Premierenfieber - Ford

at.ford.com

Premierenfieber - Ford

Februar 2010

Unser Standort: Europa

Premierenfieber


Editorial

Gut gerüstet

von John Fleming

Executive Vice President und

Chairman & CEO Ford of Europe

Das Jahr 2010 hat gut für uns angefangen: Wir meldeten für 2009 ein

Marktanteilswachstum und enthüllten erstmals die neue Generation

unseres Ford Focus. Obwohl die Marktsituation im vergangenen Jahr

schwierig war, setzten wir in unseren Hauptmärkten 1,44 Millionen

Fahrzeuge ab, erhöhten unseren Marktanteil auf 9,1 Prozent und

festigten unsere Position als zweitstärkste Automobilmarke in Europa.

Parallel zur Verkündung dieser Ergebnisse sorgte die Vorstellung des

neuen Ford Focus bei der North American International Auto Show

weltweit für Schlagzeilen. Die extrem positive Resonanz der Medien

und der Öffentlichkeit konnte ich in Detroit, wo ich die Enthüllung

dieses so wichtigen neuen Modells begleitete, persönlich erleben

und war überwältigt.

Im März feiern wir auf dem Genfer Auto-Salon die Europa-Premiere

der neuen Focus-Generation und werden dort ganz sicher ähnliche

Reaktionen sehen. Der neue Ford Focus ist ein weiterer Gewinn für

ONE Ford. Hier bei uns in Europa tritt er im Kernsegment des

Automobilmarktes an. Und wie Sie in dieser @Ford-Ausgabe sehen

können, verfügt das neue Modell über alle Attribute, um in der am

härtesten umkämpften Fahrzeugklasse die Führung zu übernehmen.

Der Ford Focus ist nicht unser einziger Newcomer. Die neuen, in

Brüssel erstmals präsentierten Ford S-MAX und Galaxy werden

zurzeit von der europäischen Fachpresse unter die Lupe genommen.

Seien Sie gespannt auf viele positive Testberichte!

Unserer Produktoffensive für 2010 geht aber noch weiter. Auf der

Agenda stehen zahlreiche Neuheiten, bis zum Ende des Jahres wird

unser Fahrzeugangebot frischer und umfassender sein als je zuvor.

Damit werden wir die für 2011 erwartete Markterholung bestmöglich

nutzen können. Für den Moment bleibt die unsichere Lage am

Automobilmarkt trotz des positiven Jahresauftakts bestehen. Noch

fehlen konkrete Zeichen einer Erholung. Da viele Abwrackprogramme

enden, ist für dieses Jahr mit einem Marktvolumen von lediglich 13,5

bis 14,5 Millionen Fahrzeugen zu rechnen. Verglichen mit 18 Millionen

in 2007, 16,6 Millionen in 2008 und 15,8 Millionen im Rezessionsjahr

2009 wird besonders deutlich, welche Herausforderungen uns 2010

bevorstehen. Ein Absatz dieser Größenordnung kann schlichtweg

keine Industrie tragen, die weiterhin von massiven Überkapazitäten

belastetet ist. Unvermeidliche Folgen werden ein nochmals erhöhter

Druck auf die Betriebskosten sowie ein noch härterer Wettbewerb

sein. Zusätzlich erschwert der Zulauf an Produkten aus

Niedrigpreisländern wie Südkorea, wo Exporte staatlich gefördert

werden, die Situation.

Wir treten diesen Herausforderungen mit angemessenen Maßnahmen

zur richtigen Zeit entgegen, damit wir unsere Geschäftsziele auch

unter derartigen Marktbedingungen erreichen. Mehr denn je ist dabei

entscheidend, die Liquidität im Auge zu behalten. Im Zuge dessen

müssen all unsere Geschäftsbereiche 2010 noch schlanker werden

und wir alle noch aufmerksamer sein.

In den kommenden Monaten erwartet uns starker Gegenwind, doch

ich kenne kein Team, das besser gerüstet wäre, durch diesen Sturm

besseren Zeiten entgegen zu schreiten, als das Team von Ford in

Europa. Vielen Dank.

One Team · One Plan · One Goal ·

06

10

14

04 Aktuell

Doppelerfolg in den USA

500.000 Ford Fiesta

Jubiläum in Saarlouis

06 Titelgeschichte

Auf der North American

International Auto Show

enthüllte Ford die neue

Generation des Ford Focus

Ford Report

Eingelegt zwischen

den Seiten 10 und 11

12

18

10 Reportage

Weltpremiere der neuen

Van-Modelle Ford S-MAX

und Galaxy auf der

European Motor Show

in Brüssel

12 Reportage

Sicherheit bleibt oberster

Tagesordnungspunkt

14 Interview

Ingvar Sviggum über die

Ziele für das neue Jahr

16 Märkte

Absatz und Marktanteile

im Überblick

18 Qualität

Ein Roboter, der fühlt

Ford Europa Februar 2010

Inhalt

Redaktion: Emmanuel Lubrani, elubrani@ford.com

Autoren: Kelvin Brown, Rick Franks, Peter Noble, Richard Noble

Deutsche Ausgabe: Angela Borkott, aborkott@ford.com Design:

Manfred Müller, mmuell86@ford.com, Alexander Bertrams, Annette Vellay

Produktion: Zetweka, Print & Production Management, Cologne Digitale

Reproduktion: purpur, Cologne Druck: NEEF + STUMME premium printing,

Wittingen Herausgeber: Ford of Europe, Public Affairs


Aktuell

1

1 DoPPElERFolg FüR FoRD

Bei der North American International Auto

Show (NAIAS) konnte sich Ford über zwei

renommierte Auszeichnung freuen: Die Titel

„North American Car of the Year“ und

„North American Truck of the Year“

gingen an den Ford Fusion Hybrid 2010

und den Ford Transit Connect.

Erst zum dritten Mal in der Geschichte der

Auszeichnung, vergeben von US-amerikanischen

und kanadischen Fachjournalisten,

gingen beide Titel an einen einzigen

Hersteller.

Im Finale setzte sich der Ford Fusion Hybrid

– Amerikas sparsamste Mittelklasse-Limousine

– unter anderem gegen den Buick

LaCrosse und den VW Golf durch.

Der in Europa entwickelte und nun auch in

Nordamerika verfügbare Ford Transit

Connect ist bereits das sechste Nutzfahrzeug

von Ford, das mit dem begehrten Titel

ausgezeichnet wurde. Damit behauptet Ford

die meisten Siege für sich.

4 @Ford Europa Februar 2010

2 500.000 NEuE FoRD FiEsTA

Im Ford-Werk Niehl ist am 12. Januar

der 500.000. Ford Fiesta der jüngsten

Generation vom Band gerollt. Bei dem

Jubiläumsfahrzeug handelte es sich um

einen Dreitürer in Frost-Weiß mit 1,6 Liter-

Benzinmotor (88 kW/120 PS) für einen

Kunden in Großbritannien. Niemals zuvor

hatte ein Fahrzeug aus Kölner Produktion

die 500.000er Marke in nur 17 Monaten

erreicht. Das Kölner Fahrzeugwerk fertigt

im Drei-Schicht-Betrieb im flexiblen Mix

täglich 1.885 Ford Fiesta und Fusion. im

Jahr 2009 verließen insgesamt 406.166

Fahrzeuge die Fertigungslinie, davon

350.470 Ford Fiesta und 55.696 Fusion.

3 vERkAuF voN volvo RüCkT

NäHER Die Ford Motor Company hat

die Weichen zum Verkauf der volvo Car

Corporation gestellt. Ford und die chinesische

Zhejiang Geely Holding Group

Company Limited einigten sich über „alle

substantiellen wirtschaftlichen Konditionen“

des Verkaufs. Bis zur Vertragsunterzeich-

2

4

5

nung stünden noch die Finanzierung sowie

die Genehmigungen durch die Regierungen

aus, teilte das Unternehmen mit. Der

endgültige Abschluss wird für das erste

Quartal 2010 erwartet, der Vollzug der

Transaktion soll im zweiten Quartal erfolgen.

PREisREgEN

Gleich sieben What Van? Awards 2010

gingen jetzt an Nutzfahrzeuge von Ford.

