40 Jahre Friedrich - Friedrich Realschule Weinheim.

friedrich.realschule.weinheim.de

40 Jahre Friedrich - Friedrich Realschule Weinheim.

Festschrift

zum

Jubiläum

26. Mai 2011 -

28. Mai 2011


40 Jahre

FriedrichRealschule Weinheim

Jubiläumsprogramm

Donnerstag, 26.Mai 2011

Wolfgang Endres, St. Blasien

„Ohne Bindung keine Bildung“

Vortrag im Weinheimer Kino um 19.30 Uhr

Freitag, 27. Mai 2011

40 Jahre FRS – eine Revue“

19.30 Uhr im Rolf-Engelbrecht-Haus

Samstag, 28.Mai 2011

Schulfest auf dem Schulgelände 14 – 18 Uhr


Impressum

Herausgeber: FriedrichRealschule Weinheim

Redaktion: Carola Freiburg, Klaus Fanz

Anzeigenteil: Isabel Haist

Gestaltung: Klaus Fanz

Druck: Abt – Medien Weinheim

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Die FRS – Fahne,

hergestellt von den Abschlussschülern 2010

Christina Obst, Nasreddin Sacakli und Sascha Klohr.


Zum Jubiläum

Die FriedrichRealschule feiert im Schuljahr 2010 / 2011 ihr 40-jähriges Jubiläum.

„Nicht für die Schule, sondern für das Leben lernen wir.“ – Die Schule hat die

Aufgabe, den jungen Menschen in seiner eigenen Persönlichkeitsentwicklung zu

fördern und auch seine weitere berufliche Ausbildung vorzubereiten. Die Schule

reagiert daher in ihrer Konzeption und in ihrem Tun insbesondere auf die

Anforderungen, die die Gesellschaft in vielfältiger Weise an sie heranträgt.

Diese haben sich in diesen vier Jahrzehnten gewandelt, oft mehrfach: Vom

Schulabsolventen wird heute erwartet, dass er mit einem gehörigen Maß an

fachlichen, personalen und sozialen Kompetenzen den weiteren Ausbildungsmarkt

betritt. Von der Schule wird heute immer mehr gefordert, dass sie

gewisser-maßen als letzte Instanz Erziehungs- und Ordnungsfunktionen

übernimmt. Den früher mitunter engen, aber helfenden Familienverband gibt es

immer weniger. Junge Menschen sind verunsichert, fühlen sich allein gelassen,

suchen Orientierung und Hilfe. Hier muss die Gesellschaft auch ganz konkret

begleitende Schulsozialarbeit ins Auge fassen.

Von den Lehrern wird erwartet, dass sie sich zusätzlich zu den Hauptaufgaben

des Unterrichtens und Erziehens öffnen für weitere Anforderungen, die mitunter

täglich per E-mail an sie herangetragen werden. Nicht nur Fachunterricht,

sondern berufliche Orientierung der Schüler, soziale Erziehung, wirtschaftliche

und mediale Ausrichtung sind heute wesentlicher Bestandteil des Schulalltags.

Schulleitung und Lehrkräfte unserer kleinen Schule stellen sich in fruchtbarer

Zu-

sammenarbeit mit dem Elternbeirat dieser Aufgabe, indem sie mit den Schülerin

-

nen und Schülern sprechen, sie fortwährend ermutigen, ihnen Freude am Lernen

geben und versuchen, Einsicht zu wecken. Nur so können junge Menschen den

Weg zu weiterer Ausbildung und in die Erwachsenenwelt mit innerer Stärke

schaffen. Viele Absolventen der FriedrichRealschule haben uns in den letzten

Jahrzehnten diese positive Rückmeldung gegeben.

Die Festschrift versucht in vielfältiger Weise Wirken und Streben der an der

Schule Beteiligten, Lernenden und Lehrenden, in vielen Facetten darzustellen.

Im Mai 2011 Klaus Fanz Realschulrektor

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Grußwort des Oberbürgermeisters zum 40-jährigen Bestehen der

FriedrichRealschule

Das Schuljahr 1970/71 war geprägt von einigen weit reichenden Veränderungen

im Weinheimer Schulwesen. Mehrere Grund- und Hauptschulen wurden

aufgehoben, Schulbezirke wurden neu festgelegt, die neue Multschule in der

Weststadt – damals noch Gesamtschule – nahm den Unterrichtsbetrieb auf und die

Friedrich-Realschule wurde gegründet. Damals wurden die Realschulzüge der

Pestalozzi- und der Friedrichschule in der Friedrich-Realschule vereint.

Seit der Zusammenlegung entwickelten sich die Schülerzahlen von 736 im

Schuljahr 1970/71 über 584 (1974/75) und 430 (1980/81) bis zur aktuellen

Schülerzahl von 384.

Heute feiert die Friedrich-Realschule ihr 40-jähriges Bestehen. Dies ist zwar kein

rundes, aber immerhin ein Jubiläum, das gebührend gefeiert werden darf. Dies

umso mehr, als sich die Schule - und hier zähle ich die Grundschule dazu - nach

der Generalsanierung in den Jahren 2002 bis 2005 innerlich und äußerlich in

einem guten Zustand befindet.

Einige Zahlen dürfen an dieser Stelle genannt sein: insgesamt fielen für das

Projekt Baukosten von rund 4,6 Mio. € an. Hiervon zahlte die Stadt Weinheim

rund 3,7 Mio. €, der Rest wurde aus Landesmitteln finanziert. Damit hat die Stadt

einen nicht kleinen Anteil ihrer Investitionen in diesen Jahren in den Ausbau der

Bildung gesteckt. Durch die Sanierung wurden jedoch nicht nur äußere Merkmale

verändert und modernisiert. Die Unterrichts- und Fachräume entsprechen voll und

ganz den Anforderungen an einen modernen Unterricht.

Dass die innere Qualität der äußeren in Nichts nachsteht, zeigt sich in der festen

Verankerung der Friedrich-Realschule in der Weinheimer Bildungslandschaft.

Auch die beiden unter einem Dach lebenden Friedrich-Schulen – die Grund- und

die Realschule – pflegen ein gesundes und kooperatives Miteinander.

Im Namen des Gemeinderates und unserer Bürgerschaft gratuliere ich der

gesamten Schulgemeinschaft der Friedrich-Realschule zum 40-jährigen Bestehen.

Danken möchte ich allen Lehrerinnen und Lehrern, Eltern sowie Schülerinnen und

Schülern für ihre engagierte und gute Zusammenarbeit, mit der sie zu einer Kultur


des Miteinanders an der Schule, mit der Nachbarschaft und in unserer Stadt

beitragen.

Mit meinen Glückwünschen zum Jubiläum verbinde ich die Hoffnung, dass die

Friedrich-Realschule auch zukünftig vielen Kindern neben der Vermittlung von

grundlegenden Kenntnissen und Fähigkeiten eine gute Basis für einen

optimistischen und zukunftsfähigen Bildungsweg gibt.

Heiner Bernhard

Oberbürgermeister

Grußwort der Elternbeiratsvorsitzenden

40 Jahre – gemessen am Alter der Erde – nur ein Wimpernschlag. Für alle

diejenigen, die wir heute am Leben der FRS aktiv teilnehmen ein „stolzes“ Alter.

Und unsere Schule lässt sich heute nicht mehr aus dem Weinheimer Schulleben

wegdenken.

Vieles hat sich im Lauf dieser 40 Jahre im Schulleben verändert, aber nach wie

vor ist es unerlässlich, dass Schule und Elternhaus eng zusammenarbeiten.

Ich denke, für unsere Schule ist es ein großer Vertrauensbeweis, dass viele Eltern

mehrere Kinder gleichzeitig hier angemeldet haben. Und dieses Vertrauen

bedeutet neben der Anerkennung auch eine große Verpflichtung. Verpflichtung

von Schulseite das Bestmögliche für unsere Kinder zu ermöglichen, Verpflichtung

der Eltern dieses Bemühen der Schule zu unterstützen.

Dank der Überschaubarkeit unserer kleinen Schule ist eine enge und konstruktive

Zusammenarbeit sowohl der Elternvertreter untereinander als auch mit der

Schulleitung und dem Kollegium möglich.

Das 40-jährige Jubiläum sollte Ansporn sein für viele weitere Jahrzehnte mit

motivierten Schülern, engagierten und motivierten Lehrern und Eltern die bereit

sind, das Schulleben aktiv mitzugestalten.

Gisela Sonnentag Elternbeiratsvorsitzende

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Grußwort zum 40-jährigen Bestehen der FriedrichRealschule

Weinheim

Die Friedrich-Realschule Weinheim feiert in diesem Jahr ihr 40-jähriges

Bestehen. Hierzu gratulieren wir der gesamten Schulgemeinschaft sehr herzlich.

Dank und Anerkennung des Staatlichen Schulamts Mannheim gilt allen, die an

der Erfolgsgeschichte dieser Schule mitgeschrieben haben.

An dieser Geschichte haben viele Persönlichkeiten mitgewirkt. Gemeinsam haben

sie in diesen 40 Jahren auf zahlreiche und fundamentale Veränderungen der

außerschulischen sowie innerschulischen Situation positive Antworten gegeben.

Die Friedrich-Realschule, die ihre Schülerinnen und Schüler auf das weitere

Leben vorbereiten und auf ihrem Weg begleiten will, hat sich dadurch ständig

weiterentwickelt. Über die tägliche, erfolgreiche Bildungs- und Erziehungsarbeit

hinaus hat die Friedrich-Realschule es nicht versäumt, sich ein jeweils

eigenständiges Profil zu geben. "Leben, Lernen, Leistung" und "Berufsorientierung

XXL" sind zwei Schwerpunkte, die sie sich aktuell setzt. Neben der

Vermittlung von Wissen, Fähigkeiten und Fertigkeiten legt die Friedrich-

Realschule dabei auch großen Wert auf die Entwicklung von überfachlichen

Kompetenzen, z. B. auf die Entwicklung der Persönlichkeit und sozialer

Kompetenzen ihrer Schülerinnen und Schüler.

Dieses Schuljubiläum ist auch ein guter Anlass, dem Schulträger für sein großes

Engagement für die Schule ganz besonders zu danken. Er hat u. a. das schöne

historische Jugendstilgebäude im vergangenen Jahrzehnt umfänglich saniert und

eine moderne, zukunftsfähige Schule geschaffen. Die Schule verfügt somit über

beste Voraussetzungen für eine Fortführung der Erfolgsgeschichte "Friedrich

Realschule Weinheim". Erziehung und Bildung in einer lebendigen und

engagierten Schulgemeinschaft sind unverzichtbar für unsere Zukunft.

Für die aktuelle und weitere pädagogische Entwicklung wünschen wir der

Friedrich-Realschule Realschule Weinheim viel Erfolg und alles Gute.

Hartwig Weik

Leitender Schulamtsdirektor

Staatliches Schulamt Mannheim


Der Friedrich-Realschule gratuliere ich zu ihrem 40. Geburtstag im Namen aller

Weinheimer Schulen sehr herzlich.

Sie hat sich in den vergangenen vier Jahrzehnten stets vorwärts bewegt,

gewandelt und hat mit der Zeit Schritt gehalten. Die besondere Atmosphäre, die

an der Schule herrscht, ist die wesentliche Grundlage für die erfolgreiche

pädagogische Arbeit.

Die Realschule verkörpert eine Schulform, die ihre Schüler und Schülerinnen

durch einen besonderen Bezug zur Realität fördert und bildet. Sie vermittelt

grundlegende Kompetenzen, die den jungen Menschen die Orientierung in der

gegenwärtigen und sicher auch zukünftigen Welt ermöglichen.

Die Realschule in unserem Land stellt ein Bindeglied zwischen Tradition und

Fortschritt, zwischen allgemeiner Bildung und berufsorientierenden Bildungsmodulen

dar. Theorie und Praxis sowie Persönlichkeitsorientierung und

Sachorientierung werden als gleichwertig angesehen. Realschulen bieten

Schülern und Schülerinnen viele Anschlussmöglichkeiten auf ihrem weiteren

Lebensweg. Sie ist die Schulart, die alle Wege offen hält und unsere

Bildungslandschaft bereichert. Sie ermöglicht den späteren Erwerb der

Hochschulreife, bietet aber auch den Einstieg in ein Handwerk, in eine Beschäftigung

bei der Industrie oder in der Verwaltung.

Ich wünsche der Schule, dass alle am Schulleben beteiligten sich weiterhin

die Offenheit und das Verantwortungsbewusstsein als tragende Elemente im

Zusammenwirken bewahren und erhalten.

In diesem Sinne gelten der Friedrich-Realschule, den Schülern und Lehrern

meine besten Wünsche für die kommenden Jahrzehnte.

Christina Eitenmüller

Geschäftsführende Schulleiterin der Weinheimer

Grund-, Werkreal-, Real- und Sonderschulen

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v.l.n.r.

Fr. Krämer, Fr. Mutschler,

Fr. Rolli, Fr. Wiescher,

Fr. Sonnentag, Fr. Schmitt,

Hr. Wermund.

Förderverein der FriedrichRealschule

Der Förderverein wurde 1996 gegründet

und hat inzwischen mehr als 120 Mitglieder,

die sich aus Eltern, Lehrern und

auch aus ehemaligen Schülern zusammen-

setzen. Er ist als gemeinnützig anerkannt

und somit sind alle Beiträge und Spen-

den steuerlich abzugsfähig.

Der Förderverein hat es sich zur Aufgabe

gemacht, die Schule dort zu unterstützen,

wo finanzielle Hilfe notwendig und sinn-

voll ist. Deshalb werden die Geldmittel vor allem für Anschaffungen eingesetzt, die

nicht durch den städtischen Schuletat gedeckt werden können. Folgendes konnte

bisher gefördert werden: Die Theater- und Tanz - AG, die Schulbibliothek, die

Schachausrüstung, die Computerbeschaffung, die Beschaffung einer Videoausrüstung,

die Anschaffung von Bilderleisten mit den dazugehörenden Bilderrahmen

für alle Realschulflure, der Schüleraustausch, und als besonderes Highlight sehen

wir jedes Jahr die Verleihung eines Preises für besonderes soziales Engagement an

Schüler der Abschlussklassen.

Weiter wurden angeschafft: Mikrofone und Sender, Tonpapier, Musikinstrumente

für die Musikabteilung, die Erste Hilfe-AG, Material für die Holzbänke auf dem

Schulhof. Außerdem sind Zuschüsse zur Abfederung sozialer Härten bei

Klassenfahrten, Schüleraustausch und Landschulheimaufenthalten vorgesehen.

Der Jahres - Mitgliedsbeitrag kann individuell festgelegt werden.

Der Mindestbetrag ist 10,23 €.

Kontakt über E-Mail: Förderverein-Friedrich-Realschule@gmx.de

Der Förderverein gratuliert der Friedrich-Realschule zum 40-jährigen Bestehen.

Wir freuen uns auch in Zukunft auf eine gute Zusammenarbeit!

Förderverein FriedrichRealschule e.V.

Martina Rolli – Vorsitzende Mirjam Rosenberger


Zahlen

Die Schülerzahlen der letzten zwölf Jahre sowie 1986, 1991 und 1995

Die Herkunftsorte der Schüler im Jubiläumsschuljahr 2010 / 2011

Gorxheimertal 60

Hemsbach, Hirschberg,

Viernheim, Laudenbach,..

Weinheim 274

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Reinhold Wagner

Realschulrektor i.R.,

Schulleiter von 1971 - 1993

40 Jahre Friedrich-Realschule

Zur Entwicklung des Mittelschulwesens in Weinheim

Mit Beginn des Schuljahres 1970/71 vollzogen sich im Weinheimer Schulwesen

weitreichende organisatorische Veränderungen, die nahezu alle Schulen berührten:

die neue Gesamtschule in der Mult nahm ihren Unterricht auf, die Friedrich-

Realschule wurde gegründet, Grund- und Hauptschulen wurden aufgehoben oder

verlegt, Schulbezirke wurden neu festgelegt - Umstrukturierungen in einmaligem

Umfang.

Im Zusammenhang mit diesen Umgestaltungen nahm eine selbständige

Realschule in der Friedrichschule ihren Unterricht unter einem eigenen

Schulleiter auf. Neu war jedoch das mittlere Schulwesen in Weinheim nicht: mehr

als 15 Jahre lang hatte es bereits zwei Realschulzüge (bzw. Mittelschulzüge, wie

sie zunächst genannt wurden) gegeben. Auch diese stellten nicht den Anfang dar;

dieser lag in der unmittelbaren Nachkriegszeit.

Im Jahre 1949 wurden sowohl an der Pestalozzischule wie auch an der

Friedrichschule – beide Schulen waren damals Grund- und Hauptschulen -

„Sprachklassen" gebildet, die dadurch gekennzeichnet waren, dass ihre Schüler

Englischunterricht und ein umfangreicheres Stoffangebot in den übrigen Fächern

erhielten. 1954 stellte die Stadtverwaltung beim Kultusministerium den Antrag auf

Errichtung eines Aufbauzuges (Mittelschulzuges) durch die Umwandlung der

Sprachklassen in Aufbauklassen. Dies bedeutete: zehnjähriger Schulbesuch (statt 8

Jahre Volksschule), Unterricht nach eigenem Lehrplan mit Englisch als

Fremdsprache, Aufnahme nur nach bestandener Aufnahmeprüfung und am Ende

der Schulzeit eine Abschlussprüfung. Ein Erlass des Kultusministeriums vom

09.02.1954 beschreibt die Aufbauklassen folgendermaßen: „Gut begabten Kindern,

die mit praktischer Veranlagung eine größere Fähigkeit zum Erwerb theoretischer

Erkenntnisse verbinden, soll mit der Einrichtung von Mittelschulen oder Aufbauklassen

an Volksschulen (Mittelschulzügen) die Möglichkeit zu einer vertieften

Ausbildung mit erweitertem Lehrziel gegeben werden." Die hier genannten

Aufgaben und Ziele sind bis in die Gegenwart (1993) mehrfach ergänzt, erweitert

und neu beschrieben worden, aber im Wesentlichen haben sie immer noch

Gültigkeit.


