LUFTWAFFEN - Netteverlag

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LUFTWAFFEN - Netteverlag

LUFTWAFFEN

DEUTSCHER

LUFTWAFFENRING e.V.

REVUE

59. Jahrgang - Nr. 4 - Dezember 2011 - Schutzgebühr 7,50 € - Z 3954

Feldpostbriefe und -Karten

Weihnachten in Afghanistan

Feldpostkartenmotiv aus dem Jahre 2003

... und Friede den Menschen auf Erden


AKTUELL

DEUTSCHER

LUFTWAFFENRING e.V.

Am 25.November 2011 fand im Offizier-Heim der Kaserne Köln-Wahn

die Bundeshauptversammlung des Verbandes statt.

Der bisherige Vorstand wurde entlastet und ein neuer Vorstand gewählt.

Die Versammlung wählte das langjährige Mitglied Oberst d.R. Horst Schuh zum Bundesvorsitzenden.

Als seinen Stellvertreter konnten wir Dr. Klaus-Peter Kobbe,

den Leiter des Luftfahrt-Museums in Finowfurt gewinnen.

Die Geschäftsführung im operativen Bereich liegt nun in den Händen von Hans Peter Killeit,

der bereits seit 3 Jahren für die Luftwaffen-Revue verantwortlich zeichnet.

Die Aufgaben des Bundesschatzmeisters wird weiterhin in bewährter Weise Horst Obbelode wahrnehmen.

Dem scheidenden Vorstand sprechen wir unseren Dank und

unsere Anerkennung für die geleistete Arbeit aus.

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Obere Reihe von links: Manfred Dietl, Detlef Plümer, Dennis-Gottfried Hennecken, Peter Zimmermann, Peter Heidrich

Mittlere Reihe von links: Horst Obbelode, Waltraud Busch, Karsten Meyerotte, Hans Peter Killeit, Erhard Ziemer

Vordere Reihe von links: Fritz Thomsen, Dierk-Peter Merklinghaus, Horst Schuh, Werner Horst, Max Lagoda, Wolfgang-Volkhard Böltzig


Verehrte Mitglieder und Freunde des

Deutscher Luftwaffenring e.V.,

liebe Kameradinnen und Kameraden!

Ich danke allen, die mich in das Amt des Bundesvorsitzenden des Deutschen Luftwaffenrings e. V. gewählt

und uns im neuen Vorstand das Vertrauen ausgesprochen haben. Mein Dank geht auch an den scheidenden

Vorstand unter Brigadegeneral a. D. Merklinghaus, der in den vergangenen Jahren den Verband

durch schwierige Toleranzen gesteuert hat.

Zu meiner Person: Horst Schuh, im Zivilberuf war ich hauptamtlich Lehrender an einer Bundeswehrakademie

und an einer Fachhochschule des Bundes gewesen, jetzt im Ruhestand. Grundwehrdienst 1961, in

zahlreichen Wehrübungen in Führungs- und Stabsverwendungen zunächst im Heer, dann bei der Luftwaffe.

Seit 1999 als Truppenpsychologe über mehrere Jahre im Auslandseinsatz der Bundeswehr auf dem

Balkan und in Afghanistan.

Dem Deutschen Luftwaffenring e. V. gehöre ich seit Jahren auch in aktiver Vorstandstätigkeit an. Mein

besonderer Augenmerk lag und liegt auf der Bearbeitung der Luftwaffen- und Luftkriegsgeschichte, vor

allem auf der Klärung vermisster Fliegerschicksale. Dabei ist mir die Kontaktpflege zu ehemaligen Angehörigen

der Luftwaffe und der Erfahrungsaustausch mit ihnen besonders wichtig.

Dies werde ich auch in Zukunft tun bzw. intensivieren. Die Wertschätzung unserer Alterskameraden und

ihrer soldatischen Leistung ist mir ein unverzichtbares Anliegen. Als Kriegskind sehe ich gegenüber den

noch lebenden Vätern und Müttern der Kriegsgeneration eine moralische Verpflichtung zur Anteilnahme

und Fürsorge. Der Gefallenen und Verstorbenen gedenken wir in Wehmut und Würde. So haben wir, Vorstand

und Mitglieder, wie Sie in dieser Luftwaffenrevue nachlesen können, auch in diesem November an

verschiedenen Orten unsere Toten geehrt. Wir müssen uns dabei mit der Tatsache vertraut machen, dass

es beim Gedenken an Gefallene nicht mehr nur um die Generation unserer Eltern und Großeltern geht,

da wir auch bei den Auslandseinsätzen der Bundeswehr bisher 99 Tote zu beklagen haben.

Dem schwindenden Anteil der kriegsgedienten Kameraden in unserem Verband setzen wir verstärkte Anstrengungen

der Nachwuchswerbung entgegen. Neue Mitglieder wollen wir aus den Reihen der Bundesluftwaffe

und der Reservisten gewinnen. Hier sind bereits erste Erfolge zu verzeichnen.

Im neugewählten Vorstand sind wir froh und dankbar, 2012 das 60jährige Bestehen des Deutschen Luftwaffenrings

e. V. zu verzeichnen. Wir werden das gemeinsam feiern und mit Ihnen, den Mitgliedern und

Abonnenten, als optimistisch stimmenden Anlaß zum Fortbestehen und Weiterentwickeln unseres Verbandes

nutzen. Bleiben Sie uns treu!

Der Vorstand wünscht Ihnen und Ihren Angehörigen ein frohes

und gesegnetes Weihnachtsfest und einen guten Start ins Neue Jahr.

Horst Schuh Dr. Klaus-Peter Kobbe Hans-Peter Killeit

Bundesvorsitzender Stellv. Bundesvorsitzender Bundesgeschäftsführer

In diesem Heft:

Information zur Bundeshauptversammlung

Vorwort Horst Schuh

Ihr seid unvergessen

Antrittsbesuch bei der Luftwaffe

50 Jahre integrierte NATO-Luftverteidigung

Die neue Konzeption der Reserve

67. Jahrestag der Luftschlacht über dem Erzgebirge

Totengedenken auf dem Prinzenkopf

20 Jahre Feldpost der Bundeswehr

Generalleutnant Rainer Glatz im Interview

Interview OTL d.R. Diethelm Scholle

Die deutsche Feldpost im Zweiten Weltkrieg

Mit beiden Beinen voll im Kampfgeschehen

Feldpostbriefe, die ans Herz gehen

Weihnachten 1918 in Koblenz

Ein Fliegerschicksal: Fähnrich Dieter Fricke

Buchvorstellungen

Ehrentafel / Neue Mitglieder

Service / Impressum

Vorstand / Verbundenes

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LUFTWAFFE

Ihr seid unvergessen

Fürstenfeldbrück, 14.11.2011.

Im Rahmen eines militärischen Zeremoniells

gedachte die Luftwaffe am

12. November 2011 ihren verstorbenen

Soldaten am Luftwaffenehrenmal in

Fürstenfeldbruck. Erinnert wurde sowohl

an die Opfer beider Weltkriege,

als auch an Kameraden, die während

des Dienstes in der Bundeswehr für die

Erhaltung des Friedens ihr Leben verloren

haben.

Neben dem Inspekteur der Luftwaffe, Generalleutnant

Aarne Kreuzinger-Janik,

nahmen an der jährlich stattfindenden

Gedächtnisfeier auch aktive und ehemalige

Generale und Generalärzte der Luftwaffe

teil. Zahlreiche Verbände, Dienststellen

und Reservistenverbände aus dem

gesamten Bundesgebiet wohnten dem

knapp einstündigen militärischen Zeremoniell

mit Kranzniederlegungen bei.

In stiller Atmosphäre trug Flieger OA

Herman Asmus das Gedicht „Die jungen

Soldaten“ von Archibald MacLeish vor.

Im Anschluss wurden Kränze niedergelegt,

angefangen mit dem Kranz des

Bundesministers der Verteidigung, der

stellvertretend durch den Inspekteur der

Luftwaffe, Generalleutnant Arne Kreuzinger-Janik,

abgelegt wurde. Für den

Bayerischen Ministerpräsidenten und die

bayerische Landesregierung legte Staatssekretär

Bernd Silber einen Kranz nieder.

Am darauffolgenden Sonntag nahmen

Abordnungen aller Dienststellen des

Standortes Fürstenfeldbruck an den Gedenkfeiern

zum Volkstrauertag in der Region

teil. Die Luftwaffe will hiermit die

Botschaft des „Nichtvergessens“ weitertragen

und auch gleichzeitig der Opfer

der jüngsten Vergangenheit gedenken.

Für den „Deutscher Luftwaffenring e.V.“

war Vorstandsmitglied Oberst a.D. Fritz

Thomsen anwesend.

Quelle:

Luftwaffe / Fabian Stoll, Timo Steinmetz

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LUFTWAFFE

Staatssekretär Stéphane Beemelmans Antrittsbesuch bei der Luftwaffe

Neuburg a.d.Donau, 13.10.2011.

Staatssekretär im Verteidigungsministerium,

Stéphane Beemelmans, absolvierte

seinen Antrittsbesuch bei der

Luftwaffe im Jagdgeschwader 74 in

Neuburg.

noch ein vielfältiges Waffendisplay, vorwiegend

aufgebaut in der neuen Flugplatzwerft.

Neben drei verschiedenen

Tornados (ECR, IDS und in der Aufklärungsvariante)

ließ es sich der Staatssekretär

nicht nehmen, einen Blick in das

Das Flugabwehrraketensystem Patriot

Staatssekretär Stèphane Beemelmans am

Modell der Zwischenlösung Heron 1.

In der neuen Werft wurden die fliegenden

Waffensysteme ausgestellt.

Auf dem NATO – Flugplatz im Herzen

Bayerns informierte er sich über die wesentlichen

Anteile des Fähigkeitsprofils

der Luftwaffe. Der Inspekteur der Luftwaffe,

Generalleutnant Aarne Kreuzinger-Janik,

ließ für den politischen Gast

aus dem BMVg die verschiedenen Waffensysteme

der Luftwaffe präsentieren

und erläutern.

Eingangs des vierstündigen Programms

im Eurofighter - Verband explizierte der

Inspekteur der Luftwaffe persönlich die

Einbettung der Luftwaffe in die nationalen

wie multinationalen Aufgabenspektren,

konkretisierte dabei auch Aufklärung,

Führung und den Einsatz der

jeweiligen Waffensysteme.

hochkomplexe Waffensystem Eurofighter

zu nehmen – und kletterte hierzu gewandt

die Leiter zum Cockpit hoch.

Daneben wurden ausgestellt und erläutert

eine F-4 F Phantom, diverse

Hubschrauber, Modelle der Zwischenlösung

Heron 1 und des Euro Hawks, eine

Transall in MedEvac-Rüstvariante sowie

Flugabwehr-Raketensysteme und diverse

Formen des Objektschutzes in der Luftwaffe.

Abgerundet wurde der Antrittsbesuch

mit einem Vortrag über die Einsatzlogistik

der Luftwaffe.

Das Waffensystem Tornado wird

dem Staatssekretär erläutert.

(Quelle: Luftwaffe/Xaver Habermeier)

Weiter veranschaulicht wurden dem

Staatssekretär die Luftraumüberwachungsaufgaben

der Luftwaffe über

Deutschland, die neben der QRA-Rotte

des Jagdgeschwaders 71 „Richthofen“

im norddeutschen Wittmund der bayerische

Verband in Neuburg an der Donau

wahrnimmt. Kommodore Oberst Andreas

Pfeiffer verdeutlichte die luftpolizeilichen

Aufgaben beim Alarmstart zweier

Eurofighter, wie sie beinahe täglich über

dem deutschen Luftraum stattfinden.

Zuvor erlebte Stéphane Beemelmans

Kommodore und Oberst, Andreas Pfeiffer erläutert einen Alarmstart der QRA.

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LUFTWAFFE

50 Jahre Integrierte NATO-Luftverteidigung

Brüssel, 14.11.2011.

Es ist einfach, die Sicherheit im Luftraum

als gegeben zu betrachten. Doch

diese jeden Tag zu gewährleisten, das

erfordert einen hohen Aufwand. In

diesen Tagen feiert die NATO ein Jubiläum:

50 Jahre lang Integrierte NATO-

Luftverteidigung.

Die Flaggen der Bündnispartner

Die Aufgabe der NATO, die Souveränität

des Luftraums ihrer Bündnispartner

jederzeit zu garantieren, ist heute so aktuell

wie im Jahr 1961, als sie unter dem

Eindruck der Bedrohung jenseits des Eisernen

Vorhangs eingerichtet wurde. Dabei

hat sich die Integrierte NATO-Luftverteidgung

- auch bekannt unter dem

Kürzel NATINADS (NATO Integrated Air

Defence System) - ständig weiterentwickelt.

Die Effektoren der Luftwaffe im Rahmen

der Intergrierten NATO Luftverteidigung:

Eurofighter und Phantom

Kontinuierlich verbessert

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Der Auftrag der NATO-Luftverteidigung

wird rund um die Uhr, Tag für Tag, ausgeführt

und schützt damit nicht eigentlich

nur militärische Einrichtungen, sondern

alle Völker der Partnernationen. Ein

großer Anteil der NATO-Anstrengungen

bezieht sich auf die Überwachung des

Luftraumes, insbesondere der Radaraufklärung

und dem betrieblichen Aufwand

zur Durchführung von Lufteinsätzen zur

Aufklärung der Luftlage. Ein anderer

Schwerpunkt der NATO-Luftverteidigung

heute ist die Flugkörperabwehr (Missile

Defence), die im Hinblick auf neue

Bedrohungen gerade vor einer Neuordnung

steht, um das NATO-Territorium

beispielsweise vor ballistischen Raketen

zu schützen.

Beispielhafte Zusammenarbeit

Über fünf Dekaden hat die Integrierte NA-

TO-Luftverteidigung dazu beigetragen,

für die Sicherheit der NATO und gegen

Bedrohungen jeglicher Art bereitzustehen.

Zudem war und ist sie ein hervorragendes

Beispiel für den Zusammenhalt,

für die Solidarität und für die Lastenteilung

der beteiligten Partnerländer über

einen außerordentlich langen Zeitraum

in der menschlichen Geschichte. Dabei

ist es wahrscheinlich zum ersten Mal

überhaupt in der Militärgeschichte gelungen,

so viele verschiedene Streitkräfte

wie auch Dienste auf den gemeinsamen

Zweck auszurichten.

Luftraumüberwachungsradar der

Luftwaffe in Afghanistan

Die NATO hat sich dabei auch synergetisch

weiterentwickelt. Nicht nur national,

sondern auch international wurden

Luftverteidigungsanstrengungen

standardisiert und derart aufeinander

abgestimmt, dass sich NATO-Truppen

bei jeglichem Einsatz außerhalb eigener

Grenzen auf eine etablierte NATO-Luftverteidigung

abstützen können, was insbesondere

beim Air Policing demonstriert

wird. Beispielhaft dafür ist auch immer

wieder die deutsche Luftwaffe beim Air

Policing über dem Baltikum involviert

und übernimmt im nächsten Jahr zudem

den Schutz des isländischen Luftraums,

beide Einsätze werden ausgeübt durch

das Jagdgeschwader 71 „Richthofen“ aus

Wittmund.

Doch kommen wir zurück zur Integrierten

NATO-Luftverteidigung, deren Radarstationen

seit einem halben Jahrhundert

das Kerngebiet Europas vom Schwarzen

Meer bis zum Nordkap bewachen.

Die gemeinsame Luftverteidigung der

Bündnispartner spielt auch eine Schlüsselrolle

im Selbstverständnis der NATO.

Zum einen stärkt sie deren Zusammenhalt

nach innen, nach außen hin wirbt

sie für eine potentielle Aufnahme neuer

Mitglieder unter den gemeinsamen

Schutzschild der Integrierten NATO-Luftverteidigung:

In einer Welt, in der man

immer häufiger von asymmetrischen

Konflikten heimgesucht werden kann, in

der es über Cyber-Warfare und der Proliferation

von Massenvernichtungswaffen

immer schwieriger für den einzelnen

Staat wird, seine Bevölkerung und sein

Territorium angemessen zu schützen,

ist eine unmittelbare Anbindung an

den NATO-Schutzschild Ansporn und

Notwendigkeit zugleich und wird daher

auch politisch von betreffenden Nationen

priorisiert.

Neue Bedrohungen

Heute gibt es zwar keine ernsthaften Bedrohungen

mehr durch Kampfflugzeuge

oder Luftabwehrraketen, wie sie zu Zeiten

des Warschauer Paktes täglich hätten

eintreten können, doch das Beispiel

des terroristischen Angriffs auf das World

Trade Center zeigt, dass die Bedrohung

der freien Welt weiterhin Bestand hat

und daher Wachsamkeit geboten ist,

um vergleichbaren Anschlagsversuchen

rechtzeitig entgegenzutreten. Dabei sind

es im konkreten weniger die Terroristen

selbst, die die NATO-Luftverteidigung herausfordern

- Terrorismus gab es früher

auch schon - es sind eher unbemannte

Luftfahrzeuge oder weitreichende ballistische

Raketen mit schwer berechenbaren

Flugbahnen, die die NATO-Mitgliedstaaten

von heute bedrohen können. Dieser

kann man begegnen mit einem hohen

Maß an Mobilität und Schnelligkeit und

mit der Option, die Bedrohung möglichst

dort zu bekämpfen, wo sie entsteht – im

legitimierten Einsatz.

