POM 15

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POM 15

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LEISTUNGSFÄHIGKEIT

Die Leistungsfähigkeit wird mit dem Karnofsky-lndex, ein Prozentmaß für die Mobilität

und Arbeitsfähigkeit eines Patienten, bestimmt. Je bettlägrigenein Patient zum

Beispiel im Verlauf seiner Krankheit wird, desto häufiger neigt er auch zu Depression.

Die Korrelation des Karnofsky-lndex zu Depression ist besonders deutlich.

VORAUSGEHENDE DEPRESSIONEN

Ein Beispiel dafür ist die Beobachtung, daß Patienten, die früher einmal an Depressionen

litten und vermutlich schon erschöpfte Coping-Möglichkeiten haben, bei einer

Krebserkrankung eher wieder eine Depression bekommen.

SCHMERZ

Bei chronischen Schmerzen stellt sich oft ein circulus vitiosus ein. Dieser besteht

darin, daß. Schmerz zu erheblich größerer Prävalenz von Depressionen führt, die

Depression die Schmerztoleranz herunter setzt und für weitere Schmerzen sorgt,

Schmerz ist aus diesem Gründe auch ein Grund, der den Patient in den Suizid

führt.

TUMOR TYP

Bei Tumorpatienten findet man eine höhere Inzidenz von Depressionen. Tumorindizierte

Hyperkalzämie und Hypercortisolismus zeigen hohe Prävalenz für Depressionen.

Auch weitere noch nicht biochemisch nachvollziehbare durch Tumore produzierte

und endokrin abgegebene Substanzen, die das ZNS betreffen, wie Endorphine

und Enkcephaline, stehen im Verdacht Einfluß auf Depressionen auszuüben,

HIRNTUMOR

Psychiatrische Veränderungen durch Hirntumoren sind bekannt aber noch nicht

verstanden. So geht einer Hirnmetastase eine Depression oft zeitlich voraus. Intrakraniale

Druckveränderungen infolge eines Tumors sorgen wiederum für eine erhöhte

Prävalenz, ist aber mit der vorher beschriebenen Beobachtung bis jetzt noch

nicht in Zusammenhang zu bringen oder zu verstehen.

KACHEXIE

Kachexie (Ausgezehrtheit) ist oft Folge im Endstadium eines Krebses und führt

ebenfalls zu einer Erhöhung der Depressionsprävalenz bei diesen Patienten. Auch

hier stellt sich die Frage, ob es nicht eine Reihe rein körperlicher Substanzen sind,

die diese verursachen.

THERAPIE

Patienten mit invasiver Chemo- und Radiotherapie oder Patiente mit operativen

Verstümmelungen haben ebenso eine erhöhte Prävalenz für Depression.

VERSTÜMMELUNG IM GESICHTSBEREICH

Diese Folge der Therapie ist hier gesondert aufgeführt, da sie durch die teils gravierenden

Einschnitte in der Persönlichkeitswahrnehmung des Patienten eine besonders

hohe Zahl der Depressionen nach sich zieht.

ARZNEIMITTEL

Einflüsse der Arzneimittel auf die Psyche sind sehr vielschichtig. Von depressionsfördernden

Anteilen einer Medikarnenteneinsteflung bis hin zu noch nicht geahnten

Auswirkungen von Kombinationen herkömmlicher Medikamente in Zusammenhang

mit Krebs und Depression. So weiß man von einer erhöhten Depressionsrate bei

Patienten mit kombinierter Behandlung von dem Glukokortikoid Medroxyprogesteronacetat

und dem Aromatasehemmer Aminogluthetimid. Auch Vincaalkaloide, wie

Vincristin und Vinblastin, schwache MAO-Inhibitoren, wie Decarbazin und Procarbazin,

Alpha- und Gamma-lnterferone und das Enzym L-Asparaginase haben die

Fähigkeit die Depressionshäufigkeit zu erhöhen.

Zusammenfassung

Depression und Krebs hat viele Schnittstellen, von denen wenige schon genauer

untersucht sind. Gerade im Zusammenspiel von Afferenzen und Efferenzen des

Lymphatischen Systems könnte der Einfluß der Depression eine wichtige Rode

auch in der Krebstherapie bekommen. Wenn Depressionen das LPS negativ be-

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