P.T. MAGAZIN 05/2010

ptmagazin

Magazin für Wirtschaft und Gesellschaft. Offizielles Informationsmagazin des Wettbewerbs "Großer Preis des Mittelstandes" der Oskar-Patzelt-Stiftung

www.pt-magazin.de

6. Jahrgang

Ausgabe 5 | 2010

ISSN 1860-501x | 3 Euro

für Wirtschaft und Gesellschaft | Offizielles Magazin des Wettbewerbs „Großer Preis des Mittelstandes“

Mittelstand

Mittelstand schafft Sicherheit

Ökologische

Fußabdrücke

Moral und Wissenschaft

Unternehmensreputation

Professionell im Netz

Energieland

NRW

Dauerstreit um Kohle

Geschmacksfrage

Cheflimousine oder

Arbeitsbiene?


Editorial

Monitoring

Wir sind ein mittelständisches

Unternehmen mit Blick in die Zukunft!

1944 zeigt Friedrich August von

Hayek in seinem Klassiker „Der Weg

zur Knechtschaft“, dass alle Arten

von Sozialismus, Kollektivismus

und Planwirtschaft zwangsläufig in

Widerspruch zu liberalen Individualrechten

und rechtsstaatlichen Prinzipien

geraten. 30 Jahre später erhielt

er den Nobelpreis für Wirtschaft.

Hayek bewies, dass totalitäre Staaten

nicht wegen der besonderen Bosheit

ihrer Völker in Barbarei und Gewaltherrschaft

enden. Werden die sozialistischen

Lehren der zentralen Planwirtschaft

konsequent umgesetzt,

führt das immer zur Unterdrückung.

Unvermeidlich. Selbst dann, wenn

man das ursprünglich nicht wollte.

Genauso führen staatliche Interventionen

in Märkte langfristig immer

zur Abschaffung der Freiheit. Sie

zerstören funktionierende Märkte,

verteuern die Produkte und enden in

Wohlstandsverlusten. Unvermeidbar.

Selbst dann, wenn man ursprünglich

die Marktprinzipien gar nicht in

Frage stellen wollte. Zwei aktuelle

Beispiele:

Jahrzehntelang erkaufte Griechenland

sozialen Frieden mit Planwirtschaft

und Staatsschulden. Bis zu

Fast-Staatsbankrott und Lastwagenstreik

im Juli und August 2010. Das

war kein Markt- oder Kapitalismusversagen,

sondern Staatsversagen.

Denn griechische LKW-Fahrer hatten

seit Jahrzehnten gar keinen Markt.

Sie waren privilegiert. Sie nutzten,

vererbten und verkauften beim Staat

erworbene Lizenzen wie Grundbesitzer

ihre Felder und Häuser. Als eine

Fuhrgenehmigung unglaubliche

300.000 Euro kostete, konnte die

„geschützte Branche“ die Versorgung

mit „Streiks“ lahmlegen. Die Regierung

musste mit der Abschaffung

der Lizenzen reagieren. Und zerstörte

damit die Altersabsicherung von

33 000 Griechen, deren Lizenz nun

wertlos war. Griechenlands Regierungen

hatten 60 Jahre Zeit, von

Hayek zu lernen. Warum lernten sie

nicht?

Beispiel zwei: Sonia Seymour

Mikich berichtete in der ARD-

Sendung „Monitor“ von einem Klimakrimi:

Chinesische und indische

Fabriken produzieren extra ein Gas

namens HFC-23, weil sie für die

anschließende Entsorgung dieses

„Klimakillers“ 11 700 mal so viele Zertifikate

erhalten wie für die Vernichtung

der gleichen Menge CO2. Diese

Zertifikate verkaufen sie dann weltweit,

z. B. an die Salzgitter AG, RWE,

E.ON, Vattenfall. So wird der Handel

mit CO2-Emissionszertifikaten zum

Milliardengeschäft. Und die Käufer

umgehen ihre Umweltauflagen und

emittieren mehr Klimagase als sonst.

Zertifikate schaffen sich eigene

Scheinmärkte und neue Kriminalitätsformen.

Eigentlich soll der Klima-

Ablasshandel die CO2-Menge in der

Atmosphäre verringern. Doch er

erhöht sie. „Als ich die Daten gesehen

habe, bin ich wirklich fast vom Stuhl

gefallen“, wird Lambert Schneider,

Berater für internationale Klimapolitik,

zitiert.

Die Monitor„enthüllungen“ illustrieren

eine seit Jahrzehnten bekannte

Form des Staatsversagens, den von

Horst Siebert beschriebenen Kobraeffekt.

Fehlanreize und Ausweichverhalten

verursachen unbeabsichtigte

Fehlsteuerungen. Das kann man

schon bei Hayek nachlesen oder bei

Wikipedia oder bei Joseph E. Stiglitz,

Nobelpreisträger 2001. Politiker, Berater

und Journalisten hatten genug

Zeit zum Lesen und Lernen: Trotzdem

wurde 2005 der EU-Emissionshandel

für Kohlendioxidemissionen

gesetzlich eingeführt. Und erst am

19.8.2010 berichtete „Monitor“.

Dr. Helfried Schmidt

P.T. MAGAZIN 5/2010

ASI GmbH

feiert in diesem Jahr: 15 Jahre

Dienst am Kunden und das vorrangig

in der Heimatregion!

Seit dieser Zeit hat sich unser

Unternehmen fest am Markt etabliert

und beschäftigt heute dauerhaft ca.

300 Mitarbeiter/-innen.

Soziale Unterstützung in unserer

Region versteht sich neben einer

qualifi zierten und umfänglichen

Aus- und Weiterbildung unserer

Belegschaft – nicht nur wegen der

Sicherung des eigenen Nachwuchses

und des erforderlichen

Wissensstandes – für uns von selbst.

THS GmbH

Unsere 100%ige Tochtergesellschaft,

der Technische Hausservice

GmbH in Erfurt www.erfurt-ths.de

beschäftigt ca. 70 Mitarbeiter/-

innen und betreut die technischen

Anlagen für Haushalt, Gewerbe,

Wohn- und Industrieimmobilien

analog der ASI GmbH für die

Region Erfurt.

Unser Leistungsangebot:

BERATUNG • PLANUNG •

AUSFÜHRUNG • REPARATUR •

REVISION • CAD:

• Heizung • Lüftung • Sanitär

• Elektro- und Sicherheitstechnik

• Maschineninstandhaltung

• Malerarbeiten • Trockenbau

• technische Leistungen für

Hausmeisterdienste

• erneuerbare Energien

• Thermografi e.

Kontakt

ASI Anlagen, Service, Instandhaltung GmbH

Geschäftsführer: Gerhard Schade

Göschwitzer Straße 22

07745 Jena

Tel.: 03641 686-102

Fax: 03641 686-109

gerhard.schade@asi-jena.de

www.asi-jena.de

2007 ausgezeichnet mit dem

„Großen Preis des Mittelstandes“


Inhalt

Seiten 8-10

Themen

Gesellschaft

8 Die Tücken des Sündenerlasses

Der ökologische Fußabdruck als

Maß der Dinge

4

12 33 Milliarden Euro Steuern

Große Steuerzahler

Deutschlands

14 Und täglich grüßt der Infostress

Vom Suchen und Finden im

Datenlabyrinth

Gesellschaft

Die Tücken des Sündenerlasses Seiten 8-10

Wenn wir uns nicht von der irrigen Vorstellung, wir zehrten vom

„Kapital“ der Natur, ins Bockshorn jagen lassen, werden wir Wohlstand

für alle und eine intakte Natur sehr gut unter einen Hut

bekommen. NOVO-Autor Thilo Spahl zur Diskussion um ökologische

Fußabdrücke.

(Foto: Wikimedia Commons/GFDL/CC/Cruiser-Aust.)

Wirtschaft

Wirtschaft

16 Drachen steigen nur im

Gegenwind!

Elf unumstößliche Überlebensgebote

erfolgreicher

Unternehmen

18 Hilft der Kreditmediator?

Ein Versuch, die Kreditklemme

im Mittelstand zu entschärfen

32 Unternehmensreputation 2.0

Wie Sie es schaffen, Ihren guten

Ruf zu verbreiten

Unternehmensreputation 2.0 Seiten 32-34

Ein guter Ruf ist wie bares Geld: hart erarbeitet und schnell wieder

verloren. Wie schnell man seinen guten Ruf verlieren kann, weiß jeder.

Wie man ihn bekommt, auch. Wie Sie es aber schaffen, dass möglichst

viele Menschen Ihren guten Ruf auch kennen, das ist die entscheidende

Frage.

36 Die Loveparade-Deckungslücke

Lehrstück in Sachen Haftpflichtversicherung

Innovation

45 Unerschütterlich

Die Deutschen leben ihren

Traum vom eigenen Heim

48 Kostbares Nass

Effiziente Bewässerungssysteme

für den Garten

Der Hightech-Bauer Seiten 22-25

Satellitengesteuerte Traktoren, Hightech-Sensoren und Feldroboter:

Neue Technologien erobern die Ackerflächen. Sie sollen der Landwirtschaft

helfen, die Herausforderungen einer wachsenden Weltbevölkerung

zu meistern. Dank innovativer Agrartechnik werden Anbau und

Ernte von Kulturpflanzen effizienter.

Oskar-Patzelt-Stiftung

Kultur/Lifestyle

40 Zahlen, Daten, Fakten

Wirtschaftsmacht Mittelstand

41 Ein Tag in Dörverden-Hülsen

Sommertreffen des Mittelstands-

FORUM Deutschland

42 Balleinladung...

…für die Auszeichnungsveranstaltungen

der Oskar-Patzelt-Stiftung

Welche Automobile liebt der Mittelstand? Seiten 62-63

Über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten, deshalb hat das Institut

für Marken- und Kommunikations-Psychologie Berlin mittelständische

Unternehmer und Manager befragt, welche Autos ihnen am besten gefallen.

Cheflimousine, SUV-König, Cabriolet-Emotion und Arbeitsbiene

waren die Kategorien.

P.T. MAGAZIN 5/2010


Seiten 54-61

(P.T.-Montage, Karte: CIA Factbook, Banane: Archiv,

Foto Herz: © tommyS/PIXELIO)

P.T. MAGAZIN 5/2010

Regional-Special

Im Zentrum der „Blauen Banane“ Seiten 54-61

Das Herz der rheinischen Industrie schlägt im Zentrum eines mächtigen

europäischen Industriegürtels, genannt „Blaue Banane“. In NRW ist

Maschinenbau eine Kernkompetenz, das Herz des Landes ist Energie. Auf

welcher Basis die Industrie steht, das ist die Frage. Das Thema Kohle geht

hier unter die Haut.

(P.T.-Montage, Karte: CIA Factbook, Banane: Archiv, Foto Herz: © tommyS/PIXELIO)

Regional-Special

55 Energie – das Herz NRW’s

Der Pott am Tropf?

56 OP am offenen Herzen

Herz-Rhythmus-Störung im

Ruhrgebiet

Seiten 32-34

(Foto: DIE p. A.)

Innovation

Seiten 22-25

(Foto: Bayer CropScience AG)

22 Der Hightech-Bauer

Bei innovativen Technologien

denken die meisten an Schlüsselloch-Chirurgie,

Nanoroboter

oder Brennstoffzelle. Dabei

finden sich Hightech-Geräte

schon längst auch in der Landwirtschaft.

Kultur / Lifestyle

Seiten 62-63

(Foto: Jaguar)

62 Welche Automobile liebt der

Mittelstand?

Extrakt aus einer Umfrage des

Institutes für Marken- und

Kommunikations-Psychologie

Berlin unter Mittelständlern

64 Leserbriefe / Impressum

(Cover-Foto: © Birgit Heim/PIXELIO)

P.T. MAGAZIN 5/2010


verwu

Fest verwurzelt in

der Region

Eine Region mit vielfältigen mittelständischen Unternehmen

übersteht jede Krise. Familien finden hier Arbeit, Broterwerb

und Bestätigung. Jugendliche finden Ausbildung. Lehrer finden

Praxispartner. Verwaltungen und Vereine finden Unterstützung.

Miteinander werden Probleme gelöst. Auch und gerade soziale

Probleme. Miteinander werden Entwicklungen gemeistert. Miteinander

werden Chancen erkannt. Miteinander wird die Region in

die Zukunft geführt.

Mittelstand schafft Sicherheit.


zelt

Kleine Firma ganz groß

Der Jugend eine

Chance

Mit energieeffizienten

Häusern ganz nach oben

1992 mit vier Mitarbeitern aus dem

Zeiss-Kombinat Jena ausgegründet,

beschäftigt die CBV-Blechbearbeitung

GmbH aus Laasdorf heute 35 Mitarbeiter

und sechs Auszubildende.

Kernkompetenz ist die präzise Herstellung

von Blechteilen mittels Stanz-,

Nibbel- und Lasertechnik bis hin zur

Oberflächenbehandlung – von der

Einzelanfertigung bis zu Großserien.

Trotz seiner geringen Unternehmensgröße

legt CBV seit fast zwei Jahrzehnten

ein außergewöhnlich starkes

regionales Engagement an den Tag:

Die Firma sponsert mehrere Sportvereine,

ist aktives Mitglied im ASB sowie

im Schulbeirat und am Runden Tisch

der Berufsschule Jena-Göschwitz,

unterstützt Jungunternehmer bzw.

Existenzgründer und arbeitet sehr

eng mit Schulen, BBS, Kammern und

Kommune zusammen.

Mit 17 Arbeitskräften startete die

Münchenbernsdorfer Folien GmbH

1993 in Thüringen die Produktion

von Polyethylen-Folie. Heute ist das

Produktionsspektrum der Firma breit

gefächert, und es wird alles nach

Kundenbestellung gefertigt.

265 Unternehmen zählen zum Kundenstamm.

Besonderes Augenmerk

schenkt man der Ausbildung von

Facharbeitern. Jedes Jahr wurden

Jugendliche zur Ausbildung eingestellt.

Zwei Mitarbeiter befinden sich in

der Meisterausbildung und einer im

Studium auf der Berufsakademie. Der

Umsatz wurde seit der Gründung auf

mehr als das Fünffache gesteigert. Die

Zahl der Arbeitskräfte stieg von 17 auf

rund 60. Ständig investiert das Unternehmen

in den Standort Münchenbernsdorf,

wo es längst tiefe Wurzeln

geschlagen hat.

Auf eine lange Unternehmensgeschichte

blickt die FingerHaus GmbH

aus dem hessischen Frankenberg/

Eder zurück.

1820 als Zimmereibetrieb gegründet,

erfüllt die Firma heute mit viel Liebe

zum Detail jedes Jahr über 600

Träume vom eigenen Heim. 1948

startete das Familienunternehmen die

Fertighausproduktion.

Trotz der Wirtschaftskrise produzierte

FingerHaus 2009 im Dreischichtbetrieb,

hat ca. 50 Mitarbeiter neu

eingestellt, kaufte ein Fertigkellerwerk

und übernahm auch alle dazugehörigen

35 Beschäftigten. Damit stehen

bei FingerHaus zurzeit weit über 400

Menschen in Lohn und Brot. Das

gesellschaftliche Engagement des

Unternehmens reicht von der Kinderkrebsstation

Marburg bis zur Mitarbeit

in Wirtschaftsverbänden.

CBV- Blechbearbeitung GmbH

Oberanger 4 | 07646 Laasdorf/Thüringen

Tel.: 036428 543-20 | Fax: 036428 5432-22

info@cbv-blech.de

www.cbv-blech.de

Münchenbernsdorfer Folien GmbH

Großbockaer Str.1 | 07589 Münchenbernsdorf

Tel.: 0366 0480920-21 | Fax: 0366 04809-22

info@mb-folien.de

www.mb-folien.de

FingerHaus GmbH

Auestrasse 45 | 35066 Frankenberg

Tel.: 06451 504-0 | Fax: 06451 504-100

info@fingerhaus.de

www.fingerhaus.de

(Satz und Layout OPS Netzwerk GmbH/Fotos: © Birgit Heim/PIXELIO, eventDiary, Igor Pastierovic)


Gesellschaft

Die Tücken des Sündenerlasses

NOVO-Autor Thilo Spahl zur Diskussion über ökologische Fußabdrücke

8

Lebt auf großem Fuß: „Klimapapst“ Al Gore

Immer im Herbst ist es so weit. Die

Presse wird von der Umweltorganisation

Global Footprint Network

informiert, dass ab sofort auf Pump

gelebt werde, da die ökologischen

Ressourcen auf der Erde für das laufende

Jahr bereits verbraucht seien.

2009 war der „Tag der ökologischen

Überschuldung“ der 25. September.

Das Maß aller Dinge

Was ist damit gemeint? Dass wir

schneller Bäume fällen, als diese

nachwachsen, den Böden schneller

Nährstoffe entziehen, als neue sich

dort ansammeln, die Fischgründe

dezimieren usw. Um diese vielfach

behauptete und beklagte Übernutzung

der Natur mess- und anfassbar

zu machen, hat der Schweizer

Mathis Wackernagel Anfang der

90er Jahre den „ökologischen Fußabdruck“

als Maß aller Dinge erfunden.

Bereits 1986, so Wackernagel,

habe die ökologische Überschuldung

Unbestechlich – aber käuflich

NovoArgumente erscheint zweimonatlich und ist

in einigen Buchläden Deutschlands und Österreichs

sowie im Online-Shop von www.novo-argumente.

com erhältlich. Der Einzelverkaufspreis beträgt

in Deutschland 7,20 Euro, das Jahresabonnement

kostet 37,80 Euro (ermäßigt 28,50 Euro).

Kontakt

Thomas Deichmann

Geschäftsführer und Chefredakteur

Tel. 069 97206-701

Fax 069 97206-702

info@novo-argumente.com

Aboverwaltung und Bestellservice:

Erik Lindhorst

Erik.Lindhorst@novo-argumente.com

www.novo-argumente.com

der Menschheit begonnen. Seitdem

verbrauchten wir mehr Ressourcen,

als die Erde hergebe. Seitdem sei der

„overshoot“ kontinuierlich gewachsen,

sodass heute die Nachfrage der

Menschheit nach den Ressourcen

des Planeten die regenerativen Kapazitäten

um rund 30% übersteige.

Der ökologische Fußabdruck soll

das Maß dafür sein, wie viel biologisch(?)

produktive Land- bzw.

Meeresfläche benötigt wird, um all

das bereitzustellen, was ein Einzelner

oder auch die ganze Menschheit

verbraucht. Die Maßeinheit ist der

„globale Hektar“. Das Konzept soll

als zentrales Controlling-Werkzeug

einer ökologisch orientierten Haushalts-,

Energie- und Industriepolitik

dienen.

