Mallorca Erlebnis in zehn Porträts - Mallorca Zeitung

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Mallorca Erlebnis in zehn Porträts - Mallorca Zeitung

FOTOS: SEBASTIÁN TERRASSA

Erlebnis Mallorca

in zehn Porträts

EINE SONDERBEILAGE DER

Mallorca Zeitung

ZUR

2012


2 ITB 2012 LANDLUFT

Mallorca Zeitung – 8. März 2012

Die Vierstern-Bauersfrau

„Die Deutschen haben Binicomprat

gerettet.“ Joana Oliver

spricht in direkten Sätzen mit

klarer Aussage. Ihr Gastbetrieb

lebe zu einem erheblichen Teil

von deutschen Gästen, sagt sie,

„und die verstehen sofort, was

wir hier machen und warum“.

Binicomprat steht für den

Versuch, etwas vom traditionellen

Mallorca in die Zukunft zu

retten. Als ihr Bruder Biel, der

das Gut als landwirtschaftlichen

Betrieb führte, vor dem finanziellen

Aus stand, stieg Joana

Oliver ein. Gemeinsam schufen

sie einen „agroturismo“.

D i e s e l b e F o r m e l – d i e

Umwandlung von Landgütern

in hochwertige Landhotels – hat

auf Mallorca viele historische

Anwesen vor dem Verfall gerettet.

Wobei die Landwirtschaft

zumindest in Binicomprat deutlich

mehr als Dekor ist. Die Esel

zum Beispiel laufen hier nicht

herum, weil sie so drollig sind,

sondern weil sie sich durch das

Dickicht der weitläufigen Kiefernwälder

knabbern und damit

die Waldbrandgefahr verringern.

Aus dem Öko-Garten des

Gutes können sich die Gäste

direkt bedienen. Und zum Beispiel

mit Tomaten, Auberginen,

Paprikas, Zwiebeln und Kartoffeln

„tumbet“ zubereiten, ein

traditionelles Sommergericht.

Oder eine frische Melone fürs

Frühstück holen.

Joana Oliver gehört einer

uralten mallorquinischen Familie

Seit einem Zufallsfund im Archiv des Königreichs Mallorca weiß

Joana Oliver auf den Tag genau, wann ihre Familie das Landgut

Binicomprat kaufte: am 2. Dezember 1511. Ein halbes Jahrtausend

später können dort Hotelgäste reinste Landluft einatmen

Nur ein winziger Teil der rund

240.000 Hotelbetten der

Insel entfällt auf „agroturismos“.

Auf Mallorca hat sich

ein extrem facettenreiches

Unterkunftsangebot entwickelt.

Zu den Ferienhotels in

VOM STRANDHOTEL ZUM LANDHOTEL

großen Strandrevieren kommen

heute Dorfhotels, Landhotels,

Boutiquehotels in der

Inselhauptstadt sowie mittlerweile

mehr als 30 Hotels der

Fünf-Sterne-Kategorie. Im

März 2012 eröffnet in Port de

Sóller mit dem Jumeirah eine

der luxuriösesten Anlagen

Spaniens. Darüber hinaus ist

Mallorca Sitz vier großer international

tätiger Hotelkonzerne:

Melià International, Riu

Hotels, Barceló und Iberostar.

an, das könnte ihren Sinn für

Tradition erklären. Erstmals

urkundlich erwähnt wurde das

einst arabische Landgut im 13.

Jahrhundert. Zeitweise gehörte

es auch den Tempelrittern. In

den Besitz der Familie Oliver

Moragues ging es am 2. Dezember

1511 über – eine befreundete

Historikerin stieß im Archiv

des Königreichs Mallorca zufällig

auf die Kaufurkunde.

Un so konnte die Familie

2011 das 500-jährige Jubiläum

begehen. Nächstes Jahr feiert

sie noch einmal, mit dem Wein,

der im Jubiläumsjahr gekeltert

wurde, und mit einem Buch

über die Geschichte des Gutes.

Ihr Wein („OM“) ist dabei

mehr als ein Hobby. Joana Oliver

versteht viel davon. Einem

anderen Familienzweig gehört

mit Can Ribas die älteste Weinkellerei

der Insel, die gerade ihr

300-jähriges Jubiläum feierte.

Dort arbeitete Joana Oliver mit,

bevor sie in Binicomprat eine

eigene, wesentlich kleinere Produktion

in Gang setzte.