Die Jury des britischen Fachmagazins

vergab unter anderem den Titel des besten

Kleintransporters an den Ford Fiesta van

und wählte Ford Transit und Transit

Connect zu den Gewinnern in der Kategorie

Sicherheit. Auch der Ford Ranger belegte in

seiner Klasse einen der vorderen Plätze.

4 Jubiläum iN sAARlouis

Runder Geburtstag im Ford-Werk Saarlouis:

Vor 40 Jahren, am 16. Januar 1970, rollte

dort der erste Ford Escort vom Band. Bis

heute hat das Werk fast zwölf Millionen

Fahrzeuge produziert und gilt als „Motor

der saarländischen Wirtschaft“.

Neben dem Ford Escort kamen die Modelle

Ford Capri, Fiesta und Orion aus Saarlouis.

3


8

6

Seit 1998 fertigt das Werk die Focus-Baureihe

sowie seit 2003 den Ford C-MAX und

seit 2008 den Ford Kuga.

Auch die nächste Generation des Ford

Focus, deren Serienstart Ende 2010 vorgesehen

ist, wird in Saarlouis gebaut. Der

Standort bleibt damit „Lead Plant“ (Stammwerk)

und einziger westeuropäischer

Fertigungsstandort für diese Modellfamilie.

5 süssE FoRD FiEsTA

64 weiße Ford Fiesta mit auffälligen roten

Punkten prägen jetzt das Straßenbild in

Ungarn. Die Fahrzeuge ergänzen seit Januar

die Flotte des Unternehmens FrieslandCampina,

das in Ungarn unter dem Namen

„Piros Pöttyös“ (Rote Tupfen) Milchdesserts

und Süßigkeiten vertreibt. Neben den Fiesta

erhält FrieslandCampina 23 Ford Focus für

seinen Fuhrpark.

6 us-sTAR bloCk vERsTäRkT

RAllYE-kADER Der amerikanische

Rennfahrer und Medienstar ken block wird

2010 für Ford an verschiedenen motorsportveranstaltungen

teilnehmen.

Der 42-Jährige, 2005 „Rookie des Jahres“

7

in der Rally America-Serie und dreifacher

Medaillengewinner bei den X Games, wird

mit einem Ford Focus RS WRC zu ausgewählten

Läufen der Rallye-Weltmeisterschaft

starten. Darüber hinaus sind Einsätze

mit speziellen Wettbewerbsvarianten des

neuen Ford Fiesta bei der Rally America-

Meisterschaft sowie den X Games geplant.

7 AusTAusCH miT HäNDlERN

Die European Ford Dealer Association

(EFDA), der europaweit rund 6.500 Ford

Vertriebspartner angehören, kam im

Dezember in Köln mit dem Management

von Ford of Europe zusammen, um die

aktuelle Marktsituation zu diskutieren und

Strategien auszutauschen.

Christian Digoin, Vorsitzender des EFDA

und Ford-Händler im französischen Nantes,

kommentierte: „Die Offenheit und Transparenz

seitens Ford ist einzigartig und ein

Beweis der engen Partnerschaft, die das

Unternehmen zu seinen Händlern pflegt.

Beispielhaft ist auch die Rolle, die Ford zur

Förderung der Händlerrentabilität

einnimmt.“

Aktuell

8 FoRD FoCus isT bEsTER

gEbRAuCHTER Die britische Organisation

CAP, spezialisiert auf die Restwertbestimmung

von Gebrauchtwagen, hat den

Ford Focus (baujahr 1998-2005) zum

gebrauchtwagen des Jahrzehnts gekürt.

In der Kategorie der besten Kleinwagen des

Jahrzehnts ging der Titel an den Ford Ka

(Baujahr 1996-2008).

9 iNTERAkTivEs HANDbuCH

Als Alternative zur klassischen Betriebs-

anleitung hat Ford Dänemark jetzt eine

interaktive Online-Lösung entwickelt. Auf

der Hersteller-Website führt ein „lebendiges

Handbuch“ mit Videos und Bildern durch

die Bedienung und Funktionen des Ford

Fiesta und hilft bei allen Fragen rund um das

Fahrzeug – vom Öffnen der Motorhaube bis

zum Reifenwechsel.

@Ford Europa Februar 2010 5

9


Titelgeschichte

FoRD FoCus

Bereit für eine globale Karriere

Entwickelt im Rahmen einer Kontinente übergreifenden Zusammenarbeit schickt sich

der neue Ford Focus an, die Erwartungen von Kunden weltweit zu übertreffen. Bei

seinem Debüt auf der North American International Auto Show in Detroit verdeutlichte

der neue Kompakte , warum er die perfekte Verkörperung der ONE Ford-Strategie ist

markant, dynamisch, athletisch:

Im neuen Ford Focus „konzentriert sich das Beste

aus Europa, Nordamerika und Asien“

6 @Ford Europa Februar 2010

DuRCH DiE büNDEluNg globAlER

komPETENzEN hat Ford ein Auto auf die

Räder gestellt, das keine Wünsche offen

lässt: sportives Design, Fahrdynamik auf

höchstem Niveau, niedriger Kraftstoffverbrauch,

innovative Technologien und

höchste Verarbeitungsqualität.

Die Entwicklung des neuen Ford Focus

lag in den Händen eines international

besetzten Teams unter Federführung des für

Klein- und Kompaktwagen zuständigen

Exzellenz-Centers von Ford Europa in Köln-

Merkenich. Die moderne Kraftübertragungs-

Technologie steuerten die Experten des

Technikzentrums im britischen Dunton bei.

Ende 2010 laufen in Saarlouis und in

Michigan (USA) die Fertigungsbänder für

den neuen Ford Focus praktisch zeitgleich

an. Als dritter Produktionsstandort ist

Chongqing in China vorgesehen. Über alle

Regionen betrachtet wird die neue Modellfamilie

mit einem Gleichteile-Umfang von

gut 80 Prozent gefertigt.

Die Markteinführungen in Europa und

Nordamerika stehen Anfang 2011 auf dem

Programm, Asien, Afrika und Südamerika

folgen etwas später.

Dem neuen Ford Focus kommt eine

entscheidende Rolle zu, denn er läutet eine

neue Generation von Ford-Fahrzeugen ein,

die für Kunden auf der ganzen Welt entwickelt

und weltweit nahezu identisch gebaut

werden.

DEsigN

„Die Gestaltung des neuen Ford Focus,

die regionalen Vorlieben in Details angepasst

werden kann, lässt das tiefe Verständnis

für unsere weltweiten Kunden erkennen“,

so J. Mays, Vice President Design und

Chief Creative Officer der Ford Gruppe.

„In diesem Automobil konzentriert sich das

Beste aus Europa, Nordamerika und Asien

– und ermöglicht auf diese Weise ein

emotionales Fahrerlebnis wie kaum ein

anderes Fahrzeug dieser Größe zuvor.“

Seine attraktive Frontpartie, das schlanke

Profil und die Spannung erzeugende Gürtellinie

verleihen dem neuen Ford Focus einen

athletischen Auftritt. Dieser Eindruck setzt

sich im avantgardistisch designten Interieur

im Cockpit-Stil fort. Markantestes Element:

die geschwungen modellierte Mittelkonsole,

deren Bedienelemente für den Fahrer

besonders leicht zu erreichen sind. Ebenfalls

hervorzuheben ist die hohe Verarbeitungsqualität

des Innenraums und die Güte

der verwendeten Materialien, die das Niveau

von Premium-Limousinen höherer Segmente

erreichen.


„der neue Ford Focus

liefert den klaren Beweis,

dass wir dank der

wegweisenden ,oNE

Ford‘-Produktstrategie

unseren Kunden auf der

ganzen Welt hervorragende

automobile

anbieten können, die in

sich die gebündelten

Stärken der Ford Motor

Company vereinen.“

Alan Mulally

President & CEO

Ford Motor Company

Produktion auf drei kontinenten: Alan Mulally mit Bill Ford, Mark Fields, John Fleming und Joe Hinrichs (v.l.n.r.) auf der NAIAS 2010.

uNERREiCHTE FAHRquAliTäT

Der neue Ford Focus legt die Messlatte in

puncto Agilität und sportlich-direktes

Fahrverhalten erneut ein gutes Stück höher.

