Behandlungszentrum Brust am Unispital Basel - Universitätsspital ...

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Behandlungszentrum Brust am Unispital Basel - Universitätsspital ...

Ärztemagazin

Universitätsspital Basel

Behandlungszentrum Brust

am Unispital Basel

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quality analyses»

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and Critical Care Analyses

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E-Mail office@laborsysteme.ch


Inhalt und Impressum

Inhaltsverzeichnis

5

Christoph Rochlitz:

Das Brustzentrum der Universität Basel

9

Heidi Scheel:

Bessere Betreuung, mehr Beratung

Das Basler Brustzentrum fördert die Ausbildung zur Breast-Care-Nurse,

die Patientinnen während ihrer Krankheit begleitet und unterstützt

10

Daniela Wruk, Rosanna Zanetti Dällenbach:

Bildgebung in der Früherkennung und zur Abklärung

Dank früherer Diagnostik und verbesserter Therapiemöglichkeiten sind die

Mortalitätsraten bei Brustkrebs konstant

12

Walter Marti, Edward Wight:

Minimale Radikalität, maximaler Effekt

Neue Konzepte ermöglichen eine minimal invasive operative Behandlung des Brustkrebses

15

Georg Feichter:

Präzision im Wettlauf mit der Zeit

Die Aufgaben des Pathologen am Brustzentrum

16

Ludwig Plasswilm:

Strahlentherapie bei Patientinnen mit Mammakarzinom

Die Bestrahlung ist ein integraler Bestandteil des kurativ ausgerichteten, üblicherweise interdisziplinären,

multimodalen Therapiekonzepts

18

Martin Haug:

Brustrekonstruktion schafft körperliche Integrität

Die Plastische Chirurgie geniesst im Mammazentrum Basel einen hohen Stellenwert

21

Brigitta Wössmer:

Krebskranke sind nicht allein

Die Abteilung für Psychosomatik am Universitätsspital Basel begleitet Krebskranke und ihr

Umfeld mit gezielten Therapien

22

Behandlungszentrum Brust:

Alle Kontaktdaten auf einen Blick

Impressum

Herausgeber: Frehner Consulting AG, Unternehmensberatung für PR, CH-9014 St.Gallen, Tel. +41 (0)71 272 60 80, info@frehner-consulting.com

Gesamtleitung: Rudolf A. Frehner Produktion und Inseratemarketing: MetroComm AG, CH-9014 St.Gallen, Tel. +41 (0)71 272 80 50, info@metrocomm.ch

Chefredaktor: Dr. Stephan Ziegler Redaktion: Felix Ruhl Fotos: Urs Flury, S&C Projektkoordination UHBS: Urs Flury Geschäftsleitung: Natal Schnetzer

Anzeigenleitung: Walter Böni Gestaltung: Mirjana Vujic Juni 2007

Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit schriftlicher Genehmigung der MetroComm AG.

Universitätsspital Basel, Hebelstrasse 32, CH-4031 Basel, Tel.: +41 (0)61 265 25 25, Mail: info@unispital-basel.ch

3


Editorial

Das Brustzentrum des Universitätsspitals Basel

Im Juni 2006 wurde durch einen Spitalleitungsbeschluss das „Reglement des

Behandlungszentrums Brust“ genehmigt und damit das Brustzentrum der Universität

Basel offiziell gegründet. Hintergrund dieser Entwicklung ist die

enorme und immer weiter zunehmende Komplexität einer modernen, internationalen

Standards genügenden Behandlung des Mammakarzinoms.

War die Behandlung von Brustkrankheiten vor 20

Jahren noch im Wesentlichen eine Domäne der

operativen Fächer, unterstützt von ein paar einfachen

diagnostischen Methoden, die Radiologie

und Pathologie zu bieten hatten, so verlangt heute

eine optimale Betreuung von Patientinnen mit

Brustkrebs ein hochspezialisiertes, interdiszip li -

näres Team, das Kenntnisse und Fähigkeiten in ra -

dio logischen, biopsietechnischen, molekular -

patho logischen, operativen, endokrinologischen,

chemotherapeutischen, strahlentherapeutischen,

pflegerischen und psychologischen Bereichen der

Senologie vereint. Keine der an der Behandlung

des Mammakarzinoms beteiligten Disziplinen ist

mehr in der Lage, alle diese Kompetenzen aus sich

heraus qualitativ hochstehend zu bieten, so dass

sich die Betreuung betroffener Patientinnen an

Brustzentren weltweit mehr und mehr durchsetzt.

Hinzu kommt die wachsende Erkenntnis, dass nur

die Behandlung einer grossen Zahl von Patien -

tinnen es den beteiligten Ärztinnen und Ärzten ermöglicht,

ihren Aufgaben mit wirklicher Kompe -

tenz gerecht zu werden – und dies gilt gleicher -

massen für Methoden der Diagnostik wie der

operativen, strahlentherapeutischen oder medika -

men tösen Therapie. Gesundheitspolitisch be deu -

tet diese Erkenntnis die Notwendigkeit einer Kon -

zen tration von Patientinnen auf relativ wenige,

dafür aber entsprechend ausgestattete Ein rich tun -

gen.

Bessere Vernetzung,

optimale Behandlungspfade

Das Brustzentrum der Universität Basel wird interdisziplinär

und partnerschaftlich von folgenden

Ein richtungen getragen:

• Frauenklinik

• Allgemeinchirurgische Klinik

• Institut für Pathologie

• Abteilung für Medizinische Onkologie

• Abteilung für plastisch-rekonstruktive Chirurgie

• Institut für Radiologie

• Institut für Radioonkologie

• Abteilung für Psychosomatik

• Pflege, Pflegerische Behandlungsprozesse,

Pflegerische Fachentwicklung

Das Zentrum hat das Ziel, die Qualität der

Diagnostik und Behandlung von Erkrankungen

der weiblichen und männlichen Brust in der Nordwestschweiz

auf hohem, international kompetitivem

Niveau zu sichern. Das Zentrum bemüht

sich um eine kontinuierliche Qualitätsverbesserung

durch zentrale Dokumentation seiner Leistungen,

durch Verbesserung der Diagnose- und

Therapiealgorithmen, durch bessere Vernetzung

der im Zentrum zusammenarbeitenden Einheiten,

durch Optimierung der Ablauforganisation und

durch Forschung und Entwicklung im gesamten

Themengebiet.

In der vorliegenden Ausgabe des Ärztemagazins

stellen die Mitglieder des Leitungsgremiums des

Brustzentrums der Universität Basel in kurzen

Beiträgen wichtige Entwicklungen ihrer jeweiligen

Fachgebiete vor. Ein erster öffentlicher Auftritt des

Brustzentrums wird im Rahmen einer Veranstaltung

für das Laienpublikum mit dem Thema

„Die ganzheitliche Therapie des Mamma kar zi -

noms am Brustzentrum der Universität Baselam

21. Juni 2007 stattfinden.

Fortschritte bei der Behandlung des Mammakarzinoms

Die Sterblichkeit an Brustkrebs hat in den letzten 15

Jahren in den industrialisierten Ländern sehr

deutlich abgenommen – und dies, obwohl die zunehmende

Alterung der Bevölkerungen eine Zunahme

der absoluten Inzidenzzahlen bedingt. Ursachen

für die eindrückliche Erhöhung der

5

«Das Zentrum hat das Ziel,

die Qualität der Diagnostik

und Behandlung von Erkrankungen

der weiblichen

und männlichen Brust in der

Nordwestschweiz auf hohem,

international kompetitivem

Niveau zu sichern.»


NEU ERHÄLTLICH:

CRESTOR ®

(ROSUVASTATIN),

ASTRAZENECA AG

Seit dem 1. Januar 2007 ist

Crestor® (Rosuvastatin) neu

in der Schweiz erhältlich.

Crestor ® ist zur Behandlung der primären

Hypercholesterinämie (Typ IIa einschliesslich

heterozygoter familiärer Hypercholesterinämie),

der gemischten Dyslipidämie (Typ IIb)

und der homozygoten familiären Hypercholesterinämie

zugelassen.

In verschiedenen grossen, kontrollierten

Studien konnte gezeigt werden, dass Crestor ®

im Vergleich zu Atorvastatin, Pravastatin und

Simvastatin das LDL-Cholesterin überlegen

senkt. 1-4 Crestor ® erhöht das HDL-Cholesterin

über den ganzen Dosierungsbereich überzeugend

1 und reduziert die Triglyceridspiegel vergleichbar

stark wie Atorvastatin. 2

Das Verträglichkeitsprofil von Crestor ® ist

mit demjenigen aller andern in der Schweiz verfügbaren

Statine vergleichbar. 1,5 Crestor ® zeigt

keine klinisch signifikanten Wechselwirkungen

mit dem Cytochrom P450 Enzymsystem, weder

als Substrat noch Inhibitor bzw. Induktor, weshalb

keine damit im Zusammenhang stehenden

klinisch signifikanten Arzneimittelinteraktionen

zu erwarten sind. 6

Crestor ® ist kassenzulässig und als einmal täglich

zu verabreichende Filmtablette zu 5, 10 und

20mg erhältlich. Die übliche Startdosierung

beträgt 5-10mg einmal täglich.

Aufgrund der erfolgreichen LDL-Cholesterinsenkung

erreichen acht von 10 Patienten

bereits mit der Dosierung von Crestor ® 10mg

ihre LDL-C-Zielwerte (NCEP ATP III

Zielwerte 2001). 1

Referenzen

1

Jones PH et al. Comparison of the Efficacy

and Safety of Rosuvastatin and versus atorvastatin,

simvastatin and pravastatin across

doses (STELLAR Trial). Am J Cardiol 2003;

92: 152-160.

2

Schuster H et al. Effects of switching statins

on achievement of lipid goals: measuring

effective reductions in cholesterol using rosuvastatin

therapy (MERCURY I) study. Am

Heart J 2004; 147: 705-12.

3

Olsson AG et al. Effects of rosuvastatin and

atorvastatin compared over 52 weeks of treatment

in patients with hypercholesterolemia.

Am Heart J 2002; 144: 1044-51.

4

Brown et al. Efficay and safety of rosuvastatin

compared with pravastatin and simvastatin

in patients with hypercholesterolemia: a

randomized, double-blind, 52-week trial. Am

Heart J 2002; 144: 1036-43.

5

Shepherd J et al. Safety of Rosuvastatin. Am

J Cardiol 2004; 94: 882-888.

6

Crestor Fachinformation. Arzneimittelkompendium

der Schweiz. Documed AG. Januar 2007

Crestor ® HMG-CoA-Reduktase-Hemmer

Z: Rosuvastatinum ut Calcii Rosuvastatinum,

Tablette zu 5 mg, 10 mg und 20 mg

Liste B.

I: Primäre Hypercholesterinämie, gemischte

Dyslipidämie, homozygote familiäre Hypercholesterinämie.

D: Anfangsdosis: 5-10 mg/d, empfohlener

Dosisbereich: 5 20 mg/d, 40 mg/d bei schwerer

Hypercholesterinämie und hohem kardiovaskulärem

Risiko (vor allem bei familiärer

Hypercholesterinämie), die mit 20 mg/d das

Behandlungsziel nicht erreichen und unter

regelmässiger ärztlicher Kontrolle stehen. Die

Anwendung der 40 mg Dosierung sollte durch

einen Spezialisten beobachtet werden.

KI: Überempfindlichkeit, aktive Lebererkrankungen,

schwere Nierenfunktionsstörung,

Myopathie, Schwangerschaft, Stillzeit, Frauen

im gebärfähigem Alter ohne Kontrazeptiva,

Ciclosporin-Einnahme, Prädisponierende

Faktoren der Myopathie/Rhabdomyolyse bei

der Dosierung 40 mg/d.

V: Prädisponierende Faktoren für Rhabdomyolyse,

CPK Erhöhung, exzessiver Alkoholkonsum,

Lebererkrankung in Anamnese,

Asiaten.

IA: Ciclosporin, Gemfibrozil und andere

lipidsenkende Arzneimittel, Antazida, Vitamin

K Antagonisten, Erythromycin, orale

Kontrazeptiva, HRT.

UEW: Häufig: Schwindel, Kopfschmerzen,

abdominale Schmerzen, Obstipation, Nausea,

Myalgie, Asthenie. Selten: Überempfindlichkeitsreaktion

einschliesslich Angioödem,

CPK-Erhöhung.

Weitere Informationen:

Arzneimittel-Kompendium der Schweiz oder

AstraZeneca AG, 6301 Zug. www.astrazeneca.ch

- Crestor ® is a trademark of the

AstraZeneca group of companies - Licensed

from Shionogi & Co Ltd, Osaka, Japan

Für weitere Informationen besuchen Sie bitte die

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Tel. +41 41 725 75 75, Fax +41 41 725 76 76


Editorial

Heilungschance betroffener Patientinnen sind Verbesserungen

bei der Früherkennung, neue Ope -

rations- und Bestrahlungstechniken, vor allem aber

der Einsatz bekannter und neuer Medika mente in

der adjuvanten, also direkt postoperativen Thera pie

des Mammakarzinoms.

spezialisierter ExpertInnen erreichen lässt. Das

Brustzentrum der Universität Basel ist der Versuch,

den von Brustkrebs Betroffenen der Region

Basel ein solches Angebot zu machen: interdisziplinär,

ganzheitlich, auf modernster Technik und

Evidenz basierend.

Den bei Weitem grössten Einzelbeitrag zur

Senkung der Mortalität und Letalität von Brustkrebs

hat hierbei die konsequente adjuvante Verwendung

des Antiöstrogens Tamoxifen bei Frauen

mit Hormonrezeptor-positiven Karzinomen geleistet.

Neue Medikamente – vom Schrotschuss zur

„Targeted Therapy“?

Vor gut 20 Jahren genügten zur Entscheidung über

Sinn und Art einer adjuvanten Systemtherapie des

Mammakarzinoms zwei einfache Informationen:

Menopausenstatus und Lymphknotenbefall. Freie

Lymphknoten wurden gleichgesetzt mit Verzicht

auf medikamentöse Therapie; Lymphknotenbefall

führte bei der jüngeren Patientin zur Chemotherapie

mit dem einzigen bekannten Regime,

CMF, bei der älteren Patientin zur Gabe von

Tamoxifen. Heute kompetieren Dutzende bio -

logischer und klinischer Marker um den Einsatz bei

der Entscheidung für oder gegen eines der

zahlreichen adjuvanten Regime. Viele Fragen sind

offen: Taxane ja oder nein? Wann Anthrazykline?

Kurze oder lange Chemotherapie? Ist die dosisintensivierte

Therapie nur eine sinnlose Wiederauflage

der gescheiterten Hochdosistherapie ohne

Stammzellretransfusion oder rettet sie Leben?

Halten die Aromatasehemmer, was ihre Propo -

nenten versprechen? Ist Tamoxifen „out“? Verdoppelt

Herceptin® wirklich die Heilungsrate des

erbB2-positiven Karzinoms? Wird der adjuvante

Einsatz des Angiogenesehemmers Avastin® zu

einer weiteren Verbesserung der Heilungschance

führen? Sind Doppel-Kinase-Hemmer wie Tycerb®

nur ein teures und toxisches Hobby der Molekular -

biologen oder wirklich klinisch nützlich? Kann

unser Gesundheitssystem sich all das auf die Dauer

überhaupt leisten?

Eine interessante Lektüre wünscht Ihnen

Prof. Dr. Christoph Rochlitz, Leiter des Brustzentrums

und Leitender Arzt Onkologie

Die Autoren:

Heidi Scheel

diplomierte Pflegefachfrau HF 1,

HöFa Onkologie

Dr. Daniela Wruk

Oberärztin Diagnostische Radiologie mit Schwerpunkt

Mammadiagnostik

Dr. Rosanna Zanetti Dällenbach

Leitende Ärztin Frauenklinik

Prof. Dr. Walter Marti

Leitender Arzt Viszeralchirurgie

PD Dr. Edward Wight

Leiter Gynäkologie und

gynäkologische Onkologie

Prof. Dr. h.c. Georg Feichter

Leiter Zytopathologie

PD Dr. Ludwig Plasswilm

Leiter Radioonkologie ad interim

Dr. Martin Haug

Leitender Arzt Plastische, Rekonstruktive und

Ästhetische Chirurgie

Brigitta Wössmer

Leitende Psychologin,

Abteilung für Psychosomatik

Keine der aufgeworfenen Fragen lässt sich derzeit

im internationalen Konsens eindeutig beantworten.

Klar ist, dass sich der grösstmögliche

Nutzen aus den neuen Entwicklungen für unsere

Patientinnen nur in der Zusammenarbeit hoch-

«Klar ist, dass sich der

grösstmögliche Nutzen aus

den neuen Entwicklungen

für unsere Patientinnen nur

in der Zusammenarbeit hochspezialisierter

ExpertInnen

erreichen lässt.»