Irakische Scud-Raketen.

In der Hand von Terroristen

eine echte Bedrohung


LUFTWAFFE

Radarstationen sind auch in den

entlegensten Gebieten eingerichtet.

Interoperabilität und Mobilität

Einen anderen Ausdruck von Schnelligkeit

und Flexibilität markieren die

Anstrengungen der NATO-Partner, ihre

jeweiligen technischen Systeme aneinander

anzugleichen. Das Ganze wird

damit wichtiger als die Summe der Teile:

Interoperabilität ist das Stichwort,

das beschreibt, wie NATO-AWACS über

taktische Datenlinks die Einsatzführung

über Libyen übernehmen, dass sich ein

deutscher Heerestrupp im ISAF-Einsatzgebiet

mittels ROVER-Anbindung eine

Lageeinschätzung eines UAS tief im Einsatzgebiet

zu eigen macht oder ein amerikanischer

Lenkwaffenzerstörer beim

Kreta-Schießen 2011 mit dem Gefechtsstand

eines deutschen Patriot-Verbandes

kommunizieren kann.

Die neue NATINADS

Dabei greift man immer wieder auf Techniken

zurück, die aus dem Bereich der

Einsatzführung - und damit der Integrierten

NATO-Luftverteidigung als Ganzes -

herrühren. Auch in Zukunft wird dabei

die Information und deren schnelle Verarbeitung

im Vordergrund stehen. Die

Integrierte NATO-Luftverteidigung wird

sich dabei verstärkt auf die CAOCs (übergeordnete

Luftverteidungsgefechtsstände

der NATO), die - teilweise auch verlegbaren

- nationalen Luftverteidigungsgefechtsstände

sowie deren Radarstationen

als „Augen und Ohren“ der Integrierten

NATO-Luftverteidigung abstützen können.

50 Jahre nach Implementierung der

NATINADS werden alle Anstrengungen

zur Luftverteidigung nunmehr in Echtzeit

zusammengeführt, aufbereitet und

über taktische Datenlinks derart verteilt,

so dass ein effektiv agierendes, zusammenhängendes

Netzwerk aller Luftverteidigungsanstrengungen

zur Verfügung

steht. Was heute unter der Bezeichnung

„NATO Air Command and Control System“

(ACCS) auf den Weg gebracht wurde,

ist die konsequente Metamorphose

der NATINADS an neueste technische

Errungenschaften – für die nächsten 50

Jahre.

Unbemannte Aufklärungssysteme

gewinnen Informationen aus der

Tiefe des Einsatzraums .

Quellen: NATO-Archiv / US Marine-Archiv

/ Edwards Air Force Base-Archiv /

Norbert Thomas

Aufklärung und Einsatzführung aus der Luft:

AWACS aus Geilenkirchen mit

amerikanischen Kampfjets

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BUNDESWEHR

Die neue Konzeption der Reserve

Heute schon an die Reserve von morgen denken.

Berlin, 11.11.2011.

Reservisten bleiben ein wesentlicher

Bestandteil der Bundeswehr und unverzichtbar

für die Sicherheitsvorsorge

der Bundesrepublik Deutschland.

Die derzeitige Neuausrichtung der

Bundeswehr erweitert nun die Aufgaben-

und Verantwortungsbereiche für

Reservisten.

Dazu wurde die bisher gültige Konzeption

vom September 2003 zur neuen

„Konzeption der Reserve“ (KdR) weiterentwickelt.

Abgeleitet aus den Verteidigungspolitischen

Richtlinien vom Mai

2011 setzt die KdR den Rahmen für eine

effektive Einbindung der Reserve in die

Aufgabenerfüllung der Bundeswehr und

liegt nun als ministeriell gebilligter Entwurf

vor.

Neue Kräfte, wachsende Bedeutung

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Neben der Rolle der Reserve für die Personalergänzung

und -verstärkung sowie

ihrer Mittlerfunktion für die Bundeswehr

in der Gesellschaft wird der Heimatschutz

als wesentliche Aufgabe der Reserve gestärkt.

Neu aufzustellende regionale Sicherungs-

und Unterstützungskräfte bieten

allen interessierten und geeigneten

Reservisten Chancen des Engagements.

Diese Kräfte schließen damit eine Lücke

der bisherigen Konzeption für die Reservisten

und Reservistinnen der Bundeswehr.

Die Reserve ergänzt und verstärkt außerdem

personell alle Organisationsbereiche

der Bundeswehr und des Verteidigungsministeriums,

sodass diese ihre

Aufgaben im gesamten Einsatzspektrum

erfüllen können. Reservisten werden dazu

– abhängig von ihrer Ausbildung und

Verfügbarkeit – in allen Aufgabengebieten

der Bundeswehr eingesetzt. Sie tragen

durch ihre zivilen Qualifikationen auch

zum Aufbau neuer Fähigkeiten bei.

Zudem gewinnt die Reserve durch das

Aussetzen der Wehrpflicht an Bedeutung

für einen der jeweiligen Lage angepassten

Aufwuchs der Streitkräfte. Durch ihre

Präsenz in der gesamten Bundesrepublik

Deutschland wächst schließlich ihre

Bedeutung als Mittler zwischen Bundeswehr

und Gesellschaft.

Künftig soll die Reserve in drei Kategorien

gegliedert sein:

• Die Truppenreserve verstärkt die aktiven

Verbände im gesamten Einsatzspektrum.

Sie umfasst einzelne Dienstposten

und Ergänzungstruppenteile, die bei Bedarf

aktiviert werden.

• Die Territoriale Reserve entlastet die aktive

Truppe im Heimatschutz. Sie besteht

aus den Verbindungskommandos zu den

Kreisen und Bezirken in Deutschland,

den Stützpunkten für die „Zivil Militärische

Zusammenarbeit“ (ZMZ) sowie den

neuen Regionalen Sicherungs- und Unterstützungskräften.

• Die Allgemeine Reserve umfasst alle

nicht beorderten Reservisten und steht

für einen möglichen, langfristigen Aufwuchs

der Bundeswehr bereit. Sie ist

auch Mittler zwischen Bundeswehr und

Gesellschaft.

Fazit und Ausblick

Entscheidend ist es, interessierte und

geeignete Reservisten sowie qualifizierte

Ungediente für die Bundeswehr zu

gewinnen beziehungsweise sie an die

Bundeswehr zu binden. Weiterhin sind

die Voraussetzungen zu verbessern, um

eine breite Akzeptanz bei den Reservisten

sowie ihren Arbeitgebern für den Dienst

in der Bundeswehr zu erreichen. Die Konzeption

der Reserve wurde von Verteidigungsminister

Thomas de Maizière nun

im Entwurf gebilligt. Durch das eingeleitete

Beteiligungsverfahren können sich

noch Änderungen ergeben. Entscheidungen

über Art, Anzahl und Stationierung

von Organisationselementen der Reserve

werden im Rahmen der laufenden Feinausplanung

getroffen.

Quelle: PIZ Marine /

Ricarda Schönbrodt / Frank Bötel


GEDENKEN

Der 67. Jahrestag

der Luftschlacht

über dem Erzgebirge

Zum 18. Mal fand in Kovarska / Schmiedeberg,

Tschechische Republik, das „Internationale

Fliegertreffen“ im Gedenken

an den Schwarzen Montag vor 67 Jahren,

11. September 1944, statt. An dieser

größten Luftschlacht über dem böhmisch-sächsischen

Erzgebirge waren die

349. und 350. Schwadron der 100. Bombergruppe,

Bestandteil der 3. Bomberdivision

der 8. USAAF – Luftflotte, und ein

Flugzeugverband deutscher Abfangjäger

der Reichsverteidigung, Me 109 und Fw

190, von der II. Sturm- und der III. Gruppe

des JG 4 beteiligt. Mehr als 80 junge

Leben erloschen in nur 20 – 30 Minuten,

in jedem war ein Stück Ikarus. Sie starben

in einer großen Luftschlacht, die im

Grunde genommen nur eine kurze Episode

eines unsinnigen Krieges war.

Heinz Federwisch, einer der letzten noch

lebenden deutschen Jagdflieger des JG 4,

sagte an der Gedenkstätte: „Dieses historische

Treffen ist zugleich Verpflichtung

und Mahnung an die junge Generation,

dass sich so etwas niemals wiederholt.“

Ich hatte die Ehre, im Namen des Deutschen

Luftwaffenrings an der Feier teilzunehmen

und einen Kranz niederzulegen.

Die Leitung des Museums brachte zum

Ausdruck, die freundschaftlichen Beziehungen

mit dem Deutschen Luftwaffenring

weiter zu vertiefen.

Günter Bennewitz

v.l. Colonel Wilson, Millitärattaché der USA in Prag, Günter Bennewitz, Oberstleutnant Meister, Millitärattaché der BRD in Prag

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GEDENKEN

Militärhistorische Exkursion der AG Luftkriegsgeschichte (DLwR) an die Mosel

Totengedenken auf dem Prinzenkopf

Mitglieder des Luftwaffenrings

aus Ost und West gedenken auf

der Kriegsgräberstätte Prinzenkopf

hoch über der Mosel bei

Pünderich der Gefallenen im 2.

Weltkrieg.

Wir trafen uns an der wunderschönen

Mosel, ein friedliches, begeisterndes

Herbstbild, die Exkursionsteilnehmer

kamen aus Ost und West. Oberst d. R.

Horst Schuh, stellv. Bundesvorsitzender

des Deutschen Luftwaffenrings,

hatte das mehrtägige Treffen organisiert.

Zu Gast waren wir im Hotel Lindenhof,

Brauneberg, ein Tagungshotel

des Bundeswehr-Sozialwerkes.

Das Programm beinhaltete nicht nur die

Luftkriegsgeschichte des 1. und 2. Weltkrieges

im Moselraum. Wir besichtigten

auch historische Stätten wie den Mont

Royal bei Traben-Trarbach, eine ehemalige

geschliffene französische Festung.

Mit Interesse gingen wir durch das Cusanus-Stift,

eine jahrhunderte alte Einrichtung

zur Pflege alter (und vor allem

armer) Menschen.

Militärische, neuzeitliche Höhepunkte

waren die Besichtigungen einer betonierten

deutschen Flakstellung nahe des

ehemaligen Fliegerhorstes auf dem Mont

Royal sowie das Gelände einer damaligen

Jägerleitstelle, von der kaum etwas

erhalten blieb. Auch die Abschußstelle

von etwa 200 sog. V-II-Raketen haben

wir besichtigt. Zwei dieser Raketen waren

„Versager“. In der Nähe konnten wir

einen Einschlagkrater anschauen. Kleinfunde

nahmen einige von uns als „Andenken“

mit.

Ein beeindruckendes Erlebnis war die Besichtigung

des Luftfahrtmuseums in Hermeskeil.

Hier stehen die Originale vieler

Flugzeuge, die Geschichte gemacht haben.

In dem größten jemals bisher gebauten

Flugzeug zur Passagierbeförderung,

der „Concorde“, ein Überschallflugzeug

(Paris – USA in drei Stunden!) haben wir

in der Kombüse gesessen (öffentliche zugängliche

Gaststätte von zwei Seiten).

Die Preise waren keinesfalls überhöht in

diesem technischen Meisterwerk!

Emotionaler Höhepunkt war die Besichtigung

des sog. „Prinzenkopfes“ bei Bullay.

Wir gedachten hier der sinnlosen

Opfer des Zweiten Weltkrieges. Es waren

Soldaten der deutschen Wehrmacht und

–zugebettet- Zwangsarbeiter, die fern ihrer

Heimat hier starben. – Warum nur?

Die Traueransprache, verbunden mit

einer Gebindeniederlegung, beinhaltete

das Zitat der anklagenden Worte des

US-amerikanischen Kämpfers gegen Unterdrückung

und Rassismus in der Bürgerrechtsbewegung,

Dr. Martin Luther

King:

„Wir haben gelernt,

wie die Fische zu schwimmen,

wie die Vögel zu fliegen,

aber bis heute nicht:

Wie Brüder zu leben.“

Ansprache OTL a. D. Dieter Krüger

Dieter Krüger, Neubrandenburg

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20 Jahre„Feldpost der Bundeswehr“

BUNDESWEHR

Die Feldpost sorgt dafür, dass Bundeswehrsoldaten

im Einsatz regelmäßig

mit Post aus der Heimat versorgt werden.

Während des Erdbebeneinsatzes in Neapel

wurde schnell klar, dass die Soldaten

keinerlei Kontakt zur Familie pflegen

konnten So wurde es wichtig, eine

funktionierende Feldpost einzuführen.

Der erste Einsatz unter echten Bundeswehrbedingungen

erfolgte für die Feldpost

der Bundeswehr im Jahre 1992 im

humanitären Einsatz in Kambodscha.

Eine Bewährungsprobe der Feldpost der

Bundeswehr! Die hieraus resultierenden

Erfahrungen konnten so später in Somalia

gut angewendet werden.

Von Darmstadt in die Welt

Heute ist die Feldpost überall dort präsent,

wo deutsche Truppen stehen. Rund

500 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen

der Deutschen Post AG gehören der Feldpost

an, rund 120 sind jedes Jahr im Einsatz.

Die Sendungen, etwa so viel wie für

eine 70.000-Einwohner-Stadt, werden in

der Feldpostleitstelle im südhessischen

Darmstadt verarbeitet und an alle Feldpostämter

in die Einsatzländer geschickt.

Die Post aus dem Einsatz wird in der Feldpostleitstelle

Darmstadt an die „gelbe“

Post übergegeben. Besonders zu Ostern

und Weihnachten steigern sich die Sendungsmengen

nahezu auf das doppelte.

Luftsicherheit

Sowohl die Spezialitäten aus der Heimat

als auch „Oma’s gestrickte Socken“ werden

auf die Bestimmungen der Luftsicherheit

überprüft und im Röntgencontainer

gesichtet. Stichproben der Paketsendungen

werden von Sprengstoff- und Drogenhunden

der Feldjäger abgespürt. Sicher

ist sicher.

Als „Postler“ im Krisengebiet

Auf den ersten Blick kann man den

Feldpostler nicht von einem Berufs- oder

Zeitsoldaten unterscheiden. Die Feldpostsoldaten,

allesamt Reservisten, haben

Schießtrainings absolviert, sind im

Umgang mit Geiselnahmen und Objektschutz

geschult und besitzen eine

Sanitäts-Ausbildung. Kerngesund und

geimpft sind sie auch. Ihre Mission: Sich

um die Briefe und Pakete der dort stationierten

Bundeswehrsoldaten kümmern.

Während des Feldposteinsatzes sind die

Reservisten rechtlich gesehen Soldaten

und werden auch so behandelt.Kaserniert

sein und Wache schieben inklusive.

Freizeit gibt es kaum, sie sind immer

ansprechbar und schließen ihr ‚Feldpostamt‘

auch außerhalb der Öffnungszeiten

auf, wenn ein Trupp vom Einsatz zurückkommt

und noch Briefe empfangen

oder abgeben möchte. Die Arbeit wird

durchweg wertgeschätzt. Es ist für jeden

Feldpostler ein tolles Gefühl mitzuerleben,

wie sich die Kameraden über Post

aus der Heimat freuen. Nach dem Motto

„Gelb ist Heimat“.

Quelle: Bundeswehr / KMO / Holger Thien

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BUNDESWEHR

Bundeswehr-Feldpost:

„Maßgebliches Bindeglied zwischen Heimat und Einsatz“

Generalleutnant Rainer Glatz im Interview

Die Deutsche Briefmarken-Revue hat

in den letzten Jahren dem Thema

„Feldpost der Bundeswehr“ einen hohen

Stellenwert eingeräumt. Sowohl

über die Feldpost in den Einsatzgebieten

unserer Streitkräfte wie über die

„Sonderfeldpostämter“ in unserem

Land wurde und wird regelmäßig berichtet.

Aus besonderem Anlass wollen

wir das Thema „Feldpost“ einmal aus

der ganz persönlichen Sicht dessen

aufgreifen, der die Einsätze unserer

Soldaten militärisch führt, des Befehlshabers

Einsatzführungskommando,

Generalleutnant Rainer Glatz. Er stellte

sich bei der Jubiläumsfeier des Einsatzführungskommandos

den Fragen

der DBR.

Herr General, Sie haben beim Festakt

zum 10-jährigen Bestehen des Einsatz

führungskommandos nicht nur den

obersten Dienstherrn, den Verteidigungsminister,

zu Gast gehabt, sondern

auch den brandenburgischen Ministerpräsidenten,

aber vor allem viele

hochrangige, zivile Gäste, denen Sie das

Aufgabenspektrum Ihres Kommandos

vorstellen konnten. Was war Anlass,

neben vielen anderen Aspekten des Einsatzes,

die Feldpost ganz besonders herauszustellen?

