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fredenberg

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DOKUMENTATION DER EINZELPROJEKTE

Eine runde sache

Suche nach dem Glück

Vielfalt

Integration Freundschaft

Begegnung Chillen Entwicklung

Unser Lebensraum Wir

Fredenberg ist...

Geschichten schreiben Bildung

Da wo man singt Kunst

Meine Stadt Gewaltfrei

Zuhause Mitwirkung

Veranstalter

Gefördert von

März – Juni 2009

Präsentation der Beiträge am 12. Juni auf einer Projektrundfahrt

und am 20. Juni auf dem Stadtteilfest

SCHIRMHERR

Sigmar Gabriel, MdB

Ein Interkulturelles Stadtteilprojekt

info@made-sign.de

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Fredenberg ist...

Ein Interkulturelles Stadtteilprojekt

März – Juni 2009

EINLEITUNG – KONZEPT

Stellen Sie sich vor, Sie leben in einer Stadt, die schon seit Jahren unter einem

deutlichen Bewohnerrückgang leidet. Grund genug nach neuen Konzepten für

den Wohnstandort Salzgitter zu suchen und Fragen zu stellen, z. B. „Was steigert

eigentlich die Attraktivität einer Stadt?“

Die Stadt Salzgitter schreibt einen Wettbewerb aus, an dem sich auch Fredenberg

als größter Ortsteil beteiligt, um sein ohnehin eher negatives Fremdimage aufzubessern.

Soweit zum Szenario. Und wie war die Umsetzung?

Zwischen März und Mai 2009 fanden alle Vorhaben von Fredenberg ist… in den

teilnehmenden Einrichtungen statt. Da hieß es: Fredenberg ist… A … Auf der Suche

nach dem Glück.... bis Z… Zuhause. Die Ergebnisse der Teilprojekte wurden

in einer abschließenden Projektrundfahrt, am 12. Juni, und auf dem Stadtteilfest

Fredenberg, am 20. Juni 2009, der größeren Öffentlichkeit vorgestellt.

Mit dem Projekt Fredenberg ist… wollten alle Akteure gemeinsam Impulse für ein

neues positives Erscheinungsbild ihres Ortsteiles setzen. Das produktive künstlerische

und kulturelle Miteinander sollte dabei im Vordergrund stehen. Es wurden

Fragen aufgegriffen:

• Was macht diesen Wohnbereich lebens- und liebenswert?

• Was kann der Einzelne tun, damit er auch nach außen so erscheint?

• Wo sind Gemeinsamkeiten der hier lebenden Menschen, die es zu fördern gilt?

• Wo sind Mitgestaltungsmöglichkeiten jedes Einzelnen, um Verantwortung zu übernehmen?

Dabei galt immer, das „Lebens- und Liebenswerte“ dieses Ortsteiles herauszuheben.

Die Aktionen waren so vielgestaltig wie der Fredenberg selbst: sie reichten

von Ausstellungen, Graffitiaktion, malerischer Gestaltung, Tanz, Geschichten

schreiben, Skulpturen, Internetauftritt, musikalischen und theatralischen Aktivitäten

bis hin zu Film, Interview, gemeinsamem Event und anderen kreativen Aktionen.

Fredenberg ist… stand als eine bewusst offene Feststellung am Anfang dieses

Stadtteilprojektes. Sie ermöglichte, dass sich jeder aktiv und kreativ einbringen

konnte.

Fredenberg ist… ein lebendiges Gemisch aus ganz unterschiedlichen kulturellen

Gruppen. All die Bewohnerinnen und Bewohner, ob Jung oder Alt, verfügen über

ein großes kulturelles und kreatives, ein großes menschliches Potential.

Fredenberg ist… jung und kreativ, kulturell lebendig. Soziale und kulturelle Netzwerkprojekte

sind auch unter Marketinggesichtspunkten gefragt. Soziokultur wie

auch Stadtentwicklung präsentierten sich als erfolgreiche Arbeitsfelder, die sich

mit der sozialen und/oder baulichen Aufwertung von Sozialräumen beschäftigen.

Beide gehen davon aus, dass Bürgerinnen und Bürger ein vitales Eigeninteresse

an ihrem unmittelbaren Lebensbereich, an der Zukunft ihres Gemeinwesens haben

und sich aktiv an dessen weiterer Entwicklung beteiligen.

Fredenberg ist… das sechste einer Reihe von großen Stadtteilprojekten, die seit

2004 am Fredenberg durchgeführt werden. All die vielfältigen sozialen und kulturellen

Teilprojekte hatten ein Ziel: Die Menschen am Fredenberg anzuregen, mit

ihren unterschiedlichen Fähigkeiten für ihren Ortsteil aktiv zu werden und Verantwortung

für seine weitere Entwicklung zu übernehmen.

Wer heute mit offenen Augen durch den Ortsteil geht, sieht die Wurzelstelen, die

Produktionen im Lebensgarten, die Kachelmosaike an der Grundschule Dürerring,

die Pausenhoftiere der Grundschule Am Fredenberg, die Haring Bilder an der

Gottfried-Linke-Realschule, den Dino am Gymnasium und vieles mehr.

Erwin Belzig, alias Frank-Markus Barwasser, ein Kabarettist aus Franken bringt es

auf den Punkt: „Image ist das, was man braucht, damit die andern denken, dass

man so ist, wie man gern wär‘.“

In diesem Sinne konnten wir mit Fredenberg ist… ein Projekt gestalten, das den

Menschen am Fredenberg zugute kam, in dem es nachhaltige Wirkungen erzielte

und das Zusammenleben aller kulturellen Gruppen dieses lebendigen und jungen

Ortsteiles kreativ bereicherte – und das ist doch sein bestes Außenbild.

Detlev Behrens

Einleitung – Konzept

Fredenberg Forum e.V. Stastbüro Fredenberg Diakonie Salzgitter

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Fredenberg ist...

FREDENBERG – DAS SIND WIR!

Musical, März – Mai 2009

Deutlich zeigte sich an diesem Maidonnerstag, wie

es aussieht, wenn Kinder mit viel Fantasie und Energie

ihre Ideen in Form eines Musicals umsetzen. In der Aula

des GaF präsentierten auf der Bühne 38 Kinder das

Ergebnis von drei Monaten Probe. Der Jüngste, Anzelu

Michel, war 2 Jahre und 7 Monate alt, der Älteste, Alexander,

gerade erst 13 Jahre alt geworden.

Aufgeführt wurde im Rahmen des Stadtteilprojekts

Fredenberg ist...“ von den Einrichtungen HVg Munte,

des Diakonie-Treffs und der Grundschule am Dürerring

die Geschichte des Fredenbergs, und die geht so:

Der in die Jahre gekommene Fredenberg ist mittlerweile

etwas vergesslich geworden und kann sich nicht mehr

an seine eigene Geschichte erinnern. Zum Glück gibt

es ein Kind, das den alten Fredenberg an die Hand

nimmt und ihm von seinen roten, blauen, grünen und

gelben Kindern erzählt. Diese blieben lange unter sich

– eine kalte, dunkle Zeit, die erst dadurch beendet wird,

dass die Kinder entdecken, dass ein gemeinsames

Spiel viel mehr Spaß macht. Es entspinnt sich ein Netz

zwischen den einzelnen „Farben“, symbolisiert durch

bunte Wollfäden, die die Kinder verbinden.

Das Musical beginnt mit trauriger Stimmung, wenn

der alte Fredenberg in der Person von Blaise Pokos

(interkultureller Diplompädagoge und Komponist des

Musicals) über seine verlorenen Erinnerungen klagt. Mit

dem Spiel der Kinder nimmt es dann immer mehr Fahrt

auf. Zirkuskunststücke, Breakdance, Kasacok und mehr

zeigen die unglaubliche Energie dieser Kinder und

münden in einem Luftballonregen als rasantes Finale.

Wer die Erstaufführung des Musicals verpasst hatte,

bekam beim Stadtteilfest am 20.06. noch einmal die

Gelegenheit, die Highlights auf der Bühne bewundern

zu können.

Text Mirjam Mylius

Fotos Viktor Keil

Fredenberg – das sind wir!

Diakonie treff Fredenberg, Grundschule Dürerring

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Fredenberg ist...

Von März bis Juni 2009 habe ich mit den gut

90 Kindern des Kindergartens Wirbelwind im Rahmen

des Stadtteilprojekts Fredenberg Lieder in verschiedenen

Sprachen gesungen- in deutsch, russisch, polnisch,

türkisch, englisch, afrikanisch und ein wenig französischund

mit der Gitarre begleitet und mit einigen Kindern

auf kleinen Instrumenten Musik dazu gespielt.

Welch eine wunderbare Erfahrung!

Ich bin fasziniert, wie die Kinder sich für die Musik und

gemeinsames Singen haben begeistern lassen. Ich bin

glücklich, was diese Kinder in den paar Wochen alles

gelernt haben und mit nach Hause genommen haben.

Und so rufe ich Eltern und Erzieherinnen zu: Gebt den

Kindern Lernanreize, sie können so viel lernen!

In gleicher Weise entsteht meine Freude aus der guten

Zusammenarbeit mit der Leitung des Kindergartens Wirbelwind,

Claudia Bünz, und den in besonderem Maße

engagierten Erzieherinnen. Ich konnte die Kinder zwar

motivieren und die Lieder mit ihnen ansingen und nächste

Woche wieder singen. Aber die Erzieherinnen haben

in ihrer täglichen Arbeit mit den Kindern neben den

vielfältigen anderen Aktivitäten immer wieder die Lieder

gemeinsam in der Gruppe gesungen. Nur so, davon bin

ich überzeugt, konnten die Kinder so erfolgreich lernen.

Da wo man singt, da lass dich nieder...

DA WO MAN SINGT, DA LASS DICH NIEDER...

Chor mit musikalischer Begleitung, 4.–23. Mai 2009

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Kita Wirbelwind

Vielen Dank an alle Erzieherinnen!

Es gibt so viele interessante Sprachen und Musik ist

weltumfassend. Alle Völker kennen Musik und Lieder.

„Bei der Musik hören die Ohren in allen Sprachen“

(Richard von Weizäcker).