Moral und Wissenschaft

(Foto: UTK)

Und fast alle machen mit: Regierungen,

Unternehmen, Kommunen,

Schulen und Familien berechnen

emsig, wie sehr sie dem Planeten

zur Last fallen. Tatsächlich handelt

es sich aber eher um ein Instrument

der Öffentlichkeitsarbeit

als der Steuerung. „Der Indikator

‚ökologischer Fußabdruck‘ ist einer

der erfolgreichsten Indikatoren

zur Vermittlung des Konzeptes der

ökologischen Nachhaltigkeit und

der physischen Begrenztheit des Planeten

Erde“, heißt es in einer Studie

des Umweltbundesamts. (1)

Die Eignung des Indikators „ökologischer

Fußabdruck“ für Kommunikations-

und Bildungszwecke

verdankt sich vor allem eines Kunstgriffs,

mit dem Moral und Wissenschaft

geschickt verknüpft werden:

Es wird suggeriert, das moralische

Verhalten eines Einzelnen oder einer

ganzen Nation lasse sich per Fußabdruck-Rechner

wissenschaftlich

bestimmen. Im Internet wimmelt

es von „Footprint Calculators“. Eine

Google-Suche ergibt 254 000 Treffer.

Ich erfahre zum Beispiel, dass zwei

Google-Suchen einen ebenso großen

Fußabdruck produzieren wie das Kochen

einer Tasse Tee.

Zweifelhaftes Konzept

Die Berechnung des ökologischen

Fußabdrucks ist jedoch in vielerlei

Hinsicht zweifelhaft. Vor allem

relativiert sich die behauptete

Überschuldung dadurch, dass rund

die Hälfte des Abdrucks durch CO2-

Emissionen zustande kommt. Diese

werden in die Fläche umgerechnet,

die man bräuchte, um so viele

Bäume zu pflanzen, dass das gesamte

CO2 wieder gebunden würde.

Doch in Wirklichkeit beanspruchen

wir diese Fläche nicht. Wir belassen

das CO2 in der Atmosphäre. Mit

anderen Worten: Es sind nicht 1,4

Planeten, die wir gegenwärtig unter

dem Pflug der Zivilisation haben,

sondern nur etwa zwei Drittel des

Planeten.

Ein weiteres Problem besteht darin,

dass in sog. „globalen Hektar“

gemessen wird. So schlägt etwa

die Menge Weizen, die im globalen

P.T. MAGAZIN 5/2010


Gesellschaft

(Foto: Wikimedia Commons/

GFDL/CC/Cruiser-Aust.)

9

Der Ressourcenverbrauch eines Toyota Land Cruiser ist nicht mal halb so groß wie der eines mittelgroßen Hundes. Da macht das

Fahren gleich doppelt Spaß – außer natürlich für ökologisch korrekte Tierhalter.

Durchschnitt auf einem Hektar

produziert wird, mit einem „globalen

Hektar“ zu Buche. Tatsächlich

kann diese Menge aber überall dort,

wo Hochleistungslandwirtschaft

betrieben wird, auf einer sehr viel

kleineren Fläche erzeugt werden.

„Bau ein Schiff aus mir!“

Überhaupt ist es die statische Sicht

auf Mensch und Natur, woran das

Konzept in allererster Linie krankt.

Es stellt einer gebenden und dienenden

Natur den sich bedienenden

Menschen als Konsumenten gegenüber.

So spricht Wackernagel von

„ökologischen Dienstleistungen“, die

die Natur für uns verrichte.

Das ist einerseits eine erfreulich

anthropozentrische Sichtweise:

Der Mensch steht im Mittelpunkt.

Es offenbart andererseits ein unerfreulich

anthropomorphistisches

Naturbild: Die Natur wird zum handelnden

Subjekt vermenschlicht. Sie

ist und bleibt indes Objekt. Sie leistet

uns keine Dienste. Wir nutzen sie

als Mittel zum Zweck. Und weil wir

sie nutzen, indem wir sie gestalten,

sind wir auch keine Konsumenten.

Außer der Luft, die wir atmen, und

ein paar Wildkräutern und Wildkaninchen,

die wir essen, gibt es nicht

allzu viel, was die Natur unmittelbar

zu unserer Bedürfnisbefriedigung

beiträgt. Der Baumstamm ruft

uns nicht zu: „Bau ein Schiff aus

mir!“ Ob ein Stück Natur von uns als

Ressource genutzt wird, hängt nicht

von der Natur ab, sondern von uns.

Und weil unser Wissen und unsere

Fähigkeiten permanent wachsen,

schaffen wir es, aus immer weniger

Natur immer mehr Wohlstand zu

machen.

Ablasshandel

So richtig populär bei den Eliten

konnte das Fußabdruck-Konzept

durch den Ablasshandel werden, der

es erlaubt, auf sehr großem Fuß zu

leben und dennoch mit null zu notieren.

Das beste Beispiel liefert hier

wahrscheinlich Al Gore, dessen Fußstapfen

dank Privatjet, Fuhrpark,

Riesenvilla etc. 100 Chinesen nicht

ausfüllen können. Er kann dennoch

einen vorbildlichen Lebensstil für

sich in Anspruch nehmen. Dies wird

ihm auf der Interneteinkaufsplattform

Utopia.de bescheinigt.

Aus Sicht der utopischen Konsumstrategen

sieht die Sache so aus: „Al

Gore hat einen Privatjet, der Stromverbrauch

seiner Villa ist gigantisch,

er lebt auf großem Fuß, hinterlässt

aber trotzdem keinen CO2-Fußabdruck,

weil er als Ausgleich in den

Tropen neue Bäume pflanzen lässt

und nur Öko-Strom nutzt. Gore predigt

nicht Konsumverzicht, sondern

will mit seinem eigenen Lebensstil

zeigen, dass es Spaß machen kann,

die Welt zu retten.“ (2)

Öko-Bauernfängerei

Wer wollte da einwenden, dass,

wenn wir alle so viele Bäume pflanzen

wollten wie der Oscar-Gewinner

und Friedensnobelpreisträger, zwei

zusätzliche Planeten wahrscheinlich

nicht ausreichen würden. Das

Beispiel verdeutlicht allerdings auch

den feinen Unterschied zwischen

dem ökologischen Fußabdruck

und dem CO2-Fußabdruck. Nur der

zweite lässt sich per Überweisung

auf null zurücksetzen.

Beim ersten zählt die Fläche des

gekauften Waldes genauso wie das

kalkulatorische Waldäquivalent des

emittierten CO2. Der Ablasshandel

ist inzwischen eine gut laufende

Öko-Bauernfängerei geworden.

Allerdings sollte der nicht nur ökologisch

bewusste, sondern auch

preisbewusste Konsument genau

schauen, wo er sich Absolution erkauft.

Die Preise der inzwischen mehreren

hundert Anbieter variieren erheblich.

Ich habe es mit einem Flug von

Berlin nach Sydney probiert. Der

amerikanische Anbieter Carbon

Clear berechnet mir 30 Euro, der

britische Carbon Care 54 Euro und

der deutsche Atmosfair (Schirmherr

Klaus Töpfer) sage und schreibe 280

Euro. Da bleibe ich doch lieber zu

Hause.

Menschenvermeidung und Öko-Sex

Der ultimative Beitrag zur Rettung

des Planeten durch Fußabdruck-

Online-Diskussion

Debattieren Sie über diesen Artikel im

Forum „Aufbruch nach vorn!“:

www.novo-argumente.com

P.T. MAGAZIN 5/2010


Gesellschaft

(Foto: © Monika Tugcu/PIXELIO)

10

vermeidung ist natürlich die hohe

Kunst der Menschenvermeidung.

Die Autorin Stefanie Iris Weiss, die

sich schon mit Anleitungen für Yoga

und veganes Leben für Teenager um

die Menschheit verdient gemacht

hat, will uns mit ihrem Öko-Sex-

Ratgeber „Eco-Sex: Go Green Between

the Sheets and Make Your

Love Life Sustainable“ zeigen, dass

man gleichzeitig Spaß haben und

ökologisch Gas geben kann.

Die Ratschläge sind gähnend interessant:

Blumen für den Liebsten im

Garten pflücken statt aus Kolumbien

einfliegen zu lassen, Kondome

aus biologisch abbaubarem Latex

und handbetriebenes Sexspielzeug

(ohne Batterien). Regel Nummer

eins für „Ökosexuelle“ ist laut Weiss

aber natürlich, „weniger oder gar

keine Kinder zu bekommen“.

So sieht es auch die gemeinnützige

Stiftung „Optimum Population

Trust“ (OPT), die daher einen speziellen

Ablasshandel anbietet. Auf

der Website www.popoffsets.com

kann man seinen sündigen Konsum

wieder gutmachen, indem man

Geld gibt, das zur Vermeidung von

Menschen eingesetzt wird – laut

PopOffset die effektivste Form des

Sündenerlasses.

Ein Hund oder zwei Land Cruiser?

OPT behauptet, für 7 Dollar durch

Geburtenvermeidung eine Tonne

CO2 einsparen zu können. Dagegen

sehen Windkraft (24 Dollar), Solarenergie

(51 Dollar), CO2-Sequestrierung

(57-58 Dollar), Hybridautos (92

Dollar) und Elektroautos (131 Dollar)

alt aus. Diese Art von Rechenübung

bringt schnell auch Tierfreunde,

Anmerkungen

die gleichzeitig den Planeten retten

wollen, in arge Bedrängnis.

In ihrem Buch „Time to Eat the

Dog?: The Real Guide to Sustainable

Living“ berechnen die neuseeländischen

Umweltschützer Robert

und Brenda Vale den ökologischen

Pfotenabdruck unserer tierischen

Lieblinge.

Das Ergebnis ist für den ökologisch

korrekten Tierhalter ein harter

Schlag: Ein mittelgroßer Hund hat

einen mehr als doppelt so großen

Ressourcenverbrauch wie ein Toyota

Land Cruiser (Herstellung und 10

000 km/Jahr). Eine Katze kommt

knapp an einen VW-Golf heran.

Naturschutz und Wachstum

Im Dienste des globalen, moralisierenden

und kulturpessimistischen

Nachhaltigkeitsbetriebs ist das Konzept

des ökologischen Fußabdrucks

nur ein schlechtes Propagandainstrument.

Es enthält dennoch einen

richtigen Grundgedanken: Es ist

ein sinnvolles Ziel, den Flächenverbrauch

gering zu halten. Effizienz ist

eine feine Sache.

Und Effizienz lässt sich auch wunderbar

mit Wohlstand verbinden.

Der Königsweg dorthin ist eine noch

viel stärker technisierte Landwirtschaft

und moderne Industrie. Es ist

durchaus interessant zu betrachten,

was nicht dazu beiträgt, den Verbrauch

an biologisch aktiven Flächen

zu verkleinern.

n (1) Stefan Giljum u. a.: Wissenschaftliche Untersuchung und Bewertung des Indikators

„Ökologischer Fußabdruck“, Dessau-Roßlau, Dezember 2007, Download unter

www.umweltbundesamt.de

n (2) Jakob Schrenk: „Unser Mann für die Welt“, 19.10.07, www.utopia.de

n (3) Loreen Gabriel u. a.: „Scale matters: the impact of organic farming on biodiversity at

different spatial scales“ in: Ecology Letters, 22.03.10

n (4) Despommier: „Das Gewächshaus im Wolkenkratzer“ in: Spektrum der Wissenschaft, 4/10

Als Erstes ist da extensive Landwirtschaft

zu nennen. Der Flächenverbrauch

im ökologischen Landbau

ist doppelt so hoch wie im konventionellen.

Für jeden Hektar ökologisch

bebautes Ackerland muss ich

demnach eine halben Hektar Natur

opfern. Der Nutzen für die Umwelt

steht in keinem Verhältnis dazu.

Die Biodiversität auf ökologisch genutzten

Agrarflächen ist lediglich

12% höher als bei konventionellen. (3)

Wohlstand UND intakte Natur sind

machbar

Sehr positive Effekte gehen dagegen

vom globalen Trend der Verstädterung

aus. Städte sind effizient. Sie

sind gleichzeitig Hotspots der Biodiversität.

Die artenreichste Region

Deutschlands ist Berlin. Und Städte

könnten in Zukunft sogar einen

großen Teil der von den Bewohnern

benötigten Lebensmittel selbst produzieren.

Denn der Flächenbedarf der Landwirtschaft

lässt sich noch um Größenordnungen

reduzieren, bis hin

zur Variante des vom Acker gänzlich

gelösten „Urban Farming“, wie es

der Mikrobiologe Dickson Despommier

von der Columbia Universität

propagiert, bei dem in einem Hightech-Gewächshochhaus

auf einer

innerstädtischen Fläche von zwei

Hektar so viel Nahrung produziert

werden könnte wie auf 1 000 Hektar

Ackerland. (4)

Wenn wir uns nicht von der irrigen

Vorstellung, wir zehrten vom

„Kapital“ der Natur, ins Bockshorn

jagen lassen, sondern mithilfe der

menschlichen Kreativität die menschengerechte

Gestaltung des Planeten

konsequent weiter verfolgen,

werden wir Wohlstand für alle und

eine „intakte“ Natur sehr gut unter

einen Hut bekommen. Und dabei

können wir uns auch gerne den

einen oder anderen Öko-Bauernhof

– mit Streichelzoo, Traktor, Geländewagen

und womöglich sogar einem

mittelgroßen Hund – als Ausflugsziel

leisten. n

Thilo Spahl

Dieser Artikel erschien ungekürzt

unter dem Titel „Wir schulden der

Natur nichts“ zuerst in NovoArgumente

107 – Juli, August 2010

P.T. MAGAZIN 5/2010


Gesellschaft

Eine Erde, eine Welt

Plädoyer für freie Diskussionen

Welches Handeln ist wirklich nachhaltig?

Bleibt am Ende tatsächlich das

Feuer oder nur die Asche? Wissenschaftler,

Publizisten, Politiker haben

die Pflicht, Fragen zu stellen. Und

zwar vor allem unbequeme Fragen.

Wozu braucht man sie sonst?

Glaubwürdigkeit braucht Freiheit

Wohin es führt, alternative wissenschaftliche

Meinungen zu negieren,

kann man an der Geschichte der

Scholastik und Aufklärung studieren.

1632 versuchte die Inquisition

von Florenz, die Verbreitung von

Galileos „Dialogo“ zu verhindern. 1978

verurteilte die DDR den Philosophen

und damaligen Grünen-Theoretiker

Rudolf Bahro zu acht Jahren

Gefängnis.

Wie sagte schon der jüdische Physiker

Albert Einstein? „Es ist schwieriger,

eine vorgefasste Meinung zu zertrümmern

als ein Atom.“ Glaubwürdigkeit

entsteht grundsätzlich durch die

Freiheit zur Diskussion, nicht durch

Verzicht auf Diskussion. Und wohin

Selbstzensur führt, kann man an

der Publikationsgeschichte der DDR

studieren.

Was grundsätzlich möglich ist – und

was nicht

Moderne Systemtheorie und Chaostheorie

zeigen, dass komplexe nichtlineare

Systeme sich der Vorhersage

mit klassischen Methoden grundsätzlich

entziehen. Ohne Zweifel ist das

Klima ein komplexes nichtlineares

System. Ohne Zweifel sind die

Klimamodelle zwar hochkompliziert,

jedoch keineswegs komplex. Aus

einem komplizierten Modell wird

auch grundsätzlich kein komplexes

Modell, selbst wenn unendlich viele

Daten auf unendlich leistungsfähigen

Hyperrechnern verarbeitet würden.

Jeder weiß, dass man Zukunft nur

vorhersagen kann, wenn sämtliche

Einflussfaktoren der Vergangenheit

bekannt sind und das System

geschlossen ist. Das ist bei den

offenen komplexen, eigendynamischen,

nichtlinearen Systemen in

Natur, Gesellschaft oder Persönlichkeit

grundsätzlich unmöglich. Daran

kann kein noch so kompliziertes

System von Differentialgleichungen

auf Supercomputern wie dem Earth

Simulator etwas ändern.

Für einen vernünftigen Umgang mit

Ressourcen – und miteinander

Um nicht missverstanden zu werden:

Wir plädieren leidenschaftlich für

einen vernünftigen Umgang mit

den natürlichen Ressourcen und

grundsätzlich für Demut und Achtung

gegenüber der Natur. Die Erde,

das Leben, die Welt sind Geschenke,

denen wir uns bei Strafe UNSERES

Untergangs würdig erweisen müssen.

Missbrauch und Zerstörung muss

deshalb bemerkt, gebrandmarkt,

geächtet werden. Aus diesem Grunde

sind alle Innovationen, die den Verbrauch

von natürlichen Ressourcen

mindern, positiv zu sehen und zu

befördern. Aber deshalb muss man

nicht jede offizielle Verlautbarung

für der Weisheit letzten Schluss

halten, nur weil sie wissenschaftlich

gekleidet daherkommt oder zur

Begründung politischer Entscheidungen

taugen soll.

In einer offenen Gesellschaft sollten

wir uns gegenseitig gestatten, so

offen wie möglich zu diskutieren.

Denkbare Wege zu verschweigen, Diskussionen

einzuschränken, alternative

Meinungen zu tabuisieren – das hat

noch immer in Sackgassen geführt. n

Dr. Helfried Schmidt

(Foto: MARITIM)

Henrik Müller-Huck, Regionaldirektor MARITIM-

Hotels, Frankfurt/M.: „Ich schätze am P.T. Magazin die

erfreulich offenen Diskussionen. Es ist kritisch und

zugleich selbst kritisch. Es respektiert Meinungsvielfalt,

ohne die keine Diskussion lohnen würde.“

P.T. MAGAZIN 5/2010


Gesellschaft

33 Milliarden Euro Steuern

Große Steuerzahler Deutschlands

12

(Foto: Wikipedia/CC/GFDL/

Franziska Kafka)

Prof. Dr. Paul Kirchhof

n Der frühere Verfassungsrichter Paul Kirchhof will nächstes Jahr ein Bundessteuergesetzbuch

vorlegen und tausende Paragraphen zahlloser Gesetze einstampfen. Das gesamte deutsche

Steuerrecht passt seiner Ansicht nach in 400 Paragrafen und soll Einkommens-, Umsatz-,

Erbschafts- und Verbrauchssteuern umfassen. Fast die Hälfte der weltweiten Steuerliteratur ist

deutsch. Es wird höchste Zeit, dass sich das ändert.

Vor einiger Zeit reflektierte der

Bestseller-Philosoph Peter Sloterdijk,

dass sich zwei Jahrzehnte nach

dem Mauerfall, nach dem Abfall

der Sowjetunion und ihrer Vasallenstaaten

vom kommunistischen

Glauben, die Ideologie eines nun

demokratisch gewandeten Sozialismus

in Deutschland neu zu etablieren

scheint. Ungewollt bedient

das Manager-Magazin mit seiner

jährlichen Liste der „Reichsten“ Vorurteile

gegen „die Reichen“. Beim

Blick auf die Milliardenvermögen

wird leicht vergessen, dass nur der

ein Milliardenvermögen erworben

haben kann, der zuvor Milliarden an

Steuern gezahlt hat.

Die hier vorgestellten sechs Persönlichkeiten

haben gemeinsam rund

33 Mrd. Euro persönliche Steuern

gezahlt. Sie beschäftigen in ihren

Firmen zusammen rund 260 000

Menschen. Ihre Unternehmen sind

Arbeitsplatzfabriken, Innovationsquellen,

Staatsfinanzierer. Wenn

ein Staat viel Steuergeld einnehmen

will, muss er dafür sorgen, dass

möglichst viele Steuerzahler möglichste

viele Steuern zahlen können.

