Jahresbericht 2011 (pdf 1,5 MB) - Herzogsägmühle

herzogsaegmuehle

Jahresbericht 2011 (pdf 1,5 MB) - Herzogsägmühle

JAHRESBERICHT 2011

Jahresmotto

2012:

Chancen

eröffnen


INHALTSVERZEICHNIS

2


Inhaltsverzeichnis

HERZOGSÄGMÜHLE

Chancen eröffnen 5

Vorstand und Aufsichtsrat 6

Menschen in besonderen Lebenslagen 8

Kinder, Jugendliche und Familien 10

Schulbildung / Ausbildung 12

Wohnen für Menschen mit Behinderung 14

Arbeit für Menschen mit Behinderung 16

Menschen mit seelischer Erkrankung 18

Menschen mit Suchterkrankung 20

Gerontopsychiatrie und Pflege 21

Arbeit und Integration 22

i + s Pfaffenwinkel GmbH 24

Gemeinschaftsdienste und -einrichtungen 26

Freizeit- und Bildungswerk 30

Stiftungen 32

Kinderhilfe Oberland 36

Jahresrückblick 38

Wir danken sehr herzlich 43

3


IMPRESSUM

Informationen aus Herzogsägmühle

Texte: Wilfried Knorr, Klaus Barthel, Norbert Becher, Kerstin Becher-Schröder,

Andreas Bornmüller, Alexandra Braun, Michael Bräuning-Edelmann,

Thomas Buchner, Ruth Connolly, Emily Engelhardt, Gabriele Graff,

Wilfried Hammon, Sabine Keyser, Sigrid Klasmann, Andreas Kurz,

Siegfried Laugsch, Matthias Lösch, Daniel Löscher, Sabine Nießen,

Jutta Rinesch, Hans Rock, Markus Sinn, Johann Schuh, Josef Schuh,

Petra Schweder, Helmut Sperl, Jürgen Walk, Johann Weihele

Fotos: Erol Gurian, Jan Kähler, Sabine Keyser, Willy Sinn, Fotolia, Photocase,

teilweise Fotos privat

Redaktion: Wilfried Knorr, Waltraud M. Filser, Sabine Keyser

Gestaltung und Satz: GLASHAUS 4, Schongau

Druck: ESTA-DRUCK GMBH, Polling

Gedruckt auf PEFC-zertifiziertem Papier

Erschienen im März 2012, Auflage 5.000 Exemplare

Stand: 02/2012

4


Jahresmotto 2012

CHANCEN ERÖFFNEN

Liebe Freundinnen und Freunde von

Herzogsägmühle,

traditionell bildet das Jahresmotto für das laufende

Jahr gleichzeitig den Rahmen für den

Jahresbericht des Vorjahres. Wir stellen damit

die Reflexion über unser Arbeiten aus dem Vorjahr

in Beziehung zur Schwerpunktsetzung für die

nahe Zukunft. Wenn Sie aufmerksam verfolgt

haben, welches Jahresmotto sich Herzogsägmühle

in den letzten Jahren gegeben hat, dann

wissen Sie, dass wir mit der Auswahl des Mottos

jeweils auf unterschiedliche Aspekte unseres

Arbeitens ein besonderes Augenmerk legen.

So hatten wir zum Beispiel vor zwei Jahren mit

dem Thema „Achtsam begleiten“ eine Kardinaltugend

aller pädagogisch-therapeutischen Arbeit in

den Blick genommen und damit besonders an

der Kompetenz der Mitarbeitenden gearbeitet.

Im letzten Jahr hieß das Motto „Gemeinwesen

mit Zukunft“ – wir befassten uns vor dem Hinter-

grund der Inklusionsdebatte mit der künftigen

Rolle von Herzogsägmühle als Ort und als

„Sondereinrichtung“ und leiteten daraus Erkenntnisse

für unsere Konzeptentwicklung ab.

Nunmehr heißt das Motto „Chancen eröffnen“.

Damit richtet sich der Blick zunächst auf die

individuellen Bedürfnisse der Menschen, die

auf oft verschlungenen Lebenswegen zu uns

kommen, nicht selten sogar mit dem Urteil

„chancenlos“. Dem halten wir entgegen: Jede

und Jeder, gleich welche Beeinträchtigung,

Behinderung, gleich welche Biographie sie

oder er mitbringt: Es ist unser Auftrag, neue

Chancen zu eröffnen, verschüttete Ressourcen

wieder aufzuspüren, Lebenssinn zu stiften.

Dass unsere Bemühungen nicht ergebnislos

bleiben, darum beten wir – und der Jahresbericht

legt vielfältig Lebensgeschichten von

Menschen vor, die die Wirksamkeit der Unterstützung

nachweisen.

Gleichzeitig ist das Motto gut geeignet, für die

Mitarbeitenden von Herzogsägmühle berufliche

Chancen zu beleuchten. Dass die Mitarbeitendenzufriedenheit

wichtig ist und ein sehr hohes

Gut, ist uns – auch vor dem Hintergrund einer

bundesweiten Debatte um einen drohenden

Fachkräftemangel – sehr bewusst. Das Jahresmotto

kann auch dazu dienen, sich wieder neu

vor Augen zu führen, welche Chancen uns mit

einer Tätigkeit am und für den Nächsten geschenkt

sind.

Schließlich geht es in Fortführung der Inklusions-

debatte um die Chancen, die für Herzogsägmühle

als besonderem Ort zu eröffnen sind

– durch eine attraktive Bebauung, durch eine

hohe Lebensqualität im Dorf und durch ein

besonderes Klima des Miteinanders.

Wir wissen, dass wir bei all diesen Bemühungen

für Hilfeberechtigte, für uns selbst und für unser

Gemeinwesen nicht allein sind. Wir fühlen uns

getragen und gestärkt durch Ihr Mitdenken,

Mitbeten, durch Ihre Spenden und Besuche.

Dafür sei Ihnen allen herzlich gedankt – und ich

verbinde mit dem Dank die Hoffnung, dass Sie

in der Unterstützung von uns nicht nachlassen!

Auf vielfältige, chancenreiche Begegnungen

2012 freut sich Ihr

Wilfried Knorr, Direktor

5


VORSTAND UND AUFSICHTSRAT

Herzogsägmühle - Innere Mission München,

Diakonie in München und Oberbayern e. V.

Hauptamtliche Vorstände und Geschäftsführer:

Wilfried Knorr, Diplom-Pädagoge, Geschäftsbereich Herzogsägmühle, s. Foto 4. v. li.

Dr. Günther Bauer, Pfarrer, Geschäftsbereich München, s. Foto 1. v. li.

Aufsichtsrat der Inneren Mission München:

1. Vorsitzender: Andreas Bornmüller, Diplom-Kaufmann, s. Foto 2. v. li.

2. Vorsitzende: Sabine Nießen, Diplom-Ingenieurin (Univ.), Ministerialdirigentin, s. Foto 3. v. li.

Weitere Mitglieder des Aufsichtsrats:

Friederike Fromholzer, Diplom-Kauffrau

Peter Gleue, Diplom-Kaufmann

Angelika Heining, Diplom-Sozialpädagogin (FH)

Prof. em. Dr. Dr. h.c. Günter Heinritz, Sozialgeograph

Barbara Kittelberger, Stadtdekanin

Axel Piper, Dekan

Jürgen Schleifer, Redakteur

Bernadette Schmid, Diplom-Sozialpädagogin (FH)

Dr. Hans-Peter Siebel, Ingenieur

Ehrenvorsitzende:

Walther Krafft, Ministerialdirigent i.R.

Dr. Konrad Rüchardt, Vorstandsmitglied i.R., Bayer. Handelsbank AG

Dr. Werner Hofmann, Oberkirchenrat i.R.

6


Bericht des Aufsichtsrats

Nach der Satzung des Vereins „Innere Mission

München – Diakonie in München und Oberbayern

e. V.“ überwacht und berät der Aufsichtsrat den

Vorstand. Der Aufsichtsrat hat im Jahr 2011 die

ihm übertragenen Aufgaben in regelmäßigen

Sitzungen wahrgenommen. Er hat eine ordentliche

Mitgliederversammlung einberufen. Der

Vorstand hat seinerseits den Aufsichtsrat über

die Geschäftsentwicklung, die Vermögens-,

Finanz- und Ertragslage sowie über besondere

Ereignisse in den turnusgemäß stattfindenden

Sitzungen unterrichtet. Die Arbeit des Aufsichts-

rats wird von den drei Ausschüssen Finanzen,

Personal und Immobilien vorbereitet und unterstützt.

Der Aufsichtsrat sieht die Aufgaben Überwachung

und Beratung als gleichwertig und

gleich wichtig an. Die Vielfalt der Kompetenzen

und persönlichen Lebenserfahrungen der Aufsichtsratmitglieder

eröffnen für den Verein und

den Vorstand zusätzliche Perspektiven und

Chancen, die der gesamten Unternehmensgruppe

zugute kommen. Das zeitaufwändige

ehrenamtliche Engagement im Aufsichtsrat ist

getragen von der Überzeugung, als evangelische

Christen zu einer lebenswerten Gesellschaft

beizutragen und den Verein und seinen Vorstand

bei der Bewältigung seiner anspruchsvollen

Aufgaben zu unterstützen.

Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Curacon

hat die Jahresabschlüsse der Gesellschaften

der Gesamtgruppe unter Einschluss der Lageberichte

geprüft und mit uneingeschränkten

Bestätigungsvermerken versehen. Sämtliche

Abschlussunterlagen und Prüfungsberichte

wurden den Aufsichtsratsmitgliedern rechtzeitig

zugeleitet und von diesen in der Bilanzsitzung

am 13. Juli 2011 in Gegenwart der Abschlussprüfer

eingehend erörtert. Der Aufsichtsrat hat

aufgrund eigener Prüfung dem Ergebnis der

Abschlussprüfungen zugestimmt und den vom

Vorstand aufgestellten Jahres- und Gruppenabschluss

2010 gebilligt und festgestellt.

Wir danken herzlich der bis zum 13. Juli 2011

amtierenden 1. Vorsitzenden des Aufsichtsrats,

Dr. Hannemor Keidel, für ihr Engagement zum

Wohle des Vereins. Ebenso gebührt großer

Dank dem langjährigen Mitglied im Aufsichtsrat,

Dr. Rainer Waubke, der aus Altersgründen ausschied.

Die Mitgliederversammlung am 20. Juli

wählte Dr. Hans-Peter Siebel aus Weilheim in

den Aufsichtsrat.

Den Vorstandsmitgliedern, Dr. Günther Bauer

und Wilfried Knorr, gebührt der Dank des Aufsichtsrats

für ihre erfolgreiche Arbeit und die

angenehme und immer offene und konstruktive

Zusammenarbeit.

Wir möchten unterstreichen, dass unsere

Unternehmensgruppe sehr gut aufgestellt ist.

Von daher blicken wir zuversichtlich in die Zukunft,

auch wenn durch politische Krisen besondere

Aufgaben gestellt sind, um unseren Verein für

die Zukunft fit zu halten.

Unsere Zuversicht gründet längst nicht nur auf

wirtschaftlichen Faktoren, sondern ganz besonders

auf dem großen Engagement und der hohen

Identifikation aller, die sich für unser Diakonie-

unternehmen einsetzen. Die hohe Zufriedenheit

mit der Arbeit in allen Bereichen, die sich bei

Bewohnern und ihren Angehörigen in den Einrichtungen

sowie bei Betreuten, Klienten und

Schülern beobachten lässt, ist das beste Lob

für den Erfolg harter und verlässlicher Arbeit

aller Mitarbeitenden in der Unternehmensgruppe

Innere Mission München. Ganz herzlichen Dank

Ihnen allen dafür!

Mit freundlichen Grüßen,

Andreas Bornmüller Sabine Nießen

1. Vorsitzender 2. Vorsitzende

des Aufsichtsrats des Aufsichtsrats

7


MENSCHEN IN BESONDEREN LEBENSLAGEN

Fachbereichsleitung: Andreas Kurz

Mitarbeitende: 175 Ehrenamtlich Mitarbeitende: 37

Stationäre Aufnahmemöglichkeiten: 305 Ambulant betreute Menschen: 1.250

Teilstationäre und ambulante Angebote: 18 Schongauer Tafel: 336 Nutzer

Leistungen und Angebote:

• Beherbergung, Versorgung und Beratung obdachloser Menschen im Gasthaus Herzogsägmühle und

Beratung bei drohender Obdachlosigkeit von Bürgerinnen und Bürgern in den Landkreisen Weilheim-

Schongau, Landsberg, Ostallgäu und der kreisfreien Stadt Kaufbeuren

• Aufnahme, Versorgung, Beratung, Begleitung, Diagnostik, Therapie, Seelsorge, Berufsförderung,

Freizeit-, Kultur- und Bildungsangebote, Sport, Tagesstruktur, Arbeits- und Wohnungsvermittlung

(Häuser, Wohnungen und Betriebe in Herzogsägmühle, Peiting, Schongau, Landsberg, Weilheim)

• Nachgehende ambulante Hilfen im Landkreis Weilheim-Schongau und Betreutes Wohnen in Familien

(BWF) für ehemals wohnungslose Menschen

• Fachstelle zur Vermeidung von Obdachlosigkeit in den Landkreisen Ostallgäu (Büro in Marktoberdorf)

und Weilheim-Schongau (Büros in Weilheim, Schongau, Peißenberg), Stadt Penzberg

• Schuldnerberatung und Insolvenzberatung im Altlandkreis Schongau und im Landkreis Ostallgäu

• Wärmestube für Mitbürgerinnen und Mitbürger in Armut und Obdachlosigkeit in Schongau und

Schongauer Tafel - Lebensmittelversorgung für Mitbürgerinnen und Mitbürger im Schongauer Umland

Chancen für ein

eigenständiges Leben

In Zeiten des drohenden Fachkräftemangels

ist es erforderlich, alle

gesellschaftlichen Ressourcen zu

mobilisieren, um die entsprechende

Anzahl von Fachkräften ausbilden

zu können. Dass dies bei jungen

Erwachsenen, die als Jugendliche

einmal „in´s Trudeln“ gerieten und

nun nach jugendpädagogischen

oder strafrechtlichen Konsequenzen

wieder ihren Weg in das Leben zurück

suchen, gerade nicht der Fall

ist, und wie wir dies trotzdem versuchen,

zeigt folgendes Beispiel.