Ich wünsche dem Kindergarten Wirbelwind auch weiterhin

viel Freude und Erfolg mit den Kindern zu singen

und zu musizieren. Es gibt noch so viele Lieder zu

entdecken…

Jürgen Wessnigk


Fredenberg ist...

Berufliche Bildung –

EIN TOR IN DIE SALZGITTERANER ARBEITSWELT

Der berufliche Lebensweg von Winnie Fredenberg, Bilderausstellung März – Mai 2009

Wir, die Jugendlichen der Produktionsschulklasse

ProSa haben eine Ausstellung mit den Erwerbsbiografien

von ehemaligen und derzeitigen Schülern der BBS

Fredenberg erstellt.

Zuerst haben wir in Kleingruppen Ideen für das Projekt

gesammelt und kleine Modelle gebaut. Danach haben

wir uns auf ein Konzept geeinigt, welches die Darstellung

der beruflichen Lebenswege der Schüler der BBS

Fredenberg am besten zeigt. Als Ausstellungsort haben

wir dann ein Zelt aufgebaut und in den Farben der BBS

Fredenberg renoviert.

Für die Projektdokumentation haben wir jede Menge Fotos

gemacht und die Schüler der BBS Fredenberg, die

einen Abschluss oder eine Ausbildung erreicht haben

interviewt.

Zum Schluss haben wir ein Layout für die Plakate erstellt

und die gemachten Bilder und Texte „eingebaut“.

Da die Ausstellung in der Pausenhalle stattgefunden

hat, bauten wir dort das Ausstellungszelt auf und haben

die Plakate dort aufgehängt.

Am Eingang zur Ausstellung haben wir „Winnie Fredenberg

aufgestellt. Eine Person, die die Schüler auf ihrem

Weg zum Beruf begleiten soll. „Winnie Fredenberg“ haben

wir aus dem Schatten eines Mitschülers auf Papier

gebracht, danach auf Holz gezeichnet und schließlich

ausgeschnitten und aufgestellt. Rückblickend hat uns

das Projekt sehr viel Spaß gemacht und wir haben eine

Menge gelernt.

Christoph Mayer

Ein Tor in die Salzgitteraner Arbeitswelt

BBS Fredenberg

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Fredenberg ist...

AUF DER SUCHE NACH DEM GLÜCK

In der zweiten Woche der Osterferien fand in der

Begegnungsstätte BRÜCKE das Kreativ- Projekt

Fredenberg ist…Auf der Suche nach dem Glück“ statt.

Unter der Leitung der Kunstpädagogin Julia Wally

Wagner aus Helmstedt beschäftigten sich 15 Kinder

mit dem Begriff „Glück“ und mit Ihren Wünschen und

Vorstellungen, die sie mit diesem Wort verbinden. Die

Vorstellungen der Kinder wurden kreativ umgesetzt. So

entstanden einzelne Glücksbringer aus Stoff, Porzellan,

Papier und anderen Materialien.

Am ersten Tag des Projektes redeten die Kinder über

das, was Sie glücklich macht. Jedes Kind sollte zu

seinem persönlichen Glückssymbol ein Bild gestalten.

Durch die individuellen Vorstellungen von Glück entstanden

viele unterschiedliche Kunstwerke.

Eine gestalterische Reise, 6.–10. April 2009

Die entstandenen Symbole wurden auf eine Außenwand

vor der Begegnungsstätte Brücke übertragen. Am

zweiten Tag wurde hierfür der Hintergrund gestaltet. Die

Kinder bemalten die gesamte Wandfläche in blau und

türkis Tönen.

Auch wurde noch einmal das Thema Glück vertieft. Julia

Wally Wagner erzählte den Kindern eine Geschichte

zum Thema Glück, die sich mit der Frage „Was ist Glück

eigentlich“ beschäftigt. Um noch einmal die Glückssymbole

der Kinder aufzugreifen, malte jedes Kind eine

Glücksfahne.

Die Gestaltung der Glücksfahne wurde auch am dritten

Tag weitergeführt. Zudem lag die Konzentration auf der

Mauergestaltung. Jedes Kind malte seine Glückssymbole

auf die Wand. Es wurde darauf geachtet, dass

die einzelnen Gegenstände und Objekte harmonisch

zusammenpassen.

Auch am vierten Tag wurde die Wand weiter verziert.

Die Kinder gestalteten außerdem ein Stoffbild mit

Glücksmotiven.

Durch das Vorlesen des Buches „Hektor auf der Suche

nach dem Glück“ erfuhren die Kinder, welche Dinge

einen Menschen wirklich glücklich machen.

Auf der Suche nach dem Glück

Fredenberg Forum, VHS Salzgitter

Die Kinder beschäftigten sich auch am fünften Tag

mit Ihren Stoffbildern. Ebenso wurde der Mülleimer,

der im Nachhinein an die Wand gehängt wurde,

gestaltet. Der Mülleimer zeigt die Fußgängerbrücke,

über die eine Familie spaziert.

Der letzte Tag umfasste die Feinarbeiten an der

Wandgestaltung, sowie die Gestaltung eines Scherbenbildes.

Frei nach dem Motto „Scherben bringen

Glück“ zerstörten die Kinder altes Porzellan, mit

dessen Scherben sie ein Bild beklebten.

Mit der Abschlussrunde ging ein kreatives, farbenreiches

und lustiges Projekt zu Ende.

Wally Wagner

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Fredenberg ist...

Fredenberg ist… Begegnung

Im Rahmen des interkulturellen Stadtteilprojekts „Fredenberg

ist…“ fand das Teilprojekt „Fredenberg ist…

Begegnung“ statt. Diese Veranstaltung wurde als Kooperationsprojekt

mit der Grundschule Am Fredenberg

angesetzt. Dementsprechend spielten 12 Kinder der

3. und 4. Klassen bei dem Theaterstück mit.

Da die Teilnahme an dem Projekt am Ende des Schuljahres

im Zeugnis der Kinder positiv erwähnt wird, war

die Anmeldung verpflichtend. Die fachliche Leitung

übernahm Jens Wirsching, Theaterpädagoge und

Schauspieler aus Hildesheim. Unterstützt wurde er

dabei von Mona Huber, die in der Begegnungsstätte

BRÜCKE ein Freiwilliges kulturelles Jahr leistet.

Am Samstag, 18. April. 2009 trafen sich die kleinen

Nachwuchsschauspieler, Jens Wirsching und Mona

Huber zum ersten Mal von 10.00- 15.00 Uhr, um sich

kennen zu lernen und das Stück zu erstellen. Neben

vielen (Kennenlern-) Spielen und Aufwärmübungen,

erdachten sich die Kinder mit viel Eifer, Fantasie und

Freude einzelne Szenen zu dem Thema „Begegnung“,

welche anschließend zu dem Theaterstück „Der 14-Uhr-

40-showdown“ zusammengesetzt wurden. So haben

die Kinder, unter Leitung von Jens Wirsching, innerhalb

des ersten gemeinsamen Nachmittags das komplette

Stück erstellt.

Dargestellt werden die Begegnungen sehr unterschiedlicher

Menschen, sowie die positiven und negativen

Ereignisse, die diese auslösen können. Denn Begeg-

nungen gibt es viele angenehme und weniger angenehme…

Das Stück erzählt unter anderem davon, was geschieht,

wenn zwei alte, blinde Herrschaften auf einer Bank sitzen

und von früher träumen, während zwei Jugendliche

ein Auto knacken, um damit ein Baby zu entführen. Weiter

handelt die Geschichte von dem Vater des Babys,

der in einer Kneipe verkloppt wird und ins Gefängnis

kommt, weil er den Auftrag einkaufen zu gehen, den ihm

seine Frau erteilt hat, nicht ausführt. Doch zuletzt wendet

sich alles zum Guten. Der Vater bekommt sein Baby

wieder, bringt es der Mutter zurück und wird als Held

gefeiert. Das Stück endet mit den Worten:

„So richtet sich, wenn alle ihres geben, am Ende ein, ein

gutes Leben.“

Auch wenn die Kinder an „Remmidemmi“ und abenteuerlichen

Szenen interessiert waren, war es dennoch

allen wichtig, am Ende das Gute aufzuzeigen und zu

verdeutlichen, dass glücklich sein zwar nicht immer

einfach ist, sich aber alles zum Positiven wendet, wenn

jeder sein Bestes dafür gibt.

...BEGEGNUNG

Theaterstück mit Schülern, April – Mai 2009

Nach diesem Samstag fanden die Proben jeden Mittwoch

von 15.00–17.00 Uhr statt. Zu Beginn wurden die

Kinder jeweils spielerisch in das Theaterspielen eingeführt.

Sprech- und Bewegungsübungen, verbunden

mit Mimik- und Gestik- Übungen stimmten die Kinder

auf das Theaterstück ein, halfen ihnen, mehr aus sich

herauszukommen und lockerten die anfängliche Anspannung

auf.

Das Stück wurde mit großem Vergnügen eingeübt. Aber

auch wenn die Kinder stets begeistert und ehrgeizig

waren und so lange übten bis alles funktionierte, waren

die ersten Proben sowohl für die Nachwuchsschauspieler,

als auch für die Leitung, laut, chaotisch und

etwas anstrengend. Doch es heißt nicht umsonst „Ohne

Schweiß, kein Preis“.

Und somit wurde auch bei unserem Projekt am Ende

alles gut. Die Kinder hatten drei Aufführungen, die mit

großer Freude und Anspannung ersehnt wurden. Am

05. Juni 2009 in der Grundschule Am Fredenberg, am

08. Juni 2009 in der Begegnungsstätte BRÜCKE und

am 20. Juni 2009 auf dem Stadtteilfest. Nicht nur das

Publikum, Jens Wirsching und Mona Huber waren von

den Kindern überzeugt. Auch die Kinder freuten sich

über ihre gelungenen Auftritte.

Jens Wirsching

Begegnung – Theaterstück mit Schülern

Fredenberg Forum e.V. , Grundachule Am Fredenberg

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Fredenberg ist...

...CHILLEN

Ein neuer Chill-Out Raum entsteht, März – Mai 2009

Fredenberg ist… Chillen

Als im Jahr 2008 das interkulturelle Imageprojekt Fredenberg

ist… von den Veranstaltern Stadtbüro Fredenberg,

Fredenberg Forum und Diakonie Salzgitter vorgestellt

wurde, überlegte ich, was ist Fredenberg für die

Kinder und Jugendlichen?

