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L eut e

Unwiderstehlich

Man müsste Klavier

spielen können ...

Hannes Jaenicke

kann auch noch

Trompete. Und zwar

so, dass es nicht

nur Frauen umhaut!

Das musikalische

Talent hat er von

seiner Mutter – einer

ausgebildeten Konzertpianistin

UND? ist das

so okay?

Der Schauspieler

posiert für den

BUNTE-Fotografen

lässig im Smoking

vor dem Kaminholz

auf seinem Grundstück

am Ammersee

Hannes

Jaenicke

über 50 Jahre

Nomadenleben,

Hollywood,

seine Lieben – und

das, was für ihn

wirklich zählt

Fotos: gerald klepka für bunte

Endlich angekommen! Sein

neues Leben

am Ammersee

80 BUNTE 14 | 2010

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L eut e

D

ie ersten 50 Jahre seines

Lebens schien Hannes

Jaenicke ständig auf der

Durchreise zu sein. Zunächst

wegen seines Vaters,

eines Professors für

Biochemie. „Wir sind als Kinder oft umgezogen“,

erinnert sich der Schauspieler.

„Mein Vater ist zwischen den USA, England

und Deutschland gependelt.“

Vor allem die Staaten haben ihn geprägt.

Nach der Schauspielschule in Wien

lebte er in Los Angeles, studierte dort, heiratete,

drehte Filme mit Catherine Zeta-

Jones, 40. Noch immer besitzt er in Malibu

eine kleine Hippie-Strandbude. In

Deutschland schien Hannes Jaenicke immer

nur zu Besuch zu sein. Während der

Dreharbeiten lebte der Schauspieler in

Hotelzimmern, in WGs oder in möblierten

Apartments. Doch jetzt scheint er in

Bayern einen Ort gefunden zu haben, an

dem er Wurzeln schlagen möchte: eine

Scheune am Ammersee bei München,

die er in ein modernes, helles Loft umgebaut

hat.

Gerade hat er hier seinen 50. Geburtstag

gefeiert. Seine Eltern und Geschwister

waren da, seine engsten Freunde. „Ich

war an diesem Tag total glücklich. Klar, die

Zahl ist nicht sonderlich attraktiv, aber ich

werde jetzt nicht zwangsweise zum Spießer

deswegen. Ich werde weiter Motorrad fahren

und surfen.“ War die Zahl 50 für ihn ein

Anlass für eine erste Lebensbilanz? „Klar,

man fragt sich schon, was man bisher so alles

verbockt oder was man erreicht hat. Privat

ist sicher meine Scheidung von Nicole

die größte Niederlage. Ich bin ein Mann,

der gern sein Wort hält, und wir hatten uns

gegenseitig versprochen zusammenzubleiben.

Den Tag unserer Scheidung nach gerade

mal zwei Jahren Ehe habe ich als totales

Versagen empfunden, komplettes Scheitern.

Das habe ich nicht so leicht weggesteckt.“

Auch was seinen Beruf angeht, zeigt er

sich selbstkritisch: „Ich habe früher jede

Menge Murks gemacht, weil ich manchmal

Filme gedreht habe, ohne auf die Qualität

des Drehbuchs zu achten, oder weil

mich drei Monate Dreharbeiten in Afrika

gelockt haben – egal wie mittelmäßig das

Genussmensch

Der

Star liebt alles,

was das Leben

schöner macht

„umweltschutz

fand ich immer schon

unglaublich cool“

Fotos: gerald klepka für bunte, schober/sabine brauer photos, pr

Skript war. Das passiert mir nicht mehr.“

Schon lange sind ihm die Inhalte seiner

Arbeit wichtig, über die „Pilcherisierung“

des deutschen Fernsehens kann er

sich herrlich aufregen. Seine Lieblingsserien

heißen „CSI“, „Dr. House“, „24“ oder

„Bones“.Für seine eigene hochgelobte TV-

Serie „Post Mortem“ wollte er Ähnliches

erreichen, stand nicht nur vor der Kamera:

„Wir haben oft bis nachts um drei

an den Drehbüchern geschrieben und um

neun Uhr morgens fiel die erste Klappe.

Das Leben ist zu kurz für so einen Wahnsinn.

Also bin ich nach zwei Staffeln ausgestiegen.“

Für seine Arbeit geht er oft an seine

körperlichen Grenzen. Umso wichtiger

sind ihm die Rückzugsphasen zu Hause

am Ammersee. Doch ist es da nicht einsam,

so allein am See? Vor fast zwei Jahren

endete seine Beziehung mit Kollegin Tina

Bordihn, 36. Seither zeigte er sich nicht

mehr an der Seite einer Frau.

„Man kann nichts erzwingen“,

sagt Hannes Jaenicke nachdenklich.

„Tina und ich haben

uns auf erwachsene Weise

getrennt, es gab irgendwann

unterschiedliche Erwartungen,

die man respektieren muss. Nur

wenige Frauen machen es zum

Beispiel auf Dauer mit, wenn der Mann

nur unterwegs ist, wochenlang in Malaria-Gebieten

im Dschungel sitzt, um Affen

zu filmen. Nur weil ich Umweltfilme mache,

muss das meine Freundin doch nicht

mitmachen. Insofern war mein extremes

Reisen sicher mit ein Grund für das Scheitern

unserer Beziehung.“

Trotzdem leidet er nicht an Einsamkeit.

„Jede Trennung ist immer auch die Chance

für etwas Neues“, meint er lächelnd. Tatsächlich

gibt es seit einiger Zeit wieder

eine Frau in seinem Leben, eine Biologin,

die in der Verhaltensforschung arbeitet.

Mehr will er dazu nicht sagen. Kinder?

Sind derzeit kein Thema, er hat ja schon

4000: In den letzten acht Jahren sammelte

er mithilfe des „RTL Spendenmarathons“

über eine Million Euro für ein Flüchtlingsdorf

tibetischer Kinder in Dharamsala,

das von Richard Gere, 60, und dem

die Liebe

hielt sechs

Jahre:

Hannes

Jaenicke und

Tina Bordihn

Jede Trennung

ist

eine Chance

für etwas

Neues

Dalai Lama, 74, unterstützt wird. „Die Eltern

bezahlen Schleppern viel Geld, damit

die ihre Sechsjährigen aus dem von China

besetzten Tibet weg nach Indien bringen“,

erzählt er sichtlich aufgewühlt. „Die

Kleinen machen bei der Überquerung des

Himalaja immense Strapazen mit, weil

sie in Tibet weder ihre Religion

ausüben noch ihre Sprache behalten

dürfen. In diesem Dorf

bekommen sie eine Chance:

Essen, Kleidung, Schulbildung

und sie dürfen ihre Kultur bewahren.

Das ist ein Projekt, auf

das ich echt stolz bin.“

Seit vielen Jahren ist Hannes

Jaenicke Mitglied in Richard Geres Tibet-

Organisation. Dabei erfuhr er von den

Problemen dieser Kinder. Auf ähnliche

Weise entstand die Idee zu seinen Tier-

Dokus. „Mit 15 bin ich Greenpeace beigetreten,

weil ich diese Schlauchbootfahrer,

Aktuell im Kino

In seinem neusten Film „Waffenstillstand“

spielt Hannes Jaenicke einen Kameramann

im Krisengebiet Irak. Sein Kollege ist Max von

Pufendorf. Kinostart: 1. April 2010

die sich mit den Walfängern anlegten, unglaublich

cool fand. Für mich waren das

moderne Cowboys. Dann habe ich jahrelang

Umweltmagazine gelesen und wurde

wegen der vielen ungelösten ökologischen

Probleme zunehmend wütend.“

Seine erste Tier-Doku finanzierte er mit

eigenem Geld und hatte Glück, dass das ZDF

den Film später kaufte. Nach drei Filmen

gilt er für einige bereits als „Öko-Fuzzi“,

wie er grinsend erzählt. Doch das ist ihm

egal: „In den USA gehört ein gewisses Engagement

zum guten Ton. Leonardo Di-

Caprio, George Clooney, Brad Pitt – fast

jeder Prominente kümmert sich um ein

Umwelt- oder Charity-Projekt, nutzt seine

Popularität dafür aus, Umweltbewusstsein

zu schaffen. In Deutschland heißt es dagegen:

Der kriegt wohl keine Rollen mehr und

muss deswegen Öko-Filmchen drehen“, ärgert

sich der Schauspieler. Dabei kann er

sich längst seine Rollen aussuchen. Gerade

stand er an der Seite von Götz George

für „Schimanski“ vor der Kamera. Im Kino

startet diese Woche sein preisgekrönter

Film „Waffenstillstand“, ein Roadmovie

und Antikriegsdrama, das im Irak spielt

und unter die Haut geht.

Wenn er eine längere Pause braucht,

fliegt Hannes Jaenicke mal wieder nach

Los Angeles. „Jeden Abend gehe ich dort

für zwei Stunden ins Wasser. Surfen ist wie

das Leben. Du weißt nie, wann die nächste

Welle kommt oder wann die Delfine an

dir vorbeischwimmen. Du weißt nie, wann

dir was serviert wird, aber wenn es kommt,

musst du handeln. Sonst kann es sein, dass

du die perfekte Welle verpasst oder noch

schlimmer: Du wirst von einem Sechs-

Meter-Brecher überrascht und bekommst

das Brett um die Ohren gehauen.“

Hannes Jaenicke hat einige Narben von

seinen halsbrecherischen Surfabenteuern

davongetragen. Auch auf die ist er

stolz ...

Am Ammersee

Hannes Jaenicke

mit Christiane

Soyke (l.) und

Celia Tremper

beim Interview

n

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