, www.lok-magazin.de

Zum Baureihenporträt „Die

Knödelpresse“ im LM 9/14:

Wir haben bei den Erläuterungen

zum Führerstand der Reihe

1 80 den Schalter mit der Zahl 7

vergessen: Es ist der Richtungsund

Shuntierungsschalter. Mit

ihm wird die Fahrt richtung umgestellt

und bei Gleichstrombetrieb

die Shuntierung geregelt.

Dank an alle Leser, die uns darauf

aufmerksam machten!

Redaktion

Zum Beitrag „Wer hatte die

schönere 03.10?“ im LM 10/14:

Die 03.1 0 mit dem Rekokessel

der DR ist ohne Frage die bessere

Maschine gewesen. Vor allem

die großzügig bemessene Rostfläche

tat den Kesseln bei hoher

Anstrengung und langen Durchläufen

gut. Hier hätte Friedrich

Witte von seinem Kollegen

Baumberg doch einiges lernen

können. Seine sogenannten

Hochleistungskessel waren nur

mäßiger Durchschnitt im Vergleich

zu Dampferzeugern anderer

Staatsbahnen. Er hat es nicht

geschafft, sich aus dem Denken

der Wagner-Zeit zu befreien. Die

Leidtragenden waren Lokführer

und Heizer und das Werkstattpersonal.

Das Bw Hagen-Eckesey hatte

auch auf Grund des guten Personals

die 03.1 0 gut im Griff, und

Störungen waren mit der Zeit

zunehmend seltener geworden.

Dietmar Kunen, Plettenberg

Die Reihe 03.1 0 war neben der

Neubaukessel-01 , der 1 8.3 und

mit Abstrichen der 01 .1 0 sowie

den MV-Loks der Reihe 23 meine

Lieblingsbaureihe. Sie war für

mich ein bisschen eine blaue

Mauritius, da sie 1 966 ausgemustert

wurde und ich meine ersten

Dampflokaufnahmen erst 1 967

machte. So habe ich nur noch

die 03 1 001 ausgemustert in Hagen

fotografiert (1 969) und die

03 1 01 3 im AW Schwerte im August

1 968.

Auch ich habe von der Wiederauferstehung

einer 03.1 0 geträumt:

In Form des Fahrwerks

der 03 1 090 und des Kessels von

03 1 051 (in 41 1 05 bei der SSN in

Rotterdam). Der 41 könnte man

den Rekokessel von 03 1 090 verpassen.

Naja – das wird wohl

nichts mehr!

Dr. Joachim Ludwig, Heidelberg

Zum Titelthema „Mit vier

Motoren“ im LM 7/14:

Die Bundesbahn-V 200 und

auch die V 1 80 der Reichsbahn

besaßen zwei Motoren. Von verschiedenen

Lokführern hörte

ich, dass es durchaus üblich war,

bei geringer Last nur mit einer

Anlage zu fahren. So etwas sensationell

Neues ist das mit den

vier Motoren der neuen Baureihe

245 also auch nicht.

Martin Söllmer, Hannover

Zum Beitrag „Über 900 Stück“

im LM 8/14:

Ich kann dem FLIRT rein garnichts

abgewinnen. Mit solchen

Fahrzeugen wird einem die Freude

am Bahnfahren ausgetrieben.

Matthias Bacher, Hünibach

Zum Beitrag „Renn- oder

Bummelstrecke“ im LM 9/14:

