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Typisch Tutor...

5) et cetera

• Ist so jemand der „ideale" Patient? (was ist das eigentlich?!)

• Wie mag es dem Patienten jetzt gerade gehen, wieder zurück auf Station?

Denkt er noch über uns nach, oder hat er uns gleich vergessen?

• Wie mag sein Umfeld mit der Veränderung/Einschränkung des Patienten

umgehen? Was wurde schon alles unternommen, was wurde eventuell unterlassen

an Maßnahmen, die eine Arrangement mit der Krankheit erleichtern

könnten?

• Haben wir „alles" vom Patienten gesehen, oder nur die „Spitze des Eisberges"?

Woran kann das liegen? Ist es schlimm, wenn man von einem Patienten

nicht „alles" weiß?

• Sind Vergleiche zu den bisherigen Stunden möglich (Gemeinsamkeiten/Kontraste)?

• Was ist gerade das Thema? Steckt noch etwas anderes dahinter (z.B. starke

Emotion? Ärger, Enttäuschung, Unsicherheit, Scham, Rivalität, Trauer, Betroffenheit,

Ekel, Überraschung, Interesse, Flirt...)?

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Anthropologische Aspekte der Sorge und Fürsorge

Von Gerhard Ganzer, Berlin

Wenn wir uns mit dem Thema der Sorge und der Fürsorge beschäftigen, wird es

notwendig sein, etwas weiter auszuholen. Denn wenn wir verstehen wollen, was

das Wesen von Sorge und Fürsorge ausmacht, müssen wir zuerst klären, in welchen

Zusammenhängen des menschlichen Daseins diese Begriffe auftauchen und

welche Beziehungen des einzelnen Menschen zu sich selbst, zu seiner Umwelt und

zu seinen Mitmenschen damit gemeint sind. Dabei werden wir sehen, daß das

Thema der Sorge und der Fürsorge Fragen und Bereiche der Philosophie wie auch

der Anthropologie und der Tiefenpsychologie berührt.

Das Phänomen der Sorge und der Fürsorge - so wie wir es weiterhin behandeln -

gibt es nur bei uns Menschen. Wohl "sorgen" und kümmern sich auch Tiere, etwa

um ihren Nahrungsvorrat oder um ihre Behausung. Auch treffen wir bei Tieren eine

gewisse Form von Fürsorglichkeit an; man denke nur an die Aufzucht ihrer Brut.

Doch sowohl die Sorge wie auch die Fürsorge im Tierreich unterscheidet sich

grundlegend von dem, was bei uns Menschen damit gemeint werden kann. Es wird

daher notwendig sein, einige spezifische Eigenschaften von uns Menschen aufzuzählen,

um im Gegensatz zur Tierwelt zu verdeutlichen, was Sorge und Fürsorge

für den Horno sapiens bedeuten.

Ferner ist das Phänomen der Sorge und der Fürsorge angesiedelt zwischen dem

Einzelnen und seiner Mitwelt. Es scheint daher sinnvoll, neben einer Abgrenzung

des Menschen von den übrigen Tieren auch die möglichen Beziehungen von uns

Menschen zueinander und zu uns selbst genauer zu untersuchen. Dafür aber ist es

notwendig, eine kurze Beschreibung sowohl des Individuums wie auch seiner Relationen

zur Welt zu liefern. Bei der Beantwortung der Fragen, wie denn wir Menschen

im Gegensatz zu Tieren und unsere Beziehungen zur Welt und zum Kosmos

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