Das geht nur, wenn die Gesellschaft

sich wie in den 50er Jahren darin

einig ist, all denen besteuerbares

Einkommen auch zuzugestehen,

die Arbeitsplätze zu schaffen in der

Lage sind und Steuern zahlen sollen.

Dieses Ziel verfolgt der frühere Verfassungsrichter

Paul Kirchhof. n

Dr. Michael Otto

n Aufsichtsratsvorsitzender der Otto-

Group, laut „mm“ viertreichste

Familie Deutschlands

n persönliche Steuerzahlungen bis

2008: mindestens 8 Mrd. Euro, be -

schäftigt weltweit 50 000 Mitarbeiter,

1949 als Schuhversand gegründet,

die 300 Exemplare des ersten

Kataloges hatten nur 14 Seiten

Prof. Dr. h. c. mult. Reinhold Würth

n Vorsitzender des Stiftungsaufsichtsrats

der Würth-Gruppe, laut „mm“

siebtreichste Familie Deutschlands

n persönliche Steuerzahlungen bis

2008: mindestens 6 Mrd. Euro,

beschäftigt weltweit 59 000 Mitarbeiter,

1945 als 2-Mann-Schraubenhandlung

gegründet

Alexandra und Dr. h.c. August Oetker

n Vorstandsvorsitzender der Oetker

AG, beim Deutschen Medienpreis

2002 in Baden-Baden; laut „mm“

achtreichste Familie Deutschlands

n persönliche Steuerzahlungen

bis 2008: mindestens 6 Mrd. Euro,

beschäftigt 9 000 Mitarbeiter, das

Unternehmen startete 1891 mit dem

Kauf einer kleinen Apotheke

(Foto: B. Braun

Melsungen AG)

(Foto: HPI)

(Foto: „Kühne + Nagel“)

(Foto: Otto Pressebild)

(Foto: „Würth“)

(Foto: © media control

GmbH)

Prof. Dr. h.c. Ludwig Georg Braun

n Vorsitzender des Vorstands der B.

Braun Melsungen AG, laut „mm“

zehntreichste Familie Deutschlands

n persönliche Steuerzahlungen bis

2008: mindestens 5 Mrd. Euro,

beschäftigt fast 40 000 Mitarbeiter

weltweit, startete 1839 als kleine

Apotheke

Prof. Dr. h.c. Hasso Plattner

n Mitbegründer und Aufsichtsratsvorsitzender

der SAP AG, laut „mm“

zwölftreichste Familie Deutschlands

n persönliche Steuerzahlungen bis

2008: mindestens 4,5 Mrd. Euro, SAP

beschäftigt 47 000 Mitarbeiter, wurde

1972 von ein paar ehemaligen

IBM-Mitarbeitern gegründet

Prof. Dr. h.c. Klaus-Michael Kühne

n Executive Chairman Kühne + Nagel

International AG, laut „mm“ an

28. Stelle der reichsten Familien

Deutschlands

n persönliche Steuerzahlungen bis

2008: mindestens 3,5 Mrd. Euro,

beschäftigt 55 000 Mitarbeiter, 1890

als Seehafenspedition gegründet

P.T. MAGAZIN 5/2010


Anzeige


Gesellschaft

Und täglich grüßt der Infostress

Vom Suchen und Finden im Datenlabyrinth

Medium vielleicht nicht überstrapazieren“,

erläutert Fron gegenüber

dem DLF.

14

(www.ne-na.de) - Zwei Drittel der

Berufstätigen sind nach einem

Bericht des Deutschlandfunks inzwischen

außerhalb ihrer regulären

Arbeitszeiten für Kunden, Kollegen

oder Vorgesetzte per Internet oder

Handy erreichbar.

Ein Drittel der Erwerbstätigen ist

sogar jederzeit erreichbar, also auch

am Abend oder am Wochenende.

Nur 32 Prozent der Berufstätigen sind

in ihrer Freizeit nur in Ausnahmefällen

oder gar nicht per Internet oder

Handy erreichbar. „Das Thema hat

inzwischen nicht nur die Arztpraxen,

sondern auch die Medien erreicht“,

so der DLF.

Ständige Erreichbarkeit normal

Bei vielen Berufstätigen würde

es auch am Feierabend und am

Wochenende piepen – ob sich eine

SMS ankündigt, das Telefon klingelt

oder die E-Mail im Postfach

ankommt – ständige Erreichbarkeit

gilt heute häufig als normal.

Christian Fron, Geschäftsführer

des Aastra-Tochterunternehmens

DeTeWe erinnert an ein Zitat des

amerikanischen Zukunftsforschers

John Naisbitt.

(Foto: © Rainer Sturm/PIXELIO)

Er habe bereits vor 50 Jahren gesagt,

es hänge vom Menschen ab, ob er die

Technologie beherrscht oder sich von

der Technologie beherrschen lässt.

Wenn von einer Informationsflut

die Rede sei, liege einiges auch am

Nutzerverhalten. So werden täglich

in Unternehmen rund 70 Milliarden

E-Mails intern verschickt: „Jetzt muss

man sich die Frage stellen, ob so viele

Informationen zielgerichtet sind oder

ob die eigentlichen Nutzer dieses

Synapsen zu wirrem Knäuel

verstrickt?

„Wir sind alle dauernd online, und

das zerfasert unser Leben. Und sehr

viele klagen gelegentlich darüber.

Aber nur kurz. Dann schauen sie in

ihr E-Mail-Postfach, damit sie nichts

versäumen”, philosophiert er in den

gut fünf Minuten Sendung weiter.

„Aber der Traum vom offline sein,

vom guten Buch, das man ungestört

„Mich macht das Internet auch

nervös. Am meisten nervös

macht es mich, wenn es nicht

funktioniert.“ Robert Misik,

österreichischer Journalist

liest, ohne zwischendurch durch dies

und das abgelenkt zu sein, dieser

Traum ist das Next Big Thing, das

kann man jetzt schon sagen“, klagt

Robert Misik vom österreichischen

„Standard“ in seinem Videocast. Er

verweist auf das Buch von SZ-Redakteur

Alex Rühle „Ohne Netz: Mein

halbes Jahr offline“ und auf den

Band „Ich bin dann mal Offline. Ein

Selbstversuch“ von Christoph Koch.

Beide könne man schon ganz leicht

bestellen. Im Internet!

„Und am amerikanischen Buchmarkt

stapeln sich ohnehin schon die Wälzer,

in denen beschrieben wird, wie

furchtbar das Internet ist, wie es uns

immer dümmer macht, wie es unser

Gehirn in Unordnung bringt, indem

es unsere Synapsen zu einem wirren

Knäuel verstrickt. Und ich geb’

zu: Mich macht das Internet auch

nervös. Am meisten nervös macht

es mich, wenn es nicht funktioniert“,

führt Misik aus.

Technik geschickt einsetzen

Die Klage über den Überfluss an

Informationen sei kein Phänomen

des Internetzeitalters und der

mobilen Arbeitswelt, so Peter B.

P.T. MAGAZIN 5/2010


Gesellschaft

Záboji, Chairman des Afters Sales-

Spezialisten Bitronic. Man müsse

wie früher genau selektieren, welche

Informationen durchkommen dürfen

und welche nicht.

„Beim traditionellen Briefverkehr

waren es die Vorzimmer im Unternehmen,

die eine Auswahl vorgenommen

haben. Heute sind es elektronische

Filter und virtuelle Assistenzsysteme.

Man sollte die Technik

nur geschickt einsetzen und darf sich

nicht von ihr dominieren lassen.“ Die

Folgen der informationellen Unzulänglichkeit

des Menschen habe der

Informatiker Prof. Karl Steinbuch vor

über 30 Jahren treffend beschrieben.

Ein Wissenschaftler stehe beispielsweise

ständig vor dem Dilemma, ob

er seine Zeit der Forschung widmen

soll oder der Suche nach Ergebnissen,

die andere schon gefunden haben.

Versuche er, fremde Publikationen

erschöpfend auszuwerten, dann

bleibe ihm kaum Zeit zu eigener Forschung.

Forsche der Wissenschaftler

jedoch ohne Beachtung fremder

Ergebnisse, dann arbeitet er möglicherweise

an Erkenntnissen, die

andere schon gefunden haben.

Grundregel: Gehirn einschalten!

„Mit den Recherchemöglichkeiten,

die das Internet heute bietet, reduziert

sich allerdings der Aufwand für

das erste Szenario erheblich“, sagt

Záboji. Wichtig sei es nach Ansicht

des ITK-Branchenexperten Fron, dass

Informationen nur da hinkommen,

wo sie wirklich hin sollen: „Ich habe

jederzeit die Möglichkeit, die Informationen

komplett umzulenken,

so dass nur in dringenden Fällen

Nachrichten an mich herangetragen

werden.“ Grundsätzlich biete

sich nicht für jedes Unternehmen

immer jede Technik an. „Ein Blackberry

ist für einen Geschäftsführer

sinnvoll, der viel unterwegs ist. Ein

Innendienstmitarbeiter braucht ihn

dagegen nicht. Videokonferenzen

sind für internationale Konzerne mit

vielen Niederlassungen äußerst praktisch.

Man kann den Kollegen oder

Geschäftspartnern gegenübersitzen,

ohne dass man einen Schritt aus dem

Büro gemacht hat. Reisen entfallen.

Das spart Zeit und Geld. Man muss

bei all den Anschaffungen vor allen

Dingen sein Gehirn einschalten

und prüfen, welche technischen

Innovationen zur eigenen Firma

passen“, so der Ratschlag von Záboji.

Unangemessen sei die fundamentale

Technologiekritik, die sich gegen

das Internet wendet. Auf diesen Zug

würden zwar immer mehr Debattenkünstler

wie Nicholas Carr oder

Jaron Lanier aufspringen. Besonders

originell seien die Positionen dieser

Nörgler nicht. n

Gunnar Sohn

15

P.T. MAGAZIN 5/2010


Wirtschaft

Drachen steigen nur im Gegenwind!

Elf unumstößliche Überlebensgebote erfolgreicher Unternehmen

16

In den letzten Jahren verführte

vorauseilender Gehorsam deutsche

Geschäftsbanken in Folge von

Basel II und BaFin zu einer wahren

Fenstersturzpsychose gegenüber

dem unternehmerischen Mittelstand.

Das Thema „Kreditklemme

im Mittelstand“ wurde tabuisiert,

diskutiert, ignoriert.

Der Kreditmangel verdeckt jedoch

ein tiefer liegendes Problem: Das

wahre Finanzproblem vieler deutscher

Mittelständler ist häufig der

Eigenkapitalmangel. Denn wer bei

aller Anstrengung selbst nichts erarbeiten

konnte, dem wird gerade in

der Krise nicht zugetraut, geborgtes

Geld zurückzahlen zu können.

Teilenteignungen

Dieses Problem ist hausgemacht.

Ihm liegt immer mindestens eine

von zwei Ursachen zugrunde:

1. Immer wieder wird schwer verdientes

Kapital durch Leichtsinnigkeit

und Überheblichkeit verbrannt.

Prominentestes Beispiel ist

Arcandor, dessen Führung innerhalb

weniger Jahre die stolzen

alten Marken Quelle und Karstadt

in den Abgrund riss. Doch das ist

nur die betriebswirtschaftliche

Seite der Medaille. Die andere,

entscheidende Seite ist die volkswirtschaftliche

Betrachtung:

2. Der deutsche Staat behinderte in

den letzten 50 Jahren immer mehr

die Eigenkapitalbildung der Firmen.

Die Umsatzsteuer wurde von

10% (1968) bis 2007 auf 19% fast

verdoppelt. Der Einkommens-Spitzensteuersatz

wurde 1958 erst bei

Einkommen ab 56.252 Euro fällig.

Damals war das das 20,65-fache

des Durchschnittseinkommens

von 2.724 Euro.

Obwohl die Durchschnittsverdienste

seitdem um das 14,3-fache

auf 38.976 Euro stiegen, wird heute

schon das 1,3-fache (52.882 Euro)

Durchschnittseinkommen „spitzenbesteuert“.

Im Klartext: Alle Einkommen

unterhalb des 20,65-fachen

Durchschnittseinkommens (805.025

Euro) sind seit 1958 zulasten des

unternehmerischen Eigenkapitals

und des produktiven Kapitalstocks

teilenteignet worden.

Kapitalstock

(Foto: © schaltwerk.de/PIXELIO)

1983 betrug das durchschnittliche

Monatseinkommen 1.444 Euro. Es

gab 10 318 Einkommensmillionäre.

Bis 2004 verdoppelte sich das Durchschnittseinkommen

auf 2.954 Euro.

Man sollte annehmen, dass sich

auch die Zahl der Einkommensmillionäre

allein durch Inflation verdoppelt

hat. Weit gefehlt. Ihre Zahl stieg

bis 2004 nur um 21%. Der private

Kapitalstock wuchs also nicht im

selben Maße wie die Besteuerung.

Die Kapitalvoraussetzungen für

Investitionen und Arbeitsplätze verschlechterten

sich.

In krisenhaften Entwicklungen,

Marktumbrüchen oder bei politischen

Unsicherheiten reagieren

viele Firmen mit Investitionsverweigerung.

Das war auch während der

jüngsten Krise zu beobachten, als

die Maschinenbaubranche und die

Zulieferer besonders von Auftragsrückgängen

betroffen waren. Denen

nützt auch kein politischer Appell

zur Konsumankurbelung, selbst

wenn er funktioniert. Sie brauchen

Kunden aus der Industrie.

Häufige Führungsfehler

Die naheliegenden Reaktionen sind

tödlich. Blindes Abwarten etwa.

Oder hektischer Aktionismus mit

Überlastung der Führungskräfte,

die im „Junky-Effekt“ endet. Die

innerlich ausgebrannte Organisation

kann dann nur noch abgewickelt

werden. „Management by Zapping“

nach immer neuen Management-

Moden verschiedenster Berater beerdigt

die Reste an Kernkompetenzen

und Grundwerten des Unternehmens.

Manche versuchen es dann mit

„Chicken-Management“: Alle

gackern wie auf dem Hühnerhof

solange laut durcheinander, bis der

Fuchs kommt. Oder sie misstrauen

ihrem gesunden Menschenverstand

und schreiben so lange ZDF (Zahlen,

Daten, Fakten)-Dokus, bis sie den

Wald vor lauter Bäumen nicht mehr

sehen.

Andere scheinbar naheliegende

Lösungen stellen sich als Scheinlösungen

heraus. Wie beim britischen

Gouverneur vor Jahrzehnten in

Indien, der mit einer Kopfprämie für

tote Kobras einer Schlangenplage

Herr werden wollte. Er sah nicht

voraus, dass die Inder extra Schlangen

züchten würden, um die Kopfprämie

zu kassieren. Nach dem Ende

der „staatlichen Marktintervention“

öffneten sie ihre Käfige, und es gab

mehr Schlangen als je zuvor. Der

Begriff „Kobraeffekt“ beschreibt

heute eine der häufigsten Formen

des Staatsversagens.

Überlebenskünstler

Dabei gibt es Firmen, die seit über

100 Jahren existieren, die Kriege,

Krisen, Regierungs- und Staatswechsel

und im Osten Enteignungen

und Kollektivierung überstanden

haben, die gezeigt haben, wie man

überlebt: Weimar und die Weltwirt-

P.T. MAGAZIN 5/2010


Wirtschaft

schaftskrise, Hitler und den Krieg,

die Russen und den Sozialismus.

Solche Firmen finden sich unter den

Teilnehmern des Wettbewerbs „Großer

Preis des Mittelstandes“. Und

solche Firmen sind in dieser Ausgabe

auf Seite 12 skizziert. Jeder kann

aus den Biographien solcher Firmen

lernen. Er muss nur offen sein und

wollen.

Solche Firmen und Unternehmerfamilien

haben ein „kollektives“

Gedächtnis und eine besondere

Intuition entwickelt. Sie lassen

sich nicht ins Bockshorn jagen.

Sie widerstehen der Angstmache

politischer Kollektivisten ebenso

wie den Heilsversprechungen politischer

Abenteurer. Sie verwechseln

die in den Medien veröffentlichte

Meinung nicht mit der öffentlichen

Meinung. Sie verwechseln das

Fernsehbild der Wirklichkeit nicht

mit der Wirklichkeit selbst. Und sie

bringen die gesellschaftliche und

volkswirtschaftliche Betrachtungsund

Diskussionsebene nicht mit

der betriebswirtschaftlichen Ebene

durcheinander.

Wandel als Chance

Sie wissen, dass es auf betriebswirtschaftlicher

Ebene immer um

Wandel, um Erneuerung geht. Sie

praktizierten schon immer „Change

Excellence“. Der Begriff dazu ist

erst vor wenigen Jahren erfunden

worden. Sie gehen souverän mit

Unsicherheiten um. Sie können das

Chaos kalkulieren. Das beweist sich

im Überstehen von Krisen und Veränderungen.

Das beruht auf klaren

Werten, fundierter Firmenidentität

und tiefem Selbstvertrauen.

Change Excellence ist die Fähigkeit,

alles – intern und extern – immer

wieder rechtzeitig in Frage zu

stellen, gepaart mit der Kraft des

ständigen Neubeginns und des

Beschreitens neuer Wege. Dazu

braucht man engagierte Mitstreiter,

organisatorische Freiräume und

methodische Vielfalt, besonders

jedoch unbegrenztes Denken.

Change Excellence in diesem Sinne

ist eine besondere, hochentwickelte

CHANGE-EXCELLENCE ist Umgang mit

Unsicherheit, beweist sich im Überstehen

von Veränderungen und Krisen,

basiert auf Firmenidentität, -botschaft

und -philosophie.

Form der Unternehmenskultur, die

ohne großes Tamtam einfach funktioniert.

Unsicherheit, Veränderungen,

erlebtes Chaos werden künftig noch

viel mehr als bisher berücksichtigt

werden müssen. Alle wirtschaftlichen

und gesellschaftlichen

Veränderungen führen zu Marktdruck

und erzwingen Wandel. Nur

wer den Wandel anführt, wird die

meisten Optionen behalten und

am wenigstens darunter leiden.

Nicht der Wind, sondern das Segel

bestimmt die Richtung eines Bootes.

Drachen steigen nur im Gegenwind!

Feines Gespür

Ein Unternehmer fällt täglich

Dutzende von Entscheidungen.

Diese Entscheidungen müssen das

Unternehmen nach vorn bringen.

Sie dürfen dem Wertekanon des

Unternehmens nicht widersprechen.

Sie müssen das Umfeld, die

Gesellschaft berücksichtigen. Sie

müssen das Team mitziehen. Sie

müssen Verantwortungsübernahme

auslösen. Alles andere führt in den

Untergang.

Das ist nicht einfach in einer Zeit

des Wandels, der Umbrüche, der

chaotischen Entwicklungen. Erfolgreiche

Unternehmen haben zu allen

Zeiten ein feines Gespür für die tatsächlich

wichtigen Fragen gehabt.

Sie haben sich nicht verführen lassen,

nicht von Menschen, nicht von

Emotionen, nicht von Illusionen.

Aus der Analyse tausender Profile

von Unternehmen im Wettbewerb

„Großer Preis des Mittelstandes“

ergaben sich elf Überlegengebote

(siehe Randspalte). Kein einzelnes

von ihnen darf dauerhaft verletzt

werden, wenn ein Unternehmen

bestehen will. Sie sind unumstößlich.

n

Elf unumstößliche

Überlebensgebote

1. Rentabilität und Gewinn sichern

Dauerhaftigkeit, Nachhaltigkeit.

2. Liquidität ist wichtiger als

Rentabilität – sie sichert das tägliche

Überleben.

3. Eigenkapital kommt vor

Fremdkapital. Wer sollte Ihnen

sonst sein Geld anvertrauen?

4. Renner-Penner-Analysen zur

Auslistung von Ladenhütern und

zum Managen von Verkaufshits.

5. CIA-Management(Critical Incident

Approach): Bei jedem kritischen

Vorfall alle Instrumente so verbessern

oder ergänzen, dass derselbe

Fehler nie wieder vorkommen kann.

Aus Fehlern wird man klug.

6. Cockpit-Controlling: Sie brauchen

nur eine Handvoll kritische

Controlling-Indikatoren, aber die

täglich!

7. Vollkommenheit ist Einfachheit:

Vollkommenheit entsteht nicht

dadurch, dass man nichts mehr

hinzufügen kann, sondern dadurch

dass man nichts mehr weglassen

kann. Beispiel: Aldi.

8. Szenario-Analyse: Stets mindestens

den optimalen, den realistischen

und den ungünstigsten Fall durchrechnen.

Viele Pleiten wären vermeidbar

gewesen, wenn man die

eigene Worst-Case-Analyse ernst

genommen hätte!

9. Komplexitätskostenbeachten:

Nur Vollkostenanalysen identifizieren

versteckte Kostenfallen bei

Investitionen, Outsourcings usw.

Die könnten den Ruin bedeuten.

10. Umfeldernstnehmen (Corporate

Social Relationship, CSR): Man

kann nicht dauerhaft straflos sein

Umfeld (Stakeholder) ignorieren

oder bekämpfen.

11. SensibleErfolgskommunikation:

Das Wichtigste in Zeiten der

Individualisierung, Digitalisierung

und Informationsgesellschaft ist

der Dialog!

17

P.T. MAGAZIN 5/2010


Die Welt braucht Lösungen

PACO bietet sie für nahezu jeden

industriellen Anwendungsbereich

Wirtschaft

Hilft der Kreditmediator?

Ein Versuch der Bundesregierung, die Kreditklemme im

Mittelstand zu entschärfen

(Foto: ISB)

Hans-Joachim Metternich, Kreditmediator der Bundesregierung

PACO Gruppe

Metallgewebe - Filter - Apparatebau - Verfahrenstechnik

36396 Steinau a. d. Strasse | Industriegebiet West

E-Mail: info@paco-online.com | Website: www.paco-online.com

Die häufigsten Lügen überhaupt:

Ich liebe Dich.

Ich rufe Dich an.

Du bekommst Dein

Geld.

Alle tun sie weh, aber eine kann Ihre

Existenz ruinieren. Bürgel-Auskünfte

zeigen Ihnen, wie es um Ihre Kunden

bestellt ist! Spezialisten ziehen Ihre

offenen Forderungen ein; konsequent,

erfolgreich!

BÜRGEL Wirtschaftsinformationen

Vertriebsgesellschaft mbH

– Niederlassung Leipzig –

Dohnanyistraße 28 • 04103 Leipzig

Tel.: (03 41) 4 49 03-0 • Fax: (03 41) 4 49 03 50

Internet: www.buergel-Leipzig.de

Jüngste Studien zeigen, dass etwa

40% der Unternehmen verschlechterte

Bedingungen für die Beschaffung

von Krediten melden, höhere

Zinsen beklagen und das Gesamtvolumen

der Kreditvergabe in Deutschland

gesunken ist.

Der Mann fürs Feine

Eine Antwort der Bundesregierung

auf die Klage einer zunehmenden

Kreditverknappung ist die Institution

des Kreditmediators. Dieser

hat die Aufgabe, gemeinsam mit

Unternehmen, Kammern und Banken

in einem Mediationsverfahren

nach Finanzierungsmodellen und

Lösungen für Unternehmen zu

suchen, die sich an ihn wenden, weil

ihnen kein Kredit gewährt wurde.

Seit März 2010 hat Hans-Joachim

Metternich seine Arbeit als Kreditmediator

der Bundesregierung aufgenommen.

Das Deutsche Institut

für kleine und mittlere Unternehmen

e. V. (DIKMU) hat sich Ende Juni

2010 bei den Unternehmen erkundigt,

ob die in Aussicht gestellte

Hilfe des Kreditmediators bei ihnen

„ankommt“.

Niedriger Bekanntheitsgrad und

geringer Bedarf

Wenngleich man angesichts der allgegenwärtigen

Diskussion über eine

Kreditklemme annehmen könnte,

dass die meisten Unternehmen den

neuen Kreditmediator des Staates

kennen sollten, zeigt die Studie einen

überraschend niedrigen Bekanntheitsgrad:

Gerade einmal 39% der

409 befragten Unternehmen kannten

ihn. Spricht das nun dafür, dass

die Kreditversorgung der Unternehmen

doch nicht so schlecht ist, wie

angenommen, oder deutet der niedrige

Bekanntheitsgrad lediglich auf

eine schlechte Öffentlichkeitsarbeit

des Bundeswirtschaftsministeriums

hin? Viele Unternehmen informieren

sich erst über einen Kreditmeditator,

wenn sie aktuell in Kreditprobleme

kommen.

Vier von fünf Unternehmern brauchen

ihn nicht

Zudem ist tatsächlich bis heute keine

Kreditklemme auf breiter Front in

der Praxis erkennbar, obwohl dies

wiederholt durch Verbände und in

der Berichterstattung suggeriert

wird. Alles dies mag die geringe

Bekanntheit ebenso erklären wie die

noch junge Schaffenszeit des staatlichen

Kreditmediators. Gleichwohl

zeigt sich noch Potenzial für mehr

Öffentlichkeitsarbeit.

Auch der Bedarf korrespondiert mit

der Bekanntheit: 82% der befragten

Unternehmen gaben an, dass sie die

Vermittlungsleistung eines Kreditmediators

nicht benötigen. 41 Unternehmen

(10%) gaben an, dass sie

grundsätzlich einen Bedarf haben.

Allerdings haben sie bisher noch

keinen Kreditmediator in Anspruch

genommen.

P.T. MAGAZIN 5/2010


Wirtschaft

Nur 34 Mittelständler (8%) haben überhaupt ein solches

Instrument zur Schlichtung von Streitigkeiten bei der Kreditvergabe

zwischen Bank und Unternehmen bereits genutzt.

Geteilte Erfahrungen

Die Erfahrungen derjenigen Unternehmen, die bereits einen

Kreditmediator in Anspruch genommen haben, sind zweigeteilt:

53% hatten positive Erfahrungen gemacht, 47% hingegen

negative. Die Einschätzungen differierten aber auch

dahingehend deutlich, ob ein bankinterner oder ein freier

Kreditmediator genutzt wird.

Gerade einmal 39% waren mit bankinternen Kreditmediatoren

zufrieden, dagegen waren es 56% bei den freien. Aufgrund

der Unabhängigkeit und der doch recht starken Position

als staatliche Stelle ist dem Kreditmediator des Bundes

nicht nur ein guter Betreuungserfolg gewünscht, sondern

auch zu erwarten.

Manches lässt allerdings daran zweifeln: So steht den

Unternehmen, die seine Hilfe in Anspruch nehmen wollen,

ein aufwendiges und formalisiertes Antragsverfahren

bevor. Zudem sieht das deutsche Modell anders als z. B. das

französische keine eigene Kreditvergabe vor – es ist darauf

beschränkt, Hinweise zu geben und zu vermitteln. Darüber

hinaus ist die Personalausstattung des deutschen Kreditmediators

gering: Ihm stehen nur sieben Mitarbeiter zur

Seite, während sein französischer Kollege einen Stab von 250

Mitarbeitern um sich versammelt. Viele Fälle wird er daher

nicht bearbeiten können – bislang sind es aber immerhin

schon etwa 50.

Alternativen

Jenseits der klassischen Kredite bei den Hausbanken – nach

wie vor die primäre Fremdfinanzierung des Mittelstandes –

werden seit der Krise verstärkt alternative Finanzierungen

wie Factoring, Leasing oder Minderheits- und Mitarbeiterbeteiligungen

genutzt. Fraglich ist zu diesem Zeitpunkt, ob

dieser Trend nach der Krise weiter so anhalten wird. Alternativen

für die Zukunft sind es allemal. n

Prof. Jörn-Axel Meyer, David Ehmke

P.T. MAGAZIN 5/2010


Wirtschaft

Führungswechsel:

Widersprüche fruchtbar machen!

Teil 21 der Reihe „Führungs kompetenz im Mittelstand“

von Dr. oec. habil. Jörg Schumann

20

Dr. oec. habil. Jörg Schumann

(Foto: Dr. oec. habil. Jörg Schumann)

„Ich denke, die Zeit ist reif, dass wir

uns dem Thema Unternehmensnachfolge

verstärkt zuwenden“,

sagte der Präsident des Unternehmerverbands

Sachsen e. V., als

er mich am 31.03.2010 zu einem

Gespräch empfing. Hartmut Bunsen

kannte die Fakten:

Waren es doch im Zeitraum 2005 bis

2009 jährlich etwa 71 000 Familienunternehmen

in Deutschland, die

sich den Herausforderungen einer

Stabübergabe an die nächste Generation

gestellt haben. Der Freistaat

Sachsen hatte daran mit etwa 2 770

Nachfolgen jährlich den größten Anteil

der neuen Bundesländer (Quelle:

www.ifm-bonn.org).

Somit stand und steht die strategische

Frage nach dem „Quo vadis,

Unternehmensführung?“ Hierzu verwertbare

Orientierungen zu geben,

könnte ein würdiger Beitrag eines

Unternehmerverbands sein, folgerte

ich. Wie ich mir den Beitrag denn

(Quelle: © IfM Bonn)

konkret vorstelle, fragte der Präsident.

Herr Bunsen kannte mich –

und hörte mir zu. Er wusste, dass ich

im März 1990 als Firmengründer in

meiner Heimatstadt Leipzig dem damaligen

„Unternehmerverband der

DDR“ beitrat, 1993 in den Vorstand

des Unternehmerverbands Sachsen

e. V. gewählt wurde und fünf Jahre

lang in diesem Ehrenamt tätig war.

Das Problem

„Wir beide kennen es aus eigener

Erfahrung: Jeder Führungswechsel

hat zwei Dimensionen – den Sachund

den Personenbezug. Während

die juristischen, steuerlichen und

finanziellen Fragen in der Regel als

Ergebnis harter Sacharbeit geklärt

werden, bleibt der Personenbezug

oft unterbelichtet: Wie ticken der/die

Übergebende und Übernehmende?

Gibt es wesentliche Unterschiede

im Denken, Fühlen, Handeln und

Verhalten? Wenn ja, wie könnten

sich die Unterschiede auf die Art und

Weise der Unternehmensführung

auswirken? Und inwiefern könnten

erkennbare Veränderungen den

Unternehmens erfolg beeinflussen?

Solche Fragen werden zu wenig

gestellt – und kaum beantwortet.

Und genau hier sehe ich einen erheblichen

Orientierungsbedarf im

Mittelstand!“, antwortete ich. Der

Präsident kannte das Problem. Klar,

dass ihn die Lösung interessierte.

Hauptlieferant für loses durchwachsenes Pilzsubstrat (Phase 3)

sowie fruktifizierte Kisten

(1280 Tonnen/Woche, 2500 fruktifizierte Kisten/Woche der Sorten weiß und braun)

Pilzhof Pilzsubstrat Wallhausen GmbH | Mühlgebreite 4 | 06528 Wallhausen

Telefon: +49 (0) 346 56/61-3 | Telefax: +49 (0) 346 56/61-420

P.T. MAGAZIN 5/2010

Internet: www.pilzhof-wallhausen.de | eMail: info@pilzhof-wallhausen.de


Wirtschaft

Die Lösung

Vielfach „fällt der Apfel weiter vom

Stamm“. Das heißt, der/die Übernehmende

– in Familienunternehmen ist

das meist ein Sohn oder eine Tochter

– tickt oft anders als der/die Übergebende:

Er/Sie nimmt oft anders wahr

und beurteilt das Wahrgenommene

entsprechend anders. Das ganze wird

dann dramatisch, wenn z. B. der Senior

in einem einjährigen „Paarlauf“

versucht, den Junior „an die Hand zu

nehmen“, um ihm zu „zeigen, wo es

im Unternehmen lang geht“.

Die aus dem „Anders sein“

resultierenden Widersprüche

fruchtbar zu machen, ist der

Schlüssel zum Erfolg beim

Führungswechsel.

An der Schnittstelle zwischen Vergangenheit

und Zukunft sollte gelten:

1. Senior und Junior sollten lernen,

sich wechselseitig zuzuhören und

den wahren Kern scheinbar „verquerter“

Gedanken des jeweils

anderen zu ergründen und gemeinsam

zu verwerten.

bisher“ oder „Alles auf Neu“ nicht

alles „auf den Kopf stellen“ zu

wollen sowie ein feines Gespür

dafür zu entwickeln, dass der Senior

an dem von ihm Geschaffenen

mit Kopf, Herz und Hand hängt

und sich letztlich fragt, was aus

ihm und seinem Lebenswerk wird,

wenn er es aus der Hand gibt.

21

Sofern Senior und Junior im

Gleichklang ticken – was oft recht

langweilig ist – mag das ja gehen!

Doch wenn das nicht der Fall ist,

dann kann bei dem „an-die-Handnehmen“

ein erhebliches Konfliktpotenzial

freigesetzt werden. Die sich

daraus ergebenden Widersprüche in

der „Doppelspitze“ können dazu beitragen,

das Klima sowohl zwischen

Senior und Junior als auch im Unternehmen

zu vergiften.

2. Der Senior sollte lernen, loszulassen

und eine neue Lebensperspektive

für seine eigene Zukunft

zu entwickeln. Im Hier und Heute

sollte er davon abkommen, seine

Erfahrungen undifferenziert „herunterzuladen“

– konstruktive

Erfahrung ist im Miteinander gefragt!

3. Der Junior sollte lernen, bei der

Frage nach dem „Weiter wie

„Ein interessanter Ansatz“, fand der

Präsident. Er empfahl mir, meine Gedanken

weiterzuentwickeln. Das tue

ich gern (Fortsetzung folgt).

Übrigens: Mein Buch „Führungswechsel

– das Unternehmen strategisch

neu ausrichten“ erscheint

diesen Herbst. Sie können, wenn Sie

mögen, gern vorbestellen.

Mehr: www.mut-zum-aufbruch.de n

P.T. MAGAZIN 5/2010


Innovation

Der Hightech-Bauer

Hilfe aus dem Orbit für punktgenauen Ressourceneinsatz

teerzeugnissen und Rohstoffen via

Internetbörse gehört zum Alltag vieler

Landwirte.

22

Satellitengesteuerte Traktoren, Hightech-Sensoren

und Feldroboter: Neue

Technologien erobern die Ackerflächen.

Sie sollen der Landwirtschaft

helfen, die Herausforderungen einer

wachsenden Weltbevölkerung zu

meistern.

Dank innovativer Agrartechnik

werden Anbau und Ernte von Kulturpflanzen

umweltfreundlicher,

effizienter und nachhaltiger. Bei innovativen

Technologien denken die

meisten an Schlüsselloch-Chirurgie,

Nanoroboter oder Brennstoffzelle.

Dabei finden sich Hightech-Geräte

heute längst auch schon in der

Landwirtschaft. Die Agrarbranche

wartet mit hochinnovativen Technologien

auf – und hängt sogar die

Automobilindustrie ab: Nicht nur

der onlinebasierte Handel von Ern-

Mehr Effizienz auf dem Acker

Auch satellitengestützte Informationssysteme

erobern weltweit

zunehmend die Agrarbetriebe. Dank

der Hilfe aus dem Orbit können

Landmaschinen beispielsweise zentimetergenau

ihre Bahnen über die

Felder ziehen. Die GPS-gesteuerten

Maschinen erleichtern die Arbeit der

Landwirte und sorgen für mehr Effizienz

auf dem Acker:

Je präziser beispielsweise Spritzaggregate

mit Pflanzenschutzmitteln

oder hochmoderne Sämaschinen

durch die Furche gelenkt werden,

desto geringer sind die Verluste

beim Ausbringen. Die moderne

Landtechnik hat sich eindeutig zur

Hightech-Branche entwickelt – und

Inspiration Wohnwintergarten -

Ihre Wohlfühloase für zu Hause!

„Wir schenken auch Ihrem Haus ein neues Gesicht.“

Lassen Sie sich von unserem umfangreichem Portfolio begeistern und steigern

Sie damit Ihre Wohnkultur.

Schaffen Sie sich Ihre eigene elegante Erholungszone mit dem freien Blick ins Grüne.

Wir unterstützen Sie gerne, von der Auftragsfertigung über das komplette Zubehör bis

hin zum eigenem System. Wir decken Ihre Bedürfnisse ab.

Lernen Sie uns von unserer „neuen Seite“ kennen.

Ihre Partner für Handwerk und Wiederverkauf:

www.foppe.de Vielfalt die keine Grenzen kennt.


Innovation

(Fotos: © Bayer CropScience AG)

rangiert in Sachen Innovationen direkt

hinter der Luft- und Raumfahrt.

In Zukunft wird es noch stärker als

bisher um effizientere Technologien

bei Energieeinsatz, Rohstoffeinsatz

und Ernte gehen. Das spiegelt sich

in den Steigerungsraten wider: 1950

ernährte ein Bauer 40 Menschen,

heute sind es bereits 147. Setzt sich

der Trend so fort, wird im Jahr 2050

ein Bauer 186 Menschen satt machen

können.

Produktivitätssteigerungen

unerlässlich

„Die Landwirtschaft befindet sich im

Umbruch und muss sich zunehmend

den globalen Herausforderungen

stellen“, sagt Prof. Dr. Thomas Jungbluth,

Präsident des Kuratoriums für

Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft.

