PROGRAMM | 14. September 2010 - Venro

venro.org

PROGRAMM | 14. September 2010 - Venro

PROGRAMM | 14. September 2010

Öffentliches Diskussionsforum

Wie weiter auf dem

Weg nach 2015?

Standortbestimmung und Perspektiven nach

10 Jahren Millenniumsentwicklungszielen

Veranstaltungsort: Goya, Nollendorfplatz 5, 10777 Berlin

Im Auftrag des:

In Kooperation mit:


Die Millenniumsentwicklungsziele (MDGs) sind nach zehn Jahren

internationaler Aktivität zunächst eine Erfolgsgeschichte. Sie haben

sich als globaler Referenzrahmen der Entwicklungszusammenarbeit

etabliert und konnten so in großem Maße zur Mobilisierung von Entwicklungspotenzialen

beitragen. In vielen Regionen sind Fortschritte

in der Bekämpfung von Armut, Hunger und Krankheiten erzielt worden.

Dennoch bleibt die Bilanz der MDGs widersprüchlich, in einigen

Staaten und Regionen sind Stagnation oder gar Rückschritte zu verzeichnen.

Neue Herausforderungen wie die globale Finanz- und Wirtschaftskrise

oder der Klimawandel haben die MDG-Erreichung erschwert. Allerdings

zeigen sich anhand der widersprüchlichen Zielbilanz auch Schwächen

und Defizite des MDG-Konzepts selbst. Die Fokussierung auf wenige

quantitative Ziele im Bereich der Armutsbekämpfung und sozialen Entwicklung

blendet wichtige strukturelle Rahmenbedingungen aus, ohne

die keine nachhaltige Entwicklung möglich ist. Soll die Bilanz bis 2015

verbessert werden, muss schon heute über den bestehenden Rahmen

hinausgedacht werden. Welche übergreifenden Entwicklungsthemen

können wie Katalysatoren die Zielbilanz der MDG positiv beeinflussen

und gleichzeitig nachhaltige Entwicklung gewährleisten?

Aus diesem Anlass laden VENRO, der Verband der entwicklungspolitischen

Nichtregierungsorganisationen, und das Bundesministerium

für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung eine Woche vor

der VN-Konferenz vom 20. bis 22. September 2010 in New York zur

öffentlichen Diskussion ein. Organisiert und durchgeführt wird das

Diskussionsforum vom Entwicklungspolitischen Forum von InWEnt.

Die Veranstaltung möchte eine differenzierte Betrachtung der Stärken

und Schwächen des Instruments der MDGs erreichen und dazu

beitragen, übergreifende Entwicklungsthemen wie die Einhaltung der

Menschenrechte, der Schutz öffentlicher Güter und eine verbesserte

„Global Governance“ für die Erreichung der MDGs stärker fruchtbar

zu machen. Damit soll das zivilgesellschaftliche Engagement für die

MDGs bekräftigt und nicht zuletzt Handlungsoptionen für den weiteren

MDG-Prozess bis 2015 und darüber hinaus aufgezeigt werden.

Dieses Diskussionsforum mit internationaler Beteiligung ermöglicht

rund 150 Repräsentantinnen und Repräsentanten aus Politik, Wissenschaft

und Zivilgesellschaft einen lebendigen, informellen Meinungsund

Erfahrungsaustausch. Neben klassischen Panel-Diskussionen im

Plenum, die ein Resumée der bisherigen MDG-Erreichung ziehen und

abschließend die Ergebnisse des Tages präsentieren, wird besonders das

„Weltcafé“ in drei Gesprächsrunden zu den drei Schwerpunktthemen

rege Diskussionen in kleinen wechselnden Gruppen ermöglichen.


PROGRAMM

09:00 Uhr Registrierung GOYA

Nollendorfplatz 5, 10777 Berlin

10:00 Uhr Begrüßung Heike Spielmans

Geschäftsführerin, Verband Entwicklungspolitik deutscher Nichtregierungsorganisationen e. V. (VENRO)

Albrecht Ansohn

Leiter, Entwicklungspolitisches Forum, InWEnt – Internationale Weiterbildung und Entwicklung

10:15 Uhr Standortbestimmung und Perspektiven nach 10 Jahren Millenniumsentwicklungszielen

Schlüsselfragen

Moderation

Panelisten

– Wo stehen wir heute bei der Zielerreichung?

– Welche neuen globalen Herausforderungen beeinflussen den aktuellen Stand der MDGs und wie kann

diesen begegnet werden?

– Inwieweit können inklusives Wachstum und Armutsbekämpfung gemeinsame Wege gehen?

Conny Czymoch

TV-Moderatorin und Journalistin

Friedrich Kitschelt

Leiter der Abteilung Afrikapolitik, globale und sektorale Aufgaben, Bundesministerium für wirtschaftliche

Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)

Christa Randzio-Plath

stellv. Vorsitzende, Verband Entwicklungspolitik deutscher Nichtregierungsorganisationen e. V. (VENRO)

Stand: 25. August 2010


PROGRAMM

Dirk Messner

Direktor, Deutsches Institut für Entwicklungspolitik (DIE)

Renée Ernst

Beauftragte für die UN-Millenniumskampagne in Deutschland

Plenumsdis kussion

12:00 Uhr Mittagessen

13:00 Uhr Einführung in das Weltcafé

13:15 Uhr Weltcafé Die Gesprächskultur im Weltcafé unterscheidet sich vom gewohnten Konferenzformat: in entspannter Atmosphäre bietet es

den Teilnehmenden die Möglichkeit, miteinander ins Gespräch zu kommen und tiefere Einsichten in die Thematik zu erlangen.

Ein besonderes Merkmal ist hierbei die Dynamik der wechselnden Caféhaus-Runden, die jedem Gast die aktive Teilnahme

an den Diskussionsrunden ermöglichen.

Die Teilnehmenden haben die Möglichkeit sich anhand vorbereiteter Fragestellungen zu den drei Schwerpunktthemen

„Menschenrechte“, „globale öffentliche Güter“ und „Global Governance“ auszutauschen. Die je 30 minütigen Diskussionsrunden

finden parallel an kleinen Tischen statt, auf deren Tischdecken die Ergebnisse dokumentiert werden. Nach jeder

Caféhaus-Runde werden die Tische gewechselt und die Gäste tragen Schlüsselelemente als „Ideenbotschafter“ zu ihren

neuen Plätzen und tauschen neue Perspektiven und Erkenntnisse aus.

Stand: 25. August 2010


PROGRAMM

13:15 Uhr Themenbereich I: MDGs: Menschenrechte und soziale Ungleichheit

Die MDGs sind in der Vergangenheit stark für ihren fehlenden expliziten Bezug auf die Menschenrechte und soziale

Ungleichheit kritisiert worden. Fünf Jahre vor der angepeilten Zielmarke muss deshalb die Frage gestellt werden, ob ein

Erreichen der MDGs überhaupt vorstellbar ist, ohne dass grundlegende Menschenrechte wie das Recht auf Nahrung,

das Recht auf Wasser, das Recht auf Gesundheit, Geschlechtergerechtigkeit, sowie die faire Teilhabe an Ressourcen

und Chancen durch entsprechendes politisches Handeln weltweit realisiert werden? Erfordert nicht der mit den MDGs

be schriebene Entwicklungsfortschritt Gesellschaften, in denen die bürgerlichen, politischen, wirtschaftlichen, sozialen

und kulturellen Menschenrechte garantiert sind?

Impulsreferate

Anna Würth

Leiterin des Referats Entwicklungszusammenarbeit und Menschenrechte, Deutsches Institut für Menschenrechte

Michael Windfuhr

Leiter des Bereiches Menschenrechte, Brot für die Welt

13:45 Uhr Weltcafé-Runden zu folgenden Schlüsselfragen:

Welche Zusammenhänge gibt es zwischen der Wahrung der Menschenrechte und der Erreichung der MDGs?

Was unternehmen Staat und Zivilgesellschaft bereits um diesen Zusammenhang bei der Erreichung der

MDGs zu berücksichtigen?

Was muss von Seiten des Staates und der Zivilgesellschaft noch getan werden?

Stand: 25. August 2010


PROGRAMM

13:15 Uhr Themenbereich II: MDGs und „globale öffentliche Güter“

Seit der Verabschiedung der MDGs haben sich die globalen Rahmenbedingungen, welche die Erreichung dieser Ziele beeinflussen,

stark verändert. Insbesondere die Folgen des Klimawandels führen bereits in vielen Ländern und Regionen zu

Rückschlägen bei der Bekämpfung von Armut und Hunger und beeinträchtigen die wirtschaftliche Entwicklung. Müssen

deshalb der Schutz der „globalen öffentlichen Gütern“ und die faire Teilhabe an diesen nicht als eine Grund voraussetzung

für weiteren Fortschritt einen stärkeren Eingang in die Maßnahmen zur Erreichung der MDGs finden? Können in diesem

Kontext Anstrengungen zur Bewältigung des Klimawandels und zum Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen mit

Strategien zur Erreichung der MDGs verknüpft werden?

Impulsreferate

Manfred Konukiewitz

Leiter der Unterabteilung, Globale und Sektorale Aufgaben, Bundesministerium für wirtschaftliche

Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)

Tilman Santarius

Mitglied des Vorstands, Germanwatch e. V.

13:45 Uhr Weltcafé-Runden zu folgenden Schlüsselfragen:

Welche Bedeutung hat das Thema „globale öffentliche Güter“ im Hinblick auf die Erreichung der

Millenniumsentwicklungsziele?

Welche Beiträge leisten Staat und Zivilgesellschaft zum Schutz „globaler öffentlicher Güter“, insbesondere

im Hinblick auf den sich beschleunigenden Klimawandel?

Was muss künftig getan werden und wie können win-win Lösungen zum Klimaschutz und zur Erreichung

der MDGs herbeigeführt werden?

Stand: 25. August 2010


PROGRAMM

13:15 Uhr Themenbereich III: MDGs und „Global Governance“

Die globale Finanzkrise hat verdeutlicht, dass globale Probleme vor allem durch gemeinsames Handeln bewältigt werden

können. Ob es um die Bekämpfung der Armut geht, um die Bewältigung internationaler Finanzinstabilitäten, um die Begrenzung

des Klimawandels, um die Begegnung globaler Schocks wie die Nahrungsmittelkrise, die Gefahr von Pandemien oder um

die Rahmen bedingungen des Welthandels. Ohne mehr „Global Governance“ wird es keine entscheidenden Fortschritte bei

der Erreichung der MDGs geben. Wie müssten internationale Ordnungsrahmen ausgestaltet sein, damit sie die globalen

Entwicklungsziele befördern? Wie steht es um die politischen Perspektiven bei der Durchsetzung von mehr „Global

Governance“ und welchen Aufgaben haben in diesem Zusammenhang Staaten und Zivilgesellschaft?

Impulsreferate

Jens Martens

Geschäftsführer, Global Policy Forum Europe

Jürgen Zattler

Leiter der Unterabteilung europäische und multilaterale Entwicklungspolitik, Globalisierung und Handel,

Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)

13:45 Uhr Weltcafé-Runden zu folgenden Schlüsselfragen:

15:30 Uhr Kaffeepause

Welche Erfordernisse bestehen heute für „Global Governance“?

Welche Initiativen für mehr „Global Governance“ gibt es bereits und wie sind sie zu bewerten?

Was muss künftig von Seiten staatlicher und zivilgesellschaftlicher Akteure getan werden, um einen internatio nalen

Ordnungsrahmen zu schaffen, welcher die MDG-Erreichung fördert?

Stand: 25. August 2010


PROGRAMM

16:00 Uhr Was bleibt zu tun? Entwicklungspolitische Perspektiven bis 2015 und darüber hinaus

Ergebnisse des

Weltcafés

Perspektiven

Moderation

Podiumsgäste

Dirk Messner

Direktor, Deutsches Institut für Entwicklungspolitik (DIE)

Dirk Niebel

Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)

Ulrich Post

Vorstandsvorsitzender, Verband Entwicklungspolitik deutscher Nichtregierungsorganisationen e. V. (VENRO)

Conny Czymoch

TV-Moderatorin und Journalistin

Liberato C. Bautista

Präsident, Conference of Non-Governmental Organizations in Consultative Relationship with the UN (CONGO),

New York, Genf, Wien

Ingrid Srinath

Generalsekretärin, World Alliance for Citizen Participation (CIVICUS), Johannesburg

Dagmar Wöhrl

Vorsitzende des Ausschusses für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Deutscher Bundestag

Dis kussion

18:00 Uhr Buffet und

Ausklang

Luftraum

Maienstraße 4, 10777 Berlin (5 Minuten Fußweg)

Stand: 25. August 2010


VERANSTALTUNGSORTE

Das Goya am Nollendorfplatz

Das 1906 erbaute Gebäude ist eng mit dem Namen Erwin Piscator verbunden.

Dieser er öffnete hier 1927 die „Piscator-Bühne“ mit zeitkritischen

Inszenierungen, an denen auch Bertold Brecht beteiligt war. Nach

dem zweiten Weltkrieg etablierte sich das Gebäude unter dem Namen

„Metropol“ als angesagte Konzert- und Clubadresse für Größen wie Mick

Jagger und Joe Cocker. Anfang dieses Jahrhunderts wurde es schließlich

aufwendig restauriert und unter dem Namen Goya wiedereröffnet.

Der „Luftraum“ in der M aienstrasse

Einer der berühmtesten Bewohner der 1876 erbauten Gründerzeitvilla

war der Theater kritiker Friedrich Luft. Ihm zu Ehren erhielt die

noch heute teilweise bewohnte Villa den Namen „Luftraum“. Trotz der

Großzügigkeit und imposanten Architek tur laden die mit Liebe zum

Detail eingerichteten Räume mit Blick auf einen verwilderten Garten

dazu ein, sich wie zu Hause zu fühlen.


VERANSTALTER

Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) entwickelt die

Leit linien und Konzepte deutscher Entwicklungspolitik. Es bestimmt die langfristigen Strategien der

Zu sammenarbeit mit den verschiedenen Akteuren und definiert die Regeln für ihre Durchführung.

Das BMZ setzt sich unter dem Leit motiv der gerechten Gestaltung der Globalisierung dafür ein, dass

Regierungen, Unternehmen und weitere gesellschaftliche Akteure menschenrechtliche Verantwortung

wahrnehmen. (www.bmz.de)

VENRO – Verband Entwicklungspolitik deutscher Nichtregierungs organisationen e.V. ist der Dachverband

der entwicklungspolitischen Nichtregierungsorganisationen (NRO) in Deutschland. Ihm gehören rund

120 Organisationen an. Die VENRO-Mitglieder sind private und kirchliche Träger der Entwicklungszusammenarbeit,

der humanitären Hilfe sowie der entwicklungspolitischen Bildungs-, Öffentlichkeitsund

Lobbyarbeit. Sie tragen im Rahmen ihrer jeweiligen spezi fischen Auf gabenfelder zur Verwirklichung

der Verbandsziele bei. Das zentrale Ziel von VENRO ist die gerechte Gestaltung der Globalisierung, ins besondere

die Überwindung der weltweiten Armut. (www.venro.org)

Durchführung

InWEnt – Internationale Weiterbildung und Entwicklung ist ein weltweit tätiges Unternehmen für Personalentwicklung,

Weiterbildung und Dialog. Es bietet Capacity Building-Programme für Fach- und Führungskräfte

aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft, berät die deutsche Wirtschaft in Public Private

Partnership Projekten. InWEnt arbeitet im Auftrag der Bundesregierung mit an der Umsetzung der Entwicklungsziele

der Vereinten Nationen. (www.inwent.org)

Gestaltung: EYES-OPEN, Berlin | Foto: © Infinite XX - Fotolia.com

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine