Strategie der MAN Ferrostaal Industrielösungen

ferrostaal

Strategie der MAN Ferrostaal Industrielösungen

AUSGABE WINTER 2006

Innovationen:

Erste Biodieselanlage in Polen

Internationalität:

Strategie der MAN Ferrostaal

Industrielösungen:

Aktivitäten im Bereich Automotive

DAS ECHO

DAS MAGAZIN DER MAN FERROSTAAL GRUPPE


Liebe Leserinnen und Leser,

viele von Ihnen kennen unser Unternehmen als ein Haus

mit einer starken internationalen Handelsbasis. Im Laufe der

vergangenen Jahre haben wir uns jetzt mehr und mehr zu einem

fokussierten Industriedienstleister entwickelt mit Geschäften in

zwei Bereichen: Dem Großanlagenbau und dem internationalen

Vertriebs- und Servicegeschäft rund um Maschinen, Transport

und Automobil.

Im Großanlagenbau konzentrieren wir uns auf die Schwerpunkte

Energie und Kraftstoffe. In beiden Marktsegmenten sind

in den kommenden Jahren hohe Zuwachsraten zu erwarten –

speziell in Regionen, in denen wir traditionell gut vertreten

sind. Viele Länder Nordafrikas, Südamerikas, Osteuropas und

Südostasiens verfügen über Öl- und Gasvorkommen, die weit

weniger intensiv genutzt werden, als es möglich wäre. Beim

Ausbau der entsprechenden industriellen Infrastruktur – von

Pipelines über Kompressorstationen bis hin zu Raffinerien und

petrochemischen Anlagen – sind wir ein verlässlicher Partner

für unsere Kunden. Die Finanzierungsmöglichkeiten, die wir

unseren Kunden in Zusammenarbeit mit internationalen

Kreditinstituten und Exportversicherungen anbieten können,

gehören dabei zu unseren Kernkompetenzen.

Unser Servicegeschäft ist in vielen Fällen die Grundlage für

unsere starke internationale Präsenz. Wir sind Vertriebs- und

Servicepartner für eine ganze Reihe von Maschinenherstellern

und sind deshalb in der Lage, komplette industrielle Fertigungsstraßen

aufzubauen und zu warten. Im Druckbereich

beispielsweise verfügen wir über ein umfangreiches Portfolio

verschiedenster Hersteller, mit dem wir den gesamten

Herstellungsprozess von Printprodukten abdecken. Ähnlich

umfassend sind unsere Leistungen im Bereich Transport. Im

Personen- wie auch im Gütertransport sind wir Systemlieferant,

der für Betreiber die jeweils günstigste Lösung findet, beschafft

und im Service betreut. Im Bereich Automotive bieten wir individuell

zugeschnittene Dienstleistungen rund um die Montage

von Modulen an. Hier ist es uns in den vergangenen Jahren

gelungen, Automobilhersteller in der Vormontage von Einzelteilen

zu Komplettmodulen sehr wirkungsvoll zu unterstützen.

Entstanden ist dabei eine Win-win-Situation. Angepasst an die

jeweilige Produktion unserer Kunden, tragen wir durch unsere

Leistungen dazu bei, die Komplexität der Produktion von Pkw

und künftig auch Lkw zu senken.

DAS ECHO 2/2006 3

editorial

Aufgrund unserer starken internationalen Aufstellung haben

wir vor kurzem begonnen, eine Service- und Vertriebsplattform

für den MAN Konzern aufzubauen. In Kooperation mit anderen

MAN-Teilkonzernen wollen wir Kunden in aller Welt die Produkte

des Konzerns leichter zugänglich machen. Dabei bündeln wir

gemeinsame Aktivitäten im MAN Konzern, systematisieren sie,

bauen sie aus und erschließen so Synergiepotenziale innerhalb

des Konzerns: Hochwertige Industrieprodukte auf der einen

Seite, Präsenz in vielen Ländern und solide Finanzierungsmöglichkeiten

auf der anderen Seite – im Interesse unserer

Kunden bringen wir die Kompetenzen der MAN-Konzerngesellschaften

zusammen. Lesen Sie mehr dazu in diesem Heft.

Ihr

Matthias Mitscherlich

Dr. jur. Matthias Mitscherlich,

Vorsitzender des Vorstands der

MAN Ferrostaal AG


4

inhalt

58

52

TITEL:

AN ZWÖLF STANDORTEN IN EUROPA ERBRINGT MAN FERROSTAAL

DIENSTLEISTUNGEN FÜR DIE AUTOMOBILINDUSTRIE

14

22

standards

03 EDITORIAL

04 INHALT

61 LESERSERVICE

63 MESSEKALENDER

63 IMPRESSUM

42


meldungen

6 SPATENSTICHE, OLYMPISCHE MEDAILLEN, MESSEN UND ANDERES

forum

12 „PS AUF DIE STRASSE BRINGEN“

Dr. Wolfgang Knothe, Vorstand für die Sparte Projects,

erläutert, welche Rolle Qualitätsmanagement bei

MAN Ferrostaal spielt

14 VOM HANDELSHAUS ZUM INDUSTRIEDIENSTLEISTER

Wie MAN Ferrostaal sich für die Zukunft stark macht

drehscheibe MAN

20 HERAUSFORDERUNGEN IN DER STROMVERSORGUNG

Philipp Leckebusch, Geschäftsführer MAN Diesel

Power GmbH, sieht Marktchancen im Bereich

dieselgetriebener Kraftwerke

22 „IN MEXIKO SIND WIR DAS GESICHT VON MAN TURBO“

Vom Vertretergeschäft über After Sales Service bis

hin zur Generalvertretung reicht das Angebot für

Schwesterkonzerne und andere

projects

26 MEILENSTEINE FÜR DIE ZUKUNFT

Mit dem Bau einer Biodieselanlage in Polen konnte

ein Fuß in den Markt für alternative Kraftstoffe gesetzt

werden

32 KRAFTWERKSERWEITERUNG IN VENEZUELA

Mit verschiedensten Projekten leistet das Unternehmen

einen wichtigen Beitrag für die Gesellschaft

34 VOM HOLZ ZUM ZELLSTOFF

Der Bau einer neuen Anlage bildet die Basis für die

Papierproduktion in Estland

38 INDUSTRIEPUZZLE

Transfer eines Stahlwerkes von Mexiko nach

Saudi-Arabien

40 GUTE AUSSICHTEN

Erschließung neuer Projekte in Saudi-Arabien

services

41 FEST VERANKERT

Neuheit im Bereich Druckmaschinen auf dem

lateinamerikanischen Markt

42 JEDE SEKUNDE ZÄHLT

Wie der Automobilbranche ganze Problemfelder

abgenommen werden und in Rekordzeit ein neuer

Dienstleistungsbetrieb in Polen ins Leben gerufen wurde

50 VERKEHRSTECHNIK

Seit mehr als 75 Jahren ist das Unternehmen auf

dem Sektor schienengebundener Verkehr aktiv

52 INSTANDHALTUNG IN 3 000 METER HÖHE

16 Spezialisten kümmern sich 365 Tage rund um

die Uhr um die Wartung von Lokomotiven für den

weltweit größten Kupfererzeuger

54 10 000 TONNEN UNTER DEM MEER

MAN Ferrostaal liefert Stahlrohre für eine Unterwasser-

Gasleitung in Aserbaidschan

menschen

DAS ECHO 2/2006 5

56 NIEMALS AUFGEBEN

Uwe T. Schmidt, Geschäftsführer von MAN Ferrostaal

Incorporated, startete beim Chicago Marathon für einen

guten Zweck

58 EIN NEUER ANFANG

Bilanz – zwei Jahre nach dem schweren Seebeben

in Indonesien greift die Hilfe der MAN Gruppe


6

meldungen

INSTALLATION IN ARGENTINISCHER GROSSDRUCKEREI

Im Juni ging für den Kunden „Casano Gráfica“ mit Sitz

in Buenos Aires eine MAN Roland R708P erfolgreich

in Betrieb. Ein Serviceteam der MAN Ferrostaal-Niederlassung

in Argentinien stellte die optimale Betriebsleistung sicher

und schulte die Casano-Mitarbeiter vor Ort. Bei dem Auftrag,

der im September 2005 an MAN Ferrostaal erteilt wurde,

handelt es sich um die Lieferung der ersten Achtfarbendruckmaschine

mit der Wendung 4/4, die in Argentinien verkauft

wurde.

MAN FERROSTAAL VEREINT

MASCHINEN- UND SERVICEKOMPETENZEN

In dem neu formierten Geschäftsbereich

Equipment Solutions (ME) führt MAN

Ferrostaal das weltweite Maschinengeschäft

mit dem Ziel, Synergien in den

drei Bereichen Graphic, Packaging and

Plastics und Metals zu schaffen.

Neben Service- und Logistikleistungen

für die grafische Industrie werden in

dieser Business Unit individuelle System-

RYOBI-VERTRETUNG FÜR GANZ LATEINAMERIKA

Der Bereich Equipment Solutions der

MAN Ferrostaal konnte seinen Vertriebsbereich

für Ryobi-Druckmaschinen ausweiten.

Seit Sommer dieses Jahres bietet

das Unternehmen seinen Kunden in

ganz Lateinamerika Maschinen des

japanischen Herstellers an. Die Produkte

zeichnen sich außer durch Automatisierung

und Wirtschaftlichkeit auch

lösungen für die Plastik-, Verpackungsund

Nahrungsmittelindustrie sowie komplette

Maschinenlösungen zur Metallverarbeitung

unter einem Dach angeboten.

Ziel des zusammengeführten

Bereichs ist es, jahrzehntelange Erfahrungen

und Kompetenzen zu bündeln

sowie ein breiteres Dienstleistungsspektrum

anzubieten.

durch ihre Zuverlässigkeit aus und

gehören zu den führenden Offset-Druckmaschinen

im Segment der kleineren

Bogenmaschinen. MAN Ferrostaal konnte

im laufenden Geschäftsjahr einen Zuwachs

von über 50 Prozent für den

Absatz an Ryobi-Maschinen weltweit

verzeichnen.

„MAGNUS“ STICHT IN SEE

MAN Ferrostaal lieferte am 11. September

2006 termingerecht den Schlepper

„Magnus“ im norwegischen Stavanger

ab. Er gehört zu den leistungsstärksten

in Deutschland gebauten Schleppern

und ist der zweite dieser Art, der

für die Harms Bergung Transport &

Heavylift GmbH fertig gestellt wurde.

Bis einschließlich 2008 sollen noch

fünf weitere Ankerziehschlepper an

den Kunden übergeben werden.


„VALUE ADDED PRINTING“

Unter diesem Motto führt MAN Ferrostaal

Equipment Solutions (bisher Intergrafica

Print & Pack) regelmäßige Kundenveranstaltungen

durch, bei denen neueste Technologien

und Entwicklungen von MAN

Roland im Print- und Packbereich vorgestellt

werden. Bisher fanden die Seminare in

Afrika, Asien, Lateinamerika sowie in der

Türkei statt. Im Fokus steht der Mehrwert

für Kunden.

Die Vorträge halten Thomas Kaup sowie ein

externer Referent, Tony Kenney. Ziel der

Veranstaltungsreihe ist es, die Strategie des

Maschinenherstellers zu verdeutlichen:

MAN Roland konzentriert sich bei der

Entwicklung von Technologien auf die

Vorteile für Kunden. Die speziellen Vorteile

der Maschinen tragen dazu bei, den Ertrag

des Kunden zu steigern und seine Kosten zu

reduzieren.“ Bei den Vorträgen werden

spezielle Vorzüge erläutert, zum Beispiel die

Möglichkeit, 3 150 verschiedene Konfigurationen

mit der MAN Roland 700 einstellen

zu können. In den Seminaren wird auf beste

Lösungen beim Produktionsprozess, bei

Endprodukten, im gesamten Arbeitsprozess

und bei Serviceleistungen eingegangen.

Für weitere Informationen zu den Seminaren

oder den Produkten wenden Sie sich an:

Thomas.Kaup@manferrostaal.com

NEUER NAME: MAN FERROSTAAL AUTOMOTIVE

Die MAN Ferrostaal-Tochter MAN Ferrostaal Industrie- und

Systemlogistik GmbH (FIS), Essen, heißt nun MAN Ferrostaal

Automotive GmbH (MFA). Die Namensänderung gilt ab sofort.

Welche Dienstleistungen für die Automobilindustrie erbracht

werden, lesen Sie auf Seite 42.

MAN FERROSTAAL ERWIRBT

MINDERHEITSBETEILIGUNG AN

ENGINEERING-PARTNER IN KANADA

Im April 2006 hatte MAN Ferrostaal AG das Zellstoff- und

Papiergeschäft der RWE Industrielösungen GmbH übernommen.

Weiter gestärkt hat sie ihre Position in diesem Sektor des

Anlagenbaus im September 2006 mit dem Erwerb einer strategischen

Beteiligung an der KSH Solutions Inc., Montreal,

Kanada. KSH beschäftigt circa 250 Mitarbeiter und zählt zu

den großen Anbietern von Engineering, Consulting und

Projektmanagement für Zellstoff- und Papieranlagen. MAN

Ferrostaal und KSH haben eine langfristige und beiderseits

exklusive Zusammenarbeit vereinbart.

DAS DAS ECHO ECHO 2/2006 7

„KOLUMBIANISCHE PESOS“ ROLLEN VON

DEUTSCHEN MASCHINEN

Für die kolumbianische Zentralbank „Banco de la República“

lieferte MAN Ferrostaal in Bogota kürzlich zwei Münzprägemaschinen

und eine Platinenanlage der Firma Schuler nach

Ibague. Die neuen Maschinen arbeiten viermal schneller als

die bislang eingesetzten und leisten 750 Schläge pro

Minute.

Für einen lückenlosen Übergang und einen erfolgreichen

Betrieb montierten sechs Schuler-Mitarbeiter im Auftrag

der MAN Ferrostaal die Prägemaschinen und schulten das

Personal vor Ort.


8

meldungen

REPARATUR DER ARC „TAYRONA“

IN KOLUMBIEN

Im Auftrag der kolumbianischen Marine leitete MAN Ferrostaal

die Reparatur des U-Bootes ARC „Tayrona“. Die Arbeiten

umfassten die Lieferung von Ersatzteilen, die Instandsetzung

des Propellermotors U 209 und des Ankers sowie die Wartung

und Durchführung der ordnungsgemäßen Abnahme. Nach

zehn Monaten konnten die Arbeiten im März 2006 erfolgreich

abgeschlossen werden. Die Ersatzteile lieferten HDW und

Siemens, neben Siemens-Ingenieuren waren auch lokale Firmen

und Mitarbeiter an der Reparatur beteiligt.

OLYMPISCHE MEDAILLEN FÜR 2008

In China werden 2008 die Olympischen Spiele stattfinden.

Manch einer wird sich nun fragen, was MAN Ferrostaal damit zu

tun hat. Das Unternehmen wird letztendlich dazu beitragen,

dass die glänzenden runden Trophäen, die jeder Teilnehmer

gern ergattern möchte, auch bei den Spielen 2008 nicht fehlen

werden. Die Medaillen für die Ehrung der Sieger werden auf

Maschinen hergestellt, die MAN Ferrostaal an die chinesische

Münzindustrie liefert. Außer für den „Proof“-Bereich, zu dem

neben Medaillen auch Sammler- und Gedenkmünzen gehören,

werden in China neue Münzen als Umlaufgeld aufgelegt, die

spätestens bis zur Olympiade 2008 die alten Alu-Münzen

ablösen sollen. Neben den Platinenpressen und Münzprägepressen

liefert MAN Ferrostaal zahlreiche Maschinen für die

vor- und nachgeschalteten Arbeitsschritte im Prozess der

Münzfertigung und -bearbeitung.

Der große Bedarf an Münzmaschinen setzte 2003 ein und hält

bis heute an. Auch 2007 sollen weitere Investitionen getätigt

werden. Allein für die Produktion von Umlaufgeld hat MAN

Ferrostaal in den vergangenen vier Jahren zwölf Platinenpressen

und 30 Prägepressen ins Reich der Mitte geliefert. Das

Unternehmen vertritt namhafte, vorwiegend deutsche

Maschinenhersteller nach dem Verkaufskonzept „Alles aus einer

Hand“, das sich in China gut bewährt hat und auf andere

Verkaufsregionen übertragen wird.

3 000 STELLPLÄTZE IN REKORDZEIT

Mit dem steigenden Aufkommen von günstigen Flugverbindungen

wächst auch die Zahl der Fluggäste und damit

die Nachfrage an Parkplätzen bei deutschen Flughäfen.

Vor dieser Problematik stand auch der Düsseldorfer

Flughafen nahe der MAN Ferrostaal-Zentrale in Essen,

als er für den Bau eines weiteren Parkhauses mit einer

Mindestkapazität von 2 500 Parkplätzen Partner suchte.

Der Auftraggeber des Projektes, die Filana Grundstücksvermietungsgesellschaft

mbH & Co. Objekt Düsseldorf KG,

entschied sich für MAN Ferrostaal aufgrund des effizienten

Entwurfs für eine flächenoptimale Ausnutzung durch zwei

Baukörper mit trapezförmigem Grundriss. In einer Rekordbauzeit

von nur sechs Monaten wurde das Parkhaus P5

gebaut und damit 3 014 neue Stellplätze geschaffen, die

seit dem 29. September 2006 für die Fluggäste zur Verfügung

stehen.


KLANGERLEBNISSE DER BESONDEREN ART

Zu einem musikalischen Genuss lud MAN Ferrostaal am 2. November 2006 Partner

und Kunden in die Philharmonie Essen ein.

Mit der Ouvertüre von „Le nozze di Figaro“ eröffnete das „Orchestre de Paris“

unter Leitung von Christoph Eschenbach ein Konzert von klangvollem Hochgenuss.

Zum 250. Geburtstag von Wolfgang Amadeus Mozart erlebte das Publikum

während des Konzertes Christoph Eschenbach nicht nur als einen hervorragenden

Dirigenten, sondern auch als versierten Pianisten und musikalischen Leiter im

romantischen Klavierkonzert A-Dur. Neben Mozart gab das Pariser Orchester

auch Werke von Maurice Ravel und Albert Roussel. Einen temperamentvollen

Abschluss boten Orchester und Dirigent mit einer imposanten Darbietung von

Ravels „Boléro“, die mit Standing Ovations beantwortet wurde.

DAS ECHO 2/2006 9

SPATENSTICH FÜR

SOLARKRAFTWERK

MAN Ferrostaal baut in den kommenden

Monaten eine solarthermische

Forschungsanlage im spanischen

Almeria auf. Baubeginn war

im November 2006. Bis Mai 2007

soll eine circa 2 000 Quadratmeter

große und neun Meter hohe

Kraftwerksanlage entstehen. Die

Demonstrationsanlage dient zur

Entwicklung solarthermischer Kraftwerke

und wird vom deutschen

Bundesministerium für Umwelt,

Naturschutz und Reaktorsicherheit

gefördert. Die Förderung ist Teil

einer Initiative, mit der die Bundesregierung

deutsche Unternehmen

dabei unterstützt, wettbewerbsfähige

Produkte im Bereich erneuerbarer

Energien zu entwickeln.

