Info für den KR-Bereich Der neue Tarifvertrag im Länderbereich(TV-L)

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Info für den KR-Bereich Der neue Tarifvertrag im Länderbereich(TV-L)

Info für den KR-Bereich

Aachen/Düren/Erft

Fachbereich 3

Gesundheit,

soziale Dienste,

Wohlfahrt und

Kirchen

Der neue Tarifvertrag

im Länderbereich(TV-L)

Alle Angaben stehen unter dem Vorbehalt der noch

stattfindenden Redaktionsverhandlungen

Inhalte:

Stand Oktober 2006














Einmalzahlungen

Erholungsurlaub

Jubiläumszuwendung

vorübergehende Wahrnehmung höherwertiger

Tätigkeiten

Erschwerniszuschläge

Vorarbeiter-/Teamleiterzulagen

Zuschlagsregelungen für Führungspositionen auf Zeit

Gehaltsfortzahlung Im Krankheitsfall

Urlaubs- und Weihnachtsgeld

Befristete Beschäftigungen

Kündigungsfristen

Unkündbarkeit

Leistungsorientiertes Arbeitsentgelt

Schwerpunkt Arbeitszeit

wöchentliche Arbeitszeit

„Meistbegünstigungsklausel“

Teilzeitarbeit

Reisezeiten bei Dienstreisen

Arbeitszeitkorridor, Rahmenarbeitszeit und

Arbeitszeitkonten

Zeitzuschläge

Schwerpunkt Neues Entgeltsystem

Grundsätzliches

Die neue Tabelle (Anlage)

Das System der Überleitung

Beispiele zur Überleitung aus dem Pflegebereich

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

mit diesem Info möchten wir euch über die wesentlichen, bisherigen Ergebnisse der Reform des

Tarifrechtes im Bereich der Länder informieren.

Diese stehen unter dem Vorbehalt der noch andauernden Redaktionsverhandlungen!

ver.di- Aachen/Düren/Erft - Fachbereich 3 Gesundheit, soziale Dienste,

Wohlfahrt und Kirchen

V.i.S.d.P. ver.di Aachen/Düren/Erft Fachbereich 3, Stefan Jungheim, Am Langen Graben 5, 52353 Düren


ver.di Aachen/Düren/Erft Fachbereich 3

Der neue TV-L – Info für den Pflegebereich - Stand Oktober 2006 Seite 2

Einmalzahlungen

In den kommenden Jahren werden folgende Einmalzahlungen fällig:

2006: Im Juli: E1 bis E8a= 150 €, E9 bis E12 = 100 €, E13 bis E15 = 50

2007: Im Januar: E1 bis E8a = 310 €, E9 bis E12 = 210 €, E13 bis E15 = 60 €

2007: Im September: E1 bis E8a= 450 €, E9 bis E12 = 300 €, E13 bis E15 = 100 €

Die Teilbeträge werden gezahlt, wenn für den jeweiligen „Stichtagsmonat“

mindestens an einem Tag Anspruch auf Bezüge (Lohn, Gehalt, Krankenbezüge)

besteht.

Auszubildende nach dem Berufsbildungsgesetz, Schülerinnen / Schüler in der

Krankenpflege und Praktikantinnen / Praktikanten erhalten Einmalzahlungen in Höhe

von jeweils 100 € im Juli 2006, im Januar 2007 und im September 2007.

Teilzeitbeschäftigte erhalten den Anteil der Einmalzahlungen, der ihrem

Arbeitszeitanteil gemessen an der Vollzeitarbeit entspricht.

Erholungsurlaub : § 26 TV-L

Der Erholungsurlaub beträgt

bis zum 30. Lebensjahr

bis zum 40. Lebensjahr

ab dem 40. Lebensjahr

26 Arbeitstage

29 Arbeitstage

30 Arbeitstage.

Für die Altbeschäftigten ändert sich nichts.

Jubiläumszuwendung : § 23 TV-L

Die Jubiläumszuwendung beträgt nach

25 Jahren 350 €

40 Jahren 500 €

Dies stellt eine Mindestregelung dar, die aufgrund einer betrieblichen

Öffnungsklausel verbessert werden kann.