7


13278

CERTICAN ® (Everolimus) C: Tablet of 0.25, 0.5, 0.75, 1 mg everolimus. Dispersible tablet with 0.1, 0.25 mg everolimus. I: Prophylaxis of organ rejection in adult patients at low to moderate immunological risk

receiving an allogenic renal or cardiac transplant, in combination with ciclosporin for microemulsion and corticosteroids. D: Certican should only be prescribed by physicians who are experienced in immunosuppressive

therapy. Adults: Initial dose regimen of 0.75 mg b.i.d. taken orally in two divided doses at the same time as ciclosporin for microemulsion. Dose adjustments based on blood levels achieved, tolerability, individual

response, clinical situation and change in co-medication at 4–5 d intervals. Routine blood level monitoring. For dose recommendations, hepatic impairment and dispersible tablets: see Compendium of Drugs.

CI: Hypersensitivity to everolimus, sirolimus or one of the excipients. PC: Co-administration with CYP3A4-inhibitors and inducers. Exposure to UV light and sunlight. Antimicrobiological prophylaxis for Pneumocystis

jiroveci (carinii) pneumonia for the first 12 months following transplantation, CMV prophylaxis for 3 months after transplantation. Hyperlipidemia. Monitoring of renal function in all patients. Elevated serum

creatinine levels: ciclosporin dose reduction should be considered. Rare hereditary problems of lactose intolerance, lactase deficiency or glucose-galactose malabsorbtion. Pregnancy: consider carefully risk/benefit;

use effective contraception method. Breast feed not recommended. UE: Very common: leucopenia, hypercholesterolemia, hyperlipidemia. Common: viral, bacterial or fungal infections, sepsis. Lymphoma,

lymphoproliferative disease. Malignancies. Thrombocytopenia, anaemia, coagulopathy, thrombotic thrombocytopenic purpura/haemolytic uraemic syndrome. Hypertriglyceridemia. Hypertension, lymphocele

(in renal transplantation), venous thromboembolism. Pneumonia. Acne, surgical wound complication. Urinary tract infection. Oedema. Pain. Uncommon: see Compendium of Drugs. IA: Medicinal products

affecting CYP3A4 and/or P-glycoprotein (PgP). Bioavailability of everolimus increased by co-administration of ciclosporin: dose adjustments for both medicinal products. Grapefruit and grapefruit juice.

Vaccination; avoid live vaccines. P: Tablets of 0.25, 0.5, 0.75, 1 mg: 60. Dispersible tablets of 0.1, 0.25 mg: 60. Sale category: B. For further information, please consult the Swiss Compendium of Drugs.

References 1: Eisen HJ et al. Everolimus for the Prevention of Allograft Rejection and Vasculopathy in Cardiac-Transplant Recipients. N Engl J Med 2003; 349: 847–858.

2: Vitko S et al. Everolimus with Optimized Cyclosporine Dosing in Renal Transplant Recipients: 6-Month Safety and Efficacy Results of Two Randomized Studies. Am J Transplant 2004; 4: 626 – 635.

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Bessere Betreuung, mehr Beratung

Breast-Care-Nurse

Die Diagnose Brustkrebs ist für die Betroffenen mit enormen emotionalen Reaktionen

verbunden und hat grosse Auswirkungen auf ihr soziales Umfeld.

Zudem beginnt mit der Diagnose ein komplexer Behandlungsprozess. Dies

bedeutet nicht nur eine Herausforderung für die erkrankten Frauen, auch die

Pflege kann stark gefordert sein. Die nicht spezialisierten Pflegefachleute sind

häufig froh, wenn sie sich ExpertInnenwissen holen können, z. B. wenn es um

neue Therapien geht.

Heidi Scheel

«In der Schweiz ist die

Breast-Care-Nurse noch nicht

überall etabliert, was einerseits

am Fehlen einer adäquaten

Weiterbildung liegen mag,

andererseits aber auch an

der Tatsache, dass ein

Brustzentrum nicht

dazu verpflichtet ist,

BCNs zu engagieren.»

Die Breast-Care-Nurse (BCN) ist eine diplomierte

Pflegefachfrau mit einer zusätzlichen Speziali -

sierung in der Pflege und Betreuung von brustkrebserkrankten

Frauen und deren Angehörigen.

Um die pflegerische Betreuung und Beratung auf

hohem Niveau sicherzustellen, braucht es gut ausgebildete

und spezialisierte Pflegefachleute. Eine

Studie hat ergeben, dass Breast-Care-Nurses dazu

beitragen, die Gesundheit und das Wohlbefinden

von Frauen mit Brustkrebs signifikant zu verbessern,

und zwar auf physischer und psychosozialer

Ebene.

In der Schweiz ist die Breast-Care-Nurse noch

nicht überall etabliert, was einerseits am Fehlen

einer adäquaten Weiterbildung liegen mag,

andererseits aber auch an der Tatsache, dass ein

Brustzentrum nicht dazu verpflichtet ist, BCNs zu

engagieren. Dies steht im Widerspruch zu den

Empfehlungen der EUSOMA (European Society of

Mastology), welche pro Brustzentrum zwei BCNs

im Kernteam vorsieht. Das Brustzentrum am Unispital

Basel hat diese Richtlinie – anders als andere

Institutionen in der Schweiz – umgesetzt. Die Pa -

tien tinnen profitieren darüber hinaus von einem

aus serordentlich kollegialen und interdisziplinären

Klima. Zweimal pro Woche finden Tumorkonferenzen

mit allen beteiligten Kapazitäten statt.

Jeden Morgen diskutieren die Mitglieder einer Abteilung

alle an diesem Tag zu behandelnden Fälle

mit Karzinom.

Umfassend und ganzheitlich

Die Aufgaben der BCNs sind vielfältig und

unterscheiden sich je nach Arbeitsort und dem

schon bestehenden Angebot in der jeweiligen Institution.

Sie umfassen sowohl Fallmanagement

als auch psychosoziale Begleitung und Körperbildarbeit.

Die BCNs beraten die Patientinnen

während des gesamten Verlaufs ihrer Krankheit –

von der Diagnose über die Kontakte mit anderen

Institutionen wie Psychoonkologie oder Sozialdienst

bis zur Entlassung und der anschliessenden

Bewältigung des Alltags. Dabei geben sie den

Frauen die Möglichkeit, in angemessener Form

über Angst und Trauer zu sprechen und entwickeln

mit ihnen Perspektiven zur Bewältigung

der Krankheit. In Absprache mit der betroffenen

Frau bezieht die BCN auch die Familie respektive

das soziale Umfeld in den Prozess mit ein.

Nicht zu unterschätzen sind bei operativen Eingriffen

an der Brust die physischen Beeinträchtigungen,

aber auch die psychischen Auswirkungen

auf die Wahrnehmung des eigenen

Körpers. Die BCN berät die Frauen daher bereits

präoperativ, bereitet sie auf den emotional belastenden

ersten Verbandswechsel vor und zeigt

gegebenenfalls Möglichkeiten einer prothe ti schen

Versorgung auf. Sie thematisiert die un ter schied -

lichen Rollen einer Frau (als Mutter, Ehe frau, Partnerin

etc.) und ermutigt sie, über mög li cher weise

vorhandene negative Gefühle zu spre chen.

Spezialisierung erhöht Kompetenz

Die BCN nimmt zusätzlich die Rolle einer Beraterin

in verschiedenen Bereichen ein. Sie gibt den

„Primary Nurses“ Ratschläge, wie ein spezifisches

Problem intern gelöst werden könnte (personenzentriert).

Sie arbeitet direkt mit dem Pflegepersonal

zusammen (patientinnen-zentriert), or ga -

ni siert Weiterbildungen zum Thema Brustkrebs

(programmzentriert) und berät die Pflege praxis

(administrationszentriert).

Multidisziplinär zusammengesetzte Teams am

Brustzentrum des Unispitals Basel sind die Basis

für eine erfolgreiche Therapie, bei der die Spe -

zialisten aus verschiedenen Bereichen eine fach -

lich exzellente und gleichzeitig menschliche The -

ra pie ermöglichen.

9


Bildgebung in der Früherkennung von Brustkrebs

und zur Abklärung unklarer Befunde der Brust

Neben der Mammographie gewinnen die Sonographie (Ultraschall) und die

Kernspintomographie (MRT) der Brust bei der Früherkennung zunehmend an

Bedeutung und sind in der Hand erfahrener Untersucher Instrumente, mit denen

sich schon sehr kleine Tumoren (ab circa drei Millimeter Durchmesser)

erfassen lassen. Ein weiterer Schwerpunkt unseres Brustzentrums ist eine

kompetente und rasche Abklärung von unklaren Befunden der Brust durch

ein interdisziplinäres, erfahrenes und eingespieltes Team.