So erfuhr das bewährte Fahrwerks-Layout

des Vorgängers eine tief greifende

Überarbeitung an der Schwertlenker-Hinterachse

ebenso wie dem vorderen und

hinteren Fahrwerksrahmen. Auch mit der

Einführung des fortschrittlichen „Dynamic

Cornering Control“-Systems verbessern die

Fahrdynamik-Spezialisten von Ford die

Kurvenstabilität des Ford Focus nochmals.

Ein sogenanntes „Torque vectoring“-System

regelt die Verteilung des Drehmoments auf

die angetriebenen Vorderräder. Unerwünschtes

Untersteuern wird so reduziert

und die Traktion ebenso wie das Einlenkverhalten

verbessert. Die neu entwickelte

elektrische Servolenkung überzeugt dank

sorgfältiger Feinabstimmung bei hohen

Geschwindigkeiten mit klaren und präzisen

Rückmeldungen, während die Lenkkräfte für

Einparkmanöver auf ein Mindestmaß

reduziert werden konnten.

Fahrvergnügen

Ford Focus in Zahlen

• Seit 1998 wurden weltweit mehr als

9,2 Millionen Ford Focus verkauft.

Titelgeschichte

• Der neue Ford Focus wird in

122 Ländern auf den Markt kommen.

• Jeder vierte weltweit verkaufte

Neuwagen stammt aus dem

C-Segment.

Die Entwicklung des kompakten Mittelklasse-Modells lag in

den Händen eines erfahrenen Fahrdynamik-Teams, das auf

eine optimale Balance der Parameter Lenkung, Handling und

Komfort abzielte.

Das von Norbert Kessing, Leiter Vehicle Dynamics, geführte

Entwicklerteam besteht aus einer Gruppe von Ingenieuren aus

dem Technikzentrum von Ford in Köln-Merkenich und dem

Bereich Fahrversuch, der an der Teststrecke im belgischen

Lommel ansässig ist. Die routinierten Ingenieure setzen einerseits

modernste, rechnergestützte Konstruktions- und

Simulationsprogramme ein, während sie andererseits akribisch

an der Fahrwerksabstimmung des realen Fahrzeugs

arbeiten. Ziel ist eine präzise, agile und berechenbare Charakteristik

der Lenk- und Fahrwerkssysteme – die in der Summe

das für Ford typische Fahrvergnügen ergeben.

Das europäische Fahrdynamik-Team gehörte zu den ersten,

die das gefühlte Fahrerlebnis als Teil des Marken-Erbguts

(DNA) von Ford etablierten. Als Grundlage hierfür definierten

die Ingenieure präzise die erwünschten Fahreigenschaften

und legten den Charakter fest, der künftig jeden neuen Ford

kennzeichnen sollte. Anschließend übersetzten sie diese DNA

in technische Spezifikationen, um jedes Einzelmerkmal

testen, messen und bewerten zu können.

.

@Ford Europa Februar 2010 7


Titelgeschichte

markant: Die geschwungene Mittelkonsole

Weltweite Partnerschaften

Bei der Produktionsplanung für das künftige

C-Segment-Portfolio war der Aufbau einer robusten

Zuliefererstruktur eines der Hauptziele des Zentraleinkaufs

von Ford.

Statt auf jedem Kontinent mit unterschiedlichen Zulieferern

zu arbeiten, stellte Ford eine Gruppe von Schlüsselpartnern

zusammen, die bereits in einem frühen Stadium

des Entwicklungsprozesses einbezogen wurden und weitaus

detailliertere Informationen über Produktspezifikationen

oder Volumenplanungen erhielten als bislang üblich.

Die Basis für eine enge globale Zusammenarbeit legte das

Aligned Business Framework (ABF), mit dem Ford vor vier

Jahren die Richtlinien für die Kooperation mit Zulieferern

festschrieb. Um Ressourcen möglichst effizient einzusetzen,

definierte Ford eine Liste der 112 kostspieligsten Fahrzeug-

Komponenten. Diese machen zusammen 80 Prozent der

gesamten Materialkosten aus und umfassen Teile vom Dreieckslenker

bis zu den Bremsscheiben – lediglich der Antriebsstrang

bleibt von dieser Rechnung ausgenommen.

Teams aus den Bereichen Einkauf und Entwicklung analysierten

jede der Top-112-Komponenten und leiteten einen Business

Plan ab. Anstatt für alle Komponenten Angebote von einer Vielzahl

Zulieferer einzuholen, orderte Ford mehr als drei Viertel der benötigten

Teile bei den bevorzugten Lieferanten – stets in vollem

Einklang mit den Vorgaben des ABF.

Die weltweiten Zulieferer-Partnerschaften sind der Auftakt zu einer

fruchtbaren Zusammenarbeit. Ein Beleg für die positiven Auswirkungen

dieser Strategie: Selbst im Vergleich mit relativ jungen Neuerscheinungen

aus dem Jahr 2006 konnte Ford seine Entwicklungskosten

um mehr als 60 Prozent senken.

8 @Ford Europa Februar 2010


EFFiziENTE ANTRiEbE

Für den neuen Ford Focus steht ein breites

Angebot an hochmodernen EcoBoost

SCTi-Benzin- und weiterentwickelten

Duratorq TDCi-Dieselmotoren bereit.

Gemeinsamkeit: Die Vierzylinder vereinen

fortschrittliche Direkteinspritzungs-Technologie

mit aktueller Turboaufladung und

senken so ihren Kraftstoffbedarf – jeweils im

Vergleich zum Vorgängermodell betrachtet

– um zehn bis 20 Prozent.

NEuE TECHNologiEN

Die globale Ausrichtung der neuen

C-Segment-Fahrzeugarchitektur inklusive

der damit verbundenen Stückzahlen

eröffnet der nächsten Focus-Generation den

Zugang zu Ausstattungsdetails, die erst

dank dieser Mengeneffekte kosteneffizient

darstellbar sind.

Beispiel: das Bedienkonzept HMI (Human

Machine Interface), auf dem amerikanischen

Markt unter der Bezeichnung „MyFord

bekannt. Seine zeitgemäße Kombination

von Tasten und Displays mit einer logisch

gestaffelten Menüführung ermöglicht die

Steuerung aller wesentlichen Fahrzeugfunktionen.

In den gehobenen Ausstattungslinien

kommt die höchste Entwicklungsstufe

des HMI zum Einsatz, das Fahrerinformationssystem

„Convers+“ inklusive farbigem

8-Zoll-Touchscreen.

Die aktuellste Generation des leistungsfähigen

„Sound & Connect“-Pakets (Bezeichnung

in den USA: SYNC) erleichtert via

Bluetooth die Integration moderner Entertainment-

und Kommunikationssysteme und

zeichnet sich durch eine nochmals präzisere

Sprachsteuerung aus.

Weitere Ausstattungsdetails: das Ford

KeyFree-System mit Ford Power-Startfunktion,

eine Rückfahrkamera und ein halbautomatisches

Einparksystem, das hilft, den

Wagen präzise in längs zur Fahrtrichtung

liegende Parklücken zu manövrieren.

kARossERiEsTRukTuR

Die Grundarchitektur des neuen Modells

zeichnet sich durch eine enorm rigide

Struktur aus, die sich positiv auf Fahrdynamik

und -komfort auswirkt, zugleich aber

auch die Basis für eine nochmals größere

Crash-Sicherheit liefert. Die Grundlage

hierfür stellt der intensive Einsatz hochfester

Stähle, die bereits 55 Prozent der Karosserie

ausmachen. 26 Prozent des Chassis

bestehen sogar aus sogenannten Boron-

und ultrahochfesten Stählen – mehr als in

jeder anderen Baureihe von Ford zuvor.

Auf diese Weise erfüllt der neue Ford Focus

nicht nur die weltweit strengsten Crash-

Vorschriften, sondern hält auch im Hinblick

auf das Fahrzeuggewicht Maß.

verwindungssteif und besonders sicher: Hochfeste Stähle machen

55 Prozent der Karosserie aus

„Weltweit wächst die Nachfrage nach

kompakteren automobilen mit besonders

niedrigem Kraftstoffverbrauch, ohne dass die

Kunden zu Einschränkungen in puncto design,

Fahrqualität, Komfort oder bei der Vernetzung

mit modernen Kommunikationssystemen

bereit wären.“

Derrick Kuzak

Group Vice President Global Product Development

Plattform-

Strategie

Titelgeschichte

Der neue Ford Focus ist eine von rund

zehn eigenständigen Baureihen auf Basis

der neuen C-Segment-Fahrzeugarchitektur,

die Ford in den kommenden

Jahren ins Rennen schicken wird. Den

Auftakt machen der neue Ford C-MAX

und Ford Grand C-MAX, die im September

2009 auf der Internationalen Automobil-Ausstellung

(IAA) in Frankfurt

erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt

wurden. Die beiden sportlichen

Kompaktvans feiern ihr Marktdebüt in

der zweiten Jahreshälfte 2010.

steigende nachFrage

In Europa ist das C-Segment, also die

Ford Focus-Klasse“ mit 30 Prozent

Marktanteil dominierend. In den USA ist

der Klein- und Kompaktwagen-Anteil,

also das B- und C-Segment zusammengefasst,

am Neuwagenverkauf von

rund 14 Prozent im Jahr 2004 bereits auf

mehr als 21 Prozent aktuell gestiegen.

In den kommenden fünf Jahren, so die

Prognosen der Marktforscher, wird allein

das C-Segment 25 Prozent der Neuzulassungen

ausmachen. In Asien und

Afrika zeichnet diese Fahrzeugklasse für

25 Prozent des Pkw-Absatzes

verantwortlich.

marken-dna

Der neue Ford Focus verkörpert als erstes

Modell die neue Marken-DNA von Ford,

die geschaffen wurde, um der Ford-

Produktpalette einen weltweit einheitlichen

Auftritt mit klar wiedererkennbaren

Fahreigenschaften und einem charakteristischen

Design zu verleihen.

So zweifelsfrei, wie genetische Codes

Menschen identifizieren, so eindeutig

zeichnen sich künftig auch die Ford-

Modelle durch klar erkennbare Eigenschaften

und Produktvorteile aus.

Die Entwicklung eines homogenen,

klaren Produkt-Genoms zählt zu den

elementaren Bausteinen, die über den

Erfolg der globalen Produktstrategie von

Ford entscheiden. Es prägt weltweit den

unverwechselbaren Charakter aller

modernen Modelle von Ford und beeinflusst

alle Eigenschaften, die sich unmittelbar

auf das Empfinden des Kunden

auswirken – von dem Fahrerlebnis an

sich über Komfortattribute und die

Verarbeitungsqualität des Interieurs bis

hin zur Gestaltung und Funktionsweise

der Bedienelemente.

@Ford Europa Februar 2010 9


Reportage

Ford S-MaX & GalaXy

Großer auftritt

Ford S-MAX und Ford Galaxy feiern Weltpremiere auf der European Motor Show: im Gepäck

ein frisches Design, hochmoderne Antriebe und ein ganzes Bündel neuer Technologien

miT EiNEm NoCH AusDRuCksTäRkE-

REN look treten beide Van-Modelle 2010

an. Beim Ford S-MAX werden die Karosserie-Modifikation

an der kraftvoll modellierten

Motorhaube, den markanten Kühllufteinlässen

und dem neuen unteren Stoßfänger

deutlich. Die Heckansicht erhielt ein athletischeres

Profil – begünstigt auch durch die

dynamisch geformte Heckklappe inklusive

Spoilerlippe und die neu gestalteten

LED-Rückleuchten, die sich weit in die

hinteren Flanken erstrecken.

Der neue Ford Galaxy stellt seinen

Anspruch als luxuriöser Familienvan für bis

zu sieben Personen durch die neu gestaltete

Fahrzeugfront, die markantere Dachpartie

mit integrierter Dachleiste aus eloxiertem

Aluminium, neue LED-Rückleuchten sowie

untere Karosserieverkleidungen in Wagenfarbe

noch deutlicher heraus.

Die Weiterentwicklung des Exterieurs

wird im Innenraum beider Fahrzeuge durch

luxuriöse Ausstattungsdetails ergänzt, unter

anderem durch neu komponierte Farben

und Materialien. Die Topausstattungen des

Ford S-MAX kommen in den Genuss einer

neuen Dachkonsole sowie eines optionalen

einteiligen Panorama-Dachs mit integrierter,

elektrisch bedienbarer Blende.

Die neue Generation von Ford S-MAX

und Galaxy rollt neben dem Ford

Mondeo im belgischen Genk von

der Fertigungslinie. Seit der Eröffnung

im Jahr 1964 sind an diesem Standort

mehr als 12 Millionen Fahrzeuge

gebaut worden.

10 @Ford Europa Februar 2010


TECHNologiE-PAkET

Die Ausstattungen der beiden vans

wurden nochmals aufgewertet und um

wichtige sicherheits- und komfortdetails

erweitert.

Der „Toter-Winkel-Assistent“ BLIS (Blind

Sport Information System) macht bei

Spurwechseln auf Fahrzeuge aufmerksam,

die sich im schwierig einsehbaren „toten

Winkel“ befinden.

Mit dem Geschwindigkeitsbegrenzer ASLD

(Adjustable Speed Limiter Device) lässt sich

eine individuelle Maximalgeschwindigkeit

vorwählen, die anschließend nicht mehr

„Wir haben sowohl

dem Ford S-MaX als

auch dem Ford Galaxy

einen neuen,

aktuelleren und

hochwertigeren

auftritt verliehen.

Noch wesentlichere

Verbesserungen

finden sich jedoch

unter dem Blech.“

John Fleming

Chairman & CEO

Ford of Europe

Ebenfalls neu ist die LED-Innenraumbeleuchtung,

welche bei den Top-Ausstattungen

zur Serie gehört. Der Innenraum des

Ford Galaxy profitiert von einer neuen

Konsole zwischen den Vordersitzen sowie in

den gehobenen Ausstattungslinien von der

langen Dachkonsole. Das flexible Sitzsystem

Ford FoldFlatSystem (FFS) gehört in

beiden Modellen weiterhin zur Serie.

Deutliche Produktoptimierungen erfolgten

im Bereich der Antriebe. Mit dem 2,0-Liter-

EcoBoost SCTi feiert die hochmoderne

EcoBoost-Technologie ihre Europa-Premiere

in der Ford-Modellpalette.

Die leichte Vollaluminium-Konstruktion

kombiniert fortschrittliche Benzin-Direktein-

unbeabsichtigt überschritten werden

kann.

Die Elektrische Tür-Kindersicherung

verriegelt die hinteren Türen, sobald das

System aktiviert wird.

LED-Technologie findet sich im serienmäßigen

LED-Tagfahrlicht, den LED-Rückund

Bremslichtern sowie der neu konzipierten

LED-Innenraumbeleuchtung.

Eine Rückfahrkamera, das „Ford Key-

Free-System“ mit Ford Power-Startfunktion

sowie das „Ford EasyFuel“-Komfortbetankungssystem

halten ebenfalls

Einzug in den neuen Van-Baureihen.

spritzung mit einem hochmodernen Turbolader

und einer stufenlos variablen Steuerung

der oben liegenden Nockenwellen.

Der 2,0-Liter-EcoBoost SCTi ist ab Werk

mit dem Ford PowerShift-Automatikgetriebe

mit Doppelkupplungstechnologie ausgerüstet

und entwickelt 149 kW (203 PS). Damit

sprintet der Ford S-MAX in 8,5 Sekunden

auf 100 km/h (Ford Galaxy: 8,8 Sekunden)

und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit

von 221 (Ford Galaxy: 217) km/h. Dabei

begnügt sich der Ford S-MAX im Durchschnitt

mit 8,1 Litern Kraftstoff pro 100

Kilometer – dies entspricht einem CO 2 -

Ausstoß von 189 g/km. Im Überlandverkehr

reichen ihm sogar 6,4 l/100 km. Die Vorgängermotorisierung,

der mit 118 kW (160 PS)

rund 25 Prozent schwächere 2,3-Liter-

Vierzylinder, emittierte 19 Prozent mehr

Kohlendioxid pro Kilometer.