Vorübergehende Wahrnehmung höherwertiger Tätigkeiten : § 14 TV-L

Wird dem/der Beschäftigten vorübergehend oder vertretungsweise eine andere

Tätigkeit übertragen, die den Tätigkeitsmerkmalen einer höheren als seiner/ihrer

Eingruppierung entspricht, und hat er/sie diese mindestens einen Monat ausgeübt,

erhält er/sie für die Dauer der Ausübung eine persönliche Zulage, rückwirkend ab

dem ersten Tag der Übertragung der Tätigkeit.

Die Zulage bemisst sich aus dem Unterschiedsbetrag zwischen der bisherigen

Entgeltgruppe und Stufe und der Entgeltgruppe und Stufe, die dem Beschäftigten

zustehen würde, wenn er in die Entgeltgruppe des/der Vertretenen höhergruppiert

worden wäre. Steht die Zulage nicht für einen vollen Kalendermonat zu, erhält

er/sie für jeden Kalendertag der Übertragung 1/30 der Zulage.


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Der neue TV-L – Info für den Pflegebereich - Stand Oktober 2006 Seite 3

Erschwerniszuschläge : § 19 TV-L

Anspruchsvoraussetzungen:

Die Arbeit muss außergewöhnliche Erschwernisse beinhalten.

Dies gilt nicht bei Erschwernissen, die dem Berufs- oder Tätigkeitsbild zugrunde

liegen und mit der Eingruppierung bereits abgegolten sind.

Außergewöhnliche Erschwernisse können sich grundsätzlich nur bei Arbeiten

ergeben, die

mit besonderer Gefährdung,

mit extremer nicht klimabedingter Hitzeeinwirkung,

mit besonders starker Schmutz- oder Strahlenbelastung

oder sonstigen vergleichbaren Umständen verbunden sind.

Die Zuschlagshöhe beträgt zwischen 5% bis 15% des Stundenentgelts der Stufe 2

der Entgeltgruppe 2.

Bis zur Neuregelung in einem landesbezirklichen TV gelten die derzeitigen

Bestimmungen weiter.

Vorarbeiter-/Teamleiterzulage : § 14 TV-L und § 17 Absatz 9 TVÜ

Beschäftigte, denen die Tätigkeit eines Vorarbeiters oder Teamleiters übertragen

wird, erhalten für die Dauer dieser Tätigkeit jeweils eine Zulage. In den EG 9 bis 15

wird die Differenz zur nächsten EG sowie in den EG 1 bis 8 eine Zulage in Höhe

von 4,5% von individuellen Entgelt gezahlt

Diese Zulagen sind jederzeit widerruflich.

Zuschlagsregelungen für Führungspositionen auf Zeit : § 32 TV-L

Für die Dauer der Übertragung der Führungsposition (auf Zeit) werden 75% des

Unterschiedsbetrages zwischen den stufengleichen Entgelten der übertragenen

Funktion zur nächsthöheren Entgeltgruppe gezahlt.

Gehaltsfortzahlung im Krankheitsfall : § 22 TV-L

Für Beschäftigte, die unter die Alt-Übergangsregelung des § 71 BAT

(Entgeltfortzahlung max. bis zur 26. Woche) fallen, wird als Krankengeldzuschuss die

Differenz zwischen Nettourlaubsentgelt und Nettokrankengeld gezahlt.

Für alle übrigen Beschäftigten bleibt es bei der bisherigen Regelung (Differenz

zwischen Nettourlaubsentgelt und Bruttokrankengeld).

In beiden Fällen wird der Krankengeldzuschuss statt längstens bis zum Ende der 26.

Woche zukünftig längstens bis zum Ende der 39. Woche gewährt.

Urlaubs- und Weihnachtsgeld : § 20 TV-L

1. Für Beschäftigte, deren Arbeitsverhältnis bereits am 30.6.2003 bestanden hat und

die seit diesem Zeitpunkt hinsichtlich der Zuwendung der tariflichen Nachwirkung unterliegen,

beträgt die jeweils mit den Bezügen für den Monat November zustehende

Jahressonderzahlung ab dem Jahre 2006 im Tarifgebiet West in den Entgeltgruppen

E1 bis E8a = 95 %, E9 bis E11 = 80 %, E12 bis E13 = 50 %, E14 bis E15 = 35 %

des in den Kalendermonaten Juli bis September durchschnittlich gezahlten

monatlichen Entgelts ohne Überstundenentgelt, Leistungszulagen, Leistungs- und

Erfolgsprämien.


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Der neue TV-L – Info für den Pflegebereich - Stand Oktober 2006 Seite 4

Im Jahr 2006 wird zusätzlich der Betrag gezahlt, der sich bei Fortgeltung des

bisherigen Urlaubsgeldtarifvertrages ergeben hätte.

2. Für die Beschäftigten, mit denen arbeitsvertraglich vor dem Tag des Inkrafttretens

dieses Tarifvertrages abweichende Vereinbarungen zur Zuwendung und zum

Urlaubsgeld getroffen worden sind, gilt Folgendes:

a) Im Jahr 2006 richtet sich der Anspruch auf Zuwendung und Urlaubsgeld nach den

arbeitsvertraglichen Vereinbarungen. Es wird mindestens der Betrag gezahlt, der

ihnen am basierend auf dem am 19. Mai 2006 geltenden Arbeitsvertrag zusteht.

b) Im Jahr 2007 wird die nach den arbeitsvertraglichen Vereinbarungen zustehende

Summe aus Zuwendung und Urlaubsgeld um 50 % des Differenzbetrages zu der

Jahressonderzahlung nach Nr. 1 erhöht, sofern die Jahressonderzahlung nach Nr. 1

höher ist.

3. Ab 2008 werden die Jahressonderzahlungen für alle wie in der Tabelle dargestellt

gezahlt.

Befristete Beschäftigungen : § 30 TV-L

Die Forderung der Arbeitgeber, Befristungen nur noch ausschließlich nach den

gesetzlichen Regelungen vornehmen zu können, hat sich nicht durchgesetzt.

Es bleibt bei den günstigeren, tariflichen Bestimmungen der Sonderregelung

2y BAT.

Kündigungsfristen / Unkündbarkeit : § 34 TV-L

Die Grundkündigungsfrist für Beschäftigte beträgt 1 Monat zum Monatsende.

Innerhalb der ersten 6 Monate kann eine Kündigungsfrist von 2 Wochen vereinbart

werden. Bei einer Kündigung durch den Arbeitgeber verlängert sich die

Kündigungsfrist bei einer Beschäftigungszeit von

mehr als 1 Jahr

auf 6 Wochen

mindestens 5 Jahren auf 3 Monate

mindestens 8 Jahren auf 4 Monate

mindestens 10 Jahren auf 5 Monate

mindestens 12 Jahren auf 6 Monate

zum Schluss eines Kalendervierteljahres.

Die Forderung der Arbeitgeber, die sogenannte „Unkündbarkeit“ abzuschaffen,

hat sich nicht durchgesetzt! Es bleibt bei den für Arbeiter und Angestellte

geltenden Regelungen.

Leistungsbezogene Bezahlung : § 18 TV-L

In einem Start-Zielmodell wird, beginnend mit dem Jahr 2007, 1% des

Bruttojahresentgelts des Vorjahres als Leistungsentgeltvolumen zur Verfügung

gestellt. Die Zielgröße im Jahre ..... beträgt 8%.

Eine Zeitschiene bis zum Erreichen der Zielgröße von 8% ist nicht verabredet.

Rahmenbedingungen zur betrieblichen Ausgestaltung:

Dieser „Topf“ muss zur Auszahlung kommen.

Leistungsentgelte werden zusätzlich zur monatlichen Gesamtvergütung gezahlt.

