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BAHN EXTRA 1970-1989: Zwei spannende Jahrzehnte Bundesbahn (Vorschau)

Strecken, Züge, Betrieb

Strecken, Züge, Betrieb | NEUE ZUGGATTUNGEN IM REISEVERKEHR 19701989 Übersicht Interne Zuggattungen 1971 Im Jahr 1971 gab die DB ein neues Verzeichnis interner Zuggattungen heraus. Es hatte folgende Einteilungen: (in Klammern die jeweilige Zuggattungs-Nummer) Fernzüge TEE = Trans-Europ-Express-Zug (10), IC = Intercityzug (11) Dm = Militärschnellzug (12), F = Leichter Fernschnellzug (13) D = Schnellzug (14), Dk = Autoreisezug (16), ExprD = Expressgutzug (19) Als Neuheiten 1971 hatte die DB neben dem IC die Zuggattungen Dk und ExprD eingeführt, wobei die beiden Letzteren nur intern angewendet wurden. Autoreisezüge waren bis dato als normale „D“ geführt worden, der „ExprD“ hieß bislang schlicht „Expr“. Eilzüge E = Eilzug (20), Ea = Anschlusseilzug (21), Em = Militär-Eilzug (22), Eb = Berufseilzug (24), Er = Eilzug des Regionalverkehrs (23) Die Eilzüge E (20) und Ea (21) unterlagen der Geschäftsführung der Zentralen Transportleitung; der Eilzug war also in erster Linie noch ein Zug des Fernverkehrs. Mit „Ea“ bezeichnete man Fernzüge, die im Hauptlauf als D (Schnellzug) verkehrten und ab dem Abgangsbahnhof bzw. vor dem Zielbahnhof als Eilzüge eingestuft waren. Sie konnten auf diesen Abschnitten ohne Zuschlag benutzt werden und bedienten ggf. auch mehr Halte, die nicht „schnellzugwürdig“ waren. „Eb“ und „Er“ waren in der Regel geschäftsgeführt durch die jeweilige Bundesbahndirektion. Nahverkehrszüge: N = Nahverkehrszug (30), Nb = Nahverkehrszug im Berufsverkehr (31), Nm = Militär-Nahverkehrszug (32), Nv = Nahverkehrszug des Ballungsverkehrs (35), Nvb = Nahverkehrsberufszug des Ballungsverkehrs (36), S = DB-Schnellbahn-Zug (39) Bei allen Zuggattungen außer dem TEE wurde der Einsatz von Triebwagen intern durch ein kleines „t“ gekennzeichnet (zum Beispiel Dt, Et); bei Schienenbussen kam zusätzlich ein „o“ dazu (zum Beispiel Nto, Eto). Das „b“ für Berufsverkehrszug wurde später gestrichen. Interne Zuggattungen 1988 Zum Sommerfahrplan 1988 nahm die DB ergänzend zu der obigen Aufstellung im internen Zuggattungsverzeichnis umfangreiche Neuerungen vor. Hauptsächlicher Grund dafür waren weitere neue Zugkonzepte beim Personen- und Güterverkehr. Dabei wurden auch wegen der internen Kostenzuteilung weitere Differenzierungen notwendig. Neu waren nun: EC = EuroCity-Zug (10: Zuglauf auf dem Stammnetz; 12: Zuglauf auf An- und Auslaufstrecken außerhalb), IC = Intercity-Zug (11: Zuglauf auf dem Stammnetz; 13: Zuglauf auf An- und Auslaufstrecken außerhalb), D = Schnellzug (20: Tageszug; 21: Nachtzug), IR = InterRegio-Zug (17), AE = Auto-Express (16): bisher als „Dk“ geführte Autoreisezüge, DZ = Reisezug im Sonderund Spezialverkehr (24): bisher „D“ und „E“; der „DZ“ wurde fortan die Standard-Zuggattung für alle Reisesonderzüge, die mit Fahrplananordnung eingelegt wurden, M = Militärzug (25): bisher „Dm“, ICE = Intercity-Express-Zug (14): im Vorgriff auf den künftigen ICE-Verkehr, ECE = EuroCity-Express (15): vorgesehen für internationale ICE-Züge; dies wurde aber nicht realisiert, FD = Ferienzug (18): neue Bezeichnung anstelle von „Fern-Express“. RSB = Regionalschnellbahnzug (38): beschleunigter Reisezug im linienbezogenen Taktverkehr, RB = Regionalbahnzug (41): Reisezug des Regionalverkehrs mit Systemhalten, CB = City-Bahn- Zug (44): Reisezug des linienbezogenen Verdichtungsverkehrs mit Systemhalten und angemessenem Reisekomfort. Daneben gab es weiterhin die traditionellen Zuggattungen E (30) und N (35) für noch nicht auf modernisiertes Fahrzeugmaterial umgestellte Züge sowie S (47) für die S-Bahn. Im Kursbuch behielt der Messeschnellzug übrigens das Kürzel „M“; 1992 verwendete die DB es auch wieder intern dafür; die Militärschnellzüge wurden wie vor 1988 zu „Dm“. 24 Am 20. März 1987 stellt die Bundesbahn in Hannover das Farbkonzept der neuen CityBahn vor. Zu dem Anlass veranstaltet sie eine Pressefahrt von Hannover Hbf nach Hannover-Leinhausen Jens-Olaf Griese-Bandelow Auch das wurde 1983 generell abgeschafft und dafür der zuschlag - freie IC eingeführt. Die Angebots-Offensive der Bundesbahn Mitte der 1980er-Jahre begann die DB schließlich, das Zugangebot umzukrempeln. Konkret stattete sie den Regionalverkehr mit neuen „Marken“ aus. Quasi ein Versuchsträger war der „City-Bahn“ genannte Zug, mit dem zwischen Köln und Gummersbach 1984 ein neuer Nahverkehrs-Komfort Einzug hielt. 1988 wurde dafür die Zuggattung „CB“ geschaffen und wie folgt definiert: Reisezug des li nien - bezogenen Verdichtungsverkehrs mit Systemhalten und angemessenem Komfort; für Letztgenanntes sorgten umgebaute, neu lackierte Silberling-Wagen, die zunächst gar ein Bistro mitführten. Ergänzend dazu stellte die DB drei Jahre später auf der Strecke Kiel – Flensburg den Vorreiter einer neuen Markenstrategie des Nahverkehrs vor. Der Regionalschnellbahnzug (RSB) war ein „beschleunigter Reisezug im linienbezogenen Taktverkehr“, der mit neuen Fahrzeugen (im Fall Kiel – Flensburg: Triebwagen 628) gefahren werden sollte. Die Beschleunigung kam unter anderem dadurch zu Stande, dass er auf einige weniger frequentierte Unterwegshalte verzichtete. Die RSB – die seinerzeit im Kursbuch noch als Eilzug vermerkt war – wurde später ergänzt durch den Regionalbahnzug (RB), einen Reisezug des Regionalverkehrs mit Systemhalten. RSB, RB und CB waren die Zuggattungen, welche die bisherigen Eil- und Nahverkehrszüge ablösen sollten. Voraussetzung für die Änderung war ein entsprechender Fahrzeugeinsatz bei diesen Zügen: neue Triebwagen 628 oder modernisierte Silberlinge mit neu gestalteter Inneneinrichtung und Außenanstrich in den neuen Produktfarben des Nahverkehrs in Mintgrün/Hellgrau. Es dauerte aber bis 1989, bis diese Zuggattungen auch im Kursbuch erschienen. Im Fernverkehr hatten sich zwischenzeitlich ebenfalls Änderun - gen ergeben. Zum Sommerfahrplan 1987 wurden die letzten Über - bleibsel des TEE abgelöst durch die neue Zuggattung EuroCity (EC). Als EuroCity galten internationale Qualitätszüge, die weitgehend den IC-Zügen der DB entsprachen und für die eine Reihe von Komfortkriterien festgelegt wurde. Im internen Zuggattungsverzeichnis blieb der TEE zunächst erhalten und die Züge des „Lufthansa- Airport-Express“ wurden in diesem Fahrplanjahr noch so be zeich - net. Ab 1988 verkehrten auch diese Züge als IC-Züge. In der Zughierarchie der Bundesbahn stand mittlerweile der IC mit beiden Wagenklassen an erster Stelle. Rang zwei hatte – mit deutlichem Abstand – der D-Zug inne; jedoch arbeitete die DB seit