Am 1.7.1955 genehmigt ein Erlass des Ministeriums einen Mittelschulzug mit je

2 Klassen vom 5.-10. Schuljahr.

In den Jahren zwischen 1955 und 1970 wuchsen die Mittelschulklassen immer

mehr an, 45 Schüler in einer Klasse waren nicht selten, es gab 3 Parallelklassen

verteilt auf 2 Realschulzüge, einen in der Pestalozzi- und einen in der

Friedrichschule (aus den Mittelschulzügen waren Realschulzüge geworden).

In den Realschulklassen befanden sich auch zahlreiche Schüler aus der

Umgebung: von Sulzbach bis Laudenbach, von Lützelsachsen bis Schriesheim

und Ladenburg. Die heutigen Realschulen in Hemsbach, in Schriesheim und in

Ladenburg wurden erst 1972 errichtet.

Weinheim war nach dem 2. Weltkrieg eine schulfreundliche Stadt, in der sich

Stadtverwaltung und Gemeinderat darin einig waren, den Schulen möglichst

gute Unterrichtsbedingungen zu schaffen.

Der Bedarf an Schulraum war hoch. Kaum hatte man eine Schule gebaut

(Bachschule 1950, Waldschule 1952, Gymnasium 1954 erster Erweiterungsbau,

Albert-Schweitzer-Schule 1957), stellte sich an anderer Stelle schon wieder

neuer Bedarf heraus; insbesondere im Gymnasium (heute Heisenberg-

Gymnasium) wuchs die Schülerzahl in unerwartetem Maße. Als man erkannt

hatte, dass der Raumbedarf des Gymnasiums mit Anbauten nicht zu decken sei,

entschloss man sich zu einer großzügigen, weitreichenden Lösung: Im Jahre

1966 beschloss der Gemeinderat den Bau eines Schulzentrums im Gewann Mult.

Dieser Beschluss wurde 1967 ergänzt: es sollte eine Gesamtschule für 2000

Schüler errichtet und damit endgültig jegliche Schulraumnot in Weinheim

beseitigt werden. Im Zusammenhang damit standen vielfältige

schulorganisatorische Umstrukturierungen, so auch die Gründung einer

eigenständigen Realschule in der Friedrichschule durch Zusammenlegung der

beiden Realschulzüge, die bisher an der Pestalozzi- und an der Friedrichschule

bestanden hatten.

So erfreulich diese Vereinigung der Realschulzüge aus schulischer Sicht war, so

schwierig war ihre Verwirklichung: Geplant war eine zweizügige Realschule

mit 12 Klassen in der Friedrichschule, dort war Platz für 12 Klassen. Die

Realschule umfasste 1970/71 aber 21 Klassen mit insgesamt 736 Schülern. Laut

Schulplanung sollte sich diese Zahl ab Eröffnung der Gesamtschule wegen der

12


Schüler, die dort den Realschulabschluss anstrebten, jährlich um mindestens eine

Klasse verringern und somit zur Zweizügigkeit führen. Zunächst jedoch konnten

die 21 Klassen nur dadurch untergebracht werden, dass 9 Klassen in der

Pestalozzischule verblieben. Im darauffolgenden Jahr (1971/72) beanspruchte die

Hauptschule den Platz in der Pestalozzischule, die immer noch 9 „überzähligen"

Realschulklassen wurden im Haus Bismarckstraße 13a untergebracht, ein Haus, dessen

Räume jedoch als Wohnräume, nicht als Klassenzimmer gebaut worden waren.

Weder die Grundfläche der Räume noch die Deckenhöhe, weder die Breite der

Flure noch die der Treppenhäuser entsprachen den Erfordernissen. Das begrenzte

Fassungsvermögen der einzelnen Räume hatte zur Folge, dass in die dortigen

Unterstufen-Klassen nur eine begrenzte Anzahl von Schülern aufgenommen werden

konnte, die anderen mussten abgewiesen werden.

Die Klassen der Oberstufe waren der Fachräume wegen in der Friedrichschule

untergebracht.

1974 war immer noch keine Verringerung der Schüler- und Klassenzahlen in

Sicht; deshalb stellten Schulleitung und Elternbeirat einen Antrag auf Schaffung

neuen Schulraums. Der Notbehelf Bismarckstraße war auf die Dauer unerträglich.

Niemand hatte erwartet, dass nach dem Bezug der Multschule, nach Schaffung der

Schulzentren in Hemsbach und Schriesheim, nach Gründung der Realschule in

Ladenburg trotzdem in Weinheim noch Schulraum fehlen würde.

Eine Ursache lag sicher in der Bevölkerungszunahme: die Einwohnerzahl in

Weinheim war von 20 228 im Jahre 1945 auf 29 571 im Jahre 1971 gestiegen, eine

Zunahme um rund 50%. Auch nach 1971 nahm sie noch zu.

Von noch größerer Bedeutung waren aber bildungspolitische Gesichtspunkte: Pichts

Warnungen vor einer Bildungskatastrophe, seine Forderungen nach mehr

Abiturienten - 50% eines Jahrgangs waren erklärtes Ziel der Bildungspolitik -, der

Appell „Schick Dein Kind auf bessere Schulen" - diese Forderungen verfehlten ihre

Wirkung nicht. Das zeigte sich nicht nur in einem verstärkten Zustrom zum

Gymnasium, sondern auch im Zustrom zur Realschule, vom Andrang zur Gesamtschule

ganz abgesehen.

Letztlich ging die Zahl der Realschüler auch deswegen nicht zurück, weil jährlich

ca. 30 Schüler von anderen Schulen kommend in die Klassen 6-10 der Friedrich-


Realschule eintreten wollten. Dieser Schülerzustrom konnte nur durch die

Bereitstellung neuen Schulraums aufgefangen werden.

Am 17.06.1976 fasste der Gemeinderat den Beschluss für einen Erweiterungsbau

an der Friedrichschule. Am 04.10.1978 wurde dieser eingeweiht. Acht Jahre nach

Gründung der Friedrich-Realschule waren erstmals alle Klassen in einem Haus

vereinigt, standen erstmals die erforderlichen Klassenräume und alle Fachräume

samt Ausstattung zur Verfügung. Eine Gymnastikhalle im Neubau milderte die

Raumnot im Sporthallenbereich, da bislang für die Grundschule und die Realschule

nur eine einzige Turnhalle zur Verfügung gestanden hatte. Ein Mangel

blieb jedoch: der Friedrichschule fehlte - wie auch den anderen um die

Jahrhundertwende erbauten Schulen in Weinheim - ein Sportplatz. Zeitweilig war

der „Bolzplatz" am Langmaasweg für Spiel, Wurf, Lauf benutzt worden, aber als er

von der Firma Freudenberg erworben und bebaut worden war, standen nur noch

der Schulhof oder die Siegfriedstraße zur Verfügung, eine untragbare Lösung.

Im Jahre 1982 begann die Suche der Stadtverwaltung nach einem geeigneten

Sportgelände in Schulnähe. 1987 wurde man fündig und im September 1989

konnte der Sportplatz am Rottenstein seiner Bestimmung übergeben werden.

Somit waren die ersten 20 Jahre der Friedrich-Realschule mit der Lösung von

Raumproblemen verbunden.

Am Ende des ersten Vierteljahrhunderts lässt sich die äußere Situation

folgendermaßen beschreiben:

Die Friedrich-Realschule befindet sich in einem schönen denkmalgeschützten

Gebäude aus dem Anfang des 20. Jahrhunderts, dessen Atmosphäre niemand

missen möchte. Sie verfügt über genügend Unterrichtsräume, konnte in den Jahren

nach 1986 sogar noch zusätzliche Fachräume einrichten, weil nach dem Scheitern

des Gesamtschulversuchs, nach der Gründung einer zweiten Realschule in

Weinheim - der Bonhoeffer-Realschule - nun die Friedrich-Realschule zweizügig

geworden ist. Dagegen hat sich die Bonhoeffer-Realschule zur Dreizügigkeit

entwickelt, wozu der Ganztagsbetrieb mit Mittagessen und Betreuung in der

Mittagspause und am Nachmittag zweifellos erheblich beigetragen hat. Für viele

berufstätige Eltern dürfte diese Möglichkeit ein wichtiger Gesichtspunkt bei der

Schulwahl sein.

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Die Friedrich-Realschule ist heute (1995) mit allem ausgestattet, was für einen

erfolgreichen Unterricht notwendig ist, unter anderem erhielt sie 1982 eine neue

Schulbibliothek, ein Modellprojekt des Bundes, das weithin Beachtung fand. Letzte

Anschaffungen waren 1993 eine neue Schulküche und 1994 neue Computer.

Die Klassenstärke liegt im Schuljahr 1994/95 bei 23 Schülern pro Klasse, 1970 waren

es durchschnittlich 35. Sie ermöglicht eine intensive unterrichtliche Betreuung des

einzelnen Schülers. Die leicht überschaubare Größe der Schule mit 281 Schülern in

12 Klassen und 23 Lehrern ist ein nicht zu unterschätzendes Merkmal dieser Schule.

Alle äußeren Voraussetzungen für einen erfolgreichen Unterricht sind gegeben.

(Bericht aus dem Jahre 1995 von Herrn Realschulrektor i.R. Reinhold Wagner)

In den Jahren 1993 bis 2003 lag die Schulleitung in den Händen von Herrn Dr.

Jürgen Stemmler und Frau Doris Bretzer, jeweils unterstützt von Herrn Konrektor

Anton Fried. 1995 wurde das 25 – jährige Schuljubiläum gefeiert und im Gefolge

der deutschen Vereinigung kam es zu einer Partnerschaft mit der Katharinen -

Schule in Eisleben. Sport wurde großgeschrieben in diesen Jahren, die Schüler

gewannen mehrere Wettbewerbe und Pokale auf lokaler und regionaler Ebene.

Die ersten Jahre des 21.ten Jahrhundert standen ganz im Zeichen der Generalsanierung

des Schulgebäudes, insbesondere von Frau Bretzer in die Wege geleitet.

Herr Klaus Fanz, neuer Schulleiter seit 2003, setzte die Generalsanierung

zusammen mit Herrn Konrektor Willy Schröder auf schulischer Seite um. Die Stadt

Weinheim klotzte, kleckerte nicht: Von der vollkommen Neugestaltung des

naturwissenschaftliches Traktes bis hin zur detailgenauen Sanierung der

Jugendstilbrunnen reichte die Arbeitspalette, die die Stadt 5 Mio Euro kostete. Im

wesentlichen wurden alle Klassenzimmer und die Turnhalle bestandserhaltend von

Grund auf renoviert. Umgebaut und verlagert wurde der gesamte Fachraumbereich

sowie die Verwaltungen beider Friedrichschulen. Hervorstechend und für Jahre

zukunftsweisend ist die Ausstattung in den naturwissenschaftlichen Räumen. Auf

den Fluren und in den Klassenzimmern verströmen die graue Farbe der

Holzverkleidungen und das intensive Holzbraun der Türen und Rahmen schon

optisch Ruhe und fast Behaglichkeit.

Das Jahr 2004 brachte für alle Realschulen im Land mit dem neuen Bildungsplan

einen Paradigmenwechsel des Lehrens und Lernens. In neuen Fächerverbünden


und themenorientierten Projekten werden Kompetenzen erworben nicht Inhalte

gelehrt. Das Bildungsziel ist auf die Kompetenzansammlung beim jungen

Menschen gerichtet, insbesondere was soziale Kompetenzen wie Teamfähigkeit

oder fachliche Kompetenzen betrifft, die im besten Fall bei der selbständigen

Annäherung des Schülers an die Lerninhalte erworben werden.

Medienkompetenz zielt in erster Linie auf den gewinnbringenden Gebrauch des

Computers als Kommunikations- bzw. Rechercheinstrument, seinen Gebrauch

als Arbeitsmittel und Werkzeug im technischen Bereich. Die Friedrich

Realschule hat sich in dieser Hinsicht sehr gut ausgestattet, z.B. können Lehrer

in einigen Klassen- und allen Fachräumen mit Computer und Beamer

unterrichten.

Die FriedrichRealschule bewegt sich auf der Lehrerseite einem Generationenwandel

entgegen, die Schülerzahl liegt im Jahre 2010 bei 385 Schülern in 14

Klassen. Das Übergangsverhalten von Grundschülern hat sich in den letzten

Jahren noch mehr zum Gymnasium hin orientiert. In manchen Jahren wählten

nur mal 20% die beiden Realschulen in Weinheim. Mit der Einführung des

achtjäh-rigen Gymnasiums und dessen Anforderungen ist festzustellen, dass

sowohl mehr Kinder mit gymnasialer Empfehlung die Realschule besuchen, dass

aber auch deutlich mehr Kinder nach den ersten Klassen im Gymnasium den

Wechsel zur Realschule vollziehen. Insofern hat sich auch ein neues „G9“

entwickelt, die Absolvierung der Realschule plus anschließender dreijähriger

Oberstufe in einem beruflichen Gymnasium.

Im Jahre 2010 wurde der Schule das BORIS – Siegel der Landesstiftung Baden

– Württemberg verliehen, einer Auszeichnung, die die Unternehmungen der

Schule in die Richtung Berufsorientierung würdigt. Der neue Konrektor, Herr

Peter Weihrauch, hat diesen Bereich zusammen mit Kollegen zum Erfolg

geführt.

Die FriedrichRealschule ist für die Zukunft gut aufgestellt.

Klaus Fanz

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Das Schulprogramm der FriedrichRealschule Weinheim

Die FRS ist eine kleine überschaubare Schule mit familiärer Atmosphäre. Jeder

kennt jeden. Die FRS vermittelt erzieherische Werte. Diese Werte fördern eine

positive Lernatmosphäre. Sie entwickeln die kreativen, sozialen und kognitiven

Fähigkeiten der Schülerinnen und Schüler zu starken Persönlichkeiten.

Traditionell ist die FRS leistungsorientiert mit dem Ziel, ihren Absolventen den

Übergang in Beruf oder weiterführende Schule leicht zu machen. Die FRS genießt

durch langjährige Kooperation mit Eltern und ortsansässigen Betrieben Vertrauen

und Anerkennung in der Bevölkerung. Die sich stetig wandelnde Gesellschaft

verlangt auch im sozialen Bereich nach neuen Lösungen. Diesen Zielen hat sich

die FriedrichRealschule verpflichtet:

Lernen schafft Erfolg - in der Schule und für später.

Die FRS fordert Leistung und fördert Lernen !

Leistung schafft Professionalität – im Fachlichen und Persönlichen.

Der FRS vermittelt Wissen und Können !

Leben ist der Sinn von Lernen und Leistung

Unser Weg besteht in

einer gemeinsamen, konsequenten pädagogischen Linie, getragen von Schülern,

Eltern und Lehrern,

der Förderung der Leistungsstarken und der Leistungsschwächeren,

sozialer Bildung und gutem Benehmen,

der gemeinsamen Lösung von Konflikten,

Lernen und Arbeiten mit moderner Technik,

der Zusammenarbeit mit Betrieben .


Das Profil der FriedrichRealschule findet sich wieder:

� im pädagogischen Konzept, z.B. Einhaltung klarer Regeln, soziale Arbeit

statt bloßer Bestrafung,�

� in Schwerpunktbildungen des Fachunterrichts,

z.B. verstärktes Arbeiten mit dem PC im Unterricht, Aneignung von

Lernmethoden,

Bilingualer Unterricht, �

� im Angebot der Förderkurse, z.B. Mathematik für Begabte, Kurse für Lese-

und Rechtschreibschwache,�

� im Angebot der Arbeitsgemeinschaften, z.B English for Job-Beginners.

� in außerunterrichtlichen Veranstaltungen, z.B. „Tag des Berufs, „Girl’s

Day“, Berufserkundungen, Kontakttreffen mit weiterführenden Schulen,

Gemeinschaftsveranstaltungen.

Soziale Bildung

Lernen und Arbeiten, wie überhaupt Leben in einer Gemeinschaft, fällt dann viel

leichter, wenn grundlegende Normen und Regeln menschlichen

Zusammenlebens gelernt und praktiziert werden. Das Wegfallen vieler

Freizeitbeschäftigungen in Jugendgruppen, eventuell nachmittägliches

Alleinsein zuhause, Orientierung an einer Vielzahl von Medien ließ diese Basis

verkümmern und beschleunigt eine Entwicklung zum Egoismus, sozialer

Unsensibilität, manchmal auch Aggression. Eltern und Schule haben die

Aufgabe, dieser Entwicklung entgegenzuwirken.

