Hin- und hergerissen - Probeethovenhalle.de

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Leserbriefe sind eine wichtige Form der Meinungsäußerung durch die Bürger, werden aber

im Allgemeinen nicht in elektronischer Form veröffentlicht. Daher stellen wir sie als

Abschrift zur Verfügung. Die folgenden Leserbriefe erschienen am Donnerstag, 15.

September 2011 auf Seite 29 des Bonner GENERAL-ANZEIGER unter der Überschrift:

Hin- und hergerissen

Weitere Beiträge zur Festspielhaus-Diskussion

Ich bin hin- und hergerissen: „Hin“ reißt mich der Gedanke, die Beethovenstadt Bonn

braucht ein repräsentatives Festspielhaus, um Beethoven so zu feiern wie Mozart in

Salzburg gefeiert wird. Ein Bonner Standortvorteil muss Kultur sein, wenn wir die

weltoffene, rheinische UN-Stadt bleiben wollen.

„Her“ reißt mich die Einsicht, dass uns die Schulden bis zum Hals stehen. Vorbei die

Zeit, in der Fortschritt auf Pump finanziert werden konnte. „Pump“ ist schließlich die

Quelle der gegenwärtigen globalen Misere. Also ist eine neue Bescheidenheit gefragt.

Hin“ reißt mich dagegen die Erfahrung, dass alle großen Projekte über die Verhältnisse

ihrer jeweiligen Heimat und Zeit hinaus gingen. Es macht auch einen Unterschied, ob die

Schulden den Konsum der Gegenwart finanzieren oder die Investionen, an der sich noch

zukünftige Generationen erfreuen. Also ist Mut gefragt.

„Her“ reißt mich unsere Beethovenhalle. Sie für ein Festspielhaus abzureißen, wäre

Nachschub für historischen Gedächtnisschwund. Die Bonner Republik hat wenige

Erinnerungsstücke. Die Beethovenhalle ist eines der übriggebliebenen. Hier zelebrierte die

Bonner Republik „Staatsräson“. Das politische Bonn hatte hier einen Festsaal.

Architektonisch steht die Beethovenhalle für eine Nachkriegsarchitektur, deren

Modernität sich von der Bombastik der Nazi-Zeit wohltuend emanzipierte.

Lasst uns deshalb die Beethovenhalle erhalten, ... und wenn das viele Geld für ein neues

Festspielhaus fehlt, das an einem anderen Platz von Bonn errichtet werden müsste, dann

steckt das wenigere Geld in unsere Beethovenhalle, die einer Renovierung bedürftig ist.

Also Wunschtraum: Festspielhaus und Beethovenhalle. Realistische Erwartung:

Renovierte Beethovenhalle. Noch wichtiger als Steine und Hallen sind wir Bonner, die stolz

sind auf unseren Beethoven und die Gäste, die ihn feiern. Ob mit oder ohne Festspielhaus

sind freundliche Bonner Gastgeber unser bestes Prunkstück.

Dr. Norbert Blüm, Bonn

Da möchte Jürgen Nimptsch auf Biegen und Brechen das neue Festspielhaus durchsetzen,

obwohl sich einige Sponsoren zurückgezogen haben, und die Stadt höchstwahrscheinlich

auf den Baukosten von 80 Millionen Euro (wenn das denn reicht) sitzen bleibt. Um das

durchzusetzen, hat er sich tolle Dinge ausgedacht, wie zum Beispiel die Oper abzureißen.

Die Oper ist zu 98 Prozent ausgelastet, und da will Nimptsch sie einfach so abschaffen.

Vielleicht sollte er auch mal in die Oper gehen. Bärbel Dieckmann habe ich öfters dort

gesehen, ihn noch nie. Aber die Sanierung der Oper würde ja 21 Millionen Euro kosten, das

ist zu viel! Käme noch die Sanierung der Beethovenhalle mit fünf Millionen hinzu, wären

das zusammen 26 Millionen hinzu, wären das zusammen 26 Millionen - natürlich viel zu

viel gegenüber den Peanuts von 80 Millionen für das Festspielhaus.


Die Beethovenhalle ist gut ausgelastet, das neue Festspielhaus stünde, da es nur als

Musikhalle gedacht ist, monatelang leer und würde trotzdem Unterhalt kosten, ohne einen

Cent einzunehmen. Wir sind doch nicht Salzburg oder Bayreuth!

Bonn ist bis zum Stehkragen verschuldet - da macht es nichts, wenn der OB noch etliche

Millionen draufhäufelt. Ich fasse es nicht!

Ingrid Grenzmann, Bonn

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