Eine der „Zug-Neuheiten“ der 1980er-Jahre ist der „Fern-Express“. Im November 1988 fährt FD 1981 „Königssee“ in Augsburg aus; der Zug hat druckertüchtigte IC- Wagen, da er die Neubaustrecke Fulda – Würzburg nutzt. Hinter Zuglok 120 135 läuft der „Kinderland“-Wagen mit Spielmöglichkeiten für die Kleinen Josef Mauerer Taktverkehr und neues Wagenmaterial sind die Stärken des Inter- Regio, der zum Winterfahrplan 1988 an den Start geht. Schritt für Schritt baut die DB ein Liniennetz auf; im Juni 1989 gehört auch der Streckenabschnitt Frankfurt – Darmstadt – Karlsruhe dazu (Bild mit einer 111 in Buchschlag-Sprendlingen) Helmut Scheiba Mitte der 1980er-Jahre an der Konzeption für einen neuen Zug, der zum Winterfahrplan 1988 an den Start ging. Der InterRegio war als schrittweise Ablösung für den D-Zug gedacht und verkehrte im Zwei-Stunden-Takt auf festgelegten Linien; geplant war ein Liniennetz, das ergänzend zum IC auch Mittelzentren und Nebenfern - strecken erschließen sollte. Der IR erhielt ein vollkommen neu gestaltetes Wagenmaterial, das aus dem Umbau bisheriger D-Zug- Abteilwagen entstand. Wie bei den IC-Zügen gab es eine Block zug - bildung, wobei zwischen den beiden Wagenklassen ein neu konzipierter Bistro-Wagen eingereiht wurde. Das System wurde mit dem weiteren Zugang von umgebauten Wagen laufend erweitert. So hatte die DB bis Ende der 1980er-Jahre eine Reihe neuer Zuggattungen geschaffen. Vergleicht man das Angebot mit dem von 1970, dann präsentierte sie sich sogar weitgehend neu aufgestellt. Es gab nur noch wenige Gemeinsamkeiten zwischen damals und jetzt; sowohl im Fernverkehr als auch im Nah verkehr. Josef Mauerer/GM