Die Feldpost ist im Rahmen der Fürsorge

und Betreuung unserer Soldatinnen und

Soldaten im Einsatz seit jeher von ausschlaggebender

Bedeutung. Auch wenn

E-Mail, SMS und (Internet-) Telefonie in

unserem Zeitalter immer schneller Nachrichten

transportieren und als Kommunikationsmittel

in den Einsätzen der Bundeswehr

im Ausland Standard geworden

sind, ist der handgeschriebene Brief oder

ein mit Liebe zusammengestelltes Paket

dadurch nicht zu ersetzen. Vor diesem

Hintergrund sind eine hohe Leistungsfähigkeit

und die Verlässlichkeit der Feldpost

und ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

unerlässlich. Alles wesentliche

Gründe, die Feldpost in ihrer Bedeutung

bei den unterschiedlichsten Anlässen gegenüber

der Öffentlichkeit darzustellen.

Spricht man mit Soldaten aus dem Einsatz,

hört man immer wieder, dass der

Feldpost als zuverlässigem Bindeglied

zur Heimat hohe Bedeutung zukommt.

Sie ist im wahrsten Sinne des Wortes

„nachgefragt“. Wie sehen Sie das?

Die Grafik zeigt schematisch die Feldpostversorgung bei ISAF nach Kunduz. MES steht für Mazar-e-Sharif und KDZ für Kunduz.

Integriert ist u. a. das „alte“ Wappen der Feldpost der Bundeswehr (Grafik: EinsFü KdoBw).

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BUNDESWEHR

Das Bild zeigt die Feldpostverteilung in einem

Feldpostamt bei ISAF. Deutlich erkennbar das

neue Wappen der Feldpost als Ärmelabzeichen.

(Foto: EinsFüKdoBw)

Die Feldpost ist nach wie vor das maßgebliche

Bindeglied zwischen Heimat und Einsatz.

Allein die große Menge an Sendungen,

die durch die Feldpost aus den Einsätzen in

die Heimat und umgekehrt kontinuierlich

transportiert wird, ist bester Beleg dafür.

Dies wird aber nicht nur durch die Soldatinnen

und Soldaten, sondern auch durch zahlreiche

Äußerungen von Angehörigen in der

Heimat immer wieder bestätigt. Diese Tatsache

wird ganz besonders deutlich, wenn

man den Feldpostverkehr zu Weihnachten

oder Neujahr und an Geburtstagen betrachtet.

Erklären Sie bitte unseren Lesern, wie

die Feldpostorganisation zwischen der

Heimat und den Einsatzgebieten sowie

in umgekehrter Richtung funktioniert.

Basierend auf dem zwischen dem Bundesministerium

der Verteidigung und der Deutschen

Post/DHL geschlossenen Feldpostvertrag

wird die persönliche Post im Inland

durch die Deutsche Post bis zur Feldpostleitstelle

Darmstadt im regulären nationalen

Postsystem befördert. Dann wird die Post für

die Einsatzgebiete nach Standorten kommissioniert

und in die festgelegten logistischen

Verfahren eingeschleust. Im Einsatzland

selbst greift dann das Feldpostsystem, in dem

zumeist Angehörige der Deutschen Post als

Reservisten tätig sind. Im Feldpostumschlagamt

des Einsatzgebietes (für ISAF in Afghanistan

in Mazar-e-Sharif) wird die Feldpost

auf die einzelnen kleineren Feldpostämter

der Standorte (z. B. Kunduz oder Feyzabad)

weiterverteilt. Schließlich wird diese Post aus

Deutschland an die Postverantwortlichen

der einzelnen Truppenteile zur persönlichen

Verteilung übergeben. Umgekehrt nehmen

die Feldpostämter in den einzelnen Einsatzstandorten

die Sendungen der Soldatinnen

und Soldaten zur Versendung in die Heimat

über Briefkästen auf. Der beschriebene Weg

wird dann umgekehrt beschritten und die

Post aus den Einsatzgebieten zur Feldpostleitstelle

Darmstadt gesteuert. Von dort geht

sie dann über die Deutsche Post/DHL an die

Empfänger in der Heimat und in alle Welt.

Welche Mengen an Briefen, Postkarten

und Paketen sind dabei jährlich etwa

abzufertigen?

Im Jahr 2010 wurde Feldpost mit einem

Gesamtgewicht von etwa 2000 Tonnen von

und in die Einsätze versendet. In der Summe

entspricht das etwa 1100000 Briefe und

Einer der sehr seltenen Wertbriefe aus Somalia, hier vom 8.12.93 über DM 350 mit der fortlaufenden Nummer „V 029“. Der Brief erforderte eine Gebühr von 8 DM. (Sammlung Pütz)

13


BUNDESWEHR

nicht mehr ausreichen. Allerdings gibt es zu

besonderen Anlässen, wie z.B. zum Jubiläum

„10 Jahre Einsatzführungskommando

der Bundeswehr“, Sonderfeldpostämter, die

dann im Inland auch Sammlerwünschen

Rechnung tragen.

Lassen Sie uns doch noch wissen, wann

für Sie als Soldat die „Feldpost“ zum ersten

Mal zu einem Begriff wurde?

Postkarten sowie 270000 Pakete und Päckchen.

Wie sind die Zuständigkeiten der beteiligten

Stellen in der Bundeswehr verteilt?

Das Einsatzführungskommando der Bundeswehr

in Geltow bei Potsdam definiert den

Bedarf an Feldpostämtern im Einsatzgebiet.

Grundlage dafür ist immer die Anzahl der

vor Ort eingesetzten Soldatinnen und Soldaten.

Das Streitkräfteunterstützungskommando

in Köln-Wahn ist für den eigentlichen

Versorgungsablauf und die notwendige

Abstimmung mit der Deutschen Post/DHL

verantwortlich.

Welche Rolle spielt die Deutsche Post/

DHL, und sind auch andere zivile Logistikunternehmen

beteiligt?

Die Deutsche Post/DHL ist zum einen

grundsätzlich der Beförderer der Feldpost

im Inland und zum anderen wie ausgeführt

Truppensteller für die Feldpostleitstelle

Darmstadt sowie die im Einsatzgebiet zu

betreibenden Feldpostumschlagämter (z. B.

Mazar-e-Sharif oder Prizren im Kosovo) und

Feldpostämter. Den eigentlichen Transport

der Feldpost im Zuge der Folgeversorgung

übernehmen zum Teil auch zivile Transportunternehmen

im Auftrag des Logistikzentrums

der Bundeswehr.

Können Sie unseren Lesern sagen, wie

dabei die Beachtung des grundgesetzlich

garantierten Post- und Fernmeldegeheimnisses

von allen beteiligten Stellen

sichergestellt wird?

14

Durch den Einsatz von qualifiziertem und

erfahrenem Feldpostfachpersonal (auch die

genannten Reservisten) stellt die Deutsche

Post/DHL die Umsetzung der Weltpostverträge,

die auch das Postgeheimnis erfassen,

bis zur Übergabe an die Verantwortlichen in

den militärischen Einheiten und Dienststellen

unmittelbar sicher. Darüber hinaus führt

die Deutsche Post/ DHL die Ausbildung und

Einweisung ausgewählter Postverantwortlicher

in den Einsatzverbänden sorgfältig

durch und unterstützt sie fachlich bis in die

Einsatzgebiete. Der Transport der Feldpost

im Einsatzgebiet wird vorrangig im Rahmen

von militärisch gesicherten Transporten beziehungsweise

mit Luftfahrzeugen durchgeführt.

Vor allem die Philatelisten beschäftigen

sich intensiv, ich möchte sagen fast

wissenschaftlich, mit allen Aspekten der

Feldpost. Damit transportieren sie auch

immer wieder den sicherheitspolitischen

Hintergrund der Auslandseinsätze und

vor allem das, was hinter der Feldpost

steht, nämlich die Auftragserfüllung

unserer Soldaten. Sagen Sie uns doch

bitte, warum die restriktiven Vorgaben

der Zentralen Dienstvorschrift 77/1

„Postvorschrift für die Bundeswehr“

das Abfertigen von Sammlerbelegen per

Feldpost verbieten.

Sie haben die für den Feldpostbetrieb geltende

Zentrale Dienstvorschrift der Bundeswehr

angesprochen. Dort ist festgelegt, dass die

Bundeswehr keinen sogenannten „Sammlerservice“

betreibt. Daher werden Feldpostsendungen,

die als „Sammlerpost“ gekennzeichnet

sind, von vorneherein gar nicht

angenommen. Würden die Feldpostämter

im Einsatz zusätzlich auch noch Sammlerpost

bearbeiten müssen, wäre einerseits der

eigentliche Auftrag, die „Betreuung und Fürsorge

eingesetzter Soldatinnen und Soldaten

sowie deren Angehöriger“ beeinträchtigt,

andererseits würde der Umfang des eingesetzten

Feldpostfachpersonals, unabhängig

von den zusätzlich entstehenden Kosten,

Feldpost ist für mich während meiner gesamten

Dienstzeit, inzwischen gut 42

Dienstjahre, völlig unabhängig von der jeweiligen

Verwendung, nicht nur immer ein

Begriff gewesen, sondern sie hatte und hat

für mich stets eine besondere Bedeutung.

Mit Beginn der Einsätze der Bundeswehr im

Ausland wurde diese Bedeutung nur intensiver

in die allgemeine öffentliche Wahrnehmung

gerückt.

Können Sie sich daran erinnern, wann

Sie den ersten und den letzten Feldpost-

Brief geschrieben haben?

Ich erinnere mich sehr gut: Zum ersten Mal

habe ich während des Einsatzes der Bundeswehr

in Somalia, also UNOSOMII, durch

Schreiben aus Deutschland an die Kameraden

im Einsatz, Feldpost intensiv persönlich

genutzt. Darüber hinaus war Feldpost für

mich das wesentliche Kommunikationsmittel

nach Hause zu meiner Familie, als

ich von November 1998 bis April 1999 als

Kommandeur der Multinationalen Brigade

Center in Sarajevo, Bosnien-Herzegowina,

im SFOR-Einsatz war. Und den letzten Feldpostbrief

habe ich erst vor wenigen Tagen

versandt. Als Befehlshaber des Einsatzführungskommandos

der Bundeswehr nutze ich

die Möglichkeiten der Feldpost kontinuierlich,

um mit Kameraden im Einsatz zu kommunizieren.

Werden Sie die Gelegenheit heute noch

nutzen, jemandem per Feldpost einen

persönlichen Gruß zu senden?

Selbstverständlich lasse ich mir als Befehlshaber

anlässlich des 10-jährigen Bestehens

des Einsatzführungskommandos der Bundeswehr

die Chance nicht entgehen, heute

noch Jubiläumspost zu versenden!

Ich bin sicher, dass sich der Empfänger

oder die Empfängerin freuen wird und

danke Ihnen im Namen aller Leser der

Deutschen Briefmarken-Revue für das

interessante Gespräch.

Die Fragen stellte Franz-Josef Pütz, AIJP

Abdruck mit freundlicher Genehmigung der

Deutschen Briefmarken Revue.


BUNDESWEHR

Interview mit OTL d.R. Diethelm Scholle, Feldpostbeauftragter der Deutschen Post

stellen die militärische Vorausbildung sicher.

Liegt die Feldpost ausschließlich in der

Zuständigkeit der Deutschen Post AG?

Oder kurz gefragt: Wer macht was?

Der Feldpostbeauftragte Diethelm Scholle

Herr Scholle, Sie sind Feldpostbeauftragter

der Deutschen Post AG. Was ist

Ihre Aufgabe?

Ich habe bei der Post in den letzten 40

Jahren viele Tätigkeiten ausgeübt, aber

der Dienst bei der Feldpost ist mit Abstand

der interessanteste. Meine Tätigkeiten

bestehen zum einen in der Auswahl,

in der fachlichen Ausbildung, der

Benennung und Meldung von geeignetem

Postpersonal der Bundeswehr gegenüber.

So wird dann der Briefträger zum

Feldpostsoldaten. Zum anderen führe ich

einmal pro Jahr Truppenbesuche vor Ort

im Rahmen meiner Fachaufsicht über

alle Feldpostämter im Einsatz durch. Ich

halte engen Kontakt mit meinem militärischen

Pendant, dem Feldpostbeauftragten

der Bundeswehr beim Streitkräfteunterstützungskommando.

Die gesetzliche Grundlage der Feldpost

liegt im Postsicherstellungsgesetz. Die

Deutsche Post AG ist daher verpflichtet,

die Feldpost der Bundeswehr mit ausgebildetem

Fachpersonal und mit postfachlichem

Material zu unterstützen. Als

Feldpostbeauftragter bin ich das Bindeglied

zwischen Post und Bundeswehr.

noch mehr als das Doppelte betrug, hatte

die Feldpost sogar noch einen Generalfeldpostmeister

im Dienstgrad eines

Brigadegenerals.

Herr Scholle, wie werden die Feldpostsoldaten

auf den Einsatz vorbereitet?

Die Feldpostsoldaten werden im zivilen

Bereich im Feldpostseminar geschult. In

diesem Jahr findet erstmalig ergänzend

zu den zivil-militärischen Ausbildungsveranstaltungen

ein Feldpost-Curriculum

statt, das fachlich auf den Einsatz vorbereitet.

Die militärische Ausbildung erfolgt

Feldpost im engeren Sinn ist Auftrag der

Deutschen Post AG. Gemäß der Dienstanweisung

Feldpost gelten für den Feldpostbetrieb

die Vorschriften der Deutschen

Post AG. Das Leistungsangebot in

den Feldpostämtern beschränkt sich auf

Briefe, Postkarten, Pakete, Päckchen und

Bankleistungen. Das im Feldpostdienst

eingesetzte Personal befindet sich aber im

Status eines Soldaten – mit allen Rechten

und Pflichten. Es sind also keine Postbeamten

in Uniform, sondern Soldaten mit

einem konkreten Auftrag – dem Sicherstellen

des Feldpostbetriebs. Feldpost im

weiteren Sinn ist die Feldpostaufbau- und

Ablauforganisation der Streitkräftebasis.

Diese ist zuständig für die Logistik.

Wo liegen die Schnittstellen zwischen

der Feldpost und der Logistik der Bundeswehr?

Die Schnittstelle zwischen der Post und

der Bundeswehr liegt in der Feldpostleitstelle

im Materialdepot Darmstadt. Dort

werden alle eingehenden und abgehenden

Feldpostsendungen von derzeit 15

Feldpostsoldaten bearbeitet und an die

Empfänger verteilt.

Wie viele Feldpostsoldaten gibt es und

wie viele von ihnen befinden sich derzeit

im Einsatz?

Insgesamt sind zurzeit 457 Feldpostsoldatinnen

und Soldaten eingeplant, von

denen sich circa 150 pro Jahr im Einsatz

befinden. Als diese Personalstärke 1995

bei der Logistikschule der Bundeswehr

in Garlstedt und beim Logistikbataillon

462 in Diez. Die jeweiligen Leitverbände

Gelbe Fahne mit Feldpost- und

Bundeswehraufschrift

15


BUNDESWEHR

Ist dies im Zeitalter von modernen

Kommunikationssystemen wie E-Mail

eher weniger geworden oder nutzen

die Angehörigen und die Soldaten die

Feldpost sogar noch häufiger?

Gerade in der heutigen Zeit erlebt der

Feldpostbrief eine wahre Renaissance.

Einige Soldaten lernen erst im Einsatz

wieder das Briefeschreiben. Man überlegt

sich sehr genau, was man schreibt.

In einen Brief passen viele Gefühle hinein.

Den Brief kann man immer bei sich

tragen, bei jeder Gelegenheit wieder

durchlesen und sich an den netten Zeilen

erfreuen. Das motiviert! Andere Soldaten

benutzen den Feldpostbrief auch

als Einsatztagebuch für die Angehörigen

zu Hause.

Drei Feldpostsoldaten hinter einem Tisch

- Vorbereitung auf den Feldpostdienst -

Herr Scholle, können Sie uns ungefähr

sagen, wie viele Pakete und Briefe

durchschnittlich durch die Feldpost

befördert werden?

Im Jahresdurchschnitt werden pro Woche

rund 6.000 Pakete und Päckchen sowie

ungefähr 25.000 Briefe befördert. In

der Vorweihnachtszeit haben wir mehr

als das Doppelte an Sendungen zu bearbeiten.

Besonders begehrt sind auch die Dinge,

die im Einsatz nicht oder nur schwer erhältlich

sind. Hierzu gehören die gute Leberwurst

und natürlich vor Weihnachten

der Christstollen.

Quelle:

Presse und Informationszentrum der SKB

16

Beim Postkarte schreiben - Briefe erleben eine wahre Renaissance.


Die deutsche Feldpost im zweiten Weltkrieg

Einsatz und Dienste der Feldpostbeamten

GESCHICHTE

„Die Angehörigen der Feldpost hatten

keinerlei militärische Handlungen

vorzunehmen.“

Während des Zweiten Weltkrieges sind

geschätzte 30 bis 40 Milliarden Feldpostsendungen

im deutschen Postbereich

versandt worden. Davon ist bislang lediglich

ein verschwindend kleiner Teil erfasst.