Die Schule bietet Gemeinschaftsveranstaltungen wie Ausflüge, Lesenächte und

Schullandheime an. In Verbindung mit dem themenorientierten Projekt "Soziales

Engagement" werden Praktika durchgeführt. Die Friedrich-Realschule stellt

Streitschlichter - Modelle zur Verfügung. Statt bloßer Bestrafung nach dem

Schulgesetz sollen pädagogische Maßnahmen im Bereich von Arbeiten für die

Gemeinschaft zur Geltung kommen,

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Technik und Computer

Die Friedrich - Realschule hat beim Umbau darauf geachtet, dass diesem

zukunftsorientierte Bereich ausreichend Platz zur Verfügung gestellt wurde. So

werden neben dem modernen Multimediaraum künftig alle Klassen- und

Fachräume in das hausinterne Netz mit einbezogen. Zusätzlich angebunden findet

sich ein Netz im Bereich Technik, denn gerade in diesem Fach wird der Computer

heute als normales Werkzeug eingesetzt.

Moderne CNC - Fräs - und Steuertechnik wird in fast allen Klassenstufen

durchgeführt.

Für das Technische Zeichnen wird sowohl das Zeichenbrett als auch der

Bildschirm benutzt.

Simulationen im Bereich Elektrotechnik, Elektronik und Mechanik "lassen den

Bauteileverschleiß gegen Null gehen."

Auch in den traditionellen Fächern wie Mathematik wird Geometrie mit Software

aufbereitet:

Tabellenkalkulationen, Diagramme, Rechnen mit Formeln, Geschäftsbriefe, etc...

Die Sachbereiche wie EWG (Erdkunde, Wirtschaft, Gemeinschaftskunde) nutzen

Daten - CD-Roms zur Schülerinformation,

Recherchen im Internet erschließen neue Informationsquellen,

Versenden und Empfangen von E-mails, etc ....

Berufsorientierung

Viele Absolventen der Realschule finden sich zwar in weiterführenden Schulen

wieder, die meisten aber doch in der Berufsausbildung.

Neben BORS - Berufsorientierung Realschule - findet der Friedrich-Schüler

Kontakt zur Arbeitswelt über die jährlichen Weinheimer Ausbildungstage. Im

April jeden Jahres führt die FRS den "Girl's Day" durch (Mädchen erkunden

Männerberufe), werden arbeitsplatzerkundende außerunterrichtliche Veranstaltungen

in den Fächern durchgeführt. Die Wahlpflichtfächer Technik sowie

Mensch und Umwelt haben ein Modul "Beispiele technischer und sozialpflegerischer

Berufe" in den Stoffplan aufgenommen.


Informationstechnik (ITG) beschäftigt sich mit IT-Berufen,

In der Arbeitsgemeinschaft “English for Job Beginners“ lernen die Schüler, die

Arbeitswelt mit der englischen Sprache zu verknüpfen. Das themenorientierte

Projekt „Wirtschaft, Verwalten, Recht“ beschäftigt sich ebenfalls mit Inhalten

aus der Arbeitswelt. Die Arbeitsagentur hält in der Schule spezielle Vorträge für

Eltern und Schüler.

Klaus Fanz – Schulleiter

Das BORIS – Siegel

BORIS – Siegel – der Friedrich-

Realschule für drei Jahre verliehen

am 15.Juni 2010.

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BORS XXL bei uns an der FRS!

Wir haben das Themenorientierte Projekt BORS als Bestandteil unseres

Schulprofils ausgewählt. Deshalb hat BORS bei uns die Bezeichnung „XXL“.

Dazu gehörte dann auch die Bewerbung um das BORIS Berufswahlsiegel der

IHK und der Landesstiftung Baden - Württemberg.

Rahmenbedingungen für die Verleihung des Qualitätssiegels für

Berufsorientierung waren:

Eine Schule, die sich auf diesem Gebiet engagiert, kann sich um dieses Siegel

bewerben. Nur wer das Siegel dann auch erhält, wird öffentlich benannt und darf

dann auch damit werben.

Die Teilnahme und Bewerbung um dieses Siegel ist zunächst eine

Selbstevaluation nach einem bestimmten Kriterienkatalog. Eine Delegation von

drei Vertretern aus Schule, Wirtschaft und Handwerk überprüft dann – nach

Voranmeldung – in wieweit die Selbsteinschätzung der Schule zutrifft

(Fremdevaluation) und entscheidet dann über die Vergabe des Siegels.

In der Rhein-Neckar-Region haben sich im Jahr 2009 sechszehn Schulen für das

Siegel angemeldet. Zwölf Schulen haben sich der Überprüfung dann gestellt und

7 Schulen haben das Siegel erhalten.

Eine Schule kann das Siegel erhalten, wenn ...

... die Schule im Rahmen der Berufsorientierung Kontakte mit außerschulischen

Partnern pflegt: WHAT (Weinheimer Ausbildungstage) mit der Volksbank

Weinheim, mit der Firma Freudenberg, mit der uns ein Kooperationsvertrag

verbindet, mit der Barmer Versicherung, mit der Agentur für Arbeit, mit den

weiterführenden Schulen.

… und eine Vielzahl von Lehrkräften der Schule, die Berufsorientierung in den

Unterricht integriert.


ZIELSETZUNG

Die im neuen Bildungsplan erörterten Kompetenzen und Inhalte bilden das Gerüst der

Berufsorientierung in der Realschule.

BORS XXL an der Friedrich-Realschule Weinheim hat unterschiedliche Zielsetzungen.

Zu Beginn steht die Steigerung der Motivation für die persönliche Berufswahl im

Vordergrund. Ziel ist außerdem, dass regionale wirtschaftliche Gegebenheiten mit den

Bedürfnissen der Schülerinnen und Schüler gedeckt werden.

Des Weiteren steht die Verbesserung der Berufswahlfähigkeit, der Ausbildungs- und

Berufsreife und damit der Berufschancen im Fokus. Diese soll mit anderen Fächern

gekoppelt und dadurch optimiert werden.

22


Besuch der Klasse 9b bei der

Unternehmensgruppe Freudenberg,

Schuljahr 2009/2010.

Ein weiterer wichtiger Aspekt im Rahmen dieses Konzeptes ist die intensivere

Vermittlung und Einübung von Schlüsselqualifikationen wie Selbständigkeit,

Teamfähigkeit, Verantwortungsbereitschaft und Kommunikationsfähigkeit.

Ergänzend werden aktuelle und möglichst umfassende Kenntnisse über die eigenen

Chancen in der regionalen Berufs- und Arbeitswelt aufgezeigt. Berufliche Interessen

und Fähigkeiten zu erforschen und der Berufswahl näher zu kommen, ist ein

richtungsweisender Aspekt des Projektes. Die Differenzierung von betrieblichen

und schulischen Ausbildungsgängen zu kennen und eigens für sich eine Entscheidung

zu treffen, ist eines des wesentlichen Ziele, die erreicht werden.

BAUSTEINE:

Baustein I: Brief an die Eltern der 8. Klassen über das anstehende Projekt im neunten

Schuljahr. Informationen an die Schüler der Klasse 8 über die BORS - Inhalte in der 9.

Klasse, Bekanntgabe wichtiger Termine, z.B. Praktikum und die „Weinheimer

Ausbildungstage WHAT: Suche nach möglichen Praktikumsplätzen durch selbständige

Kontaktaufnahme zu den Betrieben. (Bewerbungsschreiben im

Deutschunterricht.)


Baustein II: Hinführung an das Projekt, Interessen und Fähigkeiten, das Individuum und

die Berufswahl, Berufsbilder. Erarbeitung über zentrale Gesichtspunkte der Berufs-

und Arbeitswelt. Berufliche Orientierung betreffende Komponenten kommen nicht

nur im neunten Schuljahr, in fast allen Fächern, zur Geltung.

Baustein III: Planung, Durchführung, Betreuung und Bewertung eines einwöchigen

Betriebspraktikums mit Praktikumsbericht.

Baustein IV: Einwöchiges Praktikum in einer sozialen Einrichtung, um die Arbeits-

und Berufswelt dieses Bereiches kennen zu lernen.

Baustein V: Besuch von Ausbildungsbereichen, Gesprächen mit den Ausbildungsleitern,

Besuch der Lehrwerkstatt, zum Beispiel: Firma Freudenberg, Firma Diesbach Medien,

Volksbank Weinheim etc. .

BausteinVI: Bewerbertraining unter Hinzuziehen von Experten, Bewer-

bungsmappe, Bewerbungsschreiben mit Lebenslauf, Onlinebewerbung,

Einstellungstest, Vorstellungsgespräch, jetzt bei uns auch mit bilingualem Ansatz.

Baustein VII: „Jobs For Future" in Mannheim.

Baustein VIII: Organisation der Weinheimer Ausbildungstag (WHAT) in Kooperation

mit der Volksbank Weinheim.

Baustein IX: Präsentation des TOP BORS am Tag der offenen Tür.

Christiane Schweikert und Peter Weihrauch

24


Themenorientiertes Projekt Technisches Arbeiten (TOP TA)

Grundlagen aus dem Bildungsplan:

Das TOP TA ist das erste Themenorientierte Projekt, dem die Schülerinnen und

Schüler in der Realschule begegnen. Sie werden hier in die Grundzüge des

projektorientierten Arbeitens eingeführt. Dabei erwerben sie Kompetenzen, auf

die bei der Projektarbeit in höheren Klassenstufen aufgebaut werden kann,

zum Beispiel in den Themenorientierten Projekten Soziales Engagement,

Wirtschaften, Verwalten und Recht und Berufsorientierung in der Realschule:

� Die Schülerinnen und Schüler

entwickeln bei der Planung und

Herstellung technischer Gegenstände

eigene Lösungsideen,

� sie arbeiten im Team und

� sie lernen Selbstverantwortung und

Selbstorganisation durch die Planung

von Arbeitsschritten und deren

selbstständige Durchführung über einen

längeren Zeitraum.

Darüber hinaus bietet das TOP TA:

� Freude am praktischen Arbeiten (durch

die Herstellung eigener Gegenstände),

� Umgang mit verschiedenen Materialien,

Werkzeugen und Maschinen,

� Stärkung des Durchhaltevermögens, der

Selbstständigkeit, der Bereitschaft sich

anzustrengen und damit des

Selbstbewusstseins der Schülerinnen

und Schüler,

� Anregung zur sinnvollen Freizeitgestaltung,

� Orientierung bei der Wahlpflichtfachentscheidung für Klasse 7.

Barbara Schröder

Herstellung von Marionetten,

Erarbeitung und Vorführung eines

Marionettentheaterstücks


Themenorientiertes Projekt Soziales Engagement

TOP SE an der Friedrich-Realschule besteht seit dem Schuljahr 2008/09 aus

folgenden drei Bausteinen, die in Klassenstufe 7 verteilt in drei

Projektwochen stattfinden:

Baustein 1: Schüler stärken

Baustein 2: Umgang miteinander

Baustein 3: Wir für andere

Teil des abwechslungsreichen Programms sind Besuche öffentlicher

Einrichtungen und Informationsveranstaltungen zu Drogen- und

Sexualberatung, Persönlichkeit – wie teamfördernde Inhalte im sportlichen,

musischen und spielerischen Bereich, sowie gutes Benehmen. Zusätzlich

suchen sich die Schüler eine soziale Einrichtung, in der sie in Kleingruppen

Projekte durchführen.

TOP SE wird in Klasse 9 weitergeführt, indem die Schülerinnen und

Schüler ein weiteres soziales Praktikum absolvieren. Die gesammelten

Erfahrungen und Reflexionen dokumentieren und präsentieren die

Schülerinnen und Schüler; ihr Engagement wird als benotetes Testat dem

Zeugnis beigefügt.

26


Klasse 7b beim Spielen im Luisenhof

Kletterwald

Kletterwald

Dagmar Wiescher, Ulrike Spatzier

Rollenspiele

Klasse 7a

Yoga


Themenorientiertes Projekt Wirtschaften, Verwalten, Recht

TOP WVR wurde von unserer Klasse 8a im Schuljahr 2008/2009 in drei

Projektwochen durchgeführt:

Projektwoche 1:

Am ersten Tag erhielten wir eine Einführung in die Projektarbeit, Informationen

zur Dokumentation und zur Bewertung. Wir wollten Soma-Würfel und ein

internationales Kochbuch herstellen und verkaufen, zur Finanzierung unseres

Landheimaufenthaltes in Freiburg. Eine Spezialistin erläuterte uns die Grundzüge

von Businessplan und Marktanalyse für die Kochbucherstellung

Vorbereitung für die Einteilung unserer

Projektgruppen:

- Marketing/Werbung

- Vertriebswege

- Materialkosten

- Materialbearbeitung

Projektwoche 2:

Diese Woche war ausschließlich der Herstellung unserer Somawürfels und der

Kochbücher gewidmet.

Projektwoche 3:

In der letzten Woche stellten wir unsere Produkte fertig und verkauften sie an

einem öffentlichen Verkaufsstand. Unsere gesammelten Erfahrungen und ein

benotetes Testat werden unserem Zeugnis beigefügt, welches bei unseren

anstehenden Bewerbungen gewiss positiv ins Gewicht fallen wird.

Die fertigen

Produkte:

Soma – Würfel und

Internationales

Kochbuch

28


Klasse 5a September 2006

Klassenlehrerin Frau Morfidou

Sich wohlfühlen in der Schule

Der Friedrich Realschule ist es ein besonderes Anliegen, ihre neuen Fünftklässler

schnell in die Schulgemeinschaft aufzunehmen.

An einem Kennlernnachmittag noch im alten Schuljahr lernen die Schüler der 4.

Klasse ihre neue Schule kennen. Spielerisch wird ein erster Kontakt zu den neuen

Klassenlehrern geknüpft und die zukünftige Wirkungsstätte erkundet.

Wird es dann im neuen

Schuljahr ernst, beginnen

die Fünftklässler mit einer

Einführungswoche: „Sich

wohlfühlen in der

Schule“. Im Mittelpunkt

steht, dass die Schüler der

neu zusammengesetzten

Klassen schnell eine

Gemeinschaft bilden und

sich in ihrer neuen Umge-

bung heimisch fühlen.

Den ehemaligen Grundschülern soll der Übergang zum System des

Fachunterrichts mit verschiedenen Lehrern an der Realschule erleichtert werden.

Ihren Abschluss findet diese erste Schulwoche mit der Aufnahmefeier der neuen

Fünftklässler, bei der sich diese mit einem Programmpunkt der Schulgemeinde

präsentieren. Den Klassenlehrerteams zur Seite stehen in dieser Zeit die

Patenklassen.

Dagmar Wiescher


Das Prinzip der Patenklassen

Schon seit einiger Zeit nutzen wir die Vorzüge

von Patenklassen. Unsere neunten Klassen

übernehmen Patenschaften für die fünften

Klassen. Die Patenschaft beginnt mit der

Aufnahme der Fünftklässler in die Friedrich

Realschule. Schon vorab beginnen die

Neuntklässler mit den Vorbereitungen für die

Einschulung.

Bei der offiziellen Einschulung erhalten die

Fünftklässler von den Schülern des neunten

Jahrgangs eine selbstgebastelte Schultüte, die

alles Nötige für den Schulstart beinhaltet.

Während des Schuljahres ergeben sich immer

wieder Anlässe, die Beziehungen zwischen den Patenklassen zu pflegen und zu

l

festigen. Die gemeinschaftlichen Aktivitäten, wie Kinobesuche oder Kooperationsspiele

fördern die Interaktion und das Verantwortungsbewusstsein der älteren

Schüler gegenüber den jüngeren. Der Pate fühlt sich für sein Patenkind

verantwortlich. Die jüngeren Schüler erhalten Orientierung im Schulalltag und

einen Ansprechpartner bei der Klärung von Konflikten. Infolgedessen fühlen sie

sich in der neuen Schule gut aufgenommen. Im Allgemeinen kann man sagen,

dass sich das Prinzip der Patenklassen positiv auf das Miteinander im Schulleben

auswirkt. So verbessert es nicht nur das soziale Klima, sondern fördert auch die

Gemeinschaft.

Melanie Werner Julia Wahl

Julia Röddiger, 9a

Anna-Luise Demmler, 5a

30


Wir Schüler verpflichten uns,

FriedrichRealschule Weinheim

Schulvertrag

� uns ordentlich, gut und höflich zu benehmen,

� uns sozial zu verhalten,

� Konflikte mit gewaltlosen, nichtaggressiven Mitteln

zu lösen,

� Leistungen zu erbringen ,

� uns zu engagieren,

� gegenüber jedermann ehrlich zu sein,

� uns verantwortlich zu verhalten,

� hilfsbereit zu sein,

� Hausaufgaben und andere

Aufgaben der Schule vollständig

anzufertigen bzw. durchzuführen,

� Unterrichtsmaterialen mitzubringen,

sie sorgsam zu behandeln,

� pünktlich zu sein.

Wir Lehrer verpflichten uns,

Wir Eltern verpflichten uns,

� Bezugs und Vertrauensperson zu sein,

� vielfältige Hilfestellung bei Verständnis-

problemen zu geben,

� Vorbild zu sein,

� mit außerunterrichtlichen Veranstaltungen das

Miteinander und das Lernen zu stärken

� rechtzeitig Kontakt zu den Eltern bei Problemen

aufzunehmen,

� Erwartungen an Schüler und Lehrer klar zu

formulieren,

� persönlichen Kontakt zu den Schülern suchen,

� guten Unterricht zu planen und durchzuführen.

� aktiv für unsere Schüler in der Schule

mitzuarbeiten,

� die Lehrerinnen und Lehrer in ihren

Bemühungen zu unterstützen,

� zur Mitarbeit insbesondere bei

außerunterrichtlichen Veranstaltungen,

� Kontaktangebote zu nutzen,

� vertrauensvoll zusammenzuarbeiten,

� gemeinsame Erziehungsverantwortung,

z. B. beim Schulbesuch, bei der Erfüllung

der Schulpflicht zu praktizieren.