Kurz darauf machten wir eine Besprechung mit den

Kindern und Jugendlichen und befragten sie mit der

Fragestellung: „Was bedeutet Fredenberg für dich?“

Mehrheitlich meinten die Besucher/innen des Hauses,

das Fredenberg chillig sei.

Es fehle ein Raum, wo sich Kinder und Jugendliche mal

zurückziehen könnten und ungestört Gespräche, Spiele,

Musik hören usw. könnten. Die Idee eines Chill-Out

Raumes war geboren. Nach dem schriftlichen Antrag

überlegten sich insbesondere die Mädchen, wie sie sich

einen Chill-Out Raum vorstellen.

Damit der künstlerische und kreative Bereich unterstützt

wird, wurde das Team des D7 von der Künstlerin Laura

van Joolen als Honorarkraft begleitet.

In mehreren Vorgesprächen mit den Kindern und Jugendlichen

wurden künstlerische und kulturelle Aspekte

mit in das Projekt einbezogen. Licht, Farbe, Musik und

gemütliche Sitzgelegenheiten wurden genannt.

Das Teilprojekt Fredenberg ist… Chillen fand vom

19. – 27.05.09 im Vorraum des Fitnessraums im Kinderund

Jugendzentrum D7 statt.

Durch die Begegnung des Offene-Tür Bereiches wurden

die Besucher schnell aufmerksam auf die handwerklichen,

künstlerischen und kreativen Arbeiten.

Kinder im Alter von 6 und Jugendliche bis 16 Jahren

waren am Projekt Chill-Out Raum beteiligt. Besonders

schön war es zu beobachten, das sich an den Projekttagen

fast regelmäßig eine feste Gruppe von Mädchen

und Jungen aktiv mit einbrachten. Es war festzustellen,

dass sie sich schnell mit dem Projekt identifizierten und

ein sozialer und kultureller Austausch stattfand.

Durch verschiedene Kreativgruppen konnten sich die

verschiedenen Altersgruppen zu ihren Interessen (Holz,

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Chillen

Jugendzentrum D7

Farbe, Näharbeiten etc.) zuordnen oder konnten neue

Erfahrungen machen, die sie bisher nicht kannten.

Durch das kreative und produktive Handeln ist es allen

Beteiligten gelungen, einen leeren Raum in einen interkulturellen

und künstlerisch gestalteten Chill-Out Raum

zu verwandeln, so wie sich die Kinder und Jugendlichen

ihn für ihre Freizeitgestaltung am Fredenberg vorstellen.

Durch eine Einweihung am 02.06.09 im Rahmen eines

Tages der offenen Tür im D7 wurde der Raum u.a. mit

Tanz und Musik von den Beteiligten gefeiert.

Die Idee der Kinder und Jugendlichen, diesen Raum

nach ihren Vorstellungen zu planen und auch handwerklich

kreativ umzusetzen hat zu einem besseren Zusammenleben

im Stadtteil und damit zu einem Imagegewinn

beigetragen.

Hans-Martin Böhning


Fredenberg ist...

Sport- und Bewegungsaktion, März – Mai 2009

...EINE SPORTLICHE SACHE, DIE VERBINDET!

Am 13. Juni 2009 haben sich alle Abteilungen des

SV Borussia Salzgitter zu einem Sportfest der besonderen

Art getroffen.

Hier waren alle Vereinsmitglieder, Verwandte, Freunde

und Bekannte eingeladen unseren Verein einmal aus

der Nähe zu betrachten. So haben wir einfach einige

Hallensportarten nach draußen verlegt. Unsere Ringer

fühlten sich auf dem grünen Rasen genauso wohl wie

die Fußballer, die Volleyballerinnen, die Aerobicdamen

und das Kinderturnen.

Für das nette Wohl nebenbei sorgten die Eltern der

verschiedenen Abteilungen, so dass ein jeder auf seine

Kosten gekommen ist. Das Küchenbuffet war eine

Reise durch die verschiedenen Länder, wie z.B. durch

die Türkei, durch Russland, durch den Libanon und auch

Deutschland war mit Käsekuchen dabei. Deftiges gab

es am Grillstand, wo Bratwürstchen, Börek, Bulgur und

viele Salate ihre Abnehmer gefunden haben.

Dieser Tag machte deutlich, dass verschiedene Kulturen

gemeinsam einen schönen Tag verbringen konnten.

Es wurde viel gelacht, es wurde sich nett unterhalten

und auch der sportliche Aspekt ist auf keinen Fall zu

kurz gekommen.

Antje Pfeiffer

Eine sportliche Sache, die verbindet!

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SV Borussia


Fredenberg ist...

Nach zwei Vortreffen zur Planung des Filmprojekts fand

am 4. Mai der erste Dreh statt. Mit zwei Kindern und einer

Jugendlichen, der Vorbereitungsgruppe gehörten insgesamt

noch zusätzlich drei Erwachsene und eine Jugendliche

an, haben wir Anwohner und Jugendliche des Lebensgarten,

des Jugendtreffs „Kreml“ und Kinder in der Diakonie

zu ihrem „Lebensraum“ befragt:

... lauteten die Fragen. Die angetroffenen Bewohner/inner

wussten z.B. im Lebensgarten ihren Wohnbereich in

höchsten Tönen zu loben. Die Interviews ergaben rundum

ein sehr positives Bild, da neben der sozialen Infrastruktur

vor allem die Möglichkeiten von Kommunikation und Begegnung

sehr positiv hervorgehoben wurden. Auch die

einzelnen Aktivitäten im Diakonietreff – wir filmten gerade

während der Gesundheitswoche Fredenberg, bezeugten

lebendiges Bürgerinteresse.

Der zweite Drehtag konzentrierte sich auf öffentliche

(Spiel-) Plätze um dem Zuschauer einen Eindruck über die

Vielseitigkeit der Freizeitbereiche zu geben. So wurden die

Maßnahmen der „Sozialen Stadt“ im Bürgerpark Hüttenring,

der Spielerlebniswelt und dem DFB Spielfeld genauer

unter die Lupe genommen. Ein Abstecher in das Schulzentrum

und zum Kinder- und Jugendzentrum D7 folgte

und schließlich stand noch eine Panoramaaufnahme von

den Lichtenbergen und ein Spot auf das Eingangstor von

Bosch-Blaupunkt auf dem Programm.

Fredenberg hat auch kulturell einiges zu bieten, das bezeugte

ein Abend mit dem bundesweit bekannten Kabarettisten

Robert Griess in der Begegnungsstätte BRÜCKE

vor vollem Hause.

Auch die nächsten Drehtage wurden gezielt vorbereitet. Ein

langer Drehtag widmete sich den beiden Grundschulen,

den fünf Kitas vor Ort, den Schulen des Schulzentrums,

aber auch den Kinderspielplätzen, dem Seilgarten und

Salzgittersee. Schließlich suchten wir an einem Donnerstag

auch den Markt am Fredenberg auf, führten Gespräche mit

Besuchern/innen und interviewten einige Einzelhändler.

An insgesamt sechs Drehtagen haben wir Impressionen

festgehalten und Meinungsbilder eingefangen.

Der entstandene Film zielt insgesamt auf den individuellen

Charakter Fredenbergs mit den Schwerpunkten Bildung, Integration,

Kultur und Freizeit. Im Mittelpunkt standen dabei

Menschen aller Altersstufen und Nationalitäten.

Die Zielsetzung, die Entwicklung Fredenbergs zu einem

bunten, lebendigen und kreativen Ortsteil zu dokumentieren

und seine besonderen kulturellen und kreativen Entfaltungsräume

aufzuzeigen wurde unserer Einschätzung nach

mit diesem Film erreicht. Uns wurde ziemlich deutlich, dass

die Bewohner/innen Fredenberg mögen, nicht zuletzt auch

durch die vielen Projekte, die im Rahmen der „Sozialen

Stadt“ angeregt werden konnten.

Detlev Behrens

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Entwicklung

Fredenberg Forum e.V. Stastbüro Fredenberg Diakonie Salzgitter

...ENTWICKLUNG – ENTFALTUNGSRÄUME

„Was macht den Fredenberg lebenswert?“

„Welche aktive Mitgestaltungsmöglichkeiten des Stadtteils gibt es?“

Authentische Orte und Situationen – ein Film, April– Mai 2009


Fredenberg ist...

...FREUNDSCHAFT – EIN TAG IN FREDENBERG

Aktivitäten und Aktionen in März 2009

Theater & Musik, März – Mai 2009

Fragen zum Thema Freundschaft wurden bearbeitet:

Was ist Freundschaft? Wer ist mein Freund?

Warum ist gerade dieser, oder jener mein Freund?

Darauf gab es viele tolle Antworten von den Kindern. Zum

Beispiel Ferris: „Chiara ist so süß und kuschelig, darum ist

sie meine Freundin.“ Darauf Chiara: „Außerdem heiraten

wir, wenn wir groß sind!“

Es wurden nicht nur Fragen beantwortet, sondern wir haben

auch Geschichten zum Thema Freundschaft gelesen,

Freunde fotografiert, Bilder gemalt, Lieder gesungen und

Freundschaftsbänder gebastelt.

Aktivitäten und Aktionen im April und Mai 2009

Erarbeitung eines Theaterstückes zum Thema

Freundschaft: Mit Unterstützung von Bettina Bendisch

und gemeinsam mit den Kindern wurde der Inhalt des

Stückes erarbeitet. Die Lieder wurden ausgewählt:

„Willst Du mein Freund sein“ mit Text und Musik von

Bettina Bendisch, die dieses Lied eigens für unser „Musical“

geschrieben hat.

„Alle Fredenberger“, der Text für dieses Lied wurde von

den Mitarbeiterinnen der Kita Goerdelerstrasse geschrieben

und wird von den Kindern nach der Melodie

„Kleine Europäer“ von Rolf Zuckowski gesungen.

Die Erarbeitung des „Musicals“ war schon sehr aufregend,

vor allem weil alle 50 Kinder der Einrichtung

mitwirken wollten. Aber wir haben es geschafft. Ob

„Sänger“, oder „Schauspieler“ und sogar „Schilderträger“

jeder hat seinen Platz in dem Stück gefunden.

