Handlungsleitfaden Teilzeitausbildung - CJD Bonn

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Handlungsleitfaden Teilzeitausbildung - CJD Bonn

Handlungsleitfaden

Teilzeitausbildung

Informationen und

konkrete Gestaltungsmöglichkeiten

für Betriebe


Handlungsleitfaden TeilzeitausbildungCJD Bonn Projekt ModUs

Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG ......................................................................................................3

2. GESETZLICHE GRUNDLAGEN ........................................................................4

3. DAS PROJEKT MODUS ....................................................................................4

3.1 Erfahrungen aus dem Projekt .....................................................................................5

3.2 Weitere Projekte zur Teilzeitausbildung......................................................................8

4. AUFBAU UND DURCHFÜHRUNG VON TEILZEITAUSBILDUNG ...................9

4.1 Ausbildungszeitrahmen ..............................................................................................9

4.2 Berufsschule.............................................................................................................10

4.3 Ausbildungsinhalte ...................................................................................................10

4.4 Probezeit ..................................................................................................................10

4.5 Beispiel aus der Praxis .............................................................................................11

4.6 Vertragsverhandlung mit der Kammer ......................................................................11

4.7 Was sie als Betrieb davon haben..............................................................................12

4.8 Mögliche Konfliktsituationen .....................................................................................13

5. 5 SCHRITTE ZU EINER ERFOLGREICHEN AUSBILDUNG...........................14

6. AUSWAHL VON TEILZEITAUSZUBILDENDEN .............................................16

6.1 Die Stellenanzeige....................................................................................................17

6.2 Das Vorstellungsgespräch........................................................................................18

7. FINANZIERUNGSQUELLEN FÜR DIE AUSZUBILDENDEN..........................19

7.1 Ausbildungsvergütung ..............................................................................................19

7.2 Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) ..............................................................................19

7.3 Kindergeld ................................................................................................................20

7.4 Kinderzuschlag.........................................................................................................20

7.5 Sonstige finanzielle Hilfen.........................................................................................21

8. KINDERBETREUUNG..........................................................................................22

8.1 Kindergarten / Kindertagesstätte ..............................................................................22

8.2 Tagesmutter .............................................................................................................23

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8.3 Sonstige Betreuungsmöglichkeiten...........................................................................25

8.4 Besondere Situationen .............................................................................................25

9. KOOPERATIONEN UND NETZWERKE..........................................................26

10. ADRESSEN UND ANLAUFSTELLEN FÜR AUSZUBILDENDE .....................27

12. ADRESSEN UND ANLAUFSTELLEN FÜR BETRIEBE..................................30

ANHANG ..................................................................................................................33

Maske Anforderungsprofil ....................................................................................................33

Beispiel Stellenanzeige ........................................................................................................34

Checkliste für das Vorstellungsgespräch..............................................................................35

Beispiel Ausbildungsvertrag .................................................................................................36

Zeugnisse für Auszubildende ...............................................................................................37

2 Beispiele für Ausbildungszeugnisse ..................................................................................40

Absprachen vor Ausbildungsbeginn .....................................................................................43

Individueller Rahmenplan.....................................................................................................44

Fragebogen für das Ende der Probezeit...............................................................................45

Fragebogen für das Ende der Probezeit...............................................................................46

Detaillierte Checkliste für finanzielle Hilfen...........................................................................47

LITERATURVERZEICHNIS......................................................................................49

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1. Einleitung

Einen Ausbildungsplatz zu finden ist nicht leicht, noch dazu, wenn man Familie hat.

Mütter und Väter haben eine Mehrfachbelastung von Ausbildung, Kindererziehung

und Haushalt zu tragen. Die geringe Anzahl an Kinderbetreuungseinrichtungen für

Kinder unter drei Jahren kommt erschwerend hinzu. Um Eltern trotz dieser

Schwierigkeiten die Chance zu geben eine Ausbildung zu machen, wurde im Januar

2007 das Projekt ModUs ins Leben gerufen (finanziert von der RheinEnergieStiftung

Familie, der Stadt Bonn, der ARGE Bonn, dem CJD Bonn und später der

Jugendstiftung der Sparkasse Bonn). Das Projekt fördert die Möglichkeit der

Teilzeitausbildung und richtet sich an Betriebe / Unternehmen und Mütter / Väter aus

dem Bonner Raum, sowie dem Rhein-Sieg-Kreis.

ModUs berät und begleitet zum einen Betriebe, die Auszubildende in Teilzeit

einstellen möchten und unterstützt zum anderen junge Eltern beim Erstellen von

Bewerbungsunterlagen, hilft bei der Organisation der Kinderbetreuung und begleitet

durch die gesamte Ausbildung.

Aus diesen Erfahrungen in der Beratung von Betrieben und Müttern ist der

vorliegende Handlungsleitfaden entstanden, der Ihnen – als an Teilzeitausbildung

interessierter Betrieb - Unterstützung bieten, Hinweise geben, auf Probleme

aufmerksam machen, aber auch die Vorteile darstellen soll. Der Wegweiser vermittelt

Ihnen nützliche Tipps zur Organisation der Ausbildung, zu Modellen der Finanzierung

für die Mütter, zur Kinderbetreuung und enthält darüber hinaus wichtige Adressen

und Anlaufstellen. Im Anhang befinden sich außerdem praktische Kopiervorlagen,

die Sie als AusbilderIn für gelegentliche Notizen verwenden können. Da es sich bei

den Teilzeit-Auszubildenden - aus den Erfahrungen im Projekt - vorwiegend um

Frauen handelt, wird die durchgehend weibliche Form Auszubildende und

Bewerberin verwendet.

Viel Spaß beim Lesen wünscht Ihnen:

Projekt ModUs

Im CJD Bonn

Graurheindorfer Str. 149

53117 Bonn

Tel.: 0228 / 9896270 Bonn, im August 2009 (aktualisiert am 01.09.2010)

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2. Gesetzliche Grundlagen

Die Möglichkeit, eine Ausbildung in Teilzeit zu absolvieren, existiert seit einer

Gesetzesänderung im Jahre 2005. Durch die Verabschiedung des § 8 BBiG kann die

Ausbildungszeit verkürzt oder verlängert werden.

§ 8 BBiG Abkürzung und Verlängerung der Ausbildungszeit

vom 23. März 2005 (BGBl. I S. 931), zuletzt geändert durch Artikel 15 Abs. 90 des

Gesetzes vom 5. Februar 2009 (BGBl. I S. 160)

(1) Auf gemeinsamen Antrag der Auszubildenden und Ausbildenden hat

die zuständige Stelle die Ausbildungszeit zu kürzen, wenn zu erwarten ist,

dass das Ausbildungsziel in der gekürzten Zeit erreicht wird. Bei berechtig

tem Interesse kann sich der Antrag auch auf die Verkürzung der täglichen

oder wöchentlichen Ausbildungszeit richten (Teilzeitberufsausbildung).

(2) In Ausnahmefällen kann die zuständige Stelle auf Antrag Auszubildender

die Ausbildungszeit verlängern, wenn die Verlängerung erforderlich ist, um

das Ausbildungsziel zu erreichen. Vor der Entscheidung nach Satz 1 sind

die Ausbildenden zu hören.

(3) Für die Entscheidung über die Verkürzung oder Verlängerung der Ausbildungszeit

kann der Hauptausschuss des Bundesinstituts für Berufsbildung

Richtlinien erlassen.

3. Das Projekt ModUs

ModUs, das heißt: Modulares Unterstützungssystem für Mütter, Väter, Kinder und

Betriebe. Das Projekt wurde am 01.02.2007 ins Leben gerufen und läuft zunächst bis

zum 31.01.2011. ModUs berät und begleitet junge Eltern, die eine Teilzeitausbildung

machen möchten und betreut parallel dazu Unternehmen, die gerne in Teilzeit

ausbilden wollen. Ihnen als Unternehmen oder Betrieb kann ModUs folgende

Dienstleistungen anbieten:

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• Beratung bei der Auswahl von passenden Auszubildenden

• Beratung bei der praktischen Umsetzung von Teilzeitausbildung

• Unterstützung bei der Organisation des Arbeitsalltags von Auszubildenden

(Finanzierung, Kinderbetreuung), damit keine Probleme in den

Ausbildungsbetrieb getragen werden

• Breites Netzwerk an unterstützenden Institutionen

3.1 Erfahrungen aus dem Projekt

Wer kann besser über Erfahrungen mit Teilzeitausbildung berichten als die

ausbildenden Betriebe und die jungen Mütter? Die Projektmitarbeiterinnen haben im

Rahmen des Projektes nach dem ersten Ausbildungsjahr sowohl Betriebe als auch

junge auszubildende Mütter nach ihren Erfahrungen befragt, die im Folgenden

zusammengefasst sind: Von den in Teilzeit ausbildenden Betrieben wurden

insgesamt 8 Betriebe befragt. Es handelt sich dabei sowohl um große Betriebe des

öffentlichen Rechts, Bundesinstitute und Behörden wie auch um Einzelhandel,

soziale Träger und Selbständige, die die jungen Mütter ausbilden.

Auf die Frage nach den Gründen, die aus Sicht des Betriebes für die TZA

gesprochen haben, wurden z.B. genannt:

• „Unser Unternehmen wollte etwas für die sozial Schwächeren tun und die

Vereinbarkeit von Familie und Beruf hat Tradition in unserem Unternehmen.“

• „Wir wollen jungen Eltern eine Chance geben … und wir können auch damit

werben, wenn wir selbst in Teilzeit ausbilden.“

• „…da wir vom Arbeitsvolumen im kaufmännischen Bereich für eine Vollzeitkraft

keine Auslastung haben, war eine TZA für uns die beste Alternative.“

Gefragt nach den Unterschieden zwischen einer Auszubildenden in TZ und in VZ

wurde genannt:

• „Die Auszubildende ist schon ein Stück weiter, geht ernsthafter an die Ausbildung

ran.“ „Insbesondere die erforderliche Eigeninitiative und Eigenmotivation der

Auszubildenden ist hoch.“

• „Unsere Auszubildende bringt sehr viel Reife mit.“

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• „Die Auszubildenden sind reifer, bringen mehr Ehrgeiz mit. Sie weiß, dass es ihre

Chance ist, was jüngere Leute nicht immer so gut einschätzen können.“

• „Die Mütter sind viel dankbarer für die Ausbildungsstelle. Die Unternehmen

bekommen Leute, die mit beiden Beinen auf dem Boden stehen.