EWG – der neue Fächerverbund

Um Schülerinnen und Schüler zu einer selbst-

und mitverantwortlichen Teilhabe in einer sich

ständig wandelnden Arbeits- und Wirtschaftswelt

zu befähigen, ist es neben der Schulung von

fachlichen Fähigkeiten und Fertigkeiten

notwendig, dass Fragestellungen in ganzheitlicher

Sichtweise angegangen werden.

Die Dualität von Fachlichkeit und Überfachlichkeit kann nur ein Fächerverbund

bewältigen, in dem die beteiligten Fächer mit ihren Grundeinsichten dazu

beitragen, dass über-fachliche Fragestellungen gelöst werden können.

Daher wurde mit dem Bildungsplan 2004 in baden-württembergischen

Realschulen der neue Fächerverbund EWG eingeführt. Hierbei wurden die drei

Fächer Erdkunde, Wirtschaft und Gemeinschaftskunde zusammengelegt. Im

Fächerverbund EWG geht es um den Erwerb von Kompetenzen und Einsichten

aus dem Bereich der Gesellschaftswissenschaften.

Im Fächerverbund EWG sollen grundlegende fachspezifische Kompetenzen

vermittelt und so die Eigenständigkeit und der Stellenwert der beteiligten Fächer

bewahrt werden. Gleichzeitig gilt es, eine fächerverbindende Sichtweise zu

berücksichtigen und bei geeigneten Themen zu interdisziplinärem Denken und

Arbeiten anzuregen. Zentrale Fragestellungen und Inhalte, die für uns und für die

Zukunft der Schülerinnen und Schüler bedeutsam sind, - die Herausforderungen in

Europa, der Globalisierung und der „Einen Welt“ – sind nur durch die Beteiligung

aller drei Fachbereiche und zusätzlich des Faches Geschichte zu bewältigen.

Für den Fächerverbund EWG sind 15 Wochenstunden vorgesehen. In der

Friedrich-Realschule wird EWG in den 5.-7. Klassen zweistündig unterrichtet.

In den 8., 9. und 10. Klassen nimmt EWG drei Schulstunden pro Woche ein.

Im Gegensatz zum Fächerverbund Naturwissenschaftliches Arbeiten (NWA) ist

EWG kein Kernfach. Der Fächerverbund EWG ist u. a. Leitfach für die

Themenorientierten Projekte Wirtschaften-Verwalten-Recht (TOP WVR) in

Klasse 8 und Berufsorientierung in der Realschule (TOP BORS) in Klasse 9.

Melanie Werner

32


NWA-Unterricht an der Friedrich-Realschule Weinheim

Die Einführung des Fächerverbunds Naturwissenschaftliches Arbeiten (NWA) mit

dem neuen Bildungsplan 2004 wurde von vielen Lehrern als tiefer Einschnitt in

ihre Arbeitswelt empfunden. Studiert hatten viele Lehrkräfte nur eine der

naturwissenschaftlichen Disziplinen Physik, Biologie oder Chemie. Jetzt im

Unterricht, jede der Naturwissenschaften abzubilden, fiel anfangs noch schwer.

Im Verlauf der Zeit machten viele Lehrkräfte die Erfahrung, dass das Einarbeiten

in die neuen Fachgebiete und das Hinausschauen über den eigenen Tellerrand

auch die Chance birgt, die Naturwissenschaften ganzheitlich betrachten und dies

auch an die Schüler/innen weitergeben zu können. Dadurch drängten sich eher die

Möglichkeiten des neuen Fächerverbundes NWA in den Vordergrund. Den

Naturwissenschaften wurde ein viel höherer Stellenwert zugeschrieben, als das

bisher der Fall war. So können Schüler jetzt schon in der 5. Klasse Erfahrungen in

den Bereichen Chemie, Biologie und Physik machen.

Der NWA- Unterricht als solcher ist nicht auf den bloßen Wissenserwerb durch

„Pauken“ ausgelegt, vielmehr soll er die Schüler/innen dazu anregen, selbst

Fragen an die Natur zu stellen und ihnen die Möglichkeit geben, diese Fragen

auch mithilfe von Experimenten und Recherchen zu beantworten. Diese Experimente

sind auch die Triebfeder des NWA-Unterrichts.

Die Schüler/innen bekommen die

Möglichkeit, sich durch selbstständige

Tätigkeit Wissen anzueignen

und durch eigenes Handeln

dieses Wissen zu überprüfen.Dabei

steht immer die Primärerfahrung

im Vordergrund. Die neue Rolle

des Lehrers als Lernbegleiter und

nicht mehr als bloßer Wissensvermittler

kommt im Fächerverbund

NWA voll zum Tragen.

34


An der Friedrich-Realschule sind die Voraussetzungen für eine Umsetzung des

vom Bildungsplan geforderten Kompetenzerwerbs in den letzten Jahren

geschaffen worden. Die NWA-Räume sind nicht mehr starr nach vorne an die

Tafel ausgerichtet. Arbeitsplätze können flexibel gestaltet werden, um Gruppen

und Partnerarbeiten für die Schüler/innen zu erleichtern. Für Recherchen stehen

genug Laptops mit Internetverbindung zur Verfügung. Die Sammlungen für

Biologie, Physik und Chemie wurden in den letzen Jahren erweitert, um den

Schüler/innen die Möglichkeit zu geben, Präsentationen mit den von ihnen

gewählten Experimenten zu untermauern.

Wie muss man sich nun den NWA–Unterricht an der Friedrich-Realschule im

Vergleich zu früher vorstellen?

Viele werden sich noch an ihre eigene Schulzeit erinnern, in welcher der Lehrer

das Klassenzimmer betrat, einen Monolog von 45 Minuten hielt und die

Schüler/innen mit rauchenden Köpfen und hängenden Augenlidern beim Klingeln

der Schulglocke verließ.

Heute steht am Anfang des Unterrichts ein Problem oder Phänomen, welches die

Schüler gemeinsam mit dem Lehrer versuchen zu lösen oder zu erklären. Hierzu

wird immer wieder auf angeeignetes Wissen zurückgegriffen und dieses auf den

neuen Sachverhalt übertragen. Der Lehrer fungiert als Begleiter und ist eher dazu

da, Material bereitzustellen, als den Schülern/innen Wissen frontal zu vermitteln.

Diese neue Form des Unterrichts hilft Schüler/innen und Lehrern gleichermaßen.

Für die Schüler/innen steht eigenes Handeln im Mittelpunkt, der Lehrer muss im

Vorfeld des Unterrichts die Materialien und Lerngegenstände bereitstellen, kann

sich dann aber aus dem Unterricht zurücknehmen und muss nur selten eingreifen

und lenken.

Da Wissen eine immer kürzere Halbwertszeit besitzt, ist der NWA-Unterricht von

heute mehr den je auf die Zukunft ausgerichtet. Die Schüler/innen werden dazu

angeleitet, sich selbständig nötiges Wissen anzueignen. In einer Welt, in der man

heute nicht sagen kann, was man in 20 Jahren wissen muss, ist dies eine der

wichtigsten Schlüsselqualifikationen. Nikolai Wilka


Sportunterricht an der Friedrich - Realschule

Sportunterricht leistet einen wesentlichen Beitrag zur

Erhaltung der Gesundheit und Leistungsfähigkeit bei

Jugendlichen. Er bietet auch einen notwendigen Ausgleich zu

kognitiven Fächern und anderen, die in Fachräumen erteilt

werden.

In den Klassen 5 und 6 wird Sport und Schwimmen koedukativ (Jungen und

Mädchen gemeinsam) und epochal unterrichtet, wobei ein Wechsel jeweils nach

den Ferienabschnitten erfolgt.

In den Klassen 9 und 10 werden Neigungsgruppen gemäß des Bildungsplans

angeboten, die dann von den Schülern und Schülerinnen im Wechsel

halbjährlich neu gewählt werden. Neben den traditionellen

Sportarten wie Basketball, Volleyball, Fußball, Schwimmen,

Leichtathletik gibt es auch Disziplinen wie Fitness und Badminton,

Rettungsschwimmen und Parcours zum Erlernen von Bewegungsfertigkeiten

bilden einen attraktiven Zusatz.

In den Klassen 5 bis 7 bietet Herr Richter, unser Hausmeister an der FRS, eine

Handball-AG für Mädchen an. Frau Conrad leitet eine Tanz-AG für Schüler und

Schülerinnen, welche sich großen Zuspruchs erfreut.

Regelmäßig nehmen unsere Schüler an Fußballturnieren teil, wobei sie von Herrn

Keller trainiert und gecoacht werden. Die Schüler erkämpften sich vordere Plätze

bei den Karrillon-Stadtschulmeisterschaften in den Jahren 2008-2010 für 9.

Klassen und bei den Realschulfußballturnieren in Schriesheim 2008-2010 für die

10. Klassen.

Die FRS startete für „Jugend trainiert für Olympia“ in unterschiedlichsten

Disziplinen. Neben Fußball wetteiferten die Schülerinnen bei Handballturnieren

um die vorderen Platzierungen, ebenso repräsentierten Schüler und Schülerinnen

die FRS bei Faustball, Badminton und Volleyball.

Urkunden hierzu hängen im Schaukasten neben dem Rektorat aus.

Anneliese Weidmann

36


Sporttag einmal anders!

„Nicht mehr langes Zuschauen auf der Tribüne des Stadions, sondern aktive und

andauernde Teilnahme am sportlichen Treiben und das in möglichst kleinen

Gruppen bei attraktiven Sportangeboten“ – dies war die Vision eines neuen

Sporttages, welche die Elternbeiratsvorsitzenden Frau Noeske und Frau

Sonnentag sowie Sportlehrerin Frau Conrad der Gesamtlehrerkonferenz bereits im

Herbst 2009 präsentierten.

Dank der Kooperationsbereitschaft

vieler Vereine in und um Weinheim,

ihrer Einwilligung Sporthallen und

Plätze für den Trainingsbetrieb zur

Verfügung zu stellen sowie nicht zuletzt

dank der Hilfsbereitschaft vieler

freiwilliger Trainer, ist es tatsächlich

gelungen, den Schülern der Friedrich

Realschule über 90 Sportangebote zu

präsentieren. Per Mausklick konnten die

Schüler dann im Frühjahr 2010 aus sage

und schreibe „26 geschnürten Sportpaketen“

mit jeweils drei verschiedenen

Sportangeboten ihr persönliches

Sporttagerlebnis wählen. Nach Aussage

von Schulleiter Klaus Fanz habe die

große Vielfalt für jeden Schüler etwas

Interessantes geboten, auch sei die

Paketstruktur Garant für Abwechslung

gewesen, wodurch dieser etwas andere

Sporttag viele Kindern dem Sport näher

gebracht habe. Der Renner waren

beispielsweise Pakete mit „Tanzen –

Tischtennis – Voltigieren“ oder „Fußball

– Streetball – Schnorcheln“. Zirkeltraining

zum Kraftaufbau, Jonglage,

Aerobic, Karate, Hip Hop Dance,

Walking mit und ohne Nordic-Walking-


Stöcken, Ringen und Raufen, Selbstbehauptung für Mädchen, Yoga und sogar

Yoga Dance waren ebenfalls begehrte Aktivitäten. Wer Sport gern mit Spiel

und wettkämpferischem Einsatz verband, für den gab es eine Auswahl aus

verschiedenen Mannschafts- und Individualsportarten wie Beachvolleyball,

Tennis, Badminton, Faustball, Indiaca oder Fußball für Mädchen und für

Jungen. Haufenweise lachende Gesichter und zufriedene Trainer und Betreuer

an diesem Tag sowie viele gute Rückmeldungen im Nachhinein veranlassten

Schulleiter Klaus Fanz diese etwas andere Art des Sporttags im kommenden

Schuljahr zu wiederholen.

Corinna Conrad

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Förderung der Rechtschreibkompetenz durch LRS-Kurse an der

Friedrich - Realschule

Seit dem Schuljahr 2002/2003 können an der FRS Schülerinnen und Schüler der

Klassen 5 und 6 mit Lese-Rechtschreibschwäche (LRS) in Kleingruppen zu

maximal je acht Teilnehmern intensiv begleitet werden.

Ausgewählt werden unsere neuen Kursteilnehmer in den Klassen 5 durch einen

normierten diagnostischen Rechtschreibtest, um die spezifischen Fehlerschwerpunkte,

die als Grundlage für eine gezielte Förderung dienen, zu ermitteln.

Mit Hilfe der Rechtschreibstrategien,

die inzwischen auch

Eingang in die Didaktik des

tagtäglichen Deutschunterrichts

gefunden haben, werden die

Schülerinnen und Schüler in die

Lage versetzt, ihre individuellen

Fehlerschwerpunkte zu erforschen

und Methoden zu entwickeln, an

diesen Fehlerschwerpunkten stetig

zu arbeiten und ihre Rechtschreibsicherheit

langfristig zu

stärken.

Neben dem abwechslungsreichen Einüben der Rechtschreibstrategien, z. B. dem

rhythmischen Silbensegmentierung nach Carola Reuter-Liehr, stehen aber auch

Konzentrationsübungen und Aktivitäten zur Schulung der Feinmotorik auf dem

Programm.

Durch eine großzügige Spende von Herrn P. Krämer, Geschäftsführer der Stadtwerke

Weinheim, im Jahre 2009 ist es uns auch in Zukunft möglich, im Hinblick

auf unser Unterrichtsmaterial und entsprechende Fachliteratur immer auf dem

neuesten Stand zu bleiben.

Ursula Walter


Erster Entlassjahrgang der FriedrichRealschule 1970/1971

Klasse 10/1

Klassenlehrer

Gerhard Nölte

Döringer, Hans

Lochböhler, Uwe

Löwe, Thomas

März, Alfred

Müller, Werner

Pressler, Ernst

Schumacher, Dieter

Seberkste, Bernd

Stalf, Manfred

Stamm, Heinz

Steinhöfel, Bernd

Ullrich, Herbert

Wolff, Thomas

Bechtold, Ursula

Bernhard, Gabriele

Böhler, Ursula

Franke, Daniele

Gebhardt, Gerlinde

Gorsky, Gisela

Hock, Hanne

Hördt, Roswitha

Huber, Brita

Linnebach, Gisela

Metz, Birgitt

Möller, Christiane

Peppel, Gabi

Roller, Gabriele

Schreckenberger,Petra

Völker, Charlanne

Weber, Helga

Wetzel, Karola

Klasse 10/2

Klassenlehrer:

Ferdinand Müller

Baumann, Heinz

Bertolini, Sylvano

Brhel, Peter

Bürgy, Hermann

Dressler, Jan-Peter

Drücker, Jürgen

Hahn, Jürgen

Hahn, Hermann

Heinrich, Klaus-Peter

Herzog, Siegfried

Holzmann, Rainer

Hüller, Manfred

Lassmann, Ulrich

Löwer, Jürgen

Mangold, Helmut

Meierhöfer, Michael

Mugele, Wilhelm

Pflasterer, Heinrich

Plail, Siegfried

Richter, Manfred

Rittersbacher, Gerhard

Sauer, Günter

Schadl, Rudolf

Schmitt, Uwe

Schneider, Bernhard

Sommer, Karl-Eberhard

Tschirpke, Hans-Dieter

Wanger, Willi

Winterscheid, Wolfgang

Klasse 10/3

Klassenlehrer:

Günther Weinknecht

Bitzel, Gudrun

Bonfert, Angela

Böbler, Hildegund

Ebert, Hannelore

Erber, Regina

Fath, Charlotte

Fränzel, Armgard

Giegrich, Ruth

Gloss, Karin

Höflein, Helga

Jahn, Angelika

Jeck, Marliese

Kipphahn, Carola

Krüger, Astrid

Michael, Gabi

Mursch, Sabine

Ost, Ursula

Post, Inge

Puhm, Eva

Reiboldt, Marianne

Rensland, Jutta

Rick, Gisela

Sachs, Beate

Sauer, Traudel

Schlimpert, Elke

Schnurr, Beate

Schulz, Ingrid

Siklosy, Agnes

Spitz, Marliese

Stadtmüller, Clara

Wolter, Margrit


Das Kollegium im Schuljahr 1970/71

Pestalozzischule Friedrichschule

Becker, Karl

Greschner, Gerda

Guschlbauer, Dietmar

Jelinek, Günter

Kleine, Christine

Kolb, Werner

Leifheit, Johanna

Max, Heidrun

Müller, Gisela

Pollak, Hermann

Richter, Hans

Rothaupt, Else

Royeck, Heli

Schuhmacher, Elise

Tauchert, Walter

Pfarrer Berggötz

Schwester Clarisa

Fräulein Foshag

Bär, Walter

Bruns, Renate

Emmer, Horst

Hoffmüller, Maria

Küster, Erdmute

Müller, Ferdinand

Neureuther, Karlheinz

Nölte, Gerhard

Ost, Adolf

Pfrang, Eva

Richter, Helmut

Rudolf, Herbert

Stanko, Maria

Sziegant, Arno

Vogel, Inge

Wagner, Max

Wagner, Reinhold

Weinknecht, Gerda

Weinknecht, Günther

Dekan Blail Pfarrer

Bechtold Katechetin

Weidemann

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Das Kollegium im Schuljahr 1994/1995

v. 1. n. r.:

hintere Reihe: Anton Fried, Hermann Pollak, Werner Kolb,

Günther Jelinek, Karl-Heinz Bauer, Jürgen Stemmler;

Mitte: Peter Stahl, Monika Preiß, Inge Vogel, Walter Bär,

Edith Ley, Carola Freiburg, Jörg Arnold, Werner Zimmer, Gundi

Brodmann, Marlies Stanko;

vorne: Ursula Nürnberg, Sylvia Markgraf,

Barbara Strittmatter, Marlies Schuhmacher, Angelika Härtner,

Gisela Diez, Nikolaus Schmerbeck;

es fehlt: Magda Müller


Leerseite


Vielfältige Aufgaben für das Hausmeisterehepaar Richter

Das Hausmeisterehepaar Angelika und Peter Richter ist seit 2001 an der

Friedrichschule tätig.