20 21

Freundscaft

AWO Kita Goerdelerstraße

Erstellung der Kulisse und Auswahl der Requisiten:

Gemeinsam wurde überlegt, wie die Kulisse aussehen

soll und welche Requisiten verwendet werden können.

Anschließend haben die Kinder ein Bettlaken bemalt,

auf dem Einrichtungsgegenstände einer Kita zu sehen

sind. Dieses dient als Hintergrundkulisse.

Proben für das „Musical“ Zum Schluss haben alle jeden

Tag fleißig geprobt und die Premiere für unser „Musical“

war dann am 12.06.2009 vor den Teilnehmern

der Projektrundfahrt. Am 20.06.2009 wurde das Stück

dann noch einmal auf dem Stadtteilfest aufgeführt.

Dieses Projekt hat allen sehr viel Spaß gemacht und

auch einiges bewirkt. Die Kinder unserer Einrichtung

sind sich noch näher gekommen. Alle haben zusammengearbeitet,

sich gegenseitig geholfen und unterstützt,

egal ob Junge oder Mädchen, groß oder klein. Dabei hat

es auch keine Rolle gespielt, dass die Kinder hier viele

unterschiedliche Sprachen sprechen, sie haben sich

trotzdem verstanden.

Fazit kann für uns deshalb nur sein:

Fredenberg ist Freundschaft“

Andrea Bernhof


Fredenberg ist...

Bücherfunde und Straßengeschichten

In den ersten Tagen der Osterferien 2009 wurde der

Fredenberg von seltsamen Wesen bevölkert, die allerdings

nur für literarisch geschulte Augen sichtbar

wurden. Die Ereignisse begannen in der Stadtteilbibliothek

und breiteten sich innerhalb eine Woche über

den gesamten Fredenberg aus. Sogar am Salzgittersee

sollen einige dieser Wesen gesichtet worden sein.

Auslöser dieser Ereignisse waren drei Mädchen und vier

Jungen der fünften und sechsten Klassen des Gymnasiums

am Fredenberg, die sich zwischen dem 31. März

und 3. April 2009 jeweils in den Vormittagsstunden

in der Stadt- und Schulbibliothek Fredenberg zu einer

Schreibwerkstatt trafen. Anleitung und Unterstützung

bekamen die jungen Autorinnen und Autoren von der

Literaturwissenschaftlerin Antonia B. Uthe, Inspiration

durch die anwesenden Bücher.

...GESCHICHTEN SCHREIBEN

Eine literarische Entdeckungsreise, März– Mai 2009

Der erste Tag stand unter dem Motto Bücherfunde.

„Nur leere Seiten“, stellte Jil fest, als sie in ihrem Lieblingsbuch

„Ferien auf Saltkrokan“ lesen wollte. Stattdessen

stand eine Romanfigur samt Hund in ihrem Zimmer.

Ähnlich erging es den anderen Kindern. Lea berichtete,

dass sie Lulu Baker getroffen und einen Wahrheitstrank

mit ihr gekocht habe, Minh Tien schrieb in einem Brief

über Fallschirmspringenübungen mit einem Sams und

Keven wie er dem Phönix begegnete, der inzwischen

bei ihm im Garten lebt.

Der zweite Tag stand im Zeichen der Dichtkunst. Die

Kinder lernten „Ottos Mops“ kennen, das berühmte Gedicht

von Ernst Jandl. Bei dem Versuch selber Gedichte

zu schreiben, in der sie nur ein und denselben Vokal

verwenden durften, stellten sie fest, dass „jandln“ gar

nicht so einfach ist, wie es aussieht.

Währenddessen war die Ausbreitung der sonderbaren

Wesen vorangeschritten. Besonders das Malerviertel

war betroffen. Anna-Laura berichtete von einem Mädchen,

das im Van-Gogh-Weg dem Maler leibhaftig

begegnet war, sogar von ihm porträtiert wurde, Gregorij

und Keven halfen Albrecht Dürer bei der Suche nach

seinem Rhinozeros und Luis traf sogar Graf Stauffenberg,

der ihm Rede und Antwort stehen musste.

Am letzten Tag standen Reizwortgeschichten auf dem

Programm. Die Kinder mussten vorgegebene Wörter in

ihre Geschichten einbauen. Sich an diesen Wörtern entlang

hangelnd, nahmen die Geschichten oft unerwartete

Wendungen, etwa wenn eine Familie aus München nach

Spanien reisen wollte, aus versehen am Salzgitter See

landete und das eigentlich auch ganz spanisch fand.

Die Mädchen und Jungen waren sofort offen für die

ungewohnten Schreibaufgaben: mit erdachten Figu-

Geschichten schreiben

Gymnasium am Fredenberg, Stadt- und Schulbibliothek Fredenberg

ren zu spielen, in Erzählerrollen zu schlüpfen oder sich

selber in fiktive Abenteuer zu stürzen. Die Geschichten

der Mädchen sind länger ausgefallen, die Jungen haben

sich eher auf das Wesentliche beschränkt. Eifrig geschrieben

haben sie alle.

Die jungen Autorinnen und Autoren waren leicht zu

motivieren und haben überraschend viel Kreativität bewiesen.

So sind erstaunliche und erstaunlich viele Geschichten

entstanden. Inspirierend war das Bibliotheksambiente,

die Möglichkeit sich zwischendurch auch

Bücher anzusehen. Besonders die Bücher der Maler

des Malerviertels haben sie zum Schreiben angeregt.

Die Geschichten dieser Schreibwerkstatt waren am

Dienstag den 19. Mai 2009 um 15.00 Uhr und am

12. Juni 2009 im Rahmen der Projektrundfahrt in Stadtund

Schulbibliothek in Fredenberg bei einer öffentlichen

Lesung zu hören.

Antonia B. Uthe

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Fredenberg ist...

Theaterbegeisterte Frauen des Fredenberg Forums

und Laienschauspieler der Theatergruppe Dialog

Tiatro des alevitischen Kulturvereins Lebenstedt haben

sich zusammengefunden, um innerhalb des Teilprojektes

Fredenberg ist... Integration ein eigenes Projekt auf die

Beine zu stellen. Gemeinsam wurde das Stück Doppelgast

einstudiert und zur Ausstellungseröffnung der

beiden Teilprojekte Integration und Vielfalt am 07. Juni

dieses Jahres uraufgeführt.

Schnell war bei unserem ersten Kennenlern-Treffen

in der BRÜCKE klar, dass die Chemie zwischen den

Beteiligten stimmte und so konnte sich die anfänglich

noch vorhandene Skepsis schnell in Begeisterung für

das gemeinsame Theaterprojekt wandeln. Probentermine

wurden vereinbart und Rollen verteilt. In dem

Stück Doppelgast, welches auf dem von Hayati Yapmis

geschriebenen Stück Doppelpass basiert, werden

die kulturellen Unterschiede zwischen einheimischen

Fredenbergern und einer neu am Fredenberg einziehenden

muslimischen Familie in typischen Alltagsszenen

verdeutlicht. Das deutsche Ehepaar Gerda und Helmut,

gespielt von Ursula Dickmann und Theda Cramer

bekommt unangemeldeten Besuch von den neuen

Nachbarn Ayse (Sengül Cavus) und Hasan (Haydar

Yalcinkaya), die sich den beiden als neue Mitbewohner

...DOPPELGAST – INTERKULTURELLES THEATER

vorstellen möchten. Als dann auch noch die fünf Kinder

der Familie hereinplatzen, scheint die Situation zu

eskalieren und Helmut steht kurz vor einem Herzinfarkt.

Mit sehr viel Einfühlungsvermögen gelingt es Gerda

jedoch die Situation zu entschärfen. Die Akteure kommen

miteinander ins Gespräch und bemühen sich um

gegenseitiges Verständnis und eines wird sehr deutlich:

Integration muss vom Einzelnen ausgehen!

Wir alle haben in dieser gemeinsamen Zeit der Vorbereitung

sehr viel voneinander und übereinander gelernt.

Wir waren und sind uns bewusst, dass wir mit unserem

Stück beiden Kulturen den Spiegel vorhalten. Aber wir

sind auch der Meinung, nur indem wir das tun, indem

wir anfangen Unterschiede zu akzeptieren und zu lernen

mit ihnen umzugehen, können wir dem Ziel eines gleichberechtigten

Miteinanders näher kommen und einen

Wertekonsens finden.

Birgit Hynek

Gelungene Premiere, 07. Juni 2009

Einleitung – Konzept

Fredenberg Forum e.V.

24 25


Fredenberg ist...

Die Grundschule Am Fredenberg in Salzgitter im Stadtteil

Fredenberg ist geprägt von einer hohen Schülerzahl von

Kindern mit Migrationshintergrund. In einer Projektwoche

setzten sich die Grundschüler in kreativen und vielseitigen

Projekten mit anderen Ländern und Themen wie Armut und

Kinderarbeit auseinander. Im Rahmen des interkulturellen

Stadtteilprojektes Fredenberg ist... wurden die Projektwochenergebnisse

im Filmprojekt: „Kinder aus anderen

Ländern bei uns am Fredenberg“ zusammengefasst.

Entstanden ist eine spannende zwanzig minütige filmische

Dokumentation über die Projektwochenergebnisse der

Grundschule Am Fredenberg mit Interviews der Schüler

und Projektleiter, Gesang- und Tanzvorführungen und vielen

vielfältigen und bunten Projektwochenergebnissen.

Den Leitfaden des Films bilden die Gesang- und Tanzvorführungen

von drei Klassen der GS Am Fredenberg. Beispielsweise

diente ein brasilianisches Kinderlied zur Auseinandersetzung

mit Armut und Kinderarbeit in Südamerika.

Als Projekt sammelten zwei Klassen auf dem Schulfest

durch eine „Schuhputz-Aktion“ Geld für ein Straßenkinderprojekt

in Südamerika. Eine andere Klasse wählte sich

Südafrika zum Thema. Dem Projektleiter diente Musik aus

Südafrika und der Bau einer Trommel und eines Trommeltanzes

als Ansatzpunkt für die Auseinandersetzung mit dem

schwierigen Thema: Bildung in Südafrika.