Daniela Wruk, Rosanna Zanetti Dällenbach

«Dank früherer

Diagnostik und

verbesserter

Therapiemöglich -

keiten sind die

Mortalitätsraten

bei Brustkrebs

konstant.»

Neben der Mammographie gewinnen die Sonographie

(Ultraschall) und die Kernspintomographie

(MRT) der Brust bei der Früherkennung zunehmend

an Bedeutung und sind in der Hand

erfahrener Untersucher Instrumente, mit denen

sich schon sehr kleine Tumoren (ab circa drei Millimeter

Durchmesser) erfassen lassen. Ein weiterer

Schwerpunkt unseres Brustzentrums ist eine

kompetente und rasche Abklärung von unklaren

Befunden der Brust durch ein interdisziplinäres,

erfahrenes und eingespieltes Team.

Forschungsergebnisse der letzten Jahre zeigen,

dass es sich bei Brustkrebs um eine „fortschreitende

Erkrankung“ handelt. Es gibt gewisse

Gewebeveränderungen, aus denen sich ein Kar -

zinom entwickeln kann und die somit „Krebsvorstufen“

darstellen. Wird die Diagnose zu diesem

Zeitpunkt gestellt, handelt es sich meist um ein

lokales Problem und kann mit einer adäquaten

lokalen Therapie geheilt werden.

Bei direktdigitalen Geräten wird die Röntgenstrahlung,

die das Brustgewebe durchdrungen

hat, durch einen Detektor aufgefangen, der die

Strahlen ohne Datenverlust in elektronische Signale

umwandelt.

Das „Originalbild“ entsteht im Computer und kann

dann an speziellen, hochauflösenden Bildschirmen

vom Arzt ausgewertet werden. Insbesondere

Mikroverkalkungen, die in der Mammo

graphie die Diagnose von Krebsvorstufen er -

mö glichen, sind mit digitaler Technik hervorragend

zu erkennen.

Sonographie der Brust als Ergänzung

Nach der Mammographie ist die Sonographie das

wichtigste bildgebende Verfahren der Brust. Wenn

die Sonographie bei dichtem Drüsengewebe ergänzend

zur Mammographie durchgeführt wird,

wird die Sensitivität für Knoten und somit die

diagnostische Sicherheit deutlich erhöht.

Hat sich ein invasives Karzinom gebildet, steigt die

Wahrscheinlichkeit für Tochtergeschwülste (Metastasen)

in anderen Organen. Werden Metastasen

entdeckt, handelt es sich bereits um eine

systemische Erkrankung, die eine wesentlich intensivere,

systemische Therapie (Chemotherapie,

antihormonelle Therapie) erfordert und eine

schlechtere Prognose hat. Daher besteht das Ziel

der Früherkennung in einer Entdeckung von

Krebsfrühformen oder möglichst kleinen Karzi -

nomen.

Digitalisierung der Mammographie

Die technische Entwicklung geht hin zu einer

Digitalisierung der Röntgentechnik, die sich mehr

und mehr auch in der Mammographie durchsetzt.

Sie wird bei jungen Frauen (< 30 Jahre) sowie

schwangeren und stillenden Frauen zur Abklärung

von Tastbefunden und/oder klinischen

Symptomen eingesetzt. Die Mammographie und

Mammosonographie sind sich ergänzende Methoden

der Bildgebung, weshalb bei der bildgebenden

Diagnostik oft beide Verfahren kombiniert

zum Einsatz kommen.

MR-Mammographie erhöht Datensicherheit

Die MR-Mammographie ist das sensitivste Ergänzungsverfahren

zur Mammographie, ist jedoch

als Screeningmethode nicht geeignet, da sie

teuer, relativ zeitaufwendig und in ihrer Verfügbarkeit

limitiert ist. Neben der Morphologie liefert

die MR-Mammographie bei intravenöser Gabe


Bildgebung

von Kontrastmittel auch Informationen über die

Durchblutungsverhältnisse von Gewebe. Viele

Karzinome und manchmal auch Krebsvorstufen

weisen im Vergleich zu normalem Gewebe eine

vermehrte Durchblutung auf.

Methoden werden ambulant und in Lokalanästhesie

durchgeführt. Alle Patientinnen werden

bezüglich Art und möglicher Komplikationen der

minimal invasiven Diagnostik aufgeklärt und unterschreiben

eine Einverständniserklärung.

Mit Hilfe eines speziellen Auswerteprogramms,

des „CAD-Systems“ (Computer Aided Diagnostic)

ist inzwischen eine schnellere und sicherere Aus -

wertung von MR-Mammographieuntersuchun -

g en möglich.

Invasive Diagnostik suspekter Befunde

Im Falle unklarer oder suspekter Läsionen ist eine

weiterführende, minimal invasive diagnostische

Abklärung indiziert. Am Brustzentrum des Universitätsspitals

Basel stehen uns hierfür mehrere Verfahren

zur Verfügung: die Feinnadelpunktion, die

stereotaktische und sonographisch geführte

Stanzbiopsie respektive Vakuumbiopsiemethode

sowie die MR-gesteuerte Biopsie. Sämtliche dieser

Ziel jeder minimal invasiven Diagnostik der Brust

ist es, genügend Gewebe zu gewinnen, um eine

histologische oder zytologische Diagnose stellen

zu können. Offene operative Biopsien können so

meist vermieden werden. Im Rahmen des interdisziplinären

Mammakolloquiums werden die

Klinik, Bildgebung und der histologische Befund

jeder Patientin besprochen, um eine optimale

Therapieplanung zu gewährleisten respektive bei

gutartigen Befunden ein adäquates Follow-up zu

empfehlen. Die abschliessende Besprechung der

Befunde mit der Betroffenen kann je nach Wunsch

der Patientin oder des zuweisenden Arztes durch

den betreuenden Arzt des Brustzentrums oder

durch den Zuweiser selbst erfolgen, der in jedem

Falle umgehend einen umfassenden Abschlussbericht

erhält.

«Ziel jeder minimal

invasiven Diagnostik der

Brust ist es, genügend

Gewebe zu gewinnen,

um eine histologische

oder zytologische

Diagnose stellen zu

können.»

10/11


«Neue Konzepte ermöglichen

eine minimal invasive

operative Behandlung des

Brustkrebses.»

Minimale Radikalität, maximaler Effekt

Brustkrebs wird heutzutage in immer früheren Stadien diagnostiziert. Dies erlaubt

oft eine minimal invasive operative Therapie. Der Tumor kann also meis -

tens unter Erhaltung der Brust entfernt werden. Ausserdem ist es heute oft

möglich, nur den sogenannten Wächterlymphknoten zu entfernen und auf

die Ausräumung der Lymphknoten in der Achselhöhle zu verzichten.

Walter Marti, Edward Wight

Die Therapie des Mammakarzinoms erfolgt heute

individuell adaptiert aufgrund eines für jede

Mammakarzinom-Patientin ermittelten Risikoprofils.

Die chirurgische Behandlung ist dabei ein Teil -

as pekt im Rahmen des interdisziplinären The -

rapiekon zepts. Neben der chirurgisch invasiven

Dia gnos tik und plastisch rekonstruktiven Mass -

nahmen werden die chirurgische Primärbehandlung,

die Chirurgie des lokoregionären Rezidivs so -

wie palliativ chirurgische Eingriffe beim meta -

stasierten Mammakarzinom (z.B. orthopädische

Ver sorgung pathologischer Frakturen) unter -

schieden.

Der vorliegende Beitrag soll die chirurgische

Primärbehandlung des Mammakarzinoms darstellen.

Diese beinhaltet einerseits die chirurg

ische Therapie der Brust, sowie andererseits die

der Lymphknoten in der Axilla. Bis vor 30 Jahren

galt die Mastektomie (Brustentfernung) und die

Ausräumung der axillären Lymphknoten als die

operative Standardtherapie des Brustkrebses. Der

von den meisten Frauen als traumatisch empfundene,

körperlich entstellende Eingriff an der

Brust sowie die Spätmorbidität nach axillärer Lymphonodektomie

wie chronische Schmerzen,

Bewegungseinschränkung und Lymphoedem,

induzierten umfangreiche Untersuchungen hinsichtlich

weniger radikaler chirurgischer Eingriffe.