Der 24-jährige Herr Z. wurde in

Herzogsägmühle aufgenommen,

nachdem er die Monate zuvor in

verdeckter Wohnungslosigkeit gelebt

und immer wieder einmal einen

Unterschlupf bei verschiedenen

Bekannten gefunden hatte. Diese

Situation und sein Leben insgesamt

wollte er ändern. „In´s Trudeln“ geraten

war Herr Z. etwa im Alter von

16 Jahren, als sich seine Eltern

scheiden ließen.

8

Menschen in besonderen Lebenslagen

Z. geriet auf die schiefe Bahn. Verwahrlosung,

Kriminalität und zunehmende Verschuldung

kennzeichneten seinen weiteren Lebensweg.

Eine Ausbildung hatte Herr Z. bis zur Aufnahme

in Herzogsägmühle nie begonnen. Bedingt

durch seine schwierige Biographie galt es zunächst

die Haushaltsführung, den Umgang mit

Behördenangelegenheiten und mit Geld wieder

zu trainieren. Er äußerte den Wunsch nach einer

Ausbildung zum Maler. Er erhielt in Herzogsägmühle

einen Lehrvertrag und widmete sich

fortan seiner Ausbildung. Diese lief nicht immer

glatt, dennoch konnten sich seine Leistungen

sehen lassen und drei Jahre später konnte Herr

Z. seine Ausbildung erfolgreich beenden.

Dass dies möglich war, hat Herr Z. allerdings

nicht seinem Recht auf Sozialleistungen durch

den Sozialstaat zu verdanken. Junge Erwachsene,

die in sozialen Schwierigkeiten Hilfeleistung

benötigen, hat der Gesetzgeber im Rahmen

der Hartz- und der Arbeitsmarkt-Reformen ver-

gessen. Nach bestehender Gesetzeslage müssen

junge Erwachsene, die eine Lehre beginnen,

stationäre Einrichtungen, die ihre soziale Entwicklung

unterstützen, entweder verlassen oder

aus Eigenmitteln oder durch die Eltern finanzieren

– was bei einem Ausbildungsgehalt von 300 Euro

und meist völlig zerrütteten Familienverhältnissen

unmöglich ist.


Herr Z. hat neben seiner ihn fordernden Ausbildung

zusammen mit Herzogsägmühle gegen

dieses Unrecht gekämpft und vor dem Sozialgericht

Klage eingereicht. Das Sozialgericht hat

die Regelungslücke erkannt und den Kostenträger

zur Übernahme der Kosten für den Aufenthalt

von Herrn Z. in Herzogsägmühle verurteilt. Gewürdigt

hat das Gericht gerade auch den sehr

erfolgreichen Verlauf der Hilfemaßnahmen.

Herr Z. lebt inzwischen mit seiner Freundin in

einer eigenen Wohnung und hat eine feste Arbeitsstelle

in seinem Ausbildungsberuf. Diese

Regelungslücke besteht in Herzogsägmühle

jährlich bei zehn bis zwölf jungen Erwachsenen.

Finanziert werden die enormen Deckungslücken

in der Hilfeleistung nur durch Spenden

und Eigenmittel. Spender haben damit direkt

dazu beigetragen, jungen Erwachsenen eine

Ausbildung und damit eine neue Chance für ihr

Leben zu eröffnen.

Im Jahr 2011 konnten wir für eine gelingende

Übergangshilfe weitere unterschiedlich abgestufte

ambulante Hilfeangebote für ehemalig

wohnungslose Menschen in der Region schaffen.

So haben wir jetzt Wohngruppen

in Weilheim und

Landsberg, zwei Städten

mit einer guten Arbeitsmarkt-

und Wohnsituation,

wodurch die zügige Verselbständigung

unterstützt wird.

Wir haben erstmals Vereinbarungen mit örtlichen

Kostenträgern getroffen für nachgehende Hilfen

im Übergang zum selbständigen Wohnen und

zum Schutz vor Rückfällen. Und wir arbeiten in

der Prävention bei drohender Wohnungslosigkeit

mit neuen Fachstellen zur Vermeidung von

Obdachlosigkeit für die Landkreise Weilheim-

Schongau und Ostallgäu, die wir zusammen

mit den Städten und Gemeinden in diesen

Landkreisen aufgebaut haben. Zusammen mit

Schuldnerberatung und Insolvenzberatung eröffnen

diese Fachberatungsstellen Chancen in

schier ausweglosen Situationen, noch bevor

durch den Verlust aller Lebensgrundlagen der

Gang in die Obdachlosigkeit unvermeidlich ist.

Im Jahr 2012 gilt es diesen Weg weiter zu beschreiten

und unsere Hilfsangebote zu festigen.

9


KINDER, JUGENDLICHE UND FAMILIEN

Fachbereichsleitung: Kerstin Becher-Schröder

Stellvertretende Leitung: Sabine Eichberg

Teilbereichsleitung ambulante und flexible Hilfen: Michael Kuhn-Niederhofer

Mitarbeitende: 110

Stationäre Aufnahmemöglichkeiten: 145

Ambulante Betreuung von Familien: 200

Leistungen und Angebote:

• Krisenintervention, Diagnostik, Klärung und Beratung

• Heilpädagogische und therapeutische Förderung und Erziehung in Wohngruppen, intensivpädagogische

Einzelbetreuung und familienintegrative Erziehung sowie Verselbstständigung und Betreutes Wohnen

• Versorgung, lebenspraktisches Training, schulische und berufliche Ausbildung, Arbeitstraining,

Seelsorge, therapeutische Arbeit, medien- und freizeitpädagogische Angebote, Jugendgerichtshilfe,

Angehörigenarbeit

• Familienstützende Sozialarbeit, ambulantes Familien-Clearing, Sozialpädagogische Familienhilfen,

Erziehungsbeistandschaften, Angebote von frühen Hilfen und Video-Home-Training

Chancen durch Ausbildung

Der Fachbereich blickt auf ein insgesamt

erfolgreiches Jahr mit ab

Jahresmitte guter Belegung und

befriedigenden Entgeltverhandlungen

zurück. Wir haben unser Angebot

im Bereich der Familienhilfen und

den therapeutischen Angeboten

weiter ausdifferenzieren können. Im

Jahr 2012 gilt es diesen fachlichen

und personellen Standard zu halten.

Boris (Name geändert) wurde 1992

als Sohn bosnischer Eltern geboren.

Diese ließen sich scheiden, als Boris

etwa vier Jahre alt war und er

verblieb zunächst bei seiner Mutter.

Aufgrund seiner Schulprobleme und

der generell schlechten ökonomischen

Situation der Mutter, entschied

der Vater, der zwischenzeitlich wieder

geheiratet hatte, seinen Sohn

im Jahr 2004 zu sich zu holen. Zunächst

ging es Boris in diesem

neuen Familiensystem recht gut.

Er besuchte die Hauptschule, hatte

allerdings große Probleme mit dem

Lernen. Seine Zensuren führten zu

Problemen, weil sein Vater von ihm

bessere Leistungen und erhöhte

Anstrengungen im Lernverhalten

einforderte. Zu dem Zeitpunkt hatte

10

Kinder, Jugendliche und Familien

Boris wegen Diebstählen von geringerem Wert

erste Kontakte zur Polizei. Sein Vater reagierte

draufhin sehr autoritär und die Vater-Sohn-Beziehung

verschlechterte sich so weit, dass Boris

von daheim weglief und um Inobhutnahme bat.

So wurde Boris im Jahr 2007 in einer heilpädagogischen

Wohngruppe des Bereiches Kinder,

Jugendliche und Familien in Herzogsägmühle

aufgenommen, in die er sich rasch eingewöhnte.

Von den Betreuern wurde Boris als sehr ordentlicher

Jugendlicher beschrieben, der jedoch

nur einen geringen Zugang zu seinen Gefühlen

zeigte. Boris wurde über einige Wochen einzeln

beschult und arbeitete in der Arbeitstrainings-

maßnahme des Fachbereiches mit. Ab September

2007 besuchte er die Förderklasse an der

Albrecht-Schnitter-Berufsschule zur sonderpädagogischen

Lernförderung. Fühlte sich Boris in

der Schule unter Druck, reagierte er bockig bis

gereizt, was zu diversen Schulverweisen führte.

Eine daraufhin durchgeführte psychologische

Diagnostik zum Leistungsvermögen ergab ein

noch knapp im Durchschnitt liegendes Ergebnis

mit Entwicklungspotiential, dem mit der Möglichkeit

eines zweiten Berufsvorbereitungsjahres

entsprochen wurde. In der Wohngruppe ent-

wickelte sich die Situation eher kritisch, weil sich

Boris nicht ausreichend an die Regeln hielt und

scheinbar auch durch die Gruppengröße überfordert

war. In Absprache mit dem Jugendamt

begann deshalb die Suche nach einer Intensiv-

Sozialpädagogischen-Einzelmaßnahme.


Boris begann noch mit dem BVJ-Farbe in Herzog-

sägmühle, wurde jedoch aufgrund zahlreicher

Verstöße schließlich der Schule verwiesen. Im

November 2008 zog er in die Kriseninterventionsstelle

Nussschale für Jungen um, wo er zur

Tagesstruktur im und auf dem Hof mitarbeitete.

Von Seiten der Betreuer gab es dort sehr positive

Rückmeldungen hinsichtlich seiner Mitwirkungs-

bereitschaft.

Zur emotionalen Stabilisierung durfte Boris

während der Zeit in der Nussschale zweimal

seine Mutter in Bosnien besuchen. Nach dem

letzten Aufenthalt kam er sehr nachdenklich

zurück. Er realisierte, dass er bei seiner Mutter

auf Dauer nicht würde leben können, weil sie

sich selber finanziell kaum versorgen konnte.

Gleichzeitig begriff Boris mehr und mehr, dass

er auch bei seinem Vater keine Perspektive

hatte. Das Damoklesschwert einer möglichen Ab-

schiebung machte ihm zusätzlich große Sorgen.

Im Mai 2009 wurde für Boris eine passende

Intensiv-Sozialpädagogische Maßnahme gefunden.

Durch das große Bemühen der Familie

und die ihm entgegen gebrachte Geduld konnte

er sich in die neue Betreuungsform gut einlassen,

Vertrauen und Sicherheit erleben und sich Schritt

für Schritt um den Aufbau eines eigenständigen

Lebens kümmern. In der Folgezeit stabilisierte

sich Boris und schloss eine Berufs- bildende

Qualifizierungsmaßnahme erfolgreich ab. Er absolvierte

ein Praktikum in einer Autolackiererei,

in der er ein sehr gutes Arbeitszeugnis erhielt.

Leider konnte sich der Betrieb

keinen Lehrling leisten und

die Suche nach einer Alternative

in dem Bereich stellte

sich als sehr frustrierend

heraus. Als Boris dann ein

Praktikum in einer Metzgerei

angeboten bekam, nahm er diese Chance wahr.

In diesem Praktikum konnte er den Meister

so sehr von seinen Fähigkeiten überzeugen - er

war zuverlässig, lernwillig, ordentlich und engagiert

- dass dieser ihm eine Ausbildung zum

Fleischer in seinem Betrieb ermöglichen wollte,

eine Chance, die Boris gerne annahm.

Im ISE Setting hatte sich seine Persönlichkeit

inzwischen so gefestigt, dass er seine Frustration

darüber, nicht seinen Traumjob erlernen zu

können, adäquat zeigen konnte. Im schulischen

Bereich benötigte Boris gerade zu Beginn

der Ausbildung intensive Unterstützung, die

ihm in der ISE geboten wurde. Im häuslichen

Kontext lernte er darüber hinaus immer mehr,

wie er sich selber versorgen kann. Im Sommer

2011 konnte die Intensiv-Sozialpädagogische

Einzelbetreuung für Boris aufgrund seiner Entwicklungsfortschritte

eingestellt werden. Der

Kontakt zu seiner ISE-Familie erfolgt derzeit

noch in Form der Nachbetreuung, aber mit großer

Wahrscheinlichkeit wird er auch dann noch bestehen

bleiben, wenn die Nachbetreuung offiziell

enden wird. Boris konnte durch die Chancen,

die ihm eröffnet wurden, eine gute Entwicklung

machen.

11


SCHULBILDUNG - AUSBILDUNG

Schulleitung: • Helmut Sperl, Volksschule Herzogsägmühle

Förderzentrum, emotionale und soziale Entwicklung; Klassen für Kranke

• Wilfried Hammon, Albrecht-Schnitter-Schule

Private Berufsschule zur sonderpädagogischen Förderung, Förderschwerpunkt Lernen

• Jutta Rinesch, Liselotte-von-Lepel-Gnitz-Schule

Evangelische Fachschule für Heilerziehungspflege und Heilerziehungspflegehilfe

Mitarbeitende: 85

Aufnahmemöglichkeiten: 106 Schule zur Erziehungshilfe

540 Berufsschule

93 Fachschule

Leistungen und Angebote:

• Volksschule Herzogsägmühle: Individuelle Schulbildung und Erziehung in den Klassen 1 bis 9,

Sozialberatung, Angehörigenarbeit

• Berufsschule zur sonderpädagogischen Förderung: Individuelle Berufsvorbereitung, Berufsgrundbildung,

Berufsschulunterrricht für Fachklassen, Beschulung von Schülern Berufsvorbereitender

Bildungseinrichtungen (BvB), Sozialberatung, Zusammenarbeit mit Angehörigen und Ausbildern

• Ausbildung in der Heilerziehungspflege: Die Fachschülerinnen und Fachschüler der Heilerziehungspflege

werden zu sozialpädagogischen und pflegerischen Fachkräften ausgebildet, die

in stationären und teilstationären Einrichtungen, in ambulanten Diensten und als selbstständige

Unternehmer für Menschen mit Behinderung tätig sind

Ausbildung in der Heilerziehungspflegehilfe: Die Fachschülerinnen und Fachschüler in der

Heilerziehungspflegehilfe werden befähigt, die Fachkräfte in ihrer Arbeit kompetent zu unterstützen

Volksschule

Herzogsägmühle

An der Volksschule werden Kinder

in den Jahrgangsstufen 1 – 9 unterrichtet,

die wegen ihrer Verhaltens-

auffälligkeiten in einer Grund-, Mittel-

oder anderen Förderschule noch

nicht beschult werden können. Neben

der Lehrstoffvermittlung ist hier

das Setzen von Grenzen sowie das

Vermitteln von Regeln und positiven

Verhaltensweisen Hauptaufgabe

schulischer Arbeit.