Mein persönlicher Geschwindigkeitsrekord

mit der 1 1 8 252 auf

HÄNDLERVERZEICHNIS: HIER ERHALTEN SIE DAS LOK MAGAZIN

Modellbahn-Spitzner

08468 Reichenbach Albertistr. 16

LokoMotive Fachbuchhandlung GmbH

10777 Berlin Regensburger Str. 25

Modellbahnen & Spielwaren M. Turberg

10789 Berlin Lietzenburger Str. 51

Modellbahn-Pietsch

12105 Berlin Prühßstr. 34

Buchhandlung Bernd Kohrs

22927 Großhansdorf Eilbergweg 5A

Buchhandlung Mahnke

27265 Verden Große Str. 108

Roland Modellbahnstudio

28217 Bremen Wartburgstr. 59

Buchhandlung Decius

30159 Hannover Marktstr. 52

Train & Play KG

30159 Hannover Breite Str. 7

Pfankuch Buch

38100 Braunschweig Kleine Burg 10

Goethe-Buchhandlung

40549 Düsseldorf Willstätterstr. 15

Buchhandlung Emil Müller

42287 Wuppertal Meckelstr. 59

Technoshop Modelleisenbahn

46238 Bottrop Scharnhölzstr. 258

Buchhandlung Scheuermann

47051 Duisburg Sonnenwall 30

Fachbuchhandlung Jürgen Donat

47058 Duisburg Ottilienplatz 6

WIE – MO

48145 Münster Warendorfer Str. 21

Buchhandlung H. Th. Wenner

49074 Osnabrück Große Str. 69

J. B. Modellbahnservice

49078 Osnabrück Lotter Str. 37

Schreibwaren Curt Paffrath

51379 Leverkusen Kölner Str. 1

Modellbahn-Center Hünerbein

52062 Aachen Markt 9 – 15

Spielwaren & Bücher H. Brachmann

63450 Hanau Rosenstr. 9 – 11

Buchhandlung Diekmann

63739 Aschaffenburg Steingasse 2

Buchhandlung Kunkel

63814 Mainaschaff Milanstr. 6a

Buch & Zeitschr.-Agentur Harrassowitz

65205 Wiesbaden Kreuzberger Ring 7 b – d

Buchhandlung Dr. Kohl

67059 Ludwigshafen Ludwigstr. 44 – 46

Stuttgarter Eisenb.-u.Verkehrsparadies

70176 Stuttgart Leuschnerstr. 35

Buchhandlung Wilhelm Messerschmidt

70193 Stuttgart Schwabstr. 96

Buchhandlung Albert Müller

70597 Stuttgart Epplestr. 19C

Eisenbahn-Treffpunkt Schweickhardt

71334 Waiblingen Biegelwiesenstr. 31

Osiandersche Buchhandlung GmbH

72072 Tübingen Unter dem Holz 25

Buchhandlung Beneke

72074 Tübingen Gartenstr. 16

Kiosk Sternplatzpassage

73312 Geislingen Stuttgarter Straße 90

Bauer Modelleisenbahnen

74613 Öhringen Marktstr. 7

112


LESERBRIEFE / HÄNDLERVERZEICHNIS / IMPRESSUM

der Teilstrecke Doberlug-Kirchhain

– Dresden-Neustadt (73 km)

liegt bei 33 Minuten (1 979)! Das

sind unglaubliche 1 32,7 km/h!

Frank Handschack

In der Fotokiste gefunden:

Im Sommer 1 957 steht auf

dem Bahnhof Mölln der Personenzug

nach Hollenbek. Von

den Einheimischen wurde er

liebevoll „Rasender Hollenbeker“

genannt. Ich war damals

1 5 Jahre alt und hatte nur eine

sehr einfache Kamera, aber die

Ein interessanter und bemerkenswerter

Beitrag, der damit

die Tradition und das Niveau ihrer

beiden leider unlängst verstorbenen

Hausautoren Erich

und Reiner Preuß fortsetzt.

Die Bildunterschrift auf Seite

37 ist m. E. jedoch missverständlich,

weil der erwähnte Abzweig

zwar die Strecken Berlin – Dresden

und Cottbus – Leipzig verbindet,

allerdings nicht in der beschriebenen

Fahrtrichtung.

Gerhard Kieß, Finsterwalde

herrliche Zugkomposition aus

einer Köf und einer „Donnerbüchse“

musste ich einfach fotografieren

– auch wenn die

Aufnahme aus heutiger Sicht

sicherlich nicht den höheren

Ansprüchen der Eisenbahnfotografie

genügt.

