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Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz auf archäologischen Ausgrabungen

Weitere Informationen zu Anforderungen an Sicherheitsschuhe sowie

Checklisten zur Beschaffenheit der Sicherheitsschuhe, die bei der

Einholung von Vergleichsangeboten verschiedener Hersteller oder

Lieferanten hilfreich sein können, finden Sie in der GUV-Regel Benutzung

von Fuß- und Knieschutz (GUV-R 191).

5.2 Kopfschutz

Bestehen bei Grabungen Gefährdungen für den Kopf (z. B. im

Schwenkbereich von Baggern, in bzw. an Gebäuden, in Höhlen,

in Brunnen und im Sohlenbereich von Tiefschnitten) – etwa

durch herabfallende Gegenstände, Anstoßen des Kopfes sowie

pendelnde, umfallende oder wegfliegende Gegenstände – ist

den Beschäftigten vom Unternehmer ein geeigneter Kopfschutz

zur Verfügung zu stellen und von den Beschäftigten zu tragen.

Für Grabungen geeignet sind Industrieschutzhelme nach DIN

EN 397, welche ihre Schutzfunktionen z. B. durch Stoßdämpfung,

Durchdringungsfestigkeit und Gewährleistung des Sitzes

erfüllen. Ein fester Sitz am Kopf kann nicht nur durch eine

verstellbare Innenausstattung gewährleistet werden, sondern, je

nach auszuführender Arbeit, auch durch zusätzliche Benutzung

eines Kinnriemens.

5.3 Handschutz

Bestehen bei Grabungen mechanische Gefährdungen für die

Hände (z. B. durch Schnitt, Stich, Scheuern) oder chemische

bzw. biologische Gefährdungen (z. B. durch den Einsatz von

Gefahrstoffen oder den Kontakt mit Schimmelpilzen, Bakterien

oder Viren), sind vom Unternehmer geeignete Schutzhandschuhe

in passender Größe zur Verfügung zu stellen und von

den Beschäftigten zu tragen. Festlegungen für Schutzhandschuhe

gegen mechanische Risiken sind in DIN EN 388 und für

Schutzhandschuhe gegen Chemikalien und Mikroorganismen in

DIN EN 374 beschrieben.

Bei der Auswahl von Schutzhandschuhen sind die Forderungen

nach bestmöglichem Schutz einerseits und nach Tragekomfort,

Tastgefühl und Greifvermögen andererseits abzuwägen. Es ist

darauf zu achten, dass die richtige Schutzhandschuhgröße

bereitgestellt wird und die Nähte so ausgebildet sind, dass sie

nicht drücken und nicht an Belastungsstellen liegen.

Schutzhandschuhe sind vor jeder Benutzung auf Beschädigungen

(z. B. Risse, Löcher) zu prüfen. Ist die Schutzwirkung

beeinträchtigt, sind sie zu ersetzen.

Bei Chemikalienschutzhandschuhen ist auf die Beständigkeit

des Handschuhmaterials gegenüber dem Gefahrstoff und auf

die Durchbruchzeit zu achten. Verunreinigte Schutzhandschuhe,

von denen eine Gefahr ausgehen kann, sind sachgerecht zu

entsorgen.

1 Textiltrageband

2 Aufhänger

3 Schweißband

4 Befestigung Kinnriemen

5 Kopfgrößeneinstellung

6 zusätzliche Polsterung

Weitere Informationen zu Anforderungen und zur Beschaffenheit von

Schutzhandschuhen sowie eine Checkliste für die Auswahl finden Sie

in der GUV-Regel Benutzung von Schutzhandschuhen (GUV-R 195).

Spezielle Hinweise zur Auswahl, Beständigkeit und Benutzung von

Chemikalienschutzhandschuhen sind in der GUV-Information Chemikalienschutzhandschuhe

(GUV-I 868) zusammengefasst.

Abbildung 10: Industrieschutzhelm nach DIN EN 397

Nach einer starken Beaufschlagung und bei sichtbaren Schäden

dürfen Industrieschutzhelme nicht mehr weiter verwendet werden.

Die durch Materialalterung hervorgerufene maximale Gebrauchsdauer

der Helme ist der Informationsbroschüre des Helmherstellers

zu entnehmen. Die Haltbarkeitsdauer der Helme hängt insbesondere

von den verwendeten Materialien sowie von Witterungseinflüssen,

UV-Bestrahlung und Luftverunreinigungen ab.

Weitere Informationen zur Auswahl und zum Zubehör von Industrieschutzhelmen

sowie Hinweise zur Ermittlung der Gebrauchsdauer

finden Sie in der GUV-Regel Benutzung von Kopfschutz (GUV-R 193).

5.4 Knieschutz

Knieschutz ist bei Arbeiten erforderlich, die überwiegend in

kniender Haltung ausgeführt werden. Er trägt bei zum Schutz der

Schleimbeutel, der Menisken, vor Stellungskräften, die auf die

Kniescheibe einwirken, und vor oberflächlichen Verletzungen

der Haut bei.

Knieschutzpolster nach DIN EN 14404 müssen die Kniescheibe

und den Schienbeinhöcker ausreichend bedecken, um die Belastung

auf das Knie möglichst gleichmäßig zu verteilen. Wenn die

Knieschutzpolster durch eine Befestigung am Knie fixiert werden,

ist darauf zu achten, dass die Befestigung nicht den venösen

Rückfluss des Blutes behindert oder auf das Wadenbeinköpfchen

und in die Kniekehlen drückt. Weiterhin ist darauf zu achten, dass

der Knieschutz kein Wasser aufnehmen kann.

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