Die Anlage in Almeria wird auf Basis

der Fresnel-Technologie arbeiten.

Dabei konzentrieren bewegliche und

modular angeordnete Spiegelfelder

die Strahlungsenergie der Sonne auf

ein Absoberrohr, das sich in einigen

Metern Höhe über den Spiegeln

befindet. In dem Absorberrohr

wird Wasser auf Temperaturen bis

450 Grad Celsius erhitzt. Das Wasser

verwandelt sich dabei in Dampf

und treibt eine Dampfturbine an,

mit der Strom erzeugt wird.


10

meldungen

GEMEINSAMER MESSEAUFTRITT VON MAN DIESEL, MAN FERROSTAAL UND MAN TURBO

ERSTMALIGE PRÄSENTATION DER HOCHEFFIZIENTEN SOLARTHERMISCHEN KRAFTWERKE

Vom 30. Mai bis 1. Juni 2006 fand zum

14. Mal die „POWER-GEN Europe“ statt –

Europas wichtigste Messe der Energiebranche.

MAN Ferrostaal präsentierte sich

zusammen mit den beiden Schwesterkonzernen

MAN Diesel und MAN TURBO

auf 180 Quadratmeter Standfläche vor

10 000 Messebesuchern aus 90 Ländern.

Durch den gemeinsamen Messeauftritt

konnte die Kombination von Produktund

Projektkompetenz der MAN Gruppe

hervorgehoben werden. Wichtige Themen

auf der diesjährigen „POWER-GEN Europe“

waren Energieeffizienz, Innovationen im

ERFOLGREICH AUF „ARGENTINA GRAFICA“

Bereich erneuerbarer Energien, so genannte

Clean-coal-Technologien (CO2-freie Kraftwerke)

sowie technische Fortschritte

bei Kraft-Wärme-gekoppelten Kraftwerken.

MAN Ferrostaal informierte über die neue

Technologie für hocheffiziente solarthermische

Kraftwerke. Derzeit werden

Projekte verfolgt, in denen die Entwicklung

dieser Technologie zum Einsatz kommt.

Auch nächstes Jahr in Madrid wird

MAN Ferrostaal wieder zusammen mit

den beiden Schwesterkonzernen zu den

Ausstellern zählen.

MAN Ferrostaal konnte auf der grafischen

Fachmesse „Argentina Grafica“ in Buenos

Aires vom 23. bis 28. Oktober 2006 drei neue

Aufträge für Lateinamerika akquirieren.

Die Niederlassung in Argentinien schloss

Verträge über die Lieferung von zwei

MAN Roland R200E ab, die bolivianischen

Kollegen vereinbarten den Verkauf einer

MAN Roland R204E. Neben zahlreichen

internationalen Vertretern auf Lieferantenseite

von MAN Ferrostaal waren auch viele

Gäste und Kunden aus Chile, Uruguay und

Bolivien unter den 18 000 Messebesuchern.

Ein besonderer Publikumsmagnet auf dem

Stand war die Vierfarbbogenmaschine

R204E von MAN Roland, die noch auf der

Messe an „Lama Grafica“ in Buenos Aires

verkauft wurde. Nur zehn Tage später

wurde die Maschine durch das Servicepersonal

von MAN Ferrostaal Argentinien

beim Kunden in Betrieb genommen.


DRUCKINDUSTRIE SETZT AUF INNOVATIONEN

Vom 31. Mai bis 6. Juni besuchten über 30 000 Besucher die „ExpoPrint“ in São Paulo,

eine der größten lateinamerikanischen Fachmessen für die Druckindustrie. Die

Niederlassung der MAN Ferrostaal Equipment Solutions in Brasilien (bisher

Intergrafica Print & Pack) zeigte und erklärte die neuesten Technologien der Hersteller,

unter anderem das Modell 784 von Ryobi. Diese Vierfarbendruckmaschine zeichnet

sich besonders durch ihre einfache Handhabung, Automatisierung und Platz sparende

Größe aus. Auf dem Stand stellte MAN Ferrostaal auch einen Rollendruckmaschinenturm

der Cityline-Express-Serie seines Kunden Manugraph vor. Maschinen

aus dieser Linie fanden schon bei vielen brasilianischen Zeitungen Abnehmer. Um dem

Publikum das „Innere“ einer Druckmaschine zu veranschaulichen, wurde der

Längsschnitt eines Originaldruckwerkes der MAN Roland Bogendruckmaschine R500

auf dem Messestand ausgestellt. Mario Barcelos, verantwortlich für das grafische

Geschäft in Brasilien, äußerte sich über die auf der Messe generierten Geschäfte optimistisch:

„Die grafische Industrie investiert viel in Innovationen, um eine noch höhere

Qualität und bessere Ergebnisse zu erreichen. Unser Geschäft profitiert von dieser

Entwicklung.“

DAS ECHO 2/2006 11


12

forum

>INTERVIEW:

„PS AUF DIE STRASSE BRINGEN“

Das Qualitätsmanagement bei MAN Ferrostaal ist ein wichtiges Werkzeug für die erfolgreiche Abwicklung von Projekten.

Im Gespräch erläutert Dr. Wolfgang Knothe, Vorstand für die Sparte Projects, die Eigenschaften des Qualitätsmanagement-Systems.

Herr Dr. Knothe, wo sehen Sie den Mehrwert des Qualitätsmanagement-Systems

der MAN Ferrostaal Gruppe hinsichtlich

unserer Wettbewerbsposition und der immer komplexeren

Strukturen von Projekten?

Wir befinden uns bei MAN Ferrostaal seit längerer Zeit in einem

Veränderungsprozess vom Handel zur komplexen Dienstleistung.

Sowohl in unserem Projekt- als auch in unserem Servicesgeschäft

steigen die Anforderungen an unsere Wertschöpfung. Gleichzeitig

bringt die zunehmende Globalisierung für uns eine Verschärfung

des Wettbewerbs. Wir müssen daher die Risiken und auch die

Chancen unserer Geschäfte genau verstehen und diese sehr

professionell managen. Hier liegt der Mehrwert eines guten

QM-Systems: Mit Hilfe einer genauen Beschreibung unserer

Arbeitsprozesse, einer klaren Definition der Aufgaben, Kompetenzen

und Verantwortlichkeiten der Projektbeteiligten sowie mit durchdachten

Hilfsmitteln wie Checklisten und Standards können wir

effektiv und effizient arbeiten. Ich bin auch überzeugt, dass gerade

für unsere jüngeren und neuen Mitarbeiter das QM-System eine

gute Hilfe darstellt, um die Abläufe in unserem Geschäft besser zu

verstehen.

MAN Ferrostaal ist in verschiedenen Sparten tätig. Findet das

Qualitätsmanagement-System eine übergreifende Anwendung?

Ja. Unser Ziel ist die übergreifende Anwendung in beiden Sparten.

Zunächst konzentrieren wir uns aber auf die Sparte Projects und

auf Equipment Solutions. Bei Supply Chain Solutions gelten etwas

andere Bedingungen. Wir werden aber später auch diesen Bereich

in unser QM-System integrieren.

Seit Januar 2006 sind Sie Vorstand für die Sparte Projects. Wie

hat sich seither das Qualitätsmanagement entwickelt?

Bei MAN Ferrostaal wurde traditionell mit sehr flacher Hierarchie,

kurzen Entscheidungswegen und wenig Formalismus gearbeitet.

Dies wollen wir beibehalten. Gleichzeitig müssen wir aber anerkennen,

dass alle großen Organisationen, vor allem wenn sie sich

mit komplexen Aufgabenstellungen befassen, auch ein bestimmtes

Maß an Regelungen für die tägliche Arbeit brauchen. Diese Regeln

gab es früher natürlich auch schon bei MAN Ferrostaal, in vielen

Fällen aber waren sie ungeschrieben. Im QM-System dokumentieren

wir diese ungeschriebenen Regeln und ergänzen einige

Hilfsmittel. Natürlich können und wollen wir nicht ALLES aufschreiben.

Mit der Dokumentation der wichtigsten Punkte erhalten

wir unsere effiziente, stark unternehmerische Kultur und stellen

gleichzeitig unsere Prozesse für unsere Kunden und Partner gut

organisiert dar. Die weitere Entwicklung unseres QM-Systems ist

also auf sehr gutem Weg.

Welche Auswirkungen hat dies auf das operative Geschäft?

Das QM-System ist ein wichtiges Werkzeug für unsere

Kommunikation zwischen der Zentrale und unserer Auslandsorganisation.

Es hilft uns, Projekte sicher zu selektieren,


hochwertige und verlässliche Angebote zu erstellen und unsere

Aufträge erfolgreich abzuwickeln. Letztlich leistet das QM-System

also einen direkten Beitrag zur Erreichung unserer Unternehmensziele.

Nicht zuletzt macht die operative Arbeit mehr Spaß, wenn wir

Fehler und Versäumnisse vermeiden.

Zuverlässigkeit ist ein wesentliches Kriterium bei der Umsetzung

von Projekten. Wodurch sind zuverlässige Prozesse bei MAN

Ferrostaal gekennzeichnet?

Zuverlässige Prozesse müssen jedem verständlich sein und zügig zu

richtigen Ergebnissen führen. Zudem müssen diese Prozesse auch

dann stabil sein, wenn es mal etwas heftiger zugeht. Genau das

stellen wir mit unserem QM-System sicher.

Welche Synergievorteile ergeben sich daraus für MAN Ferrostaal

und die Kunden?

Unsere Kunden und Partner erwarten, dass wir ein QM-System einsetzen.

Sie setzen es in vielen Fällen für eine Auftragsvergabe

voraus. Natürlich kann ein Auftrag, insbesondere ein komplexes

Projekt, viel flüssiger zwischen den Partnern abgewickelt werden,

wenn die wichtigsten Prozesse, zum Beispiel Auditierung von

Lieferanten, Fortschrittskontrolle, Qualitätsprüfungen der Montage

und Inbetriebnahme, im Vorfeld abgestimmt worden sind. Der

Vorteil ist also eine sehr effiziente Projektabwicklung, die zur

Erreichung der Termin-, Kosten- und Qualitätsziele führt.

Wer ist bei MAN Ferrostaal für Qualität verantwortlich?

Jeder Mitarbeiter in seinem Verantwortungsbereich.

Ist Teamarbeit für Sie ein wichtiger Bestandteil der Prozessketten?

Da der „Prozess“ in unserem Geschäft das Zusammenspiel der verschiedenen

Projektmitarbeiter (von der Projektselektion bis zur

Abnahme des Produktes) regelt, ist eine gute Teamarbeit essentiell.

Wir können und wollen wie gesagt in einem QM-System nicht alles

regeln. Da wir unsere Aufträge nicht am Fließband bearbeiten, sondern

im Projektteam, muss sicher der größte Teil der Abstimmungsarbeit

im Team selbst erfolgen. Fazit: Gute Teamarbeit ist das

A und O.

Inwieweit spielt das Qualitätsmanagement bereits bei der

Auswahl von Projekten eine Rolle?

Die Erfahrung lehrt, dass bei komplexen Projekten 70 bis

80 Prozent der Fehler gemacht werden, bevor die Tinte unter dem

Vertrag trocken ist. Eine der wichtigsten Entscheidungen ist die,

ob wir ein Projekt überhaupt bearbeiten wollen. Hier wird es in

erster Linie immer auf die Erfahrung der handelnden Personen

ankommen, um die Chancen und Risiken richtig einzuschätzen.

DAS ECHO 2/2006 13

Ein QM-System kann dies nicht ersetzen. Es kann aber

Hilfestellungen anbieten wie zum Beispiel ein Tool für die

Risikoabschätzung eines Projektes.

Welche Bedeutung hat ein ausgereiftes Qualitätsmanagement-

System für die frühzeitige Erkennung von Fehlern?

Ein gutes QM-System wird vor allem helfen, Fehler bereits in der

Entstehung zu vermeiden. Unser Ziel ist es nicht, Fehler durch hundertprozentige

Prüfung zu erkennen. Aber da Fehler nie ganz vermeidbar

sind, werden im QM-System natürlich auch Checklisten

angeboten, die es ermöglichen, an bestimmten Meilensteinen

unsere eigenen Arbeiten und die unserer Partner und Subunternehmer

zu überprüfen. So wie ein Pilot vor dem Start und vor

der Landung ganz selbstverständlich per Checkliste bestimmte

Funktionen seines Flugzeugs überprüft.

Beeinflusst das volkswirtschaftliche und soziale Umfeld des

Ziellandes die Qualität unserer Leistung?

Unser Anspruch sollte natürlich sein, dass wir überall auf der Welt

eine gleich bleibende Leistung bringen. Der Aufwand, den wir in

die Definition der Arbeitsschritte und die Prüfung der Arbeitsergebnisse

legen, wird aber natürlich abhängig sein von den gesetzlichen

Vorschriften des jeweiligen Landes und von der „Liebe zum

Detail“ der lokalen Arbeitskräfte.

Qualitätsmanagement ist bei MAN Ferrostaal als Stützungsprozess

definiert. Wo sehen Sie Schnittstellen zu unseren

Kernkompetenzen?

Unser QM-System hilft uns, die PS auf die Straße zu bringen.

Unsere Kernkompetenzen können wir nur dann zur vollen Wirkung

bringen, wenn auch die Qualität unserer Arbeiten stimmt. Ich

denke, dies gilt für alle unsere Kernkompetenzen. Man denke nur an

den Quantensprung, den Ferrari in der Formel 1 gemacht hat durch

ein ausgeprägtes Qualitätsmanagement. Aber Sie haben Recht:

QM ist ein Stützungsprozess. Nur in Kombination mit einer guten

Strategie, gut ausgebildeten und hochmotivierten Mitarbeitern

werden wir weiterhin so erfolgreich sein wie in der Vergangenheit.


14

forum

01 02

STRATEGISCHE WEITERENTWICKLUNG

VOM HANDELSHAUS ZUM

INDUSTRIEDIENSTLEISTER

MAN Ferrostaal entwickelt sich von einem traditionellen Handelshaus zu einem strategisch ausgerichteten

Industriedienstleister mit den Schwerpunkten Großanlagenbau und internationales Maschinen- und Automotive-Geschäft.

Die beiden Sparten Projects und Services werden auf Zukunftsmärkte ausgerichtet und ausgebaut.

Mit der MAN Service- und Vertriebsplattform wird die Internationalisierung der MAN Gruppe weiter vorangetrieben.


Turning Ideas into Reality. Mit Bezug auf die Umsetzung industrieller

Vorhaben ist der Leitgedanke der MAN Ferrostaal eine

kurz gefasste, aber exakte Beschreibung dessen, was das Unternehmen

ausmacht. Weil sich mit der Zeit die Anforderungen an

MAN Ferrostaal als Industriedienstleister wandeln, wandelt sich

auch das Unternehmen.

In den Jahren 2004 bis 2006 hat MAN Ferrostaal Gesellschaften

mit rund 2 200 Mitarbeitern und einem Umsatzvolumen

von 400 Millionen Euro an „Best Owner“ abgegeben. Bei den

Käufern sind die entsprechenden Aktivitäten im Kerngeschäft

angesiedelt. Zu den veräußerten Aktivitäten gehören die

DSD Dillinger Stahlbau Gruppe, der Fördertechnik-Hersteller

TAKRAF GmbH, das Montagebau-Unternehmen Delitzsch und

Gommern sowie der Bereich Nukleartechnik.

03

DAS ECHO 2/2006 15

01. Das Öl- und Gasgeschäft: großes Potenzial für MAN Ferrostaal

02. In der Sparte Projects ist MAN Ferrostaal Generalunternehmer für den Bau von Großanlagen.

03. In der Sparte Services konzentriert das Unternehmen seine Aktivitäten in den Bereichen

Maschinen, Transport und Automotive.

Dr. Matthias Mitscherlich, Vorstandsvorsitzender der

MAN Ferrostaal, bezeichnet die Abgabe dieser Randaktivitäten

als einen notwendigen Schritt bei der Konzentration auf das

Kerngeschäft: „Die Unternehmen, die wir veräußert haben, sind

in ihren Gebieten gesuchte Spezialisten und haben deshalb eine

gute Startposition für weiteres Wachstum. Bei uns hatten sie

diese Wachstumschance nicht, weil die klassischen Kernkompetenzen

des Unternehmens in deren Geschäftsmodell nicht zum

Tragen kamen. Was MAN Ferrostaal gut kann, ist, als Generalunternehmer

industrielle Großprojekte zu entwickeln und zu

realisieren und dabei innovative Finanzierungsmöglichkeiten zu

gestalten. Wir bauen diejenigen Geschäfte weiter aus, in denen

wir diese Fähigkeiten einsetzen können.“ Wirksam werden dabei

auch die internationalen Marktkenntnisse, das Know-how beim

Organisieren von Wertschöpfungsketten und die Durchführung

von Gegengeschäften.


16

forum

01 02

Verstärkt hat sich MAN Ferrostaal beispielsweise im Kerngeschäft

Projects, also im Großanlagenbau. Von RWE übernahm

das Unternehmen im Mai 2006 den Bereich Zellstoffanlagen,

mit dem bereits seit einigen Jahren eine enge Zusammenarbeit

bestand.

>>>Zwei Säulen. Die Zahl der Sparten hat das Unternehmen von

drei auf zwei reduziert, die Geschäfte sind nunmehr in den

Sparten Projects und Services konzentriert. Die Sparte Projects

beinhaltet Geschäftsaktivitäten aus dem Großanlagenbau,

während in der Sparte Services industrielle Dienstleistungen

für die Bereiche Automotive, Transport, Maschinen sowie

Regierungsgeschäfte angesiedelt sind. In der Sparte Services

wird auch die MAN Service- und Vertriebsplattform geführt,

mit deren Hilfe der Vertrieb der anderen MAN-Teilkonzerne –

MAN Nutzfahrzeuge, MAN Diesel und MAN TURBO – bei ihrer

Internationalisierung weiter unterstützt werden sollen.

>>>Neuausrichtung des Stahlbereichs. Ihrem Stahlgeschäft gibt

MAN Ferrostaal eine neue Struktur. Beabsichtigt ist, den Handel

und die Logistik von Stahlprodukten in eine Partnerschaft mit

einem starken Mehrheitsgesellschafter einzubringen. Ziel ist es,

das Geschäftsvolumen der neuen Gruppe erheblich zu steigern.

Derzeit hat MAN Ferrostaal bei frei gehandeltem Stahl einen

Weltmarktanteil von 1,5 Prozent. Mit Hilfe der Partnerschaft soll

der Marktanteil deutlich ausgeweitet werden.

