Rekurs mit Folgen für AOC-Wein mit Gemeindenamen - Univerre
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Date: 12.10.2011<br />
Schaffhauser Nachrichten<br />
8201 Schaffhausen<br />
052/ 633 31 11<br />
www.shn.ch<br />
Genre de média: Médias imprimés<br />
Type de média: Presse journ./hebd.<br />
Tirage: 22'872<br />
Parution: 6x/semaine<br />
N° de thème: 721.50<br />
N° d'abonnement: 1077879<br />
Page: 25<br />
Surface: 46'572 mm²<br />
<strong>Rekurs</strong> <strong>mit</strong> <strong>Folgen</strong> für <strong>AOC</strong>-<strong>Wein</strong> <strong>mit</strong> <strong>Gemeindenamen</strong><br />
Im <strong>AOC</strong>-<strong>Wein</strong> ist nicht immer<br />
nur der <strong>Wein</strong> drin, der draufsteht.<br />
Im Kanton Zürich soll<br />
die «Gebietsverschnittregel»<br />
bei <strong>Wein</strong> <strong>mit</strong> <strong>Gemeindenamen</strong><br />
nun aber viel strenger angewendet<br />
werden als bisher.<br />
WEINLAND Dicke Post haben in den letzten<br />
Tagen die Zürcher Rebleute vom<br />
Rebbaukommissariat erhalten. Die Zürcher<br />
Baudirektion hat einem <strong>Rekurs</strong><br />
teilweise entsprochen und für <strong>Wein</strong>e<br />
<strong>mit</strong> der Ursprungsbezeichnung <strong>AOC</strong>,<br />
der «Appellation d'Origine Contröl&»,<br />
und einer zusätzlichen «Gemeindeappellation»<br />
das Mischverhältnis von mindestens<br />
60 Prozent «echtem» Gemeindewein<br />
zu bis zu 30 Prozent A0C-Regionalwein<br />
(und bis zu 10 Prozent <strong>Wein</strong> aus<br />
der restlichen Schweiz) aufgehoben.<br />
Die <strong>AOC</strong>-Regelungen sind zwar<br />
grundsätzlich schweizweit festgelegt.<br />
Gemäss der Bundesregelung darf <strong>Wein</strong><br />
<strong>mit</strong> einer <strong>AOC</strong> insgesamt bis höchstens<br />
10 Prozent <strong>mit</strong> anderen Schweizer <strong>Wein</strong>en<br />
gleicher Farbe verschnitten werden.<br />
Im Kanton Zürich gibt es beispielsweise<br />
nur zwei <strong>AOC</strong>-Gebiete: «Zürich»<br />
und «Zürichsee». Wird, ergänzend zur<br />
<strong>AOC</strong>-Bezeichnung, eine Region («<strong>Wein</strong>länder»),<br />
Lage («Schiterberger»), oder<br />
ein Weiler («Altemer») als zusätzliche<br />
geografische Bezeichnung gewählt, so<br />
müssen mindestens ebenfalls 90 Prozent<br />
des <strong>Wein</strong>s aus dem genannten geografischen<br />
Gebiet stammen.<br />
Anders handhabte es der Kanton<br />
bei der «Gemeinde» als Ursprungsbezeichnung:<br />
Wer bis anhin einen «Andelfinger»<br />
<strong>AOC</strong>-<strong>Wein</strong> kaufte, der musste<br />
da<strong>mit</strong> rechnen, dass bis zu 40 Prozent<br />
des <strong>Wein</strong>s aus dem übrigen <strong>AOC</strong>-Gebiet<br />
Zürich kam. Wie in vielen schweizerischen<br />
<strong>Wein</strong>baukantonen hat das Amt<br />
für Landschaft und Natur (ALN) im August<br />
2010 ergänzend zur Bundesregelung<br />
eine kantonale Verfügung zur Verwendung<br />
der Gemeindeappellation erlassen:<br />
«Gemäss dieser Regelung hätte<br />
es im beispielsweise 40 Prozent<br />
haben dürfen», wie<br />
Rebbaukommissär Andreas Wirth auf<br />
Anfrage meint. Und es stand dem Produzenten<br />
- wie bei allen <strong>AOC</strong>-<strong>Wein</strong>en -<br />
frei, 10 Prozent der Gesamtmenge aus<br />
der restlichen Schweiz zu beziehen.<br />
«Diese Regelung ist jetzt durch den<br />
Entscheid der Baudirektion aber obsolet<br />
geworden», sagt Wirth. Denn gegen<br />
die Verfügung, welche die Verschnittanteile<br />
zwischen einzelnen <strong>Wein</strong>baugemeinden<br />
(im Verschnittverhältnis<br />
von 60 zu 40) regelte, ist das Rechts<strong>mit</strong>tel<br />
ergriffen worden.<br />
Der Rekurrent verlangte, dass der<br />
<strong>AOC</strong>-Abschnitt betreffend Gebietsverschnitt<br />
so angepasst wird, dass auch für<br />
Gemeinden (analog zu Regionen, Ortsteilen,<br />
Lagen und Weilern) die 90-Prozent-Verschnittregel<br />
gilt - dass also 90<br />
Prozent des <strong>Wein</strong>s aus der Gemeinde<br />
selber kommen müssen, welche auf der<br />
Etikette vermerkt ist. Er begründete seinen<br />