• Man bekommt menschlich viel wieder. Eltern in Ausbildung sind das Beste, was

man kriegen kann, wenn man Ausbildung ernst nimmt.“

• „Die Auszubildenden sind stark gefordert, da sie weniger Zeit haben, sie müssen

vor allem zu Hause mehr nacharbeiten. Es ist mehr Engagement und

Durchhaltevermögen gefordert, da es eine Doppelbelastung ist.“

Gefragt nach Vorteilen und Nachteilen der TZA, wurden vorwiegend Vorteile genannt

und zwar:

• „Die Praxisanleiter haben mehr Zeit, sich um ihre originären Aufgaben zu

kümmern, da die Auszubildende nach 5 Stunden nach Hause geht und nicht den

ganzen Tag angeleitet werden muss.“

• „Für uns als Betrieb ist es eine Imagesteigerung.“

• „Wir hätten nicht für 8 Stunden am Tag Arbeit für eine VZ-Auszubildende.“

• „Die Arbeitszeiten der Auszubildenden können nach den Stoßzeiten des

Betriebes ausgerichtet werden, in unserem Fall morgens.“

Auf die Frage nach besonderen Vorkommnissen im Zusammenhang mit der TZA

haben wir vor allem eine Antwort erhalten, die uns besonders gefreut hat:

• „Wir haben ein Eltern-Kind-Zimmer eingerichtet. Bei Betreuungsengpässen

können die Kinder auch ins Unternehmen mitgebracht werden. Die Eltern

arbeiten dann von einem kindgerechten Zimmer aus. Dort gibt es Spielsachen

und einen PC Arbeitsplatz für die Eltern.“

So hat die Einrichtung einer TZA - Stelle auch für andere in diesem Unternehmen

tätige Eltern sicherlich große positive Veränderungen mit sich gebracht.

In den Gesprächen mit den Ausbildungsbetrieben hat sich auch gezeigt, wie

ausschlaggebend die Existenz des ModUs-Projektes gewesen ist für die

Bereitschaft, eine TZA - Stelle einzurichten. So sagten die Unternehmen z.B.:

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• „Besonders toll war die Unterstützung für die Frauen bei Behördengängen und

der Antragstellung von Berufsausbildungsbeihilfe, Kindergeld… wir hätten das

nicht leisten können – aus Zeitgründen und auch aus Unkenntnis heraus –.“ Die

Klärung der finanziellen Situation ist für die Frauen aber lebensnotwendig, da es

deren materielle Sicherheit existentiell betrifft!

• „Das Wissen, dass es ModUs gab, war für mich insgesamt hilfreich, da es für uns

Neuland war, in TZ auszubilden.“

• „Das Projekt ist wichtig, nicht zuletzt, um Arbeitgeber aufmerksam zu machen,

dass es die Möglichkeit der TZA gibt!“

Nach dem ersten Ausbildungsjahr sind auch die Auszubildenden nach ihren

Erfahrungen befragt worden. Die Befragungsergebnisse der Teilnehmerinnen sind so

positiv und aussagekräftig, dass diese eigentlich gar nicht zusammengefasst werden

sollten. Dennoch in Kürze wenige Sätze, die besonders aussagekräftig gewesen

sind:

Auf die Frage „Haben Sie sich durch die Ausbildung persönlich verändert (z.B. mehr

Selbstbewusstsein, Selbstständigkeit, höhere Motivation oder fühlen Sie sich einfach

nur gestresst?“) sind z.B. folgende Antworten gegeben worden:

• „Ich habe mich auf jeden Fall verändert: fachlich habe ich viel dazu gelernt, ich

bin ruhiger geworden, entspannter generell, bin sehr froh, dass ich weniger von

Behörden abhängig bin.“

• „Ja, für mich ist die Ausbildung positiv, da ich positive Rückmeldungen erhalte.

Ich kann meine Fähigkeiten jetzt besser einschätzen.“

• „Ich bin sehr gestresst, aber ich habe für mich selbst auch das Gefühl, jemand zu

sein, habe mehr Selbstwertgefühl.“

• „Ja, auf jeden Fall. Meine Mama ist ganz stolz auf mich, sie meint, ich bin richtig

erwachsen geworden.“

• „Ich habe durch die Ausbildung eine höhere Motivation, ein höheres

Durchhaltevermögen entwickelt. Früher war ich faul. Mein Selbstbewusstsein ist

gleich geblieben, allerdings ist mein Stolz, es bisher durchgehalten zu haben

gestiegen.“

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Auch die Fragestellung „Hat sich Ihre Lebensperspektive bzw. – einstellung durch

den Beginn der Ausbildung verändert?“ macht mit den Antworten deutlich, welche tief

greifenden Veränderungen und Erfolge ModUs bei den Frauen bewirkt:

• „Auf jeden Fall, geldlich gesehen bin ich sehr froh aus der Abhängigkeit von der

ARGE rauszukommen, ich fühle mich so erheblich besser, habe ein viel besseres

Selbstbewusstsein bekommen.“

• „Meine Lebenseinstellung hat sich verändert, wir planen wieder stark die Zukunft.“

• „Ja, ich möchte später in dem Beruf arbeiten, das ist eine gute Perspektive, die

ich vorher nicht hatte.“

• „Die Lebensperspektive und Einstellung hat sich auf jeden Fall geändert: man

sieht, dass die Welt aus mehr besteht als Mann, Kind und Haushalt. Es ist eine

Horizonterweiterung.“

• „Ja, ich habe mir viele Ziele gesetzt, orientier mich neu in der Ausbildung, möchte

mich auch danach weiterbilden, noch weiter lernen.“

• „Ich wollte schon immer eine Ausbildung machen, man schaut positiver in die

Zukunft, wenn man eine Ausbildung hat und seine Ziele verwirklichen kann.“

• „Ja schon, am Anfang wusste ich überhaupt nicht, was ich machen wollte. Da hat

sich was getan. Ich weiß, dass wenn ich die Ausbildung hab, dass ich dann etwas

hab, womit ich arbeiten kann. Wenn ich das dann nicht auf Dauer machen will,

kann ich immer noch weiter machen.“

3.2 Weitere Projekte zur Teilzeitausbildung

In ganz Deutschland gibt es verschiedene Projekte zur Möglichkeit der

Teilzeitausbildung. Auf der Internetseite des Netzwerkes Teilzeitberufsausbildung

http://tzba.reinit.net finden Sie unter Projekte Bundesweit eine Projektlandkarte, auf

der alle in Deutschland existierenden Projekte eingezeichnet sind. Folgende Projekte

zu Teilzeitausbildung gibt es zurzeit in Nordrhein-Westfalen:

• Projekt AidA (Alleinerziehend in der Ausbildung), in Rheine

• Projekt BAFF (Betriebliche Ausbildung für Frauen In Teilzeit), in Münster

• Projekt KuBa (Kind und Berufsausbildung), in Steinfurt

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• Projekt Berufsausbildung in außerbetrieblicher Einrichtung (BaE), in

Duisburg

• Projekt MiA und ViA (Mütter in Ausbildung / Väter in Ausbildung, in Herne

und Bottrop

• Projekt TABB (Teilzeitausbildung Beratung und Betreuung), in Remscheid

• Projekt Kölner Lichtblick, in Köln

• Projekt EliTA - Eltern in Teilzeit-Ausbildung, in Euskirchen

Detaillierte Angaben zu Adressen und Telefonnummern entnehmen Sie bitte der

oben beschriebenen Internetseite.

4. Aufbau und Durchführung von Teilzeitausbildung

Die Auszubildende, der ausbildende Betrieb, sowie die zuständige Kammer und

möglicherweise die Berufsschule entscheiden gemeinsam über alle Belange, die mit

der Ausbildung zusammenhängen. Die Rahmenbedingungen müssen hierbei so

entwickelt werden, dass ein optimaler Ablauf der Ausbildung gewährleistet werden

kann. So sollten Sie sich beispielsweise Gedanken darüber machen, welche

Ausbildungsinhalte wann vermittelt werden sollen oder was im Falle von Krankheit

der Kinder passiert. Was Sie speziell als AusbilderIn beachten können, erfahren Sie

im folgenden Kapitel.

4.1 Ausbildungszeitrahmen

In der Regel heißt Teilzeitausbildung 75% der regulären Arbeitszeit. Die

wöchentliche Arbeitszeit liegt dann bei ca. 30 Stunden, inklusive Berufsschule. Im

gemeinsamen Austausch mit Auszubildenden und der Kammer können Sie aber

individuell entscheiden wie die tägliche Arbeitszeit bei Ihnen aussieht. Günstig ist es,

wenn Sie für jeden Wochentag die tägliche Arbeitszeit definieren, um mögliche

Missverständnisse im Voraus zu vermeiden.

Die Ausbildung wird trotz der verkürzten Arbeitszeit in der Regel nicht verlängert.

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4.2 Berufsschule

Die Berufsschule wird zu 100% Prozent besucht, hier gibt es keine Reduzierung der

Unterrichtsstunden. Liegt eine besonders gute Qualifizierung der angehenden

Auszubildenden vor, kann in Ausnahmefällen auf einen Besuch der Schule verzichtet

werden. Dies setzt aber das Einverständnis des Betriebs, der Auszubildenden, der

Kammer, sowie der Berufsschule voraus. Die Abschlussprüfung übernimmt in

solchen Fällen die zuständige Kammer.

4.3 Ausbildungsinhalte

Es ist sinnvoll, wenn Sie sich als AusbilderIn Gedanken darüber machen wie die

Ausbildung aufgebaut ist. Hierbei sollten die Inhalte dem zur Verfügung stehenden

Zeitrahmen angepasst werden. Regelmäßige Termine mit den Auszubildenden

ermöglichen es Ihnen, den Überblick zu behalten und bei möglichen Stolpersteinen

aufmerksam zu werden. Im Anhang finden Sie verschiedene Vorlagen, die Ihnen

helfen die Ausbildung zu strukturieren.