Im August 2006 hat MAN Ferrostaal als ersten Schritt auf diesem

Weg die deutschen Stahlaktivitäten in eine eigenständige, neu

gegründete Gesellschaft eingebracht, die Ferrostaal Metals

GmbH. Im nächsten Schritt wird diese Gesellschaft zusammen

mit den nordamerikanischen und brasilianischen Stahlaktivitäten

der MAN Ferrostaal in die ebenfalls neu gegründete

Ferrostaal Metals Group integriert.

Die Neuausrichtung ist eine notwendige Voraussetzung für

weiteres Wachstum, sagt Mitscherlich: „Wir glauben, dass die

Wachstumschancen, die die Stahllogistik als Branche bietet, in

einer Partnerschaft wesentlich besser realisiert werden können

als allein. Deshalb streben wir eine Partnerschaft mit einem

großen Stahlhandelsunternehmen oder einem Unternehmen aus

dem ,Down-Stream-Bereich‘ an.“ Wachstumspotenziale ergeben

sich im Wesentlichen durch die Erweiterung der Kunden- und

Lieferantenbasis wie auch durch die Nutzung von Synergien

bei Produkten, Dienstleistungen und Märkten. „Das Ziel dieser

neuen Gruppe ist es“, so Mitscherlich, „eine führende Rolle im

Stahlhandel einzunehmen und diese Aktivitäten aus einer

Position der Stärke weiter voranzutreiben.“


03

Raw Material

Sun

Coal

Gas

Oil

Biomass

Compressor-

Stations

Oil / Gas

Separation

Water / CO2 Reinjection

Syngas

Production

Syngas

Production

Syngas

Production

MAN Ferrostaal Portfolio Product

Solar Power

Combined

Cycle

Diesel Power

Business Units: Power Industry Metallurgy Petrochemicals Oil & Gas

>>>Großanlagenbau: Fokussierung auf Power und Fuel. Die Kerngeschäfte

werden konsequent fokussiert und ausgebaut. In der

Sparte Projects erfolgt zunehmend eine Konzentration auf

die Bereiche Power und Fuel – auf Basis der Rolle des Unternehmens

als Projektentwickler und Generalunternehmer. Neben

den bekannten Aktivitäten des Unternehmens im Bereich

Petrochemie, im Öl- und Gasgeschäft sowie im Kraftwerksbau

stehen dabei solarthermische Anlagen und Biokraftstoffe wie

beispielsweise Bioethanol im Fokus (Grafik). Entsprechende

Projekte verfolgt das Unternehmen weltweit. (Lesen Sie dazu

„Alternative Lösungen“ auf Seite 26.)

Wachstumsmärkte für die Bereitstellung von Power und die

Herstellung von Fuel sind Regionen, in denen MAN Ferrostaal

seit vielen Jahren gut verankert ist: Südamerika, Südostasien,

der Nahe und Mittlere Osten sowie Europa. In vielen Fällen kann

das Unternehmen in diesen Projekten MAN-Produkte einsetzen,

zum Beispiel Kompressoren und Turbinen von MAN TURBO

sowie Dieselmotoren von MAN Diesel.

>>>Services: Ausbau des internationalen Vertriebs. Die Vertriebsund

Serviceaktivitäten in der Sparte Services werden vor allem

im Ausland ausgebaut, denn dort liegen die größten Potenziale,

sowohl für Kunden wie auch für das Unternehmen selbst. Hier

CTL

Coke

Direct

Reduction

Ammonia Urea

Methanol

Bio-Oils

Bioethanol

BTL

Pulp & Paper

Biodiesel

Melamine

Power

Fuel

Renewables/

Forestry

Other

Products

DAS ECHO 2/2006 17

01. Die Petrochemie hat sich zu einem

Schlüsselmarkt für MAN Ferrostaal

entwickelt.

02. Im Transportgeschäft ist das

Unternehmen seit den Anfängen vor

75 Jahren fest verankert.

03. Im Bereich Großanlagen fokussiert

sich MAN Ferrostaal auf die Produkte

Power und Fuel.

erbringt MAN Ferrostaal Beratungsleistungen, Verkauf, Finanzierung,

Projektmanagement, Montage, Ersatzteilversorgung

und technischen Service. In Deutschland werden dagegen im

Wesentlichen das Projektmanagement, die Finanzierung und die

logistische Abwicklung der Aufträge geleistet.

In diesem Zusammenhang wurden auch die Geschäfte mit

Industriemaschinen und Druckmaschinen in einem gemeinsamen

Geschäftsbereich Equipment Solutions zusammengefasst.

Mit den freiwerdenden Synergien sollen Kunden in beiden

Bereichen noch flexibler und effizienter bedient werden.

>>>Internationalisierung der MAN Gruppe. Beim Aufbau der Serviceund

Vertriebsplattform für den MAN Konzern stehen vier

Vorhaben im Fokus: die Zusammenarbeit mit MAN Nutzfahrzeuge

als Vertriebs- und Servicepartner, eine Zusammenarbeit

mit MAN Diesel – insbesondere zum Bau von Dieselkraftwerken

–, gemeinsame Projektbearbeitungen mit MAN TURBO

und der Aufbau von MAN Häusern weltweit.

Der neu geschaffene Bereich „Service- und Vertriebsplattform“

innerhalb der MAN Ferrostaal nutzt den Support des eigenen

Unternehmens – Fachabteilungen und Auslandsorganisation, das

dort vorhandene Markt-Know-how und die Kontakte –, um in


18

forum

Zusammenarbeit mit den anderen Konzerngesellschaften den

Markteintritt in solchen Ländern vorzubereiten, in denen diese

noch nicht vertreten sind. Daneben unterstützt MAN Ferrostaal

den Vertrieb von MAN-Produkten in denjenigen Ländern, in

denen die Position von MAN noch ausbaufähig ist.

Erweitert werden soll das Geschäft mit Produkten von MAN-

Schwesterkonzernen zunächst mit Schwerpunkt in Lateinamerika

und Südostasien, später aber auch in den Regionen

Osteuropa/Zentralasien, Afrika, USA, Nah- und Mittelost. Über

die engere Zusammenarbeit mit den anderen MAN-Gesellschaften

ergibt sich gleichzeitig eine stärkere Integration der

MAN Ferrostaal in den Konzern.

>>>Vertriebs- und Servicepartner für MAN Nutzfahrzeuge. Die Zusammenarbeit

mit MAN Nutzfahrzeuge gestaltet sich je nach Region

unterschiedlich: In Mexiko und Indonesien hat MAN Ferrostaal

beispielsweise die Funktion der Generalvertretung, in Kolumbien

und Peru entwickelt das Unternehmen Vertriebs-projekte nach dem

Eigengeschäftsmodell, weltweit – mit Ausnahme der EU-25 – agiert

MAN Ferrostaal als Vertriebspartner und vermittelt Lkw und Busse.

>>>Generalvertretungen in Mexiko und Indonesien. MAN Ferrostaal

Mexiko ist exklusiv für den Vertrieb und Service von NEOMAN/

NEOPLAN-Produkten wie auch von MAN-Trucks im mexikanischen

Markt verantwortlich. Durch diese Konstellation ergibt

sich eine neue Geschäftsart für MAN Ferrostaal, bei der es nicht

um das reine Liefergeschäft geht, sondern um ein kontinuierliches

Absatzgeschäft mit voller Verantwortung für Vertrieb,

Service und Ersatzteilversorgung. MAN Nutzfahrzeuge hat

durch diese Vorgehensweise innerhalb kürzester Zeit den

Zugang zu einem sehr großen Markt erhalten, auf dem der

Teilkonzern in der Vergangenheit nicht präsent war. Nach

dem erfolgreichen Markteinstieg bei Bussen mit dem dazugehörigen

Aufbau von Strukturen für Vertrieb und Service

in Mexiko hat nun auch der Vertrieb für Lkw im mexikanischen

und in anderen lateinamerikanischen Märkten begonnen.

Für Südostasien ist eine ähnlich intensive Zusammenarbeit

zwischen MAN Nutzfahrzeuge und MAN Ferrostaal vorgesehen:

Mit Schwerpunkt in Indonesien wollen die beiden Teilkonzerne

den Bus- und Lkw-Markt der ASEAN-Länder gemeinsam

noch intensiver erschließen. In Indonesien übernimmt MAN

Ferrostaal zukünftig die Funktion eines Importeurs und

Generalvertreters. In Zusammenarbeit der MAN Ferrostaal

Indonesien und der Zentrale in Essen wird derzeit eine Vertriebsund

Servicestruktur aufgebaut. Auch für Südostasien ist das

Unternehmen gut aufgestellt, um zusätzliche Absatzmärkte für

MAN Nutzfahrzeuge zu generieren: In Indonesien ist MAN

Ferrostaal seit 100 Jahren – damals noch als GHH – präsent.

Knapp 300 Mitarbeiter sind in Büros und Werkstätten in Jakarta,

Surabaya, Medan, Bandung und Semarang beschäftigt. Sie decken

dort die komplette Bandbreite der Kundenbetreuung für das

heutige Geschäft der MAN Ferrostaal ab, vom Einkauf und der

Beratung über Engineering, Finanzierung, Projektmanagement,

Inbetriebnahme bis hin zu Service und After Sales.

>>>Zusammenarbeit mit MAN Diesel im Großanlagenbau. In der Sparte

Projects wird zurzeit die beschlossene Zusammenarbeit zwischen

der MAN Ferrostaal AG und der MAN Diesel SE vorangetrieben.

Diese hat bereits konkrete Formen angenommen. Nach Verabschiedung

eines gemeinsamen Plans zur weiteren Geschäftsentwicklung

arbeiten beide Gesellschaften bereits an der Umsetzung

der festgelegten Maßnahmen. Mit der Gründung der neuen MAN

Ferrostaal Diesel Power GmbH durch die MAN Ferrostaal AG Mitte

September wurde ein Kompetenzteam ins Leben gerufen, das sich

auf den Bereich Turnkey-Kraftwerke konzentriert. Das Kompetenzteam

hat die Arbeit in Essen aufgenommen. Bis zum Ende des

nächsten Jahres wird das Team kontinuierlich personell verstärkt

werden.

Zielsetzung des Essener Kompetenzteams ist es, gemeinsam mit

MAN Diesel eine weltweite Führungsrolle für MAN im Bau von

schlüsselfertigen stationären Dieselkraftwerken aufzubauen.

Schwerpunktmärkte sind Südamerika, Südostasien, Osteuropa

sowie Nah- und Mittelost. In diesen Märkten besteht bereits heute

ein großer Bedarf an dezentraler Energieversorgung, der maßgeschneiderte

Lösungen für Kunden verlangt. Durch die Arbeit im

Team können MAN Diesel und MAN Ferrostaal ihre Kernkompetenzen

sehr effizient in die gemeinsame Aufgabenstellung


mit einbringen. Dadurch können vorhandene Stärken ausgebaut

und neue Geschäftsansätze erschlossen werden. Besonderes

Merkmal der Zusammenarbeit ist die Tatsache, dass sich beide

Partner durch ein hohes Maß an komplementären Fähigkeiten

auszeichnen: MAN Diesel bringt ihre Produkt- und Entwicklungskompetenz

sowie ihre langjährige Marktkenntnis mit

ein, MAN Ferrostaal neben dem weltweiten Vertriebsnetz

ihr Projektentwicklungs- und Management-Know-how sowie

ihre schlüsselfertige Anlagen- und Abwicklungskompetenz. Ein

zusätzlicher Vorteil ist die Stärke der MAN Ferrostaal in den

Wachstumsmärkten. Die konkrete Umsetzung der Planungen in

der Praxis hat bereits begonnen: Die Arbeitsteams mit den

Kollegen von MAN Diesel in Augsburg und der MAN Ferrostaal

Diesel Power GmbH in Essen arbeiten bereits an einer Reihe von

Projekten im Mittleren Osten, in Afrika und Südamerika.

01

01. MAN-Service- und Vertriebsplattform:

In Mexiko ist MAN Ferrostaal

exklusiv für den Vertrieb und

Service von MAN-Trucks und

-Bussen verantwortlich.

02. In Zusammenarbeit mit MAN Diesel

bietet MAN Ferrostaal weltweit

Dieselkraftwerke an.

02

DAS ECHO 2/2006 19

>>>MAN Häuser. Der Aufbau der MAN Häuser geht ebenfalls

voran. Die Häuser in Teheran und Peking sind in Vorbereitung,

das MAN Haus in Dubai hat im Juli seine Arbeit aufgenommen.

Nachdem temporär andere Flächen angemietet worden waren,

ist der Umzug in das endgültige Gebäude für die erste

Jahres?hälfte 2007 vorgesehen. Das Haus soll langfristig alle

Aktivitäten der MAN Gruppe in Mittelost steuern. Derzeit arbeiten

15 Mitar?beiter in Dubai, davon zwölf von MAN

Nutzfahrzeuge und drei von MAN Ferrostaal. Die Zahl der MAN

Ferrostaal-Mitarbeiter soll auf fünf Personen wachsen. Der

geplante Einzugstermin für die Kollegen von MAN TURBO ist

parallel mit dem Einzug ins endgültige Büro geplant.


20

„HERAUS-

FORDERUNGEN

IN DER STROM-

VERSORGUNG“

Philipp Leckebusch, Geschäftsführer der

MAN Ferrostaal Diesel Power GmbH, über

Marktchancen im Bereich dieselgetriebener

Kraftwerke, über die Zusammenarbeit

mit MAN Diesel und deren Mehrwert

für Kunden der MAN.

01

Herr Leckebusch, welchen konkreten

Nutzen haben die Kunden der

MAN Ferrostaal von der Zusammenarbeit

zwischen MAN Ferrostaal und

MAN Diesel?

Leckebusch: Neben dem traditionellen

Motorengeschäft besteht ein zunehmender

Bedarf an Komplettlösungen

für die dezentrale Energieversorgung. In

vielen Ländern verfügen unsere Kunden

nicht über das Know-how, Dieselkraftwerke

selbst auszuschreiben und in

Eigenregie zu bauen. Dort kann MAN

Ferrostaal einen wichtigen Beitrag von

der Projektentwicklung bis zum Betrieb

von Kraftwerken leisten. Durch die

Zusammenarbeit mit MAN Diesel haben

wir jetzt das Kernprodukt im Haus und

sind nicht mehr von anderen Motorenlieferanten

abhängig. Dadurch können

wir auch Themen wie die kontinuierliche

Verbesserung von Standardkonzepten auf

einer verlässlichen Basis vorantreiben.

All diese Initiativen bringen einen unmittelbaren

Nutzen für unsere Kunden:

maßgeschneiderte, wettbewerbsfähige

Lösungen für die Energieversorgung aus

einer Hand – mit dem Partner MAN.

Welche Märkte gehen MAN Ferrostaal

und MAN Diesel gemeinsam an?

Unsere Märkte waren schon immer die

Länder, in denen es entweder keine gut

ausgebaute Infrastruktur für die

Stromerzeugung und -verteilung gibt,

oder die, die sich durch einen Mangel

oder erschwerten Zugang zu den klassischen

fossilen Brennstoffen wie Kohle, Öl

und Gas auszeichnen. Also Länder, die

ihre Stromversorgung nicht nur aus dem


Betrieb von zentralen Großkraftwerken

sichern können. Dies können die

Märkte der großen Flächenstaaten in

Südamerika, der Inseln der Karibik, die

schlecht versorgten Länder Afrikas oder

die schwer erreichbaren Gegenden

Südostasiens sein.

Warum sind diese Märkte für

MAN Ferrostaal und MAN Diesel

aussichtsreich?

Wir erleben in den letzten drei Jahren ein

enormes Wachstum in den sich entwickelnden

Regionen der Erde. Alle diese

Länder stehen vor großen Herausforderungen

beim Ausbau ihrer Stromversorgung,

um mit dem Wirtschaftswachstum

Schritt zu halten. Zum Teil jahrzehntelang

Versäumtes beim Ausbau der

Stromerzeugungs-Infrastruktur muss

innerhalb kürzester Zeit nachgeholt werden.

Hier bestehen große Chancen für

unsere Produkte und Dienstleistungen.

Was haben diese Märkte gemeinsam,

was ist das Besondere an diesen

Märkten?

In vielen Wachstumsmärkten fehlt es an

technischem Know-how und Geld. Es gibt

nicht genug lokale Unternehmen, die

Erfahrung und die finanzielle Stärke für

den Bau von schlüsselfertigen Dieselkraftwerken

haben. Viele Projekte können

nur durch intelligente Finanzierungslösungen

realisiert werden. Auch in den

hochindustrialisierten Ländern des

Westens gibt es neue Chancen. Kraftwerksanlagen

auf der Basis regenerativer

Energien wie Biofuel rücken in den Fokus.

Gerade hier kann MAN Ferrostaal zusam-

02

men mit MAN Diesel Lösungen anbieten,

die von der Brennstoffaufbereitung bis

zur Netzeinspeisung und dem Betrieb

von Anlagen reichen.

Welchen Mehrwert bringen die beiden

Unternehmen für die Bearbeitung

dieser Märkte mit?

Neben den bereits geschilderten Kompetenzen

bringt Ferrostaal eine weitere

wichtige Komponente in die Kooperation

mit ein: eine weltweite Vertriebsorganisation,

die zum Teil seit Jahrzehnten in

den Zielmärkten vor Ort operiert. Damit

verfügen wir über exzellente Markt- und

Kundenkenntnisse, um schnell und flexibel

auf die Bedürfnisse unserer Kunden

überall in der Welt reagieren zu können.

Was ist Ihr persönliches Ziel bei der

Bearbeitung dieser Märkte?

Wenn es gelingt, unsere Pläne möglichst

DAS ECHO 2/2006 21

drehscheibe MAN

01. Dieselkraftwerk San Pedro in der Dominikanischen

Republik, gebaut von MAN Ferrostaal

02. Für das Kraftwerk San Pedro verwendete

MAN Ferrostaal Motoren von MAN Diesel.

schnell umzusetzen und wenn wir von

unseren Kunden die Bestätigung bekommen,

dass sie mit MAN ihre Vorhaben

besser verwirklichen können, sind wir

auf dem richtigen Weg. Letztendlich wird

der Kundennutzen das Hauptkriterium

unserer Anstrengungen sein und ich

bin davon überzeugt, dass wir über die

notwendige Marktkenntnis, das Knowhow

und die Produkte verfügen, um

als bevorzugter Anbieter von Komplettlösungen

am Markt zu agieren.

Philipp Leckebusch,

Geschäftsführer der

MAN Ferrostaal Diesel Power GmbH

Kontakt:

Tel. +49. 201. 818-5233

E-Mail: Philipp.Leckebusch@

manferrostaal.com


22

drehscheibe MAN

ÖLLAGERSTÄTTEN EFFIZIENT AUSBEUTEN:

„IN MEXIKO SIND WIR DAS GESICHT

VON MAN TURBO“

Seit mehr als zwanzig Jahren repräsentiert MAN Ferrostaal die Interessen von MAN TURBO in Mexiko. Als Vertreter des Unternehmens

akquirierte MAN Ferrostaal bedeutende Aufträge aus verschiedensten Industriezweigen. Zu den Kunden gehören die

größten Industrien Mexikos wie PEMEX (Öl und Gas – Raffinerien und Petrochemie), Grupo Alfa (Petrochemie, Nahrungsmittel

und Kraftfahrzeugindustrie), Grupo Vitro (Glas, Natrium und Kalzium), Mittal Steel (Stahl), SICARTSA (Stahl), AHMSA (Stahl) und

CNC (Stickstoffproduktion Cantarell).