Der Unterricht der Patienten aus der

Rehabilitationseinrichtung erfolgt

sowohl unter dem Gesichtspunkt der

individuellen Schulartzugehörigkeit

als auch unter dem Gesichtspunkt

einer möglichen Neuorientierung.

Chancen eröffnen

Christina kam nach einem Klinikaufenthalt

in die Rehabilitation für

psychisch kranke Jugendliche und

damit auch in die Klasse für Kranke.

Bis zu ihrer Erkrankung besuchte

12

Schulbildung / Ausbildung für Fachkräfte

sie die Realschule. Wegen ihrer Erkrankung

war sie gezwungen, sich mit der Situation neu

auseinanderzusetzen. Sie fasste schulisch bei

uns wieder Mut und gewann das nötige Selbstvertrauen,

um konstant Leistung erbringen zu

können. Ebenso lernte sie ihre Leistungsfähigkeit

nicht zu überschätzen und bannte so die

Gefahr, wieder „abzuheben“.

Christinas anfänglich begründete Bedenken,

mit anderen Jugendlichen klar zu kommen,

zerstreuten sich nach und nach. Der nächste

Schritt war der Versuch, den Schulalltag in

der Mittelschule zu bewältigen. Dieser gelang

so gut, dass sie in der Regelschule blieb und

dort zum Schuljahresende mit dem Qualifizierenden

Hauptschulabschluss auch den ihr bis

dahin fehlenden Schulabschluss mit gutem

Erfolg erlangte. Als die Rehabilitationszeit endete,

standen ihr mehrere Optionen offen: Sie

überlegte sich, ob sie eine Berufsausbildung

anfangen wollte und so zusammen mit dem

„Quali“ den mittleren Schulabschluss erreichen

würde, oder ob sie über die M-Klasse an einer

Mittelschule ihres Heimatortes diesen Abschluss

anstreben wollte.

Ihr Lebensplan erfuhr so keinen Abbruch sondern

nur eine Unterbrechung.


Albrecht-Schnitter-Schule

Eltern, Ausbildungsbetriebe, Kooperationspartner

und Schülerinnen und Schüler haben berechtigte

Erwartungen an eine Schule und an die Lehrkräfte.

Was für eine Schule wir sind, was wir erreichen

wollen und welche Grundwerte unser Handeln

bestimmen, beantworten die Kernaussagen

„annehmen, fördern, fordern“ im Leitbild der

Albrecht-Schnitter-Schule.

Das Kollegium legt großen Wert darauf, die individuellen

Erfahrungen, Fähigkeiten, Interessen

und Neigungen der Schülerinnen und Schüler

in das pädagogische Handeln einzubeziehen.

So erleben die Jugendlichen, dass sie selbst

Einfluss auf die Struktur von Lernangeboten

haben. Dies ermöglicht und begünstigt einen

fachübergreifenden, fächerverbindenden Förder-

ansatz. Vielen Jugendlichen wurde zunächst die

Fähigkeit abgesprochen, erfolgreich Bildungs-

angebote zu nutzen. Hier Chancen zu eröffnen,

Vorurteile abzubauen und das Selbstvertrauen

unserer Jugendlichen in realistischer Weise zu

stärken, ist eine Herausforderung.

Unsere Schule besuchen derzeit knapp 500

Jugendliche. Beinahe ein Drittel dieser Schüler

werden in den 13 Klassen der Berufsvorbereitungsjahre

unterrichtet. Regelmäßig erreichen

davon rund 90% den Hauptschulabschluss

und, wichtiger noch, werden erfolgreich auf

ein eigenständiges und eigenverantwortliches

Leben in der Gesellschaft vorbereitet. Von den

anderen Auszubildenden, die in 32 verschiedenen

Ausbildungsberufen ihrer Berufsschulpflicht

nachkommen, bestehen jährlich etwa

85% die Gesellen- oder Kammerprüfungen.

Damit erreicht unsere Schule mindestens die

gleiche Erfolgsquote wie andere Regelberufsschulen.

Liselotte-von

Lepel-Gnitz-Schule

Die Nachfrage an Schulplätzen

für das Schuljahr

2011/12 war in der Heilerziehungspflege

sehr groß.

Im Ausbildungsgang Heilerziehungspflegehilfe

sanken einerseits die Bewerberzahlen, andererseits

fehlten auch die Praxisplätze, die für

die berufsbegleitende Ausbildung erforderlich

sind. So kam hier nur ein Kurs mit 15 Personen

zustande. Dies ist jedoch nicht von Nachteil, da

ein sehr individuelles Eingehen auf die Fähigkeiten

der Fachschülerinnen und Fachschüler

möglich wird. Aktuelle Herausforderung für das

Jahr 2012 ist die Organisation der Prüfungen,

damit die Abgänger die Möglichkeit haben,

sich über die berufliche Qualifizierung für einen

Studienplatz an Universitäten zu bewerben; die

nachhaltige Einbettung des Themas Inklusion

und die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention

in den Unterricht.

Zweite Chance

Herr O. ist 40 Jahre alt. In seiner Jugend begann

seine Suchtkarriere: Alkohol, Heroinkonsum,

Erwerb und Verkauf von Betäubungsmitteln und

in der Folge gefährliche Körperverletzungen,

Diebstahl, Nötigung, so dass Herr O. etliche

Jahre im Gefängnis zugebracht hat. Nach der

letzten verbüßten Gefängnisstrafe kam er in

eine Entzugsklinik und erfuhr dort die nötige

Unterstützung, um sein Leben zu verändern.

Er machte ein Praktikum in einer geriatrischen

Einrichtung und entwickelte den Wunsch, einen

sozialen Beruf zu ergreifen. Nun musste er

sich einer neuen Herausforderung stellen: Auf

59 Bewerbungen erhielt er Absagen, vor allem

aufgrund seiner Einträge im Führungszeugnis.

Die 60. Bewerbung landete in der Fachschule

für Heilerziehungspflege. Nach einem ausführlichen

Gespräch wurde in seinen Schulakten

festgehalten: Herr O. erhält trotz Einträgen im

Führungszeugnis einen Schulvertrag. Alle Delikte

waren im Zusammenhang mit Beschaffungskriminalität

und Drogensucht. Er ist jetzt

clean. Es wurde mit ihm verabredet, dass auf

Anzeichen von Drogenmissbrauch geachtet

wird. Ein Verstoß hat die sofortige Kündigung

des Schulvertrags zur Folge. Was an anderen

Stellen als Nachteil ausgelegt wurde, wurde in

der Fachschule als Lebenserfahrung gewertet.

13


WOHNEN FüR MENSCHEN MIT BEHINDERUNG

Fachbereichsleitung: Hans Rock

Leitung des Teilbereichs Wohnen im Umfeld: Marlies Podechtl

Leitung des Teilbereichs Wohnen in Herzogsägmühle: Heidrun Schneider

Kaufmännische Leitung: Ruth Connolly

Mitarbeitende: 129

Aufnahmemöglichkeiten/Leistungen:

• 145 stationäre Wohnangebote in Form von Wohngruppen, Wohngemeinschaften,

Paar- und Einzelwohnen sowie Ambulant Betreutes Wohnen

• Individuell gestaltete Assistenz, Förderung, Beratung und Betreuung

Wohnen in Orten der

Umgebung

In den vergangenen Jahren hat die

Bedeutung der „Wohnangebote im

Umfeld“ deutlich zugenommen.

Herzogsägmühle begleitet aktuell 63

Menschen mit einer geistigen Behin-

derung in eigenen oder angemieteten

Angeboten in der umliegenden

Region. Als Folge der Inklusionsdebatte

dürfen auch künftig bessere

Chancen für die Entwicklung im

umliegenden „Sozialraum“ erwartet

werden.

Organisatorisch wurde dem durch

die Bildung zweier Teilbereiche:

Wohnen in Herzogsägmühle – Ort

zum Leben und Wohnen im Umfeld

– Inklusion im Sozialraum, Rechnung

getragen.

14

Wohnen für Menschen mit Behinderung

Chancen eröffnen - Chancen nutzen

Gedanken von Waltraud Sattler,

Hilfeberechtigte im Tannenhof,

und ihrem Betreuer Jürgen Hartung

Chancen gibt es scheinbar überall: Das beliebte

Lotto oder fragwürdige Gewinnspiele. Man

muss ja nur zugreifen, aber…

Chancen in einem Leitgedanken als Anspruch

und Aufgabe? Zwei Worte, die das Leben verändern

können, die aber auch dazu auffordern,

Bestehendes in Frage zu stellen und sich als

Suchender auf den Weg zu machen. Was sind

das für Chancen, für die ich sichere Positionen

aufgebe? Eine Chance zu sehen ist das eine,

sie zu nutzen aber etwas ganz anderes. Kann

ich das, will ich mich auf den Weg machen?

Im Heimalltag sind das bekannte Positionen,

ein sinnvolles Leben im Erhalt des Bestehenden

zu führen bedeutet ja schon, eine Chance genutzt

und seine Heimat gefunden zu haben.

Wäre da nicht das Fenster, das auf einmal aufgeht

und ein Lichtstrahl von Wissen um Bereicherung

einfällt: Dann haben die Betreuer ihre

Aufgabe gut gemacht.

Nun, nachdem die Gelegenheit, die Chance,

wahrgenommen wurde, gilt es, die Bedingungen

zur Meisterung des Kommenden durch eigenes

Tun zu verstehen. Denn Handlungswissen kann

nur das Ergebnis selbstständiger Erfahrungen

sein. Das bedeutet: Durch wertschätzende Begleitung

das Rüstzeug zu erlernen, eine Chance

aus eigener Kraft zu nutzen!


Frau Sattler ist 45 Jahre alt. Sie kam mit zehn

Jahren aus familiären Gründen zum ersten Mal

in eine Einrichtung. War sie zu Hause auf sich

alleine gestellt, kam sie nun in eine Welt, in der

zum Teil feste Regeln herrschten und Verstöße

mit Sanktionen belegt waren. Eine Mitentscheidung

bei alltäglichen Dingen gab es nicht.

Sind festgelegte Richtlinien für viele Menschen

eine notwendige Hilfe im Alltag, vermisste Frau

Sattler schon bald die Möglichkeit, nach den

Regeln leben zu können, die sie sich selbst erarbeiten

wollte.

Diesen Anspruch, diese Suche konnte Frau

Sattler noch nicht definieren: Der Begriff

Selbstbestimmung war ihr bekannt, sie

wusste aber nichts über die Menge der Attribute

oder Eigenschaften, die dahinter stehen,

gelernt werden müssen und so diesen Begriff

mit Leben erfüllen. Sie wusste noch nichts über

Teilhabe oder Inklusion, sie wusste nur eines:

Ich muss mich verändern.

Im Jahre 2011 kam Frau Sattler auf Anraten

und mit Unterstützung ihrer letzten Einrichtung

nach Herzogsägmühle in den Tannenhof und bezog

ein Appartement, zusammen mit ihrer Katze.

Hier leben drei Generationen

von Menschen mit unterschiedlichsten

Fähigkeiten

und Interessen unter einem

Dach. Ein tägliches Lernfeld

für Junge und Alte. Heikle

Situationen werden meist

konstruktiv gelöst.

In Gesprächen auf gleicher Augenhöhe und im

Gruppenleben mit selbst aufgestellten Regeln

lernte Frau Sattler, Verantwortung für sich und

ihr Tun, aber auch für Andere zu übernehmen.

Durch das Einhalten, die Verinnerlichung von

selbst aufgestellten, freiwilligen aber auch verpflichtenden

Regeln erlernte sie Methoden, an

der Veränderung ihres Lebens zu arbeiten. Diese

Entwicklung blieb nicht verborgen.

Frau Sattler hat ein selbst definiertes Ziel erreicht:

Seit Oktober bewohnt sie zusammen

mit ihrer Katze ein Appartement in Schongau,

im Rahmen des betreuten Einzelwohnens.

Beide sind bisher sehr zufrieden.

15


ARBEIT FüR MENSCHEN MIT BEHINDERUNG

Fachbereichsleitung: Hans Rock

Leitung Herzogsägmühler Werkstatt: Ruth Connolly Werkstattbeschäftigte: 480

Leitung Peitinger Werkstatt: Josef Schuh Arbeitsanleitende und Andere: 158

Leitung ZENIT: Johann Schuh

Leitung Förderstätte: Edith Obermair Förderstättenbesucher: 40

Leitung Altentagesstätte: Manfred Haugg Tagesstättenbesucher: 36

Leistungen und Angebote:

• Berufliche Bildung mit unterschiedlichen Qualifizierungsstufen und Praktika in eigenständigen

Berufsbildungsbereichen für Menschen mit geistiger oder seelischer Behinderung

• Individuell gestaltete Arbeitsplätze in 23 unterschiedlichen Gruppen des Arbeitsbereiches

• Assistenz, Förderung und Begleitung von Menschen mit schwerer Behinderung und im Alter durch

tagesstrukturierende Angebote

Arbeit ist … Mensch sein!

Recht auf Arbeit – das klingt seltsam.

Für Menschen mit einer Behinderung

bedeutet das aber nicht nur

Anspruch auf Erwerbstätigkeit. Hier

geht es vor allem um Zugehörigkeit,

Sinnstiftung und Selbstwert.

Dankbar blickt der Fachbereich

auf zwei großartige Entwicklungen

im vergangenen Jahr zurück. Zum

einen wurde eine deutliche Verbesserung

der Arbeitsbedingungen in

den Werkstätten zum Abschluss

gebracht.

Mit verschiedenen Erweiterungsmaß-

nahmen, die überwiegend aus dem

Konjunkturpaket II der Bundesregierung

finanziert wurden, sind

beachtliche Arbeitsplatzangebote

im beschützten Werkstattrahmen

entstanden.

Zum anderen wurden gezielt Übergänge

aus der Werkstatt in den

regulären Arbeitsmarkt verbessert.

Somit können vermehrt Chancen

genutzt werden, Teilhabe und

Zugehörigkeit auch außerhalb einer

beschützten Arbeitswelt zu verwirklichen.

16

Arbeit für Menschen mit Behinderung

Neue Wege gehen

Seit über 16 Jahren arbeitet Herr E. in der

Metallwerkstatt in den Herzogsägmühler Werkstätten

und kennt sich dort bestens mit allen

Arbeiten aus. Die Arbeit gefällt ihm, er ist

fleißig, zuverlässig und vielseitig einsetzbar, hat

viele gute Freunde in der Werkstatt und ist sogar

Gruppensprecher. Außerdem engagiert er sich

sportlich für die Herzogsägmühler Werkstätten

und nimmt regelmäßig an nationalen und internationalen

Wettkämpfen teil.

Dass er mit dem Lesen, Schreiben und Rechnen

Schwierigkeiten hat, fällt auf den ersten Blick

gar nicht auf. Dank seines guten Gedächtnisses

und mit seinem ausgeprägten räumlichen

Vorstellungsvermögen kann er nach klarer

Anleitung selbst komplizierte und computergesteuerte

Maschinen selbständig bedienen. Und

auch im Alltag kommt er mit etwas Unterstützung

gut zurecht. Zusammen mit einem Freund und

Kollegen lebt er in einer betreuten Wohngemeinschaft.

Und dennoch machten sich Sozialdienst

und Gruppenleiter in der Werkstatt Gedanken,

was Herrn E. noch weiter fördern, ihm Chancen

eröffnen könnte. Als im Sommer 2010 ein Qualifizierungs-

und Vermittlungsprojekt in den

Herzogsägmühler Werkstätten startete, sahen

sie eine Möglichkeit. Warum sollte Herr E. nicht

auch auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt eine

Chance haben? Wenn man den passenden Betrieb

findet, könnte Herr E. gerade in der praktischen

Arbeit und mit seiner Zuverlässigkeit

überzeugen, obwohl er keine qualifizierte Berufsausbildung

hat.


Hindernisse meistern

Auch Herr E. wollte über das Projekt „mal was

Neues ausprobieren“ und nahm Kontakt mit

dem Qualifizierungsbeauftragten der Werkstatt

auf. Gemeinsam erstellten sie ein Kompetenzprofil

und begannen die Suche nach einer

geeigneten Praktikumsfirma. Die hatte der

Qualifizierungsbeauftragte bald gefunden - ein

metallverarbeitender Familienbetrieb, nur leider

in einem Dorf 15 Kilometer entfernt.

Mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist das täglich

eine kleine Weltreise – mit zweimal Umsteigen

und noch langem Fußmarsch. Trotzdem wollte

er es probieren. Also wurde die Fahrt von der

Werkstatt aus organisiert, gemeinsam trainiert

und er startete im Dezember 2010 sein erstes

vierwöchiges Praktikum.

Das Praktikum war eine anstrengende Zeit für

Herrn E., mit langen Arbeitstagen, neuen Arbeiten

und Kollegen, aber auch eine erfolgreiche Zeit.

Im Betrieb überzeugte er vor allem durch seine

hilfsbereite und ruhige Art, so dass für Februar

2011 ein weiteres, längeres Praktikum vereinbart

wurde. Ein vielversprechender Anfang, auf

den Herr E. zu Recht stolz war.

Arbeit ist … mehr!

Gleichzeitig wurde über das

Praktikum aber noch etwas

ganz anderes deutlich. So

wichtig Arbeit für uns alle ist,

mindestens genauso wichtig

sind unsere Freunde und sozialen Kontakte.

Gemeinsame Freizeitaktivitäten, Sport und

Austausch, all das war während des Praktikums

für Herrn E. nicht möglich gewesen.

Denn alle seine Freunde und auch die Sportgruppen

waren in der Werkstatt. Es wurde

ziemlich schnell klar: Eine echte Chance müsste

beides, Arbeiten im Betrieb und soziales Leben

der Werkstatt, verbinden. Die Lösung war eine

geteilte Arbeitszeit mit an drei Tagen pro Woche

arbeiten im Praktikumsbetrieb und zwei Tage

arbeiten in der Werkstatt. Inzwischen ist aus

diesem Versuch ein fester Außenarbeitsplatz

geworden - weiterhin mit geteilter Arbeitszeit.

Das bedeutet, dass Herr E. am Training und den

Wettkämpfen teilnehmen kann, seine Freunde

trifft, die Möglichkeit hat, mit der Werkstatt auf

Freizeit zu fahren und trotzdem auf dem allgemeinen

Arbeitsmarkt zu arbeiten.

Herr E. ist glücklich und voll neuem Selbstbewusstsein

in seinem Arbeitskittel mit Firmenlogo

und seinem Namen. Seine Lebensqualität hat

sich deutlich verbessert.

17


MENSCHEN MIT SEELISCHER ERKRANKUNG

Menschen mit seelischer Erkrankung,

Menschen mit Suchterkrankung, Gerontopsychiatrie und Pflege

Fachbereichsleitung: Michael Bräuning-Edelmann

Mitarbeitende: 360

Aufnahmemöglichkeiten: 828

Leistungen und Angebote:

• Teilbereich Rehabilitation: Medizinische und berufliche Maßnahmen, 200 Angebote

Teilbereichsleitung: Dr. Klaus Keller

• RPK Landsberg: 30 Angebote

Kostenstellenleitung: Michael Weiß

• Jugendrehabilitation: 28 Angebote

Kostenstellenleitung: Wolfgang Schuppert

• Teilbereich Wohnen: Wohnen stationär, Betreutes Einzelwohnen und Wohnen in Familien,

Wohngemeinschaften, auch für Menschen mit Psychose und Sucht, 340 Angebote

Teilbereichsleitung: Peter Walter, stellvertretende Fachbereichsleitung

• Teilbereich Wohnen Sucht: Wohn- und Arbeitsangebote sowie betreutes Einzelwohnen in

Herzogsägmühle und Böbing, 66 Angebote

Teilbereichsleitung: Jürgen Walk

• Teilbereich Gerontopsychiatrie und Pflege: Wohnen für alte, seelisch behinderte Menschen,

Versorgung, tagesstrukturierende Freizeit- und Bildungsangebote, Beschäftigungs- und

Bewegungstherapie, Sozialberatung, Grund- und Behandlungspflege, zusätzliche soziale

Betreuung für Pflegebedürftige mit erheblich eingeschränkten Alltagskompetenzen, Seelsorge,

Sterbebegleitung, 118 Angebote

Teilbereichsleitung: Petra Schweder

• Teilbereich Regionale Angebote: Psychosoziale Beratungsstellen und Sozialpsychiatrische Dienste

mit über 10.000 Beratungen jährlich, Tagesstätten, 75 Angebote

Teilbereichsleitung: Bernhard Richter

Chancen eröffnen

Der Fachbereich mit seinen komplexen

und differenzierten Leistungs-

angeboten in Herzogsägmühle und

in den umliegenden Landkreisen

bietet Menschen zwischen 14 und

99 Jahren in den wesentlichen Lebensbereichen

Wohnen, Arbeit,

Freizeit und Gesundheit, eine Vielzahl

von Möglichkeiten, Chancen

und Nischen.

So eröffnen sich für jeden Einzelnen

neue Perspektiven, auch mit langfristigen

Ausblicken. Empathie, Betreuungskontinuität

und Sicherheit

sind die Vorraussetzungen, um Veränderungen

mutig zu wagen, sich

zu verselbständigen, aber auch um

zu bleiben um Lebensqualität in sozialer

Gemeinschaft zu erleben.

18

Besondere Herausforderung für 2012

Mit Einsatz und Geschick in Verhandlungen

mit den Leistungsträgern gilt es diese Grundbedingungen

in wirtschaftlich schwierigen Zeiten

zu erhalten, zu sichern und gleichzeitig ein

ausgeglichenes Jahresergebnis zu erzielen.

Konsolidierung und behutsame Erweiterung

der ambulanten Angebote je nach Bedarf, wird

die Arbeit 2012 wesentlich prägen.


Teilbereiche Rehabilitation

und Wohnen für Menschen

mit seelischer Erkrankung

Vor einigen Jahren kam Stefan U., 30 Jahre,

aus der medizinischen Rehabilitation am Latter-

bach in eine ambulant betreute Wohngemeinschaft.

Er ist noch jung und hat doch schon

eine fast zehnjährige Krankengeschichte hinter

sich.

Nach dem Tod seiner Mutter begann er sich zu

verändern. Sein schnelles Auto hatte er nicht

mehr so recht im Griff. Er baute einen Unfall,

verlor seine Freundin und seinen Arbeitsplatz.

Sein Vater war mit der Situation überfordert und

bezeichnete seinen Sohn als Versager. Dieser

Beginn seiner schizophrenen Erkrankung sitzt

in Stefan tief wie ein Schock.

Manchmal, wenn er schlecht schlafen kann,

wird das alles wieder gegenwärtig, das Leben

erscheint unheimlich sinnlos, so ohne Beruf,

ohne Freundin, ohne Zukunft. Einmal schon hat

er versucht, allem ein Ende zu bereiten.

Aber Stefan hat sich trotz allem eine Art unstillbare

Neugierde auf das Leben bewahrt. Er will

den Sinn seiner Erkrankung verstehen. Und so

ergeben sich in den regelmäßigen Gesprächen

immer neue Einblicke und Ausblicke.

Er lernt, dass es ebenso

wertvoll ist, eine schwere

Erkrankung akzeptieren zu

können und trotz dieser Last

für sich Lebensqualität zu

entdecken. Wie es in unserer

leistungsorientierten Gesellschaft

für gesunde junge Menschen ein Ziel ist,

einen Beruf zu erlernen, eine Familie zu gründen,

ein Haus zu bauen und ein schickes Auto

zu fahren.

Stefan ist mit großem Eifer dabei, die stilleren

Werte des Lebens und noch unentdeckte

Begabungen in sich selbst zu finden und wertzuschätzen,

seinen Humor zum Beispiel oder

seine Beharrlichkeit, weiter auf der Suche zu

bleiben.

Stefan ist erst 30 Jahre alt, aber er hat schon

viel mehr gelernt als viele seiner gesunden

Altersgenossen! Er braucht Gespräche mit

seiner Bezugsperson, um wieder Fuß zu fassen

im Leben. Wollen wir hoffen, dass trotz steigender

administrativer Arbeit auch in Zukunft die

Zeit bleibt, gemeinsam nach dem Sinn eines

durch Krankheit belasteten Lebens zu suchen,

die neue Chancen im Leben eröffnen.

19


MENSCHEN MIT SEELISCHER ERKRANKUNG

Teilbereich Wohnen

für Menschen mit

Suchterkrankung

Bei den Hilfeberechtigten von Haus

Osterwald ist es immer wieder die

Frage: Wie können wir ihnen auf

ihrem weiteren Weg Chancen eröffnen,

die noch vorhandenen Ressourcen

fördern und sie auf ihrem

Weg weiter begleiten? Unser Klientel

wird immer älter und die Spuren

ihres Lebensweges zeigen sich

sehr deutlich.

Herr S. ist 65 Jahre alt und seit 15

Jahren bei uns. Er hatte zuvor viele

Jahre in Fabriken körperlich schwer

gearbeitet. Durch seine Suchtkrankheit

kam es zu psychischen und

physischen Erkrankungen, die es

ihm unmöglich machten, auf dem

freien Arbeitsmarkt zu bestehen.

Nach einigen Klinikaufenthalten

wurde er bei uns aufgenommen.

Nachdem sein Zustand sich verbessert

hatte, konnte er auf dem

freien Arbeitsmarkt untergebracht

werden. Nach einigen Jahren war

es ihm auf Grund der Schwere der

20

Arbeit jedoch nicht mehr möglich, diese weiter

auszuführen. Wir versuchten gemeinsam mit

ihm, einen anderen Weg zu erarbeiten. Über

die Möglichkeit einer tagesstrukturierenden

Beschäftigung konnten wir ihm neue Chancen

eröffnen und ihm ein Stück Zufriedenheit

zurückgeben. Innerhalb der letzten zwei Jahre

nahmen seine psychischen Störungen immer

weiter zu. Er wurde zunehmend aggressiv und

immer ruppiger zu seinen Kollegen und Mitbewohnern.

Es bildete sich dazu eine demenzielle

Erkrankung aus. Er war den Anforderungen

seines Arbeitsplatzes nicht mehr gewachsen.

Das Gefühl des nicht mehr Könnens und die

zunehmende Kritik seiner Kollegen löste bei

ihm mehrere Kurzschlusshandlungen aus. In

vielen Gesprächen suchten wir nach anderen

Möglichkeiten mit ihm und für ihn. Herr S. besuchte

dann zur Probe die Lekos-Tagesstätte,

unser Angebot für ältere Menschen mit Behinderungen.

Es gefiel ihm dort recht gut. Nach

einiger Zeit äußerte er den Wunsch, ganztägig

in der Tagesstätte bleiben zu dürfen.

Herr S. ist seit dieser Zeit wieder ruhig, glücklich

und ausgeglichen. Wir hoffen, dass dies noch

lange so bleibt. Mit dieser Tagesstruktur kann

er weiterhin ein erfülltes und trockenes Leben

im Haus Osterwald führen.


Teilbereich Gerontopsychiatrie

und Pflege

Frau O. ist klein, sehr zierlich und die Gicht

beugt sie fast im 90-Gradwinkel nach vorn.

Auch ihr Erinnerungsvermögen ist nicht mehr

das Beste. Trotz allem eine liebenswerte alte

Dame: Sie liebt nicht nur Süßes, auch Scheren

lassen ihre Augen leuchten und die Finger wie

von selbst arbeiten, gerade so, als wären ihre

lebenslange Erfahrung und ihr ganzes Können

als Schneiderin in ihren Fingern gespeichert.

Zack, zack, zack – und schon ist die Tischdecke

zerschnitten. Zack, zack, zack – und schon

sind die Handtücher zerschnitten. Ja, und zack,

zack, zack – auch das Kabel vom Steuerungsteil

des Pflegebettes ist zerschnitten. Was tun?

Überall die Augen haben? Alles wegräumen?

Dies ist völlig unrealistisch, unmöglich.

Ich sehe Frau O. im Jägerstüberl sitzen, sehr

beschäftigt, neben sich einen großen Korb mit

Nähgarn.

Sie wickelt unermüdlich Zwirn

auf und ordnet die Garnrollen

im Korb. Da, wieder ein

lockeres Fadenende, was

aufgerollt sein will. Ihren Kopf ziert ein stechend

blaues Tuch, es glänzt wie Lackleder aus den

70er Jahren. Neben ihr auf dem Tisch liegt eine

Schere und ein blauer Müllsack, aus dem ein

großes Dreieck fehlt.

Hinter mir ertönt eine Stimme: „Frau O., möchten

sie mit zum Spazieren gehen?“ Frau O.

schwenkt ihren gebeugten Oberkörper zur

Seite, schaut hoch und deutet ein Nicken an.

Sie schlüpft mit Hilfe in ihre Jacke, streicht ihr

Kopftuch glatt, es sitzt perfekt. Nun kann es

wirklich losgehen.

Darum geht es: Auch im Alter, auch bei gerontopsychiatrischen

Krankheitsbildern, jeden Tag

zu einer neuen Chance werden zu lassen.

21


ARBEIT UND INTEGRATION

Fachbereichsleitung und Teilbereich Versorgung: Johann Weihele

Leitung Teilbereich Ausbildung: Norbert Becher

Leitung Teilbereich Beschäftigung: Markus Sinn

Mitarbeitende: 125

Aufnahmemöglichkeiten: 240

Leistungen und Angebote:

Eingangswerkstatt, Betriebspraktika, berufliches Training, Belastungserprobung, Ausbildung

(42 verschiedene Berufsabschlüsse, darunter elf gemäß § 48 Berufsbildungsgesetz in Verbindung mit

§ 42 b Handwerksordnung), versicherungspflichtige Arbeitsplätze (über die i+s Pfaffenwinkel GmbH),

tagesstrukturierende Beschäftigung, sozialpädagogische Begleitung, Arbeits- und Berufsberatung,

Arbeitsvermittlung

Chancengleichheit anstreben

Im beruflichen Bereich spielt Chancengleichheit

eine wichtige Rolle.

Das bezieht sich nicht nur auf

Genderaspekte, sondern auch auf

die Ausbildung und Qualifizierung

benachteiligter Menschen. Die einschneidende

Kürzung der Fördermittel

durch den Gesetzgeber lässt

die Befürchtung zu, dass Benachteiligte

eine noch größere Abkoppelung

vom Arbeitsmarkt erleben

müssen.

Als Anbieter von Ausbildung und

Qualifikationen für Benachteiligte

versuchen wir dieses Dilemma

durch verschiedene Anstrengungen

auszugleichen, bemerken aber den

immer größer werdenden Spagat.

Aktuelle Situation

Wir sind sehr dankbar, dass wir

am ersten Advent 2011 den neuen

MühlenMarkt eröffnen konnten. In

einem tollen Gebäude sind nun der

Bäckerei- und Metzgereiverkauf,

die bisherige Krämerei sowie der

Gärtnereiverkauf und als eigene

Verkaufsstelle die bisherige Fundgrube

vereinigt.

22

Arbeit und Integration

Ebenso zog unser Friseursalon Haarmonie in

das Gebäude, das insgesamt sehr gut angenommen

wird und durch seine Architektur und

engagierte Mitarbeitende eine freundliche und

offene Ausstrahlung hat.

Ende Mai 2011 eröffnete Herzogsägmühle mit

neun weiteren Gesellschaftern in Landsberg das

Sozialkaufhaus BiLL, das neben Gebrauchtwaren

auch haushaltsnahe Dienstleistungen

anbietet und am Arbeitsmarkt benachteiligte

Menschen beschäftigt. Wir sind sehr froh über

den guten Start und dankbar für die Zusammenarbeit

mit unseren Mitgesellschaftern.

Trotz einer hohen Auslastung in Produktion,

Dienstleistung sowie in der beruflichen Förderung

in unseren Betrieben haben wir Mühe, ein

ausgeglichenes Ergebnis zu erreichen. Dies

macht Umstrukturierungen in einzelnen Betrieben

notwendig und veranlasst uns zu tief

greifenden Überlegungen bezüglich unseres

Gesamtangebotes.

Im Bereich unserer Ausbildung erzielten wir

herausragende Ergebnisse: Alle 33 Auszubildenden,

die im Sommer zur Gesellenprüfung

angetreten waren, haben diese erfolgreich abgeschlossen.

Herzlichen Glückwunsch allen

Azubis, aber auch den Ausbildern!

Zum Start des Lehrjahres im Herbst konnten

wir mit 50 neuen Lehrlingen ein zufrieden stellendes

Ergebnis erzielen.


Ausblick

Im Jahr 2012 wollen wir die neuen Berufsbilder

„Fachhelfer für personale Dienstleistungen“

und den „Fachwerker für Gebäude- und Umweltdienstleistungen“

in unser Ausbildungsangebot

aufnehmen.

Ebenso planen wir die Eröffnung eines Arbeitsqualifizierungszentrums,

in dem zunächst,

örtlich zentriert, Menschen mit besonderen

sozialen Schwierigkeiten und Jugendliche berufliche

Orientierung und Qualifizierung erhalten.

Daneben steht die Entwicklung von Teilqualifikationen

auf unserer Agenda.

Mit großem Interesse wollen wir uns der Aufgabe

stellen, unsere Bereichsstrukturen den sich

ändernden Bedingungen in der beruflichen

Förderlandschaft sowie den häufig schwächer

werdenden Hilfeberechtigten anzupassen.

Chancen eröffnen

Herr Franz (Name geändert)

wohnte seit einigen Jahren

in Herzogsägmühle. An verschiedenen

Stellen in unserem

Fachbereich bekam

er berufliche Hilfen. Unter anderem begann

er eine Ausbildung zum Koch, die er aber abbrach.

Um ihm trotz der Fehlversuche eine

sinnvolle tagesstrukturierende Beschäftigung

zu geben, setzten wir ihn in unserem Eiscafé

Gino Nuovo ein. Diese Aufgabe meisterte er zur

Zufriedenheit des Betriebsleiters fast ein Jahr

lang. Er kam meist pünktlich, lernte im Bereich

der Hygiene dazu und zeigte eine erstaunliche

Routine, wenn es vor der Eistheke hoch her

ging. Dem Betriebsleiter war es wichtig, Herrn

Franz eine Chance zu eröffnen. Er setzte sich

dafür ein, dass dieser einen Arbeitsvertrag im

Gino Nuovo bekam. Inzwischen hat Herr Franz

eine eigene Wohnung, die er selbst bezahlt. Wir

hoffen, dass er auch den Sprung in die berufliche

Selbständigkeit schafft.

23


I + S PFAFFENWINKEL GMBH

Geschäftsführung: Thomas Buchner, Wilfried Knorr

Beauftragter der Geschäftsführung: Johann Weihele

Mitarbeitende: 177, davon 22 Anleiter oder Sozialpädagogen und 6 Teilnehmer in Maßnahmen

Leistungen und Angebote:

• Brücke zum allgemeinen Arbeitsmarkt im Rahmen befristeter Arbeitsverträge für Menschen, die

aufgrund sozialer oder persönlicher Probleme eine Zeit der Mitarbeit in einem Betrieb besonderer

Art benötigen, um wieder Fähigkeiten und Fertigkeiten zu erlangen, die am allgemeinen Arbeitsmarkt

verlangt werden

• Sichere und unbefristete Arbeitsverhältnisse für Menschen, die aufgrund körperlicher oder seelischer

Einschränkungen von Betrieben des allgemeinen Arbeitsmarktes abgelehnt werden, die jedoch in

einer ihre Möglichkeiten berücksichtigenden Arbeitswelt eine akzeptable Leistung erbringen können

• Betriebspraktika, berufliches Training, Belastungserprobung, Arbeitserprobungen

• Ausbildung im Gebäudereinigerhandwerk (in Kooperation mit Herzogsägmühle)

• Sozialpädagogische Begleitung, Arbeits- und Berufsberatung, Arbeitsvermittlung

Chancen durch Integration

Die berufliche Förderung Benachteiligter

und deren Integration in

das Arbeitsleben zu meistern und

gleichzeitig die wirtschaftliche Ausrichtung

unserer Dienstleistungs-

und Gebrauchtwarenangebote aufrecht

zu erhalten, ist die Balance,

die eine Integrationsfirma ständig

halten muss.

Unser vielfältiges Arbeits- und Beschäftigungsangebot

eröffnet berufliche

Chancen für Menschen,

denen woanders der Zugang zur

Arbeitswelt erschwert oder verwehrt

wäre.

Um diese Chancen auch weiterhin

nachhaltig bieten zu können, sind

wir auch auf öffentliche Gelder angewiesen.

Leider mussten wir 2011

erfahren, dass diese Gelder nicht

mehr in ausreichendem Maße fließen

können.

Unsere größte Herausforderung für

2012 wird daher sein, trotz dieser

Kürzungen unserem Integrationsauftrag

nachzukommen und die

Wirtschaftlichkeit unserer Firma zu

sichern.

24

i + s Pfaffenwinkel GmbH

Ein Schritt in die Selbständigkeit

Grüß Gott, mein Name ist Alois S. und ich bin

28 Jahre alt. Nicht alles in meinem bisherigen

Leben lief so, wie ich es gern gehabt hätte.

Nach der Schule zog ich aus dem Elternhaus

aus und suchte mir eine Wohngemeinschaft.

Diese neue Selbständigkeit hat mir als jungem

Mann wirklich gut gefallen. Ich begann meine

Ausbildung als Lagerist. Alles lief gut. Ich

mochte meine Arbeit und ich kam mit den Mitbewohnern

gut aus.

Aber irgendetwas lag in der Luft. Ich machte

mir plötzlich über das Leben sehr viele Gedanken.

Außerdem redeten die Leute in der Arbeit

und in der Wohngemeinschaft hinter meinem

Rücken über mich böse Sachen. Zudem sah

ich Dinge vor mir, die mich immer wieder erschreckten.

Dass ich mir dies einbildete, verstand

ich erst später. Weil die ganze Situation

sich für mich immer unerträglicher gestaltete,

fuhr ich zu meinen Eltern, woraufhin ich in eine

Klinik kam. Dort sagten mir Ärzte, dass ich eine

halluzinogene schizophrene Psychose habe.

Nachdem es mir dann in der Klinik wieder ein

Stück besser ging, erklärte man mir, dass ich

zu einer Reha müsste. Ich kam daraufhin in das

Dorf Herzogsägmühle, das zur Diakonie gehört

und am Alpenrand in Oberbayern liegt.


Dort durchlief ich die medizinische und danach

die berufliche Reha. Nachdem ich über

die Arbeits- und Berufsberatung mit mehreren

Schnupperlehren meine Interessen überprüfen

konnte, machte ich eine Ausbildung zum Verkäufer.

Doch wie sollte es nun weitergehen?

Das erfolgreiche Ende der Ausbildung kam für

mich so überraschend, dass ich mir wieder viele

Gedanken machte und Bedenken bekam, wie es

nur weitergehen sollte. Ich begann mir Sorgen

zu machen und schlief nachts nicht mehr gut.

Da erfuhr ich von der Integrationsfirma „i+s

Pfaffenwinkel GmbH“. Auf meine Bewerbung

hin lud mich Frau Findeisen zu einem Gespräch

ein. Sie erklärte mir, dass man in der i+s, wie

man es verkürzt sagt, die Möglichkeit hat, seine

Fähigkeiten in beruflicher Hinsicht nochmals in

geschützter Arbeitsumgebung auszutesten.

Außerdem hat man, während man in der i+s

angestellt ist, etwas mehr Ruhe, sich nach Arbeitsstellen

umzuschauen und Bewerbungen zu

schreiben. Was Frau Findeisen mir da erzählte,

hörte sich für meine Situation passend an. Ich

unterschrieb den Arbeitsvertrag und begann

meine sozialversicherungspflichtige Arbeit im

MühlenMarkt. Herr Güttner hat sich daraufhin

bei mir vorgestellt. Er ist der Kollege von Frau

Findeisen und hilft mir bei eventuell auftretenden

Fragen und Problemen im Arbeitsbereich.

Er erklärte mir, dass er bei

Konflikten im Betrieb interveniert.

Ich kann zu ihm gehen,

wenn ich wegen meinen Bewerbungsschreiben

Fragen

habe, oder wenn ich jemanden

brauche, der mit mir

nach offenen Stellen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt

Ausschau hält. Ich komme mit den

Kollegen um mich herum sehr gut aus. Aber es

ist immer gut zu wissen, dass es Frau Findeisen

und Herrn Güttner vom Pädagogischen Fachdienst

gibt, zu denen ich gehen könnte, wenn

ich mich im Betrieb nicht traue, etwas anzusprechen.

Ich bin nun schon seit einem halben Jahr in

der i+s Pfaffenwinkel GmbH und beginne, mich

woanders zu bewerben. Herr Güttner kommt

immer mal wieder vorbei und fragt nach, wie es

mir so geht und ob die Bewerbungen laufen.

Und das finde ich auch gut so. Dadurch bleibt

die Motivation, an den Bewerbungen dran zu

bleiben, stabil. Zudem ist es auch schön, wenn

jemand ein Auge darauf hat, dass es mir gut

geht. Durch die Anstellung in der i+s Pfaffenwinkel

GmbH wurden mir Chancen eröffnet,

in Ruhe und mit Bedacht meine berufliche

Zukunft auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt anzugehen.

So werde ich auch das Richtige für

mich finden.

25


GEMEINSCHAFTSDIENSTE

Gemeinschaftsdienste und -einrichtungen

dienen dem Auftrag

und dem Gemeinwesen Herzogsägmühle

in besonderer Weise.

Während ein Teil von ihnen der

rationellen und Kosten sparenden

Abwicklung von bestimmten

Aufgaben dient, sind andere mit

kommunalen Diensten in Gemeinden

üblicher Art und Größe

vergleichbar.

Allgemeine Zahlen zur

wirtschaftlichen Situation

Haushalt und Finanzierung

Im Jahr 2011 betrug das Wirtschaftsvolumen

von Herzogsägmühle

81,8 Millionen Euro.

Davon entfielen auf den

• Wirtschaftshaushalt (laufenden

Betrieb) 70,2 Millionen Euro

• Investitionshaushalt (Bauvorhaben,

Neu- und Ersatzbeschaffungen)

11,6 Millionen Euro.

26

Gemeinschaftsdienste und Einrichtungen

Einnahmen

Die Einnahmen des Wirtschaftshaushaltes sind

mit 86 % überwiegend Leistungsentgelte oder

direkte Personal- und Sachkostenzuschüsse

der öffentlichen Hand (Sozialhilfe, Rentenversicherung,

Krankenversicherung, Arbeitsverwaltung)

und der Evangelisch-Lutherischen

Landeskirche (0,1 %, Vorjahr 0,2 %).

Im Berichtsjahr wurden 40 Vergütungsvereinbarungen

neu verhandelt. Die Einnahmen aus

Leistungsentgelten sind im Jahr 2011 um rund

3,4 % gestiegen. Somit konnte ein um 1.750

Millionen Euro höherer Umsatz realisiert werden.

Für das kommende Jahr sind in den Leistungsbereichen

weitere Preissteigerungen von rund

1,2% hinterlegt.

Die Einnahmen aus den Herzogsägmühler Betrieben

entsprachen dem Niveau des Vorjahres.

Die Einnahmen des Investitionshaushaltes

bestehen zu 59% aus den Aufnahmen von

Kapitalmarktdarlehen, 9% aus Einbringung von

Eigenmitteln inklusive Spenden und 32% aus

Zuschüssen.


Spenden

Herzogsägmühle verwendet Spenden (inklusive

Vermächtnisse, Zuwendungen gemeinnütziger

Stiftungen und Bußgelder) ausschließlich gemäß

dem Spenderwillen oder entsprechendem Antragsziel

für Vorhaben, die von der öffentlichen

Hand nicht oder nicht ausreichend finanziert

werden. Bezogen auf das gesamte Wirtschaftsvolumen

lag dieser Anteil bei 0,6 %.

Ausgaben

Die Personalkosten sind mit 67 % (2010: 67%)

der größte Ausgabenposten des Wirtschaftshaushaltes.

Dazu kommen unter anderem: 3,1%

für Lebensmittel, 6,8 % für Fertigungsmaterial,

3,0 % für Energie, 5,7 % für Abschreibungen,

2,4 % für Instandhaltungen, 4,1 % für Mieten,

1,1 % für Steuern und Abgaben sowie 1,7 %

für Sachkosten der Verwaltung inklusive EDV.

Organisation und Verantwortung

Für Herzogsägmühle tragen sechs Fachbereichsleitende

und der Direktor die Gesamtverantwortung,

unterstützt von sieben

übergreifenden Fachreferaten (Entgelt und Unternehmensentwicklung,

Personal, Öffentlichkeitsarbeit,

Spendenwerbung, Fortbildung mit

Qualitätsmanagement, Informationsmanagement

und Rechtswesen). Darüber hinaus tragen 98

Kostenstellenleitende weitgehende Mitverantwortung

für Hilfeberechtigte, Personal und

finanzielle Situation. Zur Klärung von allen das

Gemeinschaftsleben betreffende Fragen ist

über den Großen Rat die Beteiligung von Hilfeberechtigten,

einschließlich Angehörige, und

die Mitsprache der Kirchengemeinde möglich.

Personelle Situation

Im Berichtsjahr standen im Gesamtbereich

der Gemeinschaftsdienste und -einrichtungen

98 Vollzeitstellen zur Verfügung. Alle Stellen

sind mit qualifizierten Fachkräften besetzt.

Mehraufwendungen von Personal wurden nur

im Rahmen von Leistungsausweitungen umgesetzt.

Damit ist es gelungen, nur mit sehr geringen

Stellenmehrungen auszukommen. Für

2012 sind im Bereich Verwaltung keine Stellenmehrungen

geplant.

Wirtschaftliche

Situation

Die Aufwendungen für die

Gemeinschaftsdienste und

-einrichtungen betrugen in

diesem Jahr 10,4 Millionen

Euro. Die Einnahmen aus den dafür bestimmten

Entgeltanteilen gestalten sich zunehmend schwieriger

und reichten zur Finanzierung nicht aus.

überblick

Gemeinschaftlich genutzte

Gebäude und Anlagen

• Verwaltungsgebäude

• Wirtschaftsgebäude

• Salettl und Deckerhalle

• Martinskirche und Friedhof

• Straßen und Wege

Versorgungsbereich

• Stromversorgung

• Heizzentralen

• Gemeinschaftsküche und Zentrallager

Gemeinsame Verwaltung

• Direktion

• Verwaltung

• Innenrevision

• Finanzbuchhaltung

• Controlling

• Personalverwaltung

• Sozialverwaltung

• Elektronische Datenverarbeitung

• Einkauf

• Telefonzentrale

• Rechtswesen

Zentrale Dienstleistungen

• Öffentlichkeitsarbeit

• Spendenwesen

• Fortbildung und Qualitätssicherung

• Bau- und Planungsbüro

• Werkfeuerwehr

• Fuhrpark

• Cafeteria

• Arztstation

• Freizeit- und Bildungswerk

• Reittherapie

• Europäische Projekte

27


GEMEINSCHAFTSDIENSTE

Referat für Rechtswesen

Der Jurist wird gern mit der „Feuerwehr“

verglichen: Er wird benötigt,

wenn „es brennt“, man also ohne

juristischen Beistand nicht mehr

vorankommt. Kann bei einem richtigen

Brand oft nur wenig gerettet

und erhalten werden, können

„Löscheinsätze“ des Juristen hingegen

nicht nur erhalten, sondern

zugleich auch Chancen eröffnen.

Frau N. leidet an einer psychischen

Erkrankung und erhält in Herzogsäg-

mühle eine Ausbildung zur Werkerin

im Gartenbau. Sie macht im Laufe

ihrer Maßnahme große Fortschritte.

Kurz vor Ende der Werkerausbildung

beantragt Frau N. bei dem

zuständigen Rehabilitationsträger

die Übernahme der Kosten der Vollausbildung.

Aufgrund der vorher-

gehenden Werkerausbildung muss

Frau N. nur noch ein Jahr Ausbildung

anschließen, um Gärtnerin zu werden.

Damit hätte sie um 50-mal höhere

Chancen auf einen Arbeitsplatz!

28

Gemeinschaftsdienste und Einrichtungen

Aber der Träger lehnt ab – Frau N. habe doch

schon das Maßnahmeziel erreicht, sie habe einen

Abschluss. Alle Interventionsversuche Dritter

scheitern.

Dann wendet sich Frau N. an den Juristen.

Nach Prüfung der Sach- und Rechtslage steht

fest, dass sie einen Anspruch auf Übernahme

der Kosten der Vollausbildung hat. Aber auch

weitere Telefonate mit dem Kostenträger bringen

nichts, es bleibt bei der Ablehnung.

Frau N. läuft jetzt die Zeit davon: Ohne die

rechtzeitige Kostenübernahme ist die anschließende

Vollausbildung nicht möglich. Der Jurist

unterstützt Frau N. bei der Intervention vor Gericht.

Es muss aufgrund der Dringlichkeit auch

einstweiliger Rechtsschutz in Anspruch genommen

werden.

Der Träger erkennt den Anspruch an, ohne

Wenn und Aber. Frau N. absolviert die Vollausbildung,

schließt als eine der Besten die Ausbildung

ab. Sie hat aufgrund ihres Ehrgeizes, ihrer

stetigen Steigerung des Leistungsvermögens

und ihrer Hartnäckigkeit mit unserer Begleitung

ihr persönliches Ziel erreicht.

Der Brand ist gelöscht und Chancen für ein

ganzes Leben eröffnet.


Referat Kommunikation,

Lernen und Wissen

Fortbildung und QM-Referat,

Arbeitsicherheit mit Datenschutz

Das Jahresfortbildungsprogramm für das Jahr

2011 wurde in Abstimmung mit den Fachbereichen

sehr vielfältig gestaltet. Die internen Fortbildungen

wurden mit dem Ziel durchgeführt,

die Kommunikation und Zusammenarbeit,

persönliche und berufliche Kompetenzen zu

verbessern. Es wurden über 80 Fortbildungen

angeboten.

Die ausgebildete Seelsorgegruppe wurde den

Mitarbeitenden vorgestellt, sie wird weiter

durch das evangelische Pfarramt Peiting begleitet.

Ein Faltblatt liegt in den Fachbereichen

aus, so dass alle Mitarbeitenden wissen, an

wen sie sich in Krisensituationen wenden können.

Das übergreifende Gesundheitskonzept wurde

weiter entwickelt und der durchgeführte

Gesundheitstag im Juni ausgewertet.

Nach wie vor hat das Konzept zu QM 21 mit

den drei Schwerpunkten: gemeinsam – anwenderfreundlich

– prozessorientiert, für unsere

Zusammenarbeit mit den Fachbereichen in

Sachen Qualitätsmanagement Gültigkeit. Für

die Häuser am Latterbach wurde das externe

Audit mit ProCumZert erfolgreich durchgeführt

und ausgewertet. Hier wurden wir erstmalig im

Rehabereich zusätzlich mit dem Diakonie-Siegel

medizinische Rehabilitation zertifiziert.

Für die Werkstätten wurde das externe Audit mit

EQ-Cert geplant, durchgeführt und ausgewertet.

Integrationsfachdienst

Weilheim

Im Auftrag des Integrationsamtes

Oberbayern begleitet

der Integrationsfachdienst

(IFD) Menschen mit Behinderungen

im Arbeitsleben. Der IFD Weilheim ist

in den Landkreisen Weilheim-Schongau, Garmisch-Partenkirchen

und Landsberg am Lech

tätig. Der Bereich Berufsbegleitung unterstützte

im vergangenen Jahr weit über 150 Menschen

bei der Sicherung ihres Arbeitsplatzes. Es

wurden über 80 Arbeitgeberberatungen in

den Landkreisen durchgeführt. Im Auftrag der

Deutschen Rentenversicherung wurden 20 teilweise

von Schwerbehinderung bedrohte oder

schwer behinderte Menschen begleitet, im

Bewerbungsprozess betreut und zum Teil in

ein Arbeitsverhältnis auf dem ersten Arbeitsmarkt

vermittelt. Im Rahmen der Maßnahme

Übergang Förderschule-Beruf wurden in den

drei Landkreisen Schülerinnen und Schüler mit

geistiger Behinderung in Betrieben auf dem ersten

Arbeitsmarkt durch Praktika trainiert. Mit der

Teilnahme an der Maßnahme wird diesen jungen

Menschen die Chance eröffnet, eine alternative

berufliche Beschäftigung zur Werkstatt für Menschen

mit Behinderung aufzunehmen und in den

allgemeinen Arbeitsmarkt integriert zu werden.

So konnte eine junge Frau mit einer geistigen

Behinderung eine Arbeitsstelle in einem Kindergarten

aufnehmen. Der IFD hat sie während

eines Langzeitpraktikums kontinuierlich begleitet

und stand während dieser Zeit mit Arbeitgeber,

Kolleginnen vor Ort als auch Schule und Elternhaus

in engem Kontakt. Die junge Frau wird im

Rahmen der Berufsbegleitung weiter vom IFD

betreut.

29


FREIZEIT- UND BILDUNGSWERK

Chancen durch Intergration

und Lernen für das Leben

Die Nachfrage war 2011 sehr hoch,

die Angebote stellenweise sogar

doppelt überbucht. Es gab eine Auswahl

aus dem sportlichen Bereich:

Schlittschuhlaufen, Skifahren, Sportfest,

Fußballturniere, Volleyball- und

Tischtennisturnier, Klettertouren, Segeltörn

und Höhlenbegehungen.

Die Reisen gingen zu unseren

Freunden von Argo nach Griechenland,

in die Städte Rom und Berlin,

zum kreativen Handwerken in den

Thüringer Wald und in die Toskana

nach Italien.

Eine bunte Mischung von Tagesausflügen,

wie zum Beispiel Baden

am Plansee, Besuch des Planetarium

Augsburg oder Fahrt zur Fotoausstellung

nach Friedrichshafen

rundeten unser Monatsprogramm

ab. Im Bereich Bildung konnten wir

einen integrativen Computerkurs

anbieten und eine neue Ausgabe

der Herzogsägmühler Zeitung Sägespäne,

von und für Hilfeberechtigte,

herausgeben.

30

Freizeit- und Bildungswerk

Die Theatergruppe TamTam bot ein besonderes

Theaterstück: Die Konferenz der Tiere,

frei nach Erich Kästner.

Verschiedene Erlebnisse aus dem vergangenen

Jahr beleuchten das Jahresmotto Chancen eröffnen

auf ganz eigene Weise:

Für einen Reiseteilnehmer erfüllte sich mit der

Romreise ein Lebenstraum, hatte er doch durch

Herzogsägmühler Hilfeangebote zu einer zufriedenen

Abstinenz gefunden. Frau X., die mit

uns den Griechenlandurlaub erlebte, bedankte

sich mehrmals für diese schöne Erfahrung. Die

größte Chance jedoch, die das Freizeit- und

Bildungswerk tagtäglich in allen Angeboten eröffnen

kann, ist die Integration verschiedenster

Menschen mit unterschiedlicher Herkunft und

Hintergründen. Erlebte Offenheit und Toleranz,

der Abbau sozialer Ängste und die Schaffung

eines Gruppengefühls sollen auch im Jahr

2012 zentrale Ziele für unsere Hilfeberechtigten

und uns sein. Eine besondere Herausforderung

wird sicherlich sein, den wirtschaftlichen Zwängen

gerecht zu werden. Wir möchten weiterhin

die Qualität und die Vielfalt unserer Angebote

aufrechterhalten. Wir hoffen, dass sich getreu

dem Jahresmotto 2012 für unsere Hilfeberechtigten

mit unseren Angeboten und unserer Hilfe

Chancen eröffnen lassen.


Referat Projektentwicklung,

Gremien und Internationales

Europa eröffnet Chancen

Bericht aus den europäischen Projekten

Seit 19 Jahren nutzt Herzogsägmühle die Chance,

mit Fördermitteln der Europäischen Union

Projekte auszuarbeiten und umzusetzen, durch

die sich eine Vielzahl weiterer Chancen eröffnen:

Für Herzogsägmühle als Institution, die Bewohnerinnen

und Bewohner, die Mitarbeitenden

und für die Region.

Über 40 junge, arbeitssuchende Menschen haben

in einem mehrwöchigen Praktikum in Griechenland

oder Tschechien daran gearbeitet,

ihre Chancen auf einen Arbeitsplatz zu verbessern.

