POM 15

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Tutorenaufgaben

ten in den Weg zu stellen, die gerne eine Gruppe übernehmen möchten. Überdies

weist ein Erfahrungsbericht der Grazer (s. ROM 1996) auf die Problematik hin, daß

atiein das Erfüllen von Kriterien nicht den/die „gute(n) Tutor(in)" ausmacht was darauf

hindeutet , daß es scheinbar schwer festzulegen ist, was denn die/den geeigneten

Tutor(in) ausmacht. Wir einigten uns schließlich darauf, daß Tutorenarbeit

nach einsemestriger Teilnahme an einer Gruppe, bei empfohlener Teilnahme am

Tutorentraining und Supervision möglich ist,

Handeln

Die Möglichkeiten, die das Anamnesegesprä'ch als Diskussionsgrundlage bietet

sind vielschichtig. Studierende-Patienten-Verhältnis, die Krankheit , die Formulierung

bestimmter Fragen im Anamnesegespräch

Egal welche Themen nun zur

Sprache kommen, es ist letztendlich immer eine Auswahl aus dem Angebot, das ein

Gespräch bietet, die sich bewußt oder auch nicht in Abhängigkeit von Patient,

Gruppe und Tutoren ergibt. Dabei stellt sich für die Tutoren die Frage, welche Möglichkeit

es gibt zu agieren. Was also sind die Aufgaben der Tutoren und welche

Schwierigkeiten bringen diese mit sich ? Während die organisatorischen Aufgaben

relativ klar aber auch beschränkt sind, kommt man bei der Frage, was denn inhaltlich

geleistet werden kann, auf einige Schwierigkeiten, die ansatzweise dargelegt

werden.

Zunächst stehen wir vor dem Problem, daß es wenige Vorbilder für unsere Tutorenarbeit

gibt. Kein Physiologietutor beispielsweise muß sich Gedanken über das

Erscheinen der Gruppe machen, auch ist die Rollenverteilung durch den zu vermittelnden

Wissensvorsprung klar, während es in der Anamnesegruppe, im Vergleich

zu einem Praktikumspiatz Herz-Kreislauf beispielsweise, schon schwierig scheint

Lernziele klar zu umreißen. Gerade weil es auch Anspruch der Anamnesegruppen

lung im Fach Medizin zu lösen ergeben sich für Anamnesegruppen besondere Situationen.

Auch oder gerade Anamnesegruppe kann nicht existieren ohne das Erscheinen von

genügend Teilnehmern oder das Engagement in der Gruppe. Es gibt nicht wenige

Beispiele wo dies zumindest zeitweise nicht vorhanden zu sein scheint und so stehen

wir schnell vor der Frage wie verbindliche Regeln geschaffen werden ohne

Gefahr zu laufen die Gruppe in einen starren Rahmen zu zwängen.

Gerade zu Beginn der Anamnesegruppe treffen häufig Menschen mit ganz unterschiedlichen

Erwartungen aufeinander. Dabei stellt z. B. die Tatsache, daß auf der

einen Seite die Eigeninitiative der Teilnehmer gefordert wird auf der anderen Seite

die Tutoren aber auch bestimmte Vorstellungen haben die bewußt oder unbewußt

vorgegeben werden bisweilen eine Belastung für die Gruppe dar .Dies sei an der

Blitz-Diskussion aufgezeigt, die häufig zu Beginn des Semesters auftaucht und einen

Punkt markiert an dem Tutoren plötzlich ganz unnachgiebig werden können

und von der vorher eventuell so betonten Möglichkeit Anamnesegruppe ganz offen

zu gestalten nicht mehr viel übrig zu sein scheint.

Auch die Tatsache das im Verlauf der Anamnesegespräche kein Lehrbuchkatalog

abgehakt wird, sondern die Diskussionen häufig eher neue Fragen aufwerfen und

schon gar nicht irgendwelche Patentrezepte für die verschiedenen Fragestellungen

entwickelt werden können sorgt, da ungewohnt, bisweilen für Unzufriedenheit, die

wenn möglich konstruktiv verarbeitet werden soll.

Ist dann schließlich die Diskussion im Gange kommt es nicht selten zum einstudierten

Muster, daß Tutoren nach ihren Meinungen oder Lösungsvorschlägen gefragt

werden. Dabei ist es sicherlich weder sinnig in eine Art laissez faire Prinzip zu

flüchten und darauf zu verweisen, daß die Tutorenmeinung keine Rolle spielt {,aber

gleichzeitig dann doch unbewußt versucht wird den Tenor der Gruppe zu lenken),

andererseits ist auch zu bedenken wie sich die eigene Wortmeldung auf den Diskussionsverlauf

auswirkt, zumal mit manchem Frage-Antwort-Spiel auch versucht

ist mit dem Konzept von peer-group-tearning und Inhalten die außerhalb des Lehrplans

stehen sich wenigstens ein Stück weit von der traditionellen Wissensvermittt

s

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