01


02

„Wir sind tagtäglich in Kontakt mit unseren Kunden. Deshalb

kennen wir den Markt und die technischen Bedürfnisse unserer

Kunden bis ins Detail“, sagt Stefan Deuster, Leiter der MAN

Ferrostaal Mexiko. Wer im Bereich Energie- und Antriebstechnik

in Mexiko Geschäfte machen möchte, findet in Deuster einen

kompetenten Partner. Denn mit seinen Mitarbeitern bildet er

nicht nur für MAN TURBO eine Vertriebs- und Serviceplattform,

sondern auch für die Schwesterkonzerne MAN Diesel und

MAN Nutzfahrzeuge und selbstverständlich vertritt das Unternehmen

auch konzernfremde Marken. Mit acht Mitarbeitern der

Abteilung Energie- und Antriebstechnik übernimmt er außerdem

After Sales Services wie Reparaturen oder Ersatzteilbeschaffung.

So sorgt er für eine langfristige Zusammenarbeit

mit den Kunden.

DAS ECHO 2/2006 23

01. Turbomaschinen von MAN TURBO für eine der weltweit größten

Stickstoffproduktionsanlagen in Mexiko

02. Bick ins Innere: das Maschinenhaus von Cantarell

Der Erfolg seines Vertretungsgeschäftes spricht für sich: Mit drei

wesentlichen Aufträgen über die Lieferung von Kompressoren

und Turbinen für die Ölfelder Cantarell, Samaria und Jujo-

Tecominocán gelang es MAN Ferrostaal, MAN TURBO in Mexiko

zu dem unbestrittenen Marktführer im Bereich von Stickstoffeinspeisung

in Öllagerstätten zu machen. Deuster bringt es auf

den Punkt: „Wir sind das Gesicht von MAN TURBO in Mexiko“.

Ein Beispiel für den Einsatz von Luft- und Stickstoffverdichtern,

die für die Stickstoffeinpressung benötigt werden, liefert

Mexikos wichtigstes Ölfeld Cantarell. Es liegt im Golf von

Mexiko in der Bucht von Campeche.


24

drehscheibe MAN

DAS ÖLFELD CANTARELL

Etwa zwei Drittel der mexikanischen Ölproduktion stammen aus

einem der größten marinen Ölfelder der Welt, dem Offshore-

Ölfeld Cantarell. In den vergangenen Jahren wurden dort durchschnittlich

2,2 Millionen Barrel Rohöl pro Tag gefördert. Zur

Aufrechterhaltung und Steigerung der Ölproduktion in diesem

Ölfeld wendet das staatliche Unternehmen PEMEX das

Verfahren der Druckerhöhung in der Erdöllagerstätte an. Die

dazu benötigten Luft- und Stickstoffverdichter stammen von

MAN TURBO. Die Anlage läuft seit Juli 2000 mit einer

Gesamtverdichterleistung von 400 Megawatt im Dauerbetrieb.

Zur Kühlung der Anlage wird Meerwasser genutzt, das über

etwa fünf Kilometer von der Küste zu den Kühltürmen und

Kondensatoren gepumpt wird.

VERSCHIEDENE ADDED VALUE FUNKTIONEN

Added Value

Funktion

Vertriebsplattform riebsplattform un und

Ersatzteillieferung,

satzteillieferun

satzteillieferung

zum m Beispiel

MAN TURBO, TU TUR MAN Diesel

Vertriebs- und Servicepartner,

Eigene Vertriebs- und Servicenetzwerke,

e, Partnerschaften,

Produktkonzepte, onz nzepte, zum

Beispiel MAN AN N Nutzfahrzeug

Nutzfahrzeuge

Nutzfahrzeug

Vertriebs- und nd d

Servicepartner, partner, part

zum m Beispiel MAN RRoland

Ro

Langfristige Wahrung und Nutzung

des Potenzials von Geschäftsfeldern

ERWEITERUNG DER ANLAGE

Nach mehrjährigem Dauerbetrieb der installierten Maschinen

erhielt MAN TURBO 2004 den Auftrag für einen weiteren

Turbomaschinenstrang mit einem umfangreichen Rohrleitungssystem

zur Erweiterung der Anlage.

Der Ausbau der bestehenden Anlage brachte viele neue

Herausforderungen mit sich. Zum einen sollten die bisherigen

Betriebserfahrungen in die Neuauflage der Maschinen einfließen,

zum anderen vergrößerten sich Lieferumfang und

damit Engineeringaktivitäten erheblich.

Der Einsatz neuester Technologien, zum Beispiel Laserscanning

und „Begehung und Analyse der Platzverhältnisse im virtuellen

Raum“, machte eine präzise Rekonstruktion der bestehenden

Anlage möglich.

Die Gesamtverdichterleistung der Anlage beläuft sich seit der

Erweiterung auf 500 Megawatt, die absolute Stickstoff-Gesamtproduktion

beträgt etwa 42,5 Millionen Kubikmeter/Tag.


FÖRDERTECHNIKEN

Das in einer Lagerstätte vorhandene Erdöl kann nicht in vollem Umfang

gewonnen werden. Als bestätigte Ölreserve gilt der Anteil des Erdöls, der

nach dem Stand der Technik wirtschaftlich gefördert werden kann. Der

Entölungsgrad unterscheidet sich je nach Lagerstätte und Beschaffenheit

des Erdöls. Im Weltdurchschnitt beträgt der Entölungsgrad gegenwärtig

zwischen 35 und 40 Prozent.

PRIMÄRE FÖRDERUNG

Ein Teil des Erdöls kann durch den natürlichen Lagerstättendruck gefördert

werden. Dabei spricht man von primärer Förderung. Mit ihr können maximal

25 Prozent des Rohöls aus einer Lagerstätte gewonnen werden. Bei zusätzlichen

Maßnahmen, welche die natürliche Ausbeute erhöhen, wird neben

dem Einsatz von Pumpen zwischen sekundären und tertiären Methoden

unterschieden.

SEKUNDÄRE FÖRDERUNG

Zu den sekundären Verfahren zählt hauptsächlich das Einpressen von

Wasser oder Gas in die Lagerstätte. Damit lässt sich der Druck in der

Lagerstätte aufrechterhalten oder sogar erhöhen, um den Ölfluss anzukurbeln.

TERTIÄRE FÖRDERUNG

Zu den tertiären Verfahren (Enhanced Oil Recovery – EOR, zum Beispiel

Ölfeld Cantarell) werden die Methoden gezählt, die nach dem Einpressen

von kaltem Wasser noch verbliebenes weiteres Öl lösen können. Hierzu

gehören insbesondere die thermischen Verfahren wie Injektion von Dampf

oder heißem Wasser. Außerdem können chemische Substanzen wie

Polymere und Tenside eingesetzt werden.

Tertiäre Fördertechniken sind außerordentlich teuer. Daher ist die

Wirtschaftlichkeit vom Rohölpreis abhängig.

HORIZONTALBOHRUNGEN

Mit der Weiterentwicklung der Fördertechniken wurden Horizontalbohrungen

möglich. Sie werden innerhalb von Lagerstätten gesetzt und verbessern

deren Erschließbarkeit. Hinzu kommen „extended reach“-Bohrungen: Mit

diesen weit abgelenkten Bohrungen erreicht man Lagerstätten, die ohne

diese Technik nicht erschlossen werden könnten.

Weitere Informationen unter: www.erdoel-erdgas.de und www.mwv.de

Fördertechniken/Quelle: Wirtschaftsverband Erdöl- und Erdgasgewinnung e. V.

Primärförderung

Sekundärförderung

Tertiärförderung

Horizontalbohrungen

DAS ECHO 2/2006 25


26

projects

ALTERNATIVE LÖSUNGEN FÜR ENERGIE UND KRAFTSTOFFE:

MEILENSTEINE FÜR DIE ZUKUNFT

Reaktorunfälle, Atomausstieg, Rückgang fossiler Rohstoffe, anhaltend hohe Energiekosten sowie die Problematik des

Klimawandels – alles Schlagwörter, mit denen uns Presse und Rundfunk tagtäglich konfrontieren.

Europa muss sich stark machen im Bereich erneuerbare Energien. Und angesichts der stetigen Reduzierung fossiler

Energievorräte und der damit einhergehenden steigenden Energie- und Kraftstoffpreise setzen Wirtschaft und Politik

einen Fokus auf die Entwicklung hochwertiger Biokraftstoffe.


Im neuen Energiemarkt zeichnen sich langsam Konturen ab:

Das EEG (Erneuerbare-Energien-Gesetz), Förderprogramme

für Projekte, die sich mit der Forschung und Entwicklung

erneuerbarer Energien beschäftigen, und Regelungen zur Beimischungspflicht

von Biokraftstoffen zu herkömmlichen Kraftstoffen

gehören zu den Grundlinien des neuen Energiemarktes.

In diesem Markt positioniert sich MAN Ferrostaal als kompetenter

Partner für den Aufbau neuer Industrien. Langjährige

Erfahrungen als Generalunternehmer bei der Errichtung petrochemischer

Anlagen und im Kraftwerksbau sowie eine hohe

Finanzierungskompetenz zeichnen das Unternehmen aus.

Elemente, die für den Energiemarkt von morgen Voraussetzungen

sind. Entsprechend hat MAN Ferrostaal ihre Kompetenzen

ausgeweitet: Im Bereich „Renewables“ konzentrieren sich spezialisierte

Mitarbeiter auf die Entwicklung und Umsetzung von

DAS ECHO 2/2006 27

>>> „FRÜCHTE WIE DIE DER SUMACH-

GEWÄCHSE AM WEGESRAND, ODER ÄPFEL,

UNKRAUT, SÄGEMEHL – BEINAHE ALLES

KANN DEN KRAFTSTOFF DER ZUKUNFT

LIEFERN“. (HENRY FORD)

Projekten in den Bereichen Biodiesel, Bioethanol und solare

Energie.

AUFTRAG FÜR ERSTE BIODIESELANLAGE

Im Mai dieses Jahres konnte MAN Ferrostaal mit der

Vertragsunterzeichnung für eine Biodieselanlage in Polen einen

ersten Meilenstein setzen. Die polnische Lotos-Gruppe, zweitgrößter

Mineralölkonzern des Landes, beauftragte MAN

Ferrostaal als Generalunternehmer mit der schlüsselfertigen

Umsetzung des Projektes. Dabei investierte der Auftraggeber

circa 23 Millionen Euro in das Gesamtprojekt. Lotos Biopaliwa,

ein Tochterunternehmen der Lotos-Gruppe, und MAN Ferrostaal

planen den Baubeginn für Anfang 2007. Die Biodieselanlage ist

für eine Jahreskapazität von 100 000 Tonnen ausgelegt und

soll bei planmäßigem Verlauf Anfang 2008 fertig gestellt sein.

Ein großer Teil des produzierten Biokraftstoffs wird für die


28

projects

ENTWICKLUNG PRODUKTIONSKAPAZITÄTEN

BIODIESEL IN DEUTSCHLAND

1 000 t

2 200

2 000

1 800

1 600

1 400

1 900

1 200

1 000

1 100

1 200

800

730

600

400

460

200

0

50

140

200

1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005–2006*

Schätzung

Biodieselproduktion in Deutschland/Quelle: UFOP

Beimischung zu herkömmlichem Kraftstoff auf dem polnischen

Markt verwendet. Ein weiterer Teil dieses Premiumkraftstoffes

ist für den Export innerhalb Europas vorgesehen.

WELTWEITE LIZENZ FÜR ERFOLGREICHES

CONNEMANN-VERFAHREN

MAN Ferrostaal verfügt bei der Biodieselproduktion über eine

weltweite Lizenz der Firma Ölmühle Leer Connemann GmbH (Teil

des ADM-Konzerns) für die Anwendung des so genannten CD-

Verfahrens (continuous deglycerolization), das auch in der Anlage

in Polen eingesetzt wird. Diese Technologie wurde in den neunziger

Jahren von dem deutschen Ingenieur Dr. Joosten Connemann

entwickelt und gehört zu den ersten großtechnischen Verfahren

zur Biodieselherstellung. Bis 2007 werden damit in dreißig Anlagen

weltweit circa fünf Millionen Tonnen Biodiesel jährlich produziert.

DER MARKT FÜR BIODIESEL

Für Transportmittel werden täglich rund zehn Millionen Tonnen

Öl als Diesel- und Ottokraftstoff auf der ganzen Welt eingesetzt.

Biodiesel und Bioethanol machen bisher nur einen minimalen

Teil davon aus. Hier setzen Politik und Wirtschaft an und suchen

für die Zukunft nach qualitativ gleichwertigen Substituten.

Deutschland spielt bei der Produktion von Biodiesel eine

Vorreiterrolle – schon jetzt ist Deutschland Produzent Nummer

eins für Kraftstoff aus Raps. Experten sagen diesem Trend

weiteres Wachstumspotenzial voraus. 2005 wurden 5,5 Prozent

des deutschen Marktes für Diesel auf Mineralölbasis durch

Biodiesel ersetzt und insgesamt 1,8 Millionen Tonnen deutschlandweit

auf den Markt gebracht. Im EU-weiten Vergleich sagt

die „Union zur Förderung von Öl- und Proteinpflanzen e. V.“

(UFOP) voraus, dass 2010 der Biodieselbedarf bei elf Millionen

Tonnen pro Jahr liegen wird – bei einem prognostizierten Dieselkraftstoffverbrauch

von 165 Millionen Tonnen. Hinsichtlich der

steigenden Nachfrage nach Biodiesel stellt der Auftrag zum Bau

einer Biodieselanlage für MAN Ferrostaal einen wichtigen

Schritt in einen zukunftsweisenden Markt dar.

Experten gehen heute davon aus, dass bis zum Jahr 2020 mindestens

15 Prozent der fossilen Treibstoffe durch nachwachsende

Rohstoffe ersetzt werden.

KONZERNWEITE SYNERGIEN

MAN Ferrostaal und MAN Diesel SE arbeiten gemeinsam auf

dem Gebiet des Biofuel-Marktes zusammen. MAN Diesel SE

vermarktet bereits erfolgreich Motoren, die mit Biokraftstoffen


etrieben werden und MAN Ferrostaal kann durch die Verwendung

effizienter Verfahren bei der Raffination von Biokraftstoffen

die Anforderungen an hohe Qualität gewährleisten.

Somit können beide Unternehmen dem Kunden komplette

Paketlösungen aus einer Hand bieten. MAN Ferrostaal berücksichtigt

bei seinem eigenen Raffinationsverfahren die Vorgaben

von MAN Diesel und bereitet Speiseöl so auf, dass es seine

optimale Verwendung in den Dieselmotoren findet. Bei der

Erhitzung der Dieselaggregate wird eine Abwärme erzeugt,

die sich bei herkömmlichen Prozessen meistens ungenutzt

verflüchtigt. In Kombination mit einer Raffinationsanlage

von MAN Ferrostaal kann diese Wärme jedoch in den

Raffinationsprozess eingebunden werden – Energiekosten

werden reduziert.

In einem gemeinsamen Arbeitskreis entwickeln Experten von

MAN Nutzfahrzeuge und MAN Ferrostaal Szenarien für den

Eintritt in neue Märkte. So wird beispielsweise evaluiert, wie

Möglichkeiten in Südostasien für die Produktion und Verwendung

von Biokraftstoffen auf Palmölbasis aussehen könnten

und welche Ansatzpunkte sich dadurch für die MAN Gruppe

ergeben.

MAN TURBO liefert weltweit Kompressorstränge für GTL-

Anlagen (Gas to Liquid) und arbeitet mit MAN DWE (ehemals

Deggendorfer Werft und Eisenbau GmbH) zusammen, einem

weltweiten Anbieter von Reaktorsystemen. MAN DWE entwickelt

Synthesegasreaktoren nach dem Fischer-Tropsch-Verfahren für

den Einsatz in GTL- und BTL-Anlagen (Biomass to Liquid).

Ihr Ansprechpartner bei MAN Ferrostaal zum Thema Biodiesel:

Helmut.Brand@manferrostaal.com

Im Rahmen der Serie „Erneuerbare Energien” lesen Sie im

nächsten Heft einen Beitrag zum Thema Solarthermie.

Dampf

Dampf

Methanol-

Catalyt

Öl ein Kondensat

Wasser

Kondensat

Wasser

Glycerin-

Waschwasser

Glycerin

DAS ECHO 2/2006 29

Methanol-

Catalyt

Glycerin-

Waschwasser

Vakuum

Glycerin

RME aus

BIODIESELHERSTELLUNG NACH DEM CD-VERFAHREN:

Für den Einsatz als Kraftstoff in Dieselfahrzeugen muss bei der

Biodieselherstellung zunächst die Struktur des jeweiligen Rohstoffes

durch eine einfache chemische Reaktion verändert werden.

Bei diesem so genannten Umesterungsprozess wird dem Ausgangsprodukt

Methanol beigemischt. Mit Hilfe eines Katalysators

erwärmt sich das Gemisch, dabei tauschen Glycerin und

Methanol den Platz und es entstehen drei einzelne Fettsäure-

Methylester-Ketten und ein freies Glycerin-Molekül. Anschließend

wird in diversen Reinigungsschritten das überschüssige Methanol

durch Destillation wieder entfernt. Dieser Prozess ist notwendig,

damit der Biodiesel sein optimales Fließverhalten und die volle

Wirkung entfalten kann.

Bei Biodieselanlagen rechnet man durchschnittlich mit einer

verfügbaren Produktion von 330 Arbeitstagen pro Jahr. Das

CD-Verfahren ermöglicht jedoch eine Verfügbarkeit von bis zu

360 Tagen pro Jahr – ein zusätzlicher finanzieller Nutzen. Im

besagten Verfahren werden Zentrifugen verwendet, die eine

selbstreinigende Funktion aufweisen. Dadurch wird der

Produktionsprozess nicht unterbrochen und Wartungszeiten

werden reduziert.

Unabhängig vom angewandten Verfahren erschließen sich

Vorteile bei der Biodieselproduktion auch durch das Prinzip des

geschlossenen Stoffkreislaufs: Bereits in der Herstellung von

Rapsöl in der Ölmühle wird das Nebenprodukt Rapsschrot als

wichtiger Proteinlieferant in der Tiernahrung weiter verwendet.

Zusätzlich entsteht bei der Produktion in der Biodieselanlage

durch den Umesterungsprozess das Nebenprodukt Glycerin,

das in der chemischen und pharmazeutischen Industrie

Verwendung findet.