Film, März– Juni 2009

...KINDER AUS ANDEREN LÄNDERN

BEI UNS AM FREDENBERG

Auch andere Arbeitsergebnisse wie Collagen, selbst

gebastelte Figuren, Trommeln und Zeichnungen aus

anderen Projekten sind in den Film eingearbeitet. Ein

Interview mit der Schulleiterin Frau Lenius über die

Projektwoche, sowie die Besonderheiten der Schule

dient als Einführung in den Film. Mit Kurzinterviews über

das realisierte Projekt wurde in den einzelnen Klassen

eine Reflexion des Projektes angestoßen. Die Kinder

berichten von Ihren Erfahrungen, Erlebnissen und

Erkenntnissen in der Projektwoche. Ebenfalls wurden

die Projektleiter interviewt oder als Gesprächsleiter in

das Gespräch mit den Kindern einbezogen. Am Ende

der Projektwoche stand ein Schulfest mit internationalem

Charakter. Fotografien des Festes sind in den Film

eingebunden. Der Film gibt interessante Einblicke in die

interkulturelle Arbeit der Schule. Im Rahmen der Stadtteilrundfahrt

des interkulturellen Stadtteilprojektes

Fredenberg ist ... wurde der Film in der GS Am Fredenberg

präsentiert. Ebenfalls wird der Film im Bürgerfernsehen

„TV 38“ gesendet.

Lisa-Marie Wuttke

Kinder aus anderen Ländern bei uns am Fredenberg

Grundschule Am Fredenberg

26 27


Fredenberg ist...

...KUNST IM GARTEN

Kunstworkshop für Erwachsene, März – Mai 2009

Der Lebensgarten füllt sich mit neuen Besuchern.

Nehmen Sie Platz auf der neuen minimalistischen

Baumstammbank und lassen Sie Ihren Blick schweifen.

Gewohntes und Altes hat sich mit dem Neuen verbunden.

Neun Männer unter der Anleitung von Viktor Keil

haben drei harte, staubige Wochen an großartigen

Holzkunstwerken gearbeitet. Das Ergebnis brachte zum

einen das künstlerische Potenzial des Stadtteils zum

Vorschein, und zum anderen macht es die Verbundenheit

zum Heimatland deutlich.

Vorbei an Pilzen im Birkenhain, säumen jetzt kluge, bedachte

Eulen den Weg. Ein Adler liegt auf der Lauer, um

jegliches Essbares aufzuspüren und den Garten somit

zu säubern.

Auf der großen Wiese steht ein Herz zwischen zwei

gespaltenen Baumstämmen. Sind nicht auch manche

Fredenberger hin- und hergerissen zwischen dem

Heimatland und der jetzigen Lebenswelt? Hier im

Lebensgarten können sie nun auch ein Stück russische

Geschichte erleben: ein Baumstamm mit vorzeitlichen

Inschriften, die dort in Stein geritzt oder gemalt oft zu

entdecken sind. Genauso wie in Stein geritzte Gesichter

– sie erzählen ein Stück der Geschichte der Nomaden

in Kasachstan vor langer Zeit. Sie hinterließen an

jedem Ort einen Stein mit einem Gesicht, um zu zeigen,

dass dieser Ort einmal von einer menschlichen Seele

bewohnt wurde. Die Männer haben solch ein Gesicht

in einen Baumstamm geritzt: ein Zeichen, dass sie hier

leben und ein Stück ihrer Kultur mit uns teilen.

Die Kinder der Garten-AG der Grundschule am Dürerring

können sich über Buntstifte in knalligen Farben

als Kennzeichnung für ihr Terrain freuen, Blumen und

Sträucher pflanzen und sich visuell mit Ihren Wurzeln

beschäftigen.

Ein gelungenes Projekt, dass das Alte mit dem Neuen

vereint, die Verbundenheit der Künstler mit der Heimat

und dem Fredenberg und den Sinn des Lebensgartens

widerspiegelt.

Leitung: Viktor Keil und Dr. Manfred Richter

Teilnehmer: Josef Braun, Michael Donzov, Viktor Galler,

Viktor Moli, Eugen Novikov, Anatoli Rozkov, Alexander

Rozkov, Jakob Schartner, Adam Steinmetz...

Katharina Maemeke

Kunst im Garten

Diakonietreff Fredenberg, Greenteam Fredenberg der Diakonie

28 29


Fredenberg ist...

Die Hortkinder der Kita Regenbogenland haben in

Zusammenarbeit mit der Wohnbau Salzgitter sich im

Rahmen des Projektes Fredenberg ist... quer durch den

Fredenberg auf Entdeckungsreise begeben. Das Projekt

begann mit einer Sammlung von Stichwörtern die den

Kindern zum Thema Fredenberg einfielen. Diese wurden

auf einem Plakat festgehalten. Von den Kindern wurden

gute, wie auch schlechte Eindrücke vom Stadtteil

erwähnt. Da waren die vielen Spielplätze, Grünanlagen

und Freunde, aber auf der anderen Seite auch die

Schmierereien (Graffiti) an den Wänden. Hierbei war

schon auffällig, dass die positiven Äußerungen überwiegten.

Auf langen Spaziergängen erkundeten wir dann den

Fredenberg genauer. Ausgestattet mit Fotoapparat,

Papier und Stift hielten wir unsere Eindrücke fest.

Mit diesen gesammelten Materialien begaben wir uns

auf die Reise nach Alfeld. Dort in der Villa Ruhe fand

dann unser Wochenendworkshop zum Thema „Fredenberg

ist meine Stadt“ statt. In Gruppenarbeit beschäftigen

wir uns unter anderem damit, was einem besonders

gut am Fredenberg gefällt. Fakt war, dass wir über

unsere Eindrücke ein Buch erstellen wollten, in dem wir

auf die vielen schönen Orte und Aktionsmöglichkeiten

im Stadtteil aufmerksam machen wollten. Uns fehlte nur

die springende Idee, in welcher Form dies geschehen

Eine Suche nach Geschichten und Orten, März – Mai 2009

sollte. Der Zufall meinte es gut mit uns. Beim Spielen

im Garten der Villa Ruhe entdeckten die Kinder einen

Teich. Im Teich waren viele Bergmolche angesiedelt, die

das Interesse der Kinder weckten. Die Kinder begannen

plötzlich die Molche mit dem Thema Fredenberg zu koppeln,

als sie die Bilder von Molchen bei verschiedenen

Aktivitäten im Stadtteil malten. Der Molch erhielt seinen

Namen „Molchi“ und man sah ihn auf den Zeichnungen

beim Baden, Einkaufen, im Kiga, beim Frisör und vielem

mehr. Für alle stand dann fest – unser Buch soll

„Molchi entdeckt den Fredenberg“ heißen. Es soll ein

Wegweiser für Kinder und Eltern am Fredenberg sein.

Die Kinder sprudelten nur so vor Ideen, was der Fredenberg

einem Molchi alles bieten kann.

Entstanden ist dann ein wunderschönes Bilderbuch,

mit vielen Kinderzeichnungen Fotos und Texten. Dieses

Buch ist ein „Zeugnis“ dafür, dass der Fredenberg

lebens- und liebenswert ist. Jedem Fredenberger, aber

auch vor allem Nicht-Fredenberger kann man diesen

Wegweiser nur empfehlen.

Weitere Informationen dazu erhalten sie unter:

hort-regenbogenland-awo-salzgitter@live.de oder

Petra Stürmer (Wohnbau Salzgitter)

Meine Stadt – Wie Freden zum Berg kam

Kita Regenbogenland, Wohnbau Salzgitter

...MEINE STADT – WIE FREDEN ZUM BERG KAM

Petra Stürmer

Bärengruppe – während eines Stuhlkreises tauschten

wir uns mit den Kindern über das bevorstehende Projekt

Fredenberg ist meine Stadt“ aus und schauten uns u.a.

einen Stadtplan von Fredenberg an. Der Wunsch der Kinder,

Fredenberg einmal genauer unter die Lupe zu nehmen,

entschied dabei den weiteren Verlauf des Projektes.

Während eines Spaziergangs fotografierten wir wichtige

Objekte und Orte des Fredenbergs. Aus den Fotos erstellten

wir ein Memory. Die Kinder interessierten sich jedoch

nicht nur für Bauwerke sondern auch für die Menschen die

am Fredenberg leben. Die Kinder fanden heraus, dass die

Fredenberger unterschiedlichste Berufe ausüben. Den Beruf

des Bäcker/der Bäckerin, des Polizisten/der Polizistin

und des Feuerwehrmannes/der Feuerwehrfrau betrachteten

die Kinder daraufhin etwas näher. Auch ein Besuch der

Feuerwehr und Polizeidienststelle wurde ermöglicht.

Im weiteren Verlauf des Projektes stand die Wohnsituation

der Kinder. Im Rahmen dessen erstellte jedes Kind

aus Playmais sein Wohnhaus und stellte es den anderen

Kindern vor. Die Häuser wurden mit der jeweiligen Hausnummer

und dem Bild des Kindes versehen. Sie wurden

auf einem, von ihnen, auf Stoff gemalten, Stadtplan platziert.

Außerdem malten sie den Stadtplan Fredenbergs

maßstabsgetreu auf einen kleinen Teppich und erstellten

passende Verkehrsschilder. Dieser wurde von den Kindern

unter anderem dazu genutzt, um mit Autos zu spielen. Die

Kinder entschieden sich dafür, das Projekt durch ein Interview

abzuschließen. Im Rahmen des Besuches einer Reporterin

berichteten die Kinder, was ihnen am Fredenberg

besonders gefällt bzw. weniger gut gefällt. Das Resultat

des Projektes war, dass wir einen guten Überblick über die

positiven Seiten des Fredenbergs gewonnen haben und

somit aufkeimende Vorurteile verringern konnten.

Heike Müller-Willmann, Rosi Spintzyk

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Fredenberg ist...

...ON LINE

www.freddy-freetime.org, eine Jugendwebsite für den Fredenberg, Mai 2009

Freddy Freetime freut sich auf Besucher und Chatgäste

Hallo, ich bin Freddy! Freddy Freetime. Ich bin jung, kontaktfreudig,

witzig, weiß eine Menge, habe gute Drähte im Netz,

sehe aus wie ein kleiner Fuchs, bin schlau wie ein großer

Fuchs und ich bin online!

