POM 15

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Gedanken zu einem Workshop Sexualanamnese

Schwarze, schließlich geht es um den Moment größtmöglicher Intimität, laut

Fremdwörterbuch also um ein vertrautes, intimes Verhältnis, eine vertrauliche Angelegenheit.

Diese Liste von Gründen läßt sich sicher fortsetzen und erweitern.

Bleibt die Frage nach der Notwendigkeit dieser Gespräche, vor allem für Anamnesegruppen,

wenn es sich doch um eine so vertrauliche, also private Angelegenheit

handelt. Es läßt sich nicht leugnen, daß das Thema Sexualanamnese nicht nur für

Gynäkologen, Urologen und Sexualtherapeuten eine Rolle spielt. Zahlreiche Statistiken

belegen daß das Bedürfnis über Sexualität zu sprechen, in Allgemeinarztpraxen

von Seiten der Patientinnen sehr groß ist, die Bereitschaft von ärztlicher Seite

jedoch um ein erschreckend vielfaches niedriger.

Aber sind Anamnesegruppen wirklich der geeignete Ort, oder welche Möglichkeiten

können sie bieten? Dürfen wir mit „echten Patientinnen" üben?

Da es sich in der Regel um einmalige Anamnesegruppentreffen handelt, ist es sicher

oft unangemessen, die Sexualanamnese einzubinden, trotzdem läßt sich

überlegen, wie man das Angebot machen kann und ob es möglich ist, mit einem /r

Patientin mehrmalige Treffen auszumachen.

Um diesem Problem beizukommen braucht es sicherlich mehr als einen Workshop,

dennoch:

Ideen für einen Workshop zur Sexualanamnese

2. Rollenspiele: mögliche Themen wären z.B. Verschreiben eines Medikaments mit

Impotenz als Nebenwirkung oder ein Kinderwunschpaar in der Sprechstunde etc.

Das macht allerdings nur Sinn wenn die Teilnehmerinnen bereit sind, sich wirk-

Ijch zu engagieren und sich dabei auch auf „Glatteisflächen" begeben wollen.

3. Fallbeispiele aus der Sexualberatung besprechen.

4. Es gibt viele interessante Statistiken und Interaktionstheorien zu dem Thema.

(Institute für Sexualmedizin)

Anhang

Inhalt und Gliederung einer Sexualanamnese

in Anlehnung an Buddeberg

Anfangsphase

• Klärung möglicher anderer oder zusätzlicher Beschwerden

• Orientierung über die Lebensmotivation (Beruf, Ehe- oder Partnerschaftsdauer,

Kinder, soziale Belastungen)

• Eröffnungsfrage: Wie sind Sie mit Ihrem Sexualleben zufrieden?

Der Patient soll hier die Möglichkeit haben, die sexuellen Schwierigkeiten mit seinen

Worten zu formulieren. Der Arzt erhält einen ersten Eindruck über Hemmungen und

Widerstände des Patienten.

!. Das Assoziationsspiel: Alle versuchen möglichst viele (eventuell zwei Gruppen im

Wettstreit) Synonyme für Wörter wie Beischlaf, Geschlechtsorgane, ... zu finden.

Ist auch ganz gut um die Hemmungen am Anfang zu lösen:

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