30

projects

>INTERVIEW MIT DR.-ING. JOOSTEN CONNEMANN:

ZUNEHMENDE VIELFALT AN ENERGIETRÄGERN

Dr.-Ing. Joosten Connemann ist der Entwickler des CD-Verfahrens (Continuous Deglycerolization)

zur Herstellung von Biodiesel. 1991 errichtete er die erste Pilotanlage für Biodiesel in Deutschland.

Bis 2007 werden 30 Anlagen mit seinem Verfahren gebaut.

Herr Connemann, Sie stammen aus einer Familie, die sich

schon seit 1750 mit der Verwendung von Lein und Raps

auseinandersetzt. Interessierten Sie sich schon als Kind für

diese Materie?

Auf jeden Fall. Schon im Alter von vier Jahren durfte ich bei

der Produktion von Seife mithelfen. Beispielsweise hielt ich

das Dampfventil eines riesigen Seifentopfes fest und musste

aufpassen, dass die Seife nicht überkocht!

Wie entwickelte sich Ihr Interesse für Biodiesel? Glaubten

Sie damals an eine große Zukunft für diesen alternativen

Kraftstoff?

Schon in der ersten Ölkrise 1973 beschäftigten sich viele

Chemiker und Ingenieure mit alternativen Kraftstoffen. Sie

erkannten jedoch schnell, dass reines Pflanzenöl für einen

normalen Dieselmotor nicht geeignet ist, dagegen als Ester,

also durch die chemische Umformung mit einem Alkohol,

optimale Eigenschaften entwickelt.

Als 1990 der Golfkrieg ausbrach, war mir sofort klar, dass für

uns Ölmüller mit Raps, Sonnenblumen und Sojabohnen der

Biodieselmarkt eine große Chance darstellte. Die ersten Jahre

waren harte Arbeit und wir mussten viel Überzeugungsarbeit

leisten. Erst die Ölpreissteigerungen der letzten drei Jahre brachte

den heute weltweit wirkenden Schub.

Wie lange hat die Entwicklung des CD-Verfahrens von der

ersten Idee bis zur Marktreife gedauert?

Für mich als Verfahrensingenieur, Chemiker und Unternehmer war

die Entwicklung des Verfahrens, unter Verwendung der langjährig

bewährten Maschinen und Apparate der Ölmüllerei, insbesondere

in der Speiseöl-Raffination, eigentlich nicht so schwer. Wir waren

gewohnt, mit Kolonnen, Wärmetauschern, Pumpen, Separatoren,

mit Destillation und Rektifikation sowie mit Dampf, Vakuum und

Kondensation umzugehen. Durch unsere Produktion liefen täglich

zwischen 500 und 1 000 Tonnen Öl.

Unsere Aufgabe war es, das Ganze nur auf eine andere

chemische Reaktion zu übersetzen. Nach nur vier Jahren war

die dritte Anlage schon eine industrielle Großanlage.

Wenn Sie heute den Markt betrachten und den rasanten

Anstieg der Produktion, wie sind Ihre Einschätzungen für die

nächsten zehn Jahre?

Der Bedarf an Energie und Kraftstoffen wird weiterhin steigen.

Dazu ist es notwendig, Alternativen zu herkömmlichen Kraft-


stoffen und Energieträgern zu finden und zu optimieren. Wir werden

eine zunehmende Vielfalt an Energieträgern erleben, darunter

werden sich auch die Biokraftstoffe schnell in Größenordnungen

von 100 Millionen Tonnen jährlich und mehr entwickeln.

Welche Rohstoffe sehen Sie für die Herstellung jetzt und in

Zukunft?

Für die Herstellung von Biodiesel ist eine Vielzahl an Rohstoffen

denkbar. Vor allem die biogenen Fettrohstoffe, also Öle und Fette

aus Raps, Soja, Palm, Baumwolle, Reis, Mais, Talg und Schmalz,

sind dafür sehr geeignet. Experten suchen aber nach weiteren

Pflanzenarten, die auch bei schlechten Bodenverhältnissen, zum

Beispiel in subtropischen Trockengebieten, gedeihen. Hier liegt

die Hoffnung auf Ölbäumen wie der Jatropha, die bereits in

Ägypten und Mali angebaut wird, und der Pongamia, die in Indien

schon lange zur Uferbegrünung und als Schattenspender eingesetzt

wird.

Weitere Rohstoffe zur Herstellung von Biodiesel sind neben

Speiseölen Extrakte aus den Rückständen der Bio-Ethanol-Produktion

und Tallöl, einem Nebenprodukt der Zellstoffindustrie.

Insgesamt müssen wir bescheiden bleiben, denn der gegenwärtige

Gesamtbedarf an Kraftstoff kann nicht annähernd von Biodieselanlagen

gedeckt werden, selbst wenn einmal 25 Millionen Tonnen

(schon in 2007), 100 oder gar 500 Millionen Tonnen Produktion

weltweit erreicht werden könnten.

Wie wichtig ist die Einhaltung der Qualitätsnormen für

Biodiesel?

Ungemein wichtig! Dieser Gedanke hat auch mit Hilfe der UFOP

(Union zur Förderung von Öl- und Proteinpflanzen e. V.) im April

2001 in Leer zur Gründung der AGQM (Arbeitsgemeinschaft

Qualitätsmanagement Biodiesel e. V.) geführt, die seitdem für

die bundesweite Qualitätskontrolle verantwortlich ist.

Die gewissenhafte Arbeit der AGQM hat von Jahr zu Jahr zu einer

bemerkenswerten Anhebung der an den Tankstellen vorgefunde-

DAS ECHO 2/2006 31

nen Durchschnittsqualität geführt. Strenge Anforderungen eines

einheitlichen kontrollierten Qualitätsmanagement-Systems (QM)

sichern hohe und dauerhaft gleich bleibende Kraftstoffeigenschaften.

Heute, nur fünf Jahre nach der Einführung, wird eine

Ausdehnung des Prinzips auf ganz Europa diskutiert. Ein weiterer

Meilenstein wurde mit der Biodieselnorm EN 14214 gesetzt.

Seit 1995 haben wir zusammen mit der Automobil- und

Mineralölindustrie die europäische Biodieselnorm EN 14214

entwickelt, um Mindestanforderungen an die Biodieselqualität

zu stellen. Heute findet sie weltweit Beachtung und ist für

andere regionale und internationale Normen richtungsweisend.

Selbst die US-Norm ASTM D6751 scheint nunmehr deutlich in

diese Richtung fortentwickelt zu werden.

Besteht eine kontinuierliche Zusammenarbeit zwischen

Motorenherstellern und Biodieselproduzenten?

Seit 1990 arbeiten wir mit der Automobilindustrie zusammen.

Auch Traktorenhersteller zeigen Interesse an Biodiesel, aber viel

wichtiger ist die enge Zusammenarbeit mit Automobilzulieferern

wie Bosch, Stanadyne oder Delphi. Denn gerade die Hersteller

von Injektionssystemen sind verantwortlich für die empfindsamste

Stelle im ganzen Antriebsstrang der Automobile.

Mit einer fünfprozentigen Beimischung von Biokraftstoff zum

normalen Kraftstoff haben sich diese wichtigen Vertreter weltweit

einverstanden erklärt und berücksichtigen dies bei der

Entwicklung ihrer Technologien. Leider stößt eine weitere

Anhebung immer noch auf – meines Erachtens unbegründete –

Bedenken seitens der Hersteller.

Ganz neue Probleme wirft die notwendige Regeneration geeigneter

Partikelfilter auf. Zwar liegt eine Freigabe für nachgerüstete

Partikelfilter diverser Lieferanten vor, leider aber noch

keine für serienmäßig eingebauten Typen.

Das heißt: Es bleibt noch viel zu tun.


32

projects

MIT PERSPEKTIVE:

KRAFTWERKSERWEITERUNG IN VENEZUELA

Mit der Erweiterung des Gaskraftwerks Termozulia leistet MAN Ferrostaal einen wichtigen Beitrag für die künftige

Stromversorgung in Venezuela. In die Zukunft gerichtet ist auch das Sponsoring von Grundschulen am Standort Maracaibo.

Oktober 2006: Aus über 150 Kinderstimmen

ertönt die venezolanische

Nationalhymne in Maracaibo, der zweitgrößten

Stadt des Landes. Anlass ist die

Übergabe von neuen Computerräumen

in der ersten von drei Grundschulen

in der Nähe des Kraftwerksstandortes.

MAN Ferrostaal sponsert dieses Projekt

mit 20 000 US-Dollar. Eine nachhaltige

Investition: Schulungen für die Lehrer

sorgen dafür, dass die PCs im Unterricht

richtig angewendet werden können, und

auch die Wartung der Systeme ist für

ein Jahr sichergestellt. Viele Schüler

bekommen durch die Computer erstmals

Zugang zum World Wide Web. „Die

Verbundenheit mit Venezuela und

der Stadt Maracaibo geht über das

Kraftwerksprojekt Termozulia hinaus. Die

Unterstützung der Schüler ist für uns

deshalb eine Herzensangelegenheit. Wir

fördern das Projekt zusammen mit dem

Kunden ENELVEN und Lieferanten und

setzen so unsere erfolgreiche Kooperation

im Kraftwerksprojekt auf dieser Ebene

fort“, betont Dietmar Pracht, MAN

Ferrostaal Power Industry, der seit zwei

Jahren Gesamtprojektleiter für die

Erweiterung des Kraftwerks ist.

Der Auftrag für MAN Ferrostaal als

Generalunternehmer: das bestehende

Gaskraftwerk Termozulia im laufenden

Betrieb zu einem modernen Gas- und

Dampfturbinenkraftwerk ausbauen und

schlüsselfertig übergeben. „Nach Projekten

beispielsweise in China und der

Dominikanischen Republik ist Termozulia

unser Vorzeigeprojekt in Venezuela.

Besonderes im Engineering sowie im

Einkaufs- und Projektmanagement wollen

wir unsere Leistungsstärke zeigen, um uns

für weitere Kraftwerksprojekte im Land zu

empfehlen“, erklärt Dietmar Pracht.

HOHE INTERNATIONALITÄT IM PROJEKT

Kesseldruckprobe bestanden, Kühlwasserbauwerk

geflutet, Schaltanlage eingespeist

– nur 24 Monate nach der effektiven

Beauftragung von MAN Ferrostaal ist die

Erweiterung des Kraftwerks weit vorangeschritten.

Alle wesentlichen Systeme

sind vor Ort und werden in Betrieb

genommen. Ein Meilenstein für das

internationale 137-Millionen-Euro-Projekt.

MAN Ferrostaal hat die Komponenten bei

Lieferanten aus vier Kontinenten eingekauft

und sorgt bei der Montage dafür,

dass die Arbeit von Firmen aus zahlreichen

Ländern Hand in Hand läuft. Mehr

als ein Drittel der Bau- und Montageaktivitäten

wurde an Firmen aus Venezuela

vergeben, ein wichtiger Impuls für die

dortige Industrie.

WICHTIGER BEITRAG ZUR

STROMVERSORGUNG

Der Probelauf für das neue Gas- und

Dampfturbinenkraftwerk ist im Februar

2007. Dampfturbine und Generator werden

synchronisiert, und erstmals wird für

kurze Zeit Strom in das Netz eingespeist.

Das Zusammenspiel aller wesentlichen

Bestandteile des neuen Gas- und

Dampfturbinenkraftwerks steht auf dem

Prüfstand. Danach folgen die Feinarbeiten:

So werden die Leittechnik nachjustiert und

verschiedene Lastszenarien getestet.

Nicht viel später ist es dann so weit:

Wieder wird die venezolanische Nationalhymne

in Maracaibo erklingen. Das

neue Gas- und Dampfturbinenkraftwerk

soll dann mit einer Leistung von 508 Megawatt

ans Netz gehen. Die Leistung wurde

um rund 182 Megawatt erhöht. Eine

Steigerung des Wirkungsgrades um rund

55 Prozent geht damit einher. Termozulia

liefert so einen wichtigen Beitrag für die

Stromversorgung in Venezuela. Wirtschaft

und Bevölkerung des Landes müssen zurzeit

noch mit Engpässen leben, da die Stromerzeugung

– vorwiegend aus thermischen

und Wasserkraftwerken – nicht alle Lastszenarien

abdeckt. Doch das soll sich nach

dem Willen der venezolanischen Regierung

möglichst schnell ändern: Weitere Kraftwerksprojekte

befinden sich in der Planung

und bieten für MAN Ferrostaal Perspektiven

für weitere Aufträge.


01

02

DAS ECHO 2/2006 33

01. Ein Chor von 150 Grundschulkindern

intoniert die venezolanische Nationalhymne.

02. Die Erweiterung des Kraftwerks Termozulia

läuft nach Plan.


34

projects

ESTLAND: VOM HOLZ ZUM ZELLSTOFF

Weltweit steigt die Nachfrage nach Papierprodukten um 2,5 Prozent im Jahr. Neben Altpapier ist Zellstoff der wichtigste

Basisstoff für die Papierherstellung. Die hohe Nachfrage erfordert den Bau neuer Zellstoffanlagen, die neueste hat im estnischen

Kunda die Produktion aufgenommen. Kürzlich wurde die Anlage dem Kunden Estonian Cell übergeben.


DAS ECHO 2/2006 35

Rund zwei Stunden dauert die Autofahrt von der Hauptstadt

Tallinn in den kleinen Ort Kunda, der im Osten Estlands am

finnischen Meerbusen liegt. Schnurgerade verläuft die Straße,

vorbei an weitläufigen Wäldern, die ein wesentlicher

Wirtschaftsfaktor des Landes sind. Da passt es, dass Edgar

Savisaar, Wirtschafts- und Kommunikationsminister von

Estland, die Fahrt vom Regierungssitz auf sich genommen hat,

um Anfang September 2006 der feierlichen Eröffnung einer

neuen Zellstoffanlage in Kunda beizuwohnen. Wie die anderen

Gäste verfolgte er die Produktion vom Holz zum Zellstoff.

HOLZCHIPS

Wie elektrisiert tanzen die zwei bis drei Meter langen

Baumstämme, hauptsächlich Espenholz, durch die schmale

Entrindungstrommel. In der rotierenden Bewegung werden die

Stämme von der Rinde befreit, dann ein paar Meter weiter dem

Hacker zugeführt. In wenigen Sekunden zerkleinert dieser Baum

für Baum in zentimetergroße Holzchips. Ein langes Förderband

transportiert diese in das große Hauptgebäude der Anlage.

ROTIERENDE SCHEIBEN

Dort werden die Bindungen zwischen den Holzfasern

mechanisch aufgetrennt. Der pflanzliche Rohstoff besteht zu

40 bis 50 Prozent aus Zellulosefasern, die für die Festigkeit des

Holzes verantwortlich sind. Zusammengehalten werden diese

von den Kittsubstanzen Lignin und Hemicellulose, die wie

Bindemittel wirken.

In diesem Verfahrensschritt gilt es nun, diesen Verband aufzulösen

und die Holzfasern herauszureißen. Gegenläufig rotierende

Scheiben der zwei Refiner mahlen die Holzchips. Heraus kommt

ein Faserbrei. Die Kittsubstanzen bleiben dabei an den Fasern

haften.


36

projects

01 02

WEISSER FASERBREI

Der Faserbrei wird erst durch die Bleiche hell. Das Ergebnis ist

eine weiße Masse: der thermomechanische Zellstoff. Nach

der Entwässerung und Trocknung verlässt dieser als Ballen

konfektioniert das Werk in Kunda zur Weiterverarbeitung.

Hauptabnehmer von Zellstoff sind Hersteller von Papier und

Hygieneprodukten.

CHEMISCHER AUFSCHLUSS

Einen weiteren Fokus legt MAN Ferrostaal künftig auf Zellstoff,

der im Gegensatz zum thermomechanischen Zellstoff durch

chemische Verfahren hergestellt wird. Referenzprojekte in

Stendal, Deutschland, und Musi, Indonesien, sind hier richtungsweisend.

Für die Herstellung des chemischen Zellstoffs werden die

Bindungen zwischen den Holzfasern getrennt. 400 Kubikmeter

große Kocher mit einer chemikalienhaltigen Lauge erhitzen die

kleinen Holzchips mit Dampf für drei bis vier Stunden bei hoher

Temperatur und hohem Druck. Dabei lösen die in der Lauge

enthaltenen Chemikalien die Kittsubstanzen auf, so dass die

Holzsubstanz während des Kochens in ihre faserigen Bestandteile

zerfällt.

Auch die nicht für die Zellstoffproduktion genutzte Energie des

Rohstoffes Holz wird verwertet. Die Ablauge aus dem Kochprozess

mit den nichtzellulosen Bestandteilen – circa 50 Prozent

der Holzmasse – wird eingedampft und anschließend in dem so

genannten Laugenkessel verbrannt. Die organischen Holzbestandteile

wandeln sich dabei in Energie um und erzeugen

Dampf. Die anorganischen Aufschlusschemikalien dagegen

lassen sich für den nächsten Prozessdurchlauf wieder nutzen.

Ein nachfolgender Anlagenteil gewinnt aus ihnen frische

Kochlauge.


03 04

NACHFRAGE ERFORDERT NEUBAU

Die Papierindustrie verwendet den – im Vergleich zum Altpapier –

kostenintensiveren Zellstoff, da viele Produkte die Festigkeit und

Laufeigenschaften von Zellstoff erfordern. Die Nachfrage nach

Zellstoff und Marktzellstoff – Zellstoff, der nicht im Rahmen

integrierter Papierwerke hergestellt wird – wird jährlich um zwei

beziehungsweise vier Prozent steigen. Für den erforderlichen

Neubau von Zellstoffanlagen hat MAN Ferrostaal mit dem Werk

in Estland Kompetenz beim Projektmanagement von komplexen

Projekten erneut bewiesen. Da bei der Herstellung des

chemischen Zellstoffs weitaus größere Investitionssummen

erforderlich sind, wird künftig auch in diesem Marktsegment die

Projektfinanzierung von MAN Ferrostaal verstärkt zum Tragen

kommen. Wie in Estland sind auch in den feucht-warmen

Klimazonen Südamerikas und Asiens die Wälder ein wichtiger

Wirtschaftsfaktor. Der dort auf den Plantagen schnell nachwachsende

Rohstoff Holz bietet gute Aussichten für weitere

Großprojekte.

DAS ECHO 2/2006 37

01. Die Baumstämme beim Eingang ins Werk. Das bei

der Zellstoffproduktion verwendete Holz stammt aus

nachhaltig bewirtschafteten Wäldern.

02. Im Herzstück der Anlage wird das Holz zu Faserbrei

zermahlen.

03. Überzeugten sich vor Ort von der Anlage: v. l. n. r.

Margus Kohava (Mill Manager Estonian Cell), Edgar

Savisaar (Wirtschafts- und Kommunikationsminister

Estlands), Jüri Raidla (Anwaltskanzlei Raidla &

Partnerid und vorsitzender Richter am estnischen

Verfassungsgericht).

