Jahresbericht 2007 Universitätsspital Basel

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Jahresbericht 2007 Universitätsspital Basel

Jahresbericht 2007

Universitätsspital Basel


Jahresbericht 2007

Universitätsspital Basel


Inhaltsverzeichnis

Editorial

Editorial Seite 5

Lungenentzündung – kürzerer und gezielterer Antibiotikaeinsatz möglich Seite 7

Jabounding aus Gambia – zurück im normalen Leben Seite 11

Clinical Trial Unit – Kompetenzzentrum für patientenorientierte Forschung Seite 15

Ethikbeirat – Ärzte, Pflegende, Seelsorger, Juristen Seite 17

Herzinsuffizienzberatung – das neue Betreuungsprogramm Seite 21

Hoher Qualitätsanspruch – Behandlung von schweren Infektionen Seite 25

Lichttherapie – bei Schuppenflechte, Tumoren, Blutschwamm und Neurodermitis Seite 29

Neues Menüwahlsystem – moderne Patientenverpflegung Seite 33

Onkologische Bildgebung – auf neuestem technischem Stand Seite 35

Ein Tag auf einer Bettenstation – ein Augenschein vom 5. Stock, Klinikum 1 Seite 39

Reproduktionsmedizin – höchstes Qualitätsniveau Seite 43

Koronarstents – neue Erkenntnisse Seite 47

«Unsere Werte» – Grundsätze für den Arbeitsalltag Seite 51

Weihnachten im Spital – Aktion Wunschbaum Seite 55


Kennzahlen im Überblick Seite 57

Bilanz des Universitätsspitals Basel Seite 59

Erfolgsrechnung des Universitätsspitals Basel Seite 60

Anhang zur Jahresrechnung 2007 des Universitätsspitals Basel Seite 62

Jahresdaten 2007 zum stationären Bereich Seite 67

Pflegetage des Universitätsspital Basel Seite 69

Organigramm des Universitätsspital Basel Seite 70

Personal des Universitätsspital Basel Seite 71

Impressum Jahresbericht 2007 Seite 72


Editorial

Geschätzte Leserin, geschätzter Leser

Erneut weist das Universitätsspital Basel eine erhöhte Produktivität aus. Im Jahr 2007 hat der Ertrag

um 6,9 % gegenüber dem Vorjahr zugenommen. Das Jahresergebnis bringt eindrücklich an den Tag,

was die Mitarbeitenden unseres Spitals leisten. Hinter diesem erfreulichen Ergebnis liegen harte

Arbeit und eine erhebliche Belastung der Mitarbeitenden. Die Zahlen zeigen die kontinuierlich hohe

Leistungsbereitschaft einer gut aufgestellten Equipe. Dafür möchte ich allen Mitarbeitenden unseres

Spitals meinen grossen Dank und meinen Respekt aussprechen.

4 | 5

Von den Leistungen des USB profitieren nicht nur unsere

Patientinnen und Patienten, sondern auch die Allgemeinheit

und sogar unsere Konkurrenz. Denn als Universitätsspital

erfüllen wir eine wichtige Aufgabe bei der

Aus- und Weiterbildung. Wir bilden Assistenz- und

Oberärzte aus, die – systembedingt – in andere Spitäler

wechseln und ihr Wissen, ihre Fachkompetenz und ihr

Qualitätsniveau dorthin mitnehmen. Auch Aus- und

Weiterbildung von zahlreichen nichtärztlichen Berufen

am Universitätsspital Basel haben einen hohen Stellenwert.

Dies bewirkt sowohl bei uns als auch andernorts

qualifiziertere Leistungen durch immer qualifiziertere

Fachkräfte. Dieser Nutzen, den wir als Ausbildungsstätte

stiften, kommt der ganzen Bevölkerung zugute und

ist es wert, an dieser Stelle hervorgehoben zu werden.

Produktivität birgt in sich den Kern des Wachstums,

der Entwicklung. Ein sehr positiv besetzter Begriff, den

wir gerne hören. Wir wollen alle als produktiv bezeichnet

werden. Wir wollen weiter wachsen, uns weiterentwickeln.

Die Frage ist indes berechtigt, wie weit dies

mit den uns zur Verfügung stehenden Ressourcen auch

in Zukunft möglich sein wird.

Parallel zum Anstieg der Leistungen steigen die Ansprüche

an die Qualität der Spitäler. Das Universitätsspital

Basel begrüsst diese Entwicklung und hat mit der Publikation

erster standardisierter Qualitätsdaten im Internet

eine Vorreiterrolle bezüglich Transparenz übernommen.

Als Universitätsspital haben wir dabei den Fokus zuerst

auf so genannt «harte», aussagekräftige medizinische

Indikatoren gelegt. Diesen Weg der Qualitätsdokumentation

und der Qualitätssteigerung verfolgen wir konsequent,

damit wir unseren Patientinnen und Patienten

weiterhin hochstehende medizinische Leistungen bieten

können.

Dr. med. Werner Kübler, MBA

Direktor


Lungenentzünd


ung

Lungenentzündung –

kürzerer und gezielterer

Antibiotikaeinsatz möglich

In einer am Universitätsspital Basel durchgeführten, randomisierten Studie konnte gezeigt werden,

dass ein gezielterer und kürzerer Antibiotikaeinsatz bei Lungenentzündungen möglich ist. Dies ist

wirtschaftlicher und wirkt darüber hinaus der bedrohlichen Entwicklung von Antibiotikaresistenzen

entgegen. Die Arbeit erhielt den Preis der Schweizerischen Gesellschaft für Innere Medizin (SGIM).

6 | 7

Lungenentzündungen sind die häufigsten tödlich verlaufenden

Infektionskrankheiten. Eine rechtzeitige und

adäquate antibiotische Behandlung ist wichtig und oft

lebensrettend. Andererseits kann eine nicht indizierte

oder unnötig lange Antibiotikatherapie zur Entwicklung

von bedrohlichen Antibiotikaresistenzen führen und ist

teuer. Die meisten Richtlinien empfehlen, eine Lungenentzündung

je nach Erreger für 7 bis 21 Tage zu behandeln.

Es gibt aber keine Interventionsstudien, die dies

kontrolliert untersucht haben.

Ein Steuern der Gabe und der Dauer der Antibiotikatherapie

durch im Blut gemessene Marker (so genannte Biomarker),

welche zu Beginn einer bakteriellen Lungenentzündung

hoch sind und ein Abheilen der Lungenentzündung

verlässlich anzeigen, wäre deshalb erstrebenswert.

Die Blutspiegel von Procalcitonin, dem Prohormon von

Calcitonin, sind bei bakteriellen Infekten, jedoch viel

weniger bei viralen Infekten erhöht. Grund für den Anstieg

von Procalcitonin sind eine direkte Einwirkung

bakterieller Toxine sowie indirekte Mechanismen wie

humorale Faktoren und zelluläre Abwehrreaktionen.

Procalcitoninwert entscheidend

In einer randomisierten, kontrollierten Studie untersuchte

ein Team des Universitätsspitals Basel die Auswirkungen

einer durch den Biomarker Procalcitonin gesteuerten

antibiotischen Behandlung bei Lungenentzündungen.

Die Studie war ein interdisziplinäres Projekt

der Kliniken für Endokrinologie, innere Medizin, Pneumologie,

Labormedizin und Notfallmedizin.

Insgesamt wurden in dieser Studie 302 Patienten /

Patientinnen untersucht. Die Hälfte erhielt eine antibiotische

Therapie nach den üblichen Richtlinien. Bei der

anderen Hälfte erfolgte der Einsatz eines Antibiotikums

gemäss den gemessenen Procalcitoninwerten: je höher

der Procalcitoninwert, desto eher wurde eine antibiotische

Therapie verschrieben. Sobald der Procalcitoninwert

unter einen gewissen Grenzbereich abfiel, wurden

die Anti biotika gestoppt.

Bei der Gruppe mit procalcitoningesteuerter Antibiotikatherapie

erhielten 15 % der Patienten/Patientinnen bei

der Erstkonsultation kein Antibiotikum gegenüber lediglich

1 % bei der aufgrund herkömmlicher Richtlinien behandelten

Gruppe. Dies stimmt in etwa überein mit der


Lungenentzündung – kürzerer und gezielterer Antibiotikaeinsatz möglich

in der Literatur beschriebenen Anzahl nicht bakterieller

Lungenentzündungen. Der gute Verlauf ohne Antibiotika

weist bei diesen Patienten / Patientinnen auf eine

nicht bakterielle Ursache (z.B. Virusinfekt, Lungenembolie,

Tumor, Herzinsuffizienz) hin. Im Weiteren wurden

in der procalcitoningesteuerten Gruppe signifikant weniger

lang Antibiotika verschrieben (insgesamt nur 5 Tage

Antibiotikatherapie) als bei Patienten/Patientinnen,

die aufgrund der herkömmlichen Richtlinien behandelt

wurden (12 Tage). Die Heilungs- und Komplikationsrate

war bei beiden Gruppen identisch.

8 | 9


Jabounding


Jabounding aus Gambia –

zurück im normalen Leben

Als das Unglück geschah, war Jabounding Jawara aus Gambia, Westafrika, 10 Jahre alt. Beim Befüllen

einer Lampe mit Kerosin erlitt sie vor zwei Jahren schwere Verbrennungen an Brust und Bauch sowie

an beiden Unterschenkeln und dem linken Arm. In Gambia war eine entsprechende Behandlung

nicht möglich. Die Wunden heilten nicht, Narben verhärteten sich. Jaboundings Bewegungsfreiheit

war zunehmend eingeschränkt. Dank der Initiative einer Privatperson konnte das Mädchen am Universitätsspital

Basel die notwendigen plastisch-chirurgischen Eingriffe erhalten. Heute ist Jabounding

zurück im ganz normalen Leben.

10 | 11

Verbrennungen können entsprechend ihrer Tiefenausdehnung

im menschlichen Gewebe unterschiedliche

Schädigungsgrade bewirken. Je nach Ausmass der

Weichteilschädigung kann es zur Ausbildung von hölzernen

Narbenplatten kommen, die eine elastische Verformung

des Weichteilmantels der Körperoberfläche

verhindern. Diese Residuen (Rückstände) einer höhergradigen

Verbrennung müssen operativ behandelt werden,

um eine adäquate Wundheilung und nachfolgende

funktionelle Wiederherstellung zu garantieren.

Im Kindesalter können ausgedehnte Vernarbungen

nach Verbrennungen zu einer Einschränkung in der Entwicklung

führen. Fesselnde Narbenplatten über Gelenken

oder Beugefalten stören die motorische Entwick-

lung und das Wachstum. Grosse, wulstige und entstellende

Narben können die soziale Entwicklung der Kinder

beeinträchtigen.

Wird diese Problematik dann noch durch eine unzureichende

medizinische Versorgung verschärft, ist die Situation

für Kinder und Angehörige nahezu untragbar.

Dies war der Fall bei der 10-jährigen Jabounding Jawara

aus Gambia in Westafrika. Beim Befüllen einer Lampe

mit Kerosin erlitt sie vor zwei Jahren schwere Verbrennungen

an Brust und Bauch sowie an beiden Unterschenkeln

und dem linken Arm. Da es sich um eine

grossflächige und tiefer greifende Verbrennung dritten

Grades handelte, hätte diese Verletzung operativ in

einem Zentrum für plastische Chirurgie behandelt werden

müssen. Aufgrund der eingeschränkten Gesundheitsversorgung

in Gambia war eine solche Behandlung

jedoch unterblieben.