Einzelheiten (Beurteilungssystem, Kriterien der Ausschüttung etc.) müssen im

Rahmen einer Betriebs-/Dienstvereinbarung geregelt werden. Kommt es zu keiner

Vereinbarung müssen mit dem Dezemberentgelt 12% (12 x 1%) des im September

zustehenden Tabellenentgelts ausgezahlt werden.


Schwerpunkt Arbeitszeit

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Der neue TV-L – Info für den Pflegebereich - Stand Oktober 2006 Seite 5

wöchentliche Arbeitszeit : § 6 TV-L

a) Durchschnittliche Wochenarbeitszeit im Länderbereich

Die Arbeitszeit wird im Tarifgebiet West für jedes Land einzeln festgelegt.

Sie ergibt sich aufgrund folgender Berechnung: Die Differenz tarifvertragliche

Arbeitszeit zur tatsächlichen Arbeitszeit wird für Februar 2006 festgestellt. Die

Differenz wird mit 2 multipliziert , wobei für den 2. Teil höchstens 0,4 Stunden

berücksichtigt werden. Die dadurch festgestellte Zeit ist die neue

durchschnittliche Arbeitszeit. In NRW gelten für den TdL Bereich = 39 Stunden

und 50 Minuten.

b) Für folgende Beschäftigte bleibt es bei der 38, 5 Stundenwoche

- Beschäftigte, die ständig Wechselschicht- oder Schichtarbeit leisten,

- Beschäftigte an Unikliniken, Landeskrankenhäusern, sonstigen Krankenhäusern

und psychiatrischen Einrichtungen,

- Beschäftigte in Einrichtungen für schwerbehinderte Menschen (Schulen, Heime)

und in heilpädagogischen Einrichtungen.

c) Die Ärztinnen und Ärzte arbeiten künftig 42 Stunden

auf ihren Wunsch müssen mit ihnen 38,5 Stunden – Arbeitsverträge

abgeschlossen werden.

Teilzeitarbeit : § 11 TV-L

Für die Vereinbarung von Teilzeitarbeit gilt einheitlich :

Mit vollbeschäftigten Angestellten soll auf Antrag eine geringere als die regelmäßige

Arbeitszeit vereinbart werden, wenn sie

a) mindestens ein Kind unter 18 Jahren oder

b) einen nach ärztlichen Gutachten pflegebedürftigen sonstigen Angehörigen

tatsächlich betreuen oder pflegen und dienstliche bzw. betriebliche Belange nicht

entgegenstehen. Die Teilzeitbeschäftigung kann auf Antrag zu befristet werden. Sie

kann verlängert werden; der Antrag ist spätestens sechs Monate vor Ablauf der

vereinbarten Teilzeitbeschäftigung zu stellen.

Vollbeschäftigte Angestellte, die in anderen Fällen eine Teilzeitbeschäftigung

vereinbaren wollen, können von ihrem Arbeitgeber verlangen, dass er mit ihnen die

Möglichkeit einer Teilzeitbeschäftigung mit dem Ziel erörtert, zu einer

entsprechenden Vereinbarung zu gelangen.

Ist mit einem früher vollbeschäftigten Angestellten auf seinen Wunsch eine nicht

befristete Teilzeitbeschäftigung vereinbart worden, soll der Angestellte bei späterer

Besetzung eines Vollzeitarbeitsplatzes bei gleicher Eignung im Rahmen der

dienstlichen bzw. betrieblichen Möglichkeiten bevorzugt berücksichtigt werden.

Reisezeiten bei Dienstreisen : § 6 Absatz 11 TV-L

Bei Dienstreisen wird nur die Zeit der dienstlichen Inanspruchnahme am auswärtigen

Geschäftsort als Arbeitszeit gewertet, jedoch mindestens die auf den Reisetag

entfallende dienstplanmäßige oder regelmäßige oder durchschnittliche Arbeitszeit.

Nicht anrechenbare Reisezeiten von 15 Stunden und mehr im Monat werden auf

Antrag zu 25% als Arbeitszeit berücksichtigt.