Das überarbeitete Dieselangebot erfüllt

durchgehend die strenge Euro-5-Abgasnorm.

Die 2,0 Liter großen Duratorq-TDCi-

Vierzylinder stehen in drei Leistungsstufen

– 85 kW (115 PS), 103 kW (140 PS) und

120 kW (163 PS) – bereit. Die Kraftübertragung

erfolgt über das serienmäßige manuelle

6-Gang-Schaltgetriebe oder das Ford

PowerShift-Automatikgetriebe (verfügbar

für die beiden leistungsstärkeren Varianten).

Gemeinsam ist den Common-Rail-Direkteinspritzern

ihre hohe Wirtschaftlichkeit.

Der Durchschnittsverbrauch liegt bei

5,7 l/100 km. Und auch der CO 2 -Emissionswert

von nur 152 g/km stellt für Fahrzeuge

dieser Größe ein überaus positives Ergebnis

dar.

Premiere in

Brüssel

Reportage

Mit den beiden Weltpremieren Ford

S-MAX und Galaxy war der Messestand

von Ford auf der European

Motor Show in Brüssel eine der

größten Publikumsattraktionen.

Zur feierlichen Enthüllung der beiden

neuen Van-Modelle, die im belgischen

Ford-Werk Genk gebaut werden,

erschien auch der flämischen

Ministerpräsident Kris Peeters.

„Im Zuge einer sich erholenden

Wirtschaft in Europa wird auch die

Nachfrage nach größeren Fahrzeugen

wieder ansteigen. Mit den neuen

Ford S-MAX und Galaxy sind wir

dafür bestens gerüstet“, sagte

Roelant de Waard, Vice President

Sales, Ford of Europe.

Die European Motor Show im

Messezentrum nahe des Atomiums,

dem Wahrzeichen Brüssels,

verzeichnete in diesem Jahr rund

600.000 Besucher.

@Ford Europa Februar 2010 11


Reportage

siCHERHEiT

Fortschritte

ausbauen

Sicherheit ist und bleibt bei Ford Priorität Nummer eins. Die jüngsten Sicherheitskennzahlen

bescheinigen Ford of Europe weitere Verbesserungen, insbesondere bei der Häufigkeit von

Unfällen mit schweren Verletzungen, deren Zahl um 25 Prozent gesenkt werden konnte.

Dennoch: im vergangenen Jahr gab es 18 Vorfälle mit schweren Verletzungen

„uNFällE, EgAl WElCHER ART, siND NiCHT TRAgbAR“, sagt

Ken Macfarlane, Vice President Manufacturing, Ford of Europe, deutlich.

„Ein akzeptables Ergebnis sind ausschließlich null Unfälle. Obwohl

wir im Jahr 2009 Fortschritte gemacht haben, gibt es noch viel zu tun.“

Uwe Gawel, Leiter Arbeitssicherheit, Ford of Europe, stimmt zu und

betont: „Wir müssen ganz klar noch viel mehr tun, um schwere Unfälle

zu vermeiden. Einen besonderen Schwerpunkt werden wir im Jahr 2010

auf die Sicherheit von Fußgängern in Zusammenhang mit internem

Transport legen.“

„Darüber hinaus werden wir den so genannten Sicherheits-Check

‚Six Pack‘ als internen Prozess in allen Werken weiterverfolgen.“

Diese Maßnahmen umfassen:

• Sichern gegen Wiedereinschalten

• Hochgelegene Arbeitsplätze

• Anschlagen und Heben von Lasten

• Zugang zu engen Räumen

• Sicherheit von Fußgängern / interner Transport

• Sicher Arbeiten an elektrischen Anlagen

12 @Ford Europa Februar 2010

„Diese Elemente werden durch interne Prüfungen regelmäßig

überwacht, um die Zahl schwerer Unfälle in unseren Werken

gezielt zu verringern“, fügt Uwe Gawel hinzu.

„2009 haben wir zwei neue Sicherheitsprogramme eingeführt,

um den aktuellen Ansatz zur Gefährdungsermittlung zu optimieren

und die Qualität der Beurteilung zu verbessern. Dies hilft, Prioritäten

zu setzen und die richtigen Präventionsmaßnahmen

zu treffen.“

„Besonderes Augenmerk liegt auf der Sicherheit der Mitarbeiter,

die Wartungs- und Reparaturarbeiten durchführen – hier lauern

vielfach Gefährdungen z.B. durch Restenergien. Unser Fachpersonal

muss hier jederzeit sicher arbeiten können.“

Die dazugehörigen Prozesse wurden im belgischen Werk Genk

erarbeitet und als europäischer Pilot eingeführt. Dafür wurde Ford

Genk letztes Jahr – als erster europäischer Ford-Standort überhaupt

– mit dem weltweiten President Health & Safety Award

ausgezeichnet.

„Auch in allen anderen Ford-Standorten wird das Sicherheitsprogramm

nun umgesetzt. Von den Teams erhalten wir enorm viel

uwe gawel, leiter Arbeitssicherheit, Ford of Europe; kreisverkehr in der Endmontage des Werks genk: „Sicherheit ist immer oberster Tagesordnungspunkt“


Rückmeldungen zu möglichen Gefährdungen, die wir auf diese

Weise viel besser unter Kontrolle bringen können.“

Die Analyse von Vorfällen mit Ausfallzeiten und schweren

Unfällen hilft natürlich dabei, die Prävention zu verbessern.

Denn, so fand man heraus, die meisten Verletzungen traten

im Zusammenhang mit einer oder mehreren der vier folgenden

Sachverhalte auf:

• unsichere Arbeitsbedingungen

• fehlende Konzentration

• Verhalten entgegen der Sicherheitsanforderungen

• unnötige Eile

„Auch hätten viele dieser Vorfälle verhindert werden können,

wenn andere nicht weggeschaut und die Gefährdung ignoriert

hätten“, meint Gawel.

„In Zukunft sollte im Vordergrund stehen, ein Arbeitsumfeld zu

schaffen, in dem alle Beschäftigten, sowohl Kollegen als auch

Führungskräfte einen ‚Null-Unfall-Ansatz‘ verfolgen und in dem ein

Verhalten entgegen der Sicherheitsanforderungen nicht toleriert

wird und deshalb auch gar nicht erst stattfindet. Dies gilt für

sämtliche Arbeitsplätze, insbesondere aber für Tätigkeiten unter

erhöhter Gefährdung.“

Diese Einstellung soll das Sicherheitsbewusstsein aller Beschäftigten

nochmals verstärkt in den Vordergrund rücken, und zwar

auch außerhalb des Arbeitsplatzes. Zum Beispiel auf dem Weg

nach Hause oder auf Geschäftsreisen, etwa durch eine defensive

Fahrweise und Einplanung ausreichender Zeit für die Fahrt.

„Sicherheit ist wichtig; so sehr, dass sie zum Beispiel bei jedem

Meeting in der Fertigung oberster Tagesordnungspunkt ist, egal ob

beim Anlaufmeeting oder bei Besprechungen im Kreis der oberen

Führungskräfte“, weiß Uwe Gawel zu berichten.

Wie ernst das Unternehmen das Thema Sicherheit nimmt,

hat er mehrfach selbst erfahren: „Noch nie wurde eines der

Sicherheitsprojekte, die ich dem Management vorgeschlagen

habe, aus reinen Kostengründen abgelehnt.“

Reportage

Sicherheits-Checkliste

voRbilDliCH!:

• Führen Sie Arbeiten stets mit voller Aufmerksamkeit aus

• Nehmen Sie Blickkontakt zum Fahrer eines sich nähernden

Fahrzeugs auf, bevor Sie Straßen und Gänge überqueren

• Halten Sie ausreichend Sicherheitsabstand zu Fahrzeugen,

z.B. Gabelstaplern

• Verwenden Sie Maschinen und Geräte nur für den

vorgesehenen Zweck

• Führen Sie nur Aufgaben aus, die Ihnen zugewiesen wurden

• Folgen Sie den Anweisungen zum Tragen von persönlicher

Schutzausrüstung

• Informieren Sie Ihren Vorgesetzten über Vorfälle und Beinahe-

Unfälle sowie über Bedenken, die Sie in Bezug auf Gesundheit

und Sicherheit haben

• Sprechen Sie Kollegen, die nicht sicher arbeiten, auf ihr

Verhalten an

• Machen Sie sich mit allen relevanten Informationen und

Anweisungen bezüglich Gesundheitsschutz und Sicherheit

vertraut

• Sorgen Sie dafür, dass Sie den Standort Ihrer Erste-Hilfe-Station

und den Sammelpunkt für Notfälle kennen

• Rauchen Sie nur in entsprechend ausgewiesenen Bereichen.

kEiNEsFAlls TolERiERbAR!:

• Unnötige Eile und Überschreiten der

Geschwindigkeitsbegrenzung

• Entfernen/Manipulieren von Schutzeinrichtungen

• Arbeiten an „aktiven“ Maschinen und Geräten, die nicht

ordnungsgemäß abgeschaltet und gesichert wurden (ECPL)

• Verwenden von Werkzeugen, Leitern, Hubgeräten und

Maschinen, die sich in einem nicht sicheren Zustand befinden

• Füllen von Gefahrstoffen in ungekennzeichnete und

ungeeignete Behälter

• Arbeiten Sie nicht an Maschinen oder z.B. auf Leitern und

führen Sie kein Fahrzeug, wenn Sie sich unwohl fühlen oder

unter dem Einfluss von Alkohol oder Medikamenten stehen

@Ford Europa Februar 2010 13


Interview

aGENda 2010

Wachstum

vorantreiben

2010 wird für die europäische Automobilindustrie kein

einfaches Jahr. Mit einer nochmals gestärkten

Produktpalette will Ford dennoch profitables

Wachstum erzielen und seinen Marktanteil

ausbauen. Ingvar Sviggum, Vice President

Marketing, Sales & Service, erklärt wie

kundenzufriedenheits-Ziele 2010 :

Wie würden sie das Jahr 2009

zusammenfassen?

Für Ford in Europa war es ein schwieriges,

aber auch erfolgreiches Jahr. Die Neuzulassungen

im Dezember 2009 lagen 22.000

Einheiten über dem Vorjahresmonat und der

Marktanteil war mit 9,2 Prozent der höchste

seit vielen Jahren. Und weil wir Gewinn

bringenden Absatz erzielten, ist der Marktanteil

qualitativ hoch einzuschätzen.

Was erwarten sie für 2010?

Ich denke, die tatsächliche Nachfrage wird

langsam wieder anziehen. Da die Industrie

jedoch von vielen Unsicherheiten geprägt

ist, fällt jegliche Vorausplanung schwer.

Unsere Strategie ist, uns weiter stark auf

Marktanteile zu konzentrieren, von Quartal

zu Quartal, und dabei stets sehr flexibel zu

bleiben und unsere Produktion gegebenenfalls

weiter anzupassen. Es stehen damit

weiterhin die Punkte im Vordergrund, die

wir beeinflussen können, und das sind

Produktion und Marktanteile. 2010 liegt die

Herausforderung wiederum darin, profitables

Wachstum zu erzielen. Ich vertraue in

unsere Produkte, unsere Mitarbeiter und

Vertriebspartner, unsere Marketingstrategie

und in unseren Siegeswillen. Wir werden in

Europa erfolgreich sein. Schon jetzt sind wir

nach VW die zweitstärkste Marke.

14 @Ford Europa Februar 2010

82%

im verkauf

71%

im service

Wird 2010 produktseitig

ein wichtiges Jahr?

Ja, wobei auch das vergangene Jahr in

dieser Hinsicht sehr bedeutsam war. Wir

hatten zwar bereits im letzten Quartal 2008

mit der Einführung der neuen Ford Fiesta

und Ka begonnen, der eigentliche Start mit

„2010 liegt die

Herausforderung

wiederum darin,

profitables Wachstum

zu erzielen.“

Ingvar Sviggum

messbarem Absatzzuwachs fiel aber in die

ersten beiden Quartale des Jahres 2009.

Dieses Jahr werden wir diesen Wachstums-

trend fortsetzen. Der Ford Fiesta wie der

Ford Ka sind noch immer sehr frische

Produkte, der Ford Focus ist weiterhin sehr

erfolgreich in seinem Segment. Die neue

Generation des Ford Focus wurde ja bereits

enthüllt, und ich freue mich schon sehr auf

dieses Auto. Für unser Unternehmen kommt

ihm besondere Bedeutung zu, nicht nur in

Europa, sondern auf der ganzen Welt. Im

CD-Segment führen wir 2010 zunächst Ford

S-MAX und Galaxy als neue Produkte ein,

später im Jahr folgt der neue Ford Mondeo.

Diese Fahrzeuge sind wichtig, denn allein

von Kleinwagen können wir nicht leben.

Wir müssen auch mit größeren Modellen

und Nutzfahrzeugen erfolgreich sein.

ist Ford in Europa mit seinen

vertriebspartnern in Anzahl und qualität

ausreichend aufgestellt?

Unser Händlernetz ist ein echter Wettbewerbsvorteil.

Wir haben mit Abstand die

besten Händler innerhalb Europas. Natürlich

gibt es in einer 5.000 Partner umfassenden

Familie immer auch Mitglieder, die vielleicht

nicht ganz entsprechend der Erwartungen

abschneiden. Unsere Aufgabe ist, sie zu

schulen, zu motivieren und positiv zu

verändern, und das tun wir. Dabei müssen

wir auch berücksichtigen, dass unsere

Händler rentabel bleiben. Im letzten Jahr

erzielten die Ford Händler in Europa die

beste Rentabilitätsrate überhaupt, und

darauf bin ich enorm stolz. In diesem

Business sind die profitablen Vertriebspartner

auch die besten. Was den Vertrieb

angeht, sind wir also sehr gut aufgestellt.

Hat sich die kundenzufriedenheit

verbessert und wo liegen hier die ziele?

Um ehrlich zu sein, haben wir letztes Jahr

die Kundenzufriedenheit ein wenig aus den

Augen gelassen. Daher wurde der gesamte

Prozess neu angestoßen und wir erzielten


erste Verbesserungen. Dieses Jahr wird das

Augenmerk verstärkt auf der Kundenzufriedenheit

liegen, beim Verkauf wie im Service.

Unsere Ziele für Europa liegen für den

Verkauf bei 82 Prozent zufriedener Kunden

und für den Service bei 71 Prozent. Mitte

des Jahres beginnen wir mit der Umstellung

auf ein neues globales Programm, das uns

helfen wird, in den nächsten drei Jahren bei

der Kundenzufriedenheit Bestwerte zu

erreichen. Unsere herausragenden Produkte

verlangen schließlich einen ebenso herausragenden

Service. Dabei ist eine hohe

Kundenzufriedenheit für das Geschäft

immens wichtig, denn je besser sich der

Kunde behandelt fühlt, desto mehr Loyalität

wird er zeigen.

Wie hat sich markenwahrnehmung

entwickelt?

Eine Marke gewinnt durch gute Produkte.

Es ist schwierig, mit durchschnittlichen

Produkten ein gutes Markenimage aufzubauen,

mit erstklassigen Produkten geht

das wesentlich leichter. Doch das braucht

Zeit. Schaut man sich das Markengefüge in

Deutschland und einigen anderen Märkten

an, zeigen alle Entwicklungen für uns in die

richtige Richtung. Gutes Design und Stil

sind heute etablierte Merkmale der Fahrzeuge

von Ford. Mit der Betonung unserer

neuen Technologien und Antriebe schaffen

wir nun eine kraftvolle Kombination, die

noch mehr Interesse generieren und Neukunden

gewinnen wird.

Rechnen sie für 2010 mit einer

verstärkten Nachfrage nach besonders

umweltfreundlichen Fahrzeugen?

Wir nehmen das Thema Umwelt sehr ernst.

Die Kaufentscheidungen werden in Ländern

mit CO 2 -basierten Steuer- und Bonussystemen

sicherlich stark davon beeinflusst.

Mit den attraktiven ‚grünen‘ Fahrzeugen in

unserem Portfolio bieten wir diesen Kunden,

was sie suchen. Ein Beispiel ist der Ford

Focus ECOnetic mit einem CO 2 -Ausstoß

von lediglich 99 Gramm pro Kilometer.

Darüber hinaus sind die erfolgreichen

LPG-Modelle, die wir vor allem in Italien in

hohen Stückzahlen verkaufen, ein Beispiel

unserer attraktiven und umweltgerechten

Fahrzeuglösungen.

Wie erfolgreich ist das Ford

individual-Programm?

Wir bieten mittlerweile Individualisierungsoptionen

für fast all unsere Pkw-Baureihen

und stellen erfreut fest, dass dieser Geschäftsbereich

stark wächst. In Zukunft wird

Ford Individual noch an Bedeutung gewinnen,

denn Kunden wünschen sich vermehrt

individuell gestaltete Fahrzeuge. Mit Ford

Individual kommen wir diesem Wunsch

nach und erhöhen damit die Attraktivität

unserer Produkte noch.

BiOgraFie

Interview

Ingvar Sviggum ist seit 1. April 2008 Vice President,

Marketing, Sales & Service, Ford of Europe. Zuvor

stand er seit Juli 1999 als Vice President dem

Bereich European Sales Operations vor.

Ingvar Sviggum ist außerdem Vice President der

Ford Motor Company.

Seine Laufbahn begann der gebürtige Norweger im

Jahr 1963 als Trainee bei Ford Norwegen. Seitdem

sammelte er Erfahrung in vielen der europäischen

Verkaufsorganisationen von Ford.

Wie verlief das Jahr 2009 für FCsD?

2009 war für die europäische Ford Serviceorganisation

ein sehr gutes Jahr, und das

unter schwierigen Umständen. Was die

Gewinne angeht, war es das beste Jahr,

das wir seit langem erlebt haben. Es wurden

in allen Märkten sehr offensive Maßnahmen

zur Belebung des Geschäfts umgesetzt,

und 2010 wird der Fokus noch stärker

darauf liegen, über neue, umweltfreundliche

Technologien das Kundeninteresse zu

steigern. Bernhard Mattes und sein Team

können sehr stolz auf das Erreichte sein.

FCSD ist ein sehr wichtiger Teil unseres

Geschäfts.

@Ford Europa Februar 2010 15


Feature Märkte

Top-5-Märkte

nach Marktanteilszuwachs

2009 (+/- 2008)

Markt Prozentpunkte

1. Dänemark

2. Irland

Tschech. Rep.

4. Italien

5. Ungarn

16 @Ford Europa Februar 2010

2,74

1,98

1,84

1,77

1,72

Ford Marktanteile 2009

Pkw & Nutzfahrzeuge nach ländern (+/– 2008)

A - Österreich

b - belgien

CH - schweiz

Cz - Tschech. Rep.

D - Deutschland

Dk - Dänemark

E - spanien

F - Frankreich

FiN - Finnland/balt.

gb - großbritannien

gR - griechenland

H - ungarn

i - italien

iRl - irland

N - Norwegen

Nl - Niederlande

P - Portugal

Pl - Polen

s - schweden

EuRoPA 19

Russland

Türkei

EuRoPA 21

7,3% (–0,0)

7,6% (+0,5)

5,6% (+0,3)

9,9% (+1,8)

7,6% (+0,6)

10,3% (+2,7)

9,0% (–0,3)

5,7% (+0,4)

8,7% (+1,6)

16,8% (+0,4)

7,4% (+0,8)

13,6% (+1,7)

9,5% (+1,8)

15,7% (+2,0)

9,9% (+0,5)

9,3% (+0,7)

8,2% (+0,8)

8,2% (+1,1)

6,3% (+0,1)

9,1% (+0,5)

5,5% (–0,6)

15,1% (+0,4)

9,0% (+0,6)

Pkw

13.798.269 –88.680

Nutz

2.047.066 –710.214

fahrzeuge 12

09

Top-5-Märkte, sortiert

nach Ford Absatz ( gesamt 2009)

Markt Absatz

1. Großbritannien 372.421

2. Deutschland 308.060

3. Italien

224.661

4. Frankreich

153.199

5. Spanien

96.408

Anteile nach Segment Europa gesamt

Januar bis oktober 2009

1. Fiat Panda

2. Fiat 500

7. Ford ka

1. Ford Fiesta

2. Peugeot 207

3. gm Corsa

1. gm meriva

2. Honda Jazz

5. Ford Fusion

1. vW golf

2. Ford Focus

3. gm Astra

1. Nissan qashqai

2. vW Tiguan

3. Ford kuga

1. Renault scénic

2. Citroën C4 Picasso

6. Ford C-mAX

1. vW Passat

2. skoda octavia

4. Ford mondeo

9. Ford s-mAX

1. Ford galaxy

2. Renault Espace

3. vW sharan

1. Ford Transit

2. vW Transporter

3. Fiat Ducato

16,1%

10,1%

5,8%

13,3%

10,3%

10,0%

16,4%

14,8%

10,7%

22,3%

12,2%

11,1%

27,0%

17,1%

9,5%

15,7%

15,0%

8,5%

16,0%

15,2%

10,2%

3,7%

27,3%

16,1%

15,1%

12,8%

11,0%

9,2%


KlartEXt

Fahrzeugabsatz in Deutschland

steigt 2009 um 28%

Bestseller Ford Fiesta mit 102.600 Neuzulassungen

EiN kRäFTigER ANsTiEg DER zulAssuNgEN

im DEzEmbER um 25,3 %

(21.900 Einheiten) auf 108.500 Fahrzeuge

und ein Marktanteil von 9,2 % – eine Steigerung

von 0,9 Prozentpunkten gegenüber

2008 – in unseren 19 Hauptmärkten brachte

einen erfreulichen Jahresausklang.

Für das Gesamtjahr 2009 meldeten wir

1.440.000 Neuzulassungen, was einem

Plus von 3.400 Einheiten entspricht. Unser

Marktanteil war mit 9,1% der höchste

seit 1998. Ergänzt um Russland, die Türkei

und die Europäischen Direktmärkten

(EDM) beläuft sich das Gesamtergebnis

(51 Märkte) auf 1.651.400 Fahrzeuge.

Obwohl 2009 ein außergewöhnlich

schwieriges Jahr war und die gesamte

Automobilindustrie knapp 800.000 Fahrzeuge

weniger absetzte, steigerten wir unsere

Marktanteile in 17 von 19 Märkten.

Unser stärkster Markt war 2009 großbritannien

mit 372.400 Neuzulassungen und

einem Marktanteil von 16,76 %. Seit 34

Jahren sind wir dort ununterbrochen die

Nummer Eins.

Ein besonders erfolgreiches Jahr verzeichnete

Ford in Deutschland, wo dank

der Umweltprämie – dem in Europa erfolgreichsten

Abwrackmodell – insgesamt

308.000 unserer Fahrzeuge zugelassen

wurden (fast 67.000 mehr als im Vorjahr).

Dies war seit zehn Jahren unser bestes

Zulassungsergebnis und der Markanteil mit

7,61% der höchste seit 2002. Besonders

erfolgreich war 2009 der Ford Fiesta mit

insgesamt 102.610 Zulassungen (plus

59.000 Einheiten gegenüber 2008).

In italien schlossen wir das Jahr mit

224.650 Zulassungen – plus 36.650 Einheiten

– und einem seit dem Vorjahr um 1,77

Prozentpunkte gestiegenen Marktanteil von

9,53 %. Ford war auch im Gesamtjahr die

beliebteste Importmarke des Landes.

Ford Frankreich verzeichnete mit

153.200 Neuzulassungen eine Steigerung

um 16.300 Fahrzeuge, während der Markt-

anteil auf 5,71% zulegte. Beide Ergebnisse

waren die besten seit zehn Jahren. Ford

Fiesta und C-MAX führten unter den Importfahrzeugen

ihre jeweiligen Klassen an.

In spanien erlitt die Industrie 2009

schwere Einbußen, was sich in unseren

Zulassungszahlen von 96.400 Fahrzeugen

widerspiegelt. Der Marktanteil von 9 % lag

leicht unter Vorjahr, ist jedoch wegen des

Wegfalls von 30.000 Fahrzeugen aus dem

wenig rentablen Tagesmietgeschäft

repräsentativer.

Unsere Teams in den Märkten haben

vergangenes Jahr Großartiges geleistet.

Dabei möchte ich auch Highlights wie die

Marktanteile in irland (15,7 %) ungarn

(13,6 %) und Dänemark (10,2 %) nicht

unerwähnt lassen. Norwegen und die

Tschechische Republik blieben mit je

9,9 % nur knapp unterhalb der zweistelligen

Marktanteile.

In Russland schrumpfte der Markt nach

drei Millionen Fahrzeugen im Vorjahr auf nur

noch 1,5 Millionen Fahrzeuge und alle

Hersteller mussten starke Einbußen hinnehmen.

Glücklicherweise sind wir nun auf dem

Wege der Besserung.

In der Türkei waren wir mit 86.800

Neuzulassungen (plus 9.750) stärkste

Marke. Einen wesentlichen Beitrag dazu

leisteten die vor Ort produzierten Ford

Nutzfahrzeuge. Der Marktanteil von 15,13 %

war einer der höchsten von Ford in Europa.

2009 ist nun abgeschlossen, aber was

erwartet uns 2010? In großbritannien wird

das Abwrackprogramm zunächst fortgesetzt

bis die Fördermittel erschöpft sind. Kurzfristig

wird die Erhöhung der Mehrwertsteuer

einen negativen Effekt haben, doch wir

hoffen, dass der Automobilmarkt sich mit

der Gesamtwirtschaft erholen wird.

Mit dem Ende der staatlichen Förderung

in Deutschland im letzten September sank

die Nachfrage wieder. Es ist wahrscheinlich,

dass die Zulassungszahlen auch im ersten

Märkte

Quartal gering ausfallen und sich erst

danach eine Besserung abzeichnen wird.

Obwohl Frankreich weiterhin eine

Verschrottungsprämie zahlt, ist die Wirkung

weniger stark als 2009, weshalb wir auch

hier mit einem schwachen ersten Quartal

rechnen.

Der Markt in italien zeigt sich stabil. Ob

die bis Ende des ersten Quartals vorgesehene

Abwrackprämie fortgesetzt wird, ist zum

jetzigen Zeitpunkt noch ungewiss.

In spanien bleiben Wirtschaft und

Automobilindustrie geschwächt. Für 2010

ist keine wesentliche Erholung zu erwarten,

obwohl die staatliche Förderung weitergeht.

Ich blicke optimistisch in die Zukunft,

denn Ford verfügt über ein herausragendes

Produktangebot, das 2010 nochmals

bedeutend aufgewertet wird: es warten elf

neue Modelle und Varianten sowie eine

Reihe neuer Technologien. Bereits vorgestellt

haben wir die neue Generation des

Ford Focus sowie die neuen Ford S-MAX

und Galaxy, und es wird einiges mehr

folgen.

FCsD-E

Die zuletzt positive Entwicklung setzte sich

im Dezember fort, sodass das Umsatzergebnis

für das vierte Quartal Vorjahresniveau

erreichte. Verbesserungen waren in

allen Geschäftsbereichen sowie den meisten

Märkten sichtbar. Auf das Gesamtjahr

bezogen erzielten vor allem Italien, Österreich,

Polen, Belgien und die Niederlande

Ergebnisse auf oder über Vorjahresniveau.

Um für ein erfolgreiches Jahr 2010 die

Basis zu legen, werden alle Märkte offensive

Maßnahmen zur Belebung des Teile- und

Zubehörgeschäfts einführen und zusätzlich

einige strategische Initiativen umsetzen.

Dazu gehört unter anderem die Einführung

einer Neuentwicklung aus dem Bereich der

Kraftstoffeinsparung – mehr dazu in Kürze.

@Ford Europa Februar 2010 17


Qualität

18 @Ford Europa Februar 2010

rUtH

Wie ein roboter

Qualität erfühlt

Verbesserungen an der Qualität der Fahrzeuginnenräume erzielt Ford unter anderem mit Hilfe

eines speziellen Haptikroboters und macht damit den entscheidenden Unterschied spürbar

DiE miT HilFE voN RuTH (RoboTizED

uNiT FoR TACTiliTY AND HAPTiCs)

gewonnen Daten geben den Ingenieuren am

Ford Forschungszentrum Aachen Auskunft

über Produkteigenschaften wie Reibung,

Elastizität, Temperaturempfinden oder auch

darüber, mit welcher Kraft ein Schalter

betätigt werden muss.

Der Haptikroboter kann Oberflächen

abtasten und Schalter bedienen. In einem

Prototypenmodell übernimmt RUTH die

Rolle des Fahrers, „erfühlt“ Komponenten

des Innenraums und ahmt typische Handlungen

nach, wie zum Beispiel das Drücken

von Tasten oder die Justierung der

Lüftungsdüsen.

Ford ist derzeit der einzige Automobilhersteller,

der eine solche Anwendung nutzt.

In der Vergangenheit waren Entwicklungsingenieure

und Interieurdesigner in erster

Linie auf Kundenfeedback angewiesen,

wenn es darum ging zu erfahren, welche

Materialien und Bedienelemente die beste

Qualitätsanmutung vermitteln. RUTH greift

diese Erkenntnisse auf und vergleicht sie

mit den eigenen Messdaten.

Bereits seit vier Jahren kommt der

Haptikrobotor am Ford Forschungszentrum

bei der Entwicklung von Fahrzeuginnenräumen

zum Einsatz. Auch alle zukünftigen

Modelle werden vom dieser sensitiven

Maschine profitieren.

„Wir beschreiten neue Wege, indem wir

subjektive Empfindungen messbar machen.

Dadurch können wir Innenräume mit einer

Qualitätsanmutung, wie man sie eigentlich

„Wir sind in der lage,

Wahrnehmungen in

Zahlen und Werten

wiederzugeben

und auf deren Basis

das optimum

zu fertigen …“

Mark Spingler

nur im Luxussegment kennt, auch in erschwinglichen

Fahrzeugen anbieten“,

sagt Mark Spingler, Ingenieur Ford Vehicle

Interior Technologies.

„Wir sind in der Lage, Wahrnehmungen in

Zahlen und Werten wiederzugeben und auf

deren Basis das Optimum zu fertigen. Reine

Vermutungen werden so durch wissenschaftliche

Belege ersetzt.“

WAs kANN RuTH ?

Der Haptikroboter RUTH überträgt die

vom Kunden wahrgenommene Qualität in

messbare Größen. Dazu vollzieht der

Roboter eine Reihe von Aufgaben.

RUTH misst den Kraftaufwand an Tasten

und Schalten, unter anderem um auszuschließen,

dass diese nicht zu locker

erscheinen oder zu schwer zu betätigen

sind. Dabei vergleicht das System die

unterschiedlichen Bedienelemente miteinander,

um einen einheitlichen Eindruck

zu gewährleisten.

RUTH bestimmt die Beschaffenheit,

Rauheit oder Weichheit von Oberflächen

wie etwa der Instrumententafel. Damit

sollen von Kunden bevorzugte Grenzwerte

eingehalten werden.

RUTH misst die Temperatur von Komponenten,

damit die eingesetzten Materialien

den Erwartungen des Kunden entsprechen.

So werden etwa Materialien in metallischen

Tönen als kühler wahrgenommen.

RUTH misst den Abstand einzelner

Elemente des Innenraums zur Optimierung

von Spaltmaßen.

„All diese kleinen Messungen“, so meint

Mark Spingler, „ergeben im Ganzen einen

noch höheren Qualitätseindruck, und zwar

von dem Moment an, wenn man in einem

Ford-Fahrzeug Platz nimmt.“


Moment @Ford

16.01.1970

im Ford-Werk saarlouis rollt der erste Ford Escort

vom montageband

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