<strong>Rekurs</strong> da<strong>mit</strong>, dass das grössere<br />
Verschnittverhältnis einer «staatlich zugelassenen<br />
Täuschung der Konsumenten»<br />
entspreche, und stützt sich unter<br />
anderem auf das Lebens<strong>mit</strong>telgesetz,<br />
gegen das die Regelung im Kanton Zürich<br />
verstosse.<br />
Das Amt für Landschaft und Natur<br />
(ALN) überprüfe in gewissem Rhythmus<br />
Verfügungen bezüglich Öchslegraden<br />
respektive der 60-40-Formel,<br />
wie Wolfgang Bollack, Sprecher der<br />
Baudirektion, erklärt. Die zuständige<br />
Baudirektion gab aber dem <strong>Rekurs</strong> des<br />
Bewirtschafters recht. Der positive<br />
Entscheid der Baudirektion könnte nun<br />
eine Neuregelung der bisherigen<br />
Mischungsmöglichkeit von <strong>Wein</strong>en zur<br />
Folge haben, «soweit sie gegen Bundesrecht<br />
verstösst». Das Amt will sich<br />
allerdings noch nicht auf ein Mischverhältnis<br />
festlegen. Egal, wie der Entscheid<br />
ausfällt, betroffen davon wird<br />
frühestens der Jahrgang 2012 sein.<br />
Wenn nun auf die Verfügung von<br />
der Baudirektion kein <strong>Rekurs</strong> eingeht,<br />
werde diese rechtskräftig, und<br />
aufs nächste Jahr hin müsste das<br />
Mischverhältnis vom ALN neu definiert<br />
werden. Würde hingegen ein<br />
Gegenrekurs gutgeheissen, dann<br />
ginge der Entscheid an die nächste<br />
<strong>Rekurs</strong>instanz - das Zürcher Verwaltungsgericht.<br />
(M. G./RoMü)<br />
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Viele Rebbauern im <strong>Wein</strong>land lieferten bis anhin <strong>Wein</strong> für <strong>AOC</strong>-<strong>Wein</strong>e <strong>mit</strong> dem Namen<br />
anderer Gemeinden. Das könnte sich nun ändern.<br />
Bild Mark Gasser<br />
<strong>AOC</strong>-Regelung Druck auf «Kleine» befürchte<br />
WEINLAND Gemäss Bundesgesetz ist<br />
der Verschnitt <strong>mit</strong> Importweinen bei<br />
<strong>AOC</strong>-<strong>Wein</strong> nicht zulässig. Die Verschnittregelung<br />
sieht aber vor, dass<br />
Schweizer <strong>Wein</strong>e der Klasse 1 (<strong>AOC</strong>-<br />
<strong>Wein</strong>e) <strong>mit</strong> maximal 10 Prozent<br />
Schweizer <strong>Wein</strong>en derselben Farbe<br />
(unabhängig von der Qualität) verschnitten<br />
werden dürfen. Hauptsache<br />
rot, weiss oder eben rosö.<br />
Bei den <strong>AOC</strong>-<strong>Wein</strong>en im Kanton<br />
Zürich gibt es nicht nur Regelungen zu<br />
den Gebieten, sondern auch eigene<br />
Vorgaben für <strong>AOC</strong>-<strong>Wein</strong>e der beiden<br />
Gebiete «Zürich» oder «Zürichsee» <strong>mit</strong><br />
<strong>Gemeindenamen</strong> als zusätzlicher Bezeichnung.<br />
Für diese gilt bis heute eine<br />
Mischungsmöglichkeit im Verhältnis<br />
60 (Trauben aus der Gemeinde) zu<br />
40 (ortsfremde Trauben, mindestens<br />
30 Prozent aus dem <strong>AOC</strong>-Gebiet). Insbesondere<br />
<strong>Wein</strong>bauern in eher unbekannten<br />
oder kleineren Rebbaugemeinden<br />
fürchten die <strong>Folgen</strong> des<br />
<strong>Rekurs</strong>es (siehe Haupttext), da die<br />
Trauben aus solchen Lagen entwertet<br />
werden könnten, weil sie jetzt nicht<br />
mehr vom Gebietsverschnitt profitieren<br />
könnten. Diese Gefahr sieht auch der<br />
Flurlinger Rebbauberater und <strong>Wein</strong>macher<br />
Heiner Hertli. «Ich befürchte, dass<br />
in solchen Reblagen die Traubenproduzentenpreise<br />
noch mehr unter Druck<br />
geraten, weil ihr Traubengut als <strong>Wein</strong><br />
nicht mehr unter einer Ortsbezeichnung<br />
verkauft werden kann. Entsprechend<br />
müssen die Trauben solcher<br />
Lagen in neue überregionale <strong>Wein</strong>kanäle<br />
oder gar in <strong>Wein</strong>e zweiter<br />
Kategorie geleitet werden, wo tiefere<br />
Traubenpreise gezahlt werden.» Wer<br />
sich nun von der <strong>AOC</strong>-Regelung verabschiedet,<br />
muss auf die Bezeichnung<br />
von Lagen oder Orten verzichten<br />
und seinen <strong>Wein</strong>en das Prädikat «Landwein»<br />
aufsetzen. (RoMü/M. G.)<br />
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