Im Gutshaus werden gelegentlich

Jazzkonzerte gegeben,

und die Familie pendelt zwischen

großer weiter Welt und dem

ländlichen Kleinod bei Algaida.

Bei aller Begeisterung für das

Moderne und Globale wollen

die Kinder beider Geschwister

den Betrieb weiterführen. Ganz

nach dem Familienmotto: „Fortschritt

heißt Bewahren.“

Thomas Fitzner


Mallorca Zeitung – 8. März 2012 ITB 2012 LANDLUFT 3

■ Linke Seite: Joana Oliver mit den Eseln, die sich als Waldbrand-Verhüter nützlich machen – diese Methode wird auch in manchen Naturschutzgebieten angewendet. Oliver vermeidet das Modewort

„Öko“, aber Pestizide oder Insektizide kommen ihr nicht auf den Hof. Diese Seite: Bilder des Hauptgebäudes. Links die original erhaltene traditionelle Küche, die als Frühstücksraum für die

Gäste dient. Rechts die Fassade des Gutshauses. In dessen Keller lagert ein Teil der eigenen Weinproduktion. FOTOS: SEBASTIÁN TERRASSA


4 ITB 2012 SEGELTÖRN

Mallorca Zeitung – 8. März 2012

■ Nur auf schwankenden Böden fühlt er sich wirklich wohl: Perry Springer im Hafen von Palma. FOTO: SEBASTIÁN TERRASSA

Der Wellenversteher

Perry Springers Leben ist gelinde

gesagt abwechslungsreich. Und

dies seit mehr als zehn Jahren.

Springer ist Skipper und quasi

permanent im Mittelmeer und

jenseits davon unterwegs. Man

kann ihn über Charter-Agenturen

anheuern. Ein Anruf genügt,

und er ist bereit für die See.

Früher, vor 1999 in der Bundeshauptstadt

Berlin, da betrieb

er Reisebüros und das war ein

ganz anderer Seinszustand. Jetzt

ist Springer quasi osmotisch mit

Schiffen verwachsen, weiß alles

über Wettergegebenheiten und

Strömungen und hat bereits

alles Mögliche dort draußen auf

dem Wasser erlebt. Auch Aufregendes.

„Vor einigen Jahren hatte

mitten im Atlantik ein Engländer

die nicht so tolle Idee, hinten auf

einer Yacht eine Tasche im Meer

waschen zu wollen“, sagt der

55-Jährige und lacht lauthals.

Der Mann sei ins Wasser gefallen,

man habe mehr als eine

halbe Stunde gebraucht, ihn in

den unendlichen Weiten des

Ozeans zu orten.

Auch das Mittelmeer habe

seine Tücken, so der deutsche

Skipper. „Einmal ist mir mitten

in einem bösen Sturm vor Frankreich

der Baum gebrochen.“

Und das Segel sei vom Wind in

Fetzen gerissen worden. Nur mit

Mühe und Not habe er es nach

Cannes geschafft.

An die Nieren gehende Zwischenfälle

sind selten, norma-

In all den Jahren auf See hat er natürlich Abenteuer erlebt,

aber wenn Perry Springer eine von Kunden gecharterte Yacht als

Skipper durch die balearischen Gewässer steuert, ist Entspannung

angesagt. Sofern die „Psycho-Frage“ geklärt ist …

VON AUTHENTISCH BIS MILLIONENSCHWER

Auf Mallorca befinden sich

insgesamt nicht weniger als

etwa 30 Sporthäfen. Einen

besonders malerischen Rahmen

haben die Häfen von

Portocolom und Port de

Sóller. Wer die authentischpralle

Fischer-Idylle samt alten

Bootshäusern sucht, ist in

Cala Figuera im Osten der

Insel und in Colònia de Sant

Pere richtig. Für die Schönen-

und Reichen-Beschau

eignen sich die Häfen von

Port d‘Andratx und Puerto

Portals plus Umgebung.