Meine Eltern, also meine Erfinder, sind junge Leute. Sechs

Jugendliche vom Fredenberg, Schüler von Haupt-, Real- und

Berufschule haben innerhalb des Stadtteilprojektes Fredenberg

ist… überlegt, wie junge Leute vom und am Fredenberg

online sein könnten. Gemeinsam mit Projektbetreuerin Silvia

Ruhig vom Bundesmodellprojekt AWO-Kontakt und dem

Computerexperten Andy Chaplin sowie mit Unterstützung

der Kinder- und Familienbeauftragten der Stadt Salzgitter

haben sie nach Möglichkeiten für Jugendliche gesucht, sich

im Internet auszutauschen.

Entstanden ist eine coole Seite von Jugendlichen für Jugendliche

und alle anderen Interessierten. Wer sich reinclickt

erfährt von meinen Machern, die sich in kurzen Steckbriefen

vorstellen, kann unter dem Button „Neues“ unter anderem aktuelle

Veranstaltungstermine nachlesen, findet Einrichtungen

für junge Leute am Fredenberg und wichtige Adressen in der

Nähe des Stadtteils.

Unter dem Punkt „Links“ gibt es Tipps für die Ausbildung,

für Freizeit und angesagte Bands. Und weil ich

noch ein wenig wachsen werde, findet ihr künftig hier

auch Bewerbungsunterlagen. Freddy Freetime ist eine

Mischung aus Information, Aktion und Dabeisein.

Das Beste am Internetauftritt ist: Jeder kann ganz einfach

mitmachen. Das geht so: Du lässt dich als Benutzer

registrieren und schon kannst du über deine Themen mit

anderen Leuten chatten, dich verabreden oder Neues

erfahren.

Über twitter kann man seinen Computer mit dem Handy

verbinden und so auch mobil online sein.

Ich freue mich, wenn wir uns recht bald treffen!

Meine Adresse: Freddy-freetime.org.

Schau einfach einmal rein!

Dein Freddy Freetime

Sylvia Fiedler

32 33

On Line

AWO-Kontakt, Kinderbeauftragte der Stadt Salzgitter


Fredenberg ist...

...UNSER LEBENSRAUM

Graffiti richtig erlernt, März – Mai 2009

Zur Einleitung sei erwähnt, dass das Grundmotiv des

Lernkurses vom Ziel gebildet wird, die Sprühdose aus

ihrem Vandalismus-Kontext zu lösen und den Teilnehmer/innen

als künstlerisches Mittel zu vergegenwärtigen.

Dies geschah auf zwei Wegen: zum einen wird die

Handhabung der Sprühdose fokussiert gelehrt – also

das „wie“ zur Darstellung von Effekten. Und zum anderen

dürfen es sich die Teilnehmer/innen frei aussuchen,

ob sie die Übungen der Grundtechniken mit Portraits,

Landschaften oder Schriftzügen (Styles) umsetzen

möchten. Die Entscheidung zum jeweiligen Umgang mit

der Sprühdose zeigt dabei gut mein übergreifendes,

und auch namengebendes Ziel für den Lernkurs: den

konstruktiven sowie verantwortungsbewussten Umgang

mit seiner Umwelt zu vermitteln. Eine, zugegeben mehr

komplexere Aufgabe, bei einer Gruppe von anfangs

acht Jugendlichen im Alter von 12 bis 17 Jahren – doch

mischte ich jenes locker zu Beginn der zweiten Einheit

(Dauer von zwei Stunden) unter, indem gemeinsam mit

den Teilnehmer/innen das Motiv des Abschlusskonzepts

besprochen wurde, und sie somit das Bild als das ihre

ansehen können.

Der Verlauf des Kurses entwickelte sich ebenso erfolgreich:

Es fing in der ersten Einheit mit einer „Probe-

Runde“ an, dem ein angemessener Theorie Block folgte.

In jenem unterrichtete ich über die Historie des Graffiti,

die verschiedenen Stilrichtungen, die einzelnen Elemente

eines Schriftzuges und über das Basisprinzip der

Sprühtechnik (eine Taschenlampe). Zwar verabschiedeten

sich hierauf drei Teilnehmer/innen vom Kurs, jedoch

Unser Lebensraum

Jugendtreff Kreml

braucht es das, um zu erkennen wer wirklich am Malen

interessiert ist. Danach kam die Besprechung des

Abschlusskonzepts, verbunden mit drei Einstiegsschemata

zum eigenständigen Erstellen von Schriftzügen.

Dieser schloss sich mit der dritten Einheit der Beginn

der Grundtechniken an, welcher aus dem Sprühen von

Punkten in drei verschiedenen Distanzen, kombiniert

mit variierenden Winkeln besteht. Anknüpfend folgten

in den nächsten drei Einheiten das separierte Malen

von Linien, Flächen, dem systematischen Ausfüllen von

Flächen, von konkreten Umrandungen und von Effekten

wie Lichtschimmer oder Reflektionen. Selbstverständlich

gab es zwischendurch auch Kombinationsübungen,

in den das gesammelte wissen resümiert wurde. Die

letzten vier Einheiten konzentrierten sich dann auf das

Skizzieren wie Umsetzen des Abschlussbildes. Dieses

bildet übrigens einen Drachen ab, der in seiner Höhle im

Gebirge liegt und den Ausblick auf eine Nebelumwobene

Bergkette genießt. Die Darstellungsweise hält sich

zwischen dem Comic-, Realismus- und Graffiti-Stil auf

– das jeweilige Objekt betreffend. Denn finden sich um

und am Drachen, zudem fliegend im Gebirge, Schriftzüge

der Teilnehmer/innen, sodass quasi für jeden was

dabei war. Zur allgemeinen Resonanz möchte ich sagen,

dass das Bild eine breite Wertschätzung im Wohnviertel

erhält, und es von anderen Jugendlichen gern abfotografiert

wird.

34 35

Harro Palme


Fredenberg ist...

...ZUHAUSE –

EIN BUNTER,

WÄRMENDER HUT

Zum Motto des Stadtteilprojektes Fredenberg ist… haben wir uns gefragt, was der Fredenberg für

uns/unsere Einrichtung ist. Für unsere Familien ist der Fredenberg ihr Zuhause. Für einige ist es auch

das zweite Zuhause neben ihrer Heimat. Zuhause fühlt man sich geborgen, in eine Familie eingebettet,

geschützt. In seinem Zuhause fühlt man sich sicher, nicht fremd.

Fredenberg ist ein Zuhause für viele unterschiedliche Nationalitäten.

Schließlich haben wir uns dazu entschlossen, genau diese Geborgenheit und Wärme symbolisch

in Form von bunten Hüten darzustellen. Denn ein Hut ist eine Kopfbedeckung, die vor äußerlichen

Einflüssen wie Wind und Wetter schützt. Ein Hut bietet Wärme und Sicherheit genau wie der Fredenberg,

genau wie unsere Einrichtung. In unserer Kindertagesstätte mischen sich sehr viele verschiedene

Nationalitäten kunterbunt zusammen und wir kriegen sie alle unter einen Hut.

Die Hüte sind in den Kita-Gruppen unterschiedlich gestaltet worden, entsprechend den Fähigkeiten

und Stärken der Kinder. So hat z.B. die Nachmittagsgruppe allein 12 Nationalitäten auf ihrem Hut

untergebracht und die 6er-Bande (Vorschulgruppe) hat den Hut mit Buchstaben verziert. Krönender

Abschluss unseres Projektes ist der Hut-Tanz, für den wir ein Lied umgedichtet haben, um unsere

Ergebnisse musikalisch zu präsentieren.

Ann-Kathrin Kohlruss

Huttanz und Film, März – Mai 2009

Zuhause – Ein bunter, wärmender Hut

Ev. Kita Friedenskirche

36 37


Fredenberg ist...

...INTEGRATION

Tanz, Kreativangebot, Frauenkulturabend, März– Mai 2009

Das AbschlussHighlight des Teilprojektes „Fredenberg

ist…Integration“ war der Frauenkulturabend. Dieser

fand am Samstag, 13.06.2009 von 19.00 – 22.00 Uhr

in der Begegnungsstätte BRÜCKE statt.

Hierzu fanden sich Frauen verschiedener Nationalitäten

zu einem Abend mit buntem Kulturprogramm ein.

Es wurde getanzt, Neuigkeiten ausgetauscht und den

Szenen auf der Bühne gebannt gefolgt. Zu Beginn des

Abends begrüßte Projektleiterin Birgit Hynek die rund

60 Besucherinnen. Sylvia Voigt-Lorek, Projektleiterin

des Projektes Lebensstationen, stellte die Ergebnisse,

die Stoffbilder der Frauen vor.

Nach diesem kurzen Einstieg führten die Tänzerinnen

des Projektes „Fredenberg ist… Integration“ eine bunte

Choreographie aus türkischem Volkslied, irischem

Evergreen und spanischem Sommerhit auf. Die Zusammenstellung

der Tanzaufführung erwies sich als ebenso

multikulturell wie das Publikum. Die Zeile „Reicht euch

die Hand für ein starkes Freundschaftsband“ aus einem

der Lieder nahmen die Frauen wörtlich. Ein Teil von

ihnen lief durch das Publikum um die Zuschauerinnen

mit Handschlag zu begrüßen, willkommen zu heißen und

zum Mittanzen anzuregen.

Trotz anfänglicher Aufregung lief die Choreographie

ohne Fehler ab, was vor allem bei Melek Gök, die die

Gruppe gemeinsam mit Birgit Hynek geleitet hat, zu

Erleichterung führte. Nach diesem ersten Programmpunkt

folgte das Buffet, welches, ebenso wie der Rest

des Abends internationale Vielseitigkeit erwies. Neben

deutschen Bouletten, Kartoffelsalat, Würstchen und

Schnitzel fanden sich auf dem reich gedeckten Tischen

ebenso türkische, arabische und albanische Spezialitäten,

sowie eine russische Borretsch-Suppe.

Ein weiterer Höhepunkt des Abends war der Auftritt des Hildesheimer Improvisationstheaters

„Schmidt`s Katzen“, welches dem Publikum spontane,

fantasievolle Szenen, ganz ohne Drehbuch bot. Das Besondere an dieser Art

von Theater: Die Zuschauerinnen hatten ein Mitspracherecht. Sie bestimmten

durch Zurufe das nächste Thema der Darbietung. Weder Zuschauer

noch Spieler ahnten, wie die Geschichten enden werden. Aus dem Stegreif,

begleitet von Live-Musik, entstanden Figuren, Charaktere und spannende

Situationen. Die Spieler ließen ihrer Fantasie freien Lauf. Nichts war geprobt,

aber alles erlaubt. In Windeseile und mit viel Humor verarbeiteten die fünf

Improvisationstalente die zum Teil absurden Vorgaben der Zuschauerinnen.

So wurden zum Beispiel zwei beste Freunde dargestellt, die ihr Raumschiff

durch die Weiten der Milchstraße steuern. Kurz darauf saßen die Schauspielerinnen

in einer Talkshow und erzählten von der Entdeckung der seilspringenden

Fledermaus, während eine andere diese Unterhaltung in einer etwas

anderen, selbst erdachten Form der Gebärdensprache wiedergab. Auch

wurde eine Szene als Horrorfilm oder mit Operelementen immer wieder neu

entwickelt. Das Ensemble besteht aus einer Moderatorin,

drei Darstellerinnen und einem Gitarristen.

Dieser lustige Abend voller Tanz, Humor, Gesprächen

und kulinarischen Köstlichkeiten gefiel den Gästen

ebenso wie den Veranstaltern.

Alle hoffen auf eine baldige Wiederholung dieser

Veranstaltung.

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Birgit Hynek

Integration

Fredenberg Forum e.V.


Fredenberg ist...

...VIELFALT

Das Teilprojekt „Fredenberg ist…Vielfalt“, das im Rahmen

des interkulturellen Stadtteilprojekts Fredenberg

ist… stattfand, verbindet Text und Fotografie, um das

Positive des Fredenbergs aufzuzeigen. In der Woche

vom 20.– 24. April 2009 wurden 17 Fredenbergerinnen

und Fredenberger unterschiedlichen Alters und

unterschiedlicher Herkunft fotografiert und zu ihrem

Wohngebiet befragt. Die Interviews wurden von Mona

Huber geführt, die in der Begegnungsstätte BRÜCKE

ein freiwilliges Soziales Jahr Kultur leistet. Die Fotografien

stammen von Bernd Hundertmark, der so die

Befragten, deren Lieblingsplätze und soziales Umfeld,

sowie die Besonderheiten des Fredenbergs hervorhebt.

Die 17 Teilnehmer stellten sich mit großer Neugier und

anfänglicher Aufregung den Fragen zu ihrem Fredenberg.

Sie erzählten Ihre Geschichten, die sie rund um

Interview/Ausstellung/Videoarbeit, März – Mai 2009

den Fredenberg erlebt haben und erklärten mit viel

Enthusiasmus warum genau dieser Stadtteil Ihr Stadtteil

ist und welche besonderen Plätze es für sie am Fredenberg

gibt. Ein Blick in die Vergangenheit zeigt, wie sich

der Fredenberg in den letzten Jahren entwickelt hat.

Durch die Interviews wurde deutlich, dass der Fredenberg,

trotz aller Kritik von außen sehr viel Positives zu

bieten hat und dass die Befragten den Fredenberg als

Ihren Kiez sehen, aus dem sie nicht mehr raus möchten.

Die anfängliche Aufregung der Teilnehmer verflog

schnell, nachdem sie merkten, dass die Fragen nicht

allzu schwer zu beantworten waren und nachdem Bernd

Hundertmark schon während der Interviews die ersten

Fotos schoss.

So wurde nach einigen Schnappschüssen richtig

gepost, was sowohl für Bernd Hundertmark und Mona

Huber, als auch für die Models amüsant war. Zum

Beispiel entdeckten drei befragte Seniorinnen auf dem

Spielplatz ihre kindliche Seite wieder, eine achtköpfige

Familie musste sich auf dem Sofa zusammenquetschen

um auf das Bild zu passen und der große Sohn einer

Teilnehmerin entwickelte sich als wahres Supermodel.

Es entstanden viele schöne und lustige Bilder der Befragten

und ihrer Familien.

Das große Spektrum an Menschen unterschiedlichen

Alters und unterschiedlicher Herkunft machte die

Interviews sehr interessant. Die Projektleiter erfuhren

dadurch nicht nur die Einstellung der Menschen zum

Fredenberg, sondern lernten auch die einzelnen Geschichten,

sowie die Gesichter hinter diesen besser

kennen. Denn dieses Projekt konzentrierte sich nicht nur

darauf, das Lebens- und Liebenswerte des Fredenbergs

40 41

Vielfalt

Fredenberg Forum e.V.

herauszuarbeiten, sondern vor allem darauf, die Menschen

vom Fredenberg, sowie deren Geschichten, Erlebnisse

und Erfahrungen zu zeigen. Die Menschen, die

hier leben werden nicht nur vom Fredenberg geprägt,

auch sie prägen den Fredenberg. Alle positiven Besonderheiten,

die den Fredenberg ausmachen, konnten nur

durch die Menschen entstehen, die hier leben.

Die Ausstellungseröffnung des Projektes „Fredenberg

ist…Vielfalt“ fand am Sonntag, 07. Juni. 2009 in der

Begegnungsstätte BRÜCKE statt. Die Bilder sind noch

bis zum 28. August 2009 zu besichtigen.

Mona Huber


Fredenberg ist...

Die Ausstellungseröffnung der beiden Teilprojekte

Fredenberg ist…Vielfalt“ und „Fredenberg ist…Integration“

fand am Sonntag, 07. Juni 2009 in der Begegnungsstätte

BRÜCKE statt.

Zu Beginn der Vernissage begrüßte Herr Pollmann,

Vorstandsvorsitzender des Fredenberg Forums, das

Publikum und stellte die anderen Veranstalter vor. Nach

dieser kurzen Begrüßung übernahm Birgit Hynek, Projektleiterin

des Projektes „Fredenberg ist…Integration“,

die Moderation des Vormittags.

In ihrer Rede vertiefte sie das Thema Integration. Im Verlauf

des Projektes hatte sich ein Gedanke immer mehr

verfestigt. Integration ist… Suche. Die Suche nach einem

Weg, zwei Pole, die oftmals unvereinbar scheinen,

zu verbinden. Vielleicht das Beste aus diesen beiden

Polen zu extrahieren und miteinander zu kombinieren,

um so etwas ganz Neues entstehen zu lassen. Zwischen

diesen beiden Polen eine Brücke bauen, einen Wertekonsens

finden. Was das genau bedeutet, verdeutlichte

Birgit Hynek mit dem Beispiel eines Umzuges einer

muslimischen Familie aus der Türkei zum Fredenberg.

Wer als Fremde/r in einer Gesellschaft „ankommen“

will muss sich in unserer Gesellschaft einfügen, ohne

dabei aber die eigene Identität aufzugeben. Gleichzeitig

müssen wir diesen Menschen den Platz und die Gelegenheit

dafür bieten, wir müssen uns öffnen und unsere

instinktive Zurückhaltung aufgeben, um diese Menschen

und ihre Kultur besser kennen zu lernen.

...VERNISSAGE

... der Projekte Integration und Vielfalt, März – Mai 2009

Hier finden sich wieder die zwei Pole: die Gemeinsamkeiten

und die Unterschiede.

Indem beide Pole beachtet werden, wir uns nicht auf

eine Seite versteifen, ist jeder Einzelne von uns in der

Lage eine Brücke zu bauen. Integration muss immer

vom Einzelnen ausgehen.

Diese Schwierigkeiten der Integration und die Möglichkeit

beide Pole zu verbinden wurde durch die Aufführung

des Theaterstückes „Doppelgast“ hervorgehoben.

Das Theaterprojekt „Brückenbau“ mit Mitgliedern der

Theatergruppe „Dialog Tiyatro“ des alevitischen Kulturvereins

und Mitgliedern des Fredenberg Forums hat

über das gemeinsame Theaterspiel einen interkulturellen

Brückenbogen geschlagen. In dem Stück werden die

kulturellen Unterschiede in typischen Alltagsszenen

verdeutlicht, die Akteure kommen miteinander ins Gespräch

und bemühen sich um gegenseitiges Verständnis.

Es sollte gezeigt werden, dass ein harmonisches Zusammenleben

nur möglich ist, wenn ein Dialog zwischen

den Kulturen in Gang gesetzt wird. Nur indem beiden

Seiten immer wieder der Spiegel vorgehalten wird,

indem angefangen wird Unterschiede zu akzeptieren

und gelernt haben, mit ihnen umzugehen, kann dem Ziel

eines gleichberechtigten Miteinanders näher gekommen

und ein Wertekonsens gefunden werden.

Nach dem ersten Teil des Theaterstückes, stellte Sylvia

Voigt-Lorek, Leiterin des Projektes „Lebensstationen“,

dieses vor. Sie erzählte etwas zum Projekthintergrund,

ging auf die Entstehung der Stoffbilder ein und interpretierte

diese.

Nach dem zweiten Teil des Stückes „Doppelgast“ wurde

von Mona Huber das Projekt „Fredenberg ist…Vielfalt“

vorgestellt. Sie beschrieb den Ablauf des Projektes

und erzählte kleine Anekdoten aus der Projektwoche.

Anschließend wurde die Ausstellung offiziell eröffnet

und die bis dahin noch verhüllten Bilder gezeigt. Zu

beiden Teilprojekten gab es eine Diashow.

Die entstandenen Bilder wurden bei einem Gläschen

Sekt vom Publikum bewundert.

Mona Huber

42 43

Vernissage

Fredenberg Forum e.V.


Fredenberg ist...

...PROJEKTRUNDFAHRT

Busrundfahrt zu ausgewählten Einzelprojekten, 12. Juni 2009

Eine Rundfahrt ist was Schönes… Vor allem, wenn

sie so informativ und kreativ gestaltet ist. Zum Abschluss

des großen Stadtteilprojektes begaben sich

über 40 Besucher aus dem Fredenberg und darüber

hinaus auf kulturelle Wanderschaft. Sigmar Gabriel war

als Schirmherr unter den Gästen wie auch zahlreiche

Vertreter aus Politik, Verwaltung und Bewohnerschaft

sowie die Akteure vor Ort.

Nach kurzer Eröffnung stellte Birgit Hynek vom Fredenberg

Forum die Ergebnisse aus dem Teilprojekt Fredenberg

ist Integration vor. Insbesondere das gemeinsam

von den Frauen unterschiedlicher kultureller Herkunft erstellte

Stoffbild stellte sie als ein Symbol für den Erfolg

der Maßnahme in den Mittelpunkt. Neben textilen Aktivitäten

gab es über tänzerische Aktionen zu berichten, die

insgesamt das Zusammengehörigkeitsgefühl verbessert

hatten. Auch das VHS Projekt Fredenberg ist auf der

Suche nach dem Glück zeigte eindrucksvolle Wirkungen.

Die gestaltete Wand vor der BRÜCKE war ein beredtes

Zeugnis der Motivation und Kreativität der teilnehmenden

Kinder. Mona Huber erläuterte die entstandene

Ausstellung aus Fredenberg ist Vielfalt. Während sie die

Interviews durchführte, war Bernd Hundertmark für die

hohe Qualität der Fotos verantwortlich. Sylvia Voigt-Lorek

schließlich erläuterte die Lebensstationen aus dem

Teilprojekt Fredenberg ist Integration.

Die nächste Station wurde noch zu Fuß erreicht. Das

Ev. Kinder- und Jugendzentrum D7 hatte seine Pforten

geöffnet. Hr. Engelmann stellte den Chill Out Raum

vor, der von den Jugendlichen selbst entworfen und

mit Unterstützung der Hildesheimer Künstlerin Laura

van Joolen gestaltet worden war. Abgedämpftes Licht,

warme Farbtöne und gemütliche Aufenthaltsbereiche

erweckten das Gefühl von Entspannung. Einige Gäste

äußerten, dass sie sich im Jugendalter auch so einen

Raum gewünscht hätten.

Mit dem Bus wurde nun das Schulzentrum angefahren.

Die Stadt- und Schulbibliothek Fredenberg hatte eine

öffentliche Lesung als literarische Entdeckungsreise

mit Bücherfunden und Straßengeschichten organisiert.

Teilnehmer des Projektes Fredenberg ist Geschichten

schreiben, drei Mädchen und vier Jungen der fünften

und sechsten Klassen des Gymnasiums am Fredenberg

stellten ihre Kurzgeschichten vor, die unter Anleitung der

Literaturwissenschaftlerin Antonia B. Uthe entstanden.

Die Lesung war sehr lebendig: mit erdachten Figuren zu

spielen, in Erzählerrollen zu schlüpfen oder sich selber

in fiktive Abenteuer zu stürzen überzeugte die Zuhörer.

Gleich nebenan nahm sich die BBS Fredenberg den

Gästen an. Heike Bickmann führte zur Ausstellung

Fredenberg ist ein Tor in die Salzgitteraner Arbeitswelt.

Winnie Fredenberg als fiktiver Jugendlicher führte durch

die eindrucksvolle Ausstellung. Auf einer Tafel konnten

die Eigenschaften aufgeschrieben werden, die

er dazu braucht. Die Berufswege heutiger im

Vergleich zu denen ehemaliger Berufsschüler

zeigten auf kreative Weise, dass Fredenberg

ein Bildungsstandort ist und was es braucht,

um Jugendlichen Bildungsperspektiven zu

ermöglichen.

In Sichtnähe musste nur eine Tür geöffnet

werden und schon standen wir im Projektraum

Fredenberg ist On line. Silvia Ruhig von AWO

Kontakt erläuterte den Hintergrund und Andy

Chaplin als Dozent und Koordinator beschrieb

in launiger Form die Entstehung der Jugend-

Website Freddy Freeline. Zwei Jugendliche

erläuterten den Aufbau der Website und Möglichkeiten

ihrer Nutzung. Bewohner sollen sich zukünftig problemlos

einbinden und Informationen, Mitteilungen, Termine

mit eingeben können. Der Auftritt soll als Kommunikations-Plattform

im Ortsteil dienen und nicht nur Jugendliche

ansprechen. Twitter-Funktionen und Verlinkungen zu

vorhandenen Stadtteilmedien sollen die Kommunikation

mit Jugendlichen im Ortsteil und darüber hinaus vertiefen.

Das nächste Ziel war die Kita Ev. Friedenskirche. Die

Kinder stellten die Ergebnisse ihres Projektes Fredenberg

ist Zuhause – ein bunter wärmender Hut vor. Unterschiedliche

Hüte symbolisierten verschiedene Kulturen,

Projektrundfahrt

Fredenberg Forum e.V. Stastbüro Fredenberg Diakonie Salzgitter

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Fredenberg ist...

...PROJEKTRUNDFAHRT

Busrundfahrt zu ausgewählten Einzelprojekten, 12. Juni 2009

die aufeinander zu gehen und miteinander im Kreis tanzten.

Dazu wurde ein eigener Text mit der Melodie von

„Ein Hut, der hat drei Ecken“ gesungen. „Wir sind ganz

viele Kinder, fast aus jeder Nation. Wir sind zusamm’

gekommen, weil wir hier gerne wohn’. Die Kinder hatten

sichtlich Freude, mit den großen Hüten zu tanzen, durch

die sie fast ganz verdeckt waren.

In der Aula der Grundschule Am Fredenberg warteten

die kleinen Akteure schon auf die Gäste. Zuerst zeigten

Kinder und Betreuer der Kita Goerdelerstr., was sie

im Rahmen des Projektes Fredenberg ist Freundschaft

einstudiert hatten. Die Musikerin Bettina Bendisch

hatte eigens ein Lied mit und für die Kinder komponiert.

Fredenberg unser Ort, wir geh’n hier nicht mehr fort,

denn es ist wunderschön, dass sich die Menschen hier

entgegen geh’n.“ Die Kinder sangen zur akustischen

Gitarre voller Inbrunst mit und betonten den Text durch

einstudierte Tanzschritte.

Das Projekt Fredenberg ist Kinder aus anderen Ländern

bei uns im Fredenberg konnte nahtlos in der Aula anschließen.

Unter fachlicher Anleitung von Lisa-Marie

Wuttke war ein Film über die gleichnamige Projektwoche

in der Grundschule entstanden. Der Film zeigte Stationen

des Projektes und vor allem die Abschlussveranstaltung

mit vielen musischen Beiträgen auf der Bühne.

Gesang verbindet Kulturen und so waren Musikstücke

aus allen Kontinenten im Film zu sehen.

In der Kita Regenbogenland kamen uns schon fast

erschöpfte Mitarbeiterinnen entgegen. Sie hatten kurz

vorher eine Delegation der Partnerstadt Stary Oskol zu

Besuch. Das Projekt Fredenberg ist meine Stadt wurde

von der Schülerin Ria Blumenstein hervorragend

vorgestellt. Auch die filmischen Fotosequenzen, die

schlaglichtartig alle Einrichtungen am Fredenberg aus

Sicht der Kinder widerspiegelten von A wie AWO– Kita

bis Z wie Zentrum mit Einzelhändlern beeindruckten die

Gäste sehr. Zum Schluss gab es sogar noch Häppchen,

derweil ein starker Regenguss zur unfreiwilligen Pause

nötigte.

Der Bus war weitergefahren, die Gästeschar musste zu

Fuß an der Spitzwegpassage zum Jugendtreff Kreml gehen.

Dort wartete schon der Dozent und Künstler Harro

Palme und erläuterte das Graffiti Projekt Fredenberg ist

unser Lebensraum. Die Gäste waren angetan von der

technisch versierten Gestaltung der Außengestaltung

des Waggons. Sowohl die Motivwahl (Drache) als auch

die farbliche Gestaltung (helle, warme Töne) sprachen

an und harmonierten mit den landschaftlichen Reizen

des angrenzenden Lebensgarten.

Der war denn auch die letzte Station der Reise. Da es

wieder anfing zu regnen, standen alle Besucher unter

den Vordächern des „Kreml“ und ließen sich von Projektleiter

Viktor Keil in die Gestaltung des Projektes Fredenberg

ist Kunst im Garten einführen. Wie viel Attrakti-

vität dieser Ort seit seinem Aufbau vor 2 Jahren entfaltet

hat, war denn auch der allgemeine Tenor. Die gefertigten

Skulpturen haben den Garten noch harmonischer

werden lassen. Er ist zum Ort für Muße und Begegnung

geworden.

Zum Abschluss ging die Gruppe noch in den Diakonietreff

und wurde mit Kaffee und Gebäck herzlich bewirtet.

Schließlich bedankte sich der ebenfalls anwesende

Oberbürgermeister Frank Klingebiel bei den Kultur-

Projektrundfahrt

Fredenberg Forum e.V. Stastbüro Fredenberg Diakonie Salzgitter

touristen. Eine Brücke vom Altbaugebiet in den neuen

Wohnbereich ließ sich mit dieser Rundfahrt vortrefflich

schließen und so waren die Veranstalter wie auch die

anwesenden Gäste sehr angetan von dieser Form der

Projektdarstellung.

Detlev Behrens

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Fredenberg ist...

IMPRESSUM

INHALT

Einleitung – Konzept 2

Fredenberg – Das sind wir! 4

Da, wo man singt, da lass dich nieder 6

Ein Tor in die Salzgitteraner Arbeitswelt 8

Auf der Suche nach dem Glück 10

Begegnung 12

Chillen 14

Eine sportliche Sache, die verbindet! 16

Entwicklung – Entfaltungsräume 18

Freundschaft – Ein Tag in Fredenberg 20

Geschichten schreiben 22

Doppelgast – Interkulturelles Theater 24

Kinder aus anderen Ländern, bei uns... 26

Kunst im Garten 28

Meine Stadt – wie Freden zum Berg kam 30

On Line 32

Unser Lebensraum 34

Zuhause – ein bunter, wärmender Hut 36

Integration 38

Vielfalt 40

Vernissage – Vielfalt und Integration 42

Projektrundfahrt 44

Inhaltsverzeichnis/Impressum 48

Herausgeber: Stadtbüro Fredenberg, Fredenberg Forum e.V., Diakonie Salzgitter

Gestaltung: Martina Kardatzke, madesign

Druck: Druckerei Schubert

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