Schimmelpilzbildung in Wohnräumen - Unics.uni-hannover.de

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FB Architektur - Institut für Entwerfen und Konstruieren

Abt. Baustoffkunde und Bauphysik

Abt. Technischer Ausbau und Ressourcensparendes Bauen

Schimmelpilzbildung in Wohnräumen

Schimmelpilze in Wohnräumen sind ein Indikator für

zu hohe Luft- oder Materialfeuchte.

Als Ursache kommen daher in Betracht:

• Falsches Nutzerverhalten

(zu wenig Heizung, zu wenig Lüftung)

• Mangelhafte Wärmedämmung der

Außenbauteile, Baufehler (Wärmebrücken)


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Schimmelpilzbildung in Wohnräumen

• Schimmelpilze benötigen Wasser als

Lebensgrundlage

• bei (zu) hoher Raumluftfeuchte kann

an Orten mit niedriger Oberflächentemperatur

Tauwasser auftreten z.B.

• an Außenoberflächen,

in Raumecken,

• an Fensterscheiben,

• hinter Möbeln

Merke: Tauwasser tritt umso eher auf, je kälter die

Bauteiloberfläche und/oder je feuchter die Raumluft

ist. Oberflächentmperaturen sollten > 12,5 °C sein.


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Schimmelpilzbildung in Wohnräumen

In Außenecken, weil hier immer eine geometrische

Wärmebrücke vorliegt


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Ecktemperaturen bei verschiedenen Außenwänden


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Schimmelpilzbildung in Wohnräumen

Wenn Möbel - hier ein Sofa – zu dicht an der

Außenwand stehen, so dass die Luftzirkulation

behindert ist. Durch die stehende Luft sinkt die

Temperatur an der Oberfläche.


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Schimmelpilzbildung in Wohnräumen

Innenecke mit Schrank, Luftbewegung behindert


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Schimmelpilzbildung in Wohnräumen

In Fenster-/Türleibungen, wenn eine Wärmebrücke

vorliegt, d.h. eine thermische Trennung zwischen

Mauerwerk und Rahmen fehlt oder wenn Vorhänge

die Luftzirkulation behindern.


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Rolladenkästen sind häufig schlecht gedämmt und

manchmal auch noch undicht.


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Eine Giebelwand ohne Kopfdämmung ist eine klassische

Wärmebrücke. Gefahr von Tauwasserbildung !


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Oberflächentemperaturen an durchlaufenden

Deckenplatten aus Stahlbeton (Balkone).


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Schimmelpilzbildung in Wohnräumen

Raumseitige Unterseite einer nach außen

durchlaufenden Stahlbetondeckenplatte

(Balkon)


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Schimmelpilzbildung in Wohnräumen

Tauwasserbildung kann vermieden werden

durch:

• ausreichendes Lüften (Abfuhr von Feuchte)

freie Fensterlüftung (Stoßlüftung)

kontrollierte Lüftung (Lüftungsanlage)

• baulichen Wärmeschutz

gut gedämmte Außenbauteile

Vermeidung von Wärmebrücken


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Wärmebrückenminimierte Ecksituation durch Dämmelement

im Wandfußpunkt. Hohe Oberflächentemperatur,

keine Tauwasserbildung !


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Wärmebrückenminimierte Ecksituation durch außen

lückenlos angeordnete Dämmung. Hohe Oberflächentemperatur,

keine Tauwasserbildung !


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Tauwasserbildung kann vermieden werden

durch:

• ausreichendes Lüften (Abfuhr von Feuchte)

freie Fensterlüftung (Stoßlüftung)

kontrollierte Lüftung (Lüftungsanlage)

• baulichen Wärmeschutz

gut gedämmte Außenbauteile

Vermeidung von Wärmebrücken


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Schimmelpilzbildung in Wohnräumen

Wie kommt das Wasser in die Raumluft?

Durch Kochen, Waschen, Duschen, Atmen,

Zimmerpflanzen etc. gelangt ständig Feuchtigkeit in die

Raumluft.

Richtwerte für 3-Personen-Haushalt:

1 Mensch 40 g/Std.

1 mittlere Zimmerpflanze 20 g/Std.

Kochen

600 g/Tag

4,5 kg trocknende Wäsche 2500 g/Tag

Insgesamt werden täglich 8 – 12 Liter produziert. Diese

Feuchtigkeit muss nach außen abtransportiert werden.


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Was heißt Lüften?

• Kalte Außenluft reinlassen

• Aufwärmen (durch Heizung)

dadurch trocknet die Luft

warme Luft kann mehr Feuchtigkeit

aufnehmen, als kalte.

• Aufgewärmte und feuchteangereicherte

Luft rauslassen

Merke: Lüften dient der Abfuhr von

Raumluftfeuchte,

es geht dabei aber auch Energie verloren.


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Wie lüftet man richtig?

Am besten durch Stoßlüftung, d.h.

wenige Minuten Fenster ganz öffnen (Durchzug).

Nach jeweils kurzer Aufwärmpause mehrmals

wiederholen

Durch lange offenstehende Fenster, auch bei

Kippstellung, erreicht man keine gesteigerte

Feuchteabfuhr, dafür entstehen aber hohe

Energieverluste).


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Schimmelpilzbildung in Wohnräumen

Die Aufnahmefähigkeit der Luft für Wasserdampf ist

temperaturabhängig.

Bei einer Temperatur von 20 °C beträgt der

Sättigungsgehalt ca. 17 g/m³,

bei 0 °C können nur ca. 5 g/m³ aufgenommen werden.

der Grad der aktuellen Sättigung wird durch die

relative Luftfeuchte ( ? ) angegeben.

50 % rel. Feuchte bedeutet, dass die Luft zur Hälfte

mit Wasser gesättigt ist. Bis zur Sättigung kann noch

einmal dieselbe Menge aufgenommen werden.

Die rel. Feuchte in Innenräumen sollte nicht über

längere Zeit oberhalb 50 % liegen.

Am besten Kontrolle durch Messen !


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Schimmelpilzbildung in Wohnräumen

Wie groß ist der Trocknungseffekt beim Lüften?

Außenluft bei Erwärmung auf 20 °C

-10 °C, 80 % r.F. 9 % r.F.

0 °C, 80 % r.F. 21 % r.F.

+10 °C, 80 % r.F. 42 % r.F.

Im Winter ist der Trocknungseffekt größer als in

der Übergangsjahreszeit, d.h. im Frühjahr und

Herbst muss mehr gelüftet werden als im

Winter!


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Schimmelpilzbildung in Wohnräumen

Woran erkennt man Schimmelpilze?

Schimmelpilze bilden einen grünen bis

blaugrünen oder auch schwärzlichen Belag, den

sogenannten „Schimmelrasen“ auf der

Oberfläche von Bauteilen, meist an kalten

und/oder feuchten Stellen.

Schimmelpilze wachsen oft auch an

unzugänglichen Stellen und damit „unsichtbar“

für den Nutzer. Sie verraten sich dann meist

durch einen intensiven, typischen Modergeruch.


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Schimmelpilzbildung in Wohnräumen

Schwärzepilz auf einem Holzbrett (unterschiedliche

Vergrößerung)


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Weitere Informationen

Homepage der Abteilungen:

www.unics

unics.uni-hannover.de/

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