St. Etienne 2011-2012 - Universität Koblenz · Landau

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St. Etienne 2011-2012 - Universität Koblenz · Landau

Erasmus-Aufenthalt Université St. Etienne 2011-2012

Individueller Erfahrungsbericht

1. Vorbereitung

Im Verlauf meines Studiums beschloss ich ein Auslandssemester zu machen. Ich informierte

mich auf der Internet-Seite der Universität Koblenz-Landau über Partnerhochschulen

meiner Fachrichtung in Frankreich, da für mich klar war, dass ich mein Auslandssemester in

Frankreich verbringen wollte. Da Saint-Etienne die einzige Partnerhochschule für Pädagogik

ist entschied ich mich für Saint-Etienne. Die Bewerbung verlief einfach, da ich mich lediglich

knapp ein Jahr vor meinem Auslandsaufenthalt beim Akademischen Auslandsamt bewerben

musste, die Zusage kam einige Wochen danach. Die Entscheidung welche Kurse ich in

Frankreich besuchen sollte, fiel dagegen um einiges schwieriger aus. Ich brauchte einige Zeit

um mich auf der Internetseite der Gasthochschule zurechtzufinden und schließlich die

passenden Vorlesungen zu finden. Ich besprach diese mit meinem Erasmuskoordinator, der

mir auch zusicherte, dass mir einige dieser Veranstaltungen in Deutschland anerkannt

werden könnten. Als ich schließlich in Frankreich war, stellte ich jedoch fest, dass ich einige

dieser Veranstaltungen nicht besuchen konnte, da ich als Erasmusstudentin keine Praktika

machen durfte und die Veranstaltungen zum Teil auch schon im vorigen Semester

begonnen hatten und ein späterer Einstieg nicht möglich war. Das endgültige Learning-

Agreement konnte ich also erst vor Ort machen.

2. Unterkunft

Die Wohnungssuche gestaltete sich zu Beginn schwierig, da mir die Gasthochschule erst

einige Wochen vor meiner Ankunft in Frankreich mitteilte, dass für mich ein Zimmer in

einem Wohnheim reserviert wurde. Zuvor wurde mir gesagt ich solle mir selber ein Zimmer

suchen, was von Deutschland aus schwierig war.

Mein Zimmer befand sich in einem Wohnheim ca. 10 min. von der Universität entfernt. Das

Zimmer war nur 9m^2 groß, Badezimmer mit eingeschlossen. Gemeinschaftsküchen

befanden sich auf den Fluren. Das Zimmer kostete 234 Euro plus 6 Euro Internet im Monat,

was im Vergleich zu den anderen Wohnheimen sehr günstig war.

Die 9 m^2 reichten auch vollkommen aus, auf kleinem Platz war alles untergebracht was

man brauchte und besonders viel Zeit verbrachte man sowieso nicht im Zimmer, außerdem

konnte man sich immer in den Gemeinschaftsküchen treffen.

3. Themen der Kurse die besucht wurden

Neben meinem Sprachkurs in Französisch, der für alle ausländischen Studenten umsonst

angeboten wurde, besuchte ich Kurse im Studiengang „science de l´education“. Dazu

gehörten die Kurse « psychologie d´adolescence », « éducation populaire », « éducation et

changement social », « valeurs de l´éducation », « didactique mathématique » und

« anglais ». In « éducation populaire » ging es um die außerschulische Jugendbildung in


Frankreich, bei « éducation et changement social » wurde über die Probleme des

französischen Schulsystems, wie der „echec scolaire“ also Schulabbruch diskutiert.

4. Formen der Leistungsüberprüfung

Im Kurs „valeurs de l´education“ wurden Themen wie Autorität und religiöse Neutralität in

der Schule besprochen. In den Kursen „psychologie“, „valeurs de l´éducation“, „didactique“

und „anglais“ legte ich schriftliche Prüfungen ab, in den anderen beiden konnte ich ein Essay

schreiben, da die schriftliche Prüfung die die Franzosen ablegten für uns zu schwierig

gewesen wäre. Generell waren die Dozenten sehr nett und bemüht den ausländischen

Studenten zu helfen und ihnen entgegenzukommen. Generell waren die Klausuren nicht

allzu schwer, Englisch zum Beispiel konnte selbst ich, die seit der Schulzeit kein Englisch

mehr hatte, ohne zu Lernen einfach bestehen, was aber wohl eher am geringen Niveau der

Franzosen in Englisch liegt. Für alle Vorlesungen gab es jeweils 3 ECTS, für den Französisch

Sprachkurs sogar 6.

5. Für den Auslandsaufenthalt nützliche Webseiten

http://portail.univ-st-etienne.fr/bienvenue/presentation/ Vorstellung der Universität

http://portail.univ-st-etienne.fr/bienvenue/formations/licence-sciences-humaines-et-

sociales-domaine-sciences-humaines-et-sociales-mention-sciences-de-l-education-

126980.kjsp?RH=INSCDOM Vorstellung des Studiengangs science de l´education

http://www.facebook.com/sava.saintevilledaccueil --> Organisation von französischen

Studenten die Partys und andere Veranstaltungen für ausländische Studenten organisieren.

Bei Facebook Freunde-Anfrage versenden, man wird anschließend wöchentlich zu Partys

eingeladen. Wenn man Fragen hat einfach SAVA schreiben, sehr nette Leute die einem

gerne helfen!

6. Unterschiede zum Studiensystem in Deutschland; persönliches Fazit

Generell ist das Studiensystem in Frankreich um einiges autoritärer. In den Vorlesungen sitzt

der Dozent vorne und erzählt 2 Stunden lang über sein Fachgebiet, meistens ohne eine

zusätzliche visuelle Präsentation mit Powerpoint oder anderem. Wenn man Glück hat gibt

es nach einer Stunde 5 Minuten Pause. Manche Dozenten lagen aber auch Wert darauf,

dass während Ihren Veranstaltungen diskutiert wird. Selbständig arbeiten konnte ich nur im

Kurs „didactique mathematique“. Dies kann aber auch an meinem Studiengang liegen, in

anderen Studiengängen ist es wohl auch anders.

Für mich persönlich hat sich der Auslandaufenthalt auf jeden Fall gelohnt und ich kann nur

jedem empfehlen der die Möglichkeit hat auch ein Auslandsemester zu machen. Die

Erfahrungen während meines Aufenthalts haben mich persönlich, fachlich und sprachlich

weitergebracht und meinen Horizont erweitert.

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