Es entwickelten sich schwer heilende Wunden, die sich

wieder und wieder entzündeten, bis es schliesslich sogar

zum Einwachsen der Baumwollverbände in die

Wundflächen der Oberschenkel kam. Zudem bildeten

sich überschiessende und wulstige Narben. Die Verhärtung

und die Verkürzung dieser Narben durch Schrumpfung

der zerstörten Haut und des Unterhautgewebes

über der Achselfalte und der Ellenbeuge führten zu Narbenkontrakturen.

Es entstanden holzige und unbewegliche

Narbenzügel, die dem Kind eine normale Bewegung

des linken Armes unmöglich machten.


Jabounding aus Gambia – zurück im normalen Leben

Aufgrund der Initiative einer Privatperson konnte der

Kontakt zum Universitätsspital in Basel aufgenommen

und dank einer Spendeninitiative derselben Person

konnten die Kosten für die medizinische Behandlung

von Jabounding übernommen werden. Im Rahmen

eines kurzen Spitalaufenthaltes am Universitätsspital

Basel wurden in einer Operation mehrere Eingriffe

durchgeführt. Die Narbenstränge wurden gelöst bzw.

entfernt, um die Beweglichkeit des Armes zu verbessern,

Defekte durch lokale Hautverschiebungen und

Lappenplastiken verschlossen. Die chronischen Wunden

an den Oberschenkeln wurden mit eigenen Hauttransplantaten

gedeckt.

Nach dieser erfolgreichen plastisch-chirurgischen Intervention

zeigte sich endlich eine regelrechte Wundheilung

an Brust, Bauch und Oberschenkeln sowie eine

wiederhergestellte Bewegungsfreiheit des rechten Armes

in Schulter- und Ellenbogengelenk. Nach Einleitung

entsprechender Physiotherapie und Training des

Kindes konnte Jabounding wieder nach Gambia zurückkehren.

Es besteht weiterhin elektronischer Kontakt

über E-Mail, über welchen Fotos gesandt werden, an

denen der Heilungsverlauf beurteilt werden kann. Eine

Nachkontrolle Anfang 2008 in Basel nach einem halben

Jahr zeigte gut abgeheilte und stabile Narben und gute

Beweglichkeit: Das Kind hat sich wieder voll in seinem

Umfeld integriert.

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CTU


Clinical Trial Unit –

Kompetenzzentrum für

patientenorientierte Forschung

Medizinischer Fortschritt hinsichtlich Entwicklung von neuen Therapieansätzen oder verbesserten

Vorbeugungs- und Diagnosemassnahmen ist nur mittels Studien am Menschen möglich. Klinische

Studien unterliegen strengen rechtlichen und ethischen Grundsätzen. Sie sind finanziell, personell,

infrastrukturell aufwendig. Die Ansprüche an Patientensicherheit und an Datenqualität sind hoch.

Der Schweizerische Nationalfonds (SNF) hat im Jahr 2006 erstmals Fördergelder für den Aufbau so

genannter Clinical Trial Units (CTUs) ausgeschrieben. Seit Herbst 2007 verfügt das Universitätsspital

Basel über eine eigene CTU – ein Kompetenzzentrum für patientenorientierte Forschung.

14 | 15

Klinische Studien am Menschen sind eine der Grundvoraussetzung

für den medizinischen Fortschritt, ohne

die die Entwicklung von neuen Therapieansätzen

oder verbesserten Vorbeugungs- und Diagnosemassnahmen

undenkbar sind. Die Durchführung solcher

Studien unterliegt strengen gesetzlichen Regeln, deren

Ziel es ist, Nutzen und Risiko einer Studienteilnahme

für die Patientinnen und Patienten in einem ethisch

vertretbaren Gleichgewicht zu halten und die Aussagekraft

der generierten Studiendaten zu optimieren.

sonelle Mittel in den klinischen Alltag zu integrieren.

Bisher fehlte an den Schweizer Spitälern eine Infrastruktur,

die forschenden Ärzten bei klinischen

Studien unterstützend zur Seite stand. Dies war die

Motivation für den Schweizerischen Nationalfonds

(SNF), im Jahr 2006 erstmals Fördergelder für den

Aufbau so genannter Clinical Trial Units (CTUs) auszuschreiben,

die als Kompetenzzentren für klinische Studien

die Lücke zwischen Klinik und Forschung schliessen

sollten.

zen. Dies war eine wesentliche Voraussetzung, damit

das Universitätsspital Basel sich unter mehreren

Schweizer Universitätsspitälern in der Bewerbung um

die Fördergelder des SNF durchsetzen konnte. Die

CTU in Basel erhielt im Juni 2007 zusammen mit den

Universitätsspitälern in Bern und Genf den Zuspruch

für eine mehrjährige Förderung durch den SNF. Sie

bekommt somit die einmalige Chance, die durch den

SNF angestossenen Änderungen in der Schweizer

Studien landschaft von Anfang an mitzugestalten.

Patientenschutz und Datenqualität

Diese hohen Anforderungen an den Patientenschutz

Mehrjährige Förderung gewährleistet

Die Spitalleitung war vom Konzept überzeugt und hat

Eigenständig und doch vernetzt

Um deutlich zu machen, dass die CTU allen Abtei-

und die Datenqualität machen es immer schwieriger,

klinische Studien ohne zusätzliche finanzielle und per-

sich früh entschlossen, die patientenorientierte Forschung

mit einem bedeutenden Betrag zu unterstüt-

lungen im Hause als Ansprechpartner im Zusammenhang

mit klinischen Forschungsprojekten dient, wurde


Clinical Trial Unit – Kompetenzzentrum für patientenorientierte Forschung

sie als eigenständige Abteilung in den Bereich Medizinische

Querschnittsfunktionen integriert. Gleichzeitig

sieht das Konzept eine Vernetzung mit bestehenden

spitalinternen Strukturen und umliegenden medizinischen

Zentren vor. Eine enge Zusammenarbeit besteht

mit dem Institut für Klinische Epidemiologie auf

dem Gebiet der biostatistischen und methodischen

Unterstützung von Forschungsvorhaben und ebenfalls

mit dem Institut für Klinische Pharmakologie und

Toxikologie für die Durchführung von frühen Phasen

der Arzneimittelstudien. Gleichzeitig wurde eine Kooperation

mit dem Universitäts-Kinderspital beider

Basel und dem Kantonsspital Bruderholz initiiert, mit

dem Ziel, ein überregionales Netzwerk für die schweizweite

Durchführung multizentrischer Studienprojekte

aufzubauen.

CTU-Aufgaben

Im Herbst 2007 hat die CTU mit einem kleinen Team aus

sieben Mitarbeitenden ihre Arbeit aufgenommen. Ärztliche

und nichtärztliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

aller Disziplinen finden hier kompetente Ansprechpartner

für Fragen, die im Zusammenhang mit der Planung

und der Durchführung einer klinischen Studie auftauchen.

Die CTU bietet kostenfreie Unterstützung in der

inhaltlichen und der methodischen Entwicklung des

Prüfprotokolls und weiterer Studiendokumente und

prüft die Unterlagen vor der Eingabe bei den Ethikkommissionen

und Behörden. Daneben kann die CTU das

klinische Studienteam bei den verschiedenen Teilaspekten

der konkreten Studiendurchführung unterstützen

oder auch die Durchführung in weiten Teilen vollständig

übernehmen. Der rege Zuspruch in den ersten

Wochen ihres Bestehens zeigt, dass mit der Schaffung

der CTU einem wichtigen Bedürfnis vieler Mitarbeitender

nachgekommen wurde.

Es ist zu erwarten, dass sich das Modell CTU mit der auf

nationaler Ebene vorangetriebenen Diskussion über

Massnahmen zur Verbesserung des Forschungsstandortes

Schweiz nicht nur in Basel, sondern schweizweit

etablieren wird. Mit ihrem Beitrag zur Qualität klinischer

Forschungsprojekte legen die CTUs somit eine wesentliche

Grundlage für die internationale Konkurrenzfähigkeit

des klinischen Forschungsstandortes Schweiz.

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Ethikbeirat


Ethikbeirat –

Ärzte, Pflegende,

Seelsorger, Juristen

Ethisch schwierige Situationen sind im Spitalalltag keine Seltenheit. Der Ethikbeirat im Universitätsspital

Basel – ein Gremium aus Ärzten, Pflegenden, Seelsorgenden und Juristen – steht bei schwierigen

Fragestellungen beratend zur Seite.

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Im Januar 2000 wurde von den Kantonen Basel-Stadt

und Basel-Landschaft eine gemeinsame Ethikkommission

eingesetzt, deren Aufgabe die Beurteilung von Forschungsvorhaben

an Menschen sowie mit menschlichem

Gewebe ist. Schon in der damaligen Medienmitteilung

hiess es, dass an den Universitätsklinken in Zukunft

wohl eigene ethische Gremien zur Behandlung

spitalinterner Fragen nötig sein würden.

Im Mai 2007 hat nun die Spitalleitung einen Ethikbeirat

geschaffen, dessen Aufgabe es ist, allen Beteiligten in

ethisch schwierigen Situationen beratend zur Seite zu

stehen. Er hat weder schlichtende noch ombudsähnliche

Funktion, weder Weisungs- noch Entscheidungsrecht.

Der Ethikbeirat besteht aus 9 Mitgliedern:

3 Ärzten, 2 Pflegenden, 2 Seelsorgern und 2 Juristen.

Der Ethikbeirat kann zu allgemeinen ethischen Problemen

und Fragestellungen zuhanden der Spitalleitung

beigezogen werden und Stellung nehmen.


Herzinsuffizien


z

Herzinsuffizienzberatung –

das neue Betreuungsprogramm

Die Herzinsuffizienzberatung im Universitätsspital Basel ist ein Betreuungsprogramm für Patientinnen

und Patienten mit Herzinsuffizienz. Es zielt darauf hin, die Selbstpflegefähigkeit von Patientinnen und

Patienten zu verbessern und sie somit auf ihre spezielle Situation zu Hause vorzubereiten. Patientinnen

und Patienten, die das Betreuungsprogramm durchlaufen haben, äussern sich positiv. Ziel ist

nun die Ausweitung des Programms auf alle Herzinsuffizienzpatientinnen und -patienten, die stationär

im Universitätsspital Basel sind.

20 | 21

In der Schweiz leiden rund 150 000 Personen an einer

Herzinsuffizienz. Tendenz steigend. Bei den über

65-Jährigen ist sie gar eine der weitverbreitetsten Diagnosen.

Auf den medizinischen Bettenstationen ist

Herzinsuffizienz eine der häufigsten Eintrittsgründe.

Patientinnen und Patienten, die an Herzinsuffizienz leiden,

haben eine schlechte Prognose. Die Krankheit

führt zu wiederholten Hospitalisationen und zu einer

schlechten Lebensqualität. Forschungen konnten zeigen,

dass neben der medikamentösen Behandlung

gezielte Patientenschulungen zur Steigerung der

Selbstpflegefähigkeiten führen können. Eine multidisziplinäre

Projektgruppe unter pflegerischer Leitung

führte auf der Bettenstation Medizin 6.2 ein stationäres

Betreuungsprogramm ein.

Was auf dem Programm steht

Das Betreuungsprogramm besteht aus Patientenschulung

und Training zu folgenden Themengebieten: medikamentöse

Behandlung, Krankheitsverständnis und

Behandlung, Salz- und Flüssigkeitszufuhr, Alarmsignale

und Notfallszenario, Risikofaktoren, Toxine, psychosoziale

Probleme und körperliche Belastung.