Ein Überblick über sämtliche

Häfen auf Mallorca findet sich

unter anderem unter www.

yachtcharter-und-mallorca.de/

segelrevier/haefen.

lerweise geht es auf Charter-

Schiffen eher ruhig und gelassen

zu, erst recht in den Gewässern

von Mallorca. Seekrankheit sei

da noch das größte Problem,

sagt Springer. Ansonsten müsse

er auch mal als „Therapeut“

agieren, also das friedliche

Zusammenleben der auf der

Psycho-Ebene nicht immer ideal

zueinander passenden vier bis

sechs Passagiere auf einem solch

engen Raum fördern. „Deswegen

schaue ich mir die Leute

vorher genau an.“

U n d w e n n d i e C h e m i e

stimmt, geht es in der Regel

samstags los, eine Woche lang,

für 150 bis 200 Euro Tagessatz,

die an den Skipper gehen, und

etwa 4.000 Euro pro Woche für

ein 12-Meter-Schiff.

„Am liebsten mögen die

Gäste die Rund-um-Mallorca-

Tour“, sagt Springer. „Also

raus aus Palma, dann nach Port

d‘Andratx, Port de Sóller, Port

de Pollença und Cala d‘Or.“

Jüngere Gäste fahren auf Touren

nach Ibiza ab, um dort Party

zu machen, Familien dagegen

suchten eher die Ruhe in menorquinischen

Häfen.

Und was macht ein Skipper

im Winter, wenn es keine Gäste

gibt? Dann pflegt er Boote oder

es sind Yachten kreuz und quer

durchs Mittelmeer zu überführen,

von einem Hafen zum anderen,

und Springer tut, was er ohnehin

am meisten liebt: segeln.

Ingo Thor


Mallorca Zeitung – 8. März 2012 ITB 2012 Anzeige 5

2012


6 ITB 2012 SPEISEKARTE

Mallorca Zeitung – 8. März 2012

Die Gaumen-Guerilleras

Vor kurzem besuchte Maria Solivellas

(41) mal wieder Barcelona.

Nach einem Tag Großstadtstress

war sie dann heilfroh, nach Mallorca

zurückkehren zu dürfen.

„Beinahe hätte ich wegen einer

Demo mein Flugzeug verpasst.

Ich dachte mir, wie wunderbar

es ist, in Caimari zu leben.“

Caimari, ihr Dorf am Fuß des

Tramuntana-Gebirges, in dem

sie zusammen mit ihrer Schwester

Teresa (44) das Restaurant

Ca Na Toneta führt. Solivellas

schätzt die Beschaulichkeit umso

mehr, als sie die moderne, globalisierte

Welt sehr gut kennt.

Jahrelang wohnte sie in Barcelona

und Madrid und tourte als

Theater- und Musicalproduzentin

durch die Lande. Als sie drauf

und dran war, Mallorca definitiv

den Rücken zu kehren, kam der

11. September 2001.

„Einen Tag vorher hatte ich

per Mail einer Produktion in New

York zugesagt, doch das Attentat

nahm ich als Fingerzeig.“

Solivellas befand sich gerade

auf Heimaturlaub. Und blieb.

Sie schaute ihrer Mutter, die vier

Jahre zuvor mit Marias Schwester

Teresa das Restaurant eröffnet

hatte, in die Kochtöpfe. „Ich

hatte sowieso nach etwas Kreativem

gesucht, aber nie gedacht,

es wäre das Kochen.“

Doch genau das war es. Bald

löste sie ihre Mutter, die sowieso

nicht mehr wollte, am Herd ab.

Die Selfmade-Köchin vertraute

auf ihre Intuition, entsann sich

Das echte Mallorca auf dem Teller. So könnte man Maria Solivellas‘

Koch-Philosophie beschreiben. Mit ihrer Schwester Teresa betreibt

die Showbusiness-Aussteigerin und Slow-Food-Aktivistin ein

Restaurant, das die authentische Inselküche zelebriert

Urlauber wollen auf Mallorca

oft Tapas oder Paella essen.

Beides steht auf den Speisekarten,

doch weder das eine

noch das andere ist typisch für

die Inselküche. Tatsächlich

bieten zwar viele Restaurants

VON DER TAPA ZUM FRITO

spanisches Essen, aber die

traditionelle, regionale Hausmannskost

muss man gezielt

suchen. Und wenn es sie gibt,

wie zum Beispiel in den urigen

Kellerlokalen (cellers), dann

sind es vor allem schwere

Kaliber wie der Innereien-

Mix frito mallorquín oder

lechona (Spanferkel). Zum

Speiseplan zählen aber auch

leckere, leichte Gemüsegerichte

wie sopa mallorquina

oder tumbet.

der Gerichte ihrer Kindheit („In

unserer Familie wurde Essen

und langes Tafeln immer sehr

geschätzt“) und verschlang

Bücher über alte Rezepte und

die Geschichte der Ernährung.

Solivellas suchte nach den

kulinarischen Wurzeln der Insel

– zu einer Zeit, in der die Fusionsküche,

Sushi und teure Austern

en vogue waren. Mit Freunden

gründete sie die Slow-Food-

Gruppe Mallorcas und entdeckte

im Aussterben begriffene heimische

Obst- und Gemüsesorten.

„Ich bin eine Produkt-Taliban“,

sagt sie. Solivellas will genau

wissen, woher ihre Zutaten kommen,

und fast alles ist ökologisch.

„Den Fisch kaufe ich nur

bei Fischern aus Port d‘Alcúdia,

die traditionelle, schonende

Fangmethoden einsetzen, oder

in einem Fischgeschäft meines

Vertrauens in Inca.“

Das Fleisch kommt von Bauern

der Gegend und das Obst

und Gemüse großteils aus dem

eigenen Garten. Auf den Teller

kommt, was gerade wächst.

Und viel davon. „Die Mallorquiner

waren früher fast Vegetarier.

Das Klischee vom fetthaltigen,

schweren Essen stimmt nicht.“

Marias aktuelle Leidenschaft

sind wild wachsende Kräuter

und Wurzeln, die sie mit Hilfe

eines Botanikbuchs in der freien

Natur sucht. In ihrem Restaurant

kommt definitiv Mallorca auf

den Teller.

Silke Droll


Mallorca Zeitung – 8. März 2012 ITB 2012 SPEISEKARTE 7

■ Im Gebirgsdorf Caimari betreiben die Solivellas-Schwestern ihr Restaurant Ca Na Toneta. Die Zutaten für die kreative Öko-Küche sammeln sie manchmal in der freien Natur. Großes Bild: Teresa (links)

und Maria holen frische Kresse aus einem Wildbach. Die restlichen Zutaten wachsen im eigenen Garten oder kommen von lokalen Bauern und Fischern. Die Gäste speisen in verwinkelten Räumen mit

Häkeldeckchen vor den Fenstern. Ein junger Held der hiesigen Kunstszene, Albert Pinya, pinselte das Credo in witzigen Bildern auf die Wände des Lokals. FOTOS: SEBASTIÁN TERRASSA, OLIVER BRENNEISEN


8 ITB 2012 WASSERKONTAKT

Mallorca Zeitung – 8. März 2012

■ Mit dem Kajak vor der Felswand: „Da fühle ich mich immer wie ein kleiner Knopf“, sagt Caroline Guldner. Stephan Conradi ist für die Schnorcheltouren zuständig. FOTO: SEBASTIÁN TERRASSA

Die Küstenkenner

Caroline Guldner und Stephan

Conradi haben nichts dem Zufall

überlassen, als sie 2009 nach

Mallorca ausgewandert sind.

Die relative Nähe zu Familie und

Freunden mit guten Flugverbindungen

hatten für die Insel

gesprochen. Bereits 2008 hatte

das Paar, das gemeinsam in Köln

Sportwissenschaften studierte,

Mallorca genau unter die Lupe

genommen und sich für Cala

Sant Vicenç entschieden.

Ihrem Unternehmen gaben

sie den poetischen Namen

„Atemrausch“. Berauscht fühlten

sich die beiden vor allem

von der schroffen Felsküste der

Cala, daher haben sie dort einen

Laden angemietet, um Touristen

Schnorchel-, Tauch- und Kajaktouren

zu ermöglichen und teilweise

auch zu führen. Auch Radtouren

sind im Angebot.

Der Schwerpunkt liegt jedoch

auf dem Meer. Guldner ist jedes

Mal aufs Neue begeistert, wenn

sie sich auf einer Tour ganz nahe

an die Felsformationen begibt.

„Da fühle ich mich immer als

kleiner Knopf und bekomme

großen Respekt vor der Natur.“

300 Meter steigen die Felsen

stellenweise aus dem Wasser

auf. Im Winter allerdings ist das

Wetter in der kleinen Bucht oft

so rau, dass an Ausfahrten nicht

zu denken ist. Dann schlägt das

Wasser in meterhohen Wellen

gegen die Felswände.