04. Aus einem Ballen von 250 Kilogramm Zellstoff können

beispielsweise bis zu 1250 Rollen Toilettenpapier

hergestellt werden.


38

projects

DEMONTAGE UND WIEDERAUFBAU VON 5 000 TONNEN ANLAGENTEILEN

INDUSTRIEPUZZLE

Die Demontage und der Wiederaufbau eines kompletten UOE-Rohrwerks ist eine Leistung, bei der es auf höchste Präzision und

effizientes Zeitmanagement ankommt. Welche Teile wie demontiert, gekennzeichnet und verpackt, in welcher Reihenfolge geladen

und wo und wie am Ankunftsort gelagert werden, erfordert einen höchst komplexen Arbeitsplan. Dies ist die Geschichte der

erfolgreichen Verlagerung eines UOE-Rohrwerkes von Mexiko nach Saudi-Arabien durch MAN Ferrostaal.

Arabian Pipes kaufte 2002 ein gebrauchtes UOE-Rohrwerk in

Mexiko und wollte es von dort nach Saudi-Arabien verlagern

lassen. Im Oktober des gleichen Jahres beauftragte das

Unternehmen mit dieser Aufgabe MAN Ferrostaal. Ein Projekt,

bei dem MAN Ferrostaal ihre über Jahrzehnte gesammelte

Erfahrung im Anlagenbau und in der Montage gut einbringen

konnte. Zunächst wurde die komplette Anlage besichtigt, ein

Bauplan angefertigt und die Anlage „auf dem Papier“ in viele

Teile zerlegt. Eine präzise Planung der gesamten Logistik war

dabei essentiell.

VON KOMPLETTEN MASCHINEN BIS ZU KLEINSTEN SCHRAUBEN

Insgesamt handelte es sich um 5 000 Tonnen. Ziel war es, größtmögliche

Einzelteile zu verpacken, immer war das jedoch

nicht möglich. Angefangen von kompletten Maschinen über

Anlagenteile bis hin zu kleinen Schrauben galt es, alles so zu

kennzeichnen, zu verpacken und am Ankunftsort zu lagern, dass

ein problemloser Aufbau möglich war. Leicht vorstellbar, dass

bei Tausenden von Einzelteilen schnell der Überblick verloren

gehen kann, wenn dies nicht präzise geplant ist. Der Abbau

gelang MAN Ferrostaal in nur sieben Monaten. Die Maschinen

und Anlagenteile wurden in insgesamt 421 Collis verladen; die

Verschiffung übernahm der Kunde in eigener Regie.

IN NUR NEUN MONATEN

Im Juli 2003 erreichten die Anlagenteile den zukünftigen

Standort in Saudi-Arabien: das Industriegebiet bei Al Jubail. Dort

wurden sie zunächst gemäß einem von MAN Ferrostaal erarbeiteten

Lageplan zwischengelagert. Auch hier ist die präzise

Planung die Basis für einen problemlosen und schnellen

Wiederaufbau. Denn wenn Zeit verschwendet wird, weil die

Arbeiter an bestimmte Teile nicht herankommen oder schwere

Teile im Weg stehen, dann entstehen zusätzliche Kosten.

Nachdem Maschinen und Anlagenteile überholt und instand

gesetzt waren, gelang der Aufbau in neun Monaten. Dabei

musste das Montageteam bei zeitweise über 50 Grad Celsius

arbeiten.

Zum Erfolg des Projekts trug aber auch die gute Beziehung zum

Kunden, zu den auf der Baustelle eingesetzten Kundenvertretern

und weiteren Firmen bei. So ließen sich alle unerwarteten

Herausforderungen in Gesprächen meistern. Die Flexibilität von

MAN Ferrostaal hat ebenfalls zu schnellen Lösungen geführt,

beispielsweise durch flexibel angelegte Montagesequenzen.

Später war auch ein Team unter Leitung von MAN Ferrostaal als

Task Force auf der Baustelle tätig, um bei den Vorbereitungen

zur endgültigen Inbetriebnahme der Stahlrohrproduktion

unterstützend mitzuwirken. Den Ab- und Aufbau leiteten drei

Ingenieure von MAN Ferrostaal mit jeweils etwa 50 Arbeitskräften

eines lokalen Unternehmers.

VON DER IDEE ZUR WIRKLICHKEIT

Mit den Stahlrohren, die zukünftig in diesem UOE-Rohrwerk

produziert werden, will Arabian Pipes die arabische Öl- und

Gasindustrie beliefern. Als Erweiterung des Rohrwerks sind ein

Spiralrohrwerk und eine Rohr-Beschichtungsanlage in der

Planung. Sie sollen Qualität und Marktwert der Produktpalette

des Unternehmens erhöhen.


ZU MONTIERENDE ANLAGEN UND MASCHINEN IM EINZELNEN

PMT-Anlagen:

U- und O-Presse 2 200 t

Hallenkrane 500 t

Hydraulischer Prüfstand 300 t

Stirnflächenbearbeitung 100 t

Expander 300 t

Innen-/Außenschweißmaschinen 350 t

Blechaufgabe 20 t

Rohrreinigung 130 t

Röntgen & Ultraschallprüfung 180 t

Rohrtransportsystem 600 t

Labor & Nebenanlagen 320 t

Neue Maschinen:

Anbiegemaschine 340 t

Wurzelschweißmaschine 170 t

Rohrtransportbänder 40 t

UOE-PROZESS

Der Produktionsprozess für längsnahtgeschweißte Großrohre

heißt UOE-Prozess. Hier wird zunächst eine Blechplatte in eine

U-Form und dann in eine O-Form gepresst und schließlich

innen und außen längsnahtverschweißt.

02

01

01. Montage des unteren Teils der Rohrpresse

02. Blick in die Halle: eine Rohrschweißmaschine.

DAS ECHO 2/2006 39


40

projects

GUTE AUSSICHTEN IN SAUDI-ARABIEN

Für MAN Ferrostaal zeichnet sich ein weiteres umfangreiches

Projekt in Saudi-Arabien ab. In der Industriezone Yanbu soll eine

„Pickling, Cold Rolling und Metal Coating Facility“ – eine

Beizstraße, ein Kaltwalzwerk sowie eine Galvanisierungsanlage

mit den dazugehörigen Nebenanlagen – entstehen. Mit der

Erstellung des Basic Engineering und der Erarbeitung der

Spezifikation für die lokalen Lieferanteile (Bau und Montage)

wurde MAN Ferrostaal bereits beauftragt. Im ersten Quartal

2007 soll der Vertragsabschluss mit dem Kunden – der Attieh

Group – erfolgen. 24 Monate später soll die Anlage den Betrieb

aufnehmen.

Bei der Ausschreibung hatte sich MAN Ferrostaal, auch wegen

des erfolgreichen Referenzprojekts Lilama in Vietnam, Hanoi,

durchgesetzt. Seit 2005 läuft dort eine Galvanisierungs- und

Farbbeschichtungsanlage auf Hochtouren.

Die Erfahrungen von MAN Ferrostaal sollen nun auch bei dem

Projekt in Yanbu in Saudi-Arabien zum Tragen kommen. Die

kilometerweite industrielle Zone Yanbu liegt am Roten Meer und

ist genauso wie das große Industriegebiet Jubail von der Erdölund

Petrochemischen Industrie geprägt. Liegt Jubail an der

engen Meeresstraße von Hormus, öffnet Yanbu mit seinem

großen Hafen auf der Westseite von Saudi-Arabien ein weiteres

Tor für den internationalen Handel. „Mit dem Arabian Pipe

Project (Seite 38) und dem designierten Auftrag für

Bandanlagen- und Kaltwalzwerk setzen wir die langjährigen

guten Beziehungen von MAN Ferrostaal zu Saudi-Arabien fort.

Wir sind dann in den zwei wichtigsten Industriezentren des

Landes vertreten“, erklärt Howard R. Barnes, verantwortlich für

diese Geschäfte bei MAN Ferrostaal.

01

02

01. Howard R. Barnes (erste Reihe links), MAN Ferrostaal, und Mohammed N. Joukhdar

(erste Reihe rechts), Attieh Group, unterzeichnen den Engineering-Vertrag.

02. Vorschau auf das Projekt in Yanbu


DRUCKMASCHINENMARKT IN LATEINAMERIKA:

FEST VERANKERT IN CHILE

Über eine Million Chilenen lesen

wöchentlich die älteste spanischsprachige

Zeitung der Welt: „El Mercurio“, Erstauflage

1827. Was sie aus der Zeitung nicht

erfahren, ist, dass MAN Ferrostaal wesentlichen

Anteil vor allem am Druck der

Beilagenblätter hat. Die zwei Unternehmen

verbindet eine langjährige

Geschäftsbeziehung, die durch die Installation

einer Mailroom-Anlage und Lieferung

einer vollautomatisierten MAN

Roland Rollenbeschickungsanlage „Aurosys“

gefestigt wurde. Eine erfolgreiche Kooperation

besteht auch mit den Akzidenzdruckereien

„Gráfica Quilicura“ und

„Morgan Impresores“, beides Tochterunternehmen

von „El Mercurio“.

„Gráfica Quilicura“ druckt Zeitschriften

und Beilagen für die wohl bekannteste

Tageszeitung in Chile und MAN Ferrostaal

war von Anfang an dabei. Lieferungen von

Bogendruckmaschinen, Sammelheftern

und Klebebindern sowie Rotationsmaschinen

namhafter Hersteller gehören

seit 1997 zum Geschäftsumfang.

Zusätzlich beauftragte „Gráfica Quilicura“

MAN Ferrostaal mit der Lieferung und

Installation von drei MAN Roland Heatset-

Rotationsmaschinen, einer Cromoman,

einer Rotoman und einer Uniset 70. Der

Vorteil für „Gráfica Quilicura“: Kunden-

betreuung auch nach der Installation mit

der Zulieferung von Materialien, Ersatzteilbeschaffung

und Rund-um-die-Uhr-

Service.

NEUHEIT IN LATEINAMERIKA

MAN Ferrostaal konnte zu Beginn des

Jahres 2006 mit einer Neuheit auf dem

lateinamerikanischen Markt aufwarten:

dem Verkauf einer Ryobi Offset-Druckmaschine

755 XL E an „B&B Impresores“ in

Chile. Sie ist die erste ihrer Art in

Lateinamerika. Die hohen Anforderungen

des Kunden an die Technik und Kombinationsmöglichkeiten

der Maschine

erforderten eine intensive Kundenberatung

im Vorfeld. MAN Ferrostaal-

Mitarbeiter besuchten zusammen mit

dem Kunden das Ryobi-Werk in Japan,

um sich vor Ort ein Bild von den technischen

Eigenschaften und Spezifikationen

der Maschine zu machen. Diese

Druckmaschine wird vom Kunden für

den dreidimensionalen Druck auf PVC-

Materialien (Polyvinylchlorid) verwendet.

Neben dem PVC-Druck setzt der Kunde

die Maschine auch für weitere Verfahrenstechniken

mit UV-Druckfarben

(Ultraviolett) ein. Die Anwendung von UV-

Druckfarben zeichnet sich dadurch aus,

dass die Farben durch die UV-Licht-

Bestrahlung sofort härten und das

Produkt einen besseren Glanz erhält.

DAS ECHO 2/2006 41

services

„Wir waren schnell überzeugt von der

Ryobi-Technologie für UV-Druckfarben.

Wir können unseren Kunden nun eine

komplett neue Produktauswahl bieten

und einen klaren Mehrwert dank dieser

Technologie“, so Felipe Báez, Geschäftsführer

von B&B Impresores.

ADTL – XXIII. JAHRESVERSAMMLUNG

Im September dieses Jahres fand in

Santiago de Chile das jährliche Branchentreffen

der lateinamerikanischen Zeitungsdrucker

statt. Dieses Treffen dient an erster

Stelle dem technischen Erfahrungsaustausch.

MAN Ferrostaal konnte gemeinsam

mit Spezialisten namhafter Maschinenhersteller

für diese Branche die Kunden mit

der neuesten Technologie und den Markttrends

vertraut machen.


42

services


DIENSTLEISTUNGEN FÜR DIE KRAFTFAHRZEUGINDUSTRIE

JEDE SEKUNDE ZÄHLT

MAN Ferrostaal ist längst gut aufgestellt für die ständig wachsenden

Herausforderungen. Seit mehr als zwei Dekaden unterstützt

sie durch das Tochterunternehmen MAN Ferrostaal

Automotive (MFA) mit Sitz in Essen die Kraftfahrzeugindustrie

mit ihren vielfältigen Services und kennt daher die Erwartungen

ihrer Kunden genau. „Wir sind in der gleichen Welt zuhause wie

unsere Kunden“, so Detlef Castro, Geschäftsführer von MAN

Ferrostaal Automotive. Zu den Services des Unternehmens

zählen Logistik, Just-in-time-Belieferung, Sequenzierungs- und

Montagedienstleistungen sowie ein breites Spektrum ergänzender

Dienstleistungen. Dabei zählt jede Sekunde. Mit knapp

3 000 Mitarbeitern an europaweit zwölf Standorten sorgt das

Unternehmen für die pünktliche und kosteneffiziente Versorgung

mit benötigten Komponenten. Im Mittelpunkt steht dabei

der unterbrechungsfreie Produktionsablauf im Fahrzeugmontagewerk.

MEHR ALS REINE LOGISTIK

Über Planung, Management und Steuerung aller Warenströme

sowie Steuerung des entsprechenden Informationsflusses hinaus

bietet das Unternehmen wesentlich mehr. Komplexe Montageund

Sequenzierungsabläufe werden in eigener Regie übernommen.

Dies beginnt mit dem Prozess- und Layoutdesign, erstreckt

DAS ECHO 2/2006 43

In der Kraftfahrzeugbranche steigt die Zahl der unterschiedlichen Fahrzeugvarianten und -typen seit Jahren drastisch. Über

dieselbe Montagelinie laufen nicht nur verschiedene Modelle, sondern jedes Modell ist entsprechend den Käuferwünschen

auch noch unterschiedlich ausgestattet: mit oder ohne Schiebedach, Klimaanlage, Bordcomputer, DVD-Player – die Liste

scheint endlos. Zusätzlich werden die Vorlaufzeiten und die Produktzyklen immer kürzer. Damit steigt die Komplexität für die

Automobilindustrie ständig an. So stehen auch Dienstleister für die Fahrzeughersteller vor ganz neuen Herausforderungen.

sich über die notwendige Infrastruktur, das Montageequipment,

Rekrutierung und Trainingsprozesse und beinhaltet auch den

nachhaltigen Betrieb der gesamten Operation. Dazu Castro: „Wir

nehmen dem Kunden ein ganzes Problemfeld ab und betreiben es

selbständig. Unser Paket ist die Gesamtleistung – und dabei handelt

es sich nicht um eine einmalige Operation. Die Leistung

erstreckt sich über den gesamten Produktlebenszyklus eines

Fahrzeugs.“ Dies ermöglicht den Automobilherstellern und ihren

First Tier Supplier, sich ganz auf die Entwicklung, die Endmontage

und den Vertrieb ihrer Produkte zu konzentrieren. „Dabei gehen

wir dorthin, wo unsere Kunden sind. Damit garantieren wir

unseren Kunden extrem kurze Antwortzeiten und einen direkten

Kontakt“, ergänzt Castro.

VORTEIL DER LIEFERANTENNEUTRALITÄT

Dass MAN Ferrostaal bei der Vormontage von Fahrzeugbaugruppen

und -varianten unabhängig von bestimmten

Lieferanten ist, bietet einen weiteren Vorteil für die Fahrzeugindustrie.

Bei einem neutralen Dienstleister ist es egal, ob

beispielsweise Federbeine für den Astra aus Komponenten von

Bosch, Delphi, Valeo oder anderen Lieferanten bestehen.

Entscheidend sind allein die Stabilität des Montageprozesses

und die Realisierung der günstigsten Lösung für alle Beteiligten.


44

services

01

02 03

01. Pressteilelager im SILS Centre in Gliwice

02. Sequenzierung von Kühlmodulen

03. Glasmontage


MEHR ARBEIT FÜR DIE AUTOZULIEFERER

Entwicklung der Eigenleistung je Marke im

Zeitraum 2002 bis 2015 (Schätzung)

–33 %

–28 %

–20 %

–24 %

–16 %

–11 %

–12 %

–13 %

Veränderung in Prozent (in Klammern: Veränderung der Eigenleistung in Milliarden Euro)

Quelle: Mercer Management Consulting; Fraunhofer-Gesellschaft

DEN KUNDEN ZUHÖREN

Gemäß der Philosophie „zuhören, planen, agieren und weiterführen“

investiert das Unternehmen viel Zeit und Energie in die

strategische und technische Weiterentwicklung gängiger

Konzepte zur Planung von Informations- und Materialströmen.

Allein 60 Beschäftigte arbeiten im Bereich Engineering an optimierten

Ergebnissen: bessere Infrastrukturen, hochmoderne

Arbeitsumgebungen und maßgeschneiderte Einrichtungen,

beispielsweise bedarfsangepasste Sequenzierungs-Spezialgestelle.

Ein weiteres Tätigkeitsfeld ist das IT-Management. Dabei entwickelt

das Unternehmen Softwarelösungen, um praxisgerechte

IT-Strukturen zu schaffen.

BETREIBER GANZER SILS CENTER UND ZULIEFERPARKS

Das Unternehmen plant, baut und betreibt eigenständig komplexe

SILS (Supply in Line Sequence) Center. „Ausgehend von

Audi (+1,2 Mrd)

BMW (+1,2 Mrd)

Fiat (+0,4 Mrd)

Mercedes (+0,4 Mrd)

Sonstige Premiumhersteller (+1,3 Mrd)

Zunahme um 4,5 Mrd Euro

–6 %

–8 %

–3 %

+7 %

+4 %

+5 %

DAS ECHO 2/2006 45

+15 %

Toyota (– 0,6 Mrd)

Opel (– 0,3 Mrd)

Volkswagen (–1,0 Mrd)

Honda (–1,2 Mrd)

Peugeot (– 0,8 Mrd)

Renault (–1,1 Mrd)

Nissan (–2,1 Mrd)

Citroën (–1,1 Mrd)

Ford (–6,4 Mrd)

Chrysler (–1,2 Mrd)

Sonstige Volumenhersteller (–14,4 Mrd)

Abnahme um 30,2 Mrd Euro

+30 %

>>> ENTSPRECHEND UNSERER

PHILOSOPHIE SETZEN WIR AUF

EXTREM HOHE QUALITÄTSSTANDARDS.

diesen Stützpunkten entwickeln wir Lösungen für den werksinternen

Transport und stellen die entsprechenden, teilweise sehr

speziellen, Transportmittel sowie das zugehörige Personal bereit.

Dadurch sind wir in der Lage, unsere Partner mit einer vollständigen,

hochleistungsfähigen Belieferungsinfrastruktur auszustatten,

die von uns selbst betrieben wird“, erläutert Castro und

ergänzt weiter: „Entsprechend unserer Philosophie setzen wir auf

extrem hohe Qualitätsstandards – wie der Kunde selbst. Wir

reduzieren die Steuerungskomplexität unserer Kunden. Und

wir reduzieren gleichzeitig deren Kostenrisiken, indem wir aus

klassischen Fixkosten variable Kosten machen.“ Wie, bleibt

natürlich Betriebsgeheimnis.


46

services

>BEISPIEL SILS CENTRE GLIWICE:

ALLES IST MÖGLICH

MAN Ferrostaal betreibt in Gliwice, Polen, einen Dienstleistungsbetrieb für General Motors. An zwei Standorten werden auf

circa 25 000 Quadratmetern Fläche mit rund 650 Mitarbeitern 290 Module für die Fahrzeugmodelle Agila, Astra Classic und

Zafira montiert und sequenziert. Die sequenzierten Module werden an die Montagelinie in Bandsequenz angeliefert.

Ein Beispiel für die erfolgreiche Erarbeitung einer Turnkey-Lösungsstrategie im Sinne des Kunden war der Start des zweiten

SILS Centers.

Seit 1999 ist MAN Ferrostaal für General Motors Manufacturing

Poland (GMMP) in Polen tätig. Bis 2004 betrieb MAN Ferrostaal

dort zunächst ein SILS Center von 10 000 Quadratmetern auf

Kundengelände mit etwa 200 Mitarbeitern, die in zwei

Schichten arbeiteten. 105 Module wurden für die Modelle Astra

und Agila vormontiert und sequenziert. Da der Kunde die

Produktion ausbauen wollte, waren die Kapazitäten dort schon

bald ausgelastet. Aufgrund von Investitionsrestriktionen für das

bestehende Werk suchte GMMP nach einer Lösung außerhalb

des Firmengeländes. Der Automobilbauer wurde rasch fündig:

die 70 Jahre alte Werkshalle einer Panzerfabrik, zehn Kilometer

von der Produktionsstätte entfernt, sollte es sein. „Als wir das

Gebäude damals zum ersten Mal sahen, konnte sich keiner von

uns vorstellen, dass dort einmal ein zweites SILS Center entstehen

könnte“, erinnert sich Hinnerk Pflüger, damals Projektleiter in

Polen. Das Gebäude war stark renovierungsbedürftig und es

fehlte die notwendige Infrastruktur. Doch ganz im Sinne der

Philosophie von MAN Ferrostaal „Turning Ideas into Reality“

nahm das Unternehmen die Aufgabe an. So wurde im Oktober

2004 eine Vereinbarung mit dem Kunden unterzeichnet.

VON NULL AUF HUNDERT IN SECHS MONATEN

Eine große Herausforderung dabei: Das neue SILS Center sollte

bereits Anfang April 2005 – also in nur sechs Monaten –

betriebsfähig sein. MAN Ferrostaal nahm sogleich Verhandlungen

mit dem Eigentümer der alten Panzerfabrik, einer

öffentlichen Unternehmung, auf. Diesem Partner mussten

zunächst die besonderen Bedürfnisse der Automobilindustrie

nähergebracht werden, speziell die zeitkritischen Services wie

Logistik, Montage und Sequenzierung.

INTERNATIONALES UND INTERDISZIPLINÄRES PROJEKTTEAM

Der Schlüssel zum Erfolg dieses Projektes war jedoch ein klares

und effizientes Projektmanagement. Ein internationales und

interdisziplinäres Team wurde gebildet: Experten aus Logistik,

Produktion, Technik und Ingenieurwesen arbeiteten zusammen

an dem Projekt, die hohen Qualitätsstandards von MAN

Ferrostaal stets im Blick. Aufgrund der Komplexität und des

extremen Zeitdrucks war auch ein effizientes Schnittstellen??management

erforderlich. „Alle Interessen, die des Kunden, der

Lieferanten und unsere eigenen, mussten unter einen Hut gebracht

werden“, sagt Pflüger.

ERFOLGREICHER START DES CENTERS BEI LAUFENDER

PRODUKTION

Der Erfolg spricht für sich: Präzise nach Zeitplan und im Rahmen

des Budgets konnte das neue SILS Center Anfang April 2005 in

Betrieb genommen werden und lief. Die Rahmenbedingungen

beschreibt Pflüger als durchaus anspruchsvoll: „Normalerweise,

sofern man bei so einem Projekt überhaupt von Normalität

sprechen kann, erfolgt der Start eines SILS Centers während

geplanter Betriebsferien von zwei bis drei Wochen oder während

eines entsprechenden Produktionsstopps. Es werden Testphasen

gemacht, die IT wird getestet und dann fängt man mit kleinen

Stückzahlen an. Das lief bei uns ganz anders: Wir haben diesen

großen Wechsel unter laufendem Rad bei vollen Produktionskapazitäten

übers Wochenende gemacht. Das gab es noch

nicht! Auch unser Kunde bestätigte uns, dass es das erste Mal

in der Unternehmensgeschichte von GME gewesen sei, dass

ein neues SILS Center über Nacht so glatt und reibungslos an

den Start ging.“


01

02

03

DAS ECHO 2/2006 47

01. Bei der Teamarbeit steht Qualität im Fokus.

02. Werkshalle vor der Renovierung durch MAN Ferrostaal Automotive

03. Die gleiche Halle heute: ein modernes SILS Center

AUFGABEN ZUM START DES NEUEN SILS CENTERS

INNERHALB VON SECHS MONATEN IM ÜBERBLICK

>> Renovierung einer 70 Jahre alten, 13 000 Quadratmeter

großen Panzerfabrik

>> Einrichtung einer Verkehrsinfrastruktur

(private und öffentliche Straßen)

>> Installation einer IT zur Unterstützung der räumlich

entfernten SILS-Operationen

>> Einrichtung einer neuen Logistikkette einschließlich

Lkw-Transporten über zehn Kilometer Entfernung in

Sequenz

>> Entwicklung und Bau von über 500 neuen SILS-Racks

für die Zulieferung zur Linie

>> Verdopplung der Modulanzahl

>> Einrichtung einer dritten Schicht

>> Rekrutierung und Schulung von 400 neuen Mitarbeitern

>> Beginn mit dem neuen SILS Center bei laufender

Produktion des Kunden


48

services

01 02

KLEINES LOGISTIK-LEXIKON:

SILS = Supply in Line Sequence

Sequenzielle Anlieferung von Teilen und Baugruppen

an die Fertigungslinie

OEM

Abkürzung für Original Equipment Manufacturer,

was so viel bedeutet wie Erstausrüster,

Originalhersteller

First Tier Supplier

Direktlieferant eines Systems zum OEM, im Gegensatz

zum Unterlieferanten, welcher Module beziehungsweise

Material zum First Tier Supplier liefert, aber nicht

zum OEM

FACTS & FIGURES SILS CENTRE GLIWICE VON MAN FERROSTAAL

2004 2006

Produktionsvolumen Pkw/Jahr 116 000 185 000

Modelle Agila, Astra Agila, Astra, Zafira

Operationsfläche 10 000 qm 25 000 qm

Standorte 1 2

Mitarbeiter 200 650

Maximale Entfernung zum Einbauort 550 m 11 000 m

Anzahl Lkw 0 7 (MAN TGA 18 350)

Anzahl der Module 105 297

Anzahl der kritischen Operationen 45 180

Anzahl ausgelieferte Module/Tag 26 400 84 200

Qualitätszertifizierungen QS 9000 ISO TS 16949

01. Montagelinie von Federbeinen

02. Qualität von Anfang an


WIR NEHMEN DEM KUNDEN

GANZE PROBLEMFELDER AB.

UNSERE PHILOSOPHIE LAUTET:

ZUHÖREN, PLANEN, AGIEREN UND

WEITERFÜHREN.

WEITERE PROJEKTE

Nach erfolgreichem Start des SILS Centers nahm der

Arbeitsumfang kontinuierlich zu. Bereits zwei Monate später

wurde ein neues Projekt verhandelt: die Montage von

Federbeinen und Hinterachsen. Ein Projekt, wie geschaffen für

die Kompetenzen von MAN Ferrostaal: die Versorgung mit

einem schlüsselfertigen Montageservice einschließlich Entwurf,

Engineering und Investition des notwendigen Montageequipments

an zwei Standorten, nämlich Gliwice und Antwerpen

(Belgien). Für GM hatte das Projekt eine hohe politische

Bedeutung, denn es war eng verbunden mit der Reduzierung

von Kapazitäten in der Bochumer Produktionsstätte.

MAN Ferrostaal konzentrierte sich auf ihre Kernkompetenz, ein

Turnkey-Konzept zu erarbeiten, also Projekte zu steuern und die

erforderlichen Verschlankungsprozesse zu entwerfen. Mit der

Lieferung des Montageequipments wurde die Firma DÜRR

beauftragt. Ein Engineering-Team aus Essen, Genk (Belgien) und

Gliwice sowie Rüsselsheim erarbeitete ein Montagekonzept und

definierte die Anforderungen an die Montagelinien unter

Berücksichtigung der so genannten „Critical Operations“. Dabei

handelt es sich um die Montageoperationen, die kritisch für die

Sicherheit des Fahrzeugs und seiner Insassen sind. Nach

Vertragsschluss verblieben nur noch drei Monate bis zum

Projektstart im Januar 2006.

Zusätzlich bekam MAN Ferrostaal den Auftrag für die

Installation einer Montagelinie für Stabilisatoren in Gliwice

zugesprochen. GM hatte beschlossen, die Produktion von

jährlich circa 800 000 Stabibars für die GM Delta Plattform von

DAS ECHO 2/2006 49

Antwerpen nach Gliwice zu verlegen. Auch diese Montagelinie

sollte im Januar 2006 funktionsfähig laufen.

Beide Projekte konnten wiederum erfolgreich innerhalb des zur

Verfügung stehenden Budgets und in extrem kurzer Zeit realisiert

werden.

MAN Ferrostaal blickt deshalb zu Recht optimistisch in die Zukunft.

Dazu Pflüger: „Wir wollen unsere Organisation in Gliwice

weiter ausbauen. Obwohl es im ersten Halbjahr 2006 keine

neuen Projekte gegeben hat, glauben wir, dass der Markt auch in

Zukunft interessantes Potenzial für unsere Organisation bietet“.

SERVICES FÜR DIE AUTOMOBILINDUSTRIE

>> Planung, Management und Steuerung von Waren- und

Informationsströmen

>> Just-in-time-Lieferung

>> Entwicklung und Betrieb von Sequenzierungs- und

Montagedienstleistungen nach eigenem Prozess- und

Anlagendesign

>> IT-Management

>> Bau und Betrieb von SILS Centern

Mehr Informationen unter www.manferrostaal-automotive.com

Detlef Castro,

Geschäftsführer von

MAN Ferrostaal Automotive

Kontakt:

Tel. +49. 201. 818-2941

E-Mail: Detlef.Castro@manferrostaal-automotive.com


50

services

01

MASSGESCHNEIDERTE LÖSUNGEN:

INDUSTRIELLE DIENSTLEISTUNGEN

IN DER VERKEHRSTECHNIK

Welche Rolle spielt ein Generalunternehmer im Bereich schienengebundener Transport und Eisenbahnen? Eine Skizze der

Leistungen der MAN Ferrostaal für Verkehrsbetriebe zeigt Potenziale und Wirkungen optimierter Verkehrslösungen auf.


02 03

Bei limitierten Budgets optimierte Lösungen für Betreiber

anbieten. Diese Rolle übernimmt MAN Ferrostaal als Generalunternehmer

für Kunden im Bahnsektor. Seit mehr als 75 Jahren

ist das Unternehmen im Bereich schienengebundener Verkehr

aktiv.

Seit der Gründung des Unternehmens hat das Eisenbahngeschäft

eine wichtige Rolle gespielt. Bis zum Ende der sechziger

Jahre war MAN Ferrostaal auch als Hersteller von Schienenfahrzeugen

bekannt. Aus dieser Zeit stammen die in Südamerika

gut bekannten Dieseltriebwagen der Marke „Ferrobus“. Bereits

damals stand die Kernfrage im Vordergrund: Was wird von

unserem Kunden in dem jeweiligen Land benötigt, was kann er

betreiben und warten, welches Produkt passt in seine

Infrastruktur und was kann er auch bezahlen?

Dass die Rolle eines Generalunternehmers heute im Rahmen der

zunehmenden Globalisierung eine andere sein muss als vor

75 Jahren, ist selbstverständlich. Aber die Grundlagen ähneln

sich stark. Die Antworten auf Fragen nach dem besten Preis-

Leistungs-Verhältnis ziehen sich über die Jahre wie ein roter

Faden durch die Geschäfte der MAN Ferrostaal und sind auch

heute noch ein Indiz dafür, welchen Mehrwert MAN Ferrostaal

im Transportgeschäft erbringt.

Bei den weltweiten Aktivitäten von MAN Ferrostaal, in enger

Zusammenarbeit mit ihren über 60 eigenen Niederlassungen in

Lateinamerika, Asien, Afrika, Mittel- und Osteuropa und in der

GUS geht es vorrangig darum, Kundenwünsche beziehungsweise

Anforderungen mit der verfügbaren Technologie zu einem

angemessenen Preis – oft mit einer maßgeschneiderten

Finanzierung – in ein ausgewogenes Verhältnis zu bringen.

DAS ECHO 2/2006 51

services

01. Nahverkehrszüge für Ungarn

02. Güterzüge für die Kupferminen in Chile

03. Straßenbahnen für Budapest, Ungarn

Dabei nimmt das Unternehmen in der Phase der Projektentwicklung

oft die Rolle eines neutralen Beraters ein, der in

enger Abstimmung mit den Kunden eine maßgeschneiderte

Lösung entwickelt. Neben ausgeprägtem Wissen, welche

Technologien weltweit verfügbar sind, gehört ein hohes Maß

an interkultureller Kompetenz dazu, die wirklichen Bedarfe

zu erkennen und daraus ein Konzept zu entwickeln. Diese

Kompetenz ist im Verlauf eines Projekts, also in seinen unterschiedlichen

Phasen der Projektierung, Angebotserstellung,

Vertragsformulierung, Lieferung, Zahlung, Absicherung der

Forderung, dem „Financial Engineering“ bis zur Inbetriebnahme

und letztendlich Rückgabe aller Bankgarantien erforderlich.

Diese Kompetenz ermöglicht es auch, die jeweils „maßgeschneiderte

Lösung“ für die jeweiligen Bedarfsfälle zu entwickeln und

umzusetzen. Ob es sich hierbei um ein komplett neues System

mit neuen Fahrzeugen oder alternativ mit gebrauchten, überholten

Fahrzeugen handelt, die den jeweiligen Wünschen und

Anforderungen eines Betreibers entsprechen und eine hohe

Rest-Lebensdauer aufweisen, ist von Fall zu Fall zu entscheiden.

Die Vorteile für die Betreiber und öffentlichen Nahverkehrssysteme

liegen auf der Hand: Sie bekommen eine optimierte,

maßgeschneiderte Paketlösung mit einer attraktiven Finanzierungsmöglichkeit.

In vielen Städten und Ländern hat MAN

Ferrostaal solche Konzepte erfolgreich realisiert. Sowohl bei

umfangreichen Rehabilitierungsmaßnahmen an Fahrzeugen

und Infrastruktur, an denen sich die Verkehrsbetriebe maßgeblich

mit beteiligten, als auch bei der Lieferung von gebrauchten,

im Einsatz erprobten Schienenfahrzeugen.


52

services

INSTANDHALTUNG VON LOKOMOTIVEN IN 3 000 METER HÖHE

PARTNER FÜR WELTWEIT

GRÖSSTEN KUPFERERZEUGER


Als Dienstleister für die Großindustrie kann MAN Ferrostaal auf

eine lange Tradition im Umgang mit besonderen Bedingungen

und Schwierigkeiten in nahezu allen Ländern dieser Erde zurückblicken.

Für die Instandhaltung von Lokomotiven in Chile,

die zum Transport der Erzproduktion der größten Untertage-Kupfermine

der Welt eingesetzt werden, wurde ein

Spezialistenteam gesucht, das höchste technische Ansprüche

mit größten körperlichen Herausforderungen vereinen kann.

Das Wartungsteam, das MAN Ferrostaal in Chile mit dieser

anspruchsvollen Aufgabe betraut hat, besteht aus

16 Spezialisten, hauptsächlich Elektroniker und Elektriker, die

365 Tage rund um die Uhr in drei Schichten in der Mine Codelco

Teniente arbeiten. Seit 2003 kümmern sie sich um die

Instandhaltung und die Reparatur von acht elektrischen

Lokomotiven des deutschen Herstellers Schalke, die von MAN

Ferrostaal in 2003 geliefert wurden.

Diese Lokomotiven werden zum Transport der täglichen

Erzproduktion von 135 000 Tonnen unter und über Tage eingesetzt

und sind daher für Codelco unersetzlich. Da immer sieben

Lokomotiven im Einsatz sein müssen, werden die Arbeiten drinnen

und draußen ohne Unterbrechung ausgeführt. Dies stellt

besondere Herausforderungen an das Wartungsteam, denn die

Mine Codelco Teniente liegt südlich der chilenischen Hauptstadt

Santiago in einer Höhe von 2 000 bis 3 000 Metern in der

Gebirgskette der Anden. In derartigen Höhen zu arbeiten, verlangt

eine gute körperliche Konstitution. Hinzu kommen

schwierige klimatische Bedingungen: Im Sommer sind die

Temperaturen hoch und die Luft ist extrem trocken, im Winter

toben Schneestürme, oft herrschen eisige Temperaturen

und schlechte Sicht.

So verwundert es nicht, dass Codelco durch den unermüdlichen

Einsatz der Wartungsmannschaft MAN Ferrostaal eher als

Partner denn als Dienstleister und Auftragnehmer betrachtet.

Daher will Codelco auch in den nächsten Jahren nicht auf

MAN Ferrostaal verzichten.

BERGWERKSSIEDLUNG DER MINE TENIENTE

UNESCO-WELTKULTURERBE

DAS ECHO 2/2006 53

Heute kommen die Bergleute der Mine Teniente aus einem

nahe gelegenen Dorf namens Rancagua. Zu Beginn des

letzten Jahrhunderts war das noch anders. 1905, als mit

der Ausbeutung der Mine begonnen wurde, errichtete der

damalige Betreiber, die nordamerikanische Braden Copper

Mine Co., für die Arbeiter in Minennähe ein Zeltlager in

3 000 Meter Höhe. Damit die Arbeiter mit ihren Familien

dort dauerhaft gut leben konnten, wurde das Lager nach

und nach zu einer richtigen Stadt ausgebaut und bekam

den Namen Sewell. Neben schmucken Wohnhäusern sorgte

der Minenbetreiber für eine gute Infrastruktur: Sportliche und

kulturelle Einrichtungen, Geschäfte und Restaurants, ein

Krankenhaus und ein Hallenbad wurden gebaut, Schulen,

Geschäfte und Restaurants kamen hinzu. 1978 wurde das

Dorf geschlossen. Seit 1998 ist Sewell nationales Denkmal

und kann besichtigt werden. Das Dorf ist Teil des UNESCO-

Weltkulturerbes.

(Weitere Informationen unter: http://www.sewell.cl)


54

services

GESCHWEISSTE STAHLROHRE FÜR UNTERWASSER-GASLEITUNG

10 000 TONNEN UNTER DEM MEER

MAN Ferrostaal liefert an die staatliche aserbaidschanische Ölgesellschaft Rohre für eine Ölpipeline, die durch das Kaspische

Meer verläuft. Die Leitung soll in einer Tiefe von 130 Metern liegen und muss einem Druck von 100 Bar standhalten.


Die staatliche Ölgesellschaft von Aserbaidschan,

SOCAR, baut ein Pipelinenetz

für die Öl- und Gasversorgung im Land

und als Zuleitung in die großen Pipelines

Baku – Ceyhan und Baku – Erzerum. Die

Initiative geht auf den aserbaidschanischen

Präsidenten Ilham Aliyev zurück.

Aliyev möchte so weit wie möglich von

ausländischen Einflüssen unabhängig

werden und nimmt dazu mit Hilfe der

SOCAR bestehende Pläne für den Aufbau

von Öl- und Gasnetzwerken rund um

Aserbaidschan wieder auf.

In diesem Zusammenhang wurde die

Verlängerung der ehemaligen Pipeline

von Neft Dashlary nach Güneshli eingeleitet,

ein Projekt, das MAN Ferrostaal

übernimmt. Der Auftrag hat Vorläufer:

Bereits vor fünf Jahren lieferte das

Unternehmen eine erste Unterwasser-

Gaspipeline, die 68 Kilometer von Neft

Dashlary bis nach Bakhar führt. Nachdem

die Abwicklung dieses Projektes bei

SOCAR große Zustimmung gefunden

hatte, entwickelte sich daraus eine

regelmäßige Geschäftsbeziehung, die nun

zu dem zweiten Auftrag führte.

Im Mai wurde ein Vertrag über die

Lieferung von 52 Kilometern Stahlrohr

abgeschlossen. Die Rohre haben einen

Durchmesser von 20 Zoll und eine Stärke

von 15,9 Millimetern, sind aus Spezialstahl

auf Basis API 5L X60 gefertigt und

mit einer speziellen aufgerauten PE-Basisbeschichtung

versehen, die eine zusätzliche

Zementaussenbeschichtung zulässt.

Da die Rohre in einer Tiefe von 130 Metern

unter der Wasseroberfläche verlegt werden,

müssen sie einem Druck von 100 Bar

standhalten. Daher sind bei der Pro-

DAS ECHO 2/2006 55

duktion der Rohre komplexe technische

Spezifikationen zu erfüllen. Deshalb greift

MAN Ferrostaal auf Mannesmann Fuchs

Rohr in Hamm als Hersteller zurück, ein

Unternehmen, das als einer der Pioniere

bei Qualitätsrohren gilt. Produziert werden

die Rohre mit Hilfe des Hochfrequenz-

Induktionsschweißverfahrens.

Die ersten Rohre standen im September

zur Inspektion bereit und wurden von

AZNEFT SOCAR und McDermott, der

Rohrverlegegesellschaft, einer Sichtprüfung

unterzogen. Die Lieferung der

Rohre erfolgte im November; EUPEC führt

in Baku bis Januar 2007 die Zementbeschichtung

durch. Ab Februar 2007

verlegt McDermott mit einem Spezial-

Rohrverlegeschiff die Rohre im Kaspischen

Meer.

MAN Ferrostaal wird auch alle anderen

benötigten Rohrzubehörteile liefern,

beispielsweise Fittings und Flansche, ein

spezielles „Unterwasser-Schwenkflanschsystem“,

Kugelventile, die Molchstationen

und die Reinigungsmolche. Alle Produkte

werden entweder in Westeuropa oder,

beispielsweise die Schwenkflansche, in

Houston, USA, produziert. Das Zubehörmaterial

und die Ausrüstung werden bis

April 2007 geliefert.

Das erste Gas soll dann im Sommer 2007

durch die Pipeline strömen.


56

menschen

104 000 US-DOLLAR BEIM CHICAGO-MARATHON GESAMMELT

NIEMALS AUFGEBEN

Schon seit Jahren zählt der LaSalleBank

Chicago-Marathon mit etwa 40 000

Läufern und 1,5 Millionen Zuschauern zu

den „Big Five“ der Welt. Jedes Jahr startet

dabei auch ein Sportteam der weltweit

größten Hilfsorganisation für Leukämie

und Lymphknotenerkrankungen (Leukemia

& Lymphoma Society), um Geld für die

gute Sache zu sammeln. Das war beim

diesjährigen 28. Marathon am 9. Oktober

2006 nicht anders. Neu jedoch: Diesmal

nahm ein Mitarbeiter von MAN Ferrostaal

Incorporated teil: Geschäftsführer Uwe T.

Schmidt und seine Frau. Dabei ging es

dem Ehepaar Schmidt weniger um die

sportliche Herausforderung. „Die Idee

entstand am Silvesterabend 2005 im

Kreise unserer Familie. Bei uns ist es

Tradition, dass jeder ein Ziel benennt,

welches er im kommenden Jahr erreichen

möchte. So kamen meine Frau und ich

darauf, mit dem Sportteam der Leukemia

& Lymphoma Society beim Marathon

mitzulaufen“, erinnert sich Uwe Schmidt.

Viele Mitarbeiter und ihre Familien sowie

Kunden unterstützten das Engagement

der Hilfsorganisation. Die MAN Ferrostaal

AG selbst spendete 10 000 US-Dollar. Zu

dem insgesamt bei diesem Sportevent erreichten

Spendenbetrag von 2,5 Millionen

US-Dollar trug die Sammelaktion der

Schmidts 104 000 US-Dollar bei und

erzielte damit den höchsten privaten

Spendenbetrag.

Uwe Schmidt ist es wichtig, trotz hoher

Anforderungen im Arbeitsleben und

seines vollen Terminkalenders noch die

Zeit zu finden, etwas für andere zu tun.

Dabei verheimlicht er nicht, dass die

Teilnahme auch Spaß gemacht hat. „Es


dauerte allein schon eine halbe Stunde,

bis alle gestartet waren. Es war eine ausgelassene

Stimmung. Wir liefen durch die

verschiedenen bunten Stadtteile von

Chicago wie „Little Italy“ oder „Chinatown“,

die Leute feierten, gingen richtig mit,

machten Musik. Das war einfach ein tolles

Gefühl“, schwärmt Schmidt. Trotzdem

mussten er und seine Frau zwischendurch

schon mal kräftig die Zähne zusammenbeißen.

Fünf Stunden ununterbrochen zu

laufen, ist eben kein Pappenstiel. Doch

aufzugeben kam für die beiden nicht in

Frage. „Klar schmerzten mal die Sehnen

oder Knie. Aber was bedeutete das im

Vergleich zu dem, was an Krebs erkrankte

Menschen aushalten müssen? Der eiserne

Wille und das große Durchhaltevermögen

haben uns bei all den Menschen, die den

DAS ECHO 2/2006 57

Krebs besiegt haben und die wir in den

letzten Jahren kennen lernen durften, tief

beeindruckt. Aufgeben kam für uns nicht

in Frage“, so die Schmidts unisono.

Und so hoffen sie, dass ihr Engagement

und das vieler anderer letztendlich dazu

führen wird, das endgültige Ziel zu erreichen

– die Heilung von Krebskrankheiten.

Die „Leukemia & Lymphoma Society“ ist

eine Hilfsorganisation mit Sitz in Chicago,

die es sich zur Aufgabe gemacht hat,

Leukämie und andere Blutkrebsarten

zu bekämpfen. Dabei werden die zur

Verfügung stehenden Mittel nicht nur

in die Forschung gesteckt, sondern auch

zur Verbesserung der Lebensqualität der

Patienten und ihrer Angehörigen verwendet.


58

menschen

HILFE FÜR TSUNAMI-OPFER IN ACEH

EIN NEUER ANFANG

Die Tsunami-Welle an der Küste Indonesiens hat vernichtende Spuren hinterlassen. Auch zwei Jahre danach sind

noch viele Menschen in der Region von den Folgen betroffen – nicht zuletzt durch den tragischen Verlust von Familienangehörigen.

Über 200 000 Menschenleben hatte das Seebeben gekostet. MAN Ferrostaal trieb mit fachlichem Know-how

und persönlichem Einsatz der Mitarbeiter ein Hilfsprojekt für Fischerfamilien voran. Das Unternehmen und seine

Schwestergesellschaften MAN Diesel SE, MAN TURBO und MAN Roland brachten hierfür 500 000 Euro auf.


Bei den Bewohnern Peudadas, einem kleinen Fischerort nahe

Bireun Sumatra, kehrt langsam Normalität zurück. Nach dem

26. Dezember 2004 wussten die überlebenden Dorfbewohner

nicht, wo ihre Familienangehörigen waren, ob sie überhaupt

noch lebten und wie sie selbst ihren Lebensunterhalt verdienen

sollten. Heute fahren sie wieder früh morgens auf ihren Booten

zum Fischen aufs Meer hinaus, legen mittags ihre Netze zum

Trocknen vor ihren Hütten aus und kochen ihr Essen wieder mit

frischem Wasser. Langsam bauen sie ein neues Leben auf. Die

MAN Ferrostaal AG und ihre Schwestergesellschaften unterstützen

die Menschen in Peudada wesentlich.

DAS ECHO 2/2006 59

„INDOGERM-DIRECT“

Die Initiative „Indonesian-German

Disaster Relief Committee“ (INDOGERMdirect)

wurde im Januar 2005 von

deutschen und indonesischen Unternehmen

und verschiedenen anderen

Akteuren, unter anderem der Deutsch-

Indonesischen Handelskammer, gegründet.

Diese Plattform entstand in

erster Linie, um die Koordination und

Verwaltung der Spendengelder für

Tsunami-Opfer so effizient wie möglich

zu gestalten.

Spenden in Milliardenhöhe flossen nach der verheerenden

Tsunami-Katastrophe an Weihnachten 2004 weltweit zusammen.

Hilfsorganisationen leisteten vor Ort Sofortmaßnahmen

und erarbeiteten Konzepte für nachhaltige Projekte. Auch MAN

Ferrostaal, schon seit vielen Jahren in Indonesien tätig, handelte

schnell. Es wurde eine Arbeitsgruppe unter der Schirmherrschaft

von „INDOGERM-direct“ gegründet. Man entschied sich gemeinsam,

ein Projekt zur Unterstützung der Fischerleute zu

etablieren. Denn viele Fischerdörfer waren zerstört. Die Boote,

mit denen die meisten Küstenbewohner ihren Lebensunterhalt

verdienen, waren von der Welle mitgerissen worden.


60

menschen

Die offizielle Übergabe der Boote

fand am 31. August während einer

Feier in Bireun in Anwesenheit von

Repräsentanten des Fischereiministeriums,

der Regierung von

Aceh, der lokalen Regierungen

von Bireun und Meulaboh,

des Panglima Laot von Aceh,

Bireun und Meulaboh sowie der

Navy-Kommandantur von Aceh

und Ekonid statt.

Schon im Februar 2005 fanden erste Gespräche mit dem Leiter

der indonesischen Fischereigenossenschaft Panglima Laot der

Provinz Aceh, dem Geschäftsführer der indonesischen Auslandsniederlassung

von MAN Ferrostaal, Franz-Josef Zieroff, mit

Reinhard Dombrowski von der Luersen Werft und Wisnu Widjaya

von Cluster Industries statt. Die große Not vielerorts, zerstörte

Unterlagen der Fischereigenossenschaft und ein fehlendes

übergeordnetes Hilfsprojekt-Management seitens der Regierung

oder Non-Governmental Organizations, erschwerten die Entscheidung,

an welcher Stelle am effektivsten Hilfe geleistet werden

konnte. Gemeinsames Ziel von MAN Ferrostaal, MAN Diesel

SE, MAN TURBO und MAN Roland war es, ein nachhaltiges

Projekt zu fördern und aktiv zu begleiten. Hierfür brachten die

Unternehmen 500 000 Euro auf.

Vor dem Hintergrund reichhaltiger Erfahrungen im Schiffsbau-

Projektmanagement, der Kompetenzen einer namhaften Werft

als Partner und der Kenntnisse der örtlichen Fischereigenossenschaft

beschloss die Arbeitsgruppe den Bau neuer

Fischerboote für zwei Kommunen: Bireun im Norden und

Meulaboh im Westen von Sumatra. Die Arbeitsgruppe

erkundigte sich vor Ort bei den Fischern über den tatsächlichen

Bedarf. Sechs Boote, nach traditioneller acehnesischer Holzbauart,

wurden in Auftrag gegeben. Im August 2006 konnten je

drei Boote an die Kommunen übergeben werden. Zusätzlich

wurden eine Trinkwasseraufbereitungsanlage, eine Eismaschine

zum Kühlen der Fische und ein Dieselgenerator geliefert. Damit

ist ein erster Schritt in Richtung Normalität für das Leben der

Küstenbewohner gemacht.

Die Gewinne, die die Fischer in Bireun und Meulaboh jetzt erzielen,

kommen über die Fischereigenossenschaft auch anderen

Fischerfamilien in Form von weiteren Booten oder günstigen

Krediten zugute. So wird die Hilfe multipliziert.


Fax +49. 201. 818-2535 Absender

MAN Ferrostaal AG

Redaktion ECHO

Hohenzollernstraße 24

45128 Essen

Deutschland

Unter allen eingesendeten Rückantworten

verlosen wir drei exklusive Füllfederhalter

„Classic“ aus massivem Sterling-Silber 925.

Von der Verlosung ausgeschlossen sind alle

Mitarbeiter der MAN Gruppe und deren

Angehörige sowie Leser unter 18 Jahren.

Die Gewinne können nicht in bar ausgezahlt

werden. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Einsendeschluss ist der 31. März 2007

(Datum des Poststempels).

Haben Sie Wünsche, Anregungen und

Themenvorschläge?

Wir freuen uns über Ihre E-Mail an:

echo@manferrostaal.com

Name Vorname

Position Abteilung

Firma

Postleitzahl Ort

Land

E-Mail

Bitte senden Sie mir folgende Informationen kostenfrei zu:

Geschäftsbericht 2005 der MAN Ferrostaal AG

deutsche Ausgabe

englische Ausgabe

Geschäftsbericht 2005 der MAN AG

deutsche Ausgabe

englische Ausgabe

MANforum“, das Kundenmagazin der MAN AG

ECHO, Ausgabe 01/2006

deutsche Ausgabe

englische Ausgabe

spanische Ausgabe

Broschüren der MAN Ferrostaal AG

Countertrade, englisch

Oil & Gas, englisch

Power Solutions, englisch

Pulp and Paper, englisch

Das Kundenmagazin der MAN Ferrostaal AG

erscheint halbjährlich.

Bitte nehmen Sie mich in Ihren Verteiler auf und senden Sie

mir kostenfrei weitere Ausgaben bis auf Widerruf zu.


INTERNATIONALE MESSEN:

> POWER GEN MIDDLE EAST, BAHRAIN, MANAMAR

22.01.–24.01.

> UPAKOVKA, RUSSLAND, MOSKAU

30.01.–02.02.

> IREE-RAILWAY EQUIPMENT, INDIEN, NEU-DELHI

13.02.–16.02.

> IDEX, VAE, ABU DHABI

18.02.–22.02.

> TECHTEXTIL ROSSIJA, RUSSLAND, MOSKAU

27.02.–01.03.

> PRINT EXPO, SÜDAFRIKA, JOHANNESBURG

13.03.–16.03.

> PRESCA SUR 2007, CHILE, CONCEPTION

21.03.–24.03.

> 10TH CHINA INTERNATIONAL MACHINE TOOL SHOW, CHINA, PEKING

09.04.–15.04.

> LAAD – LATIN AMERICA AERO & DEFENSE,

BRASILIEN, RIO DE JANEIRO

17.04.–20.04.

> PACK PRINT INTERNATIONAL, THAILAND, BANGKOK

26.04.–29.04.

> EXPO GRAFICA, MEXIKO, MEXIKO-STADT

04.05.–07.05.

> PRINTPACK BRASILPLAST, BRASILIEN, SÃO PAULO

07.05.–11.05.

> IMDEX ASIA, SINGAPUR

15.05.–18.05.

> FEIMAFE, BRASILIEN, SÃO PAULO

21.05.–26.05.

> UDT EUROPE, ITALIEN, NEAPEL

05.06.–07.06.

> POWER GEN EUROPE, SPANIEN, MADRID

26.06.–28.06.

IMPRESSUM

Herausgeber:

MAN Ferrostaal AG

Hohenzollernstraße 24

45128 Essen/Deutschland

Mitglied im

DAS ECHO 2/2006 63

Verantwortlich für den Inhalt:

Daniel Reinhardt

Redaktion:

Angela Kanders (Leitung)

Clemens Pawlak, Anna Fontaine

Weitere Autoren dieser Ausgabe:

Hans-Joachim Andres

Dieter Baetzel

Ulrich Bange

Mario Barcelos

Rolf Bernhard

Holger Boy

Thomas Buschmann

Ricardo Camargo

Rainer Döllefeld

Klaus Eusterwiemann

Roberto Hahn

Fernando Kochems

Sylwia Krawczynska

Bernd Kunze

Irena Kusnierz

Wolfgang Marschewski

Hinnerk Pflüger

Dietmar Pracht

Carmen Sack

Gabriele Schaumburg

Sandra Scheidemann

Heinz Scholbrock

Manfred Schreier

Georg Schwinning

Jörg Sommer

Franz-Josef Zieroff

Jaime Zubillaga

Bildnachweis:

Karsten De Riese

Dirk A. Friedrich

Bernd Hoff

Lothar Reichel

Catrin Moritz

Manfred Erich

Rainer Döllefeld

Corbis: Seite 54 und 56

Getty Images: Seite 26 und 27

Gestaltung und Realisation:

Werbeagentur adtention, Essen

Druckerei:

Woeste Druck, Essen

Gedruckt mit einer MAN Roland-

Vierfarben-Bogenoffsetmaschine

auf Galaxi Supermat der Papier Union.

Das Papier ist chlorfrei gebleicht.

Erscheinungsweise:

halbjährlich


Turning Ideas into Reality

Mit über 5 000 durchfinanzierten Projekten gehört MAN Ferrostaal zu den international

führenden Industriedienstleistern. Als Generalunternehmer planen und bauen wir schlüsselfertige

Industrieanlagen – weltweit.

MAN Ferrostaal AG – Ein Unternehmen der MAN Gruppe

Hohenzollernstraße 24 · 45128 Essen/Deutschland

Telefon: +49.201.818-01· Fax: +49.201.818-28 22

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