POM 15

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POM 15

POVttS

4) Interviewer bzw. Gruppe versus Tutoren:

Protest gegen die scheinbare Verweigerung der Tutoren, ihr „Wissen und Können"

zur Verfügung zu stellen. Die Tutoren halten sich angeblich zu sehr zurück

und bringen nicht genug bei.

5) Interviewer und/oder Gruppe versus Krankheit:

Als Buhmann wird etwas Abstrakteres herangenommen, so daß man niemandem

direkt weh tun muß, aber die Anspannung/Erregung/Betroffenheit ein Ventil

findet. Das ist nicht unbedingt verkehrt, manchmal sogar recht interessant -

auch als Anstoß durch die Tutoren („warum sind manche Krankheiten so brutal").

6) Patient versus Krankheit:

Ist im Grunde ja völlig normal, dennoch glücklich, wenn dies in der Anamnesegruppe

offensichtlich werden kann und damit auch zu diskutieren,

7) Patient versus Interviewer oder Gruppe:

Eher selten richtig offensiv, doch im Sinne einer Übertragung wertvoll und sehr

spannend, da eventuell ein anderer Konflikt darin geäußert wird (z.B. Verhältnis

zur Krankheit, Medizin, sozialem Umfeld usw.). Wenn Patient mit der Gruppe

ein Krankheitsquiz spielt, („Ihr werdet nicht darauf kommen, was ich spezielles

habe"), dann sorgt das auch für Zündstoff.

8) Tutoren versus Interviewer oder Gruppe:

Sollte nach Möglichkeit natürlich nicht unkontrolliert geschehen, ebenso:

9) Tutoren versus Patient oder Krankheit

(falls es passiert, dann ist hoffentlich der Co-Tutor noch bei der Sache!)

„Cracks" u.a.), offensichtliche Themen werden totgeschwiegen und zensiert,

Eindrücke und Kommentare zurückgehalten (aus Ehrgeiz den anderen nicht

gegönnt usw.) und vieles mehr. Die Frage taucht in der Gruppe auf, ob es sich

überhaupt lohne weiterzumachen...

Auf welche Arten nun kann sich die Anspannung oder der Ärger äußern, was sind

Kennzeichen davon, und welche Techniken werden in der Gruppe oft angewandt?

Einige Beispiele:

a) Unpünktlich kommen; unentschuldigt fernbleiben; andere Unzuverlässigkeiten

(z.B. beim Protokoll schreiben, Patienten besorgen usw.);

b) Teilnehmende nicht aussprechen lassen; fachliche Dinge „abfragen" (ein beliebtes

und wirkungsvolles Spiel!) oder auf andere Art bloßstellen; große Forderungen

direkt an Tutoren richten und Beschwerden äußern, wenn diese nicht direkt

erfüllt werden; Tutoren „erpressen"; falsche Schuldzuweisungen gestalten;

Kritik am Rahmen der Veranstaltung („Blitz" ist doof, Anamnesegruppe dauert

viel zu lange usw.).

c) Andererseits aber auch: unmotiviertes „Lob" (z.B. „tolles Gespräch,'alles gut")

und damit Oberflächlichkeit und Ersticken von konstruktiver Kritik, absichtliches

Schweigen.

Zu bemerken ist, daß es also mindestens zwei Ausdrucksformen gibt: direkte, offene

Kritik {bei b), oder aber passiven Widerstand und Verweigerung (siehe bei a:

dem Rahmen; siehe bei c: dem Inhalt).

10) Gruppe versus Gruppe:

Einzelne, „nervende" Gruppenmitglieder werden angemacht, Schüchterne werden

übergangen, manche reißen dominant die Macht _ an sich (Vielredner,

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