Sobald die See ruhiger wird,

lohnt sich auch ein Ausflug unter

Sie paddelt, er schnorchelt, beide schwärmen: Caroline Guldner

und Stephan Conradi haben ihre Lieblingsbucht ausgesucht und

die Leidenschaft für Sport und Natur zum Beruf gemacht: Sie

helfen Gästen über und unter Wasser auf die Sprünge

Meer, Strand und Felsküste

sind bei vielen Urlaubern die

ersten Argumente für Mallorca.

550 Kilometer Küste

gibt es entlang der Insel. 340

Strände und sonstige Bademöglichkeiten

bietet das

VON DER CALÓ ZUR BADIA

größte Balearen-Eiland. Dabei

gibt es verschiedenste Größen.

Das Angebot reicht von

mehrere Kilometer langen

Sandbuchten (wie der Playa

de Palma) bis zur nur wenige

Meter breiten Nische im Fels.

Die Mallorquiner benennen

sie je nach Größe. Eine cala

ist eine kleine Bucht. Wenn

sie schmaler als 30 Meter ist,

heißt sie caló. Eine platja ist

ein großer Strand, und eine

Bucht heißt badia.

Wasser. „Im Mittelmeerraum

gibt es keinen Ort, an dem Tauchen

und Schnorcheln so zum

Erlebnis werden wie in Cala Sant

Vicenç“, sagt der weitgereiste

Taucher Conradi.

Wer sich mit ihm auf eine

45-minütige Schnorcheltour

begibt, bekommt meist den

Meerpfau zu sehen. Etwa acht

Zentimeter lang wird dieser

Fisch, der gelbgrün, violett und

bläulich fast wie ein Pfau schimmert.

Schwärme von Goldbrassen

(blau-golden gestreift) und

vereinzelte Oktopoden sind

ebenso anzutreffen.

„Viele haben am Anfang ein

wenig Angst vor der Unterwasserwelt“,

berichtet Conradi.

Doch je jünger die Kundschaft,

umso abenteuerlustiger. „Ein

Sechsjähriger war von seiner

ersten Schnorcheltour so beeindruckt,

dass er danach jeden

Tag aufgekreuzt und viermal die

Tour geschwommen ist.“

Wer sich schon etwas sicherer

fühle, könne unter Wasser

durch zerklüftete Felsenbogen

hindurchtauchen. Kompetente

Begleitung sei aber in jedem Fall

nützlich, denn sogar bei Schnorcheltouren

kann Seekrankheit

auftreten. Einmal, erinnert

sich Conradi, wurde eine

halbe Gruppe grün im Gesicht.

„Atemrausch“ löste das Problem

mit einer Boje, an die

sich die Betroffenen klammern

konnten.

Johannes Krayer


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10 ITB 2012 AUSGEHEN

Mallorca Zeitung – 8. März 2012

■ Nacho Summers in der „Molta Barra“. Hier brodelt es wegen einer koordinierten Wirte-Aktion namens „Ruta Martiana“ vor allem dienstags. FOTOS: SEBASTIÁN TERRASSA

Der Nachtlebenskünstler

Wer am Dienstagabend gegen

22 Uhr die Bar „Molta Barra“

(auf Deutsch: langer Tresen oder

viel Chuzpe) betritt, könnte meinen,

es gebe etwas umsonst. Vor

allem junge Menschen stehen

in einem lockeren Durcheinander

an der Theke und unterhalten

sich lautstark. Objekt der

Begierde sind mit allerlei Köstlichkeiten

belegte Brotscheiben,

sogenannte „pintxos“. Der Fantasie

sind keine Grenzen gesetzt:

Von Kartoffelbällchen, die mit

Hackfleisch gefüllt sind, über

Filetspitzen mit Pilzen bis hin zu

pikantem Thunfischsalat reicht

die Palette.

Hinter dem Tresen sieht man

oft Nacho Summers, einen der

beiden Barbetreiber. Dass der

gebürtige Mallorquiner eines

Tages noch einmal auf der Insel

landen würde, hatte er sich vor

einigen Jahren nicht träumen

lassen. Mit Anfang 20 zog der

heute 43-Jährige aus Palma einfach

los. Mit einem Rucksack. Er

wollte die Welt kennenlernen:

Asien, Australien, Süd-, Mittelund

Nordamerika. Kaum einen

Flecken hat er ausgelassen. „Ich

arbeitete, wo ich gerade etwas

fand. Habe Möbel geschleppt,

für Immobilienagenturen gearbeitet,

auf Schiffen. Manchmal

nur ein oder zwei Tage.“

Zwei Jahre lang war er Fremdenführer

in Peru. Mit dem

Rucksack voller Erfahrungen

kam er nach fünf Jahren Welt-

Tour zurück und fing in einem

Was passiert, wenn ein Mallorquiner nach jahrelangem

Weltenbummel ein Restaurant eröffnen will und ein Partner mit

dem Geld durchbrennt? In der Not erfindet er eine Formel, die

Furore macht – die Geschichte von Nacho Summers

VON DEN DEUTSCHEN ZU DEN SPANIERN

Nachtschwärmer haben reichlich

Auswahl. Garantiert unter

Touristen feiert, wer sich an

die Playa de Palma und da

vor allem an den Ballermann

begibt und auf Rhythmen von

Jürgen Drews oder Mickie

Krause abtanzt. Das englische

Pendant dazu heißt Magaluf.

Die spanisch geprägte

Szene findet man in Palma in

den Stadtteilen Santa Catalina,

La Lonja und Sa Gerreria

mit Bars und Restaurants

sowie am Paseo Marítimo

mit einem Mix aus winzigen

Clubs und mondänen Discotheken.

Weitere Hotspots

des Nachtlebens sind Cala

Ratjada, Port d‘Alcúdia und

Porto Cristo.

mallorquinischen Immobilienunternehmen

an. Drei Jahre lang

ging das gut, dann begann er,

sich zu langweilen.

Zufällig ergab sich die Möglichkeit,

eine Bar zu eröffnen.

Zusammen mit einem Freund,

Juan Antonio Oliveri, und einem

dritten Partner besichtigten sie

eine stillgelegte Suppenküche

im damals heruntergekommenen

Viertel Sa Gerreria. Der

Dritte im Bunde drängte die beiden

zu dem Projekt und setzte

sich später mit dem Geld ab,

erzählt Summers.

Da standen Nacho und Juan

nun, ohne Gastronomie-Erfahrung,

ohne Geld. Also musste

das Lokal mit Secondhand-

Gegenständen bestückt werden.

„Eigentlich wollten wir ein

Restaurant eröffnen, aber ohne

Koch und ohne Geld ging das

nicht.“ So kamen sie auf die

Idee mit den einfach herzustellenden

pintxos – kein genialer

Marketing-Einfall, sondern ein

Notnagel, der heute zu einem

regelrechten Markenzeichen

von Palmas Nachtleben geworden

ist.

Nacho ist stolz darauf, dass

an die 20 Bars das Konzept

kopiert haben. Gemeinsam

organisieren sie die Ruta Martiana,

die Dienstagsroute: Da gibt

es Bier und „pintxo“ für 2 Euro.

Nacho möchte nichts anderes

mehr machen. „Ruta bis in alle

Ewigkeit – und noch länger.“

Johannes Krayer


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12 ITB 2012 Anzeige

Mallorca Zeitung – 8. März 2012

Mallorca grüßt die Besucher der ITB in Berlin

Höchstes Interesse für Mallorca-Immobilien

Die ITB Berlin ist schon immer für den Tourismus- und Immobilienmarkt

der Balearen die weltweit interessanteste

Messe: Rund 11.000 Aussteller aus über 180 Ländern stellen

sich 170.000 Besuchern vor. Nach wie vor sind die Balearen

das beliebteste Reiseziel der Deutschen; dies umso

mehr als andere beliebte Destinationen in Nordafrika und

Asien wegen einer unsicheren politischen Situation von den

Reiseveranstaltern weniger oder gar nicht ins aktuelle Programm

aufgenommen wurden.

Viele, die als Touristen nach Mallorca kommen, überlegen,

hier einen Ferien- oder Alterswohnsitz zu erwerben. Dazu

bedarf es einer qualifizierten Beratung. Minkner & Partner

ist seit fast 20 Jahren eines der führenden Immobilienunternehmen

der Insel. Mit der Unternehmenszentrale in

Santa Ponsa und vier weiteren Filialen in Pto. Andratx,

Santa Maria, Llucmajor und Santanyi und 40 Mitarbeitern

ist Minkner & Partner in den beliebtesten Regionen der

Insel bestens vertreten.

Minkner & Partner unterscheidet sich von anderen großen Immobilienunternehmen

dadurch, dass es nach wie vor Inhaber geführt

ist und die Inhaber tagtäglich „an der Front“ mitarbeiten: Die Immobilienkauffrau

und Sachverständige für Bewertungen Edith

Minkner leitet den Vertrieb. Der Experte für internationales Immobilien-

und Steuerrecht Lutz Minkner leitet die Sparte Vertragsmanagement,

Recht und Steuern. Er ist auch zertifizierter

experto inmobiliario und Mitglied der deutsch-spanischen Juristenvereinigung.

Sein Fachbuch „Der Immobilien-Ratgeber SPA-

NIEN – Alles über Recht und Steuern“ erscheint in diesen Tagen in

der 4. Auflage mit einem Umfang von 500 Seiten und ist in der

internationalen Fachpresse als „die Bibel zum spanischen Immobilienrecht

in deutscher Sprache“ bezeichnet worden. Und damit

sind wir bei dem weiteren wichtigen Unterscheidungsmerkmal zu

Mitbewerbern: Kompetenz, Kompetenz, Kompetenz.

Alle Mitarbeiter des Unternehmens sind mindestens dreisprachig

und kennen ihren Regionalmarkt wie ihre Westentasche. Für diese

langjährigen Mitarbeiter gibt es kein Objekt, das sie nicht kennen

und dass sie nicht liefern können. Das erspart dem Interessenten

die nervende Suche mit einer Vielzahl von kleinen Anbietern. Weiter

hat es sich herum gesprochen, dass Minkner & Partner einen

perfekten After-Sale-Service bietet. Die Arbeit des Expertenteams

endet nicht mit dem Notartermin. Auch danach ist das Team

immer für seine Kunden da, solange sie noch nicht „alleine laufen“

können. So werden insbesondere die notwendigen An- und

Ummeldungen beim Finanzamt, den Versorgungsträgern und anderen

Behörden bestens und zuverlässig (und kostenfrei) erledigt.

Wenn Sie mehr über Minkner & Partner und Mallorcas Traumimmobilien

wissen wollen, besuchen Sie unser Internetportal

www.minkner.com.

Angebote der Zentrale Santa Ponsa

NOVA SANTA PONSA – Außergewöhnliche Luxus-Neubauvilla

mit Meerblick in Top-Lage

Diese exklusive, äußerst extravagant ausgestattete Premium-Villa moderner

Architektur mit Südorientierung befindet sich auf einem

2.800 m² großen Grundstück in einer begehrten Villenwohnlage unweit

der Yachthäfen und Golfplätze der Region. Im stilvoll gestalteten

großen Garten bilden ein eingebetteter Swimmingpool, ein Gym und

eine überdachte einladende Sommerlounge mit BBQ den perfekten

Rahmen für ein mediterranes Leben im Freien.

Das Wohnhaus besticht durch einen imposanten Entree-/Wohnbereich

mit einer komplett verglasten Südfassade. In der oberen Etage

bietet das 4-Schlafzimmer-Haus einen ähnlich beeindruckenden Salon

sowie zwei Meerblick-Suiten. Hinzu kommen zwei Schlafzimmer im

Gästebereich im Erdgeschoss und ein komplett ausgebautes Untergeschoss

mit diversen Nutzungsmöglichkeiten. Optional kann das

Anwesen um zwei Schlafzimmer erweitert werden. Auf insgesamt

1.050 m² Wohnfläche vermittelt das Haus durch seine offene Aufteilung

ein großzügiges Raumgefühl und bietet zudem einen Wohnkomfort,

der höchsten Ansprüchen gerecht wird.

Ref. 6200, P. € Preis auf Anfrage! Tel.: 0034 / 971 695 255


Mallorca Zeitung – 8. März 2012 ITB 2012 Anzeige 13


14 ITB 2012 RUNDFAHRT

Mallorca Zeitung – 8. März 2012

Der rollende Entertainer

Hans Schweitl kam im Bunyola

wieder aufs Rad. Die Liebe zu

einer Mallorquinerin hatte den

weltenbummelnden Österreicher

mit den Rastalocken in

den beschaulichen Ort am Fuße

der Serra d‘Alfàbia verschlagen.

Da saß er nun und sah die

papageien bunten Radurlauber

an sich vorbeiziehen. Irgendwann

erzählte ihm jemand, wie

das Geschäft organisiert ist, und

bei Hans Schweitl fiel der Groschen:

Das war etwas für ihn. Er

bewarb sich als Guide bei Rad

International, einem der kleineren

Veranstalter.

Sie nahmen ihn auf der Stelle.

Weil der Salzburger zwischen

seinem 16. und 19. Lebensjahr

schon einmal fast professionell

Rennrad gefahren war – und das

so gut, dass er es bis ins österreichische

Nationalkader schaffte.

Und weil Hans Schweitl jemand

ist, von dem man sich gerne über

die Insel führen lässt. „Zu meiner

Arbeit gehört es auch, Spaß zu

vermitteln“, sagt der 37-Jährige,

„ein Radguide ist ein bisschen

wie ein Barmann.“ Er habe dafür

zu sorgen, dass sich die Gäste –

die sich auf der Insel meistens

zum ersten Mal sehen – untereinander

verstehen, dass aus den

ambitionierten Hobbyfahrern

Freunde werden. Oder so etwas

Ähnliches.

Und natürlich, dass sie auch

ordentlich trainieren, schließlich

haben sie dafür bezahlt. Dafür

gibt es Trainingsschwerpunkte,

Abwechslungsreiche Landschaften auf engstem Raum, gute

Straßen, mildes Klima: Es hat sich längst herumgesprochen, dass

Mallorca ein Paradies für Radurlauber ist. Richtig Spaß aber macht

es dank Leuten wie Hans Schweitl. Sein Traumberuf: Radguide

Genau gezählt hat sie noch

niemand. Die mallorquinische

Handelskammer aber schätzt,

dass es über 85.000 Radurlauber

sind, die es Jahr für

Jahr nach Mallorca zieht – Tendenz

steigend. Saison ist von

VON SPORTLICH BIS GEMÜTLICH

Februar bis Juni und dann

noch einmal von September

bis Oktober. Gefahren

wird von sportlich bis gemütlich,

auf Rennrädern, Mountainbikes,

Trekkingrädern

und immer häufiger auch auf

E-Bikes. Neben dem Marktführer

Bicycle Holidays Max Hürzeler

– mit derzeit acht über

die Insel verteilten Stationen

und über 25 Jahren Firmengeschichte

– gibt es noch eine

ganze Reihe weiterer Anbieter.

mal mehr Ausdauer, mal mehr

Bergfahren, mal mehr Spurt.

Und dafür triezt er sie: „Wenn

ich jetzt loslege und ihr nicht

mehr hinterherkommt, müsst ihr

ganz laut ‚du Arsch‘ schreien.“

Um dann die Zügel auch wieder

locker zu lassen, auf dass man

sich unterhalten kann über Gott

und die Welt im Allgemeinen

und den Radsport im Besonderen.

„Das Schöne ist doch, dass

man bei diesem Beruf mit Menschen

ganz unterschiedlicher

Herkunft in Kontakt kommt“,

sagt er.

Es sind immer die gleichen

Routen, aber langweilig werden

sie ihm nicht: „Es ist faszinierend,

wie sich die Landschaft

über das Jahr ändert.“ Und was

dieser Beruf aus seinem Körper

macht: Woche für Woche 550

Kilometer und Tausende Höhenmeter

– Hans Schweitl ist mittlerweile

bis auf die letzte Muskelfaser

durchtrainiert. Manchmal

tut er sich mit den anderen

Radguides zusammen, und sie

rasen gemeinsam über die Insel.

Als seien sie bei der Tour de

France.

Was für ein Job – Hans Schweitl

kann es manchmal selbst kaum

fassen. „Ein Traum“, sagt er. In

seinem vorherigen Leben war

er übrigens Rucksacktourist und

eine Art Öko-Wandergeselle.

Er verdiente sich seine Brötchen

als Gemüsebauer. In Brandenburg.

12 Stunden am Tag.

Ciro Krauthausen


Mallorca Zeitung – 8. März 2012 ITB 2012 RUNDFAHRT 15

■ Gut drauf: Eine Gruppe Radurlauber in der Ebene. Saison ist von Februar bis Juni und von September bis Oktober. Hans Schweitl aus Puch bei Salzburg fuhr schon als Jugendlicher Straßenrennen

– und schaffte es bis in die Nationalmannschaft. Man kann es aber auch gemütlicher angehen lassen: Radurlauber bei einer Verschnaufpause mit Meerblick. FOTOS: SEBASTIÁN TERRASSA

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