Die landwirtschaftlich nutzbaren

Flächen lassen sich kaum ausdehnen,

im Gegenteil: Nach Angaben der Vereinten

Nationen und der FAO stehen

bis zum Jahr 2050 pro Mensch nur

noch etwa 1 800 qm für den Ackerbau

taugliche Flächen zur Verfügung

– im Jahr 1950 waren es mit 5 100 qm

fast dreimal so viel. Wie viele andere

Agrar-Experten ist auch Jungbluth

Mit GPS können Mähdrescher und Traktoren ihre Bahnen mit einer Genauigkeit

von bis zu zwei Zentimetern über die Äcker ziehen.

der Ansicht: „Produktivitätssteigerungen

bezogen auf die Fläche sind

für die künftige Ernährungssicherung

unerlässlich.“

Zweitwichtigster Markt für

Serviceroboter

Um die Landwirtschaft in Sachen

Effizienz noch weiter zu trimmen,

haben Maschinenhersteller Hochleistungs-Apparate

für alle Bereiche

der Landwirtschaft entwickelt:

Längst setzt man beispielsweise

in der Viehzucht auf maschinelle

Hilfe – beim Füttern der Tiere oder

dem Entmisten der Ställe. Computergestützte

Milchanalysen liefern

jederzeit Informationen über die

Tiere, Spezialsoftware erstellt daraus

die individuelle Kraftfutterrezeptur.

Immer mehr Melkroboter werden in

den Viehställen installiert. Auf dem

Feld prägen Hightech-Mähdrescher,

-Traktoren und -Häcksler das Bild der

modernen Landwirtschaft. Die Branche

ist nach Verteidigung, Rettung

und Sicherheit der zweitwichtigste

Markt für Serviceroboter, so das Statistical

Department der International

Federation of Robotics (IFR).

Und die Automatisierung schreitet

weiter voran: Der Einsatz von Robotern,

Sensoren, neuen Medien und

Maschinen wird zu einem dramatischen

technischen Umbruch führen

23

P.T. MAGAZIN 5/2010


Innovation

24

Arbeitsteilung: Die Steuerung des Traktors übernimmt das GPS. Auf dem Dach

sitzt der gelbe Empfänger.

und den Landwirt der Zukunft vor

neue Herausforderungen stellen.

Precision Farming

Allen Hightech-Entwicklungen in der

Landwirtschaft ist gemeinsam: Sie

sollen Kosten senken, umweltschonender

sein und für höhere Erträge

sorgen. Dabei helfen mittlerweile

auch moderne Technologien wie die

satellitengestützte Positionierung,

kurz GPS. Für das sog. „Precision

Farming“, also die Präzisionslandwirtschaft,

sind Sensoren und GPS

wichtige Instrumente: So können

Mähdrescher und Traktoren ihre

Bahnen mit einer Genauigkeit von

bis zu zwei Zentimetern über die

Äcker ziehen.

Verschiedene Sensoren erfassen

zudem Bodenbeschaffenheit, Pflanzenbestände

und Schädlingsbefall,

so dass sich auf Karten mehrere

Wachstumsperioden vergleichen

lassen. Dadurch kann der Landwirt

präzise aussäen und Pflanzenschutzmittel

gezielter einsetzen. „Mobile

Spritzcomputer regeln automatisch

die Menge an Pflanzenschutzmittel“,

sagt Dr. Reinhard Friessleben,

Applikationstechniker bei Bayer

CropScience in Monheim.

Durch computergestützte Übertragung

können die Informationen

über Dünge- und Pflanzenschutzmitteleinsatz,

Bodengüte oder

Ernteerträge in der sog. Ackerschlagdatei

gesammelt werden. So sind die

Feldarbeiten immer nachvollziehbar.

Punktgenauer Einsatz von

Düngemitteln

„An der Schnittstelle zwischen Technik

und Landwirtschaft arbeiten wir

mit Landmaschinenherstellern eng

zusammen und unterstützen diese

beispielsweise bei der Entwicklung

umweltgerechter Spritztechnologien“,

so der Bayer-Experte. Hier

kann die GPS-Technologie hilfreiche

Mit Satellitenunterstützung über das Feld: In modernen Landmaschinen ist der

Computer bereits bis ins Cockpit vorgedrungen und steuert präzise die Abläufe.

Impulse liefern: „Die Felder sind in

seltenen Fällen exakt rechteckig“,

erklärt Friessleben. „Die Düsen der

teilweise bis zu 36 Meter langen

Spritzgestänge lassen sich dank GPS

an den Feldgrenzen besser ausrichten,

so dass nur die Nutzpflanzen mit

dem Pflanzenschutzmittel in Kontakt

kommen.“ Auch beim Befüllen und

Reinigen der Systeme kommt Hightech

zum Einsatz, um die Belastung

für Mensch und Umwelt möglichst

gering zu halten.

Zudem ist die Bodenqualität nicht

überall identisch. Sensoren können

solche Unterschiede feststellen oder

auch den Grünanteil der Pflanzen

bestimmen. Dadurch lassen sich

Düngemittel für ein gleichmäßiges

Pflanzenwachstum gezielt

ausbringen. „Nicht zuletzt muss

die Landwirtschaft der Zukunft so

nachhaltig wie möglich sein“, sagt

Dr. Thomas Engel, Manager des

Landmaschinenherstellers John

Deere ISG Europe. „Der Einsatz von

Pflanzenschutz- und Düngemitteln

soll punktgenau und nur exakt in der

Menge erfolgen, die für das optimale

Pflanzenwachstum nötig ist.“

Roboterschwärme für die Feldarbeit

Um noch effizienter und ressourcenschonender

zu wirtschaften, wird

auch an Robotern gearbeitet, die

möglichst selbstständig Bereiche

der Feldbearbeitung übernehmen

können. Diese müssen besonders

leicht sein. Denn schwere Maschinen

haben den Nachteil, dass sie viel

Energie verbrauchen und den Boden

verdichten – was weiteren Energieaufwand

erfordert, um die Erde

anschließend wieder zu lockern.

Wissenschaftler forschen bereits an

kleinen, leichten Feldrobotern und

Roboterschwärmen: Diese könnten

rund um die Uhr auf großen und

kleinen Flächen ihre Arbeit verrichten.

Durch optische Sensoren

machen sie sich ein Bild von der

Nutzpflanze und messen die Dichte

der Pflanzenmasse. Sie können

Schadinsekten, Pilzerreger oder Unkräuter

ausfindig machen und diese

dann gezielt mit spezifischen Pflan-

P.T. MAGAZIN 5/2010


Innovation

(Fotos: © Bayer CropScience AG)

zenschutzmitteln bekämpfen. In

Zukunft sollen große Maschinen und

kleine Feldroboter in einer Art Flotte

zusammenarbeiten. „Allerdings müssen

die Maschinen dazu miteinander

kommunizieren“, sagt Jungbluth.

Derzeit arbeiten die Wissenschaftler

an intelligenten Computerprogrammen

und Datenstandards, damit sich

künftig Arbeitsprozesse aufeinander

abstimmen lassen und reibungslos

ineinander greifen.

25

Exakte Messergebnisse bei 200 km/h

Auch die Landmaschinen selbst

werden immer mehr zu Hightech-

Gefährten. Vor allem aufgrund der

stärkeren Bedeutung der nachwachsenden

Rohstoffe für Biogas-Anlagen

mussten die Feldmaschinen weiterentwickelt

werden.

So sind beispielsweise sog. Feldhäcksler

vielseitiger und komplexer

geworden. Es kommt nicht mehr nur

darauf an, dass Erntegut wie Gras,

Hightech in der Forschung: Dr. Wolfgang Röben (l.) und Frank Marciniak prüfen

chemische Wirkstoffe, die in der hochmodernen Substanzbibliothek von Bayer

CropScience in Monheim lagern.

Mais oder Luzerne (Schneckenklee)

geerntet und zerkleinert wird. Bereits

während der Ernte lässt sich die Silagequalität

mit dem sog. HarvestLab

testen: Mit Nahinfrarotlicht, das je

nach Feuchtigkeit des Ernteguts unterschiedlich

reflektiert wird, lässt

sich der Trockenmasse-Gehalt direkt

bestimmen. Etwa 17 mal pro Sekunde

nimmt das mobile Pflanzenlabor die

geernteten Schnipsel unter die Lupe.

Selbst bei einer hohen Durchlaufgeschwindigkeit

von ü ber 200 km/h

liefert der Sensor exakte Messungen.

Und dank kabelloser Datenübertragung,

abrufbar über das Internet,

weiß der Landwirt immer genau, wo

seine Maschinen gerade sind – und

kann so seine Flotten effizient auslasten.


>> METALL / STAHLBAU

>> FASSADEN / FENSTERBAU

>> ROHRLEITUNGSBAU

>> ENERGIE / ANLAGENBAU

>> SÄGEWERK IN SARAJEVO

Preisträger 2009

„Großer Preis des Mittelstandes“

Colak Group

P.T. MAGAZIN 5/2010

Rudolf-Diesel-Straße 33 | D - 56220 Urmitz

Phone: 0049 (0) 2630 / 960 520 | Fax: 0049 (0) 2630 / 960 529 | E-Mail: info@colak.eu


Wirtschaft

Vom Scheitern des Glücksspielstaatsvertrages

Geringe Gewinne, weniger Steuern, kein Schutz vor Spielsucht

26

In Deutschland sieht die Glücksspiellandschaft anders aus als in Las Vegas

Eine Expertenrunde bei der Friedrich-

Naumann-Stiftung diskutierte die

Zukunft der deutschen Glücksspiellandschaft:

Lotteriegesellschaften

schütten wegen wegbrechender

Einnahmen weniger Mittel an gemeinnützige

Organisationen aus,

Unternehmer werden ruiniert, der

Staat nimmt weniger Steuern ein

– und die Spielsüchtigen zocken

weiter, in Spielhallen und Hinterzimmern.

Ebenso verheerend wie

die wirtschaftlichen Folgen des 2008

geschlossenen Glücksspielstaatsvertrages

bewertete die Runde aus Unternehmern,

Juristen und Managern

in Bremen die juristische Konstruktion,

mit der die Lotto-Toto-Gesellschaften

zu Quasi-Monopolisten auf

dem Wettspiel-Markt gemacht worden

waren.

Sinkende Einnahmen

Dass selbst die Monopolisten seit Inkrafttreten

des Staatsvertrages sinkende

Einnahmen verzeichnen, liegt

an dem Verbot von Glücksspielen im

Internet, dem auch virtuelle Lotto-

Toto-Scheine zum Opfer gefallen

sind. Vor allem jüngere Menschen

haben offenbar gern via Website ihre

Kreuze gemacht. Dass den gemeinnützigen

Monopol-Wettanbietern

Umsätze und Gewinne verloren gehen,

bestritt auch der Geschäftsführer

der Bremer Toto und Lotto GmbH,

Michael Barth, nicht. Allerdings:

Auch der regelwütigste Bundesrat

kann das staatliche Wettmonopol

nicht absolut gestalten. Aufgrund

eines bis heute geltenden Reichsgesetzes

aus Weimarer Zeiten dürfen

– als private Unternehmen aufgestellte

– Pferdewetten-Buchmacher

weiterhin geschäftlich tätig sein,

während andere private Wettspiel-

Unternehmen dem Bestreben der

Bundesländer zum Opfer fielen,

Wetteinnahmen allein staatlichen

Monopolisten zu genehmigen.

Schlechte Noten

(Foto: © Alexander Hauk/PIXELIO)

Dass das Staatssäckel, aus dem bekanntlich

Ausgaben und Investitionen

für die Allgemeinheit finanziert

werden, nicht voller wird, liegt

schlicht daran, dass nur funktionierende,

nicht aber verbotene Unternehmen

Steuern zahlen.

Sowohl aus wirtschaftlicher wie

rechtssystematischer Sicht stellten

Rechtsanwalt Markus Maul, Präsident

des Verbandes der europäischen

Wettunternehmer, Ex-Werder-Bremen-Geschäftsführer

für Marketing

und Finanzen Manfred Müller und

der Wirtschaftswissenschaftler Luca

Rebeggiani vom Center for Sports

Management der Leibniz Universität

Hannover den Bundesländern

schlechte Noten aus.

Was ist erlaubt?

Wirtschaftsexperten gehen nach Angaben

des Deutschen Lottoverbandes

derzeit davon aus, dass die Bundesländer

bis zum Ende der vierjährigen

Laufzeit des Glücksspielstaatsvertrages

voraussichtlich rund 11 Mrd.

Euro Umsatz und damit 5 Mrd. Euro

an Steuern und Zweckerträgen einbüßen

werden.

Michael Barth mochte sich den

politischen Bewertungen seiner

Diskussionspartner zwar nicht

anschließen, bestätigte allerdings

die meisten der dargelegten Zahlen.

Eingeladen hatte die Friedrich-

Naumann-Stiftung für die Freiheit

(FNS) in Zusammenarbeit mit der

Liberalen Gesellschaft Bremen.

Auch die ordnungspolitische Frage,

wieso „normale“ Wettunternehmen

verboten, de-facto-Glücksspiel-

„Abgefahrene“ Preise für

Ihren Fuhrpark.

Steffen Schmidt

Generalvertretung der Allianz

Georg-Schumann-Str. 200, 04159 Leipzig

Tel. 0341.911 5 112

e-mail: steffen.schmidt@allianz.de

Sind Sie an einer Senkung Ihrer Fuhrparkkosten interessiert - ohne dafür Abstriche bei

Service und Betreuung zu riskieren? Wollen Sie für Leasing, Finanzierung und Versicherung

einen Ansprechpartner? Dann könnten wir Partner werden. Testen Sie uns!

Hoffentlich Allianz.

www.allianz-steffen-schmidt.de

P.T. MAGAZIN 5/2010


Wirtschaft

Fernsehsender und -sendungen aber

erlaubt sind, konnte die Runde nicht

beantworten.

Löchrig

Monopole, so stellte Rechtsanwalt

Horst-Jürgen Lahmann, als Vorsitzender

der Liberalen Gesellschaft

Bremen Gastgeber der Diskussionsrunde

im Bremer Presseclub, treffend

fest, seien durchaus vertretbar, zuweilen

sogar geboten. Dies gelte aber

nur dann, wenn die Allgemeinheit

von Monopol-Strukturen profitiere.

Echten Nutzen des löchrigen Wettmonopols

konnte indes niemand

erkennen.

Uwe Woltemath, Vorsitzender der

FDP-Fraktion in der Bremischen Bürgerschaft,

plädierte ergo für mehr

politische und gesetzgeberische

Kreativität. Er forderte klare Regelungen

für freies Unternehmertum

auch auf dem Wettmarkt und behielt

dabei die Interessen der Verbraucher

im Blick: Ihnen müssten gesetzliche

Regelungen die Sicherheit bieten,

Gewinne gegebenenfalls einklagen

zu können. Forderungen, denen sich

auch Wett-Lobbyist Maul anschließen

konnte.

Modelle

Dass die Bremer mit ihrer Kritik

am geltenden Staatsvertrag nicht

allein sind, zeigten Äußerungen

des schleswig-holsteinischen CDU-

Mannes Thomas Stritzel, der sich

seit Jahren von Kiel aus mit der

Materie Glücksspiel politisch befasst

und für den schleswig-holsteinischen

Gesetzesentwurf plädierte.

Dem schloss sich auch der Münchener

Rechtsanwalt Dr. Wulf Hambach

an. Es müsse, so Hambachs

Forderung zum Ende der Veranstaltung,

im Bereich Online-Glücksspiel

eine europäische Lerngemeinschaft

entstehen, da es bereits gute Modelle

bei den europäischen Nachbarn

gebe: „Die Beispiele England,

Italien und Frankreich beweisen,

dass legalisierte Märkte besser kontrollierbar

sind. Ein staatliches Monopol

verringert nicht zwangsläufig

Manipulation und Suchtpotenziale.“

Weniger starr

So sei insbesondere der Hoyzer-Skandal

ein Beleg für das Versagen der

staatlichen Anbieter, folgert der Experte

für EU-weites Glücksspielrecht.

Mit entsprechenden gesetzlichen Initiativen

der Länder sollen die starren

geltenden Regelungen nun aufgebrochen

werden. Ernsthaft Spielkranke,

so ist zu vermuten, scheren

sich ohnehin wenig um staatliche

Verbote in Deutschland. Oder um es

mit klaren Worten Manfred Müllers

zu sagen: „Als man in England Sportwetten

verboten hatte, stellte man

fest, dass die Süchtigen eben auf den

Fidschi-Inseln spielen.“ n

Suchtgefahr

Andreas Schultheis

n „harte“ Glücksspiele: Spiele mit

einer schnellen Spielabfolge, wie

beispielsweise Geldspielgeräte mit

Gewinnmöglichkeit und bestimmte

Kasinospiele (Quelle: BZgA)

n Automaten-Spielhallen sind nicht

vom geltenden Monopol betroffen

P.T. MAGAZIN 5/2010


Wirtschaft

Dreiste Tatsachenverdrehung

Geniestreich der Antidiskriminierungsstelle um anonyme Bewerbungen

28

Sieht grundlos schwarz:

ADS-Chefin Christine Lüders

(P.T.-Montage, Foto: ADS Bund)

Prof. Leo Kaas und Christian Manger

aus Konstanz präsentierten 2008

eine aufwändige Feldstudie. Sie erfanden

jeweils zwei gleichwertige

Bewerbungen mit deutsch oder türkisch

klingenden Vor- und Zunamen,

E-Mail-Adressen, Handynummern,

Lebensläufen, Schulabschlüssen und

Referenzen. 528 Praktikumsangebote

für Wirtschaftsstudenten, vor allem

von Firmen mit mehr als 500 Mitarbeitern,

wurden nun mit 1 056 „deutschen“

und „getürkten“ Bewerbungen

beliefert. Würden deutsche Namen

bevorzugt werden? Das kam heraus:

1) Ohne Referenzen war die Rückrufwahrscheinlichkeit

bei „deutschen“

Namen um 14 Prozent höher als bei

„türkischen“ Namen.

2) Diese Unterschiede ließen sich nur

bei Jobangeboten aus Marketingabteilungen

wiederholen, jedoch

in keiner anderen Abteilung.

3) Hatten die „Bewerber“ zwei Referenzen

beigelegt, fand sich gar

KEIN Unterschied.

Das leuchtet ja auch ein: Wenn man

keine Referenzen hat, versucht man

die Lebenserfahrungen des Bewerbers

zu erkennen. Und selbstverständlich

muss sich ein Marketingexperte

in die (deutsche) Zielgruppe

hineinversetzen können, ein Controller

aber nicht. So gelesen, widerlegen

die Resultate die Hypothese

der „Diskriminierung“. Doch davon

lässt sich die Leiterin der Antidiskriminierungsstelle

in Berlin, Christine

Lüders, nicht abschrecken. Aus der

kleinen Konstanzer Universitätsstudie

wird eine große, amtliche, beim

IZA in Bonn. Dann werden die Zahlen

verdreht. Und hunderte Journalisten

merken nicht, dass die beiden Sätze

„deutsche Namen werden 14 Prozent

häufiger eingeladen“ und „türkische

Namen werden 14 Prozent seltener

eingeladen“ verschiedene Zahlen

ergeben. Politisch korrekt sekundiert

IZA-Direktor Klaus F. Zimmermann:

„Diskriminierung auf dem

Arbeitsmarkt ist auch weiterhin ein

verbreitetes Phänomen von erheblichem

Ausmaß.“ Als Lösung des

herbeigeredeten Problems präsentiert

die ehemalige Lufthansa-Vorstandsreferentin

Lüders die „anonymisierte

Bewerbung“ wie den Stein der Weisen:

SekretärInnen sollen Name, Geschlecht,

Alter, Herkunft, Nationalität,

Religion und Foto der BewerberInnen

in den Unterlagen schwärzen, damit

PersonalchefIn nicht nach Vorurteilen,

sondern nach Qualifikation urteilt.

Firmen wie L‘Oréal und Procter

& Gamble nutzen den Medienrummel

als kostenfreie Werbung und beteiligen

sich an einem „Testlauf“ zur

anonymen Bewerbung.

Weder Lüders noch die meisten Journalisten

stört, dass 99 Prozent aller

Firmen nicht mit Procter & Gamble

oder der Lufthansa vergleichbar

sind, dass die Unternehmerverbände

den Popanz rundum ablehnen und

dass gerade der Mittelstand schon

seit jeher zur Auswahl der fähigsten

Mitarbeiter gezwungen ist, weil das

Unternehmen sonst den Bach runtergeht.

Die Staatsangestellte mit Pensionsanspruch

belehrt am 18. August

2010 in der FAZ drei Millionen privat

haftende Unternehmer: „Das Unternehmen

kann davon nur profitieren,

wenn lediglich Qualifikationen und

nicht eingefahrene Muster über eine

Einstellung entscheiden.“ Diese Belehrung

haben die allermeisten von

ihnen nicht verdient. n

Medizin

Menschliche Zuwendung und Kompetenz sind die Basis für eine hohe Behandlungs- und Pflegequalität zum Wohle

unserer Patienten. Die bewusste Nutzung des medizinischen Fortschritts und technischer Innovationen unterstützen

unsere Behandlungsziele. Die fachliche und persönliche Kompetenz sowie die Professionalität unsere Mitarbeiter

fördern wir durch Ausbildung und kontinuierliche Fort- und Weiterbildung.

Mensch

Die Klinik achtet ihre Patienten in ihrer individuellen Persönlichkeit und ihren Rechten. Wie bieten umfängliche Informationen

und hohe Servicequalität. Motivierte Mitarbeiter sind eine wichtige Voraussetzung für die Zufriedenheit unsere

Kunden. Wir gehen respektvoll und kooperativ miteinander um.

Für Menschen – Mit Menschen

Plauensche Straße 37 | 08468 Reichenbach | Tel. 03765 / 54-0 | Fax 03765 / 54-8241 | info.reichenbach@pk-mx.de | www.paracelsus-kliniken.de


Der Blaue Pfau

Wirtschaft

Ein Kunst-Haus hat seine Türen weit geöffnet

(Foto: Eylert E. Acher)

Internationalität ist sein Markenzeichen. Der Galerist und

Kurator Prof. Eylert E. Acher ist Experte für russische Kunst.

Der Kunstsammler hat sich in seinem Heimatort einem

weiteren Projekt zugewandt: Nordrhein-Westfalen trifft

Sibirien. Seit Kurzem hat das Ehepaar Acher ein sehenswertes

Event-Galerie-Café auf die Beine gestellt. Rund 20

km nördlich von Aachen sticht unter den lokalen Sehenswürdigkeiten

der Stadt Übach-Palenberg ein auffälliges

Haus hervor.

Wie in einem russischen Märchen erwartet ein einladendes

Haus seine Gäste. Die Impression, die dem Haus

seinen Namen gibt, ist die riesige, prachtvolle Bleiverglasung

im rückwärtigen Fenster zum Garten: der blaue Pfau

mit seinem aufgeschlagenen Federrad.

EL ARTE

Der Künstler Nicolai Ostrizov aus dem fernen Bernaul,

Hauptstadt der russischen Region Altai im Süden Westsibiriens,

schuf – und zwar „freihändig“ – die Entwürfe der

Fassadenmalerei. Das Haus ist extrem farbig, drei blaue

Pfauen umspielen die Mauern.

Die barocken Lettern „EL ARTE“ auf der Vorderansicht sind

Programm. Natalya Acher und ihr Team geben auch ihren

Küchenkreationen für bis zu 40 Personen in Geschmack

und Gestaltung eine hohe künstlerische Wertigkeit. Die

große Terrasse draußen und der Wandelgarten im Wald

mit gewaltigen Bäumen, exotischen Pflanzen und einer

großen Rasenfläche mit Bänken und Schaukeln sind ein

gediegener Rahmen, um das Ambiente von Jugendstil, art

deco, geschmackvoll platziertem Nippes (zusammengetragen

aus vielen Regionen dieser Welt) und meisterlichen

Gemälden auf sich wirken zu lassen. Das Haus ist ein Anziehungspunkt

in der Gegend, Teil des gesellschaftlichen

Lebens – und ein Kunstgenuss. n

achers-art

n Sammlung aus Gemälden, Lithografien, Zeichnungen und

Skulpturen namhafter, ausgezeichneter Künstler

n Sammlung ausgewählter russischer Kunst sowie Bestände von

Chagall-Ausstellungen

n Künstlerförderung

n Ausstellungsmanagement

P.T. MAGAZIN 5/2010


Stroh

zu Gold

Vor genau 200 Jahren schrieb Jacob Grimm „Rumpelstilzchen“

als Nr. 55 seiner Kinder- und Hausmärchensammlung auf. Die

schöne Müllerstochter sollte für den König Stroh zu Gold spinnen

oder sterben. Sie musste dafür die Hilfe des bösen Rumpelstilzchens

annehmen. In Vilshofen a. d. D., in Neumarkt i. d. Opf., im

Vogtlandkreis, in den Landkreisen Borken im Münsterland und

Teltow-Fläming am Rande Berlins – überall gibt es in Deutschland

Regionen, die verstanden haben, die „Kasse des Königs“ zu füllen,

ohne dabei Müllerstöchter zu erpressen und sich dunklen Mächten

auszuliefern. Regionen, die ihre ansässigen kleinen und mittleren

Unternehmen hegen und pflegen, die Existenzgründungen erleichtern,

die Ansiedlungen begleiten, die bei Problemen helfen statt

Probleme zu verursachen. Regionen, deren unternehmerischer

Mittelstand Arbeitsplätze schafft, Ausbildungsplätze bereitstellt,

vielfältig sozial, kulturell und sportlich in der Region engagiert ist,

flexibel und innovativ und dabei geradlinig und traditionsbewusst

Werte lebt. Solche Unternehmen machen eine Region krisenfest

und reich.

Mittelstand schafft Sicherheit.


STANDARD

Wo Kunden sich

wohlfühlen

Das muss kesseln!

Zuverlässig für

die Heimatregion

Von jeher achtet man bei Pollin Electronic

darauf, die Welt der Elektronik

für jedermann erschwinglich zu

machen.

1890 als Maschinenhandlung gegründet,

kann die Firma aus dem

bayerischen Pförring auf eine nunmehr

120-jährige Tradition zurückblicken.

Seit den 70ern ist sie im Bereich Großund

Einzelhandel von elektronischen

Bauelementen aller Art tätig.

Pollin ist Spezialist für Sonderposten

zu Superpreisen. Im Servicecenter

herrscht immer gute Laune – das

spürt der Kunde bei jedem Kontakt.

Besonderen Wert legt Pollin darauf,

dass sich der Kunde immer wohl fühlt,

und das zahlt sich aus: Im letzten

Jahrzehnt konnte das Familienunternehmen

mit über 200 Mitarbeitern

seinen Umsatz stark ausweiten.

Die VKK Standardkessel Köthen

GmbH ist Technologieführer bei Großwasserraum-

und Grenzlastkesseln.

Mit seinen Anlagen zur Erzeugung

von Dampf, Wärme und Strom ist das

1848 gegründete und 1990 reprivatisierte

Unternehmen nicht nur Volumenhersteller.

Seine Stärke liegt in der

individuellen Auslegung anspruchsvoller

Kessel und Gesamtanlagen.

Die Entwicklung des mittlerweile über

200 Mitarbeiter starken Unternehmens

in der strukturschwachen Region in

Sachsen-Anhalt verlief außergewöhnlich

positiv. Nach dem Niedergang der

DDR war es die erste Firma, von der

es hieß: Osttochter kauft Westmutter.

Zahlreiche Zertifizierungen, eingereichte

Patente, weltweit bekannte

Markennamen und eine enge Zusammenarbeit

mit Technischen Universitäten

und Hochschulen sichern den

Innovationsvorsprung.

20 Jahre dynamische Veränderung

hat die uesa GmbH im brandenburgischen

Uebigau-Wahrenbrück hinter

sich – und die ganze Zukunft vor sich.

uesa ist am „Energiestandort Uebigau“

eine Gruppe von Unternehmen, die

als Partner von Energieversorgern und

Industrieunternehmen für den Aufbau

einer zuverlässigen elektrotechnischen

Infrastruktur im Mittel- und Niederspannungsnetz

steht.

Dem Kostendruck durch Anbieter mit

niedrigeren Qualitätsstandards setzen

die Uebigauer eigenentwickelte Programme

zur Personal-/Kompetenzentwicklung

in Kooperation mit der BTU

Cottbus und dem RKW Berlin-Brandenburg

entgegen. Das Unternehmen

zeigt in der strukturschwachen

Elbe-Elster-Region besonderes

Engagement in der Berufsvorbereitung

von Schülern sowie im sozialen und

sportlichen Bereich.

Pollin Electronic GmbH

Max-Pollin-Straße 1 | 85104 Pförring

Tel. 08403 920-920 | Fax: 08403 920-123

service@pollin.de

www.pollin.de

VKK Standardkessel Köthen GmbH

Am Holländerweg 21-23 | 06366 Köthen

Tel.: 03496 66-0 | Fax: 03496 66-605

info@vkkstandardkessel.de

www.vkkstandardkessel.de

• •

• •

K

uesa GmbH

VKK

STANDARDKESSEL

Köthen GmbH

Gewerbepark-Nord 7

04938 Uebigau-Wahrenbrück

Tel. 0353 65 49-0 | Fax. 0353 65 8217

mail@uesa.de

www.uesa.de

(Satz und Layout OPS Netzwerk GmbH/Fotos: © Jutta Anger/PIXELIO, Igor Pastierovic)


Wirtschaft

Unternehmensreputation 2.0

Charme für den Mittelstand

32

bekommt, eigentlich auch: mit nachhaltig

guter Leistung. Wie Sie es aber

schaffen, dass möglichst viele Menschen

Ihren guten Ruf auch kennen,

das ist die entscheidende Frage.

Zukunftsweisend: Plattform Internet

immer mehr Menschen versuchen,

ihre Kaufentscheidung zu erleichtern,

indem sie kostenlos auf die

Erfahrung und Meinung anderer

Nutzer zurückgreifen. Sie etwa nicht?

Phase 1: Meinungsbildung

Tobias Dietze, Marketing-Chef des

Personaldienstleisters DIE p.A.

(Foto: DIE p.A.)

Ein guter Ruf ist wie bares Geld:

hart erarbeitet und schnell wieder

verloren. Doch nicht jeder, der viel

Geld hat, besitzt auch automatisch

einen guten Ruf. Gott sei Dank.

Denn genau hier liegt die Chance für

den Mittelstand. Wie schnell man

seinen guten Ruf verlieren kann,

weiß eigentlich jeder. Wie man ihn

Ein Weg dorthin führt sicher klassisch

über PR, Imagewerbung und

Empfehlungsmarketing. Doch nicht

jeder Mittelständler mag es sich

leisten, mit komischen Figuren das

Wetter im Zweiten zu präsentieren,

um damit Sympathiepunkte in seiner

Zielgruppe zu sammeln. Gebraucht

wird eine Methode, die mit Aufwand

von wenig Geld und Zeit eine nachhaltige

Verbesserung von Ruf und

dessen Bekanntheit bewirkt: Unternehmensreputation

2.0 – Reputationsmanagement

im Internet. Kein

zweites Medium kann vergleichbare

Zuwächse in Meinungsbildung

verzeichnen wie das Internet. Denn

Wenn auch der Stellenwert der

Selbstdarstellung sinkt, geht

doch aber nach wie vor nichts an

einem professionellen Auftritt im

Internet vorbei. Hier geht es darum,

dem Besucher – und damit dem

potenziellen Kunden – schnell,

übersichtlich und ansprechend die

Informationen zu vermitteln, die

er finden möchte. Bedenken Sie:

Jemand, der im Internet nach Erfahrungen/Empfehlungen

sucht, wird

sich im Ergebnis dessen zu allererst

die Website des empfohlenen Unternehmens

ansehen. Entscheidend ist

dabei der Gesamteindruck, der Aufschluss

darüber gibt, ob die Inhalte

P.T. MAGAZIN 5/2010


Wirtschaft

auch beim Kunden ankommen. Hier

spielen vor allem Aktualität, Aufmachung

und Funktionalität der Seite

eine große Rolle.

Sollte also einer Ihrer Mitarbeiter

einen Nachbarn haben, dessen

Schwager jemanden kennt, der für

den Verein schon mal für fast kein

Geld eine Website gemacht hat,

bedanken Sie sich höflich für den

Hinweis und begeben Sie sich auf

die Suche nach einem Profi. Das

Spannende an der Meinungsbildungsphase

ist, dass sich Erfolg hier

einfach messen lässt. Also tun Sie es

bitte auch – schon im Interesse Ihrer

Zielgruppe. Denn die Messung ist der

Anfangspunkt jedes Qualitätszirkels.

Je besser das Gefühl bei Ihren Kunden

ist, informiert zu sein, desto besser

ist die Meinung über Sie. Achten

Sie bei der Messung darauf, dass die

Kriterien des Datenschutzgesetzes

eingehalten werden.

Zufriedenheitsverteilung der Besucher der Unternehmenswebsite www.die-pa.de.

Phase 2: Meinungsäußerung

Jetzt geht es darum, dass möglichst

viele ihre positive Meinung über

Sie auch kundtun. Das erreichen

Sie, indem Sie auf den für Ihre

Branche und Produkte wichtigsten

Bewertungsportalen präsent sind

und Ihren Kunden den Weg dorthin

möglichst einfach machen. Da

(Grafik: DIE p.A.)

Empfehlungen eine hohe emotionale

Bindung zwischen Kunde und

Unternehmen voraussetzen, wirken

Anreizsysteme hier nur bedingt. Am

Beispiel des Personaldienstleisters

DIE p.A. sieht das so aus:

Das Unternehmen ist Mitglied auf

dem Portal www.derzeitarbeitscheck.de.

Die Mitgliedschaft ist ver-

33

P.T. MAGAZIN 5/2010


Wirtschaft

34

bunden mit der Verpflichtung zu

Transparenz und Fairness gegenüber

den Zeitarbeitern, was wiederum

positiv im Sinne Phase 1

wirkt. Auf der anderen Seite bietet

das Portal Zeitarbeitern die Möglichkeit,

ihren Arbeitgeber anonym

nach bestimmten für die Zeitarbeit

relevanten Kriterien zu bewerten.

Die Möglichkeit zur Bewertung

wird über die internen Kommunikationskanäle

beworben. Der

gute Ruf der DIE p.A. bei den eigenen

Mitarbeitern wird so über das

Internet multipliziert. Positiver

Nebeneffekt: Die Stellenangebote

der bewerteten Filiale sind oberhalb

der Bewertungen direkt verlinkt.

Derjenige, der über das Internet

nach einer Entscheidungshilfe für

seinen neuen Arbeitgeber sucht,

findet neben der Empfehlung also

auch gleich die passenden Angebote.

Auch hier zahlen sich kurze

Wege aus, und die Ergebnisse sind

messbar.

Phase 3: Meinungsrecherche

Traditionell haben Unternehmer

Angst vor der Meinung des Kunden,

denn diese könnte ja schlecht

sein und damit andere Kunden

vom Kauf abschrecken. Nun erwarten

Sie in Anbetracht des Themas

sicher, dass ich schreibe, das sei

falsch. Mache ich aber nicht, denn

auch das wäre falsch. Entscheidend

bei schlechten Bewertungen ist,

wie Sie damit umgehen.

Dazu müssen Sie die Bewertungen

aber kennen. Viele Bewertungsportale,

Foren etc. bieten an, Bewertungen

und Kommentare per

RSS-Feed zu abonnieren.

Diese Möglichkeit sollten Sie nutzen.

Auch die Suchergebnisse nach

Ihrem Firmennamen bekommen

Sie auf diese Art und Weise unkompliziert

aktuell auf den Tisch.

Bedenken Sie dabei aber die Kreativität

der Internetnutzer bei der

Schreibweise Ihres Firmennamens,

sonst entgeht Ihnen ein großer Teil

der Ergebnisse. Als nützliche Werkzeuge

haben sich die kostenlosen

Dienste Google Alerts und Google

Reader erwiesen.

Phase 4: Meinungsformung

Auch schlechte Bewertungen haben

ihr Gutes. Sie geben Ihnen die einmalige

Chance, in der Öffentlichkeit

mit dem Betroffenen in

den Dialog zu treten. Denn dann

bestimmen Sie, in welchem Tonfall

und in welcher Art und Weise die

Diskussion über Sie geführt wird.

Nutzen Sie zu diesem Zweck einen

Benutzernamen, der erkennen lässt,

wer Sie sind.

Und selbst bei der schlimmsten

Pöbelei gegen Sie können Sie

dann noch schreiben, dass Sie leider

lesen mussten, dass Ihr Kunde

mit Ihnen nicht zufrieden war und

Sie sich freuen würden, das Problem

bei einer Tasse Kaffee in Ruhe

zu besprechen. Aggressiven Pöbeleien

nehmen Sie damit den Wind

aus den Segeln, denn deren Autoren

sind selten an einer Konfliktlösung

interessiert.

Den Lesern dieser Beiträge zeigen

Sie auf diese Art, wie offen

und transparent Sie mit Problemen

umgehen – ein Zeichen von Seriosität

und Glaubwürdigkeit. Auf

keinen Fall sollten Sie es zur emotionalen

Eskalation kommen lassen

und wild dagegen argumentieren.

Das Internet vergisst langsam. Was

Sie einmal geschrieben haben, kann

Ihnen in vielen Jahren noch schaden

oder eben nutzen – je nachdem.

Im Übrigen haben schlechte Kommentare

noch einen Vorteil. Sie

können Ihnen interessante Hinweise

liefern, woran Sie im Rahmen

Ihres Qualitätsmanagements noch

arbeiten sollten. Unternehmensreputation

im Internet ist wichtig

und wird noch weiter an Bedeutung

gewinnen.

Mit den hier beschriebenen vier

Phasen kann es Ihnen gelingen,

Ihren guten Ruf per Internet zu verbreiten.

Die Reputation, die Sie persönlich in

Ihren regionalen Netzwerken pflegen,

kann es aber nicht ersetzen.

Diesen Charme müssen Sie selbst

aufbringen. ■

Tobias Dietze

Über den Autor

Bewertungen zur Magdeburger Filiale der DIE p. A.

(Grafik: DIE p.A.)

Tobias Dietze steht seit 2007 im

Dienst der DIE p.A. und verantwortet

die Bereiche Kommunikation und

Marketing. Fragen oder Kommentare

zum Artikel sind willkommen unter:

Tel. 0391 / 8105-222

Fax: 0391 / 8105-299

marketing@die-pa.de

P.T. MAGAZIN 5/2010


1

Sportgeräte

2

Stadtmobiliar

Know-how

espas-Spielgeräte und Stadtmobiliar

sind praxisorientierte Lösungen für alle

urbanen Räume – vom groß angelegten

Spielareal bis hin zu sinnvollen Lösungen

für kleine Flächen. Leichte Montage

und wartungsarme Produkte kennzeichnen

die espas-Produktphilosophie.

Service

Service wird bei uns groß geschrieben:

Unsere große Lagerhaltung und

-kapazität ermöglicht es uns, auf alle

Kundenwünsche flexibel und zeitnah zu

reagieren.

Attraktive Preise

Durch unseren modernen und standardisierten

Herstellungsprozess sind wir

in der Lage, kostenorientiert zu produzieren.

Diesen Mehrwert geben wir in

Form von attraktiven Preisen gern an

unsere Kunden weiter.

Fuhrpark

Mit unserem unternehmenseigenen

Fuhrpark liefern wir Ihnen die espas-

Produkte dort an, wo Sie es wünschen

– sicher, schnell und unkompliziert!

3

Bodensysteme

Qualität

Zur Herstellung unserer Produkte verwenden

wir ausschließlich hochwertige

Rohstoffe. Die Produktion findet unter

höchsten Qualitätsstandards in unserem

Werk in Kassel statt.

Persönliche Ansprechpartner

Sie erreichen Ihren persönlichen

Ansprechpartner von montags bis

freitags von 08:00 bis 17:00 Uhr

telefonisch und 24 Stunden täglich

unter info@espas.de!

Willkommen in der Welt von espas

4

Federspielgeräte

5

Klettern, Sport & Balancieren

6

Zubehör

espas GmbH | Graf-Haeseler-Straße 7-9 | 34134 Kassel | Fon 0561/574 63 90 | Fax 0561/574 63 99 | info@espas.de | www.espas.de


Wirtschaft

Die Loveparade-Deckungslücke

Was Unternehmer daraus für ihre eigene Haftpflichtversicherung lernen können

36

7,5 Mio. Euro Versicherungssumme

statt der üblichen 100 Mio. Euro

Mindestdeckung: Das Loveparade-

Desaster in Duisburg nach einer

Massenpanik war erstaunlich niedrig

versichert. Die Deckungssumme

der Haftpflichtversicherung des Veranstalters

ist mit 7,5 Mio. Euro ganz

offensichtlich von vornherein viel zu

gering bemessen. Derartige Lücken in

der Versicherung sind jedoch in der

(Foto: © Wikimedia Commons/CC/Beademung)

Praxis eher die Regel, wie ein Blick in

die Praxis der Schadensregulierung

bei Mittelstands- und Industrieschäden

zeigt. Nicht selten fehlt den Versicherungsvermittlern

das Wissen

zur korrekten Ermittlung der Versicherungssumme.

Üblich bei solchen

Veranstaltungen sind dreistellige Millionenbeträge

als Versicherungssumme.

Erstaunlich ist, dass die Erlaubnis

zur Durchführung der Loveparade

nicht davon abhängig gemacht wurde,

dass eine auskömmliche Versicherungssumme

gegen existenzielle

Risiken nachgewiesen wird. Schließlich

handelt es sich bei der Veranstalterin

um eine GmbH mit erkennbar

limitiertem Vermögen.

Loveparade-Schadensszenario: 15 Mio.

Euro und mehr

Bei derartigen Schadensfällen addieren

sich Schmerzensgeld, Heilungskosten,

lebenslange Pflegekosten,

Unterhalt und entgangenes Einkommen.

Nur als grobes Beispiel:

n 20 Todesfälle mit vielleicht zehn

Unterhaltspflichtigen kommen auf

ca. 10 * jährlich 15.000 Euro Unterhalt

* Rentenbarwert 16 = ca. 2,4

Mio. Euro.

n 500 Verletzte * ambulante Erstversorgung

+ Transport 1.000 EUR =

ca. 0,5 Mio. Euro.

P.T. MAGAZIN 5/2010


Wirtschaft

n Ca. 25 Schwerverletzte * 20.000 Euro

Heilungskosten = 0,5 Mio. Euro.

n Zehn dauerhaft Geschädigte mit

Erwerbsschaden (inkl. Unterhalt) 10

* 30.000 EUR jährlich * Rentenbarwert

20 = 6 Mio. Euro.

n Pflegekosten für drei Pflegefälle: 3 *

25.000 Euro * Rentenbarwert 20 =

1,5 Mio. Euro.

n Schmerzensgeld 475 * 2.000 Euro +

15 * 25.000 + 10 * 200.000 = ca. 3,3

Mio. Euro.

Zusammen ca. 15 Mio. Euro, einschließlich

Sachschäden, Sicherheitszuschlag

und einiger kleinerer

anderer Fälle bei der gleichen Veranstaltung

und noch ohne künftige

Kostensteigerungen.

Insolvenzrisiko für den Mittelstand

In der Regel enden Fälle mit lückenhafter

Deckung oder zu niedriger

Versicherungssumme in einer Insolvenz.

Die Lücken in der Versicherungsdeckung

kann man allerdings

nur dann rechtzeitig erkennen, wenn

das Kleingedruckte analysiert und

verglichen wird. Im Mittelstand ist es

ganz typisch, dass der Unternehmer

oder Geschäftsleiter von seinem Versicherungsvermittler

keine fundierte

Ermittlung des zu versichernden Risikos

erhält. Womöglich richtet er sich

– wo überhaupt vorhanden – nach

gesetzlichen oder behördlichen Mindestvorgaben,

die aber objektiv gar

nicht ausreichen. Für einen Haftpflichtversicherungsmakler

reichen

z. B. die zur Erlangung der IHK-Zulassung

gesetzlich vorgeschriebenen

1,13 Mio. Euro Versicherungssumme

ganz offensichtlich bei einer Fehlberatung

keinesfalls aus.

Mindestdeckung selten ausreichend

Später kann es dann sein, dass

der Versicherer einen sog. Gutachter

beauftragt, der vom Versicherer

dafür belohnt wird, wenn die Entschädigung

niedriger ausfällt als es

nach den Versicherungsbedingungen

geschuldet wird. Regelmäßig fällt

erst nach einem Brand- und Wasserschaden

auf, wie groß die Deckungslücke

bzw. die Unterversicherung

ist. Die bei Versicherungsmaklern

übliche gesetzliche Mindestdeckung

für zu verantwortende Vermögensschäden

(rund 1 Mio. Euro) reicht in

der Praxis selten aus, vorhandene

Lücken auch nur annähernd aufzufüllen.

n

Dr. Johannes Fiala/Peter A. Schramm

Über die Autoren

Dr. Johannes Fiala ist als Rechtsanwalt

in München tätig (www.fiala.de),

Peter A. Schramm als Diplom-Mathematiker

für die IHK Frankfurt/M.

(www.pkv-gutachter.de).

37

P.T. MAGAZIN 5/2010


kompetenznetz

mittelstand

Unternehmen

News

Produkte

HENKA Werkzeuge+

Werkzeugmaschinen

GmbH

Mit 20 Jahren Erfahrungen mit Präzisionswerkzeugen

von SANDVIK und PRECI­

TOOL helfen wir auch Ihnen bei Zerspanungsproblemen.

www.henka.de

Waldheimer

Gewürze GmbH

Die Spezialität des Herstellers von Gewürzen,

Kräutern, Mischungen und Marinaden

sind alte Rezepturen sächsischer

Fleischer­ und Küchenmeister.

www.waldheimer­gewuerze.de

REDLICH –

Unternehmen beraten

Unternehmensberatung, Personalmanagement

und Personalqualifizierung.

Wir bieten Leistungen und Lösungen,

die nachhaltig zum Erfolg führen.

www.redlich­beraten.de

Deutsche Post AG

– Direkt Marketing

Center München

Zuverlässiger Partner für die Werbung

per Brief und regional im Internet. Die

Experten für Kommunikation beraten Sie

gerne persönlich oder am Telefon.

www.direktmarketing­center.de

Werkmeister

GmbH + Co. KG

Der Trendsetter für Wellnessprodukte

ist seit über 45 Jahren ein zuverlässiger

Partner des Sanitätsfachhandels und der

Orthopädie­ und Rehatechnik.

www.werkmeister­gmbh.de

Gebr. Schumacher

GmbH

www.gebruederschumacher.de

IHR SCHNEIDWERK SPEZIALIST

Seit 42 Jahren liefert der Global Player

Mähsysteme und Komponenten für Mähdrescher.

Mit 300 Mitarbeitern arbeitet

er weltweit am „perfekten Schnitt“ von

Getreide.

Paracelsus-Klinik

Reichenbach

GmbH

Die bürgernahe Klinik mit weit gefächertem

Leistungsprofil und hervorragend ausgebildeten

Fachkräften sorgt für die beste

Versorgung der Patienten.

www.paracelsus­kliniken.de

EDUR-Pumpenfabrik

Eduard Redlien GmbH

& Co. KG

Die hochspezialisierte Pumpentechnik

überzeugt mit exzellenten Ingenieurleistungen

seit 1927. Innovative Kreisel­ und

Vakuumpumpen setzen Maßstäbe.

www.edur.com

caleg Schrank- und

Gehäusebau GmbH

Ihr Partner für Schränke und Gehäuse

der unterschiedlichsten Bauformen und

Verwendungszwecke im Maschinenbau,

der Aufzugsbranche und Telekommunikation.

www.caleg.de

Baltic Lloyd Schiffahrt

• Spedition • Logistik

GmbH

Der Partner für Logistik aus Rostock

betreut alle Transporte über die Ostsee

und bietet vollständigen Hafen­ und

Logistikservice unter dem Motto „Alles

aus einer Hand“.

www.balticlloyd.com

PRT Rohrtechnik

Thüringen GmbH

Der Dienstleister der Versorgungswirtschaft

agiert in allen Sparten erfolgreich:

Anlagen­ und Rohrleitungsbau, Tief­,

Kabel­ und Stationsbau sowie Service.

www.prt­thueringen.de

ASL-Alles Saubere

Leistung GmbH

Wunschziel Nr. 1 - ZEIT!

Rundum­Service für Haus, Garten und

mehr. Das verbindet Kunden deutschlandweit

mit ASL ­ Zuverlässigkeit,

Vertrauenswürdigkeit und Qualität.

www.asl­deutschlandweit.de

KOPP Schleiftechnik

GmbH

Der Werkzeughersteller und Servicebetrieb

liebt Präzision. Werkzeuge zu schleifen

oder hochpräzise Vollhartmetallwerkzeuge

zu fertigen, das ist sein Geschäft.

www.kopp­schleiftechnik.de

Raiffeisenlandesbank

Oberöster reich AG

Die ganz besondere Mittelstandsbank:

Modernste Bankdienstleistungen, internationales

Finanzmanagement, direkter

Draht zum Kapitalmarkt, Begleitung auch

in Osteuropa.

www.rlbooe.de

amasol AG

Ihr Systemintegrator für IT­Management­

Lösungen:

Business Service Management, End User

Experience Management, IT Infrastructure

Management.

www.amasol.de


Experten

Veranstaltungen

Stellenangebote

Sie wollen mehr?

www.kompetenznetz-mittelstand.de

Das Kompetenznetz

Wald- und Sporthotel

Polisina

Das First-Class-Hotel vor den Toren

Würzburgs: mit herrlichem Blick aufs

Maintal, komfortablen 93 Zimmern –

fränkisch rustikal, klassisch oder modern.

www.polisina.de

Preisverleihung: Samstag, 11.09.2010

Auszeichnungsgala

in Magdeburg für

Unternehmen aus

Sachsen-Anhalt, Sachsen,

Berlin/Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern

und Ball

www.mittelstandspreis.com

Was kann ich hier finden?

n Mit mehr als 100.000 Unternehmen,

Personen, News usw. verbindet das

Kompetenznetz-Mittelstand Unternehmen,

Regionen und Menschen.

DIE p. A. – Die private

Arbeitsvermittlung &

Personalleasing GmbH

Ihr verantwortungsbewusster Personaldienstleister:

Wir vermitteln engagierte,

qualifizierte und flexible Mitarbeiter – zuverlässig,

deutschlandweit.

www.die-pa.de

Preisverleihung: Samstag, 18.09.2010

Auszeichnungsgala

in Würzburg für

Unternehmen aus

Bayern, Baden-

Württemberg, Hessen und Thüringen

und Ball

www.mittelstandspreis.com

n Darunter mehr als 10.000 aktive Teilnehmer

am Wettbewerb „Großer Preis des Mittelstandes“

der Oskar-Patzelt-Stiftung. Der

komplette Wettbewerb „Großer Preis des

Mittelstandes“ ist im Portal integriert.

n Seit 1994 entwickelte sich diese Initiative

zum führenden Mittelstandswettbewerb

in Deutschland - vollständig ehrenamtlich

organisiert und ausschließlich privat finanziert

- ohne einen einzigen Euro Steuergelder, mit

mehr als 150 mitwirkenden Persönlichkeiten

in Jurys und Gremien der Stiftung.

KRATZER

AUTOMATION AG

Mit „Software für effiziente Prozesse“ entwickeln

und produzieren unsere Kunden in

der Automobil-, Elektronik- und Logis tik-

Branche schneller und erfolgreicher.

www.kratzer-automation.com

Preisverleihung: Samstag, 09.10.2010

Auszeichnungsgala

in Düsseldorf für

Unternehmen aus

NRW, Niedersachsen/

Bremen, Schleswig-Holstein/Hamburg

und Rheinland-Pfalz/Saarland und Ball

www.mittelstandspreis.com

n Tausende Kommunen, Institutionen und

Unternehmen griffen den Wettbewerb in

den letzten Jahren als „ihr“ Instrument der

Unternehmensentwicklung und Wirtschaftsförderung

auf.

n Nominierte und ausgezeichnete Unternehmen

sind Innovationstreiber, Marktführer,

Partner. Firmen, die in ihren Regionen positiv

auffielen, die engagiert sind, ideenreich,

tatkräftig. Mit ihnen sollte man sich austauschen,

kommunizieren, Handel treiben.

Schoepe Display GmbH

Wir entwickeln und produzieren Displays

für optimale Präsentationen am jeweiligen

POS – von der Idee bis zum Endprodukt –

mehrfach ausgezeichnet.

www.schoepe-display.com

Bramburg Werbung

Torsten Koch eK

Ihr Dienstleister für Ihre Präsentation. Wir

liefern Klapprahmen, Rollup, Messestände

& PrintGreen! Großformatdruck

vom Poster bis zur Plane.

Ohne Lösungsmittel im Trend der Zeit.

www.Bramburg-Werbung.de

Preisverleihung: Samstag, 30.10.2010

Bundesball in Berlin

mit Verleihung der

Sonderpreise und der

Ehrenplaketten beim

„Großen Preis des Mittelstandes“, Preisträgertreffen

am Nachmittag.

www.mittelstandspreis.com

OPS Netzwerk GmbH

www.pt-magazin.de

OPS

Netzwerk

Betreibt das Kompetenznetz-Mittelstand,

verlegt das bundesweite P.T. Magazin

und ist Hauptsponsor des Wettbewerbs

„Großer Preis des Mittelstandes“.

GmbH

n Sie repräsentieren die tatsächliche Elite

der deutschen Wirtschaft, die seit Jahrzehnten,

trotz aller nationalen und globalen,

politischen und wirtschaftlichen Probleme

Unternehmen und Arbeitsplätze erhalten

und marktfähig entwickelt haben.

Was kann ich hier tun?

n eigene Unternehmens- und Expertenprofile

mit Text-, Bild- und Videoinhalten pflegen,

n News, Veranstaltungen, Veröffentlichungen,

Produkte präsentieren,

n Beiträge anderer Nutzer recherchieren,

Lesezeichen setzen, kommentieren,

n Kontakt mit anderen Experten aufnehmen

und Nachrichten austauschen,

n online an thematischen Gruppen mitarbeiten,

n Dritte zum Wettbewerb „Großer Preis des

Mittelstandes“ nominieren,

n als nominiertes Unternehmen Wettbewerbsunterlagen

erstellen,

n als ausgezeichnetes Unternehmen Ergebnisse

präsentieren

n …

(Satz und Layout: OPS Netzwerk GmbH, Foto: © Andres Rodriguez/Fotolia.com)


Oskar-Patzelt-Stiftung

Zahlen, Daten, Fakten

Wirtschaftsmacht Mittelstand

40

(Foto: © Rainer Sturm/PIXELIO)

Wirtschaftsstatistiken täuschen.

Wer alles in einen Topf haut, kann

trotz größter Mühe hinterher keine

vernünftigen Schlüsse mehr ziehen.

Wer wissen will, wie Wirtschaft

durchschnittlich funktioniert, muss

ins Statistische Jahrbuch sehen. Wer

wissen will, wie erfolgreicher Mittelstand

funktioniert, muss sich die Teilnehmer

des Wettbewerbs „Großer

Preis des Mittelstandes“ anschauen:

n Sie beschäftigten per 31.12.2009

zusammen rund 595 000 Mitarbeiter,

was einer Steigerung

der Beschäftigung in den letzten

fünf Jahren von 35% entspricht –

trotz Krise.

n Die durchschnittliche Ausbildungsquote

beträgt 6,2%.

n Die Weltfinanzkrise wirkte sich

auch auf diese Unternehmen aus,

sie verloren 2009 im Durchschnitt

4,5% Umsatz gegenüber 2008, in

Einzelfällen mussten bis zu 50%

Einbruch verkraftet werden. Durchschnittlich

konnten sie im 5-Jahres-

Zeitraum gegenüber 2005 den

Umsatz dennoch um 55% steigern.

Die Umsatzrendite vor Steuern lag

bei durch schnittlich 7,1%.

n Sie realisierten doppelt so viele

Investitionen wie der Durchschnitt

der KMU in Deutschland und

verstärkten in vielen Fällen die

Investitionen antizyklisch gerade

im Krisenjahr 2009.

n Ihre Eigenkapitalquote liegt deutlich

über dem Durchschnitt aller

KMU in Deutschland, häufig über

50%. Im Durchschnitt konnte die

Eigenkapitalquote in den letzten

drei Jahren trotz Krise von 34 auf

43% gesteigert werden und dient

damit als Krisenpuffer.

n Das regionale Engagement, neudeutsch

corporate social responsibility,

ist traditionell außerordentlich

breit und intensiv ausgeprägt.

Neben den Führungspersonen

arbeiten Mitarbeiter ehrenamtlich

in zahlreichen Funktionen und

Initiativen mit, und die Unternehmen

geben umfangreiche

materielle und finanzielle Unterstützung.

n Die für den 16. Wettbewerb 2010

nominierten Unternehmen leisten

jährlich Steuer- und Abgabenzahlungen

zwischen 12 und 15 Mrd.

Euro. n

P.T. MAGAZIN 5/2010


Oskar-Patzelt-Stiftung

Ein Tag in Dörverden-Hülsen

Sommertreffen des Mittelstands-FORUM Deutschland

Stahlbranche über die Elektronikbis

zur Energie- und Werbebranche

haben sich zusammengefunden.