Der Zuständigkeitsbereich des Hausmeisters ist äußerst anspruchsvoll. Die

Überprüfung von Heizungs- und Elektroanlage, Reparaturarbeiten aller Art,

Reinigung des Außengeländes, Ausgabe von Material und Müllbeseitigung sind

nur ein Teil seiner Aufgaben.

Er betreut darüber hinaus das

Reinigungspersonal und versorgt mit

seinem Getränkeverkauf die Schüler

in den Pausen. Bei der Vorbereitung

und Durchführung von Festlichkeiten

und besonderer Ereignisse ist er

stets dabei und für das Gelingen

unentbehrlich.

Bei all diesen Aufgaben wird Herr

Richter tatkräftig unterstützt von

seiner Frau Angelika.


Leerseite


Bilder aus den Sechziger Jahren und der Abschlussprüfung 1970

von Frau Karin Fabian


Monika Springer

Mein Name ist Monika Springer, geb. Karich geboren am 1.9.1957. Ich ging in

Schwetzingen und Oftersheim in die Grundschule, von wo ich dann auf die

Realschule in Schwetzingen wechselte. Meine Eltern und meine Familie zogen

1968 von Oftersheim nach Hohensachsen, der damals noch selbstständigen

Gemeinde, und ich wechselte damit in die 5. Klasse der Realschule an der

Pestalozzischule in Weinheim. Dort kam ich in eine reine Mädchenklasse, fand

hier aber sehr schnell Freundinnen, die ebenfalls in Hohensachsen wohnten. Mit

dem Wechsel von der 7. zur 8. Klasse kam die große Veränderung. Unsere Klasse

und Schule wechselte räumlich an die Friedrich-Realschule, für uns aus

Hohensachsen war das damals ein sehr weiter neuer Weg, die Busverbindungen

waren noch sehr lückenhaft. Außerdem wurden wir mit der Parallelklasse, einer

Jungsklasse gemischt, was in diesem Alter für uns sehr aufregend war. Damit wir

aber mit alten und neuen Klassenkameraden gemeinsam weitere positive

Schulerlebnisse verbinden konnten, fuhren beide Klassen gemeinsam ins

Landschulheim in den Bayrischen Wald nach Bayrisch Eisenstein. Im Anschluss

an meine Mittlere Reife begann ich eine Ausbildung bei der Fa. Carl Freudenberg

zur Industriekauffrau, mit der ich 1975 fertig war. Danach arbeitete ich zunächst

im Versand. Schon 1976 wechselte ich in die Abt. Betriebswirtschaft -

Kostenrechnung, eine Arbeit, die mir sehr viel Spaß bereitete. Bis zur Geburt

meiner Tochter konnte ich hier sehr viel Interessantes und Wissenswertes in

meiner Tätigkeit als Sachbearbeiterin kennenlernen. Nachdem meine Kinder beide

in Schule und Kindergarten gingen, konnte ich meine Kenntnisse in einem

Buchhaltungsservice einbringen. Durch die Arbeit im Elternbeirat von

Kindergarten, Schule und Sportverein kam ich auch mit politischen Gremien in

Kontakt, die mir sehr interessante Einblicke vermittelten. Vermehrt engagierte ich

mich politisch für meinen Ortsteil Hohensachsen. Seit 2002 bin ich Mitglied im

Ortschaftsrat Hohensachsen und wurde nach der Kommunalwahl 2004 zur

Ortsvorsteherin gewählt, 2009 erfolgte die Wiederwahl.

54


Ehemalige erinnern sich – Herr Pohl

Herr Pohl besuchte die Friedrich- Realschule von 1970 bis 1973. Heute arbeitet er

als Elektriker bei den Weinheimer Stadtwerken.

Wie viele Schüler waren früher in der Klasse? - Immer etwa 25-26 Kinder in einer

Klasse und der Parallelklasse.

Wie war die Sitzordnung? - Wir saßen immer zu zweit an einem Tisch.

Welche Strafen gab es? - Es gab Strafarbeiten, Nachsitzen und man musste vor

die Tür gehen.

Welche Fächer gab es? - Es gab Religion, Deutsch, Geschichte mit Gemeinschaftskunde,

Erdkunde, Englisch, Mathe, Physik, Biologie, Chemie, Physik,

Musik und bildhaftes Gestalten.

Glauben Sie, dass es diese Fächer heute noch gibt? – Ja, mit kleinen

Veränderungen.

Wie lange war die Pause? – Es gab eine große Pause, ca. 15 Minuten, und eine

kleine Pause, ca. 10 Minuten.

Wie lange waren die Stunden? - Eine Schulstunde dauerte 50 Minuten.

Wie viele Stunden hatten Sie täglich? - Der Unterricht dauerte etwa sechs

Stunden.

Gab es auch Projekte wie WVR? - Nein, so etwas gab es nicht.

Gab es überhaupt Projekte? - Es gab keine Projekte, aber einzelne Referate pro

Schüler.

Wie wurden Sie angesprochen? - Wir wurden mit unseren Vornamen

angesprochen.

Wie musstet ihr die Lehrer ansprechen? - Wir mussten die Lehrer mit dem

Nachnamen ansprechen, so wie heute.

Wie lange ging die Schule? - Die Schule dauerte täglich von 8-13 Uhr.

Gab es auch Nachmittagsunterricht? - Nachmittags konnte man an

Arbeitsgemeinschaften teilnehmen.

Gab es viele Hausaufgaben? - Schon genug, aber nicht so viele wie heute.

In welchen Fächern? - Es gab immer in allen Fächern Hausaufgaben.

Waren Jungen und Mädchen getrennt? - Nein, nur während des Sportunterrichtes.

Vielen Dank für das Interview.

Lisa Kosch 9c


Ehemalige erinnern sich – Helmer Rick

Im Jahr 1976, kam ich vom Weinheimer Gymnasium (heute Werner Heisenberg

Gymnasium), in die Friedrich Realschule Weinheim.

Zu dieser Zeit war das Schulgebäude, an der

Bergstraße zu klein. Es waren, zum Teil bis zu 36

Kinder in den Klassen. Deshalb wurden die 6.

Klassen in der Friedrichstrasse, im Gebäude der

heutigen Musikschule untergebracht. Unsere

damalige Klassenlehrerin war Frau Ursula

Hermeling und die Klasse nannte sich 6/3. Frau

Hermeling hatten wir bis zur 7. Klasse als

Klassenlehrerin. Danach zogen wir in das

Hauptgebäude, in die Friedrichschule um. Unser

Klassenlehrer wurde Herr Hermann Pollak. Ihn

behielten wir, bis zu unserer Entlassung im Jahr

1981.

Highlights waren sicher unsere beiden Landschulheimaufenthalte. 1979 am

Bodensee und 1981 in Hamburg. Von beiden gibt es noch alte Super 8 Filme, die

sogar zum 25 jährigen Klassentreffen digitalisiert und als DVD an die ehemaligen

Schüler verteilt wurden. Die Klasse verstand sich über die Schuljahre

hervorragend. Sicher auch ein Verdienst der beiden Klassenlehrer. Bei fast allen

Klassentreffen waren Frau Hermeling und Herr Pollak mit dabei – und wir

machen diese alle 5 Jahre. Dieses Jahr im Oktober, übrigens mal wieder, 30 Jahre

nach dem Realschulabschluss!

In der 9. Klasse, wurde ich von der Klassensprecherversammlung

zum Schulsprecher gewählt.

Aufgabe war es zwischen Schülern und Lehrern zu

vermitteln, falls es Probleme gab und natürlich:

Partys zu veranstalten. Wir bauten also, zusammen

mit dem damaligen Hausmeister Herrn Reichert,

eine (für heutige Verhältnisse) bescheidene

Lichtanlage in die Turnhalle, stellten große, nicht

besonders gut klingende Lautsprecher auf und ab

F.W. (Helmer) Rick

Elektromechaniker und

Dipl.Toningenieur (SAE),

Entlassjahrgang 1981,

Tonstudio- und

Labelinhaber,

Geschäftsführer einer

Verwaltungs - GmbH

56


ging die Post. Unsere SMV Partys waren natürlich der ideale Anlass, Kontakte

auch zu Schülern und Schülerinnen der anderen Klassen zu knüpfen. Was bei den

Stehblues Liedern

(damals von Santana, Pink Floyd oder auch Gary Moor) ausgiebig genutzt wurde

- während die Schüler der unteren Klassen in der Halle Versteck spielten...!

Nach der mittleren Reife besuchte ich weiterführende Schulen, machte eine

Berufsausbildung zum Elektromechaniker und studiert schließlich, meinen schon

früh gehegten Berufswunsch, Toningenieur – da ist wohl von der Realschule

doch was hängen geblieben, nicht nur von den Tonanlagen der SMV Partys…. .

Helmer Rick


Mehrgenerationen an der FriedrichRealschule

Herr Edgar Dreissigacker - Alexa, seine Tochter in der 6a.

Namen der Lehrer an die ich mich erinnern kann:

Klassenlehrer 5 Klasse: Herr Bär

Klassenlehrer 6 – 10 Klasse: Herr Jelinek

Schuldirektor: Herr Reinhold Wagner (Musik) / Herr Richter (Kunst), Herr Max

Wagner (Englisch), Herr Tschigand (Mathematik)

Bei der Einschulung 1970 waren wir 36 Schüler in der 5A - 24 Mädchen und 12

Jungen.

In der 6. Klasse übernahm Herr Jelinek die Aufgabe als Klassenlehrer, soweit ich

weiß, waren wir seine erste Klasse als Lehrer. Aufgrund seiner freundlichen,

ruhigen und offene Art wurde er auch bald Vertrauenslehrer. Für mich war er als

Lehrer sicher ein Glücksfall, da er besonders auf die ruhigeren, oder

zurückhaltenden Schüler, immer wieder mit Ermutigung und freundlicher

Förderung, einging.

Allgemein hielten, Anfang der 70er Jahre, ein paar Ideen aus der 68er Bewegung,

zaghaft Einzug in Lehrpraxis und Lehrplan. Einige formale Dinge wurden

abgeschafft (z.B. das „Strammstehen“ der Schüler, wenn der Lehrer den

Klassenraum betritt.). In Deutsch wurde weitestgehend auf das Auswendiglernen

von Gedichten verzichtet, ebenso wurden im Geschichtsunterricht nur noch sehr

wenige, wichtige Jahreszahlen gelernt.

Ein hohes Ideal war die Klassengemeinschaft, die recht gut funktionierte. Es war

selbst-verständlich dass man aushalf, wenn der Klassenkamerad es zeitlich nicht

einrichten konnte, seine Hausaufgaben fertig zu stellen. Ebenso ließ man ihn am

eigenen Lernerfolg, während der Klassenarbeit, teilhaben. Ein sehr reger

Austausch von fertigen Hausarbeiten fand im Aufenthaltsbereich des Flures im

EG statt. Hier waren dankenswerter Weise Bänke und Tische aufgestellt. Aber

diese Gemeinschaft verhütete sicher auch allzu drastische Gewaltausbrüche.

Sicher ging es auch hier nicht ohne Raufereien zwischen den Jungs ab, aber wenn

der Unterlegene seine Kapitulation verkündete, mussten alle Kampfhandlungen

58


eingestellt werden. Auch darüber wachten die Klassenkammeraden. Kritisch

konnte es nur werden, wenn es um Konflikte mit der Parallelklasse ging.

Mit Erlaubnis der Eltern durfte, ab einem bestimmten Mindestalter, geraucht

werden. Hierfür war eine Raucherecke, im unteren Schulhof, am Durchgang

zwischen Schulgebäude und Turnhalle eingerichtet. Gleichzeitig liefen auch die

ersten Anti-Raucher Kampagnen. Berüchtigt war der Informationsfilm mit einer

echten Beinamputation am Ende.

Erwähnenswert ist auch das spurlose Verschwinden des Klassenbuches in der 7.

oder 8. Klasse. Ein bemerkenswerter Eintrag, der hiermit auch für immer

verschollen bleibt, war: „Schüler … sagt zum Lehrer: Leck mich am A….“. Auch

nach der Schulzeit, im Rahmen von Klassentreffen, kam es hierzu immer wieder

zu Nachforschungen und Befragungen, doch ohne Erfolg. So bleibt dies wohl

eines der großen und ungelösten Rätsel unserer Zeit.

Schullandheim Aufenthalt 1974 - DJH Jägersbrunn

34 Schüler im Alter von 14-16 Jahren und Herr Jelinek, mit Ehefrau als Aufsichts-

Personen. Die Jugendherberge „Jägersbrunn“ lag in einem Naturschutzgebiet,

nahe dem Starnberger Sees. Es gab einen Jungen- und zwei Mädchenschlafräume

(jeweils 12 Stock-Betten). In Erinnerung blieben, bei der Verpflegung, die mit

Hundehaaren angereicherten Salate und die nach homäopatischen Prinzipien

zubereiteten Jugendherbergstees (Hagebutte und Pfefferminze). Mit großer

„Begeisterung“ wurden auch die lehrreichen, naturkundlichen Wanderungen, zu

sehr früher Morgenstunde, aufgenommen. Anders sah es schon aus, als das Ziel

das Kloster Andechs war. Nach langer Diskussion wurde allen Schülern ein Glas

Bier zugestanden. Allerdings wurde diese Quote, in der Freizeit, in der

nahegelegenen Seeschänke, öfter mal überschritten. Zum Abschluss fand noch ein

Tanzabend statt, bei dem dann fast nur Mädchen mit Mädchen tanzten.


Natürlich stand im Frühling 1975 alles im Zeichen der Prüfungen. Eine spannende

und nervenaufreibende Zeit. Nach dem Aushändigen der Ergebnisse wurden viele

Hefte rituell, auf dem Schulhof, verbrannt. Auch wenn wir alle immer wieder

beteuerten, wie froh wir waren, die „Penne“ endlich verlassen zu dürfen, fiel mir

der Abschied dann doch verdammt schwer. Es war sicherlich mein erster großer

Abschied in meinem damals 16 jährigen Leben.

Nach der Schule: Ausbildung zum, Industriekaufmann bei der Firma Nadler in

Mannheim und danach 15 Monate Wehrdienst. 1986 erfolgte mein Umstieg ins

Fach IT und in die EDV Abteilung. Seit 1996 bin ich bei der Firma Leica, in

Nußloch als IT - Fachkraft tätig. Verheiratet bin ich seit 1996. 1. Tochter Anna,

geboren 1996, 2. Tochter Alexa 1999, welche nun auch die FRS besucht. Damit

schließt sich der Kreis.

60


Ich heiße Marion Streib (geb. Gustke) und besuchte die Friedrich-Realschule

von 1980 bis 1986. Der damalige Rektor war Herr Wagner. Von der 5. bis zur 8.

Klasse hatte ich als Klassenlehrer Herrn Bär. Frau Ley, die ja heute noch an dieser

Schule ist, war meine Klassenlehrerin in der 9. bis zur 10. Klasse. Als

Wahlpflichtfach wählte ich Hauswirtschaft. Ich bin gerne in die FRS gegangen,

die hatte für mich so einen familiären Touch. Viele meiner damaligen

Freundinnen hatten sich für die „Multschule“ (jetzt Bonhoeffer) entschieden und

wollten, dass ich auch dorthin gehen sollte. Ich habe mich aber dagegen

entschieden und finde noch heute, dass dies die richtige Entscheidung war. Sogar

meine zwei Kinder, Florian und Sabrina, haben sich für diese Schule entschieden

und besuchen zur Zeit die 10.bzw. die 6. Klasse.

Unser fünftägiger Schullandheimaufenthalt führte uns in die Schwäbische Alb.

Die Abschlussfahrt in der 10. Klasse durften wir in Berlin verbringen, das war

cool. Zwischendurch unternahmen wir natürlich auch kleinere Ausflüge wie z. B.

einen Tag nach Straßburg, einen Tag im Turnerbad etc. Nach der Schule startete

ich meine Ausbildung zur Kauffrau im Einzelhandel. Seit 1993 bin ich aber für

die Firma trans-o-flex Schnell-Lieferdienst als Sachbearbeiterin im Kundenservice

tätig.

Fazit: Ich würde jederzeit wieder auf die Friedrich-Realschule gehen, aber da man

erst im Alter reifer und klüger wird, würde ich mich mehr auf meine schulischen

Leistungen konzentrieren, glaubt mir, da geht vieles einfacher.

Die Klasse 5/1

im Jahre

1980


Die FriedrichRealschule war mein Zuhause ….

