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Vernetzung der Anamnesegruppen

Vernetzung der Anamnesegruppen:

Das Angebot der Deutschen Balint-Gesellschaft

Von Clemens Hofinger, Würzburg

Seit einiger Zeit bestehen für Anamnesegruppen

verschiedene Unterstützungsangebote

der Deutschen Balint-

Gesellschaft. Da viele wahrscheinlich

noch nicht so recht wissen, was sie

damit anfangen sollen, möchte ich hier

einen kurzen Überblick geben.

Die Balint-Gesellschaft ist sozusagen

der Dachverband der Balint-Gruppen,

die mittlerweile überall in Deutschland

arbeiten. Zielsetzung dieser Gruppen

ist es, im kollegialen Gespräch die Beziehung

eines teilnehmenden Arztes

zu einem seiner Patienten zu beleuchten.

Darin stehen Balint-Gruppen

den Anamnesegruppen recht nahe;

der wesentliche Unterschied liegt darin,

daß die übrigen Teilnehmer den

Patienten nicht "live" erleben, sondern

nur durch die Schilderung des vorstellenden

Arztes. Assoziationen,

Rollenspiel, Identifikation, Phantasie

sind daher als Arbeitstechniken ebenso

wichtig wie das genaue Zuhören

und Zusehen. (Mehr darüber, einschließlich

Literaturliste, unter

http://www.rauchzeichen.de/haltenhof)

Auf einer Studientagung, die im Herbst

1995 in Würzburg stattfand, hatte ich

gemeinsam mit anderen Anamnes'lern

die Möglichkeit, die Arbeit der Balint-

Gruppen hautnah kennenzulernen. Wir

alle erhielten dabei wichtige Anstöße;

ich konnte sogar einen Fall aus meiner

Gruppe vorstellen, was für mich sehr

hilfreich war. Die Organisatoren der

Tagung wiederum waren sehr interessiert

an den Erfahrungen aus den

Anamnesegruppen und suchten mit

uns nach Wegen, unsere Arbeit zu

unterstützen. Natürlich mag das Ziel,

mehr Studenten für die Balint-Gruppen

zu interessieren, dabei eine Rolle gespielt

haben. Dennoch waren wir erstaunt

von der Offenheit und Bereitschaft,

mit der uns die Verantwortlichen

entgegenkamen.

Folgendes wurde konkret vereinbart:

• Das Sekretariat der Balint-

Gesellschaft kann von den Anamnesegruppen

als zentrale Adreßverwaltung

und Postverteilerstelle

genützt werden. Rundbriefe aller

Art müssen also nur noch in einfacher

Ausführung an die untenstehende

Adresse gesandt werden

und werden von dort aus in Umlauf

gebracht - freilich manchmal unter

Beigabe der ein oder anderen

"Werbeblättchen". Neben der Senkung

von Zeit- und Kostenaufwand

schien uns vor allem vorteilhaft,

daß die Adreßkartei über Jahre

hinweg an einer allen bekannten

Stelle geführt werden kann - vorausgesetzt,

daß aus allen Städten

die korrekten Anschriften dorthin

gemeldet werden.

• Die Balint-Geseüschaft hilft bei der

Suche nach "Fachkräften" vor Ort,

wenn solche gebraucht werden - z.

B. für die Supervision oder zur Mitwirkung

beim Tutoren-Training oder

Maitreffen. Falls ein "Honorar" fällig

wird, kann evtl. ein Zuschuß gewährt

werden (Anfragen sind

ebenfalls an das Sekretariat zu

richten).

• Einmal im Jahr - so planten wir

damals - könnte ein Fortbildungsseminar

speziell für Tutoren stattfinden,

in dem z. B. neue Arbeitsmethoden

erlernt werden oder Problemfälle

in anderem Rahmen

nachbesprochen werden können.

Gedacht war, daß eben gerade

auch die Tutoren einmal etwas "für

sich tun" könnten, neuen Schwung

tanken - und v. a. mit Tutoren anderer

Städte in Kontakt kommen.

Der Referent für das gewählte

Thema könnte vorn der Balint-

Gesellschaft gestellt, die Organisation

z. T. übernommen werden.

Leider war der erste Anlauf zu diesem

Wochenende ein Fehischlag - zunächst

mangels Anmeldungen, dann

mangels Referent, dann wegen der zu

engen zeitlichen Nähe zum Maitreffen.

Trotzdem wäre es schade, wenn der

Gedanke ganz verloren geht. Vielleicht

findet ja jemand Lust und Zeit, gemeinsam

mit den Balint-Leuten so etwas

auf die Beine zu steilen - Kontakt

auch hier: Sekretariat.

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