Präsentation - Ärztekammer Berlin

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Präsentation - Ärztekammer Berlin

Personalisierte Medizin aus Sicht

der Hämatologie und Onkologie

ERSTER UNABHÄNGIGER

FORTBILDUNGSKONGRESS

DER ÄRZTEKAMMER BERLIN

In Kooperation mit der

Arzneimittelkommission

der deutschen Ärzteschaft

Sebastian Fetscher, Klinik für Innere Medizin III

Hämatologie, Onkologie, Immunologie und Palliativmedizin

Sana Kliniken GmbH Lübeck


Personalisierte Medizin in der

Hämatologie und Onkologie

1. Epidemiologische Vorbemerkung

2. Chronisch myeloische Leukämie

3. Andere maligne Erkrankungen

4. Zusammenfassung


Epidemiologische Vorbemerkung

Krebserkrankungen in Deutschland

1. Krebs-Neudiagnosen pro Jahr > 450.000

2. (Todesfälle pro Jahr gesamt > 860.0000)

3. Todesfälle pro Jahr durch maligne

Erkrankungen > 220.000

4. Erstdiagnosen CML pro Jahr > 1.500


Verlauf der CML in Phasen


CML: historische Entwicklung der Therapie


Medikamentöse Therapie der CML

Signalvermittlung von BCR-ABL

Wirkungsweise von Imatinib


Medikamentöse Therapie der CML


Therapie der CML mit Imatinib


Therapie der CML: Fortschritte

Imatinib

Garcia-Monero et al., Cancer 2003;98:437-457


Therapie der CML mit Imatinib:

Erste Wermutsropfen


Therapie der CML mit Imatinib:

Gut ist nicht gut genug

Imatinib

2. Generation

Nilotinib

Imatinib IC 50

669 nM

Dasatinib

Bosutinib

3. Generation

PHA-358

MK-0457

Nilotinib IC 50

25 nM


Besonderheiten in der Therapie der CML

1. Seltene Erkrankung (0,3 % der Erstdiagnosen)

2. Geringe Mortalität (0,03 % der Todesfälle)

3. Durchschnittsalter bei Erstdiagnose 55-65 Jahre

4. Keine Assoziation zu Noxen (Alkohol, Tabak etc)

(unterdurchschnittliche Komorbidität)

5. Monogenetische Erkrankung !

6. Relativ gesetzmäßiger Verlauf +/- Therapie

7. Tierexperimentell reproduzierbare Leukämogenese

8. Weitgehend aufgeklärte Molekularbiologie

9. Spezifische medikamentöse Monotherapie verfügbar

10. Geringe und beherrschbare Therapietoxizität

11. Prädiktion des Ansprechens auf drei Generationen

spezifischer Medikamente möglich (Mutationsanalyse)

12. 95% der etablierten Therapien verdrängt

13. Therapieergebnis relativ nah an der Kuration


Komponenten der Kanzerogenese


Ansatzpunkte für „targeted therapies“

Signalübertragungswege

[Ras, raf, MAPK, MEK, ERK,

Proteinkinase C, Pl3K]

Rezeptoren fü den Wachstumsfaktor

[HER-Familie, VEGF/R, c-kit/SCFR etc.]

Wachstumsfaktoren

[VEGF, Integrine u.a.]

Extrazelluläre Matrix

[MMPs]

Proteasom

Protesom-Inhibitoren

tumorassoziierte

Antigene/Marker

[Ganglioside, CEA,

MAGE u.a.]

Mechanismen für das

Zellüberleben

[Cyclin-abh. Kinasen, mTOR,

cGMP, COX-2, p53, Bcl-2]


Probleme bei der personalisierten

Therapie anderer maligner Erkrankungen

1. Höheres Durchschnittsalter bei Erstdiagnose

2. Assoziation zu Noxen (Alkohol, Tabak etc)

3. Oft signifikante Komorbidtät

4. Polygenetische Erkrankungen

5. Kanzerogenese-Modelle komplexer+unvollständiger

6. Molekularbiologie weit weniger gut geklärt

7. Unbehandelt und behandelt unberechenbarer Verlauf

8. Monotherapie nur selten ausreichend wirksam

9. Prädiktion des Ansprechens nur selten möglich

10. Heterogene, zum Teil signifikante Toxizität

11. Mehr Ergänzung der etablierten Therapien als Ersatz

12. Mit wenigen Ausnahmen nur palliativer Effekt

13. Effekt auf Gesamtüberleben meist gering oder fehlend


Zusammenfassung I

• Personalisierte Therapien spiegeln Fortschritte im

molekularen Verständnis maligner Erkrankungen

• Bei den meisten Erkrankungen wirken sich neue

„personalisierte“ Therapien nur bedingt auf das

Ergebnis einer weiterhin palliativen Therapie aus

• Eine Steuerung von Entwicklung und klinischem

Einsatz „personalisierter“ Therapien erscheint bei

langfristig unberechenbaren Kosten sinnvoll


Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit

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