Das noch greifbare Material in Privathand

sollte möglichst bald verifiziert

werden. Vor dem Hintergrund der Tatsache,

dass die Kriegsgeneration ausstirbt,

ist es höchste Zeit, das noch vorhandene

Material zu erschließen. Erfahrungen

belegen, dass die Kinder- und Enkelgeneration

von Feldpostbriefverfassern oft

keine Einstellung zu diesem bedeutungsvollen

Material haben, was in der Regel

zur Vernichtung von Nachlässen führt.

Es besteht rascher Handlungsbedarf.

Leistung der Feldpostmänner

Während im Jahre 1940 der weihnachtliche

Spitzenverkehr 91 Millionen Päckchen

erreichte, betrug er 1941 rund 135

Millionen. Nachrichtenpost - im Jahre

1940 - 239 Millionen Sendungen. Im

Dezember 1941 - 317 Millionen Sendungen

- so drücken diese Zahlen eine Großleistung

der Feldpost aus. So forderte die

Feldpost im November 1941 für die 67

Millionen Feldpostpäckchen und 1,9 Millionen

Postbeutel gleich 5500 Güterwagen

zum Transport bei der Reichbahn.

Welchen Eindruck die permanente Thematisierung

der Feldpostvorschriften

und der Zensurstellen in den Organen

der Wehrmacht und der NSDAP auf das

Schreibverhalten der Soldaten und ihrer

Angehörigen machte, ist schwer auszumachen.

Hemmenden Einfluss auf ein

freies Schreiben mögen mitunter auch

traumatisierende Kriegserlebnisse gehabt

haben, die in den Briefen kaum reflektiert

werden. Da ein Feldpostbrief ein

Lebenszeichen und ein potentieller Abschiedsbrief

zugleich ist, könnten Abwägungen

über die Selbstdarstellung oder

auch Überlegungen zur Zumutbarkeit

von Mitteilungen zu einer sogenannten

inneren Zensur geführt haben.

Stimmungsberichte sowie das Beilegen

von Bildern und Abbildungen aller Art

unterliegen der Geheimhaltung. Der

Zweck der Prüfung besteht in der Verhinderung

und Abwehr von Spionage und

„Zersetzung“. Folgende Inhalte dürfen

nicht übermittelt werden:

1. Angaben über dienstliche Vorgänge,

die der Geheimhaltung unterliegen.

2. Gerüchte aller Art.

3. Lichtbilder und Abbildungen aller Art,

die der Geheimhaltung unterliegen.

4. Feindpropaganda (Flugblätter).

5. Kritische Äußerungen über Maßnahmen

der Wehrmacht und der Reichsregierung.

6. Äußerungen, die den Verdacht der

Spionage, Sabotage und „Zersetzung“

erwecken.

Über den Aufbau der Feldpost

Die „Deutsche Postzeitung“ berichtet,

dass sie in ihrer jetztigen Gestalt erst wenige

Jahre alt sei. Man habe den Versuch

gemacht, den Aufbau ganz der jedem

Postbeamten geläufigen Gliederung der

Reichspost anzupassen, und habe nur

die Stufenleiter Reichspostministerium -

Reichspostdirektion - Postamt, in Heeresfeldpostmeister

- Armeefeldpostmeister

- Feldpostamt abzuwandeln brauchen.

Die Dienststellen der Feldpost sind ausschließlich

mit Beamten der Reichspost

besetzt und auch die notwendigen Kraftwagen

stellt die Reichspost.

Jedes Feldpostamt erhält einen Großraum-Kraftomnibus,

in die eine Postdiensteinrichtung,

ähnlich wie bei den

fahrbaren Postämtern, eingebaut wird.

Die Feldpostämter werden in möglichster

Nähe der Truppenunterkünfte im

Operationsgebiet untergebracht. Wenn

daher die Zahlen der Feldpostnummer

in der Anschrift richtig und deutlich vermerkt

werden und die Postsammelstelle

richtig angegeben ist, wird jede Sendung

schnell den Empfänger erreichen. Verzögerungen

können immer vorkommen. Es

Die Zensurbehörden nehmen ihre Arbeit

am 12. März 1940 auf. Grundlage für

inhaltliche Kontrolle von Feldpost ist die

„Verordnung über den Nachrichtenverkehr“.

Angaben von Truppen- und

Dienststellenbezeichnungen oder Orten,

17


Im Schützengraben - Feldpostkarte aus dem Ersten Weltkrieg


GESCHICHTE

liegt deshalb kein Anlass zur Beunruhigung

vor, wenn von einzelnen Truppenverbänden

nicht regelmäßig Post in der

Heimat eingeht.

Die Laufzeiten der Feldpost sind im Verhältnis

zur Zivilpost langwieriger, so dass

die Soldaten auch die Zivilpost benutzen,

sofern sie in der Nähe eines Postamtes,

beipielsweise in einer Stadt oder Ortschaft,

stationiert sind. Das ist aus Sicht

der Abwehr aber unbedingt zu verhindern,

damit die Einhaltung der abwehrtechnischen

Verschlüsselungen (z.B. der

Gebrauch von Feldpostnummern) kontrolliert

und der Zugriff durch die Zensurbehörden

gewährt bleibt. Daher ist

die Feldpost bemüht, die Post möglichst

schnell zu befördern. Die Beförderungszeiten

variieren je nach Kriegsschauplatz

und Transportbedingungen. Nachfolgend

einige Beispiele für die Laufzeit der

Feldpost im Jahre 1942:

für die nördlich Ostfront 5-9 Tage

für die mittlere Ostfront 8-10 Tage

für die südliche Ostfront 12-16 Tage

nach Dänemark 3-4 Tage

nach Norwegen 6-7 Tage

nach Finnland 9-10 Tage

in die Westgebiete 3-5 Tage

nach Italien 4-5 Tage

nach Libyen 6-14 Tage

nach Tunis 8-10 Tage

nach Serbien /Griechenland 5-6 Tage

Luftfeldpostdienst im Osten

Der Feldzug im Osten stellte mit seiner

räumlichen Ausdehnung an die Organisation

der Feldpost Anforderungen,

die weit über ihre Kräfte hinausgingen.

Die schnelle Überwindung von so großen

Entfernungen war nur noch durch den

Einsatz von Flugzeugen möglich. Durch

Befehl des Oberbefehlshaber der Luftwaffe

vom 26.03.1942 wurde die Abgabe von

sechs, später von elf Flugzeugen angeordnet.

Da in erster Linie an die Versorgung

der kämpfenden Fronttruppe gedacht

war, musste die Zahl der monatlichen

Sendungen und ihr Gewicht beschränkt

werden. Jeder Soldat der an der Ostfront

eingesetzten und zum Luftfeldpostdienst

zugelassenen Einheiten erhielt monatlich

vier Luftfeldpostmarken. Je zwei für

die Briefe Front-Heimat und umgekehrt.

Für Briefe, Postkarten und Faltbriefe

war eine Marke erforderlich. Zugelassen

waren private Postkarten und Briefe

bis 10g sowie dienstliche Sendungen bis

20g. Erste Periode: Beginn 18.04.1942 bis

31.05.1943

1. Die Luftpostsendungen mussten

besonders gekennzeichnet sein.

2. Durch den farbig unterstrichenen

Vermerk: Luftfeldpost

3. Durch den Aufkleber der Luftpostmarke

in der rechten oberen Ecke der Sendung

4. In Richtung Heimat-Front außerdem

durch ein liegendes rotes Kreuz über die

Anschriftseite der Sendung von links

oben nach rechts unten.

Der Luftfeldpostdienst im Osten hat fast

27 Monate bestanden. Seine Gesamtleistung

in dieser Zeit vom 18. März 1942 bis

zum 24. Juli 1944 betrugen:

4.298.322 Flugkilometer

Sie beförderte:

4.574.570 KG Luftfeldpost

2.902.651 KG gewöhnliche Feldpost

7.477.221 KG gesamt Feldpost

Hinzu kommen:

5.828 beförderte verwundete Soldaten

9.058 beförderte andere Soldaten

14.886 Gesamt beförderte Soldaten.

Anhand dieser Zahlen lassen sich die

hervorragenden Leistungen nur erahnen,

die das Bewältigen dieser Aufgaben

für jeden Mann mit sich brachte.

Helmut Veikes / HPK

20


„... mit beiden Beinen voll im Kampfgeschehen !“

Aus den Feldpostbriefen eines Flieger-Asses und Ritterkreuzträgers

GESCHICHTE

Theo Nordmann wird am 18. Dezember

1918 als sechstes von acht Kindern

in Dorsten (Westfalen) geboren. Er tritt

am 01.November 1937 in die Luftwaffe

ein und besucht die Luftkriegsschule

in Gatow. An der Stukaschule wird er

zum Flugzeugführer ausgebildet.

1. April 1943 wird er Hauptmann und

übernimmt am 14. August 1943 die II./

Stuka-Geschwader 3. Am 1. April 1944

zum Major befördert, fliegt er im April

seinen 1000. Einsatz.

Es folgt die Umrüstung des Geschwaders

auf Fw 190. Im August 1944 absolviert er

seinen 1111. Feindflug. Am 17. September

1944 erhält er die Schwerter. Am 15.

Dezember 1944 wird er schließlich zum

Kommodore des Schlachtgeschwaders III

ernannt. Am 19. Januar 1945 kollidiert

seine Maschine bei einem Einsatz bei

schlechtem Wetter mit der Maschine seines

Rottenfliegers, beide Piloten sterben.

Mit 1191 Feindflügen hat Nordmann

nach Hans-Ulrich Rudel die meisten Einsätze

aller Sturzkampf- und Schlachtpiloten

geflogen.

Feldpost

Aus dem Nachlaß von Theo Nordmann

liegen dem Autor neun Feldpostbriefe

und eine Vielzahl von Fotos vor, die das

Leben und Erleben dieses herausragenden

Fliegers in einer Phase des 2. Weltkrieges

dokumentieren.

Die meisten Briefe schreibt er von der

Nordostfront in Rußland und sind an die

Eltern, vor allem an seine Mutter und an

die Geschwister gerichtet. Zwei weitere

kommen aus Frankreich (Cognac und

Paris) und einer aus Wien.

Die Feldpost ist auch bei Theo Nordmann

wie bei den meisten Soldaten aller Zeiten

ein zentrales Thema. Sie ist das wichtigste

Mittel der Beziehungspflege zwischen

Front und Heimat und befördert

die Liebesbezeugungen, die Hoffnungen,

Ängste und Tröstungen der Absender.

Theo Nordmann schreibt am 16. Februar

1944 seiner Mutter, dass ihr „lieber Brief

vom 29. Januar ihm viel, viel Freude gemacht

hat und der wieder einmal das

alt vertraute und geliebte Stück engster

Heimat und Familie in (seinem) ruhelosen

Dasein in greifbare Nähe rückte und

Er nimmt mit seiner Staffel erfolgreich

am Westfeldzug teil und wird bereits im

Mai 1940 nach 60 Frontflügen mit dem

Eisernen Kreuz II. Klasse und im August

des gleichen Jahres mit dem EK I. Klasse

ausgezeichnet. Mit seiner Staffel, der

7. Staffel der III. Gruppe Sturzkampfgeschwader

1, fliegt er anschließend gegen

England und Einsätze im Mittelmeerraum.

Hier versenkt er insgesamt 5000

BRT Schiffstonnage und zerstört durch

Volltreffer Hafenanlagen und Flugplätze

auf Malta. Der „Ehrenpokal für besondere

Leistungen im Luftkrieg“ wird ihm

am 21. April 1941 überreicht. Am 22.

Juni 1941 erfolgt die Verlegung an die

Ostfront, wo man ihm am 17. September

nach 200 Feindflügen und der Vernichtung

von 21 Panzern und 14 Flakbatterien

das Ritterkreuz zum Eisernen Kreuz

verleiht.

Im Oktober 1941 Oberleutnant, wird er

Kapitän der 8. Staffel und fliegt am 20.

August 1942 seinen 600. Einsatz. Zwischen

September bis Dezember 1942 wird

er an die Erprobungsstelle Rechlin kommandiert,

danach kommt er wieder an

die Front. Am 1. Februar 1943 absolviert

er seinen 700. Feindflug, wofür er am 16.

März 1943 das Eichenlaub erhält. Am

21


GESCHICHTE

für kurze Zeit den harten Winterkampf

in den Hintergrund treten ließ.“ Im gleichen

Atemzug spricht er von „langersehnter

Post, die sich durch den Wechsel

der Postämter verzögert hatte“, „Da ist

irgendwo der Wurm drin“, vermerkt er

bissig (12. Juli 1944), wenn Post ausbleibt

oder nicht ankommt.

In seinen Briefen richtet er auch Wünsche

an seine Angehörigen, von denen er

Päckchen und Expressgut erwartet, so z.

B. in einem Brief vom 22. Mai 1943 aus

Cognac, wo er zum Einfliegen eines neuen

Flugzeugmusters abkommandiert ist.

Die Stationierung in Frankreich bedeutet

für ihn, wie für die meisten deutschen

Soldaten, ein erholsames Etappenleben,

„die reinste Sommerfrische“. Die von

ihm erwünschte Kleidung bestätigt diese

Einstellung, da er überwiegend Ausgehund

Sommerbekleidung von zu Hause

anfordert.

Einsatzbelastungen

Der Brief vom 07. Januar 1944 notiert

seine Rückverlegung nach Russland, das

laut Brief vom 14. Januar 1944 „sofort

wieder voll Besitz“ von ihm ergreift. Hinter

ihm liegen offensichtlich „prachtvolle

Urlaubstage“, die er mit seiner Freundin

Viviane bei seiner Familie in der Heimatstadt

Dorsten verbracht hat. Er schreibt

aber auch von „den ersten starken

Kampf- und Einsatztagen“, die schon

wieder hinter ihm liegen, „alt vertraute

Bilder, wenn man hinzufügt, dass der

Einsatz noch härter geworden ist“.

Bedingt durch den harten Winter, spielen

die Witterungsbedingungen in den

Briefen dieser Zeit eine zentrale Rolle.

Im Brief vom 16. Februar 1944 heißt es:

„Verlegungen fast täglich, Einsätze bei

schlechtem Wetter und das alles mit behelfsmäßigen

Mitteln erschöpften mich

bis zum Äußersten…. Schnee, Regen,

Nebel sind unsere schlimmsten Gegner

geworden.“

Aber auch die Einsatzbedingungen im

russischen Sommer kosten viel Kraft.

So schreibt Theo Nordmann am 12.

Juli 1944: „Drückende Hitze, weite Anflugstrecken

und 3 – 4 Stunden Schlaf im

Verlauf von 24 Stunden erschöpften uns

zum Umfallen!“

Um in den Härten des Kampfes zu bestehen,

„gehört eine festgegründete innere

Haltung, ein gewisses seelisches Vermögen

dazu, das sich dann freilich auch als

entscheidend durchsetzen muß… Unbedingtes

Vertrauen auf unsere eigene, in

tausend Feuern gehärtete Kraft ist nötiger

denn je!“ (21. Mai 1944) Dieses innere

Vermögen erhielt Theo Nordmann

22

nach seinen Worten „im jahrelangen

Leben daheim“. Für „dieses seelische

Rüstzeug“ dankt er seiner Mutter auch

ausdrücklich: „Du hast gerade durch

Dein stilles, oft entsagendes Vorbild unauslöschliche,

innere Werte in meinem

Herzen wachgerufen. Du hast in dieses

Herz die stumme volle Begeisterung für

alles Opfertum, alles Heldentum und die

Größe des männlichen Pflichtbewusstseins

entfacht, die mich auch in meinen

schwersten Stunden nicht verlassen hat.“

(21. Mai 1944)

Das Heroische in diesen Worten kann

nicht darüber hinwegtäuschen, dass er

seine Angehörigen zu Hause angesichts

der tödlichen Gefahren an der Front mit

diesem Pathos beruhigen und ihnen Zuversicht

geben will. Dem dienen sicherlich

auch seine Grußformen am Anfang

und Ende seiner Briefe wie: „Euch daheim

einen frohen, unverdrossenen Gruß.“

oder „In alter Form und Frische!“

Theo Nordmann (rechts) mit seinen Eltern

und Geschwistern. Links sein ältester Bruder

Adolf in der Uniform des Afrika-Korps

Erfolgsmeldungen

Immer wieder berichtet Theo Nordmann

selbstbewusst von „durchschlagenden

Erfolgen“ seiner Truppe: „Auf unseren

Schultern ruhte ohne wesentliche Hilfe

in der ersten Woche des russischen Vormarsches

die Hauptlast des Fliegerkampfes…..Von

morgens 3.00 Uhr bis zum

späten Abend flogen wir unter schwersten

Kampfbedingungen unsere brave

Ju-87 gegen den Feind. Es gelangen nur

durchschlagende Erfolge, die wir jedoch

mit sehr harten Opfern erkaufen mussten.“

(12. Juli 1944)

Mit der Umrüstung auf das neue

Schlachtflugzeug Focke Wulf 190 werden

die Einsätze offensichtlich noch effektiver:

„Mit meiner Umrüstung war ich gerade

fertig, als russische Panzer meinen

Platz nehmen wollten. Bisher habe ich 2

Plätze erfolgreich gegen Panzerangriffe

verteidigt, und zwar solange, bis alles in

Sicherheit war!“ (30. Juli 1944)

„Gestern erzielten wir unseren ersten

Bomberabschuß! Das feindliche Flugzeug

zerplatzte förmlich in der Luft. 2

Mann der Besatzung sprangen mit dem

Fallschirm ab. Es war eine beste Gemeinschaftsleistung!“

(30. Juli 1944)

„Der Einsatz auf unserer neuen Maschine

hat unsere hohen Erwartungen noch

weit übertroffen. Inzwischen bin ich mit

über 1000 Flugzeugen wieder über dem

Feind gewesen und unsere zählbare Beute

bestand in über 40 Panzern, 700 vernichteten

LKW und 10 Flugzeugabschüssen

(meistens amerikanische Muster!).