Eckart Westphalen, Hamburg

Nr. 398 | 11/14 | November | 53. Jahrgang

LOKMagazin

Internet: www.lok-magazin.de

Gegründet von Karl-Ernst Maedel †

Redaktionsanschrift

Postfach 40 02 09, 80702 München

Tel. +49 (0) 89.13 06 99.720

Fax +49 (0) 89.13 06 99.700

redaktion@geramond.de

Verantwortlicher Redakteur

Rudolf Heym, rudolf.heym@geramond.de

Redaktion

Michael Krische (Chefredakteur)

Martin Weltner (CvD),

martin.weltner@geramond.de

Thomas Hanna-Daoud

Redaktionsassistenz

Brigitte Stuiber

Ständige Mitar beiter

Friedhelm Ernst, Thomas Feldmann, Alfred

Gottwaldt, Markus Inderst, Udo Kandler, Andreas

Knipping, Hans-J. Lange, Uwe Miethe, Eduard

Saßmann, Malte Werning, Hans-B. Schönborn

ABO-HOTLINE

Leserservice, GeraMond-Programm

Tel. 0180 – 532 16 17 (14 ct/min)

Fax 0180 – 532 16 20 (14 ct/min)

leserservice@lokmagazin.de

Gesamtanzeigenleitung

Rudolf Gruber, rudolf.gruber@verlagshaus.de

Tel. +49 (0) 89.13 06 99.527

Anzeigenleitung LOK MAGAZIN

Helmut Gassner, helmut.gassner@verlagshaus.de

Tel. +49 (0) 89.13 06 99.520

www.verlagshaus-media.de

Es gilt Anzeigenpreisliste Nr. 24 vom 1.1.2014

Litho: Cromika, Verona (Italien)

Druck: Stürtz, Würzburg

Verlag:

GeraMond Verlag GmbH

Infanteriestraße 11a, 80797 München

www.geramond.de

Geschäftsführung

Clemens Hahn

Herstellungsleitung

Sandra Koh

Leiter Marketing & Sales Zeitschriften:

Andreas Thorey

Vertrieb Zeitschriften

Dr. Regine Hahn

Vertrieb/Auslieferung Handel

MZV, Unterschleißheim

Im selben Verlag erscheinen außerdem:

Service rund ums Buch Uwe Mumm

75180 Pforzheim Hirsauer Str. 122

Modellbahnen Mössner

79261 Gutach Landstr. 16 A

Fachbuchzentrum & Antiquariat Stiletto

80634 München Schulstr. 19

Eisenbahn Treffpunkt Schweickhardt

86391 Stadtbergen Wankelstr. 5

Buchhandlung Jakob

90402 Nürnberg Hefnersplatz 8

Ritzer Modellbahnen

90419 Nürnberg Bucher Str. 109

Modellspielwaren Helmut Sigmund

90478 Nürnberg Schweiggerstr. 5

Friedrich Pustet

94032 Passau Nibelungenplatz 1

Buchhandlung Kleinschmidt

95028 Hof Ludwigstraße 13

Schöningh Buchhandlung

97070 Würzburg Franziskanerplatz 4

LOKMagazin 11 | 2014

Österreich

Buchhandlung Herder

1010 Wien Wollzeile 33

Modellbau Pospischil

1020 Wien Novaragasse 47

Technische Fachbuchhandlung

1040 Wien Wiedner Hauptstr. 13

Leporello – die Buchhandlung

1090 Wien Liechtensteinstr. 17

Leykam Buchhandels GmbH

8010 Graz Stempfergasse 3

Belgien und Niederlande

B.V.S. – Shop-Eisenbahnbüchershop

8200 Brugge 2 Stationslaan 2

van Stockum Boekverkopers

2512 GV Den Haag Westeinde 57

AUTO CLASSIC SCHIFF CLASSIC

TRAKTOR CLASSIC FLUGZEUG CLASSIC

SCHIFFSMODELL MODELLFAN FLUGMODELL

CLAUSEWITZ MILITÄR & GESCHICHTE

Preise: Einzelheft EUR 7,90 (D), EUR 8,90 (A), CHF 15,80 (CH),

bei Einzelversand zzgl. Versandkosten; Jahres abopreis

(12 Hefte) EUR 85,20 (incl. MwSt., im Ausland zzgl. Versand)

Die Abogebühren werden unter der Gläubiger-Identifika -

tionsnummer DE63ZZZ00000314764 des GeraNova Bruck -

mann Verlagshauses eingezogen. Der Einzug erfolgt jeweils

zum Erscheinungstermin der Ausgabe, der mit der Vor aus -

gabe ankündigt wird. Den aktuellen Abopreis ist hier im

Impressum angegeben. Die Mandatsreferenznummer ist die

auf dem Adressetikett eingedruckte Kundennummer.

Erscheinen und Bezug: LOK MAGAZIN erscheint monat -

lich. Sie erhalten LOK MAGAZIN in Deutschland, Österreich

und der Schweiz im Bahnhofsbuchhandel, an gut sortierten

Zeit schriften kiosken, im Fachbuchhandel sowie beim Verlag.

© by GeraMond Verlag. Die Zeitschrift und alle in ihr

enthaltenen Beiträge und Abbil dungen sind urheberrechtlich

geschützt. Durch Annahme eines Manuskripts erwirbt

der Verlag das aus schließliche Recht zur Veröffentlichung.

Für unverlangt ein gesandte Fotos und Manuskripte wird

keine Haftung übernommen. Gerichtsstand ist München.

Verantwortlich für den redaktionellen Inhalt: Rudolf Heym;

verantwortlich für die Anzeigen: Rudolf Gruber; beide

Infanteriestraße 11a, 80797 München.

ISSN 0458-1822 | 10813

113


VORSCHAU

MEINE LIEBLINGSLOKOMOTIVE

Die Baureihe 218

FAHRZEUGPORTRÄT

Ganz neu: ENNO-1440

Mit diesen Loks fuhr Matthias Bacher zur Schule.

Es war der Beginn einer innigen Freundschaft mit

den Großdieselloks der DB

Matthias Bacher

Ab 201 5 wird Metronom das Elektronetz Niedersachsen

Ost – ENNO – mit nagelneuen Elektrotriebwagen

übernehmen.

Jürgen Hörstel

GESCHICHTE

Nebenbahn in Thüringen

GESCHICHTE

Ende in Iserlohn

Lange Jahre ein Ferkeltaxen-Paradies: Die Strecke

von Wernshausen über Schmalkalden nach Zella-

Mehlis – ihre Geschichte und Zukunft.

Rudolf Heym

Früh elektrifiziert wurde der Bahnhof Iserlohn in

Nordrhein-Westfalen. Heute ist er nur noch eine

Kopfstation ohne Weichen.

Christoph Riedel

NICHT VERPASSEN: DAS LOK MAGAZIN

✗ 12/2014 ERSCHEINT AM 7. NOVEMBER 2014!

114


Weinreben überall: Bei Mayschoß rollt

am 10. August 1989 die Kölner 213 334 mit

der als N 7147 verkehrenden Silberling-

Garnitur talwärts nach Remagen Udo Kandler

SCHLUSSPUNKT


Zug um Zug durchs Bahn-Jahr.

GeraMond Verlag GmbH, Infanteriestraße 11a, 80797 München

Premium-Kalender

Wandkalender mit zweiwöchigem Kalendarium »Faszination Eisenbahn 2015«

Alle zwei Wochen ein neues Motiv aus dem europäischen Bahn-Alltag.

36,5 x 25,5 cm

€ [A] 17,99

sFr. 26,90 € 17,99

ISBN 978-3-86245-789-2

KALENDER

Wandkalender mit zweiwöchigem Kalendarium »Straßenbahn 2015«

Bitte einsteigen: 27 stimmungsvolle Tram-Motive in diesem Wandkalender

mit zweiwöchigem Kalendarium.

36,5 x 25,5 cm

€ [A] 17,99

sFr. 26,90 € 17,99

ISBN 978-3-86245-788-5

Faszination Technik

www.geramond.de

oder gleich bestellen unter

Tel. 0180-532 16 17 (0,14 €/Min.)

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine