POM 15

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POM 15

„The Making Of..." oder Wie mache ich eine Anamnesegruppe?

• Tutoren machen keine Anamnese vor

• es geht nicht um (diagnostische) Leistung; deswegen auch kein Nachschlagen in

Büchern während der Gruppe

• Blitz erklären und evtl. ausprobieren {eventuellen Widerstand gelassen nehmen!)

• Protokoll erklären (Variationsmöglichkeiten z.B. Mitschrift, Gedächtnisprotokoll)

• Betonen: Verbindlichkeit, Pünktlichkeit, Schweigepflicht (gegenüber Patientin

und Gruppe)

• Abmeldungen und Absagen bitte frühzeitig und persönlich

• Gruppenregeln: - jeder spricht für sich selbst (nicht: „wir sollten", sondern:

„ich will!")

• Störungen haben Vorrang (z.B. Raumtemperatur, das eigene Befinden, der Diskussionsablauf,

der Umgang miteinander usw.)

• evtl. noch ein weiteres Namensspiel (zur Wiederholung)

• häufig zwischendrin Raum lassen für Fragen

« (typ. z.B.: wozu Blitz und Protokoll? Warum nur ein Interviewer? Warum so viel

Zeit?)

• Zettel mit Erwartungen und Befürchtungen an/vor Anamnesegruppe aufschreiben

lassen und gemischt (anonym) vorlesen lassen (die Tutoren machen dabei

mit). Kurze Diskussion darüber. Oft überwiegt zu Anfang die Nervosität und das

ungewohnte Setting der Anamnesegruppen - diese nicht allzu sehr beruhigen,

sondern nutzen für Spannung und Motivation.

• Zum ersten Mal die „drei Jobs" für den ersten Anamneseabend verteilen (Interview,

Protokoll, evtl. Patientin (mit-) besorgen - zunächst mit einem der Tutoren

zusammen; damit evtl. abwarten, bis ein paar Termine vorbei sind)

• Ort und Zeit für erste Anamnese ausmachen

• Telefonliste aufschreiben (oder schon austeilen)

> Inhalt Dauer des Kennenlernabends nicht übertreiben (günstig sind 1,5 Stunden

maximal), da vieles noch offen und relativ unverbindlich ist. Außerdem ist die

Nervosität (lauter fremde Leute! usw.) erst einmal abzubauen, die Infos und

„Fakten" folgen. Stabile Strukturvorgaben {pünktliches Beginnen und Beenden

von Treffen) erleichtert im allgemeinen die gemeinsame „Arbeit" (direkt von Anfang

an).

Patienten besorgen

PGW 15

• Möglichst zunächst über Stationärztin einen Vorschlag einholen, sonst über

Schwester/Pfleger

• denen das Projekt evtl. kurz erklären (ähnlich wie Aufklären Patient, s.u.)

• Kriterien: kann Patient laufen, sprechen, so lange sitzen usw.

• Komplikationen durch z.B. Untersuchungen, Besuche, Infusionen, Schmerzen.,.

• Wird Temperatur, Luft usw. im Anamneseraum ok sein

'

• Evtl. bereithalten Taschentücher, Glas Wasser

• Hat Patient bereits Erfahrungen mit Gruppen/Vorlesungen etc. Womöglich sogar

zu viel, so daß ein eingeübtes Programm ablaufen wird?

Aufklären Patient:

Gruppengröße, keine körperliche Untersuchung, Dauer, freiwillige Veranstaltung,

Extra Hörsaal o.a., verschiedene Semester, nur eine/einer übt das Gespräch,

evtl. Schweigepflicht erwähnen, große Hilfe für uns, Uhrzeit klarmachen und

Verbindlichkeit „ich hole Sie dann ab und bringe Sie wieder zurück", evtl. beim

Abholen Patient im Schwesternzimmer abmelden

Patientin holen

evtl. Krankenakte mitnehmen, ist Patient ausreichend angezogen, Aufklärung

teilweise wiederholen, small talk ohne (!) Krankengeschichten-Infos {denn das

verändert häufig das Anamnesegespräch), fragen nach Nervosität (Hinweis:

Studentin noch viel nervöser), Ansprechen, daß Gesprächsabbruch jederzeit

möglich, evtl. Diagnose nicht gleich verraten.

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