Inhalte und Abläufe sind für das multidisziplinäre Team

in einem Patientenpfad und in Leitlinien geregelt. Dadurch

wird gewährleistet, dass die Patienten und Patientinnen

die erforderlichen Informationen für zu Hause

erhalten. Angehörige werden bereits zu Beginn der Hospitalisation

aktiv in den Betreuungsprozess integriert.

Die erste Beratung wird ca. am 4. Tag, wenn sich der

Gesundheitszustand etwas stabilisiert hat, auf der Bettenstation

durchgeführt. Jeder Patient / jede Patientin

erhält zwischen einer und drei Beratungen. Zusätzlich

wird ein Training wie Gewichtskontrolle, Tagebuch führen

und Medikamente richten durchgeführt. Bedürfnisse

und Erfahrungen der Betroffenen werden systematisch

in die Betreuung mit einbezogen. Bereits bei

der ersten Schulungssequenz findet eine strukturierte

Austrittsplanung statt. Beim Austritt erhält jeder Patient /

jede Patientin individuelle schriftliche Empfehlungen für

zu Hause.

Expertinnen gefragt

Fünf Pflegende aus dem Team von Medizin 6.2 bilden

eine Expertinnengruppe. Sie erweiterten ihr Wissen auf


Herzinsuffizienzberatung – das neue Betreuungsprogramm

dem Gebiet der Herzinsuffizienz und bei der Patientenschulung.

Die Expertinnen haben den Auftrag, die Implementierung

in den Alltag vorzunehmen und die Patientenschulungen

durchzuführen. Da eine umfassende

Betreuung und das Training von allen Pflegenden ein

vertieftes Wissen erfordert, wurde für das gesamte

Pflegeteam ein Schulungsprogramm entwickelt und

durchgeführt. Dieses Schulungsprogramm ist seit

Herbst 2007 fester Bestandteil des internen Weiterbildungsprogramms

des Universitätsspitals Basel.

Erste Ergebnisse

Von Juni bis Oktober 2007 wurden 30 Patienten / Patientinnen

ins Programm aufgenommen. Sie traten mehrheitlich

über die Notfallstation ein, waren im Durchschnitt

talisiert. Zwei Drittel der Patienten / Patientinnen gingen

direkt nach Hause. Die Hälfte dieser Patienten war allein

stehend, was eine sorgfältige Austrittsplanung und Vorbereitung

für zu Hause erforderte. Das Programm wurde

von den Patienten positiv aufgenommen. Dies

zeigten Resultate von Patienteninterviews nach Austritt.

Zu den Beratungen gab es Aussagen wie: «Sie (die Pflegende)

war eine sehr kompetente.» Oder: «Sie hat es

unerhört gut erklärt. Ich bin zufrieden.» Zum Inhalt äusserten

sich die Patienten folgendermassen: «Es wird

einem gesagt, wie wichtig es (die Gewichtskontrolle) ist,

und das kann man ja auch ganz leicht selbst tun.» Oder:

«Man bringt den Umgang mit der Krankheit näher.» Es

zeigte sich aber auch, dass die Beratungen in komplexen

Situationen anspruchsvoll sind. Auch an die Patientinnen

und Patienten werden hohe Anforderungen ge-

76 Jahre alt und blieben durchschnittlich 14 Tage hospistellt:

«Am Anfang kam viel auf einen zu, sodass man

das eine oder andere wieder vergisst.» Eine ausführliche

Evaluation auf Patientenebene wird zurzeit durchgeführt

und die Resultate werden bis im Herbst vorliegen.

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Qualität


Hoher Qualitätsanspruch –

bei der Behandlung von

schweren Infektionen

An schweren Infektionen können nicht nur abwehrgeschwächte und ältere Patientinnen und Patienten

erkranken. So betreffen die häufigsten Fragen der Infektiologie und Spitalhygiene generalisierte

Infektionen mit Bakterien, schwere Formen der Lungenentzündung oder von Abszessen sowie

Knocheninfektionen. Die Klinik ist sehr gut mit chirurgischen, medizinischen und weiteren Kliniken

vernetzt. Die Prognose von schweren Infektionen hat sich durch die interdisziplinäre Betreuung mit

bewährten und neuen Diagnose- und Therapiekonzepten stark verbessert. Im Universitätsspital Basel

ist seit Jahren die Rate an Problemkeimen sehr tief.

24 | 25

Immense Fortschritte

Im Universitätsspital Basel betreut die Infektiologie und

Spitalhygiene Patientinnen und Patienten, die an

schweren Infektionen leiden. Die häufigsten Fragen betreffen

generalisierte Infektionen mit Bakterien, schwere

Formen der Lungenentzündung oder von Abszessen sowie

Knocheninfektionen. Die Klinik ist sehr gut mit chirurgischen,

medizinischen und weiteren Kliniken vernetzt.

Die Schwerpunktbildung, z.B. Transplantation und Bewegungsapparat,

findet ihren Ausdruck in einem steten Anstieg

von Mitbetreuungen. Gerade bei abwehrgeschwächten

Patientinnen und Patienten mit Infektionen

wurden dank der interdisziplinären Betreuung mit bewährten

und neuen Diagnose- und Therapiemöglichkeiten

immense Fortschritte erzielt und die Prognose

stark verbessert – so bei der Lungenentzündung bei

transplantierten Patientinnen /Patienten, insbesondere

verursacht durch Pilze. Speziell können Infektionen bei

Fremdkörpern, d.h. Kunstgelenken, künstlichen Herzklappen

oder Schrittmachern, therapiert und geheilt werden.

Angesichts hoher Antibiotikakosten und zunehmender

Resistenzentwicklung krankheitserregender Keime ist die

gezielte Antibiotikaverschreibung wichtig. Die Schweiz

zeigt im europäischen Vergleich den tiefsten Antibiotikakonsum

auf, was auf ein sorgfältiges Verschreiben der

Ärztinnen und Ärzte in der Praxis und im Spital hinweist.

Das Universitätsspital Basel weist im schweizerischen

Vergleich einen tiefen und gezielten Gebrauch auf, selbst

bei schwerkranken Intensivpatientinnen und -patienten.

Problemkeimrate sehr tief

Spitalhygienische Aufgaben umfassen hygienische und

epidemiologische Tätigkeiten für eine Klinik und umliegende

Spitäler: die Überwachung von im Spital erworbenen

Infektionen, die Überwachung der Resistenzlage

zusammen mit dem mikrobiologischen Labor sowie die

Abklärung und die Durchführung von Massnahmen bei

Ausbrüchen von Infektionskrankheiten.

Die Rate an im Spital erworbenen Infektionen ist vergleichbar

mit anderen grossen Schweizer Spitälern. Dagegen

ist seit Jahren die Rate an Problemkeimen sehr tief

und tiefer als im Vergleich zu vielen Spitälern der Schweiz

und praktisch aller Spitäler im Ausland.


Hoher Qualitätsanspruch – bei der Behandlung von schweren Infektionen

Interdisziplinäre Zusammenarbeit

Die vertiefte infektiologische und spitalhygienische Arbeit

über Jahre zeigt einen günstigen Einfluss auf die

individuelle Betreuung eines Patienten / einer Patientin,

auf den Antibiotikaverbrauch und auf die Resistenzlage

eines Spitals und der Region. Der interdisziplinäre

Charakter für diesen Qualitätsanspruch ist massgebend.

So bedarf es der engen interdisziplinären Zusammenarbeit

mit Mikrobiologen, Chirurgen, Internisten,

Endokrinologen, Hämatologen, Pneumologen

und weiteren Spezialdisziplinen.

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Lichttherapie


Lichttherapie –

bei Schuppenflechte, Tumoren,

Blutschwamm und Neurodermitis

Die Dermatologie verfügt heutzutage über verschiedene Therapieformen bei der Behandlung beispielsweise

von Schuppenflechte, Neurodermitis, Blutschwämmen oder Tumoren. Die drei im Universitätsspital

Basel angewendeten Verfahren – UV-Therapie, fotodynamische Therapie und Lasertherapie

– sind für Hautpatientinnen und -patienten jeden Alters komfortabel, da weitgehend nebenwirkungsarm

und kaum schmerzhaft. Echte Lichtblicke für Patientinnen und Patienten.

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In der Dermatologie werden verschiedene Arten elektromagnetischer

Wellen zur Therapie entzündlicher

Hautkrankheiten, aber auch bestimmter Arten von

Hautkrebs oder gutartiger Tumoren sowie Gefässveränderungen

eingesetzt.

UV-Therapie

In der Lichtabteilung der Dermatologie werden ausschliesslich

die verschiedenen Therapieformen der

Foto therapie angewendet. Mit der Fototherapie machen

wir uns die antientzündliche Eigenschaft des ultravioletten

Lichts zunutze. Folglich werden vor allem entzündliche

Dermatosen wie Psoriasis (Schuppenflechte) oder

Ekzeme (vor allem Neurodermitis) behandelt. Die Therapie

besteht in einer kurzzeitigen Bestrahlung mit UVA-

oder UVB-Wellen. Damit kein Sonnenbrand auftritt,

wird mit einer geringen Dosis begonnen, die langsam

gesteigert wird. Normalerweise wird eine Behandlung

mit 2 bis 3 Sitzungen pro Woche über die Dauer mehrerer

Wochen durchgeführt. Die kumulative UV-Dosis

wird so gering wie möglich gehalten, damit keine Spätschäden

wie weisser Hautkrebs oder Faltenbildung auftreten.

So kann ein optimales Dosisnebenwirkungsprofil

eingehalten werden.

Fotodynamische Therapie

Mit dieser Therapieform lassen sich Vorstufen des Hautkrebses

(Präkanzerosen, Morbus Bowen) und die beiden

weissen Hautkrebsformen, das Basaliom und das

Spinaliom, sehr gut behandeln. Die Therapie ist sehr

elegant, da sie ohne Narkose oder lokale Betäubung

auskommt, keine Narben hinterlässt und somit das kosmetische

Resultat exzellent ist. Die betroffenen Hautstellen

werden mit einer Spezialcrème eingerieben, welche

eine Wirksubstanz enthält, die durch Belichtung mit

sichtbarem Licht aktiviert wird. Nach einer Einwirkungszeit

von 3 Stunden wird die betroffene Hautstelle mit

Rotlicht während 8 bis 10 Minuten belichtet. Durch die

Anregung durch die Lichtenergie werden Sauerstoffradikale

produziert, die gezielt das Tumorgewebe zerstören.

Dieses Vorgehen wird normalerweise einmal nach

2 bis 3 Wochen wiederholt. Der einzige Nachteil dieser

Methode ist die Schmerzhaftigkeit, welche allerdings

nur während der Belichtung vorhanden ist und durch

Kühlung vermindert werden kann.


Lichttherapie – bei Schuppenflechte, Tumoren, Blutschwamm und Neurodermitis

Laser

Der Einsatz von monochromatischem, hochenergetischem

Laserlicht hat vor bald 20 Jahren die Behandlung

von Erkrankungen von Blutgefässen der Haut und

der Schleimhäute, aber auch von oberflächlichen Tumoren

oder virusbedingten Veränderungen revolutioniert.

Seither hat die Lasertherapie auch auf breiter Basis in

der ästhetischen Medizin Fuss gefasst und sie teilweise

sogar erst ermöglicht.

Anfangs eine relativ nebenwirkungsreiche, teure Therapieform,

hat sie sich seither viel hinsichtlich Anwendungs-

und Behandlungskomfort verbessert. Heute ist

die Lasertherapie der Haut in den meisten Fällen kaum

noch schmerzhaft und nebenwirkungsarm. Mit modernsten

Geräten, die eine Kühlung der Haut gewährleisten,

werden in unserer Laserabteilung Patientinnen

und Patienten aller Altersklassen – vom Neugeborenen

bis zum Senior / zur Seniorin – behandelt. Ein besonderer

Schwerpunkt liegt dabei in der Behandlung von Hämangiomen

(Blutschwämmchen) der Neugeborenen

und angeborenen und erworbenen Malformationen der

Blutgefässe. Damit können diese kosmetisch und funktionell

störenden gutartigen Gefässveränderungen ideal

behandelt werden.

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Menüwahlsyst


em

Neues Menüwahlsystem –

moderne Patientenverpflegung

So komplex und unterschiedlich der Gesundheitszustand von Patientinnen und Patienten im Spital

ist, so variantenreich sind auch die Ernährungsbedürfnisse und -notwendigkeiten. 2007 führte das

Universitätsspital Basel ein System ein, welches die Verpflegung nach neuesten medizinischen,

ernährungsphysiologischen und technischen Gesichtpunkten exakt auf die aktuelle Patientensituation

abstimmt. Im neuen System sind u.a. rund 85 auf spezielle Krankheitsbilder ausgerichtete Kostformen

hinterlegt.

32 | 33

Im Jahre 2007 wurde für die Patientenverpflegung im

Universitätsspital Basel ein neues EDV-gestütztes

Menüwahlsystem eingeführt. Das vorherige, seit 1985

im Einsatz befindliche System war technisch überholt

und hatte ein zunehmendes Ausfallrisiko.

Ziel des Projekts «Neues Menüwahlsystem» war, den

Ernährungsbedürfnissen der Patientinnen und Patienten

nach den neuesten medizinischen, ernährungsphysiologischen

und technischen Gesichtspunkten optimal

Rechnung zu tragen. In interdisziplinärer Zusammenarbeit

von Pflegepersonal, Ärzten / Ärztinnen, Ernährungsberaterinnen,

Informatikern und Gastronomiefachleuten

wurde innert zwei Jahren ein modernes System aufgebaut

und eingeführt.

Vorteilhaft für Patientinnen

und Patienten

Die Möglichkeit von wunschgerechten Essensbestellungen,

der Ausschluss von Fehlernährung wegen

Unverträglichkeiten und die noch bessere Ausrichtung

auf eine bedarfsgerechte, auf die medizinische

Diagnose abgestimmte Ernährung sind die Hauptvorteile

für die Patientinnen und Patienten. So sind im

System rund 85 auf spezielle Krankheitsbilder ausgerichtete

Kostformen und zusätzlich 32 Allergien und

35 Abneigungsmöglichkeiten hinterlegt. Gleichzeitig

wurde im Zusammenhang mit der Systemumstellung

das grundsätzliche Verpflegungs- und Menüangebot

neu gestaltet.

Aber auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des

Spitals haben einen Gewinn durch die neue Technik.

Die Abrechnungen wurden vereinfacht und die Durchführung

der Essensbestellungen per Elektronik weitgehend

automatisiert. Die Spitalköche können noch effizienter

produzieren, und nicht zuletzt freuen sich die

Informatiker über die optimierte Betriebssicherheit des

EDV-Systems.


Nuklearmedizi


n

Onkologische Bildgebung –

auf neuestem technischem Stand

Das Universitätsspital Basel verfügt über eine neue PET / CT-Anlage und ist damit wieder auf dem neuesten

technischen Stand in der onkologischen Bildgebung. Durch das so genannte Fusionsbild wird

die Standortbestimmung für Krebspatientinnen und -patienten um einiges genauer, was für die Therapiewahl

entscheidend ist. Die Untersuchungsfrequenz für PET-Untersuchungen konnte gegenüber

demselben Zeitraum des Vorjahres mehr als verdoppelt werden, was für eine gute Akzeptanz und

einen hohen Bedarf sowohl innerhalb als auch ausserhalb des Universitätsspitals spricht.

34 | 35

Die Computertomografie (CT) ist in der Onkologie lange

etabliert, bietet sie doch ausgezeichnete morphologische

Analysemöglichkeiten in allen Gebieten des Körpers. Aufgrund

ihres hohen Auflösungsvermögens von knapp unter

einem Millimeter gelingt ihr auch die Darstellung kleiner

Tumoren. Schwierig mit der Abgrenzung wird es allerdings,

wenn das umgebende Gewebe die gleiche Dichte

aufweist; dann können auch grössere Tumoren übersehen

werden. Schwierig ist zudem oft die Unterscheidung

zwischen gutartigen – oft nicht behandlungsbedürftigen –

und bösartigen Tumoren. Entsprechend bleibt hier den

Patientinnen und Patienten die Biopsie nicht erspart. Für

die Verlaufsbeobachtung ist die Computertomografie das

Standardverfahren, wobei meist die Grössenentwicklung

über Therapieerfolg oder -versagen Auskunft gibt.

Die Positonen-Emission-Tomografie (PET) hat in vielen

Untersuchungen gezeigt, dass sie einen wesentlichen

Beitrag zur Beurteilung von Tumorerkrankungen liefern

kann. Im Gegensatz zur CT beurteilt sie Tumoren nicht

nur morphologisch, also den Aufbau betreffend, sondern

erfasst ihre Stoffwechselaktivität. Dies kann sowohl

für das Auffinden von Tumoren bei im CT schwieriger

Abgrenzung als auch für die Bösartigkeitsbeurteilung

vorteilhaft sein. Zudem ist die Stoffwechselaktivität

eines Tumors ein wichtiger Marker für den Therapieerfolg

vor allem unter Chemotherapie. Eine wesentliche

Einschränkung der PET bestand bisher allerdings in der

deutlich schlechteren räumlichen Auflösung, was die

anatomische Zuordnung von Befunden oft erheblich erschwert

hat. Diesen Problemen konnte am Universitätsspital

Basel nun durch die Installation einer neuen Anlage

begegnet werden.

Zwei Untersuchungen, ein Bild

Das neue Gerät vereint in sich einen Positronenemissionstomografen

(PET) und einen Computertomografen

(CT). Das bedeutet, dass die Information beider Untersuchungen

zu einem einzigen Bild, dem so genannten

Fusionsbild, zusammengeführt werden kann. Auf diese

Weise werden beide Untersuchungen leichter interpretierbar.

Wo früher in der PET der anatomische Ort eines

Befundes nicht klar war, kann dieser nun exakt einer

morphologischen Veränderung zugeordnet werden.

Gleichzeitig wird die Interpretation zweifelhafter CT-Befunde

deutlich erleichtert.


Onkologische Bildgebung – auf neuestem technischem Stand

Das neue Gerät wird bisher fast ausschliesslich für die

onkologische Bildgebung eingesetzt. Viele Tumorarten

weisen einen erhöhten Stoffwechsel auf, der mit dieser

Methode nachgewiesen werden kann. Dadurch wird

bei Krebspatientinnen und -patienten die Standortbestimmung

– die entscheidend für die Wahl der richtigen

Therapie ist – um einiges genauer. Tumorherde von wenigen

Millimetern Grösse können dabei mit der PET / CT

aufgespürt werden.

Untersuchungsfrequenz verdoppelt

Nach einjähriger Planungs- und Vorbereitungszeit konn-

trag als führendes onkologisches Zentrum gerecht werden.

Vom Beginn des Patientenbetriebes bis Ende 2007

wurden bereits 475 Patienten untersucht. Die Untersuchungsfrequenz

konnte damit gegenüber demselben

Zeitraum des Vorjahres mehr als verdoppelt werden,

was für eine gute Akzeptanz sowohl innerhalb als auch

ausserhalb des Universitätsspitals spricht. Aus vielen

Abklärungsalgorithmen ist die PET / CT mittlerweile

nicht mehr wegzudenken.

Hand in Hand

Im Gegensatz zum CT ist die PET-Untersuchung auf die

wichtig. Im Rahmen des Projektes wurde dafür eine

auto matische Portionierungseinheit angeschafft, die zudem

geholfen hat, die Strahlenbelastung für das Personal

deutlich zu reduzieren.

Bei der Befundung der komplexen Untersuchungen arbeiten

Nuklearmediziner und Radiologen Hand in Hand.

So ist gewährleistet, dass die Kenntnisse beider Fachrichtungen

optimal zusammenkommen und eine fundierte

Diagnose gestellt werden kann.

36 | 37

te die neue Anlage Mitte Juni 2007 den regulären Patientenbetrieb

aufnehmen. Damit ist das Universitätsspital

Basel wieder auf dem neusten technischen Stand in

der onkologischen Bildgebung und kann seinem Auf-

Applikation einer Markierungssubstanz angewiesen. Da

diese ausser Hause hergestellt wird und mit einer Halbwertszeit

von 110 Minuten relativ schnell zerfällt, ist eine

strenge logistische Planung der Untersuchungstage


Bettenstation


Ein Tag auf einer Bettenstation –

ein Augenschein vom 5. Stock,

Klinikum 1

Die Arbeit der Pflegefachpersonen auf einer Bettenstation im Spital ist vielseitig. Oft aber auch

stressig. Ein bewährtes Rezept, schwierige Situationen zu meistern, ist nebst guter Organisation die

altbewährte Prise Humor. Ein Augenschein vom Alltag einer Pflegenden im Universitätsspital Basel.

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7 Uhr. Ein verregneter Morgen Anfang März. Die Pflegepersonen

orientieren sich über den aktuellen Zustand

der ihnen zugeteilten Patientinnen und Patienten. Sie

planen und besprechen ihre Arbeit mit den Pflegeassistentinnen

und Auszubildenden. Nun sind alle bereit für

die Aufgaben des Tages.

Sie begrüssen die gerade erwachenden Patientinnen

und Patienten, fragen sie nach ihrem Befinden, messen

und dokumentieren ihre Vitalzeichen (Blutdruck, Puls,

Temperatur etc.). Dabei gehen sie auf individuelle Wünsche

ein – da ein drückender Thrombosenstrumpf, dort

ein Tee gegen Blähungen. Sie unterstützen die Menschen

bei ihrer täglichen Körperpflege und lagern sie

höher, denn das Frühstück naht. Ein Patient wird zur

Operation abgeholt. Die Pflegefachpersonen übergeben

ihn an die Transporteure und kontrollieren noch einmal

die Unterlagen. Schmuck, Uhren und Zahnprothesen

bleiben zurück.

Gegen acht Uhr gibt es Frühstück. Die frisch operierte

Frau A. erwartet sehnsüchtig ihren Zwieback. Herr B. dagegen

muss nüchtern bleiben, denn die Wartezeit auf den

OPS hat begonnen. Damit sie erträglicher wird, bekommt

er eine Beruhigungstablette. Die übrigen Patientinnen

und Patienten erhalten ebenfalls ihre Medikamente und,

falls nötig, Hilfe beim Essen. Anschliessend müssen die

Pflegefachpersonen all ihre Tätigkeiten dokumentieren.

Sie tauschen sich mit dem Stationsarzt aus und bringen

die Patientendossiers auf den aktuellen Stand.

8.30 Uhr. Nachdem die Patientinnen und Patienten fürs

Erste versorgt sind, finden auf der Station weitere Planungen

statt. Nun kommen auch die Physiotherapeutinnen

dazu. Weitere Themen sind die anstehenden Einund

Austritte von Notfällen aus der Intensivstation. Ein

Teil des Stationsalltags ist planbar. Im Laufe des Tages

muss die Pflege aber auch ihr Improvisationstalent unter

Beweis stellen.

Nach einer viertelstündigen Verschnaufpause geht es

weiter mit Grund- und Behandlungspflege. Eintretende

Patientinnen und Patienten werden begrüsst und in ihr

Zimmer begleitet. Der erste persönliche Kontakt ist geknüpft.

Bei Frau P. müssen zwei Pflegefachleute der

Physiotherapeutin helfen, die Patientin aus dem Bett


Ein Tag auf einer Bettenstation – ein Augenschein vom 5. Stock, Klinikum 1

zu mobilisieren. Die 94-jährige Patientin ist dement

und kann die Notwendigkeit der Mobilisation nicht

nachvollziehen. Mehrmals erklärt ihr die Physiotherapeutin

langsam und deutlich, wie wichtig es für ihre

Lungen und ihren Kreislauf ist, nicht permanent auf

dem Rücken zu liegen.

Frau K., die beim Einkaufen gestürzt ist und sich ein

Bein gebrochen hat, ist zwar auch schon 90 Jahre alt,

geistig aber noch sehr rege. Begeistert unterscheidet

sie die verschiedenen Dialekte der Pflegenden und

wechselt mit dem Assistenzarzt aus dem Tessin ein

paar Sätze in Italienisch. Die schauspielerisch gekonnten

Bemühungen, ihre Haare analog zur Frisur

der Bundesrätin Calmy-Rey zu kämmen, bringen alle

zum Lachen.

Leider gehe es nicht immer so lustig zu. Gerade der Umgang

mit multimorbiden, chronisch kranken Menschen

im höheren Alter könne phasenweise belastend sein.

Auch Aggressionen kommen vor. Die erfahrenen Pflegefachpersonen

wissen, dass sie dann Engelsgeduld,

Sensibilität und auch eine Portion Humor benötigen.

Auf jeden Menschen adäquat einzugehen, erfordert

grosse Professionalität.

Pflege, Mobilisation und das Verteilen von Medikamenten

setzen sich am Nachmittag fort. Dann findet

die Arztvisite statt. Frisch Operierte werden im Aufwachraum

abgeholt. Bevor die Mitglieder der Tagesschicht

nach Hause gehen, treffen sie sich noch mit

der Spätschicht zur Pflegevisite am Bett. Patientinnen

und Patienten und auch ihre Angehörigen schätzen

dies sehr, denn sie wissen nun, wer für sie zuständig

ist und können Fragen stellen.

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Reproduktions


medizin

Reproduktionsmedizin –

höchstes Qualitätsniveau

In der Schweiz steigt die Anzahl der Paare mit ungewollter Kinderlosigkeit kontinuierlich. Auch das

Universitätsspital Basel verzeichnet einen Anstieg der Diagnose- und Therapieverfahren und ist inzwischen

das grösste universitäre Zentrum dieser Art in der Schweiz. 2007 wurden 548 Behandlungen

mit der In-vitro-Fertilisation und mit der intrazytoplasmatischen Spermieninjektion durchgeführt.

Aus diesen und anderen Therapieverfahren sind 2007 insgesamt 299 Schwangerschaften erzielt

worden. Das Team arbeitet nach einem umfassenden Qualitätsmanagementsystem. Die Einhaltung

der Normen wird durch ein externes Expertenteam überprüft.

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Seit der Wiedereinführung der Reproduktionsmedizin am

Universitätsspital Basel 1996 hat es einen nahezu kontinuierlichen

Anstieg der Diagnose- und Therapieverfahren

gegeben. Diese stetige Zunahme der Anzahl Paare mit

ungewollter Kinderlosigkeit ist nicht nur die Konsequenz

einer erweiterten medizinischen und labortechnischen

Leistungsfähigkeit, sondern auch eines konkreten Bedürfnisses

in der Bevölkerung. Heute entscheiden sich viele

Paare erst später dazu, ein Kind zu bekommen. Die mit

zunehmendem Alter generell abnehmende Fruchtbarkeit

der Frau, welche sich im Einzelfall sehr früh manifestieren

kann, sowie bestimmte Erkrankungen führen heute immer

mehr dazu, dass medizinische Massnahmen zur

Überwindung der Kinderlosigkeit in Anspruch genommen

werden. Darüber hinaus spielen auch gesundheitliche

Faktoren eine Rolle, wie die viel diskutierte Abnahme der

männlichen Zeugungsfähigkeit oder eine verminderte

Fertilität als Folge einer schweren Erkrankung (zum Beispiel

bei Hodenkrebs) und der zur Überwindung dieser

Erkrankung angewandten medizinischen Behandlung

(Chemotherapie, Bestrahlung).

Massgeschneiderte Software für

komplexe Daten

Die moderne Reproduktionsmedizin kann nur im Team erfolgreich

durchgeführt werden. Eng miteinander arbeiten

Ärzte, Pflegende, Biologen, Laboranten und die mit der

Administration beauftragten Personen. Eine spezialisierte

Software ist Voraussetzung für die Qualitätssteigerung.

Die Komplexität der Datenverwaltung, die gesetzlich vielfach

erforderliche Berichterstattung und die Notwendigkeit,

gleichzeitig im Labor und in der Sprechstunde auf

komplexe Daten zurückgreifen zu müssen, haben die Entwicklung

einer eigenen, massgeschneiderten Software

(FertiMed®) notwendig gemacht. Die Datenbank ist flexibel

ausgerichtet, um zukünftige Entwicklungen in der Reproduktionsmedizin

aufnehmen zu können. Sie ermöglicht

die Aufbewahrung von Daten über sehr lange Zeiträume.

Dies ist zum Beispiel bei Samenproben oder Hodengewebe

von jungen Männern mit bösartigen Erkrankungen

manchmal über Jahrzehnte notwendig.

Abläufe exakt definiert

Angesichts der zunehmenden Komplexität der verfügbaren

Behandlungsverfahren und der Notwendigkeit, im


Reproduktionsmedizin – höchstes Qualitätsniveau

Therapieplan mögliche Begleiterkrankungen bei einem

der beiden Partner zu berücksichtigen (zum Beispiel HIV,

Hepatitis B oder Hepatitis C), wurde es im Laufe der Zeit

immer wichtiger, sämtliche Abläufe exakt zu definieren.

Eine Standardisierung beinhaltet zunächst die Beschreibung

der einzelnen Verfahren aus Sicht der verschiedenen

Berufsgruppen (Ärzte, Biologen, Pflegende, Laboranten,

Sekretariat). Inzwischen verfügt jede Berufsgruppe über

ein umfangreiches Handbuch, welches auszugsweise im

Internet abrufbar ist (www.ivf-basel.ch). In einem weiteren

Schritt wurden die einzelnen Mitarbeiterinnen und

Mitarbeiter immer wieder auf die Einhaltung der Abläufe

hingewiesen. Dies kann nur in einem kontinuierlichen

Prozess, in dem immer wieder die Abläufe diskutiert, koordiniert

und einstudiert werden, erfolgen. So entstand in

unserer Abteilung für gynäkologische Endokrinologie und

Reproduktionsmedizin am Frauenspital ein umfangreiches

Qualitätsmanagementsystem (QM-System), welches die

Hormonsprechstunde, die Kinderwunschsprechstunde,

die Reproduktionssonografie sowie das andrologische

und das reproduktionsbiologische Labor umfasst.

Externe Überwachung: ISO-Zertifizierung

und ISO-Akkreditierung

Sowohl beim Aufbau als auch bei der Pflege dieses QM-

Systems wurde externe professionelle Hilfe benötigt. Die

klinischen Abläufe in der Hormonsprechstunde, in der andrologischen

Sprechstunde und in der Kinderwunschsprechstunde

wurden nach ISO-Norm aufgebaut und

bereits 2004 zertifiziert. Die ISO-Norm wurde von der International

Organisation of Standardisation verfasst und

beinhaltet einheitliche und überprüfbare Standards in

komplexen Strukturen, die allgemein gültig sind. Jährlich

werden die Einhaltung der Normen sowie deren Weiterentwicklung

durch ein Expertenteam einer Zertifizierungsbehörde

überprüft und beurteilt. Die Abläufe und die

Messgenauigkeit der Verfahren im andrologischen und im

reproduktionsbiologischen Labor sowie der Reproduktionssonografie

wurden durch die Schweizerische Akkreditierungsstelle

(SAS) akkreditiert. Auch die ISO-Akkreditierung

sieht eine jährliche Begutachtung der Laborabläufe

und der Messgenauigkeit durch externe Auditoren vor.

Zukunftsorientierte Leistungsbereitschaft

des Teams

Der Aufbau und die Einhaltung des umfassenden QM-Systems

konnte durch das bestehende Team bewerkstelligt

werden. Der Prozess hat im gesamten Team das Verant-

44 | 45


wortungsbewusstsein für die festgelegten Prozesse und

den Sinn für Qualität gestärkt, da neben der Standardisierung

auch eine kontinuierliche Überwachung einer Vielzahl

von Messparametern nahezu aller Verfahren etabliert

werden konnte. Neben den einzelnen Erfolgsparametern

(Befruchtungs-, Schwangerschafts- und Geburtenrate),

welche inhärent zur assistierten Reproduktionsmedizin

gehören, wird die Patientinnenzufriedenheit laufend überwacht.

Auch hierbei war die spezielle Software sehr hilfreich,

sodass die Abfragen per Knopfdruck zur Verfügung

stehen. Die Ergebnisse werden jeden Tag im Team diskutiert.

In der Folge konnten die Therapieerfolge trotz rasanter

Zunahme der Behandlungszahlen konsolidiert

bzw. verbessert werden.


Koronarstents


Koronarstents –

neue Erkenntnisse

Sind Herzkranzgefässe eingeengt, drohen Herzinfarkt oder Angina pectoris. Um einer Wiedereinengung

– verursacht durch Narbenbildung – entgegenzuwirken, werden bei spezifischen Diagnosen

mit Medikamenten beschichtete Stents (dünne Metallgitterröhrchen) eingesetzt. Sie halten quasi als

Armierung von innen die kranken Herzkranzgefässe offen. Ein genereller Gebrauch dieser mit Medikamenten

beschichteten Stents ist jedoch nicht gerechtfertigt, wie die am Universitätsspital Basel

durchgeführte Basket-Studie zeigte.

46 | 47

Angina pectoris und Herzinfarkt liegt eine Verminderung

der Durchblutung des Herzmuskels durch Einengungen

der Herzkranzgefässe zugrunde. Während

Entstehen und Folgen davon mit Medikamenten behandelt

werden können, sind zu deren Überbrückung

die Bypassoperation, zu deren Beseitigung die Ballondilatation

mit Stabilisierung durch Koronarstents notwendig.

Die Koronarstents sind dünne Metallgitterröhrchen,

welche quasi als Armierung von innen die kranken Herzkranzgefässe

nach der Aufdehnung mittels Ballon offen

halten. Dies hat sich sehr bewährt, kann aber die lokale

Narbenbildung im Gefäss, welche zu einer Wiedereinengung

führen kann, nicht verhindern. Deswegen wur-

den diese Stents mit Medikamenten beschichtet (Drug-

Eluting Stents: DES), welche diese «überschiessende

Wundheilung» effektiv hemmen. Leider waren diese

DES aber initial fast doppelt so teuer wie herkömmliche

Stents, weshalb sich die Frage stellte: Können wir uns

dies am USB leisten?

Die Basket-Studie

Zur Klärung dieser Frage haben wir alle 926 Patientinnen

/ Patienten, die bei uns innert einem Jahr mittels

Koronarstents behandelt werden, entweder mit einem

herkömmlichen Stent oder einem mit Medikamenten

beschichteten DES behandelt. Nach 6 Monaten Beobachtungszeit

brachten die DES die erhoffte Reduktion

notwendiger Zweiteingriffe wegen erneuter Beschwerden,

waren aber so viel teurer, dass ein genereller Gebrauch

von DES bei allen Patientinnen / Patienten kaum

gerechtfertigt schien. Diese Resultate, publiziert im

«Lancet», stiessen international auf hohe Beachtung,

weil sie erstmals unselektionierte Patientinnen / Patienten

betrafen und industrieunabhängig waren. Da ein klarer

Mehrwert der DES auch hier nachgewiesen wurde, argumentierten

aber die Patientinnen und Patienten: «Wir

zahlen ja die vollen Kassenprämien. Wir wollen a l s o

auch den besten Stent, unabhängig vom Preis.»

Die Überraschung im Langzeit verlauf

In einer Nachfolgeuntersuchung nach einem weiteren

Jahr (Basket-Late) fanden wir überraschenderweise heraus,

dass späte Gerinnselbildungen im Stent aufgrund


Koronarstents – neue Erkenntnisse

unvollständiger Gefässheilung nach DES häufiger zu beobachten

waren als nach herkömmlichen Stents, wenn

auch insgesamt selten. Alarmierend war aber, dass sich

dies in über 80 % als Herzinfarkt oder gar Herztod ohne

Vorboten manifestierte. Diese Ergebnisse führten international

zu einem Aufruhr, zumal sie in Registerstudien

aufgrund retrospektiver Analysen bestätigt wurden.

Waren die gelobten und geliebten DES nun plötzlich gefährlich?

Namhafte Zeitungen, darunter «The Wall Street

Journal», berichteten darüber und die amerikanische

Food and Drug Administration berief eine spezielle

Fachtagung ein. Daraus wurde aufgrund aller vorhandenen

Daten geschlossen, dass zwar die Beobachtung

einer erhöhten Rate von späten Stentthrombosen nach

DES richtig ist, dass die Ereignisse aber so selten sind,

dass der Benefit der DES dies wettmacht: Eine insgesamt

erhöhte Rate von Herzinfarkt und Herztod konnte

nicht gefunden werden, übrigens auch in Basket nicht.

Die Konsequenzen …

Dennoch ging der Gebrauch der mit Medikamenten beschichteten

DES in den meisten Ländern deutlich zurück

und das National Institute for Clinical Excellence

(NICE), welches in England den Einsatz solcher Stents

bestimmt, schlug gar vor, die DES ganz zu verbieten.

Unsere 18-Monate-Daten bezüglich Kosteneffektivität,

wiederum im «Lancet» publiziert, konnten aber zeigen,

dass die DES bei Behandlung von dünneren Gefässen

nicht nur kaum mit Stentthrombosen behaftet, sondern

auch klar kosteneffektiv sind – im Gegensatz zur Behandlung

von grösseren Gefässen. Diese Resultate bildeten

ein wichtiges Argument für NICE, DES bei Patientinnen

und Patienten zur Behandlung von kleineren Gefässen

weiter zuzulassen.

Wie geht es nun weiter?

Die Forschung nach neuen DES ohne solche späten

Stentprobleme geht in verschiedene Richtungen weiter:

Neue Medikamente, andere Dosierungen, andere Haftstoffe

(Polymere) oder gar total auflösbare Stents werden

entwickelt. In Basel waren wir kritisch genug, zu

realisieren, dass unsere Resultate betreffend die potenzielle

Gefährdung von Patientinnen und Patienten, bei

denen grössere Gefässe mit DES behandelt werden, auf

einer retrospektiven Analyse beruht und damit «zufällig»

sein könnte. Wir nehmen deshalb diese Patientengruppe

nochmals speziell unter die Lupe in der Basket-Prove

Studie. Dabei werden in einer 11 Zentren und 4 Länder

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umfassenden Studie 2260 solche Patientinnen und Patienten

mit einem DES respektive einem herkömmlichen

Stent, wie in Basket, aber auch mit einem neuen

DES der 2. Generation behandelt. Diese Untersuchung

sowie eine zweite über die Behandlung von Bypass-

Graft-Einengungen mit Koronarstents werden übrigens

sowohl von der Basler Stiftung für kardiovaskuläre Forschung

wie auch vom Schweizerischen Nationalfonds

finanziell unterstützt.


Unsere Werte


«Unsere Werte» –

Grundsätze für den Arbeitsalltag

Die Spitalleitung hat zum Jahresende das Grundsatzdokument «Unsere Werte» verabschiedet. Die

darin enthaltenen Werte sind Richtschnur für Verhaltensweisen im Arbeitsalltag aller Mitarbeitenden

sowie Führungsverantwortlichen des Universitätsspitals Basel. Die eigentliche Arbeit beginnt mit der

fortlaufenden Umsetzung dieser auf Papier gebrachten Werte. Das heisst: Die Werte werden belebt

und gelebt. Sie sind Chance und Möglichkeit, sich immer weiterzuentwickeln und als Gesamtspital

erfolgreich zu sein.

50 | 51 «Unsere gemeinsame, oberste Verpflichtung

ist die nachhaltig beste,

ganzheitlich angepasste Behandlung

und Betreuung der Patientinnen

und Patienten und die Gewährleistung

einer hoch stehenden Lehre und

Forschung.»

Mit diesem Satz beginnt das Grundsatzpapier «Unsere

Werte».

Für die Erarbeitung des Papiers hat eine von der Spitalleitung

eingesetzte Gruppe Vorstellungen und Ideen

vom Zusammenarbeiten im Universitätsspital, die als

richtig und wertvoll angesehen werden, zusammengestellt

und in einen ersten Vorschlag gegossen. Alle

Mitarbeitenden des Spitals wurden danach eingeladen,

ihre persönliche Meinung zu diesem Entwurf mitzuteilen.

Viele dieser Anregungen und Rückmeldungen

konnten in dem von der Spitalleitung Ende Jahr verabschiedeten

Wertepapier berücksichtigt werden.

Unter Werten verstehen wir Grundsätze, nach denen

wir unsere Arbeit im Alltag richten wollen. Werte geben

Orientierung und Identifikation; sie sind eine entscheidende

Gemeinsamkeit von den Mitarbeitenden

und Führungsverantwortlichen unseres Spitals. Welche

Ziele verfolgt das Spital und mit welchen Werten

und Verhaltensweisen möchten wir diese erreichen?

In fünf Themenbereichen werden die Verhaltensweisen

beschrieben, die wir halten, erreichen oder perfektionieren

möchten. Am wichtigsten ist die Zufriedenheit

der Patientinnen und Patienten sowie der Kundinnen

und Kunden. «Einzig unsere Patientinnen und

Patienten und unsere weitere Kundschaft begründen

unsere Existenz als Spital.» Mit diesem Satz wird ein

einschneidender Kulturwandel umschrieben, an dem

wir schon lange intensiv und engagiert arbeiten. Unter

dem zweiten Titel «Qualität und Wirtschaftlichkeit»

beschreiben wir, dass wir gleichermassen eine ausgezeichnete

Qualität unserer Leistungen und eine hohe

Wettbewerbsfähigkeit anstreben. Im Zentrum steht

auch die universitäre Lehre und Forschung, welche

höchsten medizinischen Standard sichert und uns als


«Unsere Werte» – Grundsätze für den Arbeitsalltag

national und international anerkannten Forschungsort

positioniert. Dritter Themenbereich sind die Mitarbeitenden

und Führungsverantwortlichen, welche mit ihrer

Arbeit die Basis für den Erfolg legen. Gegenseitige

Loyalität zwischen Mitarbeitenden und Spital wie auch

stetige Veränderungsbereitschaft werden als vierter

Punkt umschrieben. In einem Betrieb mit rund 4500

Mitarbeitenden aus 75 Nationen, die in unterschiedlichsten

Berufen tätig sind, müssen Zusammenarbeit

und Kommunikation oberstes Gebot sein. Dieses Thema

ist im fünften Themenblock festgehalten.

Eigentlich sind diese Werte eine Selbstverständlichkeit

– oder können Sie sich ein Unternehmen vorstellen,

das keine Qualitätsarbeit liefern möchte? Werte

sind nicht gut oder schlecht, sondern von allen spürbar.

Wenn Werte verkündet, aber nicht gelebt werden,

dann lässt sich das nicht verbergen. Daraus folgt, dass

wir dafür sorgen müssen, dass alle Mitarbeitenden

und Führungskräfte «Unsere Werte» nicht nur kennen,

sondern auch leben. Dieses Ziel haben wir uns gesetzt

im Wissen, dass wir damit einen hohen Anspruch an

uns selbst stellen. Unser Hauptaugenmerk gilt deshalb

dem Umsetzungsprozess. Jede Mitarbeiterin und

jeder Mitarbeiter soll erkennen, was die Werte für die

persönliche Arbeitssituation bedeuten. «Unsere Werte»

verstehen wir als Chance und Möglichkeit, vorwärts

zu kommen, in einen spitalweiten Dialog zu treten,

uns weiterzuentwickeln und erfolgreich zu sein.

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Weihnachten


Weihnachten im Spital –

Aktion Wunschbaum

Ein zum Wunschbaum ernannter Tannenbaum in der Adventszeit entpuppte sich als echter Publikumsmagnet.

Zahlreich (ver)sammelten sich Patientinnen, Patienten, Mitarbeitende, kleine und grosse

Besucher und Besucherinnen um den Baum im Klinikum 1, um die Wunschkarten zu lesen und / oder

um den eigenen Wunsch anzuhängen. Viel Sinniges, Berührendes stand auf über 400 Karten am

Jahresende.

54 | 55

Das ist weit mehr als liebevoll geschmückte Tannenbäume,

glitzernder Fensterschmuck oder das Brunsli

zum Kaffee. Im Spital, an diesem Ort, wo viele Menschen

täglich ein- und ausgehen, ist in dieser Zeit eine

besondere Konzentration von Emotionen spürbar:

Hoffnungen, Wünsche, Mitgefühl. Da Weihnachtszeit

auch Wunschzeit ist, war 2007 die Aktion Wunschbaum

geboren. Aus dem Tannenbaum wurde ein

Wunschbaum. Er schmückte in der Adventszeit die

Eingangshalle im Klinikum 1. Auf einem kleinen Tisch

lag alles dazu bereit, die Wünsche aufzuschreiben und

an den Baum zu hängen. Bereits nach kurzer Zeit war

vor lauter Zetteln der Baum kaum mehr zu sehen, was

wir als positives Zeichen werten durften. Sein Schmuck

waren und blieben die bis zum Jahresende gezählten

445 Karten, auf welchen zahlreiche Personen sich

selbst oder Angehörigen, Freunden, Bekannten oder

ganz einfach allen Menschen Gesundheit und Genesung

wünschten. Auch hier: so verschieden die Menschen,

so vielfältig die Wünsche. Was hingegen erstaunte:

Materielle Wünsche machten nur einen verschwindend

kleinen Teil der Wunschkarten aus. Die

meisten Wünsche schienen aus tiefster Seele zu kommen

… und (be)rührten.


Jahresrechnung 2007

56 | 57


Kennzahlen

im Überblick

Der Abschluss 2007 wie auch derjenige des Vorjahres

wurden gemäss den Vorschriften (REKOLE © ) des Spitalverbandes

H+ erstellt.

Der Gesamtertrag im Jahr 2007 stieg um 36.6 Mio. Fr.

auf 521.0 Mio. Fr. und hat damit erstmals die Schwelle

einer halben Milliarde deutlich übertroffen.

Dieses Wachstum des Ertrages des Universitätsspitals

Basel war von verschiedenen Faktoren geprägt. Im Bereich

der Dienstleistungen für die Gesundheitsversorgung

konnte die Anzahl der stationären Fälle erhöht werden.

Gleichzeitig stieg die Anzahl der Pflegetage um

rund 3 %. Im ambulanten Bereich wurde der ausgehandelte

Taxpunktwert von Fr. –.94 erstmals ganzjährig

wirksam bei zunehmender Nachfrage nach unseren Versorgungsleistungen.

Schliesslich gab es eine leichte Verschiebung

bei der Herkunft der Patienten durch eine vermehrte

Inanspruchnahme der zentrumsmedizinischen

Leistungen durch ausserkantonale und ausländische Patientinnen

und Patienten. All diese Faktoren führten zu

einer Ertragssteigerung aus den Patientenleistungen

von 15.6 Mio. Fr. bzw. 3.6 % gegenüber dem Vorjahr.

Aufgrund der neu vereinbarten Finanzierung der klinischen

Lehre und Forschung durch die Universität

wurden die Beiträge und Subventionen um 22.5 Mio. Fr.

auf 56.5 Mio. Fr. erhöht.

Der Finanzertrag stieg um 1.1 Mio. Fr. an, während bei

den Erträgen aus Leistungen für Dritte und Personal ein

Rückgang zu verzeichnen war, der auf reduzierte Verkäufe

von Medikamenten an die Spitäler der Region und

übrigen Dienstleistungen an Dritte zurückzuführen ist.

Der Betriebsaufwand betrug 673.6 Mio. Fr. und lag damit

1.4 Mio. Fr. bzw. 0.2 % über dem Vorjahr. Der Personalaufwand

wuchs um 2.4 Mio. Fr. bzw. 0.5 % gegenüber

dem Vorjahr und lag damit knapp über der Teuerung.

Die Entwicklung des Sachaufwandes war um

1.0 Mio. Fr. bzw. 0.5 % rückläufig. Insgesamt konnte

nahezu ein Nullwachstum realisiert werden.

Die Besoldungen und Löhne sind im Rahmen der Teuerung

gewachsen, wobei der nicht kostenneutrale Stufensprung

über eine zurückhaltende Praxis bei der Stellenbewirtschaftung

teilweise kompensiert wurde. Die

Arzthonorare stiegen gegenüber dem Vorjahr insgesamt

um 8 %. Diese Zunahme ist auf die deutliche Ertragssteigerung

in der stationären Halbprivat- und Privatabteilung

zurückzuführen, die damit finanziert wurde. Die Beschäftigung

(volle Stellen) konnte leicht gesenkt werden.

Die Beschäftigung per 31.12.2007 beträgt 3497 Stellen

und liegt damit 7 Stellen unter dem Vorjahr.

Erstmalig konnte der Aufwand für den medizinischen

Bedarf konstant gehalten werden. Der reduzierte Ver-


Kennzahlen im Überblick

brauch von Implantaten, Instrumenten und Utensilien

wurde durch einen Mehrverbrauch bei den Medikamenten,

Arzneimitteln und Chemikalien nahezu neutralisiert

und führte zu einem Zuwachs von 0.2 Mio. Fr.

bzw. 0.2 % gegenüber dem Vorjahr. Der Lebensmittelund

Haushaltsaufwand sank um rund 3 %, trotz den

immer höheren Anforderungen in der Reinigung. Im

Bereich des Unterhalts für Mobilien und Immobilien

konnte dank restriktivem Kostenmanagement der Aufwand

gegenüber dem Vorjahr um 0.4 Mio. Fr. bzw. 3 %

reduziert werden.

Der Aufwand für Anlagennutzung, der neben den Abschreibungen

auch Sonderabschreibungen für Kleininvestitionen

enthält, ist aufgrund der getätigten Investitionen

zurückgegangen.

Im Rahmen der Neubewertung und der Vervollständigung

der Rückstellungen im Personalbereich, die nichtbezogene

Ferien aus Vorjahren und weitere Zeitguthaben der

Mitarbeitenden betreffen, musste eine ausserordentliche

Rückstellung gebildet werden, die als ausserordentlicher

und betriebsfremder Aufwand und Ertrag

ausgewiesen wurde.

Zusammenfassend zeigt das abgeschlossene Jahr ein

positives Bild. Auf der Ertragsseite wurde ein deutlicher

Zuwachs des Fakturierungsvolumens für Patientenleistungen

realisiert. Das positive Wachstum des Ertrages

konnte die moderaten Steigerungen im Bereich

des Personalaufwandes vollständig kompensieren. Zusätzlich

gelang es, den ausserordentlichen Aufwand für

die Personalrückstellung aufzufangen. Mit der Berücksichtigung

der Neufinanzierung der klinischen Lehre

und Forschung konnte der Erfolg gemäss den Bewertungsvorschriften

von H+ deutlich verbessert werden.

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Der Verwaltungs- und der Informatikaufwand wurde erhöht.

Dazu beigetragen haben Erhöhungen im Bereich

der Informatik und in der Öffentlichkeitsarbeit. Beim übrigen

nicht patientenbezogenen Aufwand trugen vor

allem die Versicherungsprämien zum Wachstum bei.


Bilanz des

Universitätsspitals Basel

in 1000 Franken 31.12.2007 31.12.2006

Aktiven

Flüssige Mittel 1’519 1’580

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 109’578 106’305

Warenvorräte 8’778 8’311

Aktive Abgrenzungsposten 7’505 8’891

Umlaufvermögen 127’380 125’087

Immobilien 24’342 24’596

Betriebseinrichtungen 92’577 80’244

Anlagevermögen 116’919 104’840

Summe Aktiven 244’299 229’927

Passiven

Kurzfristige Verbindlichkeiten aus

Lieferungen und Leistungen 35’229 36’589

Übrige Verbindlichkeiten 181’742 175’019

Passive Abgrenzungsposten 4’018 4’584

Kurzfristiges Fremdkapital 220’989 216’192

Rückstellungen 23’310 13’735

Rückstellungen 23’310 13’735

Summe Passiven 244’299 229’927


Erfolgsrechnung des

Universitätsspitals Basel

in 1000 Franken 2007 2006 Veränderung

60 | 61

Besoldungen und Löhne 326’387 325’115 1’272

Arzthonorare 24’591 22’535 2’056

Sozialleistungen 92’940 93’942 – 1’002

Übriger Personalaufwand 3’269 3’193 76

Personalaufwand 447’187 444’785 2’402

Medizinischer Bedarf 133’953 133’725 228

Lebensmittelaufwand 6’517 6’739 – 222

Haushaltaufwand 10’130 10’440 – 310

Unterhalt und Reparaturen von Immobilien 7’667 8’876 – 1’209

Unterhalt und Reparaturen von Betriebseinrichtungen 7’551 6’789 762

Aufwand für Anlagennutzung 30’121 31’077 – 956

Zinsaufwand 198 193 5

Aufwand für Energie und Wasser 8’515 8’495 20

Verwaltungs- und Informatikaufwand 16’761 16’251 510

Übriger patientenbezogener Aufwand 1’223 1’260 – 37

Übriger nicht patientenbezogener Aufwand 3’799 3’633 166

Sachaufwand 226’435 227’478 – 1’043

Betriebsaufwand 673’622 672’263 1’359


in 1000 Franken 2007 2006 Veränderung

Erträge aus medizinischen, pflegerischen

und therapeutischen Leistungen 200’132 198’678 1’454

Erträge aus ärztlichen Leistungen 78’262 73’166 5’096

Erträge aus übrigen Spitalleistungen 160’768 151’568 9’200

Erträge aus übrigen Leistungen für PatientInnen 1’016 1’151 – 135

Finanzertrag 3’077 1’972 1’105

Ertrag aus Leistungen für Dritte und Personal 21’255 23’888 – 2’633

Beiträge und Subventionen 56’474 34’000 22’474

Betriebsertrag 520’984 484’423 36’561

Ausserordentlicher und betriebsfremder Aufwand und Ertrag – 7’030 1’622 – 8’652

Erfolg gemäss Bewertungsvorschriften H+ – 159’668 – 186’218 26’550

Überleitung zur Staatsrechnung

Erfolg gemäss Bewertungsvorschriften H+ – 159’668 – 186’218 26’550

Differenz Abschreibung / Investitionen H+ / Staatsrechnung – 8’977 – 7’507 – 1’470

Saldo laufende Rechnung Basel-Stadt – 168’645 – 193’725 25’080


Anhang zur

Jahresrechnung 2007

Grundlagen und Grundsätze zur

Jahresrechnung

Die Bilanz und die Erfolgsrechnung sind in Anlehnung

an die Rechnungslegungsvorschriften von H+ und den

Vorschriften gemäss Spitalgesetz erstellt worden. Die

Rechnungslegung entspricht den allgemein gültigen

kaufmännischen Grundsätzen, d.h., alle bis zum Bilanzstichtag

abgeschlossenen Geschäfte sind in der

Jahresrechnung als Aufwand und Ertrag erfasst und

nach anerkannten Grundsätzen wie der Bilanzklarheit

und -wahrheit, der Wesentlichkeit sowie der Periodizität

ausgewiesen. Die Vorschriften von H+ wurden umgesetzt

und die Rechnungslegungsgrundsätze gemäss

REKOLE © von H+ angewandt.

Da es sich beim Universitätsspital Basel (USB) um eine

Dienststelle des Kantons Basel-Stadt handelt, hat die Bilanz

nur eine beschränkte Aussagekraft. Die Position Eigenkapital

fehlt deshalb gänzlich, und die Immobilien widerspiegeln

bei Weitem nicht den tatsächlich getätigten

Investitionsaufwand in Sachanlagen der vergangenen

Jahrzehnte. Die vom Universitätsspital Basel verwalteten

Gelder von Drittmittelfonds sind in der Jahresrechnung

nicht enthalten.

Bilanz

1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

In dieser Position sind sämtliche Forderungen gegenüber

Patientinnen und Patienten, Versicherungen, Krankenkassen,

Kantonen und Dritten sowie Vorauszahlungen

an Lieferanten und sonstige Forderungen enthalten, wie

auch Vorauszahlungen von Debitoren und durchlaufende

Positionen enthalten sind.

Das Delkredererisiko ist mit einer entsprechenden Wertberichtigung

berücksichtigt worden. Nicht mehr einbringliche

Forderungen wurden abgeschrieben.

2. Warenvorräte

Bei den Warenvorräten handelt es sich um Produkte des

medizinischen Bedarfs (z.B. Medikamente, Implantate,

Instrumente, Utensilien, Verbandmaterial usw.) sowie

um Textilien, Lebensmittel, Büromaterial, Werkzeuge

und Bestandteile für die technische Infrastruktur. Die Bewertung

erfolgt zu durchschnittlichen Einstandspreisen.

Es besteht eine Wertberichtigung für unkurante Waren.

3. Aktive / passive Abgrenzungsposten

Die aktiven und passiven Abgrenzungsposten beinhalten

die Aufwands- sowie Ertragsabgrenzungen für noch

nicht fakturierte Leistungen und Erträge zum Zeitpunkt

der Rechnungsschliessung.

4. Immobilien

Kleinere wertvermehrende Investitionen machen die

Position Immobilien aus. Alle anderen Investitionen in

Grundstücken und Gebäuden werden nicht in der

Dienststelle, sondern global in der Staatsrechnung ausgewiesen.

5. Betriebseinrichtungen

Unter der Position Betriebseinrichtungen sind Investitionen

in medizinische Apparate, Einrichtungen, Fahrzeuge

und in die Informatik enthalten. Kleininvestitionen

(Beschaffungen pro Gegenstand unter 3000 Fr.) von Mobilien,

Betriebseinrichtungen und medizinischen Apparaten

werden nicht aktiviert und über die Erfolgsrechnung

als Aufwand verbucht. Die vom Staat zwingend als

Objektkredite über 0.3 Mio. Fr. vorgegebenen Budgetpositionen

werden, sofern sie nicht aktiviert und in die

Anlagenbuchhaltung aufgenommen worden sind, ebenfalls

als Aufwand für Anlagennutzung behandelt.

6. Kurzfristige Verbindlichkeiten aus Lieferungen und

Leistungen / übrige Verbindlichkeiten

Der Austausch von Lieferungen und Leistungen sowie

der gesamte Geldfluss zwischen dem USB, den Drittmittelfonds

und anderen Dienststellen des Kantons Basel-

Stadt werden über Kontokorrentkonten abgewickelt. In

den übrigen Verbindlichkeiten sind die Verpflichtungen

62 | 63


des USB gegenüber der Dienststelle des Finanzdepartements

inbegriffen. Kontokorrentkonten zwischen staatlichen

Dienststellen im eigenen Gemeinwesen werden

nicht verzinst.

7. Rückstellungen

Bestehende Risiken (z.B. tarifliche oder rechtliche Risiken)

sind mit dieser Position abgedeckt. Im Weiteren

sind auf Basis der Erhebung der Jahresendsaldi der Ferien,

Überzeiten und Gleitzeit entsprechende Rückstellungen

zulasten der Erfolgsrechnung getätigt worden.

Erfolgsrechnung

8. Ausserordentliche Positionen

Unter «Ausserordentlicher und betriebsfremder Aufwand

und Ertrag» werden Aufwendungen und Erträge für Anpassungen

von Rückstellungen für Risken aus früheren

Geschäftsjahren und aus Anlagenverkauf ausgewiesen.

9. Aufwand für Anlagennutzung

Neben den Abschreibungen gemäss den Vorgaben von

H+ werden hier auch Beschaffungen pro Gegenstand

unter 3000 Fr. von Mobilien, Betriebseinrichtungen und

medizinischen Apparaten, die nicht aktiviert werden,

ausgewiesen. Die Objektkredite über 0.3 Mio. Fr., die gemäss

den Vorgaben der Staatsrechnung definiert sind,

werden, sofern sie nicht aktiviert und in die Anlagenbuchhaltung

aufgenommen worden sind, ebenfalls in

dieser Position ausgewiesen.

10. Differenz Abschreibung / Investitionen H+ / Staatsrechnung

Die Differenz der Abschreibungen gemäss Staatsrechnung

und nach H+ wird hier aufgeführt. In Abzug gebracht

werden die gemäss den Vorgaben H+ über Aufwand

gebuchten Investitionen, die in der Staatsrechnung

aktiviert werden.

Übrige Punkte zur Jahresrechnung

Nichtbilanzierte Leasingverbindlichkeiten

Alle Leasingverbindlichkeiten sind entsprechend in der

Bilanz ausgewiesen.

Brandversicherungswerte der Anlagen

Die Brandversicherungswerte der Anlagen werden

durch die Rimas AG verwaltet.

Eventualverbindlichkeiten

Es bestehen keine Eventualverbindlichkeiten.


Anhang zur Jahresrechnung 2007

64 | 65


Entwicklung

Aufwand /Ertrag /

Entwicklung Beitrag

Basel-Stadt

Der Betriebsaufwand

des Universitätsspitals

Basel beziffert sich auf

673,6 Mio. Franken.

Damit war er um 1,4

Mio. Franken höher als

im Vorjahr. Gleichzeitig

erhöhte sich der

Betriebsertrag um 36,6

Mio. Franken auf 521,0

Mio. Franken.

.























2. Entwicklung

Personalaufwand /

Anzahl stationäre

Akutpatientinnen

und –patienten

In den Akutkliniken, zu

welchen seit 2003

auch die Akutgeriatrie

gehört, hat sich die

Zahl der behandelten

Patientinnen und

Patienten um +322 auf

26’802 erhöht.


Anhang zur Jahresrechnung 2007

Anzahl Pflegetage im

Akutbereich

Die Pflegetage stiegen

um +6’803 auf 225’611

inklusive Akutgeriatrie.

Die Bereiche

Spezialkliniken,

Operative Medizin und

Medizin legten zu, der

Bereich Medizinische

Querschnittsfunktionen

blieb unter dem

Vorjahreswert. Die

durchschnittliche

Aufenthaltsdauer stieg

um 0,1 auf 8,4 Tage.















66 | 67





Anzahl Patienten

/-innen der

Geriatrischen

Universitätsklinik

Die Anzahl Patientinnen

und Patienten

stieg um +5 auf 585.

Die Pflegetage stiegen

um +386 auf 9’586, die

durchschnittliche

Aufenthaltsdauer um

+0,5 auf 16,4 Tage.


Jahresdaten 2007

zum stationären Bereich

Anzahl Anzahl Aufenthalts- Durschn. Betten-

Patienten /-innen Pflegetage tage je betriebene bestand am

Patient /-in Betten 31.12.07

Bereich Medizin

Innere Medizin (inkl. MIPS) 7’134 69’250 9.7 203.0 203.0

Kriseninterventionsstation 549 2’464 4.5 8.0 8.0

Neurologie 852 8’721 10.2 24.0 24.0

Notfallstation 2’468 8’089 **0.7 15.0 15.0

Bereich Operative Medizin

Chirurgie (alle Disziplinen) 8’773 83’053 9.5 254.1 252.3

Bereich Spezialkliniken

Augenklinik 848 3’579 4.2 14.5 12.0

Dermatologie 248 3’888 15.7 12.0 12.0

HNO 981 6’397 6.5 19.0 19.0

Gynäkologie 1’230 7’286 5.9 24.0 24.0

Mutter und Kind 2’301 15’253 6.6 45.0 45.0

Bereich Querschnittsfunktion

Nuklearmedizin 632 2’277 3.6 6.0 6.0

Operative Intensivbehandlung

inkl. IMC und Wachstation 201 5’768 **1.5 21.0 21.0


Jahresdaten 2007 zum stationären Bereich

Anzahl Anzahl Aufenthalts- Durchschn. Betten-

Patienten/-innen Pflegetage tage je betriebene bestand am

Patient/-in Betten 31.12.07

68 | 69

Total Akutbereich 26’217 216’025 8.2 645.6 641.3*

Akutgeriatrie 585 9’586 16.4 28.0 28.0

TOTAL

Akutbereich/Akutgeriatrie 26’802 225’611 8.4 673.6 669.3

*davon: Akutstationsbetten

(somatisch) 579.3

Intensivpflege- und Notfallbetten 54.0

Psychiatriebetten

(Krisenintervention) 8.0

Total 641.3

** Relation externe Austritte und interne Übertritte zu Anzahl Pflegetage

5. Jahresdaten zum stationären Bereich

Sowohl die Pflegetage als auch die Patientenzahl nahmen im Vergleich zum Vorjahr zu. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer

im akut somatischen Bereich stieg um + 0,1 auf 8,2 Tage. Im Akutbereich inklusive der Akutgeriatrie stieg

die durchschnittliche Aufenthaltsdauer um + 0,1 auf 8,4 Tage. Die Anzahl der teilstationären Behandlungen stieg um

+ 160 auf 3’965.


Pflegetage des

Universitätsspitals Basel

Pflegetage 2007 nach Wohnort der Patientinnen und Patienten Pflegetage %

(Akutbereich inkl. Akutgeriatrie)

BS 133’827 59.3

BL 44’294 19.6

AG 10’495 4.7

SO 6’908 3.1

Jura 6’906 3.1

Übrige Schweiz 7’784 3.5

Baden-Württemberg 11’148 4.9

Elsass 2’110 0.9

Übriges Ausland 2’139 0.9

TOTAL 225’611 100.0

6. Pflegetage 2007 nach Wohnort der Patientinnen und Patienten

59,3 Prozent der Pflegetage stammen von Patienten aus Basel-Stadt. Die restlichen 40,7 Prozent gehen fast zur Hälfte

auf das Konto von Basel-Landschaft. Die Pflegetage von ausländischen Patientinnen und Patienten stammen zu rund

72 Prozent von Personen aus Deutschland.

Durchschnittliche Kosten pro Pflegetag 2006 2007

Gesamtspital 1’453 1’485

7. Durchschnittliche Kosten pro Pflegetag

Die Kosten pro Pflegetag haben sich im Vergleich zum Vorjahr um 2,2 Prozent auf 1’485 erhöht. In diesem Betrag

ist der Aufwand für Lehre und Forschung nicht enthalten, damit die Vergleichbarkeit mit anderen Spitälern gewährleistet

ist. Der absolute Betrag reflektiert die komplexen und kostenintensiven Behandlungen, welche vom Universitätsspital

Basel für die Patientinnen und Patienten der Nordwestschweiz einschliesslich des grenznahen Auslands

angeboten werden.


Organigramm des

Universitätsspitals Basel

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Personal des

Universitätsspitals Basel

Personalbestand, Stellen per 31.12.2007 (ohne Drittmittel) Anzahl Stellen inkl. LuF

Medizin 826.1 878.3

Operative Medizin 453.8 490.0

Spezialkliniken 414.3 439.7

Medizinische Querschnittsfunktionen 808.8 830.4

Direktion/Stäbe 31.3 31.3

Informatik 42.6 42.6

Projekte 5.7 5.7

Ressort Personal/Finanzen/Betrieb 723.8 723.8

Ressort Gesundheitsberufe 12.0 13.9

Departement Forschung 0.0 41.2

Total 3’318.3 3’496.8

Quelle: Beschäftigungsentwicklung nach Bereichen per 31.12.2007

Verteilung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nach Wohnort Personen %

Basel-Stadt 2’129 46.5%

Basel-Landschaft 1’202 26.3%

Übrige Schweiz 400 8.7%

Deutschland 542 11.8%

Frankreich 301 6.6%

Übrige Länder 3 0.1%

Total 4’577 100.0%


Impressum

Jahresbericht 2007

72

Redaktion Andreas Bitterlin, Urs Flury

Konzeption, Gestaltung, Typografie und Prepress Schaffner & Conzelmann AG, Basel

Fotos Schaffner & Conzelmann AG, Basel, Urs Flury, USB

Druck Steudler Press AG, Basel

Ein statistischer Anhang zum vorliegenden Jahresbericht 2007 – mit detaillierten Angaben

zu den einzelnen Departementen, Kliniken, Instituten und Bereichen – ist bei der Direktion des

Universitätsspitals Basel erhältlich.

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