Diese resultierten in der brusterhaltenden

Mammakarzinom-Therapie (BET) und im Wächter-

Lymphknoten-Konzept (= sentinel lymph node =

SLN-Lymphknoten). Die BET in Kombination mit

der Radiotherapie der Restbrust ist, wie 20-jährige

Verlaufsbeobachtungen inzwischen beweisen

konnten, bezüglich der therapeutischen Sicherheit


Chirurgie

(Rezidivfreiheit, Überlebenszeit) gleichwertig zur

Mastektomie bei erheblich besserer Kosmetik. Für

die SLN-Technik steht dieser Beweis noch aus, es

gibt aber überzeugende Anhaltspunkte dafür, dass

das Überleben nach SLN-Entfernung nicht

schlechter ist, als nach axillärer Ausräumung und

dies bei signifikant reduzierter Morbidität.

Die BET des Mammakarzinoms

Unter Beachtung der Kontraindikationen (grosse

Tumoren in Relation zur Brustgrösse, nicht im

Gesunden zu entfernende invasive und in situ-

Karzinome, fortgeschrittene [T4] Karzinome sowie

Multizentrizität und inflammatorische Kar zi -

nome, nicht durchführbare Radiotherapie) können

heute 70–75% aller Patientinnen brusterhaltend

operiert werden. Dabei werden tumorfreie

Resektatränder von mind. 2–3 mm für invasive

und von 5 mm für Insitu-Karzinome (DCIS) angestrebt,

was gelegentlich mittels intraoperativer

Schnellschnittuntersuchungen verifi ziert werden

kann.

Die ehemalige Tumorlokalisation wird durch Metallclips

markiert, um die exakte Ausrichtung der postoperativen

Radiotherapie zu gewährleisten. Die

Defektdeckung in der Brust ist meist durch intramammäre

Verschiebelappen gut möglich.

Das SLN-Konzept

Das Sentinel-Lymphknoten-Konzept beruht auf

der Erkenntnis, dass Tumoren ausgehend von der

Haut oder ihren Anhangsgebilden zunächst in

einen sogenannten Wächter-Lymphknoten metastasieren,

bevor sie sich auf lymphogenem Weg

weiter ausbreiten. Mittels radioaktiver Marker

und/oder Farbstoff kann dieser Wächter-Lymphknoten

mit hoher Sicherheit identifiziert und durch

eine intraoperative Schnellschnittuntersuchung

histologisch beurteilt werden.

Bei tumorfreiem Sentinel-Lymphknoten kann auf

die Durchführung der konventionellen axillären

Lymphonodektomie verzichtet werden, wodurch

heute in etwa zwei Dritteln der Fälle eine axilläre

Lymphknotenentfernung und damit eine erhebliche

diesbezügliche Morbidität verhindert werden kann.

Patientinnen profitieren von Interdisziplinarität

Die moderne chirurgische Primärtherapie des

Mammakarzinoms zeichnet sich aus durch ein individuell

angepasstes Vorgehen mit minimaler

Radikalität und maximaler therapeutischer Effektivität

im Rahmen eines interdisziplinären Behandlungskonzepts.

Es kommen dabei hoch spezialisierte

Methoden und aufwendige Techniken zum

Einsatz, die ein eingespieltes Team voraussetzen,

was heute nur im Rahmen eines interdisziplinären

Behandlungszentrums möglich scheint. Nur so

können auch die notwendigen Fallzahlen (case

load) gewährleistet werden, welche die EUSOMA

(=European Society of Mastology) in ihren Richtlinien

für die Zertifizierung von Brustzentren verlangt.

Im Brustzentrum des Universitätsspitals Basel

werden die verschiedenen Fachdisziplinen, die sich

an der Brustkrebsbehandlung beteiligen, zusammengeführt.

Durch diese Zusammenarbeit

werden die Bedingungen der EUSOMA erfüllt, was

die Fallzahl, Routine, Behandlungseffizienz,

Dokumentation und letztlich die wissenschaftliche

Aufarbeitung der Fälle betrifft. Das operativ tätige

Team der Gynäkologie und Viszeralchirurgie behandelt

den Brustkrebs einheitlich nach neuesten

Richtlinien gemäss den Vorgaben der wöchentlich

stattfindenden, interdisziplinären Tumorkonferenz.

«Die Therapie des

Mammakarzinoms erfolgt

heute individuell adaptiert

aufgrund eines für jede

Mammakarzinom-Patientin

ermittelten Risikoprofils.»

12/13


going

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Pathologie

Präzision im Wettlauf

mit der Zeit

Der Pathologe stellt durch die mikroskopische

Untersuchung des histologischen

Schnittpräparates die endgültige

Diagnose einer krankhaften

Brustveränderung. Sie ist die Grundlage

der Therapieplanung, Qualitätskontrolle

und Studien am Brust -

zentrum. Damit ist die Arbeit des

Pathologen ein grund legender, un -

verzichtbarer Bestandteil der erfolg -

reichen interdisziplinären Arbeit des

Brustzentrums.

Georg Feichter

Präoperative Biopsien sind hauptsächlich

Stanzbiopsien, die auf Kosten der Punktionszytologie

als Standardmethode etabliert sind. An

mehreren, meist drei bis fünf Gewebezylindern,

wird die Malignität der gestanzten Läsion be -

wiesen oder ausgeschlossen. Im Falle der Bösartigkeit

muss der Pathologe den histologischen

Typ des Tumors feststellen, das histologische

Grading auf der Grundlage des Bloom-Richar d -

son-Elston-Scores durchführen sowie die

molekularen prädiktiven Faktoren (Östrogenund

Progesteronrezeptoren, HER2neu-Status)

bestimmen und rasch mitteilen. Angesichts der

oft sehr zeitnah zur Diagnostik geplanten

Operationstermine und der psychischen

Belastung der Patientinnen, steht der Pathologe

unter grossem Zeitdruck, denn die histologischen

Befunde der Stanzbiopsien sollen als

Same-Day-Diagnosen, d.h. am Tag der Biopsie,

vorliegen.

Exaktheit unter Zeitdruck

Operationspräparate sind Lumpektomien, Quadrantektomien

und Amputationspräparate. Oft

werden auch intraoperative Schnellschnittuntersuchungen

durchgeführt. Diese dienen vor allem

der Beurteilung des Wächterlymphknotens und

der Schnittränder. Als Lotse der Therapie teilt der

Pathologe in der abschliessenden histologischen

Diagnose therapeutisch relevante Informationen

mit. Die wichtigsten Daten sind der histologische

Typ, der maximale Tumordurchmesser, das histologische

Grading, die TNM-Einteilung des

Tumors, seine Abstände zu den Resektionsrändern,

Östrogen- und Progesteronrezeptoren und

der HER2neu-Status. Nur wenn diese Angaben

vollständig vorliegen, kann die interdisziplinäre

Tumorkonferenz die Therapie planen. Von ihr

hängen aber auch der Austrittstermin der

Patientin und die Dauer des stationären Aufenthaltes

ab. Zwischen Operation und Tumorkonferenz

liegen oft nur wenige Werktage. Die aufwendige

histologische Aufarbeitung der Opera -

tionspräparate findet deshalb unter erheblichem

Zeitdruck statt.

«Die histopathologischen

Befunde sind in den Studien

des Brustzentrums ausnahmslos

eine von mehreren

unabdingbaren Voraussetzungen

zur Durchführung

von Studien.»

Die endgültige Diagnose einer Brustläsion wird

nach wie vor am Hämatoxylin-Eosin gefärbten histologischen

Schnittpräparat gestellt und in Einzelfällen

durch immunhistochemische Untersuchungen

ergänzt. Untersucht werden präope -

rative Biopsien und Operationspräparate des

entfernten Tumors.

Tumorkonferenzen und Qualitätskontrolle

Die Teilnahme an den Konferenzen der

Tumorboards macht einen zunehmenden Teil der

Arbeitszeit des Pathologen aus. Da der Pathologe

an den Sitzungen mehrerer Tumorzentren teilnimmt,

verbringt er einen wesentlichen Teil seiner

Arbeitszeit mit Vorbereitung, Teilnahme und Nachbereitung

dieser Sitzungen.

Als endgültiger diagnostischer Methode kommt

der Histopathologie eine Schlüsselrolle bei der

Qualitätssicherung am Brustzentrum zu. Im

Rahmen einer reibungslosen interdisziplinären

Zusammenarbeit üben Pathologie und bildgebende

Verfahren, vor allem Mammographie

und Sonographie, eine konstruktive gegenseitige

Qualitätskontrolle aus. Sie findet in regelmässigen

präoperativen Konferenzen statt,

wo die durch verschiedene Methoden ge -

lieferten Befunde auf ihre Übereinstimmung geprüft

werden. Innerhalb des Instituts für Pathologie

wird die Qualität aller Diagnosen eines

malignen Tumors durch einen systematischen

Second look durch einen zweiten Fachpathologen

gesichert.

Teilnahme an Studien

Die histopathologischen Befunde sind in den

Studien des Brustzentrums ausnahmslos eine von

mehreren unabdingbaren Voraussetzungen zur

Durchführung von Studien. Die Bereitstellung entsprechender

Befunde und Beiträge zu den Studien

runden das vielfältige Aufgabengebiet des Pathologen

am Brustzentrum ab.

15


Strahlentherapie bei Patientinnen

mit Mammakarzinom

«Die Bestrahlung ist ein

integraler Bestandteil des

kurativ ausgerichteten,

üblicherweise interdisziplinären,

multimodalen

Therapiekonzepts.»

Die postoperative Strahlentherapie des Mammakarzinoms verfolgt zwei Ziele.

In den frühen Stadien soll durch eine brusterhaltende, wenig aggressive

Chirurgie mit nachfolgender Strahlentherapie eine der radikalen Mastektomie

vergleichbare lokale Tumorkontrolle und Überlebensrate erzielt werden. In

den fortgeschrittenen Tumorstadien führt bei Patientinnen mit besonders hohem

Rezidivrisiko die intensivierte lokoregionäre Therapie aus modifizierter

radikaler Mastektomie und adjuvanter Strahlentherapie zu einer Verbesserung

der lokoregionären Tumorkontrolle und des Gesamtüberlebens im Vergleich

zur alleinigen Operation.

Ludwig Plasswilm

Für Patientinnen mit einem primär nicht metastasierten

Mammakarzinom ist die lokale Tumorkontrolle

eine notwendige Voraussetzung für eine

dauerhafte Heilung. Die überwiegende Mehrzahl

der Mammakarzinome wird heute in einem lokal

oder lokoregionär begrenzten Stadium diagnos -

tiziert. Die operative Therapie zielt bei den meisten

dieser Patientinnen auf einen Brusterhalt. In diesen

Fällen wird die chirurgische Behandlung mit einer

adjuvanten perkutanen Radiotherapie kombiniert.

Die Radiotherapie reduziert dabei das Lokal -

rezidivrisiko im Durchschnitt um etwa 65 Prozent

im Vergleich zur alleinigen brusterhaltenden

Operation.

Es ist von Bedeutung, dass bislang keine Subgruppe

von Patientinnen definiert werden konnte,

bei der mit einem auf Brusterhalt ausgerichteten

Therapiekonzept sicher auf die Radiotherapie verzichtet

werden kann. Die Nachbestrahlung bei

brusterhaltender Therapie stellt damit den Therapiestandard

dar. Dieses brusterhaltende Therapiekonzept

ist mindestens gleichwertig zur alleinigen,

früher häufiger durchgeführten, modifizierten

radikalen Mastektomie im Hinblick auf das Überleben

der betroffenen Patientinnen.

Strahlentherapie nach Mastektomie

Die Indikation zur postoperativen Strahlentherapie

nach einer Mastektomie ist immer dann gegeben,

wenn ein hohes lokoregionäres Rezidivrisiko trotz

dieser ausgedehnten Operation besteht. Der positive

Einfluss der Strahlentherapie beschränkt

sich in dieser Situation nicht auf die Rate der

lokalen Rückfälle, sondern wirkt sich auch auf das

Gesamtüberleben günstig aus. Bei R1-/R2-

Resektionsstatus, T3-/T4-Tumoren oder mehr als

drei befallenen axillären Lymphknoten wird international

weitgehend konsent eine Indikation zur

Radiotherapie nach Mastektomie gesehen.

Weitere Faktoren wie eine Anzahl von weniger als

drei befallenen Lymphknoten in der Axilla,

Pectoralisinfiltration, Multizentrizität, Lymph-


Strahlentherapie

oder Haemangiosis carcinomatosa sind als

Einzelfaktoren weniger validiert. Inwieweit aber

eine Kombination solcher Einzelfaktoren eine

klare Indikation zur Radiotherapie begründet, ist

Gegenstand aktueller wissenschaftlicher Diskussionen.

Strahlentherapie der regionalen

Lymphabflussgebiete

Eine Nachbestrahlung der operierten Axilla ist im

Regelfalle wegen des sehr geringen Risikos eines

isolierten axillären Rezidivs nicht indiziert. Eine

korrekt durchgeführte Sentinelnode-Biopsie wird

dabei wie eine Axilladissektion bewertet. Die Mitbestrahlung

der Axillaspitze und der ipsilateralen

supraklavikulären Lymphknoten ist beim Nachweis

von Metastasen in mehr als drei axillären

Lymphknoten aber von vielen Radioonkologen als

Indikation anerkannt.

Die mögliche Bestrahlung der parasternalen Lymphabflussregion

ist derzeit kein Standard, wird

aber aktuell anhand der Daten einer grossen europäischen

Studie wissenschaftlich untersucht.

Nebenwirkungen der Strahlentherapie

Ab circa drei Wochen nach Beginn der Strahlentherapie

tritt eine akute Nebenwirkung an der Haut

im Bestrahlungsvolumen auf. Meist sind diese

Dermatitiden milde und klingen innerhalb von

etwa sechs Wochen nach dem Ende der Therapie

wieder ab. Chronische Strahlenspätfolgen sind

heute selten, weil durch die Beschränkung des

Zielvolumens meist auf die Brustdrüse und die

Möglichkeit der dreidimensionalen Bestrahlungsplanung

die Strahlentherapie-Dosisbelastung

kritischer Organe (Lunge, Herz, Plexus brachialis)

reduziert werden kann. Ein deutliches Lymphödem

des Armes mit eingeschränkter Beweglichkeit

ist, auch wegen der verbesserten chirur g i -

schen Techniken, ein heute vergleichsweise

seltenes Problem.

Als subakute Nebenwirkung kann bei circa einem

bis zwei Prozent der Fälle eine klinisch manifeste

Pneumonitis auftreten. Husten und Fieber beginnen

etwa ab sechs Wochen nach dem Ende der

Radiotherapie. Diese Symptomatik geht selten in

eine längerfristige, klinisch relevante Einschränkung

der Lungenfunktion über. Das früher

als therapierelevant angesehene Risiko einer

radiogenen Kardiotoxizität bei Bestrahlungsbehandlungen

des Mammakarzinoms ist heutzutage

zu relativieren, in der langfristigen

Bedeutung (mehr als 15 Jahre Nachbeobachtung)

aber noch nicht abschliessend zu beurteilen.

«Als subakute Nebenwirkung

kann bei circa einem bis zwei

Prozent der Fälle eine klinisch

manifeste Pneumonitis auftreten.»

16/17


Brustrekonstruktion schafft körperliche Integrität

Die rekonstruktive Brustchirurgie stellt heute einen essentiellen und nicht

wegzudenkenden Bestandteil des Dienstleistungsangebotes eines modernen

Mammazentrums dar. Sie ist integrativer Teil der Gesamttherapie bösartiger

Tumoren der weiblichen Brust und ermöglicht Frauen, nach teilweiser oder

kompletter Entfernung der Brust, die Wiedererlangung körperlicher Integrität.

Grundsätzlich ist die Brustrekonstruktion immer möglich, sei es primär

(Sofortrekonstruktion) oder sekundär, d.h. nach Abschluss einer Chemotherapie

oder Bestrahlung. Hierzu stehen verschiedene zeitgemässe Verfahren

zur Verfügung.

«Die Plastische Chirurgie

geniesst im Mammazentrum

Basel einen hohen

Stellenwert.»

Martin Haug

Der Wunsch nach vollständiger körperlicher

Harmonie ist in jedem Menschen verwurzelt.

Kommt es zum Beispiel durch eine notwendige

operative Behandlung eines bösartigen Tumors an

der Brust zum teilweisen oder kompletten Verlust

der Brust, so kann durch die Brustrekonstruktion

sowohl die körperliche Integrität wiederhergestellt

werden, als auch über psychische Faktoren ein

unserer Ansicht nach erheblicher Einfluss auf den

Krankheitsverlauf selbst ausgeübt werden.

Die Abteilung für Plastische, Rekonstruktive und

Ästhetische Chirurgie ist als „Core member“ in das

Mammazentrum des Universitätsspitals Basel

eingebunden. Bei der Festlegung des Behandlungskonzeptes

nach Diagnose einer Tumorerkrankung

erfolgt bereits primär eine

onkologische wie auch eine rekonstruktive

Beratung der betroffenen Patientin. Wir bieten das

gesamte Spektrum der rekonstruktiven und ästhe -

tischen Mammachirurgie an.

Rekonstruktive Verfahren

Beim Wiederaufbau der weiblichen Brust steht der

modernen Plastischen Chirurgie eine Vielzahl von

rekonstruktiven Verfahren zur Verfügung, welche

bezüglich ihrer Indikation individuell zur Anwendung

kommen. Prinzipiell kann sowohl

körpereigenes Gewebe als auch Fremdmaterial

verwendet werden. Wir sind der Meinung, dass

bei onkologischen Patienten die Verwendung von

körpereigenem Gewebe (Haut- und/oder Weichteilgewebe)

den Golden Standard darstellt. Verschiedene

Umstände können aber dazu führen,

dass auch Fremdmaterial (Silikonimplantate) als

zweite Wahl zum Einsatz kommt.

Körpereigenes Gewebe kann in Form sogenannter

gestielter (Durchblutung erfolgt ohne Gefässdurchtrennung)

oder aber mikrovaskulärer

Lappenplastiken (Mikrochirurgie der Gefässe) verwendet

werden. Die mikrochirurgischen Verfahren

sind vorteilhaft, da das Gewebe besser positionierbar

und in vielen Körperregionen frei verfügbar

ist (Bauch, Oberschenkel, Gesäss).

Insbesondere die Perforatorbasierte Lappendurchblutung

(eine Arterie und eine Vene für die

gesamte Lappendurchblutung), welche nur in der

Plastischen Chirurgie am Universitätsspital Basel

angeboten werden kann, ermöglicht heute, dass

nur das benötigte Gewebe (Haut, Fettgewebe)

entnommen werden muss – unter Schonung der

an hängenden Muskulatur. Dies führt zur ge -

ringeren Traumatisierung im Spendebereich und

geringeren Komplikationsrate. Auch die Erho -

lungsphase nach der Operation ist deutlich kürzer.

Neue Lebensqualität

Exemplarisch, und um zu demonstrieren, welche

ästhetischen Resultate mit dieser neuen Technik

erreichbar sind, stellen wir den Fall einer Patientin

vor. Bei der 47-jährigen Frau wurde ein bösartiger

Tumor der rechten Brust diagnostiziert. Aufgrund

des Tumorstadiums war eine komplette Brustentfernung

medizinisch notwendig (Abb. 1). Zusätzlich

erfolgte die Entfernung des sogenannten

Wächterlymphknotens aus der Axelhöhle. Dieser

war nicht tumorbefallen.

Nach abgeschlossener onkologischer Therapie

wünschte die Patientin eine Brustrekonstruktion,

welche in zwei operativen Schritten durchgeführt

wurde: In einem ersten Schritt erfolgte der Ersatz


Plastische Chirurgie

von fehlender Haut und Weichteilen durch einen

queren Unterbauchlappen (DIEP flap = deep

inferior epigastric perforator flap). Etwa vier

Monate später konnten in einem zweiten Schritt

die Brustwarze (lokale Lappenplastik) und der

Warzenhof (Vollhaut-transplantat aus der Leiste)

wiederhergestellt werden. Abbildung 2 zeigt das

Resultat circa ein Jahr später. Die körperliche Integrität

der Patientin ist wiederhergestellt, die

Patientin mit dem erreichten Resultat sehr zufrieden.

Sie schöpft aus dieser Situation neue

Lebensenergie.

«Beim Wiederaufbau der

weiblichen Brust steht der

modernen Plastischen

Chirurgie eine Vielzahl von

rekonstruktiven Verfahren

zur Verfügung, welche

bezüglich ihrer Indikation

individuell zur Anwendung

kommen.»

Abb. 1 Abb. 2

18/19


Psychoonkologie

Krebskranke sind nicht allein

Die Psychoonkologie setzt sich mit

den psychischen und psychosozialen

Folgen von Krebserkrankungen auseinander.

Die Psychoonkologie als

Arbeitsschwerpunkt der Abteilung

für Psychosomatik ist fest ins Brustzentrum

eingebunden und kümmert

sich nicht nur um Sorgen und Ängste

von Krebskranken, sondern auch um

die Auswirkungen auf deren persönliches

Umfeld und fördert die Kommunikation

zwischen Kranken und

Ärzten.

Brigitta Wössmer

reagieren, wie sie dem Kind ihre Krankheit erklären

und die Kindergärtnerin informieren sollte.

In solchen Situationen raten wir den Menschen

gern zu Offenheit und Ehrlichkeit gegenüber

Familienmitgliedern und anderen Beteiligten.

Auch für Kinder ist es in der Regel besser, wenn sie

– auf eine ihrem Alter angemessene Art – erfahren,

dass Krankheiten ein Teil des Lebens sind. Es kann

nämlich vorkommen, dass Kinder glauben, sie

trügen irgendeine Schuld an der Erkrankung eines

Elternteils, und sich Vorwürfe machen.

Angst abbauen

Häufig geht es in unserer Arbeit darum, den

Menschen ihre Ängste und bisweilen auch

Schuldgefühle zu nehmen. Noch immer geistern

Theorien durch die Laienpresse, wonach Krebs

Ausdruck einer überangepassten, labilen, sich

aufopfernden Persönlichkeit sei. Es gibt aber

keinerlei empirische Belege dafür, dass Krebs psychische

Ursachen haben könnte.

Krebs kann ein Leben komplett auf den Kopf

stellen. Jeder Mensch reagiert anders auf eine

solche existenzielle Bedrohung. Je nach Studien

benötigen bis zu einem Drittel der Betroffenen im

Verlauf ihrer Erkrankung eine psychoonkologische

Begleitung und Therapie. Manchmal genügen bereits

einige Gespräche, um den Menschen zu

helfen, mit Angst und Depression umzugehen und

sie in der Bewältigung ihrer Krankheit zu unterstützen.

In der Schweiz waren die Arbeiten von Fritz Meerwein

zu Beginn der 1980er-Jahre prägend für die

Etablierung der Psychoonkologie als neue

Richtung für die psychotherapeutische Betreuung

von Onkologiepatienten. Meerwein formulierte

Leitlinien für Ärzte und Pflegende, die ihnen helfen

sollten, im Umgang mit kranken oder sterbenden

Patienten eine Atmosphäre des Vertrauens zu

schaffen. Sie bilden seit gut 15 Jahren die Basis für

die Arbeit der Psychoonkologen am Universitätsspital

Basel.

Ehrlichkeit ist wichtig

Ein Beispiel für unsere Arbeit: Eine 35 jährige Frau

mit Mammakarzinom war brusterhaltend operiert

worden, war in der Folge aber mit familiären

Schwierigkeiten konfrontiert. Ihre sechsjährige

Tochter hatte an ihrer Mutter massive Veränderungen

beobachtet, etwa dass sie während

der Chemotherapie ihre Haare verloren hatte. Sie

wollte daraufhin nicht mehr in den Kindergarten

gehen. Die Mutter wusste nicht, wie sie darauf

Depressionen und das Gefühl von Hilflosigkeit

sind kontraproduktiv. Wir versuchen daher, den

Menschen zu helfen, ihre Angst zu artikulieren und

zu verarbeiten. Der Abbau von Schuldgefühlen

unterstützt die onkologische Behandlung, indem

er Kräfte freisetzt und die Lebensqualität fördert.

Kommunikation und Supervision

Die Überweisung an unsere Abteilung erfolgt

durch die behandelnden Ärzte. Unser Team besteht

aus fünf Spezialisten mit umfassender Erfahrung

mit verschiedenen Formen psychosomatischer

Krankheiten. Sie können entscheidende

Hilfestellung bei der Bewältigung von

Krebs bieten, bei Rückfällen, Rehabilitationen und

bei der Nachsorge – auf der Station, aber auch

ambulant.

Am Brustzentrum des Universitätsspitals Basel

pflegen wir auch auch die Kommunikation mit den

Ärzten. Kommunikationstraining hilft Ärzten, Gespräche

besser zu strukturieren, auf die Bedürfnisse

der Frauen einzugehen und gibt ihnen Anhaltspunkte

für die Mitteilung negativer Ereignisse.

Studien haben gezeigt, dass die emotionale Unterstützung

durch den Onkologen für Frauen mit

Brustkrebs genauso wichtig ist wie die medizinisch-technische

Kompetenz und einer posttraumatischen

Belastungsstörung vorbeugen

kann.

«Die Abteilung für

Psychosomatik am

Universitätsspital Basel

begleitet Krebskranke

und ihr Umfeld mit

gezielten Therapien.»

21


Kontakt

Behandlungszentrum Brust

Das Behandlungszentrum Brust verfügt über eine

gemeinsame Telefonnummer:

061 265 90 90

Sie erreichen uns auch unter: brustzentrum@uhbs.ch

Weitere Informationen

finden Sie auf unserer Website:

www.brustzentrum-universitaetsspital-basel.ch

Folgende Abteilungen des

Universitätsspitals Basel arbeiten im

Behandlungszentrum Brust zusammen:

Das Leitungsgremium des

Behandlungszentrums Brust setzt sich

aus diesen Personen zusammen:

Onkologie

Diagnostische Radiologie

Frauenklinik

(Gynäkologie und gynäkologische Onkologie)

Viszeralchirurgie

Zytopathologie

Radioonkologie

Plastische, Rekonstruktive und

Ästhetische Chirurgie

Psychosomatik

Prof. Dr. Christoph Rochlitz

Dr. Daniela Wruk

PD Dr. Edward Wight

Prof. Dr. Walter Marti

Prof. Dr. h.c. Georg Feichter

PD Dr. Ludwig Plasswilm

Dr. Martin Haug

Brigitta Wössmer

22


NEUIGKEITEN ZUR GASTROÖSOPHA-

GEALEN REFLUXKRANKHEIT (GERD)

Die GERD-Prävalenz beträgt weltweit zwischen 10 und 20%. 1 An

der United European Gastroenterology Week (UEGW) Ende

Oktober 2006 wurde die „Montreal Definition“,eine

Neudefinition/Klassifikation dieses häufigen Krankheitsbildes

vorgestellt. 2 Jones und Kollegen haben an der Digestive Disease

Week 2006 ausserdem den Patienten-Fragebogen, GERD Impact

Scale (GIS), zur Erfassung von Patienten mit Reflux-krankheit in

der Grundversorgerpraxis präsentiert.

Dies sind die Hauptaussagen der Montreal

Definition und Klassifikation, dem ein fast dreijähriger

Prozess, in welchem 44 Experten aus 18

Ländern und fünf Kontinenten zu einem

Konsensus fanden, vorausging. 2

GERD-Impact Scale für die Erfassung und

Therapiekontrolle von Reflux-Patienten 3

Der GERD Impact Scale ist ein Fragebogen, in dem

9 kurze und präzise Fragen zu einer eventuellen

Symptomatik der Refluxkrankheit - insbesondere auf

die Lebensqualität fokussierend - beantwortet werden

müssen. Zur Ausarbeitung der wichtigen Fragen

bezüglich einer möglichen GERD-Symptomatik

erfolgte eine Literaturreview und anschliessend, in

Zusammenarbeit mit einer Gruppe von

Allgemeinpraktikern und mit betroffenen Patienten,

die Extraktion der 9 Fragen. Validiert wurde der neue

GERD Impact Scale bei 100 Patienten mit neu diagnostizierter

und 105 Patienten mit bekannter

Refluxkrankheit.

The Montreal Definition and Classification of Gastroesophageal Reflux

Disease 2 – Bedeutung für die Praxis

GERD ist eine ernst zu nehmende Erkrankung, die sich entwickelt, wenn

Rückfluss von Mageninhalt störende Symptome und/oder Komplikationen verursacht.

Dabei wird zwischen oesophagealen und extraoesophagealen Syndromen

unterschieden. Unter die oesophagealen Syndrome fallen die rein symptomatischen

Symptomenkomplexe Reflux-Syndrom und nicht kardialer Brustschmerz sowie

oesophageale Schädigungen: Oesophagitis, Strikturen, Barrett Oesophagus und

Adenokarzinom. Zu den etablierten extraoesophagealen Syndromen gehören

Reflux assoziierter Husten, Laryngitis, Asthma und Zahnerosionen. Vermutet wird

auch ein Zusammenhang zwischen Reflux einerseits und Pharyngitis, Sinusitis,

idiopathischer Lungenfibrose und rezidivierender Otitis media andererseits.

Hauptsymptome von GERD sind Sodbrennen und Regurgitation. Unklare

Brustschmerzen und sonst nicht erklärbare Schlafstörungen sollten ebenfalls an

GERD denken lassen. Bereits milde Symptome, welche mindestens zweimal

wöchentlich auftreten, werden von Betroffenen oft als sehr störend empfunden.

Die Berücksichtigung des Einflusses der Beschwerden auf die Lebensqualität der

Patienten ist von entscheidender Bedeutung. Eine Endoskopie ist grundsätzlich

nicht zwingend notwendig und eine probatorische medikamentöse Behandlung

ohne weitere Diagnostik gerechtfertigt. Die Säuresuppression ist eine effektive

Therapie zur Linderung von Sodbrennen; das Ansprechen auf eine Behandlung

mit Protonenpumpeninhibitoren (PPI) stützt die Diagnose GERD.

Neu definiert wurde auch der Begriff Barrett Oesophagus. Dazu hat die

Expertengruppe für die endoskopische Befunderhebung den Terminus der

ESEM (Endoscopically-Suspected Endothelial Metaplasia) eingeführt. Erst

wenn eine Metaplasie histologisch nachgewiesen werden kann, ist von einem

Barrett Oesophagus die Rede. Ebenfalls neu ist die Klassifizierung des Barrett

Oesophagus nach den sogenannten Prag C & M Kriterien, wobei C für die cirkumferenzielle

und M für die maximale Ausdehnung der Metaplasie in

Zentimetern vom gastrooesophagealen Übergang aus steht.

Der Fragebogen hat sich als sehr zuverlässig zur Identifikation von

Patienten mit GERD und zur Therapiekontrolle von Refluxpatienten

erwiesen. Bei optimaler Therapie sollten alle Fragen mit „nie“ beantwortet

werden können. Über drei Viertel der an der Studie teilnehmenden

Grundversorger beurteilten den Kurzfragebogen als in der Praxis hilfreich. 3

Referenzen

1 Dent J et al. Epidemiology of gastro-oesophageal reflux

disease: a systematic review. Gut 2005;54:710-717

2 Vakil N et al. The Montreal Definition and Classification of Gastroesophageal Reflux

Disease: A Global Evidence-Based Consensus. Am J Gastroenterol 2006;101:1900-1920

3 Jones R et al. Validation of the Gastroesophageal Reflux Disease Impact Scale - a patient

management tool for primary care. Gastroentrology 2006;130 (4 Suppl 2): A-386. Abstract

No 1974 and poster presented at Digestive Disease Week 2006, Los Angeles

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pylori-assoziierten Ulkuskrankheiten, Heilung von durch NSAR (inkl. COX-2 selektiven NSAR) verursachten Magenulzera, Vorbeugung von Ulcus ventriculi und Ulcus duodeni bei Risikopatienten, die NSAR (inkl. COX-2 selektiven NSAR) einnehmen. D: Erwachsene/Jugendliche (12-18 Jahre): Refluxösophagitis 1 x 40 mg/d, Langzeitrezidivprophylaxe

der Refluxösophagitis 1 x 20 mg/d, symptomatischer gastroösophagealer Reflux 1 x 20 mg/d oder nach Symptombefreiung bei Bedarf. Erwachsene: Heilung/Rezidivprophylaxe von Helicobacter pylori-assoziiertem Ulcus duodeni 2 x 20 mg/d plus 1 g Amoxicillin plus 500 mg Clarithromycin, Heilung von Ulcera

(NSAR bedingt) 1 x 40 mg/d, Prophylaxe von Ulcera (NSAR bedingt) 1 x 20 mg/d. KI: Überempfindlichkeit gegenüber Esomeprazol und substituierten Benzimidazolen. V: bei Auftreten von unbeabsichtigtem Gewichtsverlust, anhaltendem Erbrechen, Dysphagie, Hämatemesis oder Melaena immer Abklärung einer Malignität. Schwangerschaft.

IA: Ketoconazol, Itraconazol, Diazepam, Citalopram, Imipramin, Clomipramin, Phenytoin, Atazanavir. UW: Hautausschlag, Juckreiz, Kopfschmerzen, Benommenheit/Schwindel, Störungen im Gastro-intestinalbereich, Anstieg der Leberenzyme.

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