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Der neue TV-L – Info für den Pflegebereich - Stand Oktober 2006 Seite 6

Arbeitszeitkorridore / Rahmenarbeitszeiten : § 6 Absatz 6 und 7 TV-L

Zukünftig können betrieblich sogenannte Arbeitszeitkorridore von 45 Stunden

wöchentlich oder Rahmenarbeitszeiten von täglich 12 Stunden innerhalb der Zeit

6.00 – 20.00 Uhr vereinbart werden.

Dies ist nur alternativ möglich und nur per Betriebs-/Dienstvereinbarung zulässig.

Für Arbeitsstunden, die innerhalb des Arbeitszeitkorridors oder einer

Rahmenarbeitszeit über die Vollarbeitszeit (38,5 Stunden) hinaus geleistet werden,

entstehen keine Ansprüche auf Überstundenzuschläge!

Im Falle der Vereinbarung von Arbeitszeitkorridoren oder Rahmenarbeitszeiten ist für

die Beschäftigten ein Arbeitszeitkonto einzurichten.

Auf ein solches Arbeitszeitkonto können gebucht werden:

Zeitguthaben oder Zeitschuld nach Ablauf des Ausgleichszeitraums

Überstunden

in Zeit umgewandelte Zeitzuschläge

„sonstige Kontingente“, sofern über Dienst- oder Betriebsvereinbarung geregelt

Arbeitszeitkorridor oder Rahmenarbeitszeiten können nicht bei

Schicht- und Wechselschichtarbeit vereinbart werden.

Eintretende Arbeitsunfähigkeit beim Zeitausgleich hat keine negativen Auswirkungen

auf das Arbeitszeitkonto, diese Stunden verbleiben als Guthaben auf dem Konto.

Zeitzuschläge : § 8 TV-L

Überstundenzuschläge betragen in den Entgeltgruppen

Entgeltgruppen 1 bis 9 30 Prozent

Entgeltgruppen 10 – 15 15 Prozent.

Nachtarbeitszuschlag

Samstagsarbeit

Sonntagsarbeit

Feiertagsarbeit

Arbeit am 24.12./31.12

20 Prozent (21 h - 6 h) 1,28 € für Ang. in Krankenhäusern

20 Prozent (13 – 21 h) 0,64 € für Ang. in Krankenhäusern

25 Prozent

35 Prozent

35 Prozent (ab 6 Uhr).

Schwerpunkt Neues Entgeltsystem : §§ 12 bis 17 TV-L

Grundsätzliches

Die Tarifvertragsparteien hatten sich zum Ziel gesetzt, ein einheitliches,

transparentes und durchlässiges Entgeltsystem für alle Beschäftigten des

Öffentlichen Dienstes zu entwickeln.


ver.di Aachen/Düren/Erft Fachbereich 3

Der neue TV-L – Info für den Pflegebereich - Stand Oktober 2006 Seite 7

Dies bedeutet, die Lohngruppenverzeichnisse sowie Vergütungsordnungen aus 5

Tarifverträgen vollständig zu überarbeiten und zusammenzufassen.

Aufgrund des Umfangs und vor allem der Komplexität dieses Vorhabens

verständigten sich die Tarifvertragsparteien darauf, die neue Entgeltordnung

sorgfältig zu entwickeln und wollen sich dafür bis Ende 2007 Zeit nehmen. Bis dahin

werden Eingruppierungen grundsätzlich noch nach den bisherigen Bestimmungen

vorgenommen.

Allerdings hat man sich auf eine neue, einheitliche Entgelttabelle* verständigt!

*( die Entgelttabelle ist auf der Rückseite abgedruckt!)

Für die Beschäftigten im Pflegedienst gilt bis zur Vereinbarung der neuen

Entgeltordnung die Überleitungs – und Verlaufstabelle für KR-Beschäftigte mit

zum Teil abweichenden Beträgen und „Aufstiegs- und Bewährungsverläufen“. ( Anlage 1

Heftmitte )

Die bisherigen Lebensaltersstufen entfallen zukünftig!

Dafür wurden 2 Grundstufen (Stufe 1 und 2) sowie 4 Erfahrungs- / Entwicklungsstufen

eingeführt (Stufen 3 bis 6). Auch entfallen grundsätzlich die bisherigen

Bewährungs-/Tätigkeits-/Zeitaufstiege.

Alle Beschäftigten werden zum Stichtag 01. November 2006 in diese neue Tabelle

übergeleitet.

Dabei gilt der Grundsatz, dass kein Beschäftigter zum Zeitpunkt

dieser Überleitung materiell benachteiligt werden darf.

Das System der Überleitung : §§ 5 und 6 TVÜ zum TV-L

Um festzustellen, wie sich die Überleitung am 01.11.2006 auswirkt, sollten folgende

Schritte nacheinander abgearbeitet werden:

1. Schritt: Zuordnung der bisherigen KR - Gruppe zu einer Entgeltgruppe aus

der Anwendungstabelle für KR - Beschäftigte

2. Schritt: Bewährungs-/Zeit-/Tätigkeitsaufstieg zu berücksichtigen

Bewährungs-, Tätigkeits- und Zeitaufstiege wird es ab dem 01.11.2006 grundsätzlich

nicht mehr geben.

Erfüllt der Arbeitnehmer in dem Monat, in den der Stichtag fällt, die Voraussetzungen

für eine Höherstufung in der Vergütungstabelle oder eine Höhergruppierung in eine

Vergütungsgruppe, so wird der Arbeitnehmer zum Stichtag zunächst höhergestuft

und/oder höhergruppiert und sodann übergeleitet.

3. Schritt: Welches bisherige Bruttoentgelt wird als Vergleichsentgelt

berücksichtigt?

Bei den Angestellten werden die nachfolgenden Gehaltsbestandteile berücksichtigt:

- Grundvergütung

- Ortszuschlag Stufe 1 oder

- Ortszuschlag zu Stufe 2; wenn beide Ehegatten im Geltungsbereich des BAT

arbeiten, dann nur 50%


ver.di Aachen/Düren/Erft Fachbereich 3

Der neue TV-L – Info für den Pflegebereich - Stand Oktober 2006 Seite 8

- Allgemeine Zulage

4. Schritt: In welche Stufe komme ich? Bildung einer Zwischenstufe!

Bei den Angestellten hatten wir in Schritt 3 die Summe der

berücksichtigungsfähigen Gehaltsbestandteile (Vergleichsentgelt) ermittelt.

Nun prüfen wir in den Stufentabellensätzen der zugeordneten Entgeltgruppe (siehe

Schritt 1), in welcher Stufe dieser Betrag erreicht wird. In der Regel findet man sich

zwischen zwei Stufentabellensätzen der neuen Entgeltgruppe wieder. In diesen

Fällen erfolgt die Einordnung grundsätzlich in eine individuelle Zwischenstufe mit

dem individuell ermittelten Betrag aus Grundvergütung, Ortszuschlag und

Allgemeiner Zulage.

Die nächste Stufensteigerung findet dann nach 2 Jahren statt.

5. Schritt: Prüfung, ob Strukturausgleich beansprucht werden kann

(Vertrauensschutz)

Die neue Tabelle sieht höhere Einkommen für jüngere Beschäftigte vor, gleichzeitig

wird der Anstieg der hinteren Stufen der Tabelle durch längere Aufstiegszeiten

abgeflacht.

Die neue Tabelle führt dadurch in einigen Fällen zu einer Verringerung der

Entgeltzuwachsperspektive im Verhältnis zum bisherigen Tarifrecht.

Zum Ausgleich werden dafür Strukturausgleichszulagen in der Größenordnung

zwischen 10 € und 130 € monatlich ohne Anrechnung oder Aufzehrung gezahlt.

Diese nicht dynamischen Strukturausgleichsentgelte als monatliche Zulagen zum

Tabellenentgelt sollen einen erweiterten Vertrauensschutz sicherstellen.

Der weitere Besitzstand ist zum Überleitungszeitpunkt gewahrt (siehe Schritt 6)

6. Schritt: Besitzstandsregelungen beachten!

Neben den möglichen Strukturausgleichszulagen werden folgende Lohn-

/Gehaltsbestandteile als dynamische Besitzstandszahlungen gewährt:



Sozialzuschläge

Ortszuschlagsbeträge der Stufen 3 ff.

Achtung: Für die Zahlung dieser Zuschläge werden neben bereits

berücksichtigungsfähigen Kindern weitere Kinder nur noch berücksichtigt, sofern sie

bis spätestens 31.12.2006 geboren werden.

Diese Besitzstandsentgelte werden nicht in das Vergleichsentgelt

(siehe Schritt 3) eingerechnet, sondern zusätzlich zu den neuen Tabellensätzen

gezahlt.


ver.di Aachen/Düren/Erft Fachbereich 3

Der neue TV-L – Info für den Pflegebereich - Stand Oktober 2006 Seite 9

Beispiele zur Überleitung

Beispiel 1: Alterpflegerin, KR 5a, ledig, Stufe 5

1. Aus welchen Bestandteilen wird das Vergleichsentgelt bestimmt? Wie hoch ist es?

2. In welche Entgeltgruppe wird die Beschäftigte am 1.11. 2006 übergeleitet?

3. In welcher Stufe wird die Beschäftigte übergeleitet? Wie hoch ist das Entgelt?

4. Wann erfolgt die Höherstufung in die nächste Stufe? Wie hoch ist der Betrag?

5. Strukturausgleich

Lösung:

1 Grundgehalt KR 5a Stufe 5 ;1710,93€ 2291,58 €

Ortszuschlag 473,21

Allg. Zulage 107,44

2 Anwendungstabelle KR EG 7 a

3 Individuelle Zwischenstufe zwischen

Stufe 3 und 4 2291,58€

4 1.11.2008 EG 7a Stufe 4 2330,00€

5 Strukturausgleich ab 1.11.08 für 9 Jahre 55,00€

Beispiel 2: Krankenpfleger, KR 6 (aufgestiegen), verheiratet, Stufe 3

1. Aus welchen Bestandteilen wird das Vergleichsentgelt bestimmt? Wie hoch ist es?

2. In welche Entgeltgruppe wird die Beschäftigte am 1.11. 2006 übergeleitet?

3. In welcher Stufe wird die Beschäftigte übergeleitet? Wie hoch ist das Entgelt?

4. Wann erfolgt die Höherstufung in die nächste Stufe? Wie hoch ist der Betrag?

Lösung:

1 Grundgehalt KR 6 Stufe 3 ; 1694,75 € 2377,22 €

Ortszuschlag 575,03

Allg. Zulage 107,44

2 Anwendungstabelle KR EG 8a

3 Individuelle Zwischenstufe zwischen 2377,22 €

Stufe 4 und 5

4 1.11. 2008 EG 8a Stufe 5 2495,00 €

5 Kein Strukturausgleich

Beispiel 3: Stationsschwester, seit 1. 1. 2003, ledig, KR 7 , BAT-VKA, Stufe 7

1. Aus welchen Bestandteilen wird das Vergleichsentgelt bestimmt? Wie hoch ist es?

2. In welche Entgeltgruppe wird die Beschäftigte am 1.11. 2006 übergeleitet?

3. In welcher Stufe wird die Beschäftigte übergeleitet? Wie hoch ist das Entgelt?

4. Wann erfolgt die Höherstufung in die nächste Stufe? Wie hoch ist der Betrag?

Lösung:

1 Grundgehalt Kr 7 Stufe 7 ; € 2056,92 2673,88 €

Ortszuschlag 502,36

Allg. Zulage 114,60

2 Überleitungs – und Verlaufstabelle KR EG 9c

3 Individuelle Zwischenstufe zwischen 2673,88 €

Stufe 3 und 4

4 1.11. 2008 EG 9c Stufe 4 2840,00 €


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Der neue TV-L – Info für den Pflegebereich - Stand Oktober 2006 Seite 10

5 Nach 2 Jahren für 5 Jahre 100,00€

Die neue Entgelttabelle - Anlage 2

Tabelle TV- L

( für den Pflegebereich gilt die Anwendungstabelle für KR-Beschäftigte siehe Heftmitte )

Entgeltgruppe

Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3 Stufe 4 Stufe 5 Stufe

Grundentgelt

Entwicklungsstufen

6

15 3.384 3.760 3.900 4.400 4.780 -

14 3.060 3.400 3.600 3.900 4.360 -

13 2.817 3.130 3.300 3.630 4.090 -

12 2.520 2.800 3.200 3.550 4.000 -

11 2.430 2.700 2.900 3.200 3.635 -

10 2.340 2.600 2.800 3.000 3.380 -

9 1) 2.061 2.290 2.410 2.730 2.980 -

8 1.926 2.140 2.240 2.330 2.430 2.493 2)

7 1.800 3) 2.000 2.130 2.230 2.305 2.375

6 1.764 1.960 2.060 2.155 2.220 2.285 4)

5 1.688 1.875 1.970 2.065 2.135 2.185

4 1.602 5) 1.780 1.900 1.970 2.040 2.081

3 1.575 1.750 1.800 1.880 1.940 1.995

2 1.449 1.610 1.660 1.710 1.820 1.935

1 1.286 1.310 1.340 1.368 1.440

Für Beschäftigte im Pflegedienst:

1) E 9

Stufe 3 Stufe 4 Stufe 5 Stufe 6

2.495 2.650 2.840 3.020

2) 2.533

3) 1.850

4) 2.340

5) 1.652


Anlage 2 KR-Anwendungstabelle Länder.xls Anlage 2 1.November 2006

KR Überleitungs- und Anwendungstabelle

Werte aus

Entgeltgruppe

allg. Tabelle

Entgeltgruppe

KR

Zuordnungen Vergütungsgruppen

KR / KR-Verläufe

Grundentgelt

Entwicklungsstufen

Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3 Stufe 4 Stufe 5 Stufe 6

EG 12 12a XII mit Aufstieg nach XIII - - 3.200

3550

nach 2 J. St. 3

4000

nach 3 J. St. 4

plus 200

nach 5 J. St. 5

EG 11 11 b XI mit Aufstieg XII - - 3.200 3.635

plus 200

nach 5 J. St. 5

EG 11 11 a X mit Aufstieg nach XI - - 2.900

EG 10 10a IX mit Aufstieg nach X - - 2.800

9d VIII mit Aufstieg nach IX - - 2.730

3200

nach 2 J. St. 3

3000

nach 2 J. St. 3

2980

nach 4 J. St. 3

3635

nach 5 J. St. 4

3380

nach 3 J. St. 4

3180

nach 2 J. St. 4

-

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-

EG 9, EG 9b

9c VII mit Aufstieg nach VIII - - 2.650

9b

VI mit Aufstieg nach VII

VII ohne Aufstieg

- - 2.410

9a VI ohne Aufstieg - - 2.410

2840

nach 5 J. St. 3

2730

nach 5 J. St. 3

2495

nach 5 J. St. 3

3020

nach 5 J. St. 4

2840

nach 5 J. St. 4

2650

nach 5 J. St. 4

Va mit Aufstieg nach VI

-

V mit Aufstieg nach Va und VI

EG 7, EG 8, EG 9b 8a

2.130 2.240 2.330 2.495 2.650

V mit Aufstieg nach VI 2.000

V mit Aufstieg nach Va -

2533*

EG 7, EG 8

7a

2000 2.130 2.330 2.430

IV mit Aufstieg nach V und Va

1850*

IV mit Aufstieg nach V -

EG 4, EG 6

II mit Aufstieg nach III und IV

4a

1652* 1.780 1.900 2.155 2.220 2340*

III mit Aufstieg nach IV

EG 3, EG 4 3a I mit Aufstieg nach II 1.575 1.750 1.800 1.880 1.940 2.081

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