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BAHN EXTRA 1970-1989: Zwei spannende Jahrzehnte Bundesbahn (Vorschau)

Strecken, Züge, Betrieb

Strecken, Züge, Betrieb | 044 UND 050 IM RUHRGEBIET Aus der obersten Etage eines Bürohochhauses hatte man einen faszinierenden Blick auf die Zeche Consolidation in Gelsenkirchen-Bismarck. Am 15. Oktober 1976 verlässt 044 177 die Schachtanlage mit ihrem 2.200 Tonnen schweren Übergabezug nach Gelsenkirchen-Schalke Herbert Beckmann sr./Slg. Dr. Dietmar Beckmann Am 19. Februar 1977 sind die 044 des Bw Gelsenkirchen-Bismarck noch im regulären Einsatz; 044 343 steht auf der Drehscheibe Theodor Horn vom Hüttenwerk zur Stahlindustrie, Kalkzüge von den Abbaugebieten zu den Kraftwerken etc. ... stets in einem täglich wechselnden Einsatzplan. „Geheimtipps“ der Lokleitungen Dem regelmäßig im Ruhrgebiet fotografierenden Eisenbahnfreund blieb damit gar nichts anderes übrig, als zwei bis drei Mal in der Woche die verschiedenen Lokleitungen aufzusuchen, dort – wenn es die Bundesbahner gestatteten – die meist zwei Tage im voraus ausgehängten Umlaufpläne zu sichten und die fotogen erscheinenden Leistungen zu notieren. In einem zweiten Schritt musste man mit Buchfahrplänen den Laufweg durch das für Auswärtige undurchschaubare Streckennetz erkunden. Erst, wenn mit diesen Infor - mationen die Dampfzüge gezielt aufgespürt waren, machte es Sinn, sich für ein Foto an der Strecke aufzustellen. 34 Erschwerend kam hinzu, dass die Dampfloks des Ruhrgebiets nicht von einem zentralen Ort aus eingesetzt wurden, sondern sich bis 1975 auf vier Bahnbetriebswerke verteilten. Die 134 Loks der Baureihe 050–053 waren in Duisburg-Wedau mit 28, in Oberhausen- Osterfeld Süd mit 50 und in Wanne-Eickel mit 56 Exemplaren beheimatet; die 52 Loks der Baureihe 044 konzentrierten sich auf das Bw Gelsenkirchen-Bismarck mit den Einsatzstellen Wanne-Eickel und Oberhausen-Osterfeld Süd. Dabei hatte jedes Bw ganz signifikante Aufgabengebiete und seine Spezialitäten. Die Betriebswerke und deren Einsatzbereich Das Bw Duisburg-Wedau hatte 1939 seine ersten 50er erhalten, die es teilweise bis zum Ende der Dampflokzeit behielt. Neben Montanzügen im westlichen Ruhrgebiet fuhren die Wedauer Maschinen fast exklusiv die Kalk- und Kalksteinzüge auf der Angertalbahn südlich des Ruhrgebiets mit Zielen in Rheinhausen, Oberhausen West, Mil - lin gen und auf der Mannesmann-Anschlussbahn in Duisburg-Huckingen. Eher unty pisch war ihr Einsatz vor dem nachmittäg lichen Personenzug 2689 von Wedau über die Rheinische Güterbahn nach Reckling hausen, der allerdings erst ab Gelsenkirchen im Kursbuch verzeichnet war und vorwiegend den Arbeitern des Ausbesserungswerkes Wedau als Direktverbindung nach Hause diente. Auch das Bw Oberhausen-Osterfeld Süd war ein traditionelles Güterzug-Bw. In den letzten Jahren des Dampfbetriebes führten die

Ein Benzinzug aus Spellen passiert den Duisburger Stadteil Hamborn, wo die Stichstrecke meist in Dammlage durch die Hinterhöfe der Arbeiterviertel verläuft Herbert Beckmann sr./Slg. Dr. Dietmar Beckmann Übersicht Die Letzten vor Ort Die jeweils letzten Dampfloks in den letzten vier Dampf-Bws im Ruhrgebiet Am 2. Juni 1973 schmückt der damals 16-jährige Autor im Bw Osterfeld die Zuglok des letzten dampfgeführten öffentlichen Personenzuges des Ruhrgebiets, des P 2602 von Essen Hbf nach Coesfeld Herbert Beckmann Betriebswerk Letzter Tag An diesem Tag der Dampflok- noch beheimatete unterhaltung Lokomotiven Oberhausen- 01.10.1975 050 056-1, 050 078-5, 050 232-8, Osterfeld Süd 050 256-7, 050 276-5, 050 489-4, 051 225-1, 051 235-0, 052 353-0, 052 409-0, 052 483-5, 052 545-1 Wanne-Eickel 31.10.1975 051 702-9 Duisburg-Wedau 17.02.1977 050 904-2, 051 255-8, 051 724-3, 052 908-1 Gelsenkirchen- 22.05.1977 044 209-5, 044 215-2, 044 216-0, Bismarck 044 377-0, 044 402-6, 044 424-0, 044 434-9, 044 481-0, 044 508-0, 044 556-9, 044 650-0 BAHN EXTRA 6/2014 35