Wenn man mir als Schülerin der Friedrich-

Realschule in der Zeit von 1975- 1980 gesagt

Jubiläumsausgabe meiner Schule komme, und das

als Ordensschwester, hätte ich damals alle sicher für

verrückt gehalten. Erstens war mein unbeschwerts

Leben als Realschülerin durch meinen Ergeiz als

Leichtathletin im Mehrkampf bei der TSG voll

erfüllt. Zweitens kannte ich damals Gott noch nicht

und hatte auch keinen Religionsunterricht. Mein

Bruder und ich gehörten zu den wenigen, die in den

Freistunden die Hausaufgaben machen konnten,

damals gab es noch kein Ethikunterricht. Mit Freude

und einer gewisse Beschwingtheit, denke ich an die

Jahre, wo ich meist mit meinen Rollschuhen oder

meinem Fahrrad ans andere Ende von Weinheim

fahren musste um die Friederich -Realschule zu erreichen. Ich habe mich in

dieser Schule so sehr wohlgefühlt, sie war ein Stück zu Hause für mich. Nie habe

ich von Lehrern oder Mitschülern Abneigung spüren müssen, weil ich aus

Kroatien stammte, also Ausländerin war, vielleicht weil ich die deutsche Sprache

sehr schnell im Kindergarten gelernt hatte. Immer wurde ich mit Respekt

behandelt und an meinem sportlichen Erfolg nahm unser damaliger Rektor Herr

Wagner, (schon damals eine Legende an Fairness, aber auch an Strenge) und

die andern Lehrkräfte immer großen Anteil. Frau Schumacher war meine

Lieblingslehrerin und natürlich meine Sportlehrerin Frau Stanko. Mein Vater

Rasim Zukic wurde als Fußballspieler entdeckt und nach Weinheim in das Team

geholt und so zogen meine Mutter, mein Bruder Rale (mit dem ich übrigens

immer in einer Klasse war in der Realschule) mit sechs Jahren nach Deutschland

in das friedliche und tolerante Weinheim. Nach meinem Abschluss ging ich auf

das Wirtschaftsgymnasium, konnte aber ein Jahr später auf ein Sportinternat in

Hessen wechseln. Der Sport war alles für mich und ich wollte auch später mal

Sport studieren.

62


Die Bibel stellte mein Leben auf dem Kopf

Dann kam eine Nacht, die mein Leben verändern sollte. Meine Mitbewohnerin

hatte eine Bibel in mein Zimmer gelegt und ich hatte noch vorher in die Bibel

geschaut. In der Nacht wachste ich auf, konnte nicht mehr schlafen und griff zu

diesem fremdem Buch. Ich schlug die Bergpredigt auf und damit wurden mir die

Augen geöffnet. Damit begann mein Abenteuer mit Jesus Christus. Ich lies mich

taufen, gab mein Sport auf und ging ins Kloster. Dort studierte ich später

Religionspädagogik und wurde Streeworkerin in Hanau bei Frankfurt. Ich merkte

schnell, dass man mit frommen Sprüchen den Kids dort nicht helfen konnte und

so fing ich an mit ihnen das zu tun, was ich immer schon konnte: Fußball spielen,

Basketball spielen und „Skateboard fahren“.

Vom Fernsehen entdeckt

Das machte Schlagzeilen, als ich von einer Talkshow entdeckt wurde. Von da an

wurde ich als die „Skateboardfahrende Nonne“ von den Medien tituliert. Das Bild

davon ist nicht nur in Deutschland, sondern in vielen Ländern in den Zeitungen

veröffentlicht worden. Das Image bekomme ich zwar nicht mehr los, denn ich

kann das „blöde Brett“ nicht mehr sehen, aber Gott hat viele Türen für mich damit

geöffnet, dass ich vielen von diesem tollen Gott erzählen kann. Ich kann die

Sendungen gar nicht zählen, wo ich überall schon zu Gast war. Bei „Arabella“,

Beim ZDF Fernsehgarten, bei „Beckmann“ oder auch in der Quizshow von Jörg

Pilawa, wo ich mit meinen Pfarrer 100 000 Euro gewonnen habe. Ich habe viel

gelernt auf meiner Realschule!

Musicals, Bücher und Vorträge

Seit 17 Jahren habe ich inzwischen meine eigene Gemeinschaft, die „Kleine

Kommunität der Geschwister Jesu“ in Pegnitz in Franken gründen dürfen. Wir

leben im Pfarrhaus und versuchen lebendige Kirche zu sein. Was ich hier tue? Ich

gebe Religionsunterricht in der Grund- und Hauptschule. Wir haben einen

Kindergottesdienst eingeführt und seit 10 Jahren feiern wir mit 200 begeisternden

Kindern regelmäßig Gottesdienst. Kindern und Jugendlichen gehört meine große

Leidenschaft aber auch der Musik. Neun Rockmusicals habe ich inzwischen

komponiert und aufgeführt. Die FAZ hat mich mal die „Deutsche Antwort auf

Sister Act“ genannt, denn manchmal rappe ich auch in diesem Musicals.


Ich freue mich am 2. Juli 2011 mein Musical Paulus mit 100 Mitwirkenden in

Weinheim aufzuführen.

Meine Lebensgeschichte ist inzwischen auch als Buch erschienen und viele

andere Bücher habe ich schreiben dürfen.

Seit vielen Jahren werde ich auch in der ganzen Bundesrepublik eingeladen zu

Vorträgen in Schulen, christlichen Gemeinden, bei Managern, Firmen und

Wirtschaftstagen. Letztes Jahr habe 94 Vorträge gehalten und bin 40 000 km

mit meinem Auto gefahren.

Teresa Zukic

64


Kai Gropp,

Staatl. Geprüfter

Elektrotechniker,

Serviceleitung

Entlassjahrgang 1986

mit seiner Tochter Caya

Klasse 6a

Kai Gropp und Tochter Caya

Die Zeit verging wie im Flug, wer kennt nicht diese

Floskel. Ein Rückblick, der durch ein lachendes aber

auch ein weinendes Auge betrachtet wird. An meine

Schulzeit habe ich viele Erinnerungen behalten,

wahrscheinlich weil vieles mehr als positiv war.

Eine reine Bilanz, der jetzt fast 25 Jahre nach

Abschluss erlebten Schulzeit, ist fast unmöglich.

Schon damals habe ich unsere Lehrer mit großem

Engagement erlebt, nicht nur beim Durchziehen des

Lehrstoffplans,sondern auch bei den Arbeitsgemeinschaften.

Warum gerade diese Schule? Letztendlich war es kein Zufall, dass ich

mich damals für die Friedrich-Realschule entschieden habe. Der Umgang

miteinander, egal ob Schüler oder Lehrer, war immer sehr gut. Von der Größe

der Schule war es überschaubar, was auch einen Hauch von familiärem Flair

hatte. Die Vermittlung der Lerninhalte, können bei Betrachtung meines

Lebenslaufes nicht ganz falsch gewesen sein!

Nach erfolgreichem Abschluss, trat ich eine Lehre als Elektromechaniker an.

Später folgte der staatl. geprüfte Elektrotechniker. Heute habe ich die

Serviceleitung eines renommierten Aufzugherstellers.

Auch meine Tochter darf hier seit 2009 die Schulbank drücken. Das positive

Feedback hat mir Recht gegeben, die Entscheidung meine Tochter in die

Friedrich-Realschule einzuschulen war richtig. Der gute Weg, der hier früher

vorgegeben wurde, besteht selbst nach 25 Jahren noch.

Daher gratuliere ich ganz herzlich zum 40 jährigen Jubiläum.


Großherzog Friedrich – der Versuch eines Portraits

studierte

In die Wiege gelegt war es ihm nicht, dass er,

Friedrich, der Zweitgeborene, als Großherzog

Friedrich I . 55 Jahre lang an der Spitze des

Landes Baden stehen sollte. Im September 1826

geboren, erhielt er zusammen mit seinem um

drei Jahre älteren Bruder Ludwig, dem Thronfolger,

zunächst die gleiche Erziehung und

Bildung, die sich von einer in dieser Zeit

üblichen Prinzenerziehung in vielen Punkten

wohltuend unterschied. Nachdem Friedrich die

standesübliche Leutnantszeit absolviert hatte,

studierte er vom Sommer 1843 bis zum März

1845 an den Universitäten von Heidelberg und

Bonn. Schon in diesen Jahren legten die beim Bruder feststellbaren Anzeichen

einer Geisteskrankheit die Vermutung nahe, dass Friedrich anstelle des Bruders

die Nachfolge in der Regentschaft anzutreten habe.

In dieser Zeit - der Studienzeit - erfuhren die bei Friedrich vorhandenen Persönlichkeitsmerkmale

eine inhaltliche Formung und Ausprägung und in jedem Fall

auch eine Weiterentwicklung. Besonderen Einfluss auf die Weltanschauung des

späteren Großherzogs und seine liberale Grundhaltung hatte seine geistige und

persönliche Verbindung zu der an der Universität Heidelberg einflussreichen

Gruppe kleindeutsch und liberal gesinnter Männer, zu der u. a. Roggenbach, Jolly

und Lamey gehörten; Männer, die später zu Ministern wurden und deren Namen

mit fortschrittlicher, ja richtungsweisender Gesetzgebung untrennbar verbunden

sind. Nach dem Tode Großherzog Leopolds im Jahre 1852 wurde zwar der

geisteskranke Bruder zum dynastischen Nachfolger erhoben, die Regentschaft

aber auf Friedrich übertragen, die er in dieser Form vier Jahre lang ausübte. Im

September 1856 heiratete Friedrich Prinzessin Luise von Preußen, die Tochter des

späteren Kaisers Wilhelm I., gleichzeitig übernahm er die dynastische Nachfolge

anstelle seines Bruders und wurde

zum Großherzog. Eine seiner ersten

Amtshandlungen nach der Übernahme

der Regentschaft 1852 war die

Aufhebung des Kriegszustandes,

wo-

64


wodurch er die Revolution von 1848/49 formal beendete. Wichtige Gesetze

wurden in den Jahren der ,Neuen Ära" 1860 bis 1866 erlassen, Gesetze, die als

Ausdruck einer liberalen Geisteshaltung die überkommenen Strukturen des

Staates in fundamentaler Weise umgestalteten. So wurden u. a. die Wirtschafts-

und die Sozialordnung, die Verwaltung, das Verkehrswesen, das Schulwesen und

die Justiz an die Erfordernisse der neuen Zeit angeglichen. Zur Veranschaulichung

möchte ich einige Beispiele anführen: Aufhebung des Zunftzwangs und damit

verbunden die Einführung der Gewerbefreiheit; die bürgerliche Gleichstellung

der Juden; die Ablösung der geistlichen Schulaufsicht durch die Einrichtung eines

staatlichen Inspektionssystems in Form des Oberschulrates, verbunden mit einer

Einführung neuer Inhalte und Bildungsziele; die Justizreform, die aller liberalen

Gesetzgebung als Vorbild diente; die Einrichtung eines Verwaltungsgerichtshofs,

durch den das Prinzip der Rechtsstaatlichkeit in Deutschland in bisher nicht

gekannter Form zum Tragen kam; und nach Beendigung des Kulturkampfes - die

Ablösung des konfessionellen Volksschulwesens durch Einführung der

Simultanschule mit obligatorischem Religionsunterricht - ein Modell, das bei der

Einführung des Schulsystems im neu gegründeten Land Baden-Württemberg die

Kompromissbereitschaft der Beteiligten zu vergrößern half!

Auch wenn Friedrich während seiner Regentschaft tiefe Niederlagen hinnehmen

musste, der liberale Kurs seine Schwankungen und Brüche aufwies und auch nicht

bis an das Ende seiner Regentschaft durchgehalten werden konnte, blieb er diesem

doch zeit seines Lebens verhaftet. So berief er den ersten jüdischen Minister in

Deutschland: Moritz Ellstätter zum Finanzminister für die Zeit von 25 Jahren.

Den Beinamen ,der Deutsche" erhielt der Großherzog durch sein beherztes

Eingreifen in protokollarische und rechtliche Probleme anlässlich der Proklamation

seines Schwiegervaters, Kaiser Wilhelm I., zum Kaiser des neu gegründeten

Deutschen Reiches im Spiegelsaal von Versailles am 18. Januar 1871.Der in

tief verwurzelte Anschauungen hineinreichende und die Proklamation bedrohende

Titelstreit, ob Wilhelm ,Kaiser der Deutschen" oder ,Kaiser von Deutschland"

werden sollte, beendete Friedrich durch sein Hoch auf ,Kaiser Wilhelm". Zu sehr

hatte er die Gründung des Deutschen Reiches herbeigesehnt und auch mit

vorbereitet, als dass er diese andere Konstante seines Denkens und Handelns

gefährdet sehen wollte.


Der Tod des Großherzogs am 28. September 1907 wurde von großen Teilen der

Bevölkerung aufrichtig betrauert: Zu sehr war dieser in die Rolle des wohlwollenden

Patriarchen und Landesvaters hineingewachsen. Die sich wandelnden

Probleme und neuen Herausforderungen hat er in ihrer Brisanz und Mächtigkeit

jedoch nicht mehr erkannt.

Ingeborg Wiemann-Stöhr M.A.

Lehrerin an der Friedrich-Realschule 1984-1994

66


Im Spiegel der Presse (Weinheimer Nachrichten)


Zirkus in der 5b

Das Schuljahr 2008/2009 war für die Klasse 5b geprägt vom Thema Zirkus.

Alles hatte in der ersten Schulwoche begonnen, in der die Schülerinnen und

Schüler auf ihre aus Pappe ausgeschnittenen Handabdrücke aufschrieben, was sie

können. „Das riecht mir nach Zirkus!“, kommentierten die Klassenlehrerinnen

Frau Haist und Frau Keller (die in dem Jahr ihr Referendariat absolvierte), denn

vom Einradfahren über das Inlinern, vom Turnen und Tanzen bis hin zum

Jonglieren war Vieles vertreten, was in ein Zirkusprogramm passt.

Also auf zum Üben! Im Oktober 2008

fanden erste Workshops – von Schülern

für Schüler – im Ferienheim Rippenweier

statt, wo die Klasse drei Tage verbrachte.

Gleichzeitig wurde ein Ablaufplan erstellt,

in welcher Reihenfolge welche Kunststücke

wirken könnten, wann und vor wem

eine Aufführung stattfinden könnte und

letztlich natürlich auch, welche Requisiten

noch gebraucht werden. Das gemeinsame Basteln von Jonglierbällen mit

Luftballons und Reis sowie die Einführung in das Jonglieren mit mehreren Bällen

durfte nicht fehlen.

Im Dezember war es dann so weit: der „Zirkus Da Vinci“ hielt seine erste

Vorstellung in der Sporthalle der FRS, eingeladen waren Eltern, Freunde und

Verwandte, die die Schülerinnen und Schüler heftig mit Applaus belohnten und

die Spendenkörbchen füllten.

Im Frühjahr war dann klar, dass mit dem „Tag der offenen Tür“ wieder eine gute

Gelegenheit wäre, das Gelernte vorzuführen. Dass diese Aufführung dann ein

solches Medienecho nach sich ziehen würde, erstaunte Lehrer und Schüler

gleichermaßen. Der Zeitungsbericht über den Tag der offenen Tür in den


Weinheimer Nachrichten wurde

ausschließlich von Fotos aus

dem Zirkus Da Vinci geziert

und auch im Text nahm die

Berichterstattung über das

Projekt gut die Hälfte der Zeilen

in Anspruch. Und schon kamen

die nächsten Anfragen: am 27.

Juni sollte in Weinheim eine

verkaufsoffene Nacht stattfinden,

deren großes Motto eben-

falls „Zirkus“ war – also trat die

Klasse 5b wieder auf – in strömendem Regen auf einer kleinen Bühne am Atrium

vor dem Café Piano.

Trotz voller Spendenkörbchen, deren Inhalt die Klasse stolz dem Weinheimer

Tierheim spendete, war für die Klasse nun klar, dass dieses erfolgreiche Kapitel

geschlossen werden kann, so dass der Zirkus beim Sommerfest 2009 keine

Renaissance erfuhr.

Doch das, was die Schülerinnen und Schüler durch ihre Arbeit gelernt und

erfahren hatten, kann ihnen keiner mehr nehmen: dass man über sich

hinauswachsen kann, dass man Dinge lernen kann, die man sich vorher nicht

zugetraut hätte, dass man sich gegenseitig helfen kann und alle etwas davon

haben. Und dass es eine Menge Spaß macht!

Isabel Haist

70


Theater Spielen an der Friedrich - Realschule

Die Theater - AG wurde an unserer Schule vor 5 Jahren in Folge einer

Projektwoche, in der die Schüler in Gruppen kleinere Rollenspiele vorbereiten

sollten, wieder in das AG- Angebot aufgenommen. Die dabei offensichtliche Lust

der Schülerinnen und Schüler am Sich - Verwandeln, am Darstellen verschiedener

Gemütslagen, am Verkörpern unterschiedlicher Charaktere und am Gestalten von

Kostümen und Kulissen war Anlass für uns, eine Theater AG zu gründen und das

Darstellende Spiel in den Unterrichtsalltag einzubauen.

Die Gruppe setzt sich in Regel aus 15 bis 25 Schülerinnen und Schülern aus allen

Klassenstufen zusammen. Gemeinsam ist allen Schauspielerinnen und

Schauspielern das Interesse am Darstellenden Spiel. Wichtig ist mir, dass alle

Schüler, die sich auf der Bühne ausprobieren möchten, auch an der AG

teilnehmen können. Auch Schüler, die zunächst ihre Schüchternheit und Angst

überwinden müssen, bekommen die Gelegenheit dazu. Denn die Theater - AG soll

den Schülern einen Raum bieten, um eigene Grenzen zu erweitern, sich ein

größeres Verhaltensrepertoire anzueignen, mutiger und selbstbewusster zu

werden.

Das Theater spielen hilft Schülern, sich zu konzentrieren und ihre Energien auf

einen bestimmten Punkt zu richten. Zugleich werden dadurch die Kommunikationsfähigkeiten

gefördert. Zuhören und mit anderen zusammenarbeiten- das

sind Fähigkeiten, die für einen Schauspieler besonders wichtig sind. Erlernen und

vertiefen kann man sie am besten im spielerischen Prozess.

Ausgangspunkt für das angeleitete

Spiel ist das Experimentieren

und Spielen mit

dem eigenen Körperausdruck,

mit Mimik, Gestik und

Sprache. Dazu kommt das

Improvisieren mit Kostümen

und Requisiten. Von großer

Bedeutung für die Gruppe ist

die Erarbeitung eines Theaterstücks.


Nach dem Kennenlernen einer Geschichte, der Erarbeitung der einzelnen Rollen,

dem Zusammenstellen der Kostüme und Requisiten und der Verteilung der Rollen

beginnen schließlich die Proben an den einzelnen Szenen mit dem Ziel, das

Theaterstück den Mitschülern, Lehrern und Eltern zu präsentieren. Die

Drehbücher werden gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern entwickelt.

Plakate, Programme und Bühnenbilder werden vom Ensemble selbst entworfen

und angefertigt. Die AG finanziert sich durch die Eintrittsgelder.

Die Theater - AG hat bis jetzt folgende Stücke aufgeführt: „Der Sommernachtstraum“

nach Shakespeare (2006), „Der Geizige“ nach Moliere´(2007),

„Alte Märchen modern erzählt“ (2008), „Die Zauberflöte“ nach Mozart (2009),

„Die Physiker“ nach Dürrenmatt (2010).

Natalie Kindsvater

72


Der Förderverein unserer Schule

Ich kam erstmals mit dem Förderverein in Kontakt, als eine Schülerin das nötige

Geld für einen Ausflug im Rahmen der Projektwoche nicht aufbrachte. Der

Förderverein reagierte sofort, er deckte die Kosten der Schülerin, sodass diese am

Ausflugstag nicht von der Klassengemeinschaft ausgeschlossen war.

Daraufhin informierte ich mich näher über die Aufgaben und Tätigkeitsfelder des

Vereins und war erstaunt zu hören, wie umfangreich diese sind. Der Förderverein

hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Schule dort zu unterstützen, wo finanzielle

Hilfe notwendig und sinnvoll ist.

Folgendes konnte bisher gefördert werden:

Die Theater- und Tanz - AG, die Schulbibliothek, die Schachabteilung,

die Computerabteilung, die Beschaffung einer Videoausrüstung,

die Anschaffung von Bilderleisten mit den dazugehörenden Bilderrahmen

für alle Realschulflure, der Schüleraustausch, und als besonderes Highlight sehen

wir jedes Jahr die Verleihung eines Preises für besonderes soziales Engagement

an Schüler der Abschlussklassen.

Weiter wurden angeschafft: Mikrofone und Sender, Tonpapier, Musikinstrumente

für die Musikabteilung, die Erste Hilfe-AG, Material für die Holzbänke auf dem

Schulhof.

Ein Alltag ohne den Förderverein ist kaum denkbar, vor allem das Tonpapier für

Plakate wird täglich benötigt.

Ich möchte mich an dieser Stelle herzlich für das Engagement aller Mitglieder,

vor allem dem Leitungsteam des Fördervereins bedanken und auch Sie ermuntern,

über eine Mitgliedschaft oder eine einmalige Spende nachzudenken. Der

Förderverein wurde 1996 gegründet und hat inzwischen mehr als 120 Mitglieder.

Mirjam Rosenberger

81


Die Tanz – Arbeitsgemeinschaft an der Friedrich-Realschule

Wie bereits in früheren Jahren wurde seit dem Schuljahr 2009/ 2010 auch wieder

eine Tanz-AG an der Friedrich Realschule ins Leben gerufen. Frei nach Fred

Astaire haben Mädchen und Jungen aller Altersstufen in dieser AG die

Möglichkeit, einmal wöchentlich der Aufhebung der Schwerkraft entgegen zu

tanzen.

Neben der Vermittlung verschiedener tänzerischer Grundfertigkeiten sowie

diverser Ausdrucks- und Darstellungsformen auf der Bühne stehen das Erlernen

mehrerer Choreographien, Einblicke in unterschiedlichste Tanzstile und jede

Menge Spaß am Tanzen bei dieser AG im Vordergrund. Die tänzerischen

Darbietungen stellten in den vergangenen Jahren immer wieder eine gern

gesehene Abwechslung an „Tagen der offenen Tür“ oder bei diversen anderen

schulischen Festivitäten dar. In diesem Schuljahr steckte sich die Tanz-AG ein

anderes hohes Ziel: anlässlich des 40-jährigen Schuljubiläums soll eine Revue

einstudiert werden, welche einen kleinen tänzerischen sowie musikalischen

Rückblick auf die vergangen vierzig Jahre darstellt.

Corinna Conrad

„Tanz ist ein Telegramm an die Erde mit der Bitte

um Aufhebung der Schwerkraft“

(Fred Astaire)


Warum Schach an der FriedrichRealschule?

„Matt“,„Patt“,kurze, lange Rochade, „e schlägt f en passant“, „garde“, Doppelschach,

Fesselung, Hinterstellung, Doppelschritt, Abzugsschach, Springergabel,

Läuferpaar, usw….

Was sich hier anhört wie brutales Kriegshandwerk ist nichts anderes als ein

kleiner Auszug schachlicher Begriffe. Warum sollten junge Menschen Schach

spielen? Nun, ganz einfach, weil das königliche Spiel viele Voraussetzungen

dafür bietet, im Leben Erfolg zu haben! Zunächst muss man wissen:

� das Schachbrett stellt einen begrenzten Raum dar, in dem das Spiel

stattfindet,

� die Figurenanzahl ist begrenzt (Material),

� die zur Verfügung stehende Zeit ist ebenfalls begrenzt (Bedenkzeit).

Die angesprochenen Bedingungen – Raum, Material und Zeit – sind durch kluges

Spiel, d.h. langfristige Strategie und kurzfristige Taktik seitens des Spielers in

Einklang zu bringen.

Was jetzt noch fehlt ist das übergeordnete Ziel, nämlich den gegnerischen König

matt zu setzen. Es kommt also nicht darauf an, möglichst viele Figuren

abzunehmen, sondern allein dem König des Gegners Schach zu bieten, welches

von jenem nicht durch Schlagen, Wegziehen oder Dazwischenstellen abgewehrt

werden kann.

Wer erkannt hat, dass präzise Planung und sorgfältige Durchführung, umsichtige

Taktik und langfristig angelegte, sinnvolle Strategie eher zum Sieg über den

Schachgegner führt als vorschnelles, unüberlegtes Handeln , der wird auch in der

Schule seine Ziele genau formulieren und erkennen lernen. Darüber hinaus wird

die Schülerin selbst erkennen, dass ein Unterschätzen des Gegners leicht zum

Verlust der Partie führen kann. Vorsicht und Weitsicht, Ökonomie und

Verantwortung sich selbst gegenüber werden eintrainiert. Ebenso lernt der

Schüler, dass harte Mühen und geduldiges Verhalten eher zum Erfolg führen als

Ungeduld und schnelles Gewinnen Wollen. Wenn dann am Ende der hart

erkämpfte Sieg der Partie sich einstellt, hat die Spielerin ein großes Gefühl der

Zufriedenheit. Erfolg im Schach beweist, dass jemand mit den vorhandenen Res-


sourcen und einem klar definierten Ziel mit sich und den eigenen

charakterlichen Voraussetzungen optimal umgegangen ist. Dieser Erfolg führt

dazu, dass die Spielerin positives Verhalten im Spiel erkennt und weiter

beibehält. Negative Erfahrungen dagegen werden im Idealfall dazu führen, dass

der Spieler schädliches Verhalten ablegt. Der soziale Lerneffekt darf natürlich

nicht vergessen werden. Fairness und Rücksichtnahme im Umgang mit dem

Gegner , Anstand und Respekt vor dem anderen und damit auch vor sich selbst

stellen sich ebenso ein.

Es bleibt abschließend die Feststellung:

Junge Menschen, die ihre geistigen Kräfte auf dem Schachbrett messen, dabei

Regeln beachten und die oben angeführten Kompetenzen erwerben, bereiten sich

bestens auf die Anforderungen zunächst der Schule und später des Lebens vor.

Manfred Schreck

76


Schüleraustausch mit Colmar/Frankreich

Der Schüleraustausch mit Colmar besteht seit 2005.

Im Februar 2007 wurde im Regierungspräsidium Stuttgart die offizielle

Schulpartnerschaft zwischen der Friedrich-Realschule und dem Collège

Molière eingetragen.

Den Austausch organisieren die Französischlehrerinnen unserer Schule, Frau

Haist und Frau Spatzier in Zusammenarbeit mit der französischen Kollegin

Madame Clerc.

Inhalte der 5-tägigen Begegnung sind die zweisprachige Erarbeitung und

Präsentation eines aktuellen Themas, gemeinsame Ausflüge, Besuche mit

Übernachtung in der Gastfamilie, Sportaktivitäten, etc.

Schüler der Klassen 9 und 10 vor der Partnerschule in Colmar


Französisch an der Friedrich-Realschule

Klasse Bausteine

7

� Französisches Frühstück

� Zubereitung französischer Spezialitäten

� Französische Filme und Chansons

� Tagesausflug nach Wissembourg

8

9

10

Ulrike Spatzier

� Zubereitung französischer Spezialitäten

� Briefkorrespondenz als Vorbereitung des

Schüleraustausches mit Colmar

� Französische Filme und Chansons

� Zubereitung französischer Spezialitäten

� Besuch des Filmfestivals Cinéfête in MA/HD

� Französische Filme und Chansons

� Schüleraustausch: Besuch des Collège Molière

und der Stadt Colmar (5tägig)

� Zubereitung französischer Spezialitäten

� Besuch des Filmfestivals Cinéfête in MA/HD

� Französische Filme und Chansons

� Schüleraustausch: Gegenbesuch des Collège

Molière in Weinheim

78


Schulsanitätsdienst

Seit diesem Schuljahr gibt es sie nun auch an

der Friedrich-Realschule: die Schulsanitäter.

In den vergangenen Schuljahren war das

Interesse einiger Schüler schon in einer

Erste-Hilfe-AG geweckt worden. Im

DRK fanden wir mit Frau Unrath einen

kompetenten Partner für den Aufbau des

Schulsanitätsdienstes.

An zwei Tagen wurden die 23 Schulsanitäter

in einem Intensivkurs ausgebildet. Mit viel

Eifer wurde geübt, Verbände anzulegen,

Beatmung durchzuführen , u.v.m.

und

Seit Beginn dieses Schuljahres sind die Schulsanitäter täglich in Gruppen zu viert

im Einsatz. Zu erkennen sind sie an ihrer großen roten Einsatztasche, einer

Spende des DRK.

Alle zwei Wochen findet unter Leitung von Frau Unrath eine Teamsitzung zur

Auffrischung statt, in der auch die Vorfälle der vergangenen Tage durchgesprochen

werden.


Projekt „Grünes Klassenzimmer“

Wie wär’s denn bei schönem Wetter hinaus in die frische Luft zu gehen, die

Frühlingsluft oder den warmen Sommerwind zu genießen und dabei zu lernen.

Diese Idee hatte der Förderverein der Friedrich – Grundschule und beschloss, die

Spielgeräte auf dem Grundschulhof mit Sitzgelegenheit zu kombinieren.

Den Auftrag, die Bitte dazu, erhielt die FriedrichRealschule. Über den

Gedanken hinaus, nur Sitzbänke herzustellen, entwickelte sich die Idee zu einem

offenen Sechseck mit zweistöckigen Sitzreihen.

Die Planung wurde von Herrn Dipl.-Ing.

Rahmann und Herrn Fanz gemacht. Die

Technikgruppen der damaligen Klassen 7a,

9b und 10 führten die Arbeit aus.

Als Material wurde kesselimprägniertes

Holz gewählt, damit das Bauwerk

möglichste viele Regenperioden und Winter

übersteht. In Detailarbeit wurden die

Holzverbindungen angepasst, Schlitze

gesägt und Bohrungen passend angesetzt,

nicht immer einfach, weil das

Holz nicht splitterfest war. Einige

Wochen war daher im Werkraum

kein Platz, weil die Gesamtkonstruktion

dort aufgebaut wurde. Im

Frühjahr dann wurde das grüne

Klassenzimmer an den Standort

gebracht und mit Betonfundamenten

und verzinkten Bodenhalterungen

fest verankert.

Ein nützliches Beispiel für

gelungenen Projektunterricht.

Klaus Fanz

80


Der Förderverein unserer Schule

Ich kam erstmals mit dem Förderverein in Kontakt, als eine Schülerin das nötige

Geld für einen Ausflug im Rahmen der Projektwoche nicht aufbrachte. Der

Förderverein reagierte sofort, er deckte die Kosten der Schülerin, sodass diese am

Ausflugstag nicht von der Klassengemeinschaft ausgeschlossen war.

Daraufhin informierte ich mich näher über die Aufgaben und Tätigkeitsfelder des

Vereins und war erstaunt zu hören, wie umfangreich diese sind. Der Förderverein

hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Schule dort zu unterstützen, wo finanzielle

Hilfe notwendig und sinnvoll ist.

Folgendes konnte bisher gefördert werden:

Die Theater- und Tanz - AG, die Schulbibliothek, die Schachabteilung,

die Computerabteilung, die Beschaffung einer Videoausrüstung,

die Anschaffung von Bilderleisten mit den dazugehörenden Bilderrahmen

für alle Realschulflure, der Schüleraustausch, und als besonderes Highlight sehen

wir jedes Jahr die Verleihung eines Preises für besonderes soziales Engagement

an Schüler der Abschlussklassen.

Weiter wurden angeschafft: Mikrofone und Sender, Tonpapier, Musikinstrumente

für die Musikabteilung, die Erste Hilfe-AG, Material für die Holzbänke auf dem

Schulhof.

Ein Alltag ohne den Förderverein ist kaum denkbar, vor allem das Tonpapier für

Plakate wird täglich benötigt.

Ich möchte mich an dieser Stelle herzlich für das Engagement aller Mitglieder,

vor allem dem Leitungsteam des Fördervereins bedanken und auch Sie ermuntern,

über eine Mitgliedschaft oder eine einmalige Spende nachzudenken. Der

Förderverein wurde 1996 gegründet und hat inzwischen mehr als 120 Mitglieder.

Mirjam Rosenberger

81


Leerseite


Der „schwarze Mann “ im Landschulheim

Es war ein schöner Sommertag im Juni, als wir, die Klasse 6a mit unseren

Lehrern Herr Schröder und Frau Walter im Landschulheim in Neckarzimmern

ankamen. Den Tag verbrachten wir auf einer alten Burg und gegen Abend spielten

wir auf der riesigen Landschulheimanlage.

Es wurde langsam dämmerig, als alle aufbrachen, um auf ihre Zimmer zu gehen.

Ein paar Mädchen kamen vom Volleyballplatz, als sie einen schwarzgekleideten

Mann vorbeihuschen sahen. So schnell sie konnten rannten sie ins Haus, um den

anderen von ihrer Beobachtung zu berichten. Es brach leichte Panik aus, die sich

aber im Laufe des Abends legte.

Erst als es von Herrn Schröder und Frau Walter hieß: „ Ab in eure Betten und

Licht aus“, machte sich so mancher wieder Gedanken über den Bericht der

Mädchen: „ War da wirklich jemand und wenn ja, ist das ein Einbrecher, der

heute Nacht versucht in unsere Zimmer zu gelangen?“

Ein paar linsten ganz vorsichtig aus dem Fenster in die Dunkelheit hinaus, um

sich zu überzeugen, dass dort draußen vor ihrem Fenster nichts war, wovor man

Angst haben müsste. Diese schraken aber blitzschnell vom Fester zurück und

schworen: „Da war wirklich etwas! Wir haben diesen schwarzgekleideten Mann

auch gesehen! “

Total verängstigt klopften sie bei den Lehrern an, die zu

diesem Zeitpunkt eigentlich schon tief und fest schliefen.

Panisch schilderten alle ihre Beobachtungen und ließen dabei

kein Detail aus. Doch die Lehrer versuchten die Klasse zu

beruhigen, indem sie sagten: „Ach was, das habt ihr euch

bestimmt nur eingebildet!!! Schaut mal, das hier liegt so

abgelegen!! Wir denken nicht, dass hier heute einer

versuchen wird einzubrechen!!!“

Das nahm die Klasse natürlich nicht so hin und beschloss, die

Eigeninitiative zu ergreifen und sich gegenseitig zu

beschützen. Während die Mädchen sich alle zusammen in ein

Bett quetschten, gingen


die Jungs runter in den Tischtennisraum um sich mit Tischtennisschlägern zu

bewaffnen. Manche sahen das alles etwas lockerer und vertrieben sich die Zeit

damit, ein paar Runden Tischfußball zu spielen.

Es wurde immer später und später, als die Lehrer beschlossen, nochmal nach der

Klasse zu sehen. Was sie dann vorfanden erfreute, sie nicht gerade! Keiner war

da, wo er eigentlich hätte sein müssen. Total erschöpft brachten sie in das Chaos

wieder Ordnung und schickten jeden schnurstracks in sein Zimmer, um dann

wieder ins Bett gehen zu können. Bei der Klasse allerdings war an Schlafen

immer noch nicht zu denken! Viele setzten sich zusammen und spielten Karten,

Tischfußball oder unterhielten sich einfach. Gegen Morgen wurden dann alle

müde und entschlossen sich, doch noch etwas zu schlafen.

Eine halben Stunde später klingelte dann für jeden der Wecker und es war Zeit

zum Frühstück zu gehen.

So mancher war sogar noch so müde, dass er im Schlafanzug zum Frühstück ging,

da er es verpasste sich anzuziehen. Nach dem Frühstück suchte die Klasse erst

mal das ganze Gelände bei Tageslicht ab, um sich zu versichern, dass sich dort

keiner mehr rumschleicht. Da keiner etwas gefunden hatte, verliefen die restlichen

Nächte ruhiger. Dennoch ist so mancher heute noch davon überzeugt, er habe an

diesem Abend einen schwarzgekleideten Mann gesehen! War da wirklich ein

Mann? War es vielleicht einer aus der Klasse, der allen einen gehörigen

Schrecken einjagen wollte? Oder war doch alles nur Einbildung?

Julia Otto – heute 9c

Klassen- und Studienfahrten

Das Konzept sieht vor, dass eine Schülerin, ein Schüler der Friedrich-Realschule dreimal

auf Klassenfahrt geht:

in der 5. oder 6. Klasse ein kleiner Aufenthalt in der weiteren Umgebung,

in der 7. oder 8. Klasse ein mehrtägiges Schullandheim in Deutschland,

in der 10. Klasse eine Studien- Klassenfahrt auch in das nähere europäische Ausland.

82


Frau Wahl, Herr Schreck und

Schüler vor dem Pisaner Dom,

„Piazza di miraculi“

Abschlussfahrt der Klasse 10b - 2010

Am 26.9.2010 trafen wir uns an der Bushaltestelle vor unserer Schule und

warteten sehnsüchtig auf unseren Bus. Die Spannung stieg mit jedem Kilometer,

den wir unserem Ziel näher kamen. Nach 12 Stunden, die uns vorkamen wie eine

halbe Ewigkeit, erreichten wir Marina di Bibbona total erschöpft und hungrig.

Anfangs dachten wir, dass sich der Busfahrer im Land geirrt hätte, da es

ununterbrochen regnete. Wir freuten uns auf einen gemütlichen und nett

eingerichteten Bungalow, doch leider war die Enttäuschung bei vielen groß,

insbesondere bei Frau Wahl. Anschließend machten wir uns auf die Suche nach

etwas Essbarem. Wir mussten feststellen, dass Italiener um die Mittagszeit gerne

ein Schläfchen halten. Also warteten wir auf unser heiß ersehntes Abendessen:

Vorspeise Pasta, Hauptgang Pasta und als Dessert - Pasta. Den Abend verbrachten

wir gemeinsam mit Musik auf unserer Terrasse.

Die nächsten Tage besuchten wir Florenz, Pisa, Lucca und San Gimignano, wobei

uns letztere am besten gefiel. Gerne hätten wir für die einzelnen Städte noch mehr

Zeit gehabt, um sie genauer besichtigen zu können. Nach dem Sightseeing hatten

wir genügend freie Zeit um die Sonne, den Strand und das Meer zu genießen. Die

Mutigen unter uns wagten sogar den Sprung ins eiskalte Wasser. Manche Damen

auch unfreiwillig!

Den letzten Tag verbrachten wir überwiegend

wartend an der frischen Luft, selbst hier

verschonte uns der Regen nicht. Wir waren

froh, als wir nach 8 Stunden Warten endlich

mit dem warmen Bus die Rückreise antreten

konnten. Insgesamt war es eine gelungene

Abschlussfahrt, die ihre Höhen und Tiefen

hatte. Ein Dankeschön an Herr Schreck und

unsere Lieblingslehrerin Frau Wahl!

Charlotte Rudnik, Jennifer Gropp, 10b


Abschlussfahrt der Klasse 10a nach Berlin – 2010

Unsere Reise begann am Montag, den 27. September 2010 am Weinheimer

Bahnhof. Nach einer ca. 5-stündigen Zugfahrt kamen wir um 15.15 Uhr am

Berliner Hauptbahnhof an. Bei unserer Ankunft im Hostel „Singer 109“ wurden

wir mit den Regeln des Hauses bekannt gemacht und bezogen unsere Zimmer.

Diese waren komfortabel und außergewöhnlich gemütlich eingerichtet. Das

Hostel war sehr groß, es gab einige Computer mit Internet-Zugang, einen

Billardtisch, einen Kicker, eine Nintendo Wii und eine gemütliche Sitzecke. Für

das Abendessen hatten wir schon im Voraus in einer Pizzeria reserviert. Der

Dienstag begann mit einer Stadtrundfahrt, bei der wir viele Sehenswürdigkeiten

sahen, wie den Fernsehturm, das Bundestagsgebäude, den Checkpoint Charlie

sowie viele Teile von der "Mauer" zwischen West-und Ostberlin. Einen weiteren

Tagespunkt gab es um 14:30 Uhr. Wir trafen uns vor dem Museum Madame

Tussaud, in dem man viele Prominente und Legenden wie Albert Einstein, Will

Smith, Madonna und Angela Merkel sehen kann. Abends besuchten wir die

Vorstellung des Theaters Strahl, in dem das Stück "Klasse, Klasse" aufgeführt

wurde. Mittwoch, um 08.00 Uhr morgens: „Aufwachen!“ Auf geht‘s zum

Brandenburger Tor. Immerhin ist das Brandenburger Tor eine der größten

Sehenswürdigkeiten in Berlin.

Vor dem Reichstag –

Platz der Republik

84


Eine weitere wichtige Sehenswürdigkeit sind die Stelen. Das ist ein Denkmal für

die ermordeten Juden aus dem 2. Weltkrieg. Für den Mittag stand ein Besuch

beim Bundestag an. Nach dem Essen warteten wir vor der Cafeteria auf unsere

Betreuer, als auf einmal Angela Merkel an uns vorbeilief. Nach der Sitzung

gingen wir hoch zur Kuppel, von der man einen tollen Ausblick über Berlin hat.

Donnerstag, 30. September: Erste Station war „The Story of Berlin“, ein

Museum, das 800 Jahre Berliner Geschichte dokumentiert. Inbegriffen war eine

Führung im Atomschutzbunker. Zu Mittag aßen wir im Hard Rock Café. Nach

diesem leckeren Mittagsessen gingen wir in die Kaiser-Wilhelm Gedächtniskirche

am Kurfürstendamm. Unser Abendprogramm war eine Bootsfahrt auf der Spree.

Wir fuhren unter der Brücke des Bundestagsgebäudes durch und sahen Gebäude

von einigen TV-Programmen wie RTL. Freitag: Unser letzter Tag in Berlin

begann mit dem Besuch des Stasigefängnisses.

Es war sehr beängstigend dort und unsere Führungsperson erzählte uns, dass er

auch einmal in diesem Gefängnis gefangen war und gefoltert wurde. Nachdem wir

unsere Freizeit genossen hatten, statteten wir dem „KaDeWe“, dem „Kaufhaus

des Westens“ einen Besuch ab. In diesem Einkaufszentrum kann man

sensationelle Dinge kaufen, aber diese sind sehr teuer. Nach dem anstrengenden

Tag schleppten wir uns abends zum Berliner Hauptbahnhof, wo unser Zug um

19.37 Uhr fuhr. Nach langer Fahrt, bei der man dank einiger Klassenkameraden

nicht zum Schlafen kam, kamen wir nachts um kurz nach 01.00 Uhr in Weinheim

an, wo unsere Eltern und Freunde uns schon erwarteten.

Nach großem Verabschieden trennten sich nach einer unvergesslichen Woche

unsere Wege. Zumindest bis zum darauf folgenden Montag…

Raffael Schmitt


Klassenfahrt der 8b nach Freiburg 2010

Am Montag, den 28.6.2010, brachen wir in fröhlich gespannter Stimmung zur

unserer Klassenfahrt nach Freiburg im Breisgau auf. Bei strahlendem Wetter,

mehrmaligen Umsteigen, einer kostenlosen Sightseeingtour mit der Straßenbahn

und einem ,kleinen’ Fußmarsch erreichten wir gegen 13 Uhr unser Ziel.

Der Nachmittag stand ganz im Zeichen des Einlebens – wir bezogen unsere

Zimmer, schauten nach unseren ‚Nachbarn’ und lernten die Jugendherberge

sowie das Außengelände kennen. Wer wollte, konnte einem Bad in der

‚Dreisam’ nehmen. Dabei ging’s richtig turbulent zu.

Abends gab es eine etwas andere Stadtführung in Freiburg unter dem Motto

‚Mörder, Gräber und Gespenster’ , bei der wir einiges ‚Schauerliche’ aus dem

Mittelalter erfuhren.

Am nächsten Morgen wurden unsere geographischen Orientierungsfähigkeiten

auf die Probe gestellt. Wir machten uns nach einer fachmännischen Einweisung

in den Umgang mit GPS-Geräten in Gruppen auf die Suche nach Filmdöschen,

die sehr gut im Wald hinter der Jugendherberge versteckt waren, und

Informationen enthielten, die uns Schritt für Schritt einem imaginären Schatz

näher brachten. Allerdings gelangten nicht alle ohne Hilfe ans Ziel,

offensichtlich verteilen auch Satelliten Sympathien – mit dem Ergebnis, dass

86


man dann doppelt so viele Kilometer laufen muss als die anderen. Ist das

nicht ungerecht!

Nach all diesen Strapazen gab es endlich Zeit, für den Programmpunkt an,

den die meisten von uns herbeisehnten – die Stadt Freiburg zum eigenen

Erkunden. Es konnte hemmungslos ‚geshopped’ und im letzten Moment

noch Fanartikel für das Spiel Spanien-Portugal erworben werden. Abends

schauten einige von uns das Spiel an, die anderen vergnügten sich auf dem

sehr schönen Außengelände.

Ach ja, und die Nächte – viel geschlafen haben wir nicht! Nachdem die

zweite Nacht etwas ‚lautstark’ verlief, mussten einige ihre Zimmer tauschen.

Deshalb haben wir natürlich nicht länger geschlafen.

Am nächsten Morgen wussten wir noch nicht wie ausgefüllt der Tag sein

würde. Wir fuhren mit der Bahn nach Riegel, einer kleinen Stadt am Fuße des

Kaiserstuhls – ein alter Vulkankegel – und wurden dort von David und Tine,

unseren ‚Kanu-Experten’, abgeholt.

Nach einer ausführlichen Einweisung ins Kanu fahren durften wir endlich zu

Wasser – was wir kaum erwarten konnten. Als erste Herausforderung gab es

sofort nach dem Einstieg eine kleine Stromschnelle, die wir alle noch mit

Bravour meisterten. Danach nahm das ‚Chaos’ seinen Lauf – das erste Boot

kenterte, die Besatzung wollte sofort an Land. David hatte alle Hände voll zu

tun, erstens das Boot wieder umzudrehen und zweitens die Kanuten wieder

ins Boot zu bekommen. Aber jetzt war der Bann gebrochen – bis zur

Mittagspause an einem schönen Park am Ufer – kenterten noch weitere Boote

und wir stellten fest, dass es bei der Hitze gar nicht verkehrt war,

zwischendurch ein kühlendes Bad in der Elz zu nehmen. Außerdem konnte

man sich mit den Schwimmwesten schwerelos im Fluss treiben lassen, was

riesig Spaß machte. Manche hatten die Steuerungstechnik ziemlich schnell

raus und sind nicht gekentert. Das Boot der Lehrerinnen war zweimal nahe

dran, aber natürlich haben beide im letzten Moment immer wieder die Kurve

gekriegt.


Nach etlichen Schikanen wie tief ins Flussbett hereinhängenden Ästen und

Brombeerhecken sowie sehr flachen Brücken und einem Wehr erreichten wir erst

gegen 18 Uhr unseren ‚Zielhafen’. Die meisten von uns hatten das Gefühl, die

Sache mit der Steuerung des Bootes nun besser zu beherrschen als am Morgen.

Völlig erschöpft, aber glücklich, kamen wir sehr spät in der Jugendherberge an.

Nach sehr verspäteten Abendessen gab es dann noch Budenzauber auf unseren

Zimmern.

Glücklich, zufrieden, mit teilweise etwas kleinen Äuglein, aber jeder Menge

schöner Geschichten und Bildern nahmen uns die Eltern am nächsten Tag in

Weinheim in Empfang. Angelika Härtner

88


Einweihung 1917

Die neue Großherzog-

Friedrichschule zu Weinheim

… Ein neues, stattliches

Schulhaus gilt es seiner

Bestimmung zu übergeben.

Gar mancherlei gibt es zu

bedenken, bis solch ein Bau

feste Gestalt annimmt: mit

der praktischen Lösung der

Raumteilung, mit dem Ent-

wurf zu einer stattlichen Fas-

sade, mit der gewissenhaften

Einhaltung des Kostenvoran

- schlages ..

Auf der Mädchenseite ist eine

Kochküche für die Schülerin-

nen - das ist gewiss recht

wichtig; so mancher Hausva-

ter würde die Last des Krie-

ges leichter tragen, wenn ihm

seine bessere Hälfte etwas

mehr Abwechslung auf den

Tisch brächte - ja da fehlts,

gelt , an der Kochkunst.

Alle Einrichtungsgegenstände

sind von einfacher Sachlich-

keit getragen, aber überall

ein Wille zu künstlerischer

Gestaltung. Besonders fällt

uns das bei dem Mobiliar der

Lehrerzimmer auf.

... Die Turnhalle hat alles,

was zum modernen Turnen

notwendig ist, Freiübungen,

Geräteturnen ...

Vor fast 100 Jahren - Eine Planung aus dem Jahre 1913


Inhalt

Zum Jubiläum ………………………………………………………….. 4

Grußworte ……………………………………………………………... 5

Zahlen ………………………………………………………………….. 10

40 Jahre Friedrich-Realschule ……………………..…………………… 11

Das Schulprogramm ……………………………………………………. 16

Neue Unterrichtsformen Themenorientierte Projekte

BORS XXL ……………………………………………………………. 21

Technisches Arbeiten …………………………………………………... 25

Soziales Engagement …………………………………………………... 26

Wirtschaften, Verwalten, Recht ……………………………………….. 28

Sich wohlfühlen in der Schule …………………………………………. 29

Das Prinzip der Patenklassen …………………………………………... 30

Der Schulvertrag ……………………………………………………….. 31

Der Fächerverbund EWG ………………………………………………. 32

Informationstechnologie ………………………………………………... 33

Der Fächerverbund NWA ………………………………………………. 34

Sportunterricht an der FriedrichRealschule ………………………….. 36

Sporttag einmal anders …………………………………………………. 37

Förderung bei Lese- und Rechtschreibschwäche ……………………… 39

Die Klassen im Jubiläumsjahr ……………………………………….. 40

Entlassjahrgang 1971……………………………………………………. 47

Das Kollegium 1970/71 ………………………………………………… 48

Das Kollegium 1994/95 ………………………………………………… 49

Das Kollegium 2010/2011 ……………………………………………… 50

Sekretariat und Hausmeister ……………………………………………. 51

Rückschauen von ehemaligen Schülern ……………………………... 53

Über den Namensgeber der Schule …………………………………….. 66

Presseschau ……………………………………………………………... 69

Schulprojekte

Zirkus 5b ………………………………………………………………… 71


Theater Spielen …………………………………………………………. 73

Leerseite ………………………………………………………………… 75

Die Tanz – Arbeitsgemeinschaft ………………………………………… 76

Schach Spielen …………………………………………………………... 77

Schüleraustausch mit Colmar ……………………………………………. 79

Der Schulsanitätsdienst ………………………………………………….. 81

Das grüne Klassenzimmer ………………………………………………. 82

Schullandheime und Fahrten

Der schwarze Mann …………………………………………………….. 83

Abschlussfahrt der 10b in die Toskana …………………………………. 85

Abschlussfahrt der 10a nach Berlin …………………………………….. 86

Schullandheim der 8b in Freiburg ………………………………………. 88

Vor fast hundert Jahren ……………………………………………….. 91

Inhalt …………………………………………………………………….. 92

Danksagung ……………………………………………………………… 94

Sponsoren ……………………………………………………………….. 95


Danksagung

Herzlichen Dank allen, die sich Zeit genommen haben, das 40 – jährige Jubiläum

unserer FriedrichRealschule mit dieser Festschrift zu dokumentieren.

Allen Autoren der Berichte und Darstellungen, allen Ideengebern, allen Kritikern

in der Entstehungsphase und Mitarbeitern sei Dank ausgesprochen für ihre

Arbeitskraft und ihre Geduld.

Wir sprechen unseren Dank natürlich auch denjenigen aus, die finanzielle

Unterstützung gewährt haben, um die Geschichte der vierzigjährigen Friedrich

Realschule in bleibender Form zu dokumentieren.

Insbesondere gilt der Dank auch Frau Freiburg für ihre Recherchen und

redaktionelle Arbeit bei der Erstellung der Festschrift, ebenso Herrn

Realschulrektor i.R. Wagner für die Überlassung seiner Schrift über das

Mittelschulwesen in Weinheim sowie Frau Wiemann – Stöhr für die

Lebensbeschreibung des Namensgebers.

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