Major Nordmann nach Rückkehr von

seinem 1111. Feindflug im August 1944

Im Dienst der NS-Propaganda:

Als Starredner an der „Heimatfront“


Wir sind hell begeistert von unserem

neuen Einsatz und stehen wieder mit beiden

Beinen voll im Kampfgeschehen!“

(21. August 1944)

Eintrag ins „Goldene Buch“ der

Stadt Dorsten.

Angesichts dieser Erfolge und aufgetragenen

Kampfbegeisterung bleiben

Anerkennungen, Auszeichnungen und

Beförderungen nicht aus. Im März 1943

hat er bereits das Eichenlaub zum Ritterkreuz

erhalten, im September 1944

werden die Schwerter folgen. Zwischenzeitig

ist er am 1. April zum Major befördert

worden. Sein Draufgängertum

und seine Bekenntnisse zum heroischen

Soldatentum passen in den Geist der Zeit

und machen ihn zum Vorzeigeobjekt der

nationalsozialistischen Propaganda. Auf

Heimaturlaub in Dorsten richten Partei,

Hitlerjugend, Wehrmacht, Lazarett und

sein altes Gymnasium ihm zu Ehren

Feierstunden ein. Nach der Verleihung

des Eichenlaubs zum Ritterkreuz trägt er

sich als Erster in das „Goldene Buch“ der

Stadt ein. Theo Nordmann macht das alles

bereitwillig mit und äußert sich nach

dem 20. Juli 1944 in einem Brief vom 21.

August wie folgt: „Die Ereignisse des 20.

Juli haben auf uns keinen Einfluß gehabt.

Mit Wut und Erbitterung hat der

Frontsoldat diesen feigen und schuftigen

Gesellen gegenübergestanden. Dem Führer

bleibt auch nichts erspart!“

Viviane

Seine Freundin Viviane hat Theo Nordmann

offensichtlich in Paris kennengelernt.

Dort scheint sie auch im Dienst der

Wehrmacht zu stehen. In der vorliegenden

Korrespondenz erwähnt er sie erstmals

im Brief vom 7. Januar 1944. Für

ihn ist mit dieser Frau das Sinn stiftende

in seinem Leben eingetreten. In einem

Brief vom 14. Januar 1944 an seine Mutter:

„Wenn ich Vergleiche ziehe zwischen

dem ?Damals? und dem ?Heute?, so

kommt mir der innere Unterschied stark

zur Geltung. Damals war ich trotz allem

letztlich doch innerlich einsam und trotz

aller idealer Vorstellungen stand hinter

allem Tun die Frage: wofür?! – wo ich Viviane

besitze – habe ich als Mensch einen

letzten Sinn im Leben gefunden.

Und ich glaube,

dass sich dafür schon ein

Leben voll Kampf, Not

und Einsatz lohnt. Ich bin

darüber sehr glücklich!“

Die wenigen Urlaubstage

verbringt er mit ihr in seiner

Heimatstadt Dorsten,

wo er sie in der Familie

vorstellt, und in Paris, von

wo aus ein gemeinsam

unterschriebener Brief die

Mutter erreicht: „Allein die wenigen Tage

unseres Zusammenseins haben mich die

Härte der vergangenen Monate vergessen

lassen. Wir sind wie zwei ganz ausgelassene

Rangen!“ (10. Juni 1944)

Eine Vielzahl von Briefen wechselt zwischen

den Verliebten hin und her. Sie erleichtern

ihnen die Trennung und geben

ihm nach seinen Worten „Schaffensfreude,

Kraft und Spannung!“ (12. Juli 1944)

Liebe und Fürsorge für seine „Süße“ klingen

immer wieder in seinen Briefen an,

und es ist ihm ein Herzensanliegen, sie

in seinem Elternhaus akzeptiert und geborgen

zu wissen: „Neben unserer tiefen

Dankbarkeit, die auch Viviane erfüllt,

bitte ich Euch von ganzem Herzen, meine

„Süße“ so lieb und herzlich aufzunehmen,

dass sie nach den schweren und

unruhigen Jahren, die für sie oft sehr,

sehr hart waren, in Eurer Mitte ihre volle

Gesundheit durch wohltuende Ruhe und

Ablenkung wiederfindet!“ (21. August

1944) nd etwas später: „Wie glücklich

Ihr mich dadurch macht, dass Ihr sie daheim

großzügig und selbstverständlich

aufnehmt, brauche ich wohl gar nicht

betonen! Ihr wisst auch, dass ich Euch

GESCHICHTE

mit ihr das Kostbarste meines Lebens anvertraue!“

Das Hochzeitspaar im Kreise

der Kameraden

Im Juli 1944 treiben Theo Nordmann die

Vorbereitungen für die Hochzeit um: „Der

endgültige Termin zur Hochzeit wird im

Wesentlichen durch die Lage bestimmt

werden.“ (12. Juli 1944) Die Mutter soll

die „große Geburtsurkunde besorgen“.

Privilegierte Beziehungen zur Partei bzw.

zum „Gebietsführer Westfalen-Nord“ sollen

bei der Beschaffung von Wohnung

sowie Möbeln und Gegenständen für Küche

und Schlafzimmer behilflich sein.

Am 23. Oktober 1944 heiratet Theo

Nordmann Viviane geb. Günther in Insterburg

(heute: Tschernjachowski). Das

Paar bezieht auf dem Fliegerhorst Wertheim

eine Dienstwohnung. Die Ehe wird

nicht von langer Dauer sein. Am 19.

Januar 1945 stürzt Theo Nordmann bei

Schillen, Ostpreußen, tödlich ab.

Horst Schuh

Quellen

• Westfälischer Beobachter, Zeitung

für Dorsten und Herrlichkeit, Nr. 267 (2.

Jahrgang) vom 28. September 1941

• Neun Feldpostbriefe von Theo Nordmann

zwischen dem 22. Mai 1943

und dem 21. August 1944

• Stegemann, Wolf: „Flaggen heraus! Wir

grüßen den Ritterkreuzträger!“, in: Stegemann,

Wolf (Hrsg.): Dorsten unterm Hakenkreuz – Der

gleichgeschaltete Alltag. Eine Dokumentation

zur Zeitgeschichte, Band 3, S. 202 f.

• Sterbebucheintrag des Standesamtes

Wertheim vom 25. Januar 1968

• http://de.wikipedia.org/wiki/Theodor

Nordmann vom 17.06.2011

• http://www.lexikon-der-wehrmacht.de/Personenregister/NordmannT-R.htm

vom 19.06.2011

Bilder: Privatarchiv Horst Schuh

23


GESCHICHTE

Hubert Kastenholz – Feldpostbriefe, die ans Herz gehen

Aus dem Nachlass eines jungen Fallschirmjägers am Ende des II. Weltkrieges

Hubert Kastenholz ist am 1. Mai 1943

während eines Einsatzfluges nach Afrika

über Italien abgestürzt. Er hinterließ

eine Frau und eine Tochter. Kastenholz

war 24 Jahre geworden. Seine

einjährige Tochter sah er nur ein einziges

Mal. Und es war sein Vergehen,

dass es so kam. Der Krieg ist kein Ort

für Familie; war er nie gewesen – auch

nicht vor 70 Jahren.

Als Hubert Kastenholz als junger Soldat

im ersten dokumentierten Brief an seine

Verlobte Käthe schrieb, war die Liebe

frisch und zart. »Aber was kann ich dafür,

dass Du so lieb und reizend bist, und ich

so verrückt nach Dir bin. Wo ich jetzt weg

von Dir bin, merke ich das erst recht. Meine

Gedanken sind immer nur bei Dir. Ich kann

mir nicht erklären, wie das noch enden soll.«

(Faßberg, 29. Dezember 1940. Erster Brief

nach dem gemeinsamen Weihnachten

und ihrer Verlobung)

Bereits neun Monate später haben die

Liebenden geheiratet und die Briefe von

Kastenholz lesen sich wie eine endlose

Liebeserklärung. Informationen aus der

Truppe oder vom Dienst sind sehr selten

und so wird das Lesen der Briefe zu

einem sehr persönlichen Moment. Kastenholz

war wie alle jungen Menschen

ungestüm und versuchte, seine Grenzen

auszutesten. Das begann bereits drei

Monate nach Eheschließung im Oktober

1941. Beamtenbeleidigung und üble

Nachrede sind zwei verbriefte Vergehen,

24

die Kastenholz angelastet wurden. Die

Strafen waren immer Urlaubsentzug.

Dadurch war die junge Ehe auf eine harte

Probe gestellt. Einige Briefe deuten auf

weitere Dienstvergehen hin, da häufiger

von einer Urlaubssperre die Rede ist oder

Kastenholz sich entschuldigt, nicht bei

seinem »Strolch« sein zu können. Solche

Kosenamen gibt es viele in den Briefen,

doch letztlich beschreibt es wohl Kastenholz

selbst. Denn durch sein Verhalten

setzte er alles aufs Spiel: und verlor. So

schreibt er im ersten Brief während eines

viermonatigem Strafvollzugs in Torgau:

»…Mit meinem Herzen werde ich schon fertig,

gewihs es fällt schwer, aber ich bin Soldat

und als Soldat muhs man alles ertragen

können;…« (Torgau, 19.4.1942; gestempelt

als gesehen)

Was ist geschehen, dass Kastenholz die

Dimensionen so verallgemeinert, dass

er sich als »Soldat« beschreibt? Dies war

in den früheren Brief nur sehr selten der

Fall. Am 5. April 1942 wurde seine Tochter

Ingrid geboren. Er war also weder bei

der Geburt noch der Taufe dabei, sondern

inhaftiert. Die Gründe für die viermonatige

Sperre ist nicht bekannt, aber

sie mussten so schwerwiegend gewesen

sein, dass dem jungen Soldat nicht verziehen

werden konnte. Und dies konnte

nun niemand mehr: weder seine Frau mit

dem neugeborenen Kind noch er selbst.

»…ist ja die Ansicht der zivilen Welt. Ich

allein würde auch alles ertragen, aber dahs

Du, wo alle meine Liebe Dir nur gilt, unter

meinem Leichtsinn zu leiden hast, ist für

mich untröstlich. Ich kann ja auch immer

nicht glauben, dahs wir wirklich so lange getrennt

sein sollen…« (Torgau, 19.4.1942)

Die Briefe aus dem Strafvollzug kommen

in ihrer Abfolge wie eine Läuterung vor

und aus dem aufbrausenden Jungen

wurde ein ernster Mann und Vater. Nach

dem ersten Wiedersehen und dem ersten

und einzigen Erleben seiner Tochter am

5. Oktober 1942 wurden die Feldpostbriefe

sachlicher, beinahe strenger. Der


GESCHICHTE

Mutter und Tochter 1957 am Grab von Hubert Kastenholz

Spruch »Papier sei geduldig« findet sich

denn auch gleich am 10. Oktober in einem

Brief von Kastenholz an seine Frau

wieder. Gesagt hat dies aber seine Frau

selbst und es war ein Vorwurf, den er als

Ehemann endlich begriffen hat. Alles

würde er nun daran setzen, für die Familie

da zu sein. Doch ein neuer Einsatz in

Frankreich vom November 1942 bis April

1943 verhinderte seine Ziele. Es blieben

nur noch die Worte ohne Taten. So

schrieb Kastenholz beinahe resigniert an

seine Frau: »…Es ist ja überhaupt Blödsinn,

sich zu schreiben. Ich hab‘ eine Frau und Du

einen Mann, also ist ja alles in bester Ordnung.

Schreiben ist Luxus. Was braucht der

eine vom Anderen zu wissen. Dass man sich

lieb hat, hat man schon oft genug gegenseitig

gesagt, braucht man sich also nicht

mehr zu schreiben; ja und sonst,- ist alles

noch beim Alten. Auch gut es soll dabei bleiben…«

(19.11.1942). Dass Kastenholz danach

gleich wieder einen kleinen Scherz

macht, ist unwichtig. Es war sein tiefster

Ernst. So komisch es klingt, aber er wollte

damit sagen: Käthe, schreib mir, bitte,

schreib‘ und glaub‘ an mich.

Bis zu seinem viel zu frühen Tod am ersten

Mai 1943 gibt es noch eine Handvoll

Briefe, die klingen wie der Beginn einer

wahren Liebe, die durch harte Prüfungen

gefestigt ist. Bereits in seinem Brief aus

Torgau ein Jahr zuvor schreibt er weiter:

»Es kommt auch anders. Ich mag nicht den

Krieg hier zu Ende bringen. auch will ich bei

Dir und meinem Töchterchen sein und für

Euch, meine Lieben, sorgen…« (Torgau,

19.4.1942)

Den Krieg nicht zu Ende bringen zu wollen,

meint letztlich, dass er nicht weiterhin

Soldat sein wollte, sondern einfach

nur Ehemann und Vater sein zu dürfen,

ist ihm verwehrt geblieben. Auch den

Beweis anzutreten, dem gerecht werden,

konnte Hubert Kastenholz, Unteroffizier

und Fallschirmjäger, nicht mehr geben.

Seine Tochter Ingrid lebt heute in der Eifel

und durfte erst nach dem Tod ihrer

Mutter die Feldpostbriefe lesen. Sie hatte

ihren Vater nicht kennengelernt und

machte sich nur durch wenige Erzählungen

ein Bild von ihm. Die Briefe haben

sicherlich ein wenig Frieden im Herzen

der Tochter gegeben, denn die Mutter

verzieh ihrem verstorbenen Mann nicht.

Dies gab sie auch der Tochter öfters zu

verstehen. Der Krieg ist kein Ort für Familie;

war er nie gewesen – auch nicht

vor 70 Jahren. Hubert Kastenholz ist auf

dem Friedhof Santa Maria ebe la Pieta in

Neapel Capochichino nahe der Absturzstelle

begraben. Erst 1957 besuchten die

Mutter und ihre mittlerweile 15jährige

Tochter das Grab. Es wurde kein Wort

gesprochen.

Roland Prüfer,

Dipl. Kulturwissenschaftler

25


GESCHICHTE

Weihnachten 1918 in Koblenz

– Der ‚Air Service’ in der amerikanischen Besatzungsarmee -

11. November 1918. Der erste Weltkrieg ist beendet. Noch

ist es erst ein Waffenstillstand, dem bald Friedensverhandlungen

folgen sollen. Sicher ist jedoch jetzt schon, daß die

Alliierten neben Elsass und Lothringen auch das gesamte

linksrheinische Gebiet der Rheinprovinz besetzen werden.

Dem ab dem 18. November 1918 zurückströmenden deutschen

Heer folgen die Alliierten auf dem Fuß. Sie bleiben kurz vor der

Reichsgrenze noch einmal stehen, bevor sie am 2. Dezember

1918 die Grenze überschreiten. Der Korridor zwischen Trier und

Koblenz soll dabei von der erst neu aufgestellten 3. US Army

besetzt werden, der auch Fliegereinheiten ‚Air Service’ angegliedert

sind. Das Hauptquartier des ‚Air Service’ erreicht am

7. Dezember Trier-Euren und schließlich am 16. Dezember Koblenz.

Zusammen mit dem Hauptquartier erreicht auch eine besondere

Einheit Koblenz, die „463rd Aero Squadron“. Deren Aufgabe

ist es, auf den Flugplätzen für die notwendige Infrastruktur zu

sorgen, so dass alsbald fliegende Verbände den Platz belegen

können.

Dieser Einheit gehört auch Corporal Carl G. Searcy aus Oklahoma

an, welcher folgende Feldpostbriefe an seine Frau nach

Hause schickte:

Coblenz, Deutschland

25. Dezember 1918

Liebe Buena;

gestern abend bekamen wir den Hinweis, daß der Y.M.C.A. eine Veranstaltung

machen würde und so verbrachte ich den Weihnachtsabend

auf der Y-Show in Koblenz. Sie war ganz nett, aber es fühlte

sich nicht wie ein Weihnachtsabend an. Es war recht warm und ich

dachte an den Schnee, den wir am letzten Weihnachtsabend hatten.

Stell Dir meine Überraschung vor, als ich am nächsten Morgen aufstand

und ich den Boden mit Schnee bedeckt vorfand.

Ich ging heute morgen zur Kirche. Es war die erste Messe, bei welcher

ich die Freude hatte, dabei zu sein. Sie haben jeden Sonntag

zwei Messen in Coblenz. Sie wird von einem amerikanischen Pfarrer

gehalten. Es gibt zwei unterschiedliche Messen, eine für die Protestanten

und die andere für die Katholiken. Ich werde versuchen, jeden

Sonntag zu gehen, außer es gibt Arbeit, die getan werden muss.

Von links nach rechts: 1st Lt. H. M. Burnham (Medical Corps),

Capt. C. H. Chilson (Kommandeur der 463rd Aero Squadron)

und 1st Lt. E. W. Moss (Adjutant)

Gordon kam heute hoch und aß mit uns zu Abend. Ihm geht es ganz

gut. Er macht Stenographiearbeiten für das Hauptquartier des ‚Air

Service’ der 3. Armee.

Wir haben hier ein schönes (‚dandy’) Flugfeld. Wir haben zwar noch

etwas an ihm zu tun, aber es ist schon in recht gutem Zustand.

Wir werden eine Menge Flughallen errichten müssen. Es sind jetzt

schon einige Flugzeuge hier, für die wir eine Flugzeughalle errichtet

haben.

Buena Diese Weihnachten sind bei weitem keine richtigen Weihnachten.

Ich sehne mich nach dem Tag, an dem wir wieder im guten

alten Amerika zurück sind. Vergangene Weihnachten waren wir in

Frankreich und diese in Deutschland. Die vergangenen im Krieg und

diese im Frieden. Denke gerade, daß Weihnachten die vergangenen

vier Jahre Krieg gesehen hat, Krieg fast überall. Es tut so gut, diese

in Frieden zu verbringen. Wir hatten fast den ganzen Tag für

uns selbst. Wir mussten heute nachmittag etwas arbeiten. Fast alle

Kumpel gingen heute morgen in die Stadt und eine ganze Menge

von ihnen wird auch heute Nacht dort sein. Ich wollte jedoch Briefe

schreiben.

Ich frage mich, wie es jetzt weitergehen wird. Ich habe gerade mal

zwei Zeitungen in den letzten Monaten gesehen. Du siehst, wie ignorant

wir gegenüber den Dingen außerhalb sind. Die Welt könnte

untergehen und ich zweifele, daß wir irgendetwas davon mitbekommen

würden. Ich wünschte, wir wären an einem Platz, an dem wir

regelmäßig Tageszeitungen bekommen könnten.

Ich muss jetzt schließen. Hoffe, Du hattest eine liebevolle Weihnacht

und ich wünsche Dir ein Glückliches Neues Jahr.

In Liebe

Carl

OK

HM Burnham M.C.

1st Lt. Air Service

26


GESCHICHTE

recht gut. Wir sind zwar nicht vor dem 29. April fällig für einen weiteren,

jedoch nach allem, was ich lese, besteht wenig Hoffnung auf

unsere Rückkehr vor diesem Zeitpunkt.

Die amerikanische Besatzungsarmee hat jetzt ein nettes (‚dandy’)

Abzeichen. Es besteht aus einem A und O auf einer blauen Grundfläche.

Das A ist weiß und das O rot. Sie werden am linken Arm etwa

2,5 cm (‚1 inch’) unterhalb der Schulter getragen.

Das Design sieht ungefähr so aus .

Coblenz, Deutschland

27. Dezember 1918

Liebste La Faustina;

ich erhielt Deinen Brief vom 14. November und es ist unnötig zu

sagen, dass ich sehr froh war, ihn zu bekommen.

Wir haben hier nach wie vor einen strengen Winter. Der Boden ist

immer noch schneebedeckt und wir hatten etwas Graupel heute

nachmittag.

Natürlich ist das eine schlechte Zeichnung, aber es wird Dir eine

Vorstellung davon geben. Habe ich erwähnt, dass wir eine Auszeichnung

(‚citation’) erhalten haben für unsere Arbeit in der ‚Zone of

Advance’ . Wir hatten schon viel Arbeit, seit wir hier (in Europa) sind,

aber wir hatten selbst keine Kämpfe. Manchmal wünschte ich mir,

mich einem Kampfverband angeschlossen zu haben. Jedoch hasse

ich das fürchterliche Marschieren. Das tagelange Gehen und das

Schleppen von schwerem Gepäck zieht mich nicht wirklich an. Mir

fällt nichts weiter ein, was ich schreiben könnte. Werde es bald noch

mal versuchen. Viel Glück

Carl.

463rd Aero Squadron in Coblenz. Man beachte das A auf der

Schulter (siehe Text).

Wir bauen jetzt Fliegerhallen für unsere Flugzeuge, sobald diese hier

ankommen. Es ist eine tolle Arbeit (‚pretty cool job’), an einer großen

Flugzeughalle zu arbeiten, da es schon recht hohe Bauten sind. Einer

meiner Kameraden hat gestern einige Fotos geschossen und wenn

sie was geworden sind, werde ich Dir einige schicken. Dann kannst

Du sehen, woraus unsere Arbeit besteht, seit wir hier sind.

Da ist jetzt ein Haufen deutscher Soldaten (‚hun soldiers’) auf dem

Platz, um die vielen deutschen Flugzeuge zu warten und zu testen,

welche sie den Amerikanern übergeben müssen. Es sind auch einige

Flieger unter ihnen. Ein oder zwei Asse in dem Haufen. Es arbeiten

zwei oder drei in der Küche und sie essen aus unserer Küche. Wenn

ich irgendetwas zu sagen hätte, würde ich die ganze beschissene

Truppe zurück über den Rhein treten. Glaub mir, ich empfinde keine

Sympathie für die Deutschen. Die Zivilisten und Soldaten versuchen,

sehr nett zu uns zu sein, aber ich glaube ehrlich, daß dies nur aufgesetzt

ist. Wenn sie die Oberhand hätten, würde uns mächtig eingeheizt

werden.

Die Chancen für einen weiteren ‚service stripe’ stehen, glaube ich,

Die 463rd Aero Squadron beim Bau von Flugzeughallen.

Hans Günter Ploes

Fotos:

http://www.fold3.com/image/#1|19064328, 3. October 2011

http://www.fold3.com/image/#1|19064478, 3. October 2011

http://www.fold3.com/image/#1|19064537, 3. October 2011

27


GESCHICHTE

Der Ortschronist der Stadt Lößnitz,

Curt Hunger (1884 – 1964), hat die

Kriegsereignisse recht genau niedergeschrieben.

28

Ein Fliegerschicksal: Fähnrich Dieter Fricke

Ab dem 12. Mai 1944 überfliegen immer

größere Bomberpulks die Stadt, am

16. August 1944 vermerkt er etwa 1000

feindliche Bomber. Aber erst am 24. August

1944 wird auch Alberoda, das in der

Nähe von Lößnitz liegt, getroffen.

Sein nächster Eintrag lautet wie folgt:

Bei dem Alarm am 11. September wurde

in unserer Nähe Bordwaffenbeschuß

wahrgenommen. Nach der Entwarnung

strömten Hunderte Menschen nach der

Mark, denn es war während des Alarms

beobachtet worden, dass dort ein Flugzeug

niedergegangen war. Ich selbst

sah von meiner Wohnung aus eine dicke

gelbe Staubwolke aufsteigen, ohne

zunächst die Gefahr zu ahnen. Es stellte

sich heraus, dass etwa 400 m hinter dem

Grundstück der Schrebergärtner in Richtung

Alberoda – Aue, links der Straße,

ein deutscher Flieger notlanden musste.

Er war in Luftkämpfe verwickelt worden,

und seine Maschine zählte etwa 12 Einschläge.

Der Flugzeugführer selbst war

unverletzt. Wohl sperrten Polizei, Feuerwehr

und Stadtwacht den Platz ab, doch

war immer noch Gelegenheit, das Flugzeug

genauestens zu betrachten. Freilich

war es mit Gefahr verbunden, da noch

Munition vorhanden und die Bordwaffen

womöglich noch geladen waren. Polizeimstr.

Landgraf stellte eine Aufnahme

her und schrieb dazu: „Am 11.9.1944

landete ein deutscher Jagdeinsitzer auf

der Straße zwischen Lößnitz und Alberoda

auf der Liebstraße, 100 m von

der Ortsgrenze Alberoda. Das Flugzeug

war im Luftkampf über dem Auersberggebiet

um 12.15 h in 8000 m Höhe von

feindlichen Bombern beschossen und

getroffen worden. 5 Minuten später landete

der Flugzeugführer Fähnrich Dieter

Fricke. Der Flugzeugführer war unverletzt.

Er hatte absichtlich eine Bauchlandung

vorgenommen, weil sich sonst das

Flugzeug auf dem unebenen Gelände

überschlagen hätte. Durch feindlichen

Beschuß waren beschädigt: Der Motor,

das Sauerstoff-Atemgerät und die Funkanlage.

Das Flugzeug gehörte zum Fliegerhorst

Luckau.“

Die Maschine, eine Me 109G6, wurde

von zwei Männern des Volkssturmes bewacht.

Es waren dies ein Herr Lindner,

auf dem Foto mit Stock zu sehen, Besitzer

eines Lebensmittelgeschäftes in Lößnitz,

und ein Herr Enke, der ein Großhandelskontor

besaß. Dessen Sohn, Bäckermeister,

war damals noch ein Kind und hat

die Absturzstelle nicht gesehen. Das Foto

mit seinem Vater hat er von einer Verkäuferin

des Geschäftes Lindner erhalten.

Nach Aussage von Flugzeugführer

Heinz Federwisch handelte es sich um

eine Maschine aus seiner III. Gruppe mit

der Kennung der Reichsverteidigung,

die einige Tage später zerlegt und nach

Chemnitz gebracht wurde. Mehr ist darüber

nicht bekannt.

Bei diesem Luftkampf war Dieter Fricke

unverletzt geblieben. Wenig später flog

er Kampfeinsätze in den Ardennen, und

zwar mit der 10./JG 4. Seine Maschine war

wieder eine Me 109G6, takt. Nr. 441909,

weiße 14, Einsatzhafen Lippspringe. Am

25.09., 17 h, schoß er in der Nähe von

Arnheim in 2000 – 3000 m Höhe eine

Mustang P 51 ab. Am 29.09.1944 verliert

seine Einheit 16 Flugzeugführer, darunter

auch Dieter Fricke.

Im Raum Arnheim/Nijmegen hatten erbitterte

Luftkämpfe stattgefunden (Operation

Market Garden der Alliierten).

Zwischen Alpen und Veen, nahe dem

Hof Kuckuckskath, stürzte in diesem

Zeitraum eine Me 109 östlich des Südendes

der Thorenstraße ab. Ein Zeitzeuge

hat damals den übel zugerichteten Gefallenen

eigenhändig mit der Schubkarre

aus dem Wald gefahren. Vor Jahren

fand man dort neben Teilen einer Me

109 auch zwei Stücke der Schädeldecke

des Piloten. Möglicherweise ist Flugzeugführer

Fähnrich Dieter Fricke derjenige

unbekannte Jagdflieger, der seine Erstgrablage

ohne Angabe des Todesdatums,

des Absturzortes und ohne Angabe

seiner Staffel auf dem Ehrenfriedhof Alpen

erhielt (Feld XIV, Grab Nr. 6). Dann

wäre er der letzte der drei Unbekannten,

die heute in Kamp-Lintfort im „Bönnighardter

Feld (Sektor hinter dem großen

Holzkreuz) liegen.

Durch den Deutschen Kriegsgräberbund

konnte in Erfahrung gebracht werden,

dass Dieter Fricke am 28. Februar 1923

in Detmold geboren wurde. Da es in seiner

Staffel nur einen Flugzeugführer mit

diesem Namen gab, muß es sich um den

immer noch vermissten Fähnrich Dieter

Fricke handeln.

Günter Bennewitz, Aue/Erzgebirge


Daten zum Buch

Herausgeber: Veit Didczuneit, Jens Ebert

und Thomas Jander

Klartext Verlag

ISBN 978 - 3-8375 – 0461 – 3

538 Seiten / Abbildungen

35,95 Euro

Empfehlungen der Redaktion

Schreiben im Krieg.

Schreiben vom Krieg

Feldpost im Zeitalter der Weltkriege

Liegt die Zahl der Feldpostbriefe im Ersten

Weltkrieg bereits bei 28,7 Millionen,

wird die Zahl der im Zweiten Weltkrieg

zwischen Front und Heimat ausgetauschten

Feldpostsendungen auf 33

Milliarden Briefe im deutschen Bereich

geschätzt. Lange Zeit als Gegenstand der

historischen Forschung vernachlässigt,

ist dieses gewaltige Briefaufkommen als

Erkenntnisschatz nicht nur national,

sondern auch international anerkannt.

Denn Feldpostbriefe bieten etwas, was

Lageskizzen, Heeresbefehle oder Kompanietagebücher

nicht leisten können: Sie

berichten von privaten Schicksalen und

individuellen Eindrücken, sie erzählen

den „Krieg von unten“.

BÜCHER

Im Fokus der modernen Feldpostforschung

stehen zumeist Briefe einfacher

Soldaten und ihr Umgang mit dem

Kriegsalltag. Das Museum für Kommunikation

Berlin hat 45 Wissenschaftler und

Publizisten aus elf Nationen zusammengeführt,

die in der vorliegenden Publikation

den aktuellen Stand der internationalen

Feldpostforschung referieren. Sie

untersuchen die unterschiedlichen nationalen

Perspektiven auf den Krieg, den

Wert von Feldpost als historische Quelle

und vor allem, wie Soldaten ihre Lebenswirklichkeit

im Krieg verarbeiten. Neben

diesen grundlegenden Forschungsfragen

werden dabei im Sinne der fachübergreifenden

und internationalen Vernetzung

ganz unterschiedliche Aspekte beleuchtet:

„Männlichkeit“ und „Gewalt“, „Unterhaltung“

und „Kriegstourismus“ oder

„Literatur“ und „Kunst“.

Bei der Lektüre dieser Beiträge wird deutlich,

dass die Feldpost das wichtigste

private Kommunikationsmittel in den

Weltkriegen des 20. Jahrhunderts war,

und verständlich, warum noch heute

trotz der elektronischen Medien sie ihre

Bedeutung als intimes Lebenszeichen in

der Fernbeziehung zwischen Soldaten

und Familienangehörigen behalten hat.

Horst Schuh

Daten zum Buch

Autoren:

Horst Schuh,

Wolfgang Fleischer,

Ronald Größner

Helios Verlag

ISBN 978-3-86933-052-5

124 Seiten fest gebunden

über 200 Abbildungen,

Dokumente und Karten

28,80 Euro

Militärarchäologie des

Zweiten Weltkrieges

Basiswissen und Episoden

militärhistorischer Feldforschung

Wolfgang Fleischer,

Ronald Größner,

Horst Schuh

Für viele Menschen ist es einfach nur

Schrott, nicht wert, angesehen geschweige

denn ausgegraben zu werden. Für den

geschichtlich Interessierten jedoch sind

es wertvolle Fundstücke, die Geschichte

erzählen können. Das ist hier das Fachgebiet

von Wolfgang Fleischer, der die

„Sachzeugen“ als Militärhistoriker wissenschaftlich

auswertet und genau erklärt.

Bis dahin ist es aber ein weiter und

bisweilen mühsamer Weg. Alle Quellen

müssen erschlossen werden, Zeitzeugenberichte,

Literatur, Fotos u. v. m., die folgende

Bergung bedarf einer sehr sorgfältigen

Vorbereitung und Durchführung.

Eine Dokumentation ausgesuchter Fallbeispiele,

die Rekonstruktion der Ereignisse,

ausgehend von den Bodenfunden,

vermitteln dem Leser ein klares Bild der

damaligen Situation.

Ronald Größner wiederum ist Mitglied

im „Sächsischen Verein für historisches

Fluggerät e.V.“, in dem sich Enthusiasten

aus verschiedensten Berufsgruppen zusammengefunden

haben mit dem Ziel,

historisches Fluggerät aufzuspüren, zu

sichern und zu restaurieren. Er schildert

akribisch die Bergung und Restaurierung

eines sowjetischen Schlachtflugzeugs

IL-2, eines Flugmotors Rolls-Royce Merlin

24 und lässt die interessante Geschichte

eines Rumpfstückes einer Focke Wulff

FW 200 Condor aufleben.

Im Gegensatz dazu stellt Horst Schuh,

Diplom-Psychologe, das menschliche

Schicksal in den Mittelpunkt. Zwei junge

Flieger, der eine deutsch, der andere

amerikanisch, verlieren annähernd im

selben Zeitraum und gleichen Alter im

Frühjahr 1945 ihr Leben. Beide bleiben

sehr lange vermisst, die Angehörigen

wollen ihren Tod nicht akzeptieren. Die

Eltern beider sterben in dieser Ungewissheit.

Die Tochter des US-Piloten sucht beharrlich

und kann letztendlich den Vater,

den sie nie kennengelernt hat, „nach

Hause“ bringen. Diese beiden Schicksale

geben eine Ahnung des unendlichen

Leids, das dieser Krieg über die Menschen

gebracht hat.

Gerade die Mischung dieser drei unterschiedlichen

Themen machen dieses

Buch zu einem interessanten Nachschlagewerk.

Wally Busch

29


BÜCHER

Bücher für den Gabentisch - zu Fuss und auf dem Wasser

Martin Guddat

Handbuch zur preußischen

Militärgeschichte 1688-1786

Von A wie „Adjutantur“ bis Z wie „Zoll“ erklärt

diese durchgesehene Neuauflage des

Handbuchs in einer lexikonartigen Aufmachung

über 800 Fachbegriffe der preußischen

Militärgeschichte. Anhand glaubwürdiger

Quellen erläutert der Autor Struktur, Ausrüstung,

Ausbildung und Einsatz der Soldaten

sowie deren Lebensbedingungen im Frieden

und im Krieg. Darüber hinaus wird das Heer

durch Kurzbiografien der wichtigsten Akteure

und Erläuterungen ihrer Beweggründe in

einen politischen Gesamtzusammenhang

gestellt. Mit detaillierten Darstellungen u.a.

zur Militärgerichtsbarkeit, zum Sanitätswesen

und zu Kommandounternehmen des Kleinen

Krieges werden Aspekte berücksichtigt, die bislang

in der Literatur unberührt blieben. Heute

in der Umgangssprache noch verwendete Begrifflichkeiten

wie der „blaue Brief“ oder das

„dicke Ende“, die niemand in einen militärischen

Kontext einordnen würde, finden hier

ihre überraschende Erklärung: So versendete

Friedrich seine Briefe an die Kommandeure

stets in undurchsichtigen blauen Umschlägen

und das dicke Ende hat seinen Ursprung in

dem verdickten Ende des Ladestocks der Vorderladerwaffe.

Informationen über die Person

Friedrichs, seine Vorlieben und Charaktereigenschaften

runden das Werk ab. Ein Nachschlagebuch

und zugleich ein weiterführendes

Werk für jeden Geschichtsinteressieren!

Daten zum Buch

Autor: Martin Guddat

E.S. Mittler & Sohn GmbH

ISBN 978-3-8132-0925-9

316 Seiten, 16 x 24 cm

zahlr. Farb-Abb., Hardcover

19,95 Euro

30

Hans Jürgen Witthöft (Hrsg.)

Köhlers FlottenKalender 2012

Internationales Jahrbuch der Seefahrt

Die 100. Ausgabe hat Köhlers FlottenKalender

mit seiner letzten Ausgabe erfolgreich absolviert.

Nun geht es mit der neuen Ausgabe für

2012 voller Elan weiter – jetzt wieder in gewohnter

Erscheinungsweise im Frühsommer.

Auch dieses Mal erwartet die Leser wieder

eine gelungene Mischung aus Unterhaltung

und Information aus den verschiedensten Bereichen

der Schifffahrt – Handelsschifffahrt,

Marine, Reiseberichte, Persönlichkeiten und

Historisches.

Besondere Themen in Köhlers FlottenKalender

2012 sind zum Beispiel neue Trends in der

Passagierschifffahrt oder die bemerkenswerten

neuen Schiffe der deutschen Handelsflotte.

Außerdem wird dem Segelschulschiff „Gorch

Fock“ aus aktuellem Anlass einiges an Platz

gewidmet und im Hafenteil wird es – unterstützt

durch entsprechende Fotos – nostalgisch.

Auch über die Binnenschifffahrt – ein Verkehrsträger

mit Vergangenheit und Zukunft –

wird berichtet, über das 100-jährige Jubiläum

der PASSAT und über eine missglückte Flucht

aus der DDR in einem Klein-U-Boot.

Zahlreiche Fotos illustrieren diesen maritimen

Klassiker. Neu ist das überarbeitete, frische

Innenlayout. Umfassend informierend und

ansprechend aufbereitet, ist Köhlers Flotten-

Kalender Jahr für Jahr eine Pflichtlektüre für

maritim Interessierte!

Daten zum Buch

Hans Jürgen Witthöft (Hrsg.)

E.S. Mittler & Sohn GmbH

ISBN 978-3-7822-1026-3

272 Seiten, 14,8 x 21 cm

zahlr. s/w- u. Farb-Abb. , Broschur

14,90 Euro

Martin Guddat

Kanoniere, Bombardiere, Pontoniere

Die Artillerie Friedrichs des Großen

Das „Friedrich-Jahr“ rückt näher: 2012 jährt

sich der Geburtstag von Friedrich II., auch

Friedrich der Große genannt, zum 300. Mal.

Ein guter Zeitpunkt, das Heer des damaligen

Königs von Preußen mit dem heutigen Wissen

neu zu betrachten. Literatur über die altpreußische

Armee ist in großem Maße vorhanden,

ein Werk über die technische Truppe fehlte

bislang: Der Autor erläutert in dieser zweiten,

überarbeiteten Auflage den Aufbau und die

Gliederung der Artillerie, die Mannschaften

und Offiziere und geht auf technische Aspekte

wie Fabrikation und Bedienung der Geschütze

und auf die Munition ein. Zudem beschreibt

Guddat die Artillerie sowohl im Frieden – Ausbildung,

Unterbringung, Verpflegung, medizinische

Versorgung und Urlaub – als auch

im Krieg: Die Artillerie in der Schlacht und

im Festungskampf, Vorbereitung auf Einsätze

und die dortige Verpflegung. Kurze Biografien

der profiliertesten Artilleristen und Ranglisten

runden das Werk ab. Nur wenige wissen um

den enormen Umfang, den der gesamte Train

hatte: 714 Hilfsfahrzeuge mit 4.600 Pferden

und 1.900 Knechten folgten einer Armee aus

80 Infanteriebataillonen mit 212 Geschützen.

Allein eine Kolonne aus 10 Geschützen hatte

eine Länge von gut 500 Metern. Solche und

viele weitere Details zur Artillerie Friedrich des

Großen erfährt der geschichtsinteressierte Leser

in diesem Buch.

Daten zum Buch

Martin Guddat

E.S. Mittler & Sohn GmbH

ISBN 978-3-8132-0922-8

120 Seiten, 21 x 27 cm

zahlr. s/w- u. Farb-Abb. , Hardcover

15,40 Euro


BÜCHER

Günther

Josten

Gefechtsbericht

Günther Josten

Gefechtsbericht

Kriegstagebücher 1939–1945.

Kommodore in der Starfighter Krise.

Herausgegeben von Kurt Braatz

und Wilhelm Göbel

Zeitgeschichte ohne Filter

NeunundzwanzigSechs veröffentlicht die

Kriegstagebücher des Jagdfliegers Günther

Josten

Die Herausgeber standen vor einer kleinen

Sensation. Vor ihnen lagen zehn

eng bekritzelte Oktavhefte, fünf Fotoalben

und einige Leitz-Ordner: Der Nachlaß

von Günther Josten, der mit 178 Abschüssen

zu den Spitzen-Jagdfliegern der

deutschen Luftwaffe im Zweiten Weltkrieg

gezählt hatte und am 07. Juli 2004

verstarb. Jostens militärische Laufbahn

war 1945 jedoch nicht für immer zu Ende

gewesen. Er trat 1956 in die Bundeswehr

ein, führte das Jagdgeschwader 71 ‚Richthofen’

in Wittmund und hatte an dessen

Spitze die Starfighter-Krise zu bewältigen.

Bis heute verlor die Bundeswehr in

all ihren Kampfeinsätzen nicht so viele

Soldaten wie im Cockpit der F-104. Die

Entschiedenheit, mit der Günther Josten

während dieser verheerenden Jahre dafür

kämpfte, daß seine Piloten ein sicheres

Waffensystem erhielten, trug zwar

erheblich zur Überwindung der Krise bei,

kostete ihn aber eine Generalskarriere.

Nach seinem Tode wurde offenbar:

Günther Josten hatte während des Dritten

Reiches minutiös Tagebuch geführt

und später alle wichtigen Dokumente

aus der Starfighter-Ära aufbewahrt. Die

zehn Oktavhefte enthalten Einträge von

Januar 1937 bis Anfang 1948. Als er zu

schreiben begann, besuchte der Pfarrerssohn

das humanistische Internat

Schulpforta, das gerade in eine Napola

umfunktioniert worden war; als er seine

Tagebücher abschloß, mußte er als

Tischlergeselle seine junge Familie durch

die Nachkriegswirren bringen. In wohl

keinem anderen zeitgeschichtlichen Text

läßt sich so beklemmend verfolgen, wie

das Gift der Indoktrination das Urteilsvermögen

eines Jugendlichen zersetzt,

der schließlich voller Begeisterung in

den Krieg zieht. Die Schrecken und Triumphe

seiner Luftkämpfe, den Tod von

Freunden und Kameraden, die fast 200

Abschüsse, die er selbst erzielte, Irrglaube

und Verzweiflung in der totalen Niederlage:

All das hat Günther Josten unter

der Wucht der Ereignisse aufgeschrieben

und fotografiert. Er eröffnet damit einen

einmaligen Blick hinter den Glanz hoher

Auszeichnungen.

Mit Dr. Kurt Braatz und Oberst a. D.

Wilhelm Göbel haben nun zwei international

anerkannte Luftkriegsforscher

die Kriegstagebücher Günther Jostens

Dr Kurt Braatz

ohne jede Kürzung oder Änderung veröffentlicht.

Sorgfältig dokumentiert und

kommentiert sowie um eine ausführliche

Darstellung seiner Bundeswehr-Laufbahn

ergänzt, stellt dieses Werk damit

eine der seltenen originalen Quellen zum

Verständnis mehrerer Jahrzehnte deutscher

Luftwaffengeschichte dar. „Günther

Jostens Aufzeichnungen hätte die

Grundlage einer Jagdflieger-Biographie

bilden können, wie sie heute zu Dutzenden

verlegt werden: Glatt, episch, als Portrait

eines Helden ohne Häßlichkeiten,

falsche Überzeugungen und falschen

Ehrgeiz“, erläutern die Herausgeber. „In

ihrem Rohzustand offenbaren sie jedoch,

wie Diktatur und Krieg einen Charakter

verändern und daß sich niemand seiner

selbst sicher fühlen darf – aber auch, daß

in jedem die Kraft zu Einsicht und Umkehr

verborgen liegt.“

Günther Josten: Gefechtsbericht. Kriegstagebücher

1939-1945. Kommodore in

der Starfighter-Krise.

Herausgegeben von

Kurt Braatz und Wilhelm Göbel.

Moosburg: NeunundzwanzigSechs 2011.

ISBN 978-3-9811615-7-1.

336 Seiten, 101 Abbildungen,

39,80 Euro.

Oberst a.D. Wilhelm Göbel

Der Förderverein des

LuftwaffenMuseum

der Bundeswehr e.V.

gibt die Termine für

2012 bekannt.

Veranstaltungen`2012* :

20.01.2012 - Neujahrsempfang / UHG

19.01.2012 - Vortragsveranstaltung / LwM

09.02.2012 - Sonderausstellung „Feldpost“

22.03.2012 - Klassikkonzert im Luftwaffenmuseum

18.-21.04.12 - AERO (Messe Friedrichshafen)

11.04.2012 - Veranstaltung EADS/Cassidian

10.-13.05.12 - „Berlin-Patrol“ / LwM

11.05.2012 - Veranstaltung „British-Train“

12.05.2012 - Veranstaltung „Luftbrücke“

22.05.2012 - Veranstaltung „50. Europasalon“

02.06.2012 - Bundeswehr Biker-Treffen /LwM

16.+17.06.12 - Große Modellflugschau`12

16.+17.06.12 - Berliner Radfestival

16.06.2012 - Großes Symphoniekonzert / LwM

21.-22.07.12 - „Classic Days“ - Flugplatz Schönhagen

25.-26.08.12 - Rockfestival im Luftwaffenmuseum

08.+09.09.12 - Großes Flugplatzfest / LwM

11.- 16.09.12 - ILA`2012 / SXF

25.10.2012 - Sonderausstellung „Alliierte Kriegsgefangene“

15.11.2012 - Vortragsveranstaltung / LwM

13.12.2012 - Klassikkonzert / LwM

31


BÜCHER

Daten zum Buch

Daten zum Buch

Daten zum Buch

Daten zum Buch

Verlag/Autor: Eric Mombeck

Bestellen bei: Eric Mombeck,

Esselaer 22 - B-1630 Linkebeek

300 Seiten, viele Abbildungen

58,- Euro zzgl. 7,- Euro Porto

Lieferung mit Rechnung.

Autoren: Willy Radinger,

Walter Schick, Wolfgang Otto

Aviatic Verlag Oberhaching

ISBN 978-3-925505-93-5

288 Seiten, 21 x 27 cm

34,80 Euro

Autor: Wolfgang Dierich

Motorbuchverlag

ISBN 978-3-613-03338-2

344 Seiten, 15 x 23 cm

über 150 Abbildungen

14,95 Euro

Autor: Werner Girbig

Motorbuchverlag

ISBN 978-3-613-03228-6

392 Seiten, 15 x 23 cm

über 200 Abbildungen

14,95 Euro

Buchbeschreibung Eismeerjäger

Messerschmitt Me 109

Wolfgang Dierich

Werner Girbig

In diesem hervorragenden Buch

Das meistgebaute

Chronik

Chronik

von Eric Mombeek beschreibt er

Jagdflugzeug der Welt

Kampfgeschwader 51 »Edelweiß«

Jagdgeschwader 5 „Eismeerjäger“

sehr anschaulich die Geschichte des

Jagdgeschwaders 5. Es ist eine sehr

Entwicklung – Erprobung – Technik

Das Kampfgeschwader 51 steht

Die Aufzeichnungen vom Einsatz

erschütternde Chronik der jungen

Alle Varianten von

stellvertretend für viele Geschwa-

des Jagdgeschwaders 5 »Eismeerjä-

Piloten und des Bodenpersonals

Bf (Me) 109 109A bis109K

dergeschichten im Zweiten Welt-

ger« vermitteln einen spannenden

von 1944 bis zum Kriegsende. Im

krieg. 1937 aufgestellt, wurde es

Einblick in den Einsatz und den

Einsatzgebiet Frankreich gerät die-

Das bekannteste und meistgebaute

nach Kriegsbeginn zuerst im Wes-

Kampf im hohen Norden.

ses Jagdgeschwader in den Strudel

Jagdflugzeug der Welt ist und bleibt

ten eingesetzt.

der alliierten Landung in der Nor-

die Me 109, eine bahnbrechende

Der Luftkampf im Norden Norwe-

mandie und durchlebt den harten

Entwicklung des Luftfahrtpioniers

Nach Beendigung des Westfeldzu-

gens stand infolge des außerge-

Kampf mit der überlegenen feindli-

Willy Messerschmitt. Kaum vor-

ges verlegte das Geschwader in den

wöhnlichen Kriegsschauplatzes mit

chen Luftwaffe. Man folgt den flie-

stellbar, dass diese Maschine bereits

Raum Paris und nahm von hier aus

seiner unüberschaubaren Weite,

genden Gruppen aus Frankreich bis

1937 eine Geschwindigkeit von 611

an den Einsätzen gegen England

seiner Einsamkeit und seinen har-

in den hohen Norden.

km/h erreichte. Ständig verbessert

teil. 1941 verlegte das KG 51 nach

ten Wetterbedingungen unter ei-

Dieser 4. und letzte Band der Chro-

und weiterentwickelt, wurde sie an

Osten und wurde im Balkanfeldzug

nem besonderen Aspekt. Von den

nik beinhaltet mit über 450 hervor-

allen Fronten eingesetzt.

und später in Russland eingesetzt.

außergewöhnlichen

Belastungen,

ragenden Fotos der Überlebenden

Schwierigkeiten und dem mörderi-

und packenden Einsatzberichten,

Dieses Buch beschreibt aber nicht

Ab Sommer 1944 wurde das Ge-

schen Bedingungen bei den langen

zusätzlich noch sehr umfangrei-

nur die verschiedenen Typen aufs

schwader dann auf die Me 262 um-

Flügen über Tundra und Eismeer be-

che Aufstellungen von Daten des

Genaueste, sondern gibt Einblick in

geschult. Sachlich und gleichzeitig

richtet diese Chronik.

Geschwaders. Damit meine ich die

die Entwicklungsgeschichte, zeigt

spannend wird hier aus Kriegstage-

lange Liste der Luftsiege und der Ge-

die Flugzeuge der konkurrierenden

büchern und Augenzeugenberich-

fallenen bis 1945.

Flugzeugfirmen und die Schwierig-

ten die Geschwadergeschichte bis

Informationen zum Autor

Dem Autor Eric Mombeek ist es ge-

keiten, die Vorgaben des Reichsluft-

zur Kapitulation ´45 erzählt.

Werner Girbig:

lungen, annähernd 400 Überleben-

fahrtministeriums vor den anderen

de dieses Jagdgeschwaders (Flug-

zu erfüllen, um einen Lieferungs-

Informationen zum Autor

Werner Girbig, Jahrgang 1931, er-

zeugführer und Techniker) und

auftrag zu erhalten.

Wolfgang Dierich:

lebte die Schrecken der Luftangriffe

zahlreiche Angehörige von Gefal-

auf Berlin und des Endkampfes um

lenen oder Vermißten aufzuspüren.

Erprobungs- und Versuchsberich-

Wolfgang Dierich war Oberstleut-

die deutsche Hauptstadt hautnah.

Ihre Berichte, Bilder und Dokumente

te, Kopien von Firmenunterlagen,

nant und Staffelkapitän des JaboG

Sein privates Interesse galt schon

tragen dazu bei, einen meist wenig

Zeichnungen, Skizzen und vor al-

34 der Bundesluftwaffe.

früh der Luftfahrt.

beachteten Abschnitt des großen

lem viele Fotos unterstreichen den

Krieges vor der Vergessenheit zu be-

ausführlichen Text. Die vorliegende

In langer Recherchearbeit hat er

Bei Motorbuch veröffentlichte er

wahren. In Form eines Kriegstage-

Sonderausgabe vereint die beiden

Zeitzeugenberichte des KG 51 zu-

u.a. »Start im Morgengrauen« und

buches erzählen die Überlebenden

früher erschienenen Bände zu ei-

sammengetragen.

»Vermißt – Rätselhafte Schicksale

von ihren Einsätzen auf knapp über

nem Gesamtwerk über dieses legen-

deutscher Flieger im 2. Weltkrieg«.

300 großformatigen Seiten.

däre Flugzeug.

32


GEDENKEN

Tradition bewahren besteht nicht aus dem Aufheben der Asche,

sondern aus dem Weitergeben der Flamme.

Ehrentafel

Eberhard Leyendecker

03.01.1916 - 30.06.2011

Ernst Robert Hieronymus

10.03.1923 - 03.09.2011

Eduard Rudolf

4.11.1922 - 3.09.2011

Eduard Wanzke

24.07.1917 - 10.09.2011

Dr. Walter-Julius Carlein

11.07.1922 - 24.08.2011

Heinrich Braun

27.02.1916 - August 2011

Eduard Rudolf

04.11.1922 - 03.09.2011

Hans Fleischer

07.04.1927 - 07.09.2011

Wir gedenken in Ehrfurcht unserer Verstorbenen.

Zum Tod von Eduard Wanzke

Eduard Wanzke wurde am 24.07.1917 in Duisburg geboren.

Seit rund 70 Jahren ist der bekennende Preuße

jedoch Wahlbayer. Als Pilot kam er damals nach Erding

und wohnte in Schwaig, bis er sich in Lerchenfeld ein kleines

Häuslein gebaut hatte. Mit der Fliegerei, die ihn bis

heute prägt und von der er wunderbare Geschichten zu

erzählen vermochte, war bald Schluss.

Nach seiner Meisterprüfung an der Handwerkskammer

gründete der „Wanzke Edi“ einen Maler- und Tapeziererbetrieb

mit einem Ladengeschäft in Lerchenfeld. 1954

erwarb er das historische Haus „Schmid am Büchl“ an

der General-von-Nagel-Straße, wo er bis 1984 mit seiner

Frau Rosi das Farben- und Tapetengeschäft führte. Heute

sorgt sich Wanzkes Sohn Eduard jun. nach gründlicher

Renovierung um das Haus.

Man kennt den stets freundlichen Malermeister eigentlich

nur mit einer brennenden Virginia-Zigarre. Weit voraus

eilte ihm der Duft, der dem Freisinger stets sagte: Der

Edi ist in der Nähe. Und so war er viel in seiner geliebten

Stadt unterwegs, zumeist Seite an Seite mit seiner Frau,

mit der er zwei Söhne groß gezogen hat. Der ältere, Siegi

Wanzke, ist den Freisinger Bürgern bestens als Gymnasiallehrer,

Romführer und langjähriger Vorsitzender des

Stadtverbandes für Sport bekannt. Sein jüngerer Bruder

Eduard, heute erfolgreicher Unternehmer, ist nach Landshut

gezogen, kehrt aber Jahr für Jahr zum Altstadtfest

in seine Heimat zurück, um mit dem Dixieland Stammtisch

für Stimmung zu sorgen. Er ist mit seiner Combo

seit dem ersten Altstadtfest dabei – und auch heute, da

Enkelsohn Sebastian als Stadtverbands-Vorsitzender das

Altstadtfest betreut, ist Onkel Eduard mit Band fester

Programmpunkt.

Noch bis vor wenigen Jahren gab sich Eduard Wanzke

die Ehre bei Fliegertreffen in München, Memmingen oder

Köln, wo man ihn als einen der letzten „Grünherz-Jäger“

des Jagdgeschwaders 54 regelrecht verehrte. Dort durfte

er bei Zeiten sogar den einen oder anderen Gruß in Bücher

signieren.

Man kannte den Wanzke Edi als humorvollen, geselligen

Kameraden. Und der Schalk blitzte ihm bis zuletzt noch

so manches Mal aus den Augen. Der charmante Kavalier

alter Schule schenkte den Damen in seinem Umfeld bis

zum letzten Tag liebevoll einen Handkuss.

Nach dem Tod seiner Frau 1996 lebte er bis 2011 zurückgezogen

in seinem Haus – zufrieden und täglich

herzlich versorgt von seiner Familie. Im Frühjahr 2011

bekam der geliebte Opa von fünf Enkeln und sieben Urenkeln

ein Zimmer im Seniorenheim Zolling, wo er am

10. September 2011 verstarb. Bis zuletzt durfte bei dem

sanftmütigen 94- Jährigen eines nicht fehlen: seine geliebte

Zigarre.

Eduard Wanzke mit seiner geliebten Zigarre.

Als neue Mitglieder dürfen wir begrüssen:

Herbert George

Willkommen in unserer Gemeinschaft!

33


IMPRESSUM

Zeitschrift für die Luftwaffe in Vergangenheit, Gegenwart

und Zukunft sowie die gesamte Luftfahrt.

Liebe Leser,

DEUTSCHER

LUFTWAFFENRING e.V.

den zeitkritischen Leser unserer Luftwaffen-Revue bitten wir

zu berücksichtigen, daß in authentischer historischer Berichterstattung

die bildliche Darstellung von Hoheitssymbolen

staatlicher Unterdrückung nicht fehlen kann. Das gilt in

gleicher Weise für das Hakenkreuz, Hammer und Sichel, den

Sowjetstern und das DDR-Emblem.

Wir haben uns der historischen Korrektheit verschrieben und

wollen solche Darstellungen nicht als falsche Glorifizierung

verstanden wissen.

Die Zurschaustellung solcher Symbole in Museen und Publikationen

regelt der § 86 ff. des Strafgesetzbuches.

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(gegründet 1952)

Tradition & Moderne treffen hier in einer einzigartigen Mischung

aufeinander. Wir würden uns freuen, auch Sie als

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Rheinallee 55, 53173 Bonn,

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Luftwaffenringes e.V. (gegründet 1952)

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NetteVerlag - Hans Peter Killeit

Falltorfeld 21 - 41334 Nettetal

02153-911925 - hans-peter@killeit.de

Autoren dieser Ausgabe:

Holger Thien, Helmut Veikes, Horst Schuh, Roland

Prüfer, Günter Bennewitz, Hans Günter Ploes, Wally

Busch, HPK, Dieter Krüger, Franz-Josef Pütz

Zur Verfügung gestellte Artikel/Bilder:

Presse-Infozentrum der Luftwaffe (PrInfoZLw),

Bundeswehr, Luftwaffenamt, Wikipedia.

Anzeigenverwaltung:

NetteVerlag - Hans Peter Killeit

Erscheinungsweise:

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des Deutschen Luftwaffenringes e.V. oder der

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DEUTSCHER LUFTWAFFENRING e.V. BONN (DLwR)

Geschäftsstelle: Rheinallee 55 • 53173 Bonn

Bundesvorstand

Bundesvorsitzender

Oberst d.R. Horst Schuh

Stellvertreter des Bundesvorsitzenden

Dr. Klaus-Peter Kobbe

Bundesgeschäftsführer

Hans Peter Killeit

Bundesschatzmeister

Dipl. Ing. Horst Obbelode

Projektbeauftragte im Vorstand

Sozialreferent

HFw d.R. Karsten Meyerotte,

Untergliederung

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Vorsitzender: Peter Heidrich

Pegasusstr. 40, 16321 Bernau

Tel.: 03338 - 766213

peterheidrich@online.de

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Am Pleiser Wald 49, 53757 St. Augustin

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Tel.: 0911 - 5180544

Arbeitsgemeinschaften /

Fachgruppen / Traditionsverbände

/ Museen

Arbeitsgemeinschaft Luftkriegsgeschichte

Rheinland (DLwR)

Horst Schuh

Konrad-v.-Hochstaden-Str. 22

53881 Euskirchen

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Tel.: 03860 - 8697

Kameradschaft ehem. Transportflieger

Geschäftsführer: Peter Briegel

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Tel.: 08191 - 46929

Deutsche Lastensegler Luftlande-

Fliegerkameradschaft e.V.

Vorsitzender: Dieter Heckmann

Einsteinstr. 15, 52353 Düren

Telefon / Fax: 02421 - 87960

HeckmannDieter@gmx.de

KG 4 General Wever

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Im Winkel 5, 31185 Hoheneggelsen

Telefon: 05129 / 360

LG 1 und KG 6

Karl Geyr

Diezweg 38, 81477 München

Tel./Fax: 089 - 797076

Kampfgeschwader 2

Hartmut Holzapfel

Richard-Wagner-Str. 19, 37269 Eschwege

Tel./Fax: 05651 - 13174

KG 30

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Aribo Str. 11, 83700 Rottach-Egern

Tel.: 08022 - 28445

Kameradschaft des ehemaligen Flak-Rgt.12

Wolfg.-V. Böltzig,

Friedrichstadt

Leipziger Str. 60/10.2, 10117 Berlin

Tel.: 030 - 2082767

Traditionsgemeinschaft JaboG 43 e.V.

Oberstleutnant a.D. Udo Reinsch

Liegnitzer Straße 8, 26215 Wiefelstede

Tel.: 0179 - 6907592

Gemeinschaft der Flieger

Deutscher Streitkräfte e.V.

Geschäftsführer: Oberst a.D. Rolf Chur

Südstr. 66a, 53797 Lohmar

Tel./Fax: 02246-3037375

Freundeskreis der Luftwaffe e.V.

Generalsekretär: GenMaj a.D. Botho

Engelin, im Haus der Luft- und Raumfahrt,

Godesberger Allee 70, 53175 Bonn

Ln-Truppe/Führungsdienste

GenMaj a.D. Siegfried Poschwatta

Hans-Vollmike-Str. 76, 53842 Troisdorf

Bund deutscher Fallschirmjäger e.V.

GF / Bundesleiter: H.J. Oehler

Im Kleinen Feld 19, 76689 Karlsdorf

Tel.: 07251-348120

Ordensgemeinschaft der

Ritterkreuzträger e.V.

GF und Leiter der Sektion Berlin-Brandenburg:

Dipl.-Kfm. Jürgen Heinze

Ottokarstraße 15, 12105 Berlin,

Tel. + Fax: 030 - 75653756

Förderverein Luftwaffenmuseum

der Bundeswehr e.V.

Geschäftsführer: Andreas Bonsted

Postfach 450 222, 12172 Berlin

Telefon 030 - 8110769

Stiftung Butzweilerhof Köln, Gebäude 1

Präsident: Dr. Edgar Mayer

Butzweilerstr. 35-39, 50829 Köln

Tel.: 0221 - 593538

Kameradschaftliche Vereinigung

der Marineflieger (KMF)

Vorsitzender: Kapitän zur See Gert Kiehnle

Timmermannallee 5, 27580 Bremerhaven

Tel.: 0471-9020560,

Chrigeki@t-online.de

Verband der Reservisten der

Deutschen Bundeswehr e.V.

Bundesgeschäftsstelle

Zeppelinstraße 7A, 53177 Bonn

Tel.: 0228 - 25909-0

Deutsches Technik Museum Berlin

Prof. Dr. Dr. Holger Steinle

Trebbiner Straße 9, 10963 Berlin

Tel: 030/90 254-118

Luftfahrt- und Technik-

Museumspark Merseburg

Dieter Schönau

Kastanienpromenade 50, 06217 Merseburg

Tel: 03461-525776

Dornier Museum

Claude-Dornier-Platz 1 (Am Flughafen)

88046 Friedrichshafen

www.dorniermuseum.de

Förderkreis für

Heimatgeschichte Kölleda e.V.

Vorsitzender Ralf Lemser

Johannisstr. 16, 99625 Kölleda

Tel. 03635-400049

www.luftzeugamt-koelleda.de

Luftfahrthistorische Sammlung

Flugplatz Finow

Vorsitzender: Dr. Peter Kobbe

Biesenthaler Straße

16244 Finowfurt

Tel.: 03335 - 7233

info@luftfahrtmuseum-finowfurt.de

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Die Verbände werden gebeten, die Angaben auf Richtigkeit zu überprüfen und uns auch künftig Änderungen in der Anschrift bekanntzugeben.

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Tel.: 03860 - 8697

Kameradschaft ehem. Transportflieger

Geschäftsführer: Peter Briegel

Akazienstraße 14, 86899 Landsberg

Tel.: 08191 - 46929

Deutsche Lastensegler Luftlande-

Fliegerkameradschaft e.V.

Vorsitzender: Dieter Heckmann

Einsteinstr. 15, 52353 Düren

Telefon / Fax: 02421 - 87960

HeckmannDieter@gmx.de

KG 4 General Wever

Wilhelm Schultze,

Im Winkel 5, 31185 Hoheneggelsen

Telefon: 05129 / 360

LG 1 und KG 6

Karl Geyr

Diezweg 38, 81477 München

Tel./Fax: 089 - 797076

Kampfgeschwader 2

Hartmut Holzapfel

Richard-Wagner-Str. 19, 37269 Eschwege

Tel./Fax: 05651 - 13174

KG 30

Karl Bühler, OTL a.D.

Aribo Str. 11, 83700 Rottach-Egern

Tel.: 08022 - 28445

Kameradschaft des ehemaligen Flak-Rgt.12

Wolfg.-V. Böltzig,

Friedrichstadt

Leipziger Str. 60/10.2, 10117 Berlin

Tel.: 030 - 2082767

Traditionsgemeinschaft JaboG 43 e.V.

Oberstleutnant a.D. Udo Reinsch

Liegnitzer Straße 8, 26215 Wiefelstede

Tel.: 0179 - 6907592

Gemeinschaft der Flieger

Deutscher Streitkräfte e.V.

Geschäftsführer: Oberst a.D. Rolf Chur

Südstr. 66a, 53797 Lohmar

Tel./Fax: 02246-3037375

Freundeskreis der Luftwaffe e.V.

Generalsekretär: GenMaj a.D. Botho

Engelin, im Haus der Luft- und Raumfahrt,

Godesberger Allee 70, 53175 Bonn

Ln-Truppe/Führungsdienste

GenMaj a.D. Siegfried Poschwatta

Hans-Vollmike-Str. 76, 53842 Troisdorf

Bund deutscher Fallschirmjäger e.V.

GF / Bundesleiter: H.J. Oehler

Im Kleinen Feld 19, 76689 Karlsdorf

Tel.: 07251-348120

Ordensgemeinschaft der

Ritterkreuzträger e.V.

GF und Leiter der Sektion Berlin-Brandenburg:

Dipl.-Kfm. Jürgen Heinze

Ottokarstraße 15, 12105 Berlin,

Tel. + Fax: 030 - 75653756

Förderverein Luftwaffenmuseum

der Bundeswehr e.V.

Geschäftsführer: Andreas Bonsted

Postfach 450 222, 12172 Berlin

Telefon 030 - 8110769

Stiftung Butzweilerhof Köln, Gebäude 1

Präsident: Dr. Edgar Mayer

Butzweilerstr. 35-39, 50829 Köln

Tel.: 0221 - 593538

Kameradschaftliche Vereinigung

der Marineflieger (KMF)

Vorsitzender: Kapitän zur See Gert Kiehnle

Timmermannallee 5, 27580 Bremerhaven

Tel.: 0471-9020560,

Chrigeki@t-online.de

Verband der Reservisten der

Deutschen Bundeswehr e.V.

Bundesgeschäftsstelle

Zeppelinstraße 7A, 53177 Bonn

Tel.: 0228 - 25909-0

Deutsches Technik Museum Berlin

Prof. Dr. Dr. Holger Steinle

Trebbiner Straße 9, 10963 Berlin

Tel: 030/90 254-118

Luftfahrt- und Technik-

Museumspark Merseburg

Dieter Schönau

Kastanienpromenade 50, 06217 Merseburg

Tel: 03461-525776

Dornier Museum

Claude-Dornier-Platz 1 (Am Flughafen)

88046 Friedrichshafen

www.dorniermuseum.de

Förderkreis für

Heimatgeschichte Kölleda e.V.

Vorsitzender Ralf Lemser

Johannisstr. 16, 99625 Kölleda

Tel. 03635-400049

www.luftzeugamt-koelleda.de

Luftfahrthistorische Sammlung

Flugplatz Finow

Vorsitzender: Dr. Peter Kobbe

Biesenthaler Straße

16244 Finowfurt

Tel.: 03335 - 7233

info@luftfahrtmuseum-finowfurt.de

Alle Angaben ohne Gewähr

Irrtümer und Änderungen vorbehalten

Die Verbände werden gebeten, die Angaben auf Richtigkeit zu überprüfen und uns auch künftig Änderungen in der Anschrift bekanntzugeben.

Sollte die Aufnahme einer Telefon-Nummer und/oder E-Mail gewünscht werden, so bitten wir um Mitteilung.

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