4.4 Probezeit

Im hektischen Alltag eines Unternehmens ist die Zeit häufig knapp, so dass

ausführliche Gespräche und ein regelmäßiger Austausch zwischen AusbilderIn und

Auszubildende nicht immer in befriedigendem Maße stattfinden können. Um die

Ausbildung dennoch reflektieren zu können und sich bewusst darüber zu werden, wo

Stärken und Schwächen der Auszubildenden liegen und wo Sie sie als AusbilderIn

verbessern können, lohnt es sich hierzu etwas Schriftliches zu fixieren. Im Anhang

S.39 befindet sich eine Checkliste, auf der Sie Ihre Notizen machen können. So

erleichtern Sie es sich selbst und der Auszubildenden Klarheit zu schaffen und

Verbesserungsmöglichkeiten für die Zukunft herzustellen.

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4.5 Beispiel aus der Praxis

Ein typischer Tagesablauf der Teilzeit-Auszubildenden sieht dann in der Regel

folgendermaßen aus:

6.00 Uhr – der Wecker klingelt: Aufstehen / Anziehen / Badezimmer

6.30 Uhr – das Kind wird geweckt und angezogen

7.00 Uhr – kurzes Frühstück

7.30 Uhr – Kind wird gebracht in: Kita / Kiga / Schule o. Ä.

8.00 Uhr – Arbeitsbeginn der Auszubildenden

14.30 Uhr – Ende der Arbeitszeit inklusive ½ Std. Mittagspause

15.00 Uhr – Kind wird abgeholt

15.30 Uhr – Einkaufen

16.00 Uhr – Freizeit mit Kind / Haushalt (Wäsche waschen, Reinigung etc.)

18.30 Uhr – gemeinsames Abendbrot

19.30 Uhr – Kind wird ins Bett gebracht

20.00 Uhr – Lernen für die Berufsschule / evtl. frei verfügbare Zeit für Mutter / Eltern

Solch ein Tagesablauf ist für viele Auszubildende durchaus realistisch. Das

Zeitmanagement der Auszubildenden muss klar und stringent strukturiert sein, um

allen Anforderungen gerecht zu werden. Eine Auszubildende mit Familie und

eigenem Hausstand trägt eine weitaus größere Verantwortung als eine

Auszubildende ohne Kind. Sie hat durch ihre elterliche Verantwortung gelernt mit

Belastungen umzugehen und ist dadurch im Alltag oft stressresistenter und reifer als

andere Auszubildende.

4.6 Vertragsverhandlung mit der Kammer

Je nachdem, welche Kammer für die Ausbildung der Auszubildenden zuständig ist,

hat sie mehr oder weniger Erfahrung mit der praktischen Umsetzung von

Teilzeitausbildung. Aus den Erfahrungen mit dem Projekt ModUs in Bonn hat sich

ergeben, dass die Industrie- und Handelskammer (IHK) Bonn/Rhein-Sieg

beispielsweise bereits gute Erfahrungen mit der Durchführung von

Teilzeitberufsausbildung gemacht hat, so dass sich hier weniger Beratungsbedarf

ergibt. Auch die Landwirtschaftskammer in Bonn kennt diese Möglichkeit und hat ihre

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Zustimmung zu Teilzeitausbildung gegeben. Möglicherweise müssen Sie als

AusbilderIn auch Verhandlungstalent für die Ausgestaltung der Ausbildungsverträge

beweisen. Scheuen Sie sich nicht, Überzeugungskraft zu haben, und holen Sie sich,

wenn nötig, Unterstützung bei den Gleichstellungsbeauftragten ihrer Stadt. Für

einige Kammern bedeutet die Möglichkeit der Teilzeit-Ausbildung neues Terrain. In

diesem Fall leisten Projekte wie ModUs für den Raum Bonn/Rhein-Sieg Beratungsund

Aufklärungsarbeit, um bei der Durchführung moderierend zur Seite zu stehen.

Welche Projekte in Ihrer Nähe existieren, entnehmen Sie bitte den Informationen auf

Seite 8 unter 3.2. Eine weitere Anlaufstelle stellt außerdem das Bundesinstitut für

Berufsausbildung (BIBB) dar. Dieses hat eine Empfehlung zur Durchführung von

Teilzeitberufsausbildung herausgegeben, welche Sie sich von der Internetseite

www.bibb.de/dokumente/pdf/ha-empfehlung_129_ausbildungszeit.pdf kostenlos

herunterladen können. Des Weiteren sind über die Internetseite

http://www.good-practice.de/2936.php nützliche Informationen und verschiedene

Dokumente frei verfügbar.

4.7 Was sie als Betrieb davon haben

Betrachten Sie doch einmal die positiven Seiten, die solch` eine Teilzeitausbildung

mit sich bringt. Folgende Punkte sind nur einige, die hier aufgezählt werden können:

Reduzierte Ausbildungsvergütung der Teilzeit-Auszubildenden

Geringere finanzielle Belastung für ihr Unternehmen

Oftmals mehr Engagement und Motivation der Auszubildenden

Überdurchschnittliche Arbeitsleistungen junger Auszubildender

Familienfreundliche Betriebspolitik

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Positives Erscheinungsbild des Unternehmens in der Öffentlichkeit und

innerhalb des Betriebs

Sie als Betrieb können MitarbeiterInnen flexibel einsetzen, wovon auch

Sie profitieren (Hauptamtliche in Teilzeit und Auszubildende in Teilzeit)

Verbesserung des Personalmanagements

Neben diesen Punkten ergeben sich sicherlich noch weitere Vorteile einer

Teilzeitberufsausbildung. Unterstützen Sie die Familienpolitik der Regierung und die

Erwerbstätigkeit von Frauen durch eine bewusst familienfreundliche Arbeitspolitik.

Vielleicht erhält dann in Zukunft auch Ihr Betrieb eine Auszeichnung zur

Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

4.8 Mögliche Konfliktsituationen

Um mögliche Stolpersteine zu Beginn der Ausbildung aufzuspüren, sollten Sie

besonders in der Anfangsphase aufmerksam sein. Demnach können folgende

Konfliktsituationen während der Ausbildung bzw. zum Ausbildungsübergang

entstehen:

1. Finanzierungsübergänge

Da sich der Lebensunterhalt der meisten Auszubildenden allein durch die

Ausbildungsvergütung nicht decken lässt (siehe Punkt 8), erhalten einige

zusätzliche Gelder aus verschiedenen Töpfen. Wechselt beispielsweise

eine ALG 2 Empfängerin zu einer Ausbildung, kann es hier zu Lücken beim

Erhalt der Gelder kommen. Solch` sensible Phasen können aber gut

überbrückt werden, wenn die Anträge rechtzeitig ausgefüllt und versendet

werden (siehe Anhang).

2. Wiedereingewöhnung nach langen Lernpausen

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Je nach Alter der Auszubildenden, ergeben sich längere Lernpausen. Ein

rücksichtsvoller Umgang kann in solchen Phasen hilfreich sein, so dass

die Auszubildende in einem angemessenen Tempo das Lernen wiedererlernen

kann.

3. Ablösung vom Kind

Nicht jeder Mutter fällt die Trennung vom eigenen Kind leicht, vor allem

wenn es sich dabei um mehrere Stunden handelt. Günstig ist es daher,

ein Kind langsam an die Trennung von der Mutter zu gewöhnen. Die

Auszubildende sollte daher vor Ausbildungsbeginn eine zeitweise

Trennung vom Kind erproben, damit sich beide daran gewöhnen können.

4. Krankheit der Kinder

Jeder Mensch wird mal krank, somit auch Kinder. Da diese in solchen

Zeiten besonders viel Nähe und Geborgenheit brauchen, sollten Sie

gemeinsam nach Lösungen für diese Momente suchen. Möglicherweise

kann eine ausgefüllte Checkliste (siehe Anhang) hilfreich sein.

Diese und weitere Hürden können, müssen aber nicht eintreffen. Je früher Sie

Themen wie diese ansprechen, desto geringer ist das Risiko für Schwierigkeiten und

Missverständnisse zwischen den Parteien. Seien Sie offen und ein wenig flexibel,

manche Probleme erledigen sich bei erfolgreicher Kommunikation schnell von allein.

5. 5 Schritte zu einer erfolgreichen Ausbildung

Der Weg zu einem anerkannten Berufsabschluss erfordert viel Engagement,

Problemlösungskompetenz und eine hohe Frustrationstoleranz. Wie Sie als Betrieb

einen erfolgreichen Abschluss der Ausbildung begünstigen können, erfahren Sie in

diesem Kapitel.

1. Anforderungsprofil

Überlegen Sie sich genau, welche Ansprüche Sie an die Auszubildende haben.

Zum einen werden Sie die fachlichen Qualifikationen berücksichtigen, denn diese

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sind die Grundvoraussetzungen für das erfolgreiche Bestehen einer Ausbildung.

Hierzu zählen neben Zeugnis und Noten fachspezifische Fertigkeiten, die im

gewählten Ausbildungsberuf unabdingbar sind.

Zum anderen sollten Sie sich Zeit nehmen, um darüber nachzudenken welche

Schlüsselqualifikationen Sie von der zukünftigen Auszubildenden erwarten. Sollte

sie neben Teamfähigkeit und Verantwortungsbewusstsein noch weitere

Eigenschaften mitbringen?! Wenn Sie sich bei diesen Punkten klar darüber

werden was Sie an Erwartungen haben, wird die Auswahl für eine geeignete

Auszubildende später leichter fallen.

Günstig ist es, sich darüber hinaus ein paar Gedanken zur Berufsschule zu

machen. Wenn Sie bereits wissen, welche Berufsschule die zukünftige Auszubildende

besuchen wird, können Sie überlegen, welche Fächer besonders wichtig

sind und wie die Erfordernisse hierfür aussehen. Neben der Praxis ist auch die

Theorie von großer Bedeutung, so dass dieses Feld nicht vernachlässigt werden

sollte.

2. Stellenanzeige

Je klarer Sie die Stellenanzeige schalten, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit,

eine Auszubildende zu finden, die in Ihr Unternehmen bzw. in Ihr Team passt.

Wichtig ist, zu betonen, dass Sie in Teilzeit ausbilden und in welchem Beruf. Des

Weiteren können Sie erste Tätigkeiten und Anforderungen, die Sie an die

BewerberIn haben, erwähnen. Letztlich dürfen neben der Adresse,

Telefonnummer und AnsprechpartnerIn nicht fehlen.

3. Auswahl

Nachdem Sie sich Gedanken darüber gemacht haben, wie Ihr Anforderungsprofil

aussieht, wird Ihnen im zweiten Schritt, das Vorstellungsgespräch und ein

mögliches Praktikum die Entscheidung für die richtige Auszubildende erleichtern.

Lassen Sie sich Zeit für diese Entscheidung und fixieren Sie Mitschriften, so dass

Sie Ihre Überlegungen immer wieder überprüfen können.

4. Probezeit

Die Probezeit stellt in der Anfangsphase der Ausbildung einen wichtigen

Zeitabschnitt dar. Hier kristallisieren sich Stärken und Schwächen der

Auszubildenden heraus. Aber auch der Betrieb kann auf sich zurückblicken und

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hat die Chance, sich mit der Auszubildenden auszutauschen und mögliche

Verbesserungen zu entwickeln. Versuchen Sie als AusbilderIn in dieser Phase

also besonders aufmerksam zu sein. Die Kommunikation zwischen Betrieb und

Auszubildender ist daher nicht zu vernachlässigen.

5. ModUs – als d a s Projekt in Bonn für Hilfestellung

Letztlich ist im Bonner Raum das Projekt ModUs erste Anlaufstelle für Betriebe.

Hier erhalten Sie nützliche Informationen zur Durchführung der Ausbildung, zu

Finanzierungsmöglichkeiten und erhalten wichtige Erfahrungswerte.

6. Auswahl von Teilzeitauszubildenden

Die Auswahl für geeignete Auszubildende wird sicherlich, auch Ihnen als Betrieb,

nicht immer leicht fallen. Neben Schlüsselqualifikationen und Noten entscheiden

häufig auch das Auftreten und die Sympathie der Bewerberin.

Sie sollten sich zunächst grundsätzlich überlegen, welche allgemeinen und welche

spezifischen Anforderungen an den Ausbildungsberuf gestellt werden.

Günstig ist es, wenn Sie die Anforderungen schriftlich fixieren, so dass Sie immer

wieder Zugriff auf die Informationen haben. Die Maske für ein Anforderungsprofil

können Sie dem Anhang entnehmen. Als sehr hilfreich und wichtig hat sich eine gute

familiäre – oder andere – Vernetzung der Frauen herausgestellt. Wichtige Aspekte

für das erfolgreiche Bestehen der Ausbildung können hierbei sein:

• Motivation und Durchhaltevermögen

Wie motiviert ist die Bewerberin? Hat sie schon Erfahrungen im jeweiligen

Bereich? Interessiert sie sich schon länger für den Beruf?

• Berufung und Begabung der BewerberIn

Ist die Bewerberin „talentiert“ für den Beruf? Bringt sie die nötigen

Qualifikationen mit? „Passt“ der Beruf zu ihr?

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• Alter / persönliche Reife

Bringt die Bewerberin die „nötige Reife“ mit?

• Familiäre und lokale Infrastruktur

Wie sehen die familiären Strukturen aus? Gibt es Kontakt zu näherer

Verwandtschaft? Gibt es andere enge Bezugspersonen wie Freunde oder

Bekannte in der Nähe, die in Notfällen (Bsp. Kind ist erkrankt) einspringen

können?

• Finanzielle Situation

Wie sieht die finanzielle Situation der Bewerberin aus - keine Details-? Sind

Schulden vorhanden, die den Erfolg der Ausbildung gefährden könnten?

Wenn vorhanden - verfügt der Partner über Einkommen? Welche möglichen

Finanzbausteine kommen in Frage?

• Passgenau Vermittlung: Betrieb – Auszubildende

Wenn fachliche Qualifikationen und Schlüsselqualifikationen stimmen – passt

die Bewerberin zum Team?

Diese Hinweise sollen Ihnen als Orientierungshilfe dienen. Letztlich entscheiden Sie

als AusbilderIn selbst, welche Qualifikationen und Grundvoraussetzungen die

Auszubildende mitbringen muss und wer in Ihr Unternehmen passt.

6.1 Die Stellenanzeige

Wenn Sie gezielt eine Auszubildende über die Zeitung oder das Internet suchen, ist

es hilfreich, die Stellenanzeige so konkret wie möglich zu formulieren. Folgende

Punkte sollten daher in jedem Fall enthalten sein:

1. Der Beruf in dem in Teilzeit ausgebildet wird.

2. Eine kurze Beschreibung der Tätigkeit und die Anforderungen an die

Auszubildende.

3. AnsprechpartnerIn mit Kontaktdaten.

4. Antrittsdatum und evtl. Bewerbungsfrist.

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Im Anhang finden Sie ein Beispiel für eine Stellenanzeige. Ob Sie sich für die

Druckversion, d. h. Zeitung oder das Internet entscheiden, ist Geschmackssache.

Meist ist es im Internet eher möglich eine ausführliche Stellenanzeige zu schalten.

6.2 Das Vorstellungsgespräch

Einen persönlichen Eindruck erhalten Sie als AusbilderIn meist erst im

Vorstellungsgespräch. Um auch im Anschluss wichtige Details abrufen zu können, ist

es von Vorteil, sich während des Gesprächs Notizen zu machen. Hierzu finden Sie

im Anhang geeignete Vorlagen.

Folgende Hinweise könnten für Sie von Bedeutung sein:

• Wie ist der erste Eindruck (äußeres Erscheinungsbild, allgemeine

Umgangsformern usw.)?

• Was steht im Anschreiben (Interessen, Bezug zu Aussagen usw.)?

• Was steht im Lebenslauf (Hobbys, besondere Kenntnisse usw.)?

• Was weiß die Bewerberin über den Betrieb (hat sie sich vorweg informiert)?

• Was weiß die Bewerberin über den Ausbildungsberuf (hat sie evtl. schon

Erfahrung im Beruf)?

• Wie sieht die Situation mit dem Kind aus (Betreuung, familiäres Netz, Alter der

Kinder)?

• Wie sieht die lokale Infrastruktur der Bewerberin aus (Entfernung vom Betrieb

zur Wohnung sowie Entfernung zum Kindertagesstätte bzw. Schule)?

• Welcher Zeitrahmen steht der Bewerberin zur Verfügung?

• Ist die Bewerberin bereit ein Praktikum zu absolvieren?

Diese Punkte können Ihnen dabei helfen eine Entscheidung für die geeignete

Auszubildende zu treffen. Im Anhang des Leitfadens finden Sie hierzu nützliche

Dokumente, die Sie als Kopiervorlage (S. 36 ff.) verwenden können.

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Handlungsleitfaden TeilzeitausbildungCJD Bonn Projekt ModUs

7. Finanzierungsquellen für die Auszubildenden

Um die finanzielle Existenz der Teilzeit – Auszubildenden sichern zu können,

müssen Gelder aus verschiedenen „Töpfen“ bezogen werden. Ob eine

Finanzierungsquelle im Einzelfall greift, kommt immer auf die individuelle Situation

der Auszubildenden an. Bitte bedenken Sie als Ausbildungsbetrieb, dass die

Bearbeitung der Anträge oft langwierig ist. Bis zur Bewilligung der Gelder können

unter Umständen mehrere Wochen vergehen. Damit sich die finanzielle Situation der

Auszubildenden nicht drastisch verschlechtert, können Sie als AusbilderIn den

Hinweis geben, die Anträge so früh wie möglich auszufüllen. Im Anhang finden Sie

dazu auf Seite 41 die Finanzcheckliste.

7.1 Ausbildungsvergütung

Die Auszubildende erhält die Ausbildungsvergütung, die Sie als ArbeitgeberIn

zahlen. Die Summe variiert entsprechend der reduzierten Arbeitszeit. Die Vergütung

beträgt also bei einer Regelarbeitszeit von zum Beispiel 75% (inklusive Berufsschule)

analog 75% des normalen Ausbildungsgehalts.

Häufig ist dieser Grundbetrag für die Finanzierung des Lebensunterhaltes,

besonders bei Alleinerziehenden, nicht ausreichend.

7.2 Berufsausbildungsbeihilfe (BAB)

Die Berufsausbildungsbeihilfe stellt eine wichtige finanzielle Stütze neben der

Ausbildungsvergütung dar. Gewährt wird sie Auszubildenden, die nicht mehr bei den

Eltern wohnen und deren Lebensunterhalt durch die Ausbildungsvergütung allein

nicht gesichert ist. Auf der Internetseite www.arbeitsagentur.de können

Auszubildende sich explizit über die Höhe und Dauer der Hilfe informieren. Anträge

können über die Agentur für Arbeit in Bonn unter der Telefonnummer 0228 / 924-0

oder 01801 / 555111 angefordert werden. Anlaufstelle ist:

Agentur für Arbeit Bonn

Villemombler Str. 101

53123 Bonn

Über die Internetseiten http://babrechner.arbeitsagentur.de/index.php können sie

online berechnen, ob und wie viel Anspruch auf Berufsausbildungsbeihilfe sie haben.

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Handlungsleitfaden TeilzeitausbildungCJD Bonn Projekt ModUs

Natürlich können Auszubildende auch über den schriftlichen Weg Anträge

versenden. Wichtig: Berufsausbildungsbeihilfe ist elternabhängig d.h. das

Elterneinkommen wird immer zugrunde gelegt.

7.3 Kindergeld

Während der Ausbildung kann unter besonderen Voraussetzungen für Mutter/Vater

und Kind Kindergeld gezahlt werden. Hat beispielsweise die Mutter das 25. Lebensjahr

noch nicht vollendet, kann sie über das Kindergeld (184 €) für ihr Kind hinaus,

für sich selbst Kindergeld beantragen. In Bonn ist hier die Agentur für Arbeit

(Familienkasse) zuständig. Voraussetzung für die zweifache Zahlung des

Kindergeldes ist allerdings, dass der Verdienst während der Ausbildung eine

bestimmte Jahreseinkommensgrenze nicht überschreitet.

Ansprechpartner:

Familienkasse Bonn

Villemombler Str. 101

53123 Bonn

7.4 Kinderzuschlag

Die Bundesregierung hat im Januar 2005 einen Kinderzuschlag für

einkommensschwache BürgerInnen eingeführt. Dieser richtet sich an gering

verdienende Eltern, die mit ihren Einkünften zwar ihren eigenen Unterhalt finanzieren

können, nicht aber den Unterhalt ihrer Kinder. Ohne Kinderzuschlag wären diese

Eltern zusätzlich auf Arbeitslosengeld II angewiesen. Mit dem neuen Gesetz erhalten

sie pro Kind bis zu 140 Euro monatlich. Anspruchsberechtigt sind Eltern, die mit ihren

unter 25 Jahre alten und unverheirateten Kindern in einem gemeinsamen Haushalt

leben. Die Antragstellung und Bearbeitung für alle Kinderzuschlag-Ansprüche erfolgt

über die Familienkasse der Agentur für Arbeit Bonn. Bei Fragen zur Antragstellung

und zu Ihrem konkreten Einzelfall wenden Sie sich am besten an die Familienkasse

Bonn. Die Familienkasse informiert Sie an dieser Stelle über häufige Fragen zum

Kinderzuschlag, unter anderem darüber:

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Handlungsleitfaden TeilzeitausbildungCJD Bonn Projekt ModUs

• in welcher Höhe der Kinderzuschlag gezahlt werden kann

• welche Kinder berücksichtigt werden sowie

• wann und wie der Kinderzuschlag gezahlt wird.

