Zur Broschüre - ver.di Gute Arbeit

unikum.aachen.de

Zur Broschüre - ver.di Gute Arbeit

VER.DI BAWÜ

»Wenn Mitbestimmungsrechte nicht greifen«

– Betriebskampagnen

Die Dienstpläne werden nicht eingehalten

– ständig müssen Kolleg/innen

einspringen. Die Arbeit verdichtet sich

immer mehr, die Kolleg/innen sind an

der Grenze ihrer Leistungsfähigkeit. Die

Reinigung soll outgesourct werden. Dies

sind nur einige Beispiele aus dem Alltag

unserer Krankenhäuser, die allen betrieblichen

Interessenvertretungen nur

allzu bekannt sind.

Häufig greifen die den Interessenvertretungen

qua Gesetz zustehenden

Rechte hier entweder nur begrenzt

oder gar nicht. Dennoch möchten sie

solche Entwicklungen verhindern,

Widerstand deutlich machen oder Regelungen

zum Schutz notfalls mit Druck

durchsetzen.

■ 30

RAINER KAU

Um eine Kampagne durchzuführen,

sollten folgende Schritte erfolgen:

■ das Thema der Kampagne klar

Einige Interessenvertretungen nutzen

Kampagnen schon seit geraumer Zeit

im betrieblichen Alltag. Es gelingt ihnen

dadurch, die Kolleg/innen für ihre

Belange zu interessieren und zu über-

Handlungsmöglichkeiten

Ein Weg, dies zu tun, sind betriebliche

Kampagnen. Diese unterliegen keinen

betriebsverfassungsrechtlichen Regularien.

Sie bieten die Möglichkeit, die Betroffenen

unmittelbar einzubinden. So

kann ein Thema, das betrieblichen Interessenvertretungen

in den Sitzungen

immer Kopfzerbrechen bereitet hat, in

den Betrieb getragen werden und zum

Gesprächsthema auf den Stationen, in

Abteilungen und Serviceeinrichtungen

werden. Die Betriebs-, Mitarbeiter- oder

Personalversammlung wird gezielt für

die Mobilisierung genutzt und verliert

ihre Routine.

Wenn notwendig und sinnvoll, kann

ein Thema auch über die Betriebsöffentlichkeit

hinaus in die allgemeine Öffentlichkeit

getragen werden.

Kampagnen bieten die Chance, mit

kreativen Mitteln auf einen Sachverhalt

zu reagieren oder schon im Vorfeld aktiv

zu werden. Kampagnen können Spaß

zeugen.

Kampagnen können auch von kleinen

Gremien eingesetzt werden und dadurch

deren Wirksamkeit verstärken.

Besonders wirkungsvoll sind Betriebskampagnen,

wenn sie sowohl von der

betrieblichen Interessenvertretung als

auch von der gewerkschaftlichen Betriebsgruppe

getragen werden. Dann

erweitern sich die Möglichkeiten der

Kampagnenplanung und der Aktivitäten.

definieren und eingrenzen,

■ ein erreichbares Ziel bestimmen,

■ den oder die Adressaten definieren

(an den sich die Kampagne richtet),

■ aus dem Thema heraus ein griffiges

Motto formulieren,

■ zu dem Motto ein Logo entwickeln,

■ Zeitraum der Kampagne festlegen,

■ Energien schöpfen durch Zusammenkünfte

von Aktiven,

■ Aktionsformen überlegen,

■ Meilensteine und Höhepunkte festlegen,

■ einen klaren Abschluss für die

Kampagne setzen,

■ am Schluss das Feiern nicht vergessen!

Weiterführende Hinweise

ver.di-Seminare »Betriebsratsarbeit

Plus« für Betriebsräte, Personalräte

und Mitarbeitervertretungen in

Krankenhäusern

machen.

Betriebskampagnen Betriebskampagnen

■ 31

VER.DI WIESBADEN

RENATE STIEBITZ

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine