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.Neuer Wind in den Ulmer Anamnesegruppen"

„Neuer Wind in den Ulmer Anamnesegruppen'

von Dietmar Max Burger, Ulm

Neuer Professor, vielfältige

Werbung

für Anamnesegruppen, über 50

Anamnesegruppenteilnehmerinnen,

über 40 Leute auf den Nachrücklisten,

Fortgeschrittenen-Anamnesegruppe,

Evaluation derUimer Anamnesegruppen

mit Fragebögen, „Tutorlnnenbüro",

Ausdehnung der Anamnesegruppen

auf mehr Fachbereiche (Neurologie,

Dermatologie, Gynäkologie,

etc...), Scheinvergabe und „Casebook".

Dies sind eine Reihe neuer

Ideen, die wir als Tutorlnnen nun endlich

verwirklichen konnten, um die

Anamnese- gruppen attraktiver und

effektiver zu gestalten, Interesse gefunden

an unseren Ulmer Impulsen,

dann viel Spaß beim folgenden Artikel.

Seit Sommer 1997 sind an der Uni

Ulm die Abteilungen für Psychotherapie

und Psychosomatische

Medizin

unter einem Dach vereint, so daß seit

dem WS 97/98 Prof. H. Kachele für die

Anamnesegruppen zuständig ist.

Durch seine tatkräftige Unterstützung

konnten wir einiges bewegen; zum

einen hat die Studienkommission zwei

weitere Tutorlnnenstellen genehmigt,

die erforderlich sind, aufgrund derhohen

Anzahl der Teilnehmer- Innen an

den Anamnesegruppen. Zum anderen

haben wir Tutoren jetzt einen Studentlnnennraum

(„Tutor- Innenbüro") mit

PC und Telefon. Hier soll nicht nur gearbeitet,

sondern auch gefeiert werden!

Im WS 1997/98 gab es vier Anfängerinnengruppen

{vorrangig Erstsemestlerlnnen)

mit jeweils etwa zehn

Studentinnen und eine Fortgeschrittenengruppe

(3. bis 9. Semester) mit

zehn Teilnehmenden. Neun Tutor- Innen

betreuen jeweils zu zweit eine

oder mehrere Gruppen.

Die große Teilnehmerinnenzahl ist auf

unsere vielfältige Werbung für die

Teilnahme an einer Anamnese- gruppe

zurückzuführen: in der Erstsemestereinführung,

durch Artikel in der

Erstsemesterzeitung, durch empfehlende

Ansagen im Hörsaal durch Professorinnen

und letztlich durch Aushänge

vor den Hörsälen und am

Fachschaftsbüro (z.B.„70 Gründe für

die Teilnahme an einer Anamnesegruppe");

hier hängen auch am ersten

Tag des Semesters die Listen für die

Mo.-,Di.-,Mi.-,Do.- und Fortgeschrittenengruppe

aus, jeweils etwa 10 Plätze

und zusätzlich ungefähr 8 Nachrückplätze

pro Gruppe. Die Einführung von

Nachrücklisten hat sich insofern bewährt,

als immer wieder Leute von einer

Gruppe abspringen. Durch einen

Rundbrief an die Professorinnen und

an den Studiendekan mit der Bitte um

Unterstützung bei der Durchführung

der Anamnesegruppen ist es uns gelungen,

weitere Abteilungen für die

Intensivierung der Anamnese-

Schulung zu gewinnen. Dies bedeutet,

daß die Anamnesegruppen nicht mehr

wie bislang nur in der Inneren Medizin

stattfinden, sondern je nach Interesse

der Teilnehmenden auf andere Fachbereiche

(Neuro, Derma, Ortho,

Gyn, Pädiatrie etc..) ausgedehnt

werden können. Diese Erweiterung

der Krankheitsbilder fand bereits großen

Anklang unter den Studierenden.

Von jeder Abteilung wird uns ein/-e

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Stations-bzw. Oberarzt/ärztin zugeteilt,

mit dem/der die Durchführung koordiniert

wird.

Anamnesegruppe für Fortgeschrittene,

was heißt das? Hieran nehmen

Studentinnen teil, die schon in einer

Anamnesegruppewaren und die bereit

sind, sich mit „schwierigen" Patientinnen

auseinanderzusetzen. Während in

den Anfängergruppen jeweils derjenige,

der das Gespräch geführt hat, einen

Patienten für denjenigen sucht,

der beim nächsten Mal das Gespräch

führt, suchen in der Fortgeschrittenen-

Gruppe die Tutorlnnen die Patientinnen

aus und zwar nach bestimmten

Kriterien. Wir fragen z.B. auf Station

nach, bei welchen Patientinnen es besonders

schwierig ist, eine Anamnese

zu erheben. Das sind dann u. a. Patientinnen,

die entweder äußerst

schweigsam oder überaus redselig

sind. Problematisch sind auch Anamnesegespräche

mit Patientinnen mit

schwerwiegenden Krankheiten und

äußerlich erkennbaren Krankheitszeichen:

So wurde bei einer Parkinson-

Patientin mit extremem Tremor und

Sprechstörungen dem Anamneseerhebenden

klar, wie anstrengend und

schwierig Anamnese manchmal sein

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