Die Mindesteinkommensgrenze beträgt für Elternpaare 900 €, für Alleinerziehende

600 €. Kinderzuschlag können Eltern nur dann beanspruchen, wenn ihre monatlichen

Einnahmen in Geld oder Geldeswert (z.B. Bruttoeinkommen aus Erwerbstätigkeit)

die jeweiligen Mindesteinkommensgrenzen erreichen.

7.5 Sonstige finanzielle Hilfen

Um den Lebensunterhalt ihrer Familie zu sichern, können neben der

Ausbildungsvergütung, BAB und Kindergeld weitere Gelder beantragt werden. Die

folgende Grafik soll diese Bausteine verdeutlichen:

BAB

Unterhalt

vom getrennt

lebenden

Elternteil

Kindergeld

Unterhaltsvorschuss

Mehrbedarf

Alleinerziehende

e

Ausbildungsvergütung

Kinderbetreuungskosten

Wohngeld

Elterngeld

Kinderzuschlag

ergänzendes

ALG 2

21


Handlungsleitfaden TeilzeitausbildungCJD Bonn Projekt ModUs

• evtl. Unterhaltsvorschuss (für das Kind), für getrennt lebende oder

geschiedene Elternteile, zuständig ist die Unterhaltsvorschusskasse der Stadt

Bonn

• evtl. Unterhalt vom getrennt lebenden Elternteil

• evtl. Elterngeld, wird bis zu 14. Monate (wenn der Vater auch in Elternzeit

geht oder bei Alleinerziehenden) von Geburt an gezahlt, allerdings nur, wenn

die wöchentliche Arbeitszeit von 30 Stunden nicht überschritten wird,

beantragt wird dieses beim Amt für Kinder, Jugend und Familie Bonn

• evtl. ergänzendes Arbeitslosengeld II, zuständig ist die ARGE Bonn

• evtl. Kinderbetreuungskosten, Amt für Kinder, Jugend und Familie Bonn

• evtl. Wohngeld, zuständig ist die Wohngeldstelle Bonn

• evtl. Mehrbedarf Alleinerziehende, zuständig ist die ARGE Bonn

• evtl. Kinderzuschlag, ALG II EmpfängerInnen haben keinen Anspruch, nur

für ArbeitnehmerInnen mit geringem Gehalt, zuständig ist die Familienkasse

Bonn

8. Kinderbetreuung

Die Kinderbetreuung stellt eine weitere Herausforderung für junge Eltern dar. Trotz

der sich verbessernden Betreuungssituation für Kinder unter drei Jahren, gibt es

nach wie vor einen hohen Bedarf, der nicht gedeckt ist. So hat sich die Lage in Bonn

dahingehend verbessert, dass sich das Netzwerk für Kinderbetreuung in Familien

gezielt um Qualifizierung und Vermittlung von Tagesmüttern kümmert.

8.1 Kindergarten / Kindertagesstätte

Die Stadt Bonn verfügt über ein großes Angebot an städtischen und kirchlichen

Kindertagesstätten, sowie Betreuungsangeboten, die aus einer Elterninitiative

gegründet worden sind.

Eine Liste der Betreuungsmöglichkeiten können Auszubildende auf der Internetseite

www.bonn.de als PDF-Dokument herunterladen.

Weitere Informationen erteilt das Familienbüro der Stadt Bonn:

Familienbüro:

Tel.: 0228 / 7740 – 77; - 70; - 72; - 71

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Handlungsleitfaden TeilzeitausbildungCJD Bonn Projekt ModUs

Über folgende Internetseiten können Auszubildende außerdem nach geeigneten

Kindergärten / Kindertagesstätten suchen:

• ww.gelbeseiten.de

• www.bonnbranchen.de

• www.meinestadt.de/bonn

In der Regel werden die Kinder in einer Kernzeit von ca. 7.30 Uhr bis ca. 16.30 Uhr

betreut. Die Kosten für die Unterbringung eines Kindes variieren nach Einkommen.

Je nachdem, wie hoch die Ausbildungsvergütung plus zusätzliche Beihilfen ist,

zahlen Auszubildende höhere oder niedrigere Beiträge.

Die Auszubildende kann sich auch direkt an die Einrichtungen wenden. In der Regel

können Kinder zum Februar jeden Jahres angemeldet werden, für genaue Termine

kann sich die Auszubildende direkt an die Einrichtung wenden.

Seit der Verabschiedung des neuen Kinderbildungsgesetzes (KiBiz) vom 22. Mai

2007 findet eine völlige Umstrukturierung des gesamten Betreuungsangebots statt.

Im Mittelpunkt steht der Ausbau der Kinderbetreuung für unter Dreijährige und die

frühe Bildung und Förderung der Kinder. Außerdem soll Eltern mehr Flexibilität

gewährleistet werden.

8.2 Tagesmutter

Eine weitere Möglichkeit zur Kinderbetreuung sind Tagesmütter. Die Kinder werden

entweder bei den Auszubildenden zu Hause oder in der Wohnung / Haus der

Tagesmutter betreut und befinden sich demnach in einer familienähnlichen Situation.

Die Tagesmütter sind ausgebildet, d.h. sie verfügen über eine Grundqualifizierung im

pädagogischen Bereich. In Bonn ist das Netzwerk für Kinderbetreuung in Familien

die wichtigste Anlaufstelle. Hier erhalten Eltern Beratung in allen Fragen der

Tagesbetreuung, sie werden zu Tagesmüttern vermittelt und die Qualifizierung der

Tagesmütter übernimmt ebenfalls das Netzwerk. Ansprechpartnerinnen sind hier:

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Handlungsleitfaden TeilzeitausbildungCJD Bonn Projekt ModUs

Caritasverband für die Stadt Bonn e.V.

Ulrike Schmitt

Sabine Steinkühler

Dyroffstr. 7

53113 Bonn

Tel.: 0228 / 108-249

Kinderinfamilien@caritas-bonn.de

Telefonische Sprechstunde:

Mi 9:00-10:00 Uhr

Fr 9:00-11:00 Uhr

Persönliche Beratung nach Vereinbarung

Familien- und Nachbarschaftszentrum

Birgitt Radeloff

Wittelsbacherring 22

53115 Bonn

Tel.:0228 / 265517

b.radeloff@werkstatt-friedenserziehung.de

Deutscher Kinderschutzbund OV Bonn e.V.

Ansprechpartnerin: Lidwine von Boeselager

Di 9:00 bis 11:00 Uhr

Do 12:00 bis 14:00 Uhr

lidwinevonboeselager@kinderschutzbund-bonn.de

Ansprechpartnerin: Dörthe Ewald

Mi 11:00 bis 13:00

dorthe.ewald@kinderschutzbund-bonn.de

Beethovenstr. 38a

53115 Bonn

Tel.: 0228 / 7660420

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Handlungsleitfaden TeilzeitausbildungCJD Bonn Projekt ModUs

Jugendamt Bonn

Ansprechpartnerinnen bei Fragen

zu Tagespflegestellen und Zuschüssen:

Frau Dreser

Tel.: 0228 / 773098

Frau Bohsem

Tel.: 0228 / 773118

Weitere Ansprechpartnerinnen zur

Finanzierung der Tagespflege:

Frau Brinkmann

Tel.: 0228 / 774893

8.3 Sonstige Betreuungsmöglichkeiten

Auszubildende können Ihr Kind auch in einer privaten Kindertagesstätte anmelden,

diese haben allerdings hohe Betreuungskosten und werden von der ARGE / Amt für

Kinder, Jugend und Familie nicht gefördert.

8.4 Besondere Situationen

Neben der regulären Betreuung durch öffentliche oder private Einrichtungen sollten

Sie als ArbeitgeberIn berücksichtigen, dass sich hin und wieder auch besondere

Situationen mit Kindern ergeben. So kann ein Kind beispielsweise krank werden oder

die Betreuung ist aus anderen Gründen nicht gewährleistet (Streiks o. Ä.).

Damit solche Phasen gut überbrückt werden können, sollten Sie als ArbeitgeberIn

einen Rahmen schaffen, in dem die Auszubildende trotz Hindernissen ihre Aufgaben

erledigen kann. Wenn es das Aufgabengebiet der Auszubildenden beispielsweise

ermöglicht, können Sie Heimarbeit anbieten. So kann die Mutter bei Ihrem

erkrankten Kind bleiben und gleichzeitig ihre Arbeit erledigen. Des Weiteren haben

Sie, je nach Berufszweig, die Möglichkeit einen kindgerechten Arbeitsplatz zu

gestalten, an dem die Auszubildende bei Betreuungsengpässen mit Kind arbeiten

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Handlungsleitfaden TeilzeitausbildungCJD Bonn Projekt ModUs

kann. Dies setzt natürlich voraus, dass die Kinder älter sind und eine gewisse Reife

mitbringen.

9. Kooperationen und Netzwerke

Das Projekt ModUs ist innerhalb von Bonn mit den verschiedensten Anlaufstellen

und Einrichtungen vernetzt. Es besteht eine enge Kooperation mit der ARGE Bonn

und der Agentur für Arbeit, mit dem Amt für Kinder, Jugend und Familie, dem

Familienbüro und dem Tagesmütternetzwerk und der Industrie- und

Handelskammer (IHK).

Wenn Sie sich als Betrieb mit anderen Institutionen vernetzen möchten, empfehlen

wir Ihnen folgende Anlaufstellen:

• Projekt ModUs

www.cjd-bonn.de/public/43/288/modus_junge_muetter/index.php

• Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB)

www.bibb.de/dokumente/pdf/ha-empfehlung_129_ausbildungszeit.pdf

• Erfolgsfaktor Familie

www.erfolgsfaktor-familie.de

• Netzwerk Teilzeitberufsausbildung

http://tzba.reinit.net

• Gesellschaft für innovative Beschäftigungsförderung

http://www.gib.nrw.de

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Handlungsleitfaden TeilzeitausbildungCJD Bonn Projekt ModUs

10. Adressen und Anlaufstellen für Auszubildende

Amt für Kinder, Jugend und Familie

Bottlerplatz1

53103 Bonn

Tel.:0228 / 775758

www.bonn.de

Familienbüro:

Tel.: 0228 / 7740-70

-77

-71

-72

Caritasverband für die Stadt Bonn e.V.

esperanza

Beratungs- und Hilfenetz vor,

während und nach der Schwangerschaft

Dyroffstr. 7

53113 Bonn

Tel.:0228 / 108258

www.caritas-bonn.de

esperanza@caritas-bonn.de

Caritasverband für die Stadt Bonn e.V.

„Frühe Hilfen“ für Familien und Alleinerziehende

Fritz-Tillmann-Str. 8-12

53113 Bonn

Tel.: 0228 / 108248

www.caritas.erzbistum-koeln.de

fruehehilfen@caritas-bonn.de

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Handlungsleitfaden TeilzeitausbildungCJD Bonn Projekt ModUs

Donum Vitae – Regionalverband Bonn / Rhein-Sieg

Schwangerschaftskonfliktberatung

Oxfordstr. 17

53111 Bonn

Tel.: 0228 / 93199080

www.bonn.donumvitae.org

bonn@donumvitae.org

Eltern-Kind-Treff

Lenaustr. 58

53121 Bonn

Tel.: 0228 / 2495637

ulla.baumgaetrner@kinderschutzbund-bonn.de

Familienkasse Bonn (Kindergeld)

Villemombler Str. 101

53123 Bonn

Tel.: 01801 / 546337

www.arbeitsagentur.de

Familienkasse-Bonn@arbeitsagentur.de

familienKreis e.V.

Praktische Hilfen, Unterstützung und Beratung für Familien

Breite Str. 76

53111 Bonn

Tel.: 0228 / 18464204

www.familienkreis-bonn.de

info@familienkreis-bonn.de

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Handlungsleitfaden TeilzeitausbildungCJD Bonn Projekt ModUs

Familienzentrum Werkstatt Friedenserziehung

Beratungsstelle für Familien

Wittelsbacherring 22

53115 Bonn

Tel.: 0228 / 220604

www.werkstatt-friedenserziehung.de

familienzentrum@werkstatt-friedenserziehung.de

Gleichstellungsstelle

Frauenförderung und Gleichberechtigung

Mülheimer Platz 1b

53103 Bonn

Tel.: 0228 / 77-5657, -3900, -5211

www.bonn.de

gleichstellungsstelle@bonn.de

Jugendmigrationsdienst Bonn

Heimstatt e. V. Bonn

Kölnstraße 6

53111 Bonn

Tel.: 0228 / 639696

Katholisches Bildungswerk Bonn

Adenauerallee 17-19

53111 Bonn

Tel.: 0228 / 2674400

www.bildungswerk-bonn.de

info@bildungswerk-bonn.de

Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands

Fritz-Tilmann-Str. 13

53113 Bonn

Tel.: 0228 / 2280461

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Handlungsleitfaden TeilzeitausbildungCJD Bonn Projekt ModUs

Kindertreff

„Kopfstand“

Mülheimer Platz 1

53113 Bonn

Tel.: 0228 / 775658

Öffnungszeiten: Di – Fr

Sa

13:00 - 19:00 Uhr

11:00 - 16:00 Uhr

Verband alleinerziehender Mütter und Väter

Bundesverband e.V.

Hasenheide 70

10967 Berlin

Tel.: 030 / 6959786

www.vamv.de

kontakt@vamv.de

12. Adressen und Anlaufstellen für Betriebe

ARGE Bonn

Rochusstr. 6

53123 Bonn

Tel: 0228 / 85490

ARGE-Bonn@arge-sgb2.de

Ausbildungsbegleitende Hilfen (abH)

für Auszubildende

Anfragen über die Agentur für Arbeit

Villemombler Straße 101

53104 Bonn

Tel.: 01801 / 664466 (Arbeitgeber)

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Handlungsleitfaden TeilzeitausbildungCJD Bonn Projekt ModUs

Bundesagentur für Arbeit

Villemombler Straße 101

53123 Bonn

Tel: 01801 / 546337

www.arbeitsagentur.de

Bonn@arbeitsagentur.de

Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt

Frau Schubert-Sarellas

Tel.: 0228 / 924 - 1122

Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB)

Robert-Schuman-Platz 3

53175 Bonn

Tel.: 0228 / 107 - 0

Fax: 0228 / 107 - 29 77

www.bibb.de

zentrale@bibb.de

CJD Bonn

Projekt ModUs

Graurheindorfer Str. 149

53117 Bonn

Tel.:0228/9896270

www.cjd-bonn.de

Gesellschaft für innovative Beschäftigungsförderung mbH

G.I.B.

Im Blankenfeld 4

46238 Bottrop

02041 / 767-0

www.gib.nrw.de

mail@gib.nrw.de

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Handlungsleitfaden TeilzeitausbildungCJD Bonn Projekt ModUs

IHK Bonn / Rhein-Sieg

Industrie –und Handelskammer

Bonner Talweg 17

53113 Bonn

Tel.: 0228 / 2284444

www.ihk-bonn.de

info@bonn.ihk.de

IHK Lübeck

Industrie- und Handelskammer

Fackenburger Allee 2

23554 Lübeck

Tel.: 0451 / 6006144

www.teilzeit-ausbildung.de

hahner@ihk-luebeck.de

pme Familienservice Bonn (privater Anbieter)

Stephan-Lochner-Str. 2

53175 Bonn

Tel. 0228-76680 93

bonn@familienservice.de

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Handlungsleitfaden TeilzeitausbildungCJD Bonn Projekt ModUs

Anhang

Maske Anforderungsprofil

Allgemeingültige Anforderungen:

Spezielle Anforderungen:

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Handlungsleitfaden TeilzeitausbildungCJD Bonn Projekt ModUs

Beispiel Stellenanzeige

XY AG ist ein weltweit führendes Unternehmen

im Bereich Kommunikation und IT-Technologie.

XY AG

Zum 1. August 2009 bieten wir einen:

Teilzeit-Ausbildungsplatz (30 Std. wöchentlich) zur

Kauffrau für Bürokommunikation

Das Aufgabengebiet umfasst:

• Xxx

• Xxx

• Xxx

Sie sind ein Organisationstalent, haben eine gute Rechtschreibung und sind

Verantwortungsbewusst? Dann zögern Sie nicht und schicken Ihre aussagekräftige

Bewerbung bis spätestens 01.07.2009 an XY AG, Personalwesen, Hunsrückstr. 12,

53119 Bonn. Weitere Informationen unter 0228/234123 oder www.xyag.de

Darauf sollten Sie als Unternehmen bei der Schaltung einer Stellenanzeige

achten:

• Der Ausbildungsberuf – bzw. die Möglichkeit zur Teilzeit-Berufsausbildung

sollte gut erkennbar sein

• Antrittsdatum und Bewerbungsfrist dürfen nicht fehlen

• Kurze Beschreibung des Unternehmens / der Tätigkeit

• Kontaktdaten müssen enthalten sein

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Handlungsleitfaden TeilzeitausbildungCJD Bonn Projekt ModUs

Checkliste für das Vorstellungsgespräch

Name: Name d. Kindes / Kinder:

Geburtsdatum: Geburtsdatum:

Betreuung d. Kindes / Kinder

Familiäres Netzwerk

PartnerIn / Großeltern

Tagesmutter

Kindertagesstätte / Kindergarten

Ja: ____________________________

Nein

Offene Ganztagsschule

Sonstiges

___________________________

Betreuungsmöglichkeiten für besondere

Situationen (Krankheit d. Kindes)

_____________________________________

noch keine Betreuung

_____________________________________

Arbeitszeiten / Uhrzeit

Montag von _____ bis _____

Dienstag von _____ bis _____

Mittwoch von _____ bis _____

Donnerstag von _____ bis _____

Freitag von _____ bis _____

Berufsschultage: _________________________

Finanzielles

PartnerIn hat Einkommen

Anspruch auf zusätzliche Leistungen

BAB (Berufsausbildungsbeihilfe)

Kindergeld

Kinderzuschlag

Sonstige finanzielle Hilfen* (Wohngeld o. Ä.)

___________________________________

_____________________________________________________

*eine detaillierte Liste für Auszubildende über finanzielle Hilfen können Sie dem

Anhang entnehmen

___________________________________

35


Handlungsleitfaden TeilzeitausbildungCJD Bonn Projekt ModUs

Beispiel Ausbildungsvertrag

Beispiel:

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Handlungsleitfaden TeilzeitausbildungCJD Bonn Projekt ModUs

Zeugnisse für Auszubildende

Jeder Arbeitgeber hat nach dem BBiG § 16 Absatz 1 seinen Auszubildenden nach

Abschluss der betrieblichen Ausbildung unaufgefordert ein Zeugnis auszustellen.

Das Zeugnis sollte ca. 1,5 DIN A4-Seiten umfassen

Inhalte eines Zeugnisses für Auszubildende sind:

1. Überschrift (Bezeichnung als „Abschlusszeugnis“)

2. Einleitung (Vorname, Nachname, Geburtsdatum und –ort, bei Verheirateten

auch der Geburtsname)

3. Dauer des (tatsächlichen) Ausbildungsverhältnisses

4. Art und Ziel der Ausbildung (z.B. Teilzeitausbildung zur Bürokauffrau)

5. Tätigkeitsbeschreibung (konkrete Tätigkeit, Einsatzbereiche, durchlaufene

Abteilungen, vermittelte Lerninhalte) kurze Beschreibung des Unternehmens,

übernommene Aufgaben)

6. Erworbene Kenntnisse und Fertigkeiten

7. Leistungsbeurteilung: Bewertung von Leistungskriterien wie Arbeitsbefähigung

(z.B. Belastbarkeit, Flexibilität, Auffassungsgabe, Denkvermögen),

Arbeitsbereitschaft (z.B. Motivation, Eigeninitiative, Zielstrebigkeit);

Arbeitsweise (z.B. Selbständigkeit, Zuverlässigkeit, Gewissenhaftigkeit,

Systematik. Sicherheit, Sauberkeit, Hygiene); Arbeitserfolg- und

Arbeitsergebnisse (z.B. Qualität Quantität, Verwertbarkeit, Termintreue,

Zielerreichung); herausragende Leistungen und Erfolge

8. „Zufriedenheitsformel“ (s.u.)

9. Beurteilung Sozialverhalten (Verhalten gegenüber Vorgesetzten, Verhalten

gegenüber Kollegen und Mit-Auszubildenden, Verhalten gegenüber Dritten

(Kunden, Geschäftspartnern)

10. Angabe der Kammer, an der die Abschlussprüfung abgelegt wurde sowie Ort

und Abschlussnote (hier ggf auch ein anerkennender Kommentar über ein

besonders erfolgreich bestandene Prüfung)

11. Gute Wünsche für die berufliche Zukunft (Dank für eine konstruktive

Zusammenarbeit; Begründung, wenn eine Übernahme nicht möglich ist – „aus

betrieblichen Gründen…“)

12. Datum, Unterzeichnung (Firma, Ort, Datum, Unterschrift)

Das Zeugnis muss im Hinblick auf seine äußere Form korrekt ausgestellt werden,

d.h.:

Schriftform und Originalunterschrift: Die Auszubildende muss das Zeugnis schriftlich

erteilen, und zwar maschinenschriftlich. Das Dokument muss eigenhändig

37


Handlungsleitfaden TeilzeitausbildungCJD Bonn Projekt ModUs

unterzeichnet werden – vom Arbeitgeber selbst oder von einem von ihm

bevollmächtigten Vertreter, sofern dieser gegenüber dem Zeugnisempfänger

höherrangig ist. Bei der Unterzeichnung müssen Vertretungsverhältnisse und die

Funktion des Unterzeichners angegeben werden. Eine Übermittlung des Zeugnisses

per Fax oder mail ist unzulässig.

Das Zeugnis muss mit einem ordnungsgemäßen Briefkopf oder auf Geschäftspapier

erstellt sein. Ein mit einem Firmenstempel versehener Blankobogen reicht als

Zeugnisunterlage nicht aus. Das Anschriftenfeld des Geschäftspapiers darf nicht

ausgefüllt sein.

Der Arbeitgeber muss das Zeugnis klar und verständlich formulieren. Das Zeugnis

darf keine Rechtschreibfehler, Ausbesserungen oder Flecken enthalten. Auch sollte

es nicht so geknickt sein, dass die Knicke bei Kopieren des Zeugnisses zu sehen

sind.

Grundsätzlich hat der Arbeitgeber das Zeugnis mit dem Datum des Tages zu

versehen, an dem er es ausgestellt hat (bei Auszubildenden sollte es der Tag der

letzten Prüfung sein, da hiermit auch die Ausbildung endet).

Leistungsbeurteilung: Unter dem Begriff „Leistung“ versteht man nicht nur den Grad

der Pflichterfüllung durch die Auszubildende, sondern auch ihre Kompetenz und ihr

Engagement. Insgesamt gibt es folgende Leistungselemente:

• Arbeitsbereitschaft

• Arbeitsbefähigung

• Wissen und Weiterbildung

• Arbeitsweise

• Arbeitserfolg (Arbeitsgüte und Arbeitsmenge bzw. –tempo)

Bei der Beurteilung der Leistung hat der Arbeitgeber einen großen

Beurteilungsspielraum, muss dabei aber dem Leistungsvolumen der Auszubildenden

gerecht werden. Ein entscheidendes Element der Leistungsbeurteilung ist die

zusammenfassende Zufriedenheitsformel. Ohne sie ist ein Zeugnis unvollständig!

Folgende standardisierte Zeugnisfloskeln haben sich dabei herausgebildet:

Sehr gut

Gut

Befriedigend

Sie hat die ihr übertragenen Aufgaben stets (immer/jederzeit) zur

vollsten Zufriedenheit erfüllt.

Sie hat die ihr übertragenen Aufgaben stets zu unserer vollen

Zufriedenheit erfüllt.

Sie hat die ihr übertragenen Aufgaben zu unserer vollen Zufriedenheit

erfüllt.

Ausreichend: Sie hat die ihr übertragenen Aufgaben zu unserer Zufriedenheit erfüllt.

Mangelhaft

Sie hat die ihr übertragenen Aufgaben im Großen und Ganzen zu

unserer Zufriedenheit erledigt.

38


Handlungsleitfaden TeilzeitausbildungCJD Bonn Projekt ModUs

In einem qualifizierten Zeugnis erfolgt nach der Zufriedenheitsformel eine Bewertung

der persönlichen Führung der Auszubildenden. Die Führung bezieht sich zum einen

auf das persönliche Betragen, also das Sozialverhalten der Auszubildenden. Zum

andern ist hier eine Bewertung des Umgangs mit Vorgesetzten und Kollegen sowie

Kunden bzw. Geschäftspartnern vorzunehmen. Wichtig ist hierbei, dass jedenfalls

das Verhalten gegenüber Vorgesetzten und Kollegen, und zwar in dieser Abfolge,

darzustellen ist.

Gerade für die jungen Frauen ist an dieser Stelle auch ein Hinweis auf die Teilnahme

am Projekt ModUs sinnvoll (siehe Zeugnisbeispiel 2).

39


Handlungsleitfaden TeilzeitausbildungCJD Bonn Projekt ModUs

2 Beispiele für Ausbildungszeugnisse:

Einleitungsfloskel

Frau [Vorname Name], geboren am [Geburtstdatum] in [Geburtsort], hat vom

[Eintrittstermin] bis zum [Ausbildungsende] in unserem Unternehmen den Beruf der

[Berufsbezeichnung] mit sehr gutem/gutem Erfolg erlernt. Frau (Name) hat die

Ausbildung in Teilzeit absolviert.

Aufgabenbeschreibung:

Während der [Zahl-]jährigen Ausbildung zur [Berufsbezeichnung] wurde Frau [Name]

in den Bereichen [Aufzählung] eingesetzt. Sie lernte die wesentlichen Tätigkeiten

dieser Bereiche kennen und arbeitete im Rahmen des Möglichen selbstständig. Dank

ihrer ausgezeichneten/wachen Auffassungsgabe erwarb sie sich sowohl einen guten

Überblick über die Zusammenhänge und Wechselwirkungen in unserem

Unternehmen als auch die erforderlichen Detailkenntnisse. Die Ausbildung hatte

folgende Inhalte: [Aufzählung].

Leistungsbewertung:

Frau [Name]

• hat von Anfang an ihre Berufsausbildung mit außerordentlichem Engagement

und stets großem und regem Interesse betrieben.

• hat sich stets sehr gut für die Erreichung der Ausbildungsziele eingesetzt.

• hat von der ihr gebotenen Möglichkeit, sich mit allen Arbeiten und

betrieblichen Zusammenhängen und Wechselwirkungen vertraut zu machen,

stets sehr rege und nutzvoll Gebrauch gemacht.

• zeichnete sich durch eine jederzeit sehr hohe Lernbereitschaft aus.

• interessierte sich in höchstem Maße für alle Ausbildungsinhalte und war stets

sehr gut motiviert.

• war eine Auszubildende mit konstant sehr hohem Pflichtbewusstsein.

• folgte der praktischen und theoretischen Ausbildung jederzeit mit sehr großem

und regem Interesse.

• hat sich stets mit enormem Fleiß und sehr großer Beständigkeit um seine/ihre

Ausbildung gekümmert.

• war eine jederzeit äußerst engagierter und sehr initiativreiche Auszubildende.

Wir haben Frau [Name] als einen sehr aktiven jungen Menschen kennen und

schätzen gelernt, die in allen Abteilungen stets sehr erfolgreich an der Erlernung der

Arbeiten und an der Erreichung der Ausbildungsziele gearbeitet hat.

Sozialverhalten:

Frau [Name] war wegen ihres freundlichen Wesens und ihrer Aufgeschlossenheit bei

ihren Vorgesetzten, Ausbildern, unseren Mitarbeitern und den anderen

Auszubildenden stets sehr anerkannt und beliebt. Unsere Kunden bediente sie stets

sehr zuvorkommend.

40


Handlungsleitfaden TeilzeitausbildungCJD Bonn Projekt ModUs

Beendigungsfloskel oder Übernahmeerklärung

Frau [Name]

• hat ihre Ausbildung (vorzeitig) mit sehr gutem/gutem Prüfungsergebnis/Erfolg

abgeschlossen.

• hat die Abschlussprüfung (vorzeitig) vor der Industrie- und Handelskammer

[Bezeichnung] mit der Gesamtnote Sehr gut abgeschlossen. Sie ist die Beste

ihres Ausbildungsjahrganges in unserem Hause.

• hat ihre Abschlussprüfung (vorzeitig) mit der Note Sehr gut bestanden. Sie

wurde hierfür mit einem Preis ausgezeichnet.

• legte am [Datum] vor der Handwerkskammer [Bezeichnung] die

Abschlussprüfung (vorzeitig) mit der Note Sehr gut ab.

Wir beglückwünschen Frau [Name] zu ihrem (vorzeitigen) Ausbildungsabschluss mit

der Note Sehr gut.

Sie wird nach Ausbildungsende in das Angestelltenverhältnis übernommen, wobei

sie ihrem Wunsch entsprechend zunächst in der [Bezeichnung]-Abteilung eingesetzt

wird.

Dank und Bedauern

• Wir danken ihr für die sehr gute und angenehme Zusammenarbeit während

der Ausbildungszeit.

• Wir bedauern es sehr, diese tüchtige junge Kraft zu verlieren. Zugleich haben

wir aber Verständnis dafür, dass Frau [Name] durch die Tätigkeit in einem

anderen Unternehmen ihre berufliche Bildung erweitern möchte. Für die

Entlastung, die ihre Mitarbeit mit fortschreitendem Berufswissen brachte,

möchten wir ihr ausdrücklich danken

• Wir bedauern es sehr, Frau [Name] zu verlieren. Wir haben aber Verständnis

dafür, dass sie ihre langfristigen beruflichen Möglichkeiten durch ein Studium

ausbauen möchte. Gegen Ende der Ausbildung arbeitete sie wie eine

vollwertige Kraft, wofür wir ihr ausdrücklich danken.

• Wir bedauern es sehr, mit Frau [Name] unsere beste Auszubildende zu

verlieren. Wir haben aber Verständnis dafür, dass eine junge Frau nach dem

Ausbildungsende auch andere Unternehmen kennen lernen will. Für ihre

entlastende Mitarbeit und für ihre Unterstützung der anderen Auszubildenden

danken wir ihr ausdrücklich.

Zukunftswünsche

Wir wünschen dieser vielversprechenden jungen Kraft (evtl. Zusatz: in unserem

Hause) beruflich weiterhin viel Erfolg und persönlich alles Gute.

Wir wünschen Frau [Name] auf ihrem weiteren Berufs- und Lebensweg alles Gute

und weiterhin viel Erfolg.

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Handlungsleitfaden TeilzeitausbildungCJD Bonn Projekt ModUs

Beispiel 2:

Frau Muster, geboren am Datum, wurde in unserem Betrieb in Teilzeit zur Kauffrau

für Bürokommunikation ausgebildet. Ihre Ausbildung begann am 01.09.2007 und

endete am 01.07.2010 mit der bestandenen Abschlussprüfung vor der Industrie- und

Handelskammer Bonn/Rhein-Sieg.

Während ihrer Ausbildung wurde Frau Muster in den Abteilungen

Betriebsverwaltung, IT-Betrieb, Gebäudetechnik, Zentraleinkauf & Logistik, in der

Personalabteilung in dem Bereich Aus- und Fortbildung sowie im Finanzwesen und

im Bereich Gehaltsbüro eingesetzt. Sie lernte die wichtigsten Aufgabengebiete dieser

Fachabteilungen kennen und eignete sich mit großem Interesse und gutem Erfolg die

für das Erreichen des Ausbildungszieles notwendigen Fertigkeiten und Kenntnisse

an.

Durch ihren hohen Grad an Motivation bei der Ausführung der ihr gestellten

Aufgaben war Frau Muster während ihrer Ausbildung jederzeit einsetzbar, welches

sie insbesondere bei einem längeren Einsatz im Bereich XY unter Beweis stellte. Die

dort anfallenden Aufgaben erledigte sie zielsicher, aufgabenorientiert und mit großem

Engagement. Während ihres Einsatzes zeichnete sich Frau Muster durch ihre

Teamfähigkeit und ihre Kreativität aus. Sie führte eigenständig das

Abteilungssekretariat und erledigte die anfallende Korrespondenz. Darüber hinaus

pflegte sie umfangreiche Datenbanken und bearbeitete selbstständig und

gewissenhaft die Eingabe von Honoraren.

Unser Betrieb beteiligt sich an dem Projekt ModUs, Modulares Unterstützungssystem

für Mütter, Väter, Kinder und Betriebe, bei dem junge meist alleinerziehende Mütter

individuell und gezielt auf eine Berufsausbildung vorbereitet werden. Im

Zusammenhang mit diesem Projekt, hat Frau Muster engagiert an Interviews und

Publikationen mitgearbeitet und ihre Teilzeitausbildung bei entsprechenden

Veranstaltungen selbstsicher und angemessen präsentiert.

Aufgrund ihrer regelmäßigen Teilnahme am Berufsschulunterricht, am internen

Betriebsunterricht und an Seminaren konnte sie ihre praktisch erworbenen

Kenntnisse und Fertigkeiten vervollständigen und vertiefen.

Durch ihre gute Auffassungsgabe erwarb sie sich sowohl einen umfassenden

Überblick über die gesamte kaufmännische Abwicklung und die darüber

hinausgehenden organisatorischen Zusammenhänge in unserem Betrieb als auch

die erforderlichen Detailkenntnisse.

Wir haben Frau Muster als fleißige Auszubildende kennen gelernt, deren

Einsatzbereitschaft und Zuverlässigkeit stets überzeugt haben. Frau Muster verhielt

sich gegenüber den an der Ausbildung Beteiligten und den Mitarbeiterinnen und

Mitarbeitern in den entsprechenden Abteilungen freundlich, zuvorkommend und

jederzeit einwandfrei. Mitauszubildenden gegenüber war sie kameradschaftlich und

hilfsbereit. Frau Muster erledigte die ihr gestellten Aufgaben sorgfältig, gewissenhaft,

selbstständig und stets zu unserer vollen Zufriedenheit.

Wir wünschen Frau Muster für die weitere berufliche und private Zukunft alles Gute

und viel Erfolg.

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Handlungsleitfaden TeilzeitausbildungCJD Bonn Projekt ModUs

Absprachen vor Ausbildungsbeginn

Um möglichen Missverständnissen rechtzeitig entgegenzuwirken, ist es sinnvoll, eine

Ausbildungsordnung zu erstellen. Denn je früher bestimmte Absprachen festgehalten

werden, desto geringer ist das Risiko für spätere Probleme im Ablauf der Ausbildung.

Des Weiteren können Sie mit der Auszubildenden einen individuellen Rahmenplan

erstellen (S. 35), in dem Sie die Arbeitszeiten oder auch die Schwerpunkte in der

Ausbildung einteilen. Eine Ausbildungsordnung könnte folgendermaßen aussehen:

Ausbildungsordnung

1. Das Berichtsheft ist der AusbilderIn monatlich zum 00.00.0000

unaufgefordert vorzulegen.

2. Im eigenen Krankheitsfall oder Krankheitsfall der Kinder ist die Ausbilderin

umgehend telefonisch zu informieren. Die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung

ist spätestens am 3. Krankheitstag einzureichen.

3. Die Ergebnisse von Klassenarbeiten und Zeugnissen sind der AusbilderIn

unaufgefordert mitzuteilen und vorzulegen.

4. Bei Engpässen in der Kinderbetreuung oder krankheitsbedingtem Ausfall

kann je nach Arbeitsauftrag Heimarbeit geleistet werden. Auch die Mitnahme

des Kindes, bei entsprechendem Alter, kann durch einen kindgerechten

Arbeitsplatz gewährleistet werden.

5. Bei Kindergartenkindern und schulpflichtigen Kindern hat die Auszubildende

vorrangig die Möglichkeit in den Ferienzeiten Urlaub zu nehmen.

6. Rauchen und Essen ist nur in den Pausen erlaubt.

7. Während der Arbeitszeit ist es der Auszubildenden gestattet zu telefonieren,

sofern es sich um die Belange ihres Kindes handelt.

Die Ausbildungsordnung ist nach gemeinsamer Absprache von der Auszubildenden

und der AusbilderIn zu unterschreiben.

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Handlungsleitfaden TeilzeitausbildungCJD Bonn Projekt ModUs

Individueller Rahmenplan

Auszubildende: Ausbildungszeit: vom_________ bis _________

Zeitraum

Ausbildungsinhalte

Probezeit

1. Ausbildungsjahr

2. Ausbildungsjahr

3. Ausbildungsjahr

zust. Mitarbeiter / Abteilung

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Handlungsleitfaden TeilzeitausbildungCJD Bonn Projekt ModUs

Fragebogen für das Ende der Probezeit

Name des Auszubildenden:

Datum:

Was haben Sie gelernt (fachlich / persönlich)?

Was hat Ihnen am meisten Freude bereitet?

Was hat weniger Spaß gemacht?

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Handlungsleitfaden TeilzeitausbildungCJD Bonn Projekt ModUs

Fragebogen für das Ende der Probezeit

Wie empfinden Sie die Doppelbelastung Ausbildung -

Kind?

Haben Sie sich Ziele gesetzt im Bezug auf

die Ausbildung / oder persönlich?

Was hat Ihnen bisher gefehlt bzw. was würden Sie

ändern?

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Handlungsleitfaden TeilzeitausbildungCJD Bonn Projekt ModUs

Detaillierte Checkliste für finanzielle Hilfen

Vor Ausbildungsbeginn zu beantragen:

Übergangsbeihilfen (Sicherung des Lebensunterhalts bis zum ersten

Arbeitsentgelt):

Zuständige Agentur für Arbeit

Ausrüstungsbeihife (z. B. Anschaffung von Arbeitskleidung):

Zuständige Agentur für Arbeit

Fahrtkostenbeihilfe nach §53 Abs. 2 Satz 3bSGB III:

Zuständige Agentur für Arbeit

Die oben genannten Leistungen sind Kannleistungen, das heißt, sie müssen nicht

unbedingt bezahlt werden. Es muss im Einzelfall mit der Vermittlerin in der

Agentur geklärt werden. ARGE KundInnen haben keine der oben genannten

Ansprüche.

__________________________________________________

Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) Bundesausbildungsförderungsgesetz §§60-

62 SGB III:

Zuständige Agentur für Arbeit

Ein Monat zur “Überbrückung“ von ALG II §23 Abs. 4 SGB II bis das BAB Geld

kommt:

mit der ARGE Betreuerin abklären §23 Abs. 4 SGB II

Darlehensweise Leistungen zum Lebensunterhalt (besonderer Härtefall)

§7Abs.5 Satz 2SGBII:

ARGE

Evtl. ergänzendes Arbeitslosengeld II:

ARGE

Zuschuss zu den ungedeckten angemessenen Kosten für Unterkunft und

Heizung nach § 22Abs. 7SGB II:

ARGE

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Handlungsleitfaden TeilzeitausbildungCJD Bonn Projekt ModUs

Elterngeld:

für Kinder max. bis 14 Monate

Wohngeld:

Zuständige Wohngeldstelle

Evtl. weiter bestehende Leistungsansprüche der Kinder:

ARGE

Mehrbedarf Alleinerziehende:

ARGE

Kindergeld (ggf. für Mutter und Kind):

Familienkasse in der Agentur für Arbeit

Kinderzuschlag :

Familienkasse in der Agentur für Arbeit

Unterhalt vom Kindsvater/Unterhaltsvorschuss vom Jugendamt:

Unterhaltsvorschusskasse

Kinderbetreuungskosten:

Zuständiges Jugendamt

Antrag auf Befreiung von Kontoführungsgebühren:

Hausbank

Antrag auf Sozialanschluss:

Telefonanbieter

Antrag auf Befreiung von den GEZ Gebühren:

GEZ

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Literaturverzeichnis

Projekt ModUs: Modulares Unterstützungssystem für Mütter, Väter, Kinder und

Betriebe (2009)

Internetquellen

Bundesministerium der Justiz

http://www.gesetze-im-internet.de/

Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

http://www.bmfsfj.de

Gesellschaft für innovative Beschäftigungsförderung mbH

http://www.gib.nrw.de/

Teilzeitberufsausbildung für junge Menschen mit Kind

http://tzba.reinit.net/projekte.php

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