ELKE: Europa erLeben – Kompetenzen Erweitern

ist Name und Konzept dieses im Rahmen des

Programms IdA – Integration durch Austausch –

entwickelten Projekts. Für fast alle Teilnehmenden

war das mit dem Europass Mobilität zertifizierte

Auslandspraktikum das Sprungbrett in eine

Arbeitsstelle oder eine weiterführende schulische

Maßnahme. Das mit Mitteln des Europäischen

Sozialfonds und des Bundesministeriums

für Arbeit und Soziales geförderte Programm

wurde 2011 auf die Zielgruppe Menschen mit

Handicap ausgeweitet. Dass Herzogsägmühle

zusammen mit dem neu gewonnenen Kooperationspartner,

Diakonisches Werk Traunstein e. V.,

für diese neue Zielgruppe ein Projekt ausrichten

darf, ist als ein Zeichen der Wertschätzung für

die geleistete Arbeit zu sehen, denn bayernweit

wurden nur zwei Projekte bewilligt.

Es wird eine große Aufgabe

sein, das in AlimA Arbeiten

und Lernen im Ausland gesteckte

Vertrauen zu rechtfertigen.

Geplant ist, 120

Personen mit Handicap bis

2014 praxisnah für den Arbeitsmarkt

zu qualifizieren.

Ebenfalls aus einem mit europäischen Mitteln

geförderten Projekt entstanden, konnte im Frühjahr

2011 das sechsköpfige Projektteam des

Regionalen Informations- und Kompetenzzentrums

Tourismus für Alle, RITA, in die Herzogsägmühler

Integrationsfirma i+s Pfaffenwinkel

überführt werden. Der Abbau von baulichen

Barrieren in der Region ist derzeit Kernaufgabe

von RITA. Über allem steht, die Barrieren in

den Köpfen der Menschen abzubauen. Die

wichtigsten Kooperationspartner hierbei sind

die vier Allgäuer Landkreise, die österreichische

Grenzregion Außerfern und der Landkreis

Weilheim-Schongau. Mehrere hundert Objekte

wurden auf die Erfordernisse der Barrierefreiheit

überprüft. Die Ergebnisse sind unter

www.allgaeu-tirol-barrierefrei.eu abrufbar.

Das Europa-Projektbüro Herzogsägmühle wird

in den kommenden Jahren neue Konzepte

entwickeln und durchführen sowie Kooperationspartner

gewinnen. Eine besondere Herausforderung

wird dabei das neu konzipierte

EU-Programm Europa 2020 sein, das Armutsbekämpfung

zum Ziel erklärt. Es wird darum

gehen, integratives Wachstum zu erzielen und

eine Europäische Plattform gegen Armut und

soziale Ausgrenzung aufzubauen.

31


STIFTUNGEN

Stiftungsvorstand:

Thomas Buchner und Wilfried Knorr

Von-Kahl-Straße 4

86971 Peiting-Herzogsägmühle

Die Förderstiftung Herzogsägmühle

wurde angesichts zurückgehender

öffentlicher Mittel und

kirchlicher Zuschüsse für soziale

Aufgaben gegründet.

Es erwies sich als dringend notwendig,

durch die Bereitschaft und

die Wohltätigkeit eines sozial engagierten

Personenkreises Vermögens-

oder Erbschaftsgelder in eine

Stiftung einzubringen.

Die Förderstiftung

Herzogsägmühle

• eröffnet Menschen, die mit Teilen

ihres Vermögens auch für

künftige Zeiten etwas Gutes

tun möchten, eine sinngebende

Möglichkeit

• unterstützt die Arbeit in und durch

Herzogsägmühle zugunsten

von Menschen mit Problemen,

Krankheit oder Behinderung

• fördert den Erhalt und den Ausbau

von Herzogsägmühle als

Dorfgemeinschaft besonderer

Art mit der Funktion eines Ortes

zum Leben für diesen benachteiligten

Personenkreis

• unterstützt einzelne bedürftige

Menschen, die auf die Hilfe anderer

angewiesen sind

• wurde von der Regierung von

Oberbayern am 28. September

2000 genehmigt

32

Förderstiftung Herzogsägmühle

Telefon 0 88 61 219-0

Telefax 0 88 61 219-201

e-mail info@herzogsaegmuehle.de

Internet www.herzogsaegmuehle.de

Wofür Sie stiften

• Ihre Wohltätigkeit stiftet Lebenshilfe zum

Erwachsenwerden für benachteiligte

Kinder und Jugendliche

• Lebenswende für obdachlose Frauen

und Männer

• Lebensbejahung für Menschen mit

seelischer Erkrankung

• Lebensbewältigung für Menschen mit

geistiger Behinderung

• Lebensfindung durch Therapie für

suchtkranke Menschen

• Lebenserfüllung für Mitbürgerinnen

und Mitbürger im Alter

Stiftungskonto

HypoVereinsbank Garmisch-Partenkirchen

BLZ 703 200 90, Konto Nr. 5 969 166

Regelmäßige Einzahlungen helfen,

das Stiftungskapital aufzustocken.


Der Staat hilft mit

Steuervergünstigung bei Spenden an die Stiftungen

nach dem Gesetz zur weiteren Stärkung

des bürgerschaftlichen Engagements:

Unsere Stiftungen (öffentliche Stiftungen des

bürgerlichen Rechts) sind mit ihren als besonders

förderungswürdig anerkannten Satzungszwecken

von der Körperschaftssteuer gemäß

§ 5 Abs. 1 Nr. 9 KStG befreit. Damit entfallen

auch Steuerabgaben bei Schenkung oder Erbe.

Ihre Ausgaben zur Förderung der Stiftung sind

als Sonder- oder Betriebsausgaben abzugsfähig.

Zuwendungen aus Ihrem Privatvermögen

Spenden an unsere Stiftungen können jährlich

bis zur Höhe von 20 % des Gesamtbetrags

der Einkünfte als Sonderausgaben angesetzt

werden; würde die Spende in einem einkunftsschwachen

Jahr geleistet, so kann der Abzug

auf ein beliebiges künftiges Jahr vorgetragen

werden.

Zuwendungen in das Grundstockvermögen der

Stiftung können mit bis zu einer Million Euro

über zehn Jahre verteilt abgesetzt werden. Damit

sind Zustiftungen, die bisher nur im Jahr der

Stiftungsgründung steuerlich anerkannt wurden,

nun jederzeit abzugsfähig. Der Wert einer

Sachspende bemisst sich nach dem gemeinen

Wert – also dem Preis, der bei Veräußerung des

Wirtschaftsgutes zu erzielen wäre.

Zuwendungen

von Unternehmen

Im Wirtschaftsjahr kommt

der Spendenabzug einem

Betriebsausgabenabzug gleich. Der abzugsfähige

Höchstbetrag beträgt wahlweise bis zu

20 % des steuerpflichtigen Gewinns oder 0,4 %

der Summe sämtlicher Umsätze und der im Kalenderjahr

aufgewendeten Löhne und Gehälter.

Für die Stiftungen können Zustiftungen von

Einzelunternehmen und Personengesellschaften

wiederum in Höhe von bis zu einer Million

Euro über zehn Jahre verteilt angerechnet werden.

Im Gegensatz zum Einkommenssteuergesetz

kann der zulässige Abzug auch zu einer anrechenbaren

Erhöhung des Verlustes führen. Bei

der Ermittlung des für die Gewerbesteuer maßgebenden

Gewerbeertrags werden Spenden im

Rahmen der oben genannten Höchstgrenzen

angerechnet.

Sachspenden, die unmittelbar nach Entnahme

aus dem Betriebsvermögen zugewendet werden,

können mit dem Buchwert (zugleich Ausgabenwert)

angesetzt werden; stille Reserven

müssen nicht aufgedeckt werden. Ihre dringend

benötigte Unterstützung wird nach dem

Gemeinwohlprinzip gefördert.

Gerne beantworten wir Ihre Fragen zur steuerlichen

Anerkennung.

33


STIFTUNGEN - FÖRDERMÖGLICHKEITEN

Stiftungsvorstand:

Egbert Zimmermann

Obstweg 11

71083 Herrenberg im Gäu

Telefon 0 70 32 7 53 01

Mobil 01 72 8 68 96 35

e-mail egbert.zimmermann@t-online.de

Wilfried Knorr

Direktor von Herzogsägmühle

Die Stiftung ganzheitliche Kinder-

und Jugendhilfe wurde angesichts

zurückgehender öffentlicher Mittel

und kirchlicher Zuschüsse für

soziale Aufgaben gegründet.

Die Not junger Menschen in desolaten

Familienverhältnissen oder in

einem negativ prägenden Umfeld

nimmt zu. Gleichzeitig nimmt die

Bereitschaft der öffentlichen Jugend-

hilfe ab, geeignete Hilfemaßnahmen

im Einzelnen zu finanzieren und den

Bestand und die Weiterentwicklung

von Jugendhilfeeinrichtungen zu

sichern. Die Stiftung ganzheitliche

Kinder- und Jugendhilfe ist eine

solidarische Antwort auf Probleme

junger Menschen, ihrer Familien

und unserer Gesellschaft.

Stifter sind Bettina und Egbert Zimmermann

sowie Herzogsägmühle.

Sie wollen sozial aufgeschlossene

Privatpersonen, Unternehmer und

andere, im freien Wirtschaftsleben

engagierte Persönlichkeiten anspre-

chen und ihnen eine sinngebende

Möglichkeit eröffnen, mit ihren Zuwen-

dungen für künftige Zeiten Gutes

zu tun.

Stiftungskonto

Evang. Kreditgenossenschaft

eG Kassel, Konto Nr. 414 000

BLZ 600 606 06

Regelmäßige Einzahlungen helfen,

das Stiftungskapital aufzustocken

oder aktuelle Vorhaben zu realisieren.

34

Stiftung ganzheitliche Kinder- und Jugendhilfe

Stiftungsverwaltung:

Herzogsägmühle

Von-Kahl-Straße 4

86971 Peiting-Herzogsägmühle

Telefon 0 88 61 219-0

e-mail info@herzogsaegmuehle.de

Internet www.zukunft-stiften.de

Wofür Sie stiften

Die Stiftung dient der Förderung ganzheitlicher

Hilfen für Kinder, Jugendliche und junge Erwach-

sene, die aufgrund ihrer Probleme, Krankheit

oder Behinderung Hilfe benötigen in ihren Beziehungsbereichen

zu sich selbst, zu anderen

Menschen und zu Gott.

Der Stiftungszweck wird verwirklicht durch

• Unterstützung der von Herzogsägmühle getragenen

gemeinnützigen Jugendhilfearbeit

• Bereitstellung geeigneter Einrichtungen

und anderer Voraussetzungen für eine

ganzheitliche Betreuung benachteiligter

junger Menschen, insbesondere Sicherstellung

der Beschulung für Schulverweigerer

(Schule im Internet)

• Beschaffung von Geld- und/oder Sachmitteln

für die Aufgaben der Stiftung

Dazu kann die Stiftung einzelne junge Menschen

in Einrichtungen der Stiftung oder von

Herzogsägmühle unterstützen, wenn öffentliche

Kostenträger den ganzheitlichen Hilfebedarf

nicht ausreichend finanzieren.


Durch Ihr Leben Spuren hinterlassen

Chancen eröffnen

Fördermöglichkeiten

Dankbar sind wir für die wachsende Zahl sozial

engagierter Menschen, die durch Spenden,

Stiftungen, Erbschaften und Darlehen an Herzogsägmühle

eine Hoffnung gebende Zukunft

für unsere Arbeit ermöglichen.

Spenden

Mit einmaligen oder wiederkehrenden Schenkungen

unterstützen Sie konkrete Vorhaben in

Herzogsägmühle. Dazu zählt beispielsweise

die Einrichtung eines Aufenthaltsraumes für

die offene Ganztagsbetreuung in unserer

Volksschule - Förderzentrum für emotionale

und soziale Entwicklung. Gefördert werden

auch Ausflüge und Freizeitmaßnahmen für

Hilfeberechtigte unseres Tannenhofes - einer

Einrichtung für 43 erwachsene Menschen mit

geistiger Behinderung, oder die Finanzierung

des Führerscheins für ehemals wohnungslose

Menschen. Zudem können Sie helfen, Menschen

mit psychischer Erkrankung und Menschen mit

Intelligenzminderung die Vermittlungschancen

in den ersten Arbeitsmarkt zu verbessern.

Stiftungen

In der Förderstiftung Herzogsägmühle wird Ihre

finanzielle Zuwendung zur nachhaltigen Hilfe:

Die aus sicheren Geldanlagen erwirtschafteten

Erträge werden für den Erhalt und den Ausbau

unserer Dorfgemeinschaft mit den zugehörigen

Wohn- und Betreuungsangeboten eingesetzt,

das Stiftungsvermögen bleibt erhalten und

kann so dauerhaft genutzt werden.

Erbschaft

Erbschaftsfragen sind im

Alltag oft mit einem Tabu

belegt. Zu groß scheint die

Gefahr familiärer Konflikte, oft sind die rechtlichen

Bestimmungen unklar. Mit dem Wunsch,

über das eigene Leben hinaus anderen Hoffnung

zu geben und helfen zu können, wenden

sich immer wieder Förderer an uns. In einem

vertrauensvollen Gespräch können dann wichtige

Fragen behandelt und wirkungsvolle Hilfe

vereinbart werden.

Darlehen

Nicht finanzielle, sondern hohe ideelle Rendite

erhalten Persönlichkeiten, die uns eine gewisse

Zeit Geld in Form eines Darlehens an

Herzogsägmühle ausleihen. Die Mittel werden

dort investiert, wo es um die Verbesserung von

nicht mehr zeitgemäßen Wohn- und Betreuungsverhältnissen

geht oder innovative soziale

Arbeit gefördert werden soll.

Beschenken Sie auch sich selbst durch eine

Hilfe an Herzogsägmühle, die nachhaltig ist

und im Gedächtnis bleibt.

Achtsam und korrekt werden wir auf Ihre

Anfragen an Direktor Wilfried Knorr, Telefon

0 88 61 219-220, eingehen und Ihnen für Ihre

Entscheidung ein vertrauensvoller und zuverlässiger

Partner sein.

35


KINDERHILFE OBERLAND

36

• Geschäftsführung: Sigrid Klasmann und Wilfried Knorr

• Mitarbeitende: 190

• Aufnahmemöglichkeiten: 305 in integrativen Kindertagesstätten

107 in Horten

500 in der Frühförderung

Leistungen und Angebote - alle im und für den Landkreis Weilheim-Schongau:

2011 war zum einen ein Jahr voller

Chancen und Entwicklungsmöglichkeiten,

zum anderen ein Jahr

vielfältiger kleiner und großer Sparanstrengungen.

Mit Dankbarkeit

schauen wir zurück auf die gelungene

energetische Sanierung unseres

Kinderhauses in Peißenberg mit

Mitteln des Konjunkturpaketes, auf

die Neueröffnung eines integrativen

Hortes im Schulhaus Polling mit hilfreicher

Unterstützung der Gemeinde

und Schule sowie die Übernahme

der Waldkindergartengruppe Wurzelzwerge,

die nicht nur den Kindern,

sondern auch uns Erwachsenen sehr

viel Freude bereitet.

Alle Angebote – von der Frühförderung

bis hin zur Mittagsbetreuung

– waren sehr gut nachgefragt. Die

gute Auslastung, die Wertschätzung

und Unterstützung unserer Arbeit

in den Kommunen und nicht zuletzt

die ausgeprägte Motivation und

Einsatzbereitschaft der Mitarbeiterschaft

führten zu einem finanziell

ausgeglichenen Jahresabschluss.

Dafür sei allen Mitwirkenden und

Unterstützern unser herzlichster

Dank ausgesprochen.

Die Wurzelzwerge

Kinderhilfe Oberland

• Interdisziplinäre Frühförderstellen in Peiting, Peißenberg, Penzberg, Schongau und Weilheim

• Integrative Kindertagesstätten in Hohenpeißenberg, Peiting, Peißenberg und Polling

• Integrative Horte in Peiting, Peißenberg und Polling

• Heilpädagogische Horte in Penzberg und Polling

• Mittagsbetreuung an Schulen in Peißenberg, Penzberg, Polling, Seeshaupt,

Weilheim und Wielenbach

Es ist 8.30 Uhr. Die ersten Eltern aus Peiting

und umliegenden Gemeinden bringen ihr Kind

zum Bauwagen der Waldgruppe Wurzelzwerge.

Mit Übernahme des Waldkindergartens, einer

langjährigen privaten Initiative, durch die

Kinderhilfe Oberland wurde es möglich, die Öffnungszeiten

zu erweitern und Plätze für Kinder

mit (drohender) Behinderung zu schaffen. Dies

erleichtert berufstätigen Eltern, Waldpädagogik

für ihre Kinder in Anspruch zu nehmen und eröffnet

Familien mit Kindern, deren Entwicklung

beeinträchtigt ist, ebenfalls diese besondere

Chance. Selbstverständlich wird auch hier wie

bei der Kinderhilfe üblich, die interdisziplinäre

Zusammenarbeit zwischen Frühförderung und

Kindergartenpersonal gewährleistet.

Nach der morgendlichen Begrüßung beginnt

die Freispielzeit. Voller Freude stürzen sich die

Kinder auf die herumliegenden Stöcke und

Zapfen, krakseln Hügel hinauf oder stampfen

in Wasserpfützen herum. Die Kinder haben

im Wald die Möglichkeit, ihre elementaren

Grundbedürfnisse auszuleben. Sie nutzen,

was ihnen die Natur bietet, um ihre Kreativität

zu entfalten. Die intensive Bewegung an der

frischen Luft unterstützt neben der motorischen

Entwicklung die Gesundheit der Kinder.

Durch die intensive Auseinandersetzung mit

der Natur lernen die Kinder unserer Umwelt mit

Achtung zu begegnen und zu schützen, womit

sie gerne spielen.


Aufgrund ihrer Beobachtungen erarbeiten die

Erzieherinnen gezielte Angebote in den unterschiedlichen

Entwicklungsbereichen für die

Kinder, die nach der gemeinsamen Brotzeit

stattfinden und auf den jeweiligen Entwicklungsstand

der Kinder abgestimmt sind. Zum

Abschluss des Kindergartentages im Wald versammeln

sich alle Kinder und Erzieherinnen im

Kreis für einen gemeinsamen Tagesrückblick,

bei dem jeder erzählen darf was ihm gut und

was ihm weniger gut gefallen hat. Dann werden

die Kinder von ihren Eltern wieder abgeholt –

zumeist glücklich und zufrieden, aber nicht selten

von oben bis unten mit Schmutz übersät.

Viele Eltern haben sich mit Plastikplanen im

Auto darauf eingerichtet.

Für manche eine Selbstverständlichkeit, für

andere eine besondere Chance

Für Mona gibt es gute und schlechte Tage. An

schlechten Tagen weint sie viel, ist unleidig und

mit nichts zu erfreuen, auch das Trinken und

Füttern dauert dann sehr lange. Mona ist drei

Jahre alt und schwerst mehrfachbehindert, ein

„Liegekind“. Sie kann sich nicht fortbewegen,

ihren Kopf nur mit Mühe halten, nur schwer

schlucken. Über den Blick sucht sie Kontakt zu

anderen Menschen, jetzt langsam auch übers

Fühlen und Greifen.

Doch im Integrativen Kindergarten am Gumpen

gibt es Gott sei Dank mehr gute als schlechte

Tage für Mona: Morgens zappelt sie vor Freude,

wenn der Bus sie abholt und in ihren Kindergarten

bringt. Sie lacht fröhlich, jauchzt vor

Begeisterung,

wenn ihr etwas

gefällt und Spaß

macht. Sie schaut den anderen Kindern zu oder

andere Kinder nehmen Kontakt zu ihr auf: Lisa

legt ihr gerne den Kopf auf den Bauch. Mona

mag das, auch wenn andere mit ihr sprechen.

Wir haben das Gefühl, Mona versteht vieles

ganz gut.

Auch die Erzieherinnen und Kinderpflegerinnen

im Kindergarten und die Therapeuten der Frühförderung

versuchen, ihr vielfältige Erfahrungen zu

ermöglichen: Das beginnt mit unterschiedlichen

Liege-, Sitz- oder Stehposition, geht über das

Anbieten von alltäglichen Spielgegenständen

im Kindergarten bis hin zu speziellen Fördermöglichkeiten

einzelner Therapien.

Einen Teil des Tages im Kindergarten braucht

Mona aber eine zusätzliche Pflegeperson.

Mona wird gefüttert, was manchmal über eine

Stunde dauert, da ihr das Schlucken schwer

fällt. In der Hängematte eingeschaukelt, schläft

sie dann ein halbes Stündchen, ständig überwacht,

da ihre Atmung jederzeit aussetzen

könnte.

Für Monas Eltern ist der Kindergarten vor allem

Entlastung, weil sie wissen, dass ihre Tochter

dort gut aufgehoben ist: „Man fühlt, wie alle

die Mona mögen“ erzählt ihre Mutter. Für Mona

sind es der Kontakt zu anderen Kindern, die

vielfältigen und lebendigen Eindrücke - einfach

das Dabei-Sein mitten im Leben. Wie für jedes

andere Kind werden dadurch auch für Mona

Chancen eröffnet.

37


JAHRESRüCKBLICK

Jahresrückblick 2011

10. Januar Mitarbeitendenversammlung zum Jahresbeginn

Ehrung langjähriger Mitarbeitender und Verleihung

der Herzogsägmühler Verdienstmedaille

17. Januar Mitarbeitendenversammlung der i+s Pfaffenwinkel GmbH

20. und 21. Januar Klausur der Leitungskonferenz in Steingaden

27. Januar Mitarbeitendenversammlung der Herzogsägmühler Werkstätten

27. Januar Konzert „Südlicht on ice“ in der Martinskirche

28. Januar Einweihung des Zenit (Zentrum für integrative Arbeit)

für Menschen mit psychischer Behinderung in Peiting

24. Februar Jahresversammlung der Werkfeuerwehr Herzogsägmühle

05. April Jubiläum 20 Jahre Sozialpsychiatrischer Dienst von

Herzogsägmühle in Penzberg

09. und 10. April Frühlingsflohmarkt in Herzogsägmühle

27. April Eröffnung Rehabilitationseinrichtung für Menschen mit

psychischer Erkrankung in Landsberg am Lech

30. April Benefizkonzert des Musikvereins Reichling

38


01. Mai Maibaumaufstellen auf dem Dorfplatz

HERZOGSÄGMÜHLE

03. Mai 2. Gesundheitstag für Mitarbeitende in Herzogsägmühle

17. Mai Die Bezirksjury des Wettbewerbes „Unser Dorf hat Zukunft –

Unser Dorf soll schöner werden“ ist in Herzogsägmühle zu Gast

18. Mai Fachtag der Häuser am Latterbach

21. Mai Sportfest in Herzogsägmühle

21. Mai Der Zwergerltreff wird zehn Jahre

26. Mai 25jähriges Jubiläum der i+s Pfaffenwinkel GmbH

27. Mai Eröffnung BiLL (Beschäftigungsinitiative Landsberg am Lech)

06. bis 10. Juni Festwoche zum 40jährigen Jubiläum des Schöneckerhauses mit Andacht,

Hausfest und Konzert

19. Juni Cross-Golf-Turnier zugunsten der Fach- und Ausbildungsbetriebe

02. Juli Serenade zum Dorffest

03. Juli 117. Dorffest in Herzogsägmühle

39


JAHRESRüCKBLICK

22. Juli Social Day der Firma Hilti in Herzogsägmühle

30. August Jubiläum 15 Jahre Berufliches Zentrum

10. und 11. September Herbstflohmarkt

20. September Michael Bammessel, Präsident des Diakonischen Werkes

Bayern, besucht Herzogsägmühle

24. September Südlicht-Festival

07. Oktober Aktion Rollentausch – Michael Kumetz vom Bezirk Oberbayern

besucht Herzogsägmühle

07. bis 16. Oktober 26. Herzogsägmühler Kulturtage

27. und 28. Oktober Klausur der Leitungskonferenz in St. Arbogast

08. November Mitarbeitendenversammlung der MAV

09. November Fachtag Inklusion

12. November Herzogsägmühle wird mit der Goldmedaille des Bezirksausscheides

„Unser Dorf hat Zukunft – Unser Dorf soll schöner

werden“ ausgezeichnet

40


14. November Kostenstellenleitendenkonferenz

HERZOGSÄGMÜHLE

15. November Mitarbeitendenversammlungen der Herzogsägmühler Werkstätten

16. November Buß- und Bettag ist in Herzogsägmühle Feiertag

20. November Sinfonisches Ensemble München – mit einer öffentlichen

Generalprobe in Herzogsägmühle

25. November Eröffnung des MühlenMarktes – die Krämerei, Bäckereiverkauf,

Metzgereiverkauf, Gärtnereiverkauf, der WerkstattLaden und der

Friseur ziehen in gemeinsame Verkaufsräume

25. bis 27. November Weihnachtsmarkt in Herzogsägmühle

06. bis 08. Dezember Herzogsägmühler Produkte werden im Münchener Justizpalast

verkauft

7. Dezember Versammlung des Großen Rates

8. Dezember 1. Vollversammlung für die Mitarbeitenden im

Bundesfreiwilligendienst

41


Wir danken sehr herzlich

HERZOGSÄGMÜHLE

• allen Freundinnen und Freunden, die für uns beteten, die uns Geld, Gebrauchtwaren, Möbel,

Bekleidung, Wachsreste oder Briefmarken spendeten, uns als Richter und Staatsanwälte Geldauflagen

zuwiesen oder als Auftraggeber für unsere Betriebe oder Kunden unserer Läden mit

uns hilfreich verbunden waren

• allen Partnerinnen und Partnern in Gemeindeverwaltungen, Landratsämtern, Bezirken, Regierungen,

Integrationsamt, Schulamt, Dienststellen der Arbeitsverwaltung, Sozialversicherungsträgern,

Entgeltkommissionen, Kultusministerium und Sozialministerium für alle wohlwollende

Bearbeitung der Anliegen unserer Hilfeberechtigten und von uns

• den Mitarbeitenden und Verantwortlichen unserer Landeskirche und des Diakonischen Werkes,

der Bayerischen Landesstiftung, der Lekos-Stiftung, der Lepel-Gnitz-Stiftung, der Stiftung

Christian Seltmann, der Evangelischen Schulstiftung, der Stiftung Deutsche Behindertenhilfe

- Aktion Mensch, der Dinser-Stiftung und dem Evangelisch-Lutherischen Dekanat Weilheim für

alle wirksame Unterstützung sowie dem Aufsichtsrat für das ehrenamtliche Engagement

• allen Mandatsträgern in Kirche und Staat auf allen Ebenen für ihr Eintreten für die Rechte und

Bedürfnisse Benachteiligter und für den Bestand und die Weiterentwicklung unserer Hilfen für sie

• allen haupt- und ehrenamtlich Mitarbeitenden, Vermietern und Nachbarn, die sich für uns und

die uns anvertrauten Menschen engagieren.

Wir hoffen, dass Sie uns auch im Jahr 2012 helfen,

Chancen zu eröffnen.

43


Herzogsägmühle versteht sich als

ORT ZUM LEBEN

KONIE IN OBERBAYERN

und wird getragen vom Verein „Innere Mission München - Diakonie in München und Oberbayern e. V.“.

Im Rahmen einer offenen Dorfgemeinschaft erfahren Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit Problemen,

Krankheit oder Behinderung Hilfen zur persönlichen, sozialen und beruflichen Entwicklung

oder Heimat und Pflege im Alter. Daneben bietet Herzogsägmühle Beratungsdienste, Tagesstätten,

Arbeitsmöglichkeiten und Wohnungen in Orten der Umgebung an.

Weitere Informationen: www.herzogsaegmuehle.de

Spendenkonto: HypoVereinsbank Weilheim, Nr. 4 799 500 (BLZ 703 211 94)

HERZOGSÄGMÜHLE

Von-Kahl-Straße 4

86971 Peiting-Herzogsägmühle

Telefon 0 88 61 219-0

Telefax 0 88 61 219-201

e-mail: info@herzogsaegmuehle.de

Internet: www.herzogsaegmuehle.de

HERZOGSÄGMÜHLE

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine