GRENZEN

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GRENZEN

Grenzen – TEILEN, ÜBERSCHREITEN, ERRICHTEN

Das Nachwuchsforum 2014 soll sich mit der Problematik von Grenzen beschäftigen. Eine Grenze ist

vorerst nur der Rand eines definierten Raumes. Die Räume können allerdings auch unscharf sein, wie zum

Beispiel Landschaften, Kulturgrenzen und Verbreitungsgebiete. Als Grenzen sind dabei nicht nur die

topographischen und staatlichen Begrenzungen gemeint, sondern auch soziale, religiöse oder moralische

Grenzen. Beispiele für derartige nicht-geographische Räume sind die üblichen Verhaltensweisen oder die

Intimsphäre. Auch der Allgemeinen Handlungsfreiheit sind durch Gesetze Grenzen gesetzt. Die Forschung

unterscheidet dabei die Begriffe borders, also Territorialgrenzen, und boundaries, also symbolische

Grenzen. Grenzen sind dementsprechend nicht nur physische, sichtbare Objekte, sondern auch Konstrukte

der menschlichen Phantasie. Dabei scheinen Mitglieder einer Gemeinschaft innerhalb derselben

Kulturgrenze zu leben. Als Beispiele für gedachte Grenzen können zum Beispiel innen/außen, eigen/fremd,

Mensch/Nicht-Mensch, Wissen/Nicht-Wissen oder vieles mehr benannt werden.

Im gemeinsamen Gespräch sollen solche Grenzpunkte gefunden und diskutiert werden. Das Thema ordnet

sich in die aktuelle theoretische Diskussion über Grenzen und Transfergeschichte ein. Es könnten Prozesse

der Grenzziehungen und der Entgrenzung untersucht werden. Weiterhin müssen Wechselwirkungen

zwischen territorialen und symbolischen Grenzen hinterfragt werden. Ferner kann das Thema innerhalb der

Alltagsgeschichte verortet werden, da sich Kulturgrenzen auch in Form der Sprache, der Nahrung oder der

Agrarwirtschaft wiederspiegeln.

Außerdem soll der Umgang mit Grenzgängern sowie die prozessualen Aspekte der Konstruktion von

Grenzen und ihre Effekte (Ausgrenzung, Mobilität, Integration) thematisiert werden: Was passiert mit

Personen, die eine Grenzen überschreiten? Wie hat man sich Grenzen in der Antike vorzustellen

(Archäologie)? Von welchen Grenzen berichten die Schriftsteller (Philologie)?

Die Trias „TEILEN, ÜBERSCHREITEN, ERRICHTEN“ versinnbildlicht die Grenzenlosigkeit des

Themas, in deren Vordergrund die Interdisziplinarität steht.

Beiträge können auf Deutsch oder Englisch eingereicht werden. Die Vortragsdauer beträgt 45 Minuten.

Bitte senden Sie Ihr Abstract (maximal 4000 Zeichen) zusammen mit einem kurzen Lebenslauf mit

Angaben zu Ihren aktuellen Forschungsschwerpunkten bis zum 30.09.2013 an Anna Christina Neff oder

Antje Kuhle (annachristina.neff@stud.uni-goettingen.de oder antje.kuhle@stud.uni-goettingen.de). Im

Falle einer Zusage werden die Abstracts zusammen mit Quellenhandreichungen den Teilnehmenden in

Form eines Readers zur Verfügung gestellt. Die Rückmeldung erfolgt bis zum 31.10.2013.

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