Auf Einladung von Heinz Heckmann,

Heckmann Maschinenbau

und Verfahrenstechnik GmbH,

traf sich das Mittelstands-FORUM

Deutschland am 16. Juli 2010

in Dörverden-Hülsen zu seinem

3. Sommertreffen.

Das Mittelstands-FORUM Deutschland

ist eine Initiative mittelständischer

Unternehmen, die die

Oskar-Patzelt-Stiftung bei ihrem

Engagement für gesunde, dynamische,

mittelständische Wirtschaftsstrukturen

unterstützen

wollen.

(Foto: OPS Netzwerk GmbH)

Diese Initiative wurde am 22.

August 2008 in Leipzig gegründet.

Mittlerweile sind 25 Mitglieder aus

neun Bundesländern im Forum

organisiert. Unternehmen von der

Die Mitglieder des Forums pflegen

Kontakt zueinander. Sie tauschen

sich aus, stützen sich gegenseitig

und stärken damit auch ihre jeweilige

Heimatregion.

Wolfgang und Heidi Niederhofer,

die die Sprecherfunktion seit der

Gründung des Forums im Sommer

2008 innehatten, wurde für

die geleistete Arbeit in den vergangenen

zwei Jahren gedankt.

Einstimmig wurde Dr.-Ing. Bernd

Hentschel (ganz links im Bild),

geschäftsführender Gesellschafter

der HENKA GmbH, Preisträger des

Wettbewerbs „Großer Preis des

Mittel standes“, zum neuen Sprecher

der Initiative gewählt. n

41

P.T. MAGAZIN 5/2010


.

Hauptsponsor

GroßerPreisdesMittelstandes2010

16.Oskar-Patzelt-Stiftungstage

Kartenbestellung für Gala und Ball

über Fax: 0341 24061-66, Online-Shop

– www.pt-magazin.de/shop/ballkarten/ –

oder Bestellung einsenden an:

Oskar-Patzelt-Stiftung

Melscher Str. 1 | 04299 Leipzig

Motto:„…undjetzterstrecht!“

Bitte senden Sie mir für folgende Veranstaltungen (Gala und Ball) Karten zu:

n 11.September2010,MARITIMHotelMagdeburg

Preisverleihung für Unternehmen aus Sachsen-Anhalt, Sachsen,

Berlin/Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern

Euro140,–zzgl.MwSt.proKarte

*Zimmerreservierung unter: Tel. o391 5949-886

Anzahl:

n 18.September2010,MARITIMHotelWürzburg

Preisverleihung für Unternehmen aus Bayern,

Baden-Württemberg, Hessen und Thüringen

Euro140,–zzgl.MwSt.proKarte

*Zimmerreservierung unter: Tel. 0931 3053-819

Anzahl:

n 09.Oktober2010,MARITIMHotelDüsseldorf

Preisverleihung für Unternehmen aus Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen/

Bremen, Schleswig-Holstein/Hamburg und Rheinland-Pfalz/Saarland

Euro140,–zzgl.MwSt.proKarte

*Zimmerreservierung unter: Tel. 0211 5209-0

Anzahl:

n 30.Oktober2010,MARITIMHotelBerlin

(nicht im MARITIM proArte Hotel Berlin)

Bundesball – Verleihung der Sonderpreise und Ehrenplaketten

Euro150,–zzgl.MwSt.proKarte

*Zimmerreservierung unter: Tel. 030 2033-4410

Anzahl:

Name, Vorname

Firma

Anschrift

Telefon-Nr.

Die von mir bestellte(n) Karte(n) bezahle ich per Überweisung an:

RaiffeisenLandesbankOberösterreichZNdlSüddeutschland

BLZ74020100•Konto-Nr.8304313

(Kennwort:„GroßerPreisdesMittelstandes“)

Die Karten werden ab 1. Juli und nach Zahlungseingang versandt. Die Anzahl der Plätze ist beschränkt. Bei Stornierung ab vier Wochen

vor der jeweiligen Veranstaltung berechnen wir eine Stornogebühr von 100%. Bei sonstigen Stornierungen berechnen wir eine

Bearbeitungsgebühr von 20%. Generell bitten wir um Kartenrücksendung bei Stornierungen. Rechnungslegung erfolgt durch die OPS

Netzwerk GmbH im Auftrag der Oskar-Patzelt-Stiftung.

* Die Reservierung von Hotelzimmern erfolgt nur direkt bei den Hotels

bis spätestens vier Wochen vor Veranstaltung.

(Kennwort: Großer Preis des Mittelstandes)

Datum

Unterschrift


Oskar-Patzelt-Stiftung

Glücksmomente

Ein Kind wird geboren, ein Lottogewinn,

ein neues Auto, eine gute

Diagnose – Momente, die jeder

kennt, egal was jeder Einzelne tut,

egal welche Verantwortung er trägt.

Solche Momente sind viel seltener,

wenn es um Anerkennung geht.

Anerkennung für das Geleistete, für

das, was wir auch für andere mit

erschaffen haben.

In der Garage hat alles begonnen, im

Wohnzimmer entstand ein Büro, mit

einem Freund wurde ein Geschäft

angefangen, oder man hat sich

einfach selbstständig gemacht mit

einer Idee, an die felsenfest geglaubt

wurde – oft lesen wir diese Sätze in

den Geschichten der Firmen.

Und was heute daraus geworden

ist, kaum vorstellbar – Firmen

mit 30 oder 500 Mitarbeitern,

schon fünf oder 50 Jahre Firmentradition.

Großes ist entstanden.

Anfangs haben nur wir selbst daran

geglaubt. Dies hat uns Kraft und

Durchhaltevermögen gegeben, Mut

und Ansporn. Aus Träumen wurde

Realität. Und aus der Wirklichkeit

entstehen neue Träume.

Beim Durcharbeiten der Juryunterlagen

bekommen wir oft Gänsehaut,

wenn wir die Erfolgsgeschichten

gerade kleinerer Firmen lesen, die

viele Höhen und Tiefen erlebt haben

und auch wieder erleben werden.

Wieviel Kraft gehört dazu, diesen

Weg zu beschreiten, den Glauben

an sich selbst nicht zu verlieren,

trotz aller Widrigkeiten. Kein Unternehmen

war nur aufsteigend und

erfolgreich. Menschen gestalten mit

Menschen die Zukunft. Dabei treten

auch Fehler auf. Menschen irren.

Erfahrungen machen uns reicher.

Wir können daraus lernen. Das ist

der steile und steinige Weg zum

Erfolg. Es gibt keinen Erfolg ohne

diese Erfahrungen.

Bleiben Sie sich Ihrer Stärken

bewusst und genießen Sie die

seltenen Momente der Anerkennung.

Ich freue mich darauf, Sie zu den

Preisverleihungen begrüßen zu

können. Sie gehören zu den Besten.

Zu denen, die etwas zu sagen haben,

etwas weiterzugeben haben. Die

Realitäten schaffen. Die nicht nur

reden, sondern handeln. Zu denen,

die beim „Großen Preis des Mittelstandes“

nominiert oder sogar

ausgezeichnet wurden.

Ihre Petra Tröger

43

Modell MIRANDA

Eine moderne gebürstete Massivholzfront in einem harmonischen Zusammenspiel zwischen

heller und dunkler Fichte. Das offene Regal mit den hellen Arbeitsplatten setzt weitere Akzente.

SACHSENKÜCHEN

Hans-Joachim Ebert GmbH

Dresdner Str. 78

01762 Schmiedeberg

Tel. 03504 6481-0

Fax 03504 6481-35

info@sachsenkuechen.de

www.sachsenkuechen.de


M o d e r n e s L e b e n

Was der Mensch zum Wohnfühlen braucht

P.T. MAGAZIN 5/2010

(Fotos: epr/biederlackborbo, Eaton, Jaksch, Bublitz)


Unerschütterlich

Wirtschaft

Trotz Wirtschaftskrise und Unwägbarkeiten im Bausektor: Die Deutschen leben ihren Traum

vom eigenen Heim

(ots/eigBer.) - Reichlich unübersichtlich

stellt sich die Lage des deutschen

Baugewerbes dar. Erfolgsmeldungen

und Katastrophenszenarien

wechseln einander in unschöner

Regelmäßigkeit ab. Prognosen

scheinen, wie in anderen Branchen

auch, nach Monatsfrist ihr Verfallsdatum

erreicht zu haben.

Zwei Fakten aber erhärteten sich,

wenn auch wenig überraschend,

über das gesamte erste Halbjahr

2010: Zum einen werden nach Auslaufen

der Konjunkturprogramme

die staatlichen Bauaufträge

abnehmen, zum anderen bleibt der

Traum der Deutschen vom eigenen

Heim unerschütterlich.

Freistehende Häuser am beliebtesten

Wie die Zahlen des Statistischen

Bundesamtes belegen, realisierten

Bauherren ihre eigenen vier Wände

im Jahr 2008 immer noch kostengünstiger

als Mitte der 90er Jahre.

Nach Angaben von LBS Research ist

der Kostenvorsprung bei Doppelund

Reihenhäusern in den neuen

Bundesländern am größten. Quadratmeterpreise

unter 1.000 Euro

seien hier relativ leicht realisierbar.

In Ostdeutschland lagen nach

Angaben der LBS-Experten die Baukosten

für Doppelhäuser zuletzt

knapp unter der 1.000-Euro-Marke,

Reihenhäuser seien jedoch im

Schnitt schon für einen Quadratmeterpreis

von knapp 900 Euro veranschlagt

worden. Allerdings scheint

bei der Entscheidung zwischen freistehendem

Objekt oder eigenen vier

Wänden in der Reihe nicht allein der

Preis ausschlaggebend zu sein, so

LBS Research.

Denn im gleichen Zeitraum ging

der Anteil der Doppel- bzw. Reihenhäuser

von 31 auf 13% zurück. Der

Anteil der freistehenden Einfamilienhäuser

stieg gleichzeitig von

rund 69% im Jahr 1995 auf rund 87%

im Jahr 2008 an, obwohl die durchschnittlichen

Quadratmeterpreise

in diesem Segment um ein Viertel

höher sind als in der Reihe.

Mehr Platzbedarf

(Foto: LBS)

Anders ist das Bild in den alten Bundesländern.

Dort lag 2008 der Anteil

der besonders bevorzugten Bauform

– dem freistehenden Haus – annähernd

stabil bei rund 67% (1995:

rund 65%). Demgegenüber setzten

gut 18% im ehemaligen Bundesgebiet

auf das Doppelhaus und 14%

auf das Reihenhaus. Ähnlich wie die

Eigentumswohnung stellt laut Einschätzung

der LBS-Experten das Reihenhaus

in den wirtschaftsstarken

Ballungsräumen eine kostengünstige

Alternative dar. Wenn auch auf

kleineren Grundstücksflächen, so

bieten die eigenen vier Wände auf

diese Weise ebenerdiges Wohnen im

urbanen Raum an.

Hinzu kommt, dass die Baukosten

beim freistehenden Haus in den

alten Bundesländern mittlerweile

wieder das Niveau des letzten Jahrzehnts

erreicht haben.

Die allgemeine Tendenz zum wachsenden

Platzbedarf zeigt laut LBS

Research der Blick auf die Wohnflächenentwicklung.

So stieg in allen

Segmenten die durchschnittliche

Wohnfläche an, und zwar um 5

bis 22%. Dabei weisen die Doppelhäuser,

aber insbesondere die

Reihenhäuser die relativ stärksten

Zuwächse auf.

Ost-West-Angleichung

Der steigende Wohlstand, der zu

wachsenden Wohnansprüchen

führt, sei hier eindeutig abzulesen,

ebenso wie ein sichtbarer Aufholprozess

in den neuen Bundesländern.

Konnte man dort aus historischen

Gründen lange Zeit seine

Wohnwünsche nicht frei gestalten,

verringert sich dieses Defizit zusehends.

Bei der Größe von Reihenhäusern

sind die Ost-West-Unterschiede

inzwischen sogar praktisch eingeebnet.

Es ist aber weiterhin so, dass laut

Statistik die durchschnittliche

Wohnfläche der neuen Eigenheime

in den alten Ländern um rund 19%

größer ist als in den neuen Ländern.

Dadurch ist deren Kostenvorsprung

gegenüber den „Westpreisen“ insgesamt

noch größer als bei der Quadratmeter-Betrachtung:

Mit 147.000

Euro, so LBS Research, werden die

Objekte im Osten um 66.000 Euro,

also um mehr als 30%, niedriger

veranschlagt als im Westen (213.000

Euro). n

45

P.T. MAGAZIN 5/2010


Wirtschaft

Konsequent modern

Haustechnik, die wirklich begeistert: Zwei praktische Beispiele aus dem Alltag

46

(Foto: © epr/Eaton)

Zeitschaltungen können in einzelnen Räumen für Heizung, Belüftung und Beleuchtung programmiert werden, damit immer

zur gewünschten Zeit eine Wohlfühlatmosphäre herrscht.

(epr/eigBer.) - Altbauten und moderne

Gebäudetechnik schließen sich

schon lange nicht mehr aus, sodass

ein energieeffizientes und komfortables

Leben auch in Gebäuden mit

hohen Decken und Holzdielen möglich

ist.

Komfort ohne großen Aufwand

Einen Einstieg in die moderne Elektroinstallation

ohne großen baulichen

Aufwand bietet beispielsweise

ein Funksystem: Denn wenn Beleuchtung,

Rollläden, Jalousien, Beschattungssysteme

und Heizungen automatisch

überwacht und gesteuert

werden, bringt dies ungeahnten

Komfort in die eigenen vier Wände

– ganz unabhängig davon, ob es sich

um einen Alt- oder Neubau handelt.

Die Installation eines Funksystems

gestaltet sich bei manchen Anbietern

bereits in der Planungsphase völlig

unkompliziert: Da alle Haustechnikfunktionen

in ein System integriert

werden können und per Funk kommunizieren,

sind Kabel überflüssig.

Das vermeidet Baumaßnahmen,

denn weder müssen Schlitze

gestemmt noch Kanäle verlegt werden.

Die drahtlose Steuerung erfolgt

über Funksender und -empfänger,

die beispielsweise in Form eines

Funkschalters einfach dort aufgeklebt

werden, wo sie benötigt werden: am

Türrahmen, auf dem Nachttisch oder

auch auf einer Glaswand.

Flexibel und bequem

Die Flexibilität des Systems zeigt sich

auch in seiner Ausbaufähigkeit, denn

bereits vorhandene, konventionelle

Elektrotechnik kann in moderne

Funksysteme problemlos integriert

werden, z. B. die Funktaster mit

vorhandenen Schalterprogrammen

verschiedenster Hersteller. Was zählt,

sind die Bedürfnisse der Bewohner

und die persönliche Wohnsituation,

auf die anhand zahlreicher Komponenten

individuell eingegangen

werden kann. Anhand komfortabler

Schaltzentralen lassen sich die einzelnen

Haustechnikfunktionen transparent

überwachen und bequem

steuern.

So fahren nach Bedarf Rollläden

und Jalousien automatisch rauf und

runter, geht das Licht im Eingangsbereich

an, wenn sich der Schlüssel im

Schloss dreht und arbeitet die Heizung

nur dann, wenn es die Raumtemperatur

erfordert.

P.T. MAGAZIN 5/2010


Wirtschaft

Wenn der Schlüssel „weg“ ist...

In ihren Schaufenstern locken die

Geschäfte mit tollen Angeboten.

Was spricht da gegen einen ausgiebigen

Einkaufsbummel? Mit

schweren Tüten bepackt, findet man

sich später erschöpft vor dem Haus

wieder. Man hat keine Hände mehr

frei und muss alle Einkäufe, um

die Tür öffnen zu können, auf dem

Boden abstellen. Das große Kramen

beginnt:

Weder in der kleinen Jacken- noch

in der geräumigen Handtasche ist

der Haustürschlüssel auffindbar.

Zu allem Überfluss fängt es auch

noch an zu regnen. Erst nach langen

Minuten des Suchens findet

sich der Schlüsselbund endlich – er

lag gut versteckt zwischen Handy,

Portemonnaie, Taschentüchern und

Lesebrille.

Genial einfach

Die Suche nach dem Türöffner ist

ein allseits bekanntes, stets wiederkehrendes

Phänomen. Die komfortabelste

Lösung für alle jene, die ihren

Schlüssel nie direkt parat haben,

ist ein praktischer Fingerscanner.

Intelligente Systeme erkennen

die Bewohner eines Gebäudes am

Fingerabdruck und steigern die

Mit einem Fingerscanner gehört das

lästige Suchen nach dem Haustürschlüssel

der Vergangenheit an. Als

Türöffner fungiert allein der Fingerabdruck.

Lebensqualität daheim deutlich. Sie

vereinen höchstmöglichen Komfort

mit Sicherheit, denn Schlüssel, Karten

und Codes werden überflüssig.

Allein durch Ziehen des Fingers über

den Sensor öffnen sich die Türen. So

entfällt die lästige Suche nach dem

Schlüssel in Hand- oder Hosentasche.

Nicht nur optisch überzeugend

Zunächst nimmt der Scanner einen

Fingerabdruck auf, verwandelt die

charakteristischen Merkmale in

einen binären Code und speichert

diesen ab. Wenn derselbe Finger

später wieder über den Sensor

(Foto: © epr/ekey)

Komfortabel ist das Fingerscan-

System auch für Kinder. Sie laufen

nicht Gefahr, ihren Schlüssel beim

Spielen zu verlieren und müssen nie

lange vor der Haustür warten.

(Foto: © epr/ekey)

gezogen wird, findet das kinderleicht

zu bedienende System die Übereinstimmung

und öffnet die Tür.

Dieser Prozess dauert nur wenige

Augenblicke.

Bestimmte Fingerscanner können

nachträglich eingebaut werden.

Clevere Alternativen sind Türen, die

bereits während der Produktion mit

einem Fingerscanner ausgestattet

wurden. Dieser – ob aus Edelstahl

oder vergoldet – ist dann zumeist

auch formschön in das Türblatt integriert.

Solche optisch überzeugenden

Türen werden von namhaften deutschen

Firmen hergestellt. n

47

P.T. MAGAZIN 5/2010


Wirtschaft

Kostbares Nass

Wer auf effiziente Systeme setzt, muss auch im Garten nicht mit Wasser geizen

48

bestehen aus gebrauchten PET-Flaschen,

das alte T-Shirt bekleidet als

Putz eine Wand, und das zersprungene

Weinglas lässt in Form eines

Fensters weit blicken.

Versiegelungsgebühren sparen

Wer Regenwasser nutzt, kann die

teuren kommunalen Versiegelungsgebühren

verringern. Zusammen mit

Herstellern der Baustoffbranche bietet

eine Baumarktkette ein System

an, mit dem Regenwasser optimal

genutzt wird. Dabei wird das Niederschlagswasser

über Entwässerungssysteme

wie Rinnen- oder Hofabläufe

aufgefangen und durch einen

Vorfilter zum Zwischenspeicher oder

zur Zisterne geleitet.

Automatische Nachspeisung

(Foto: epr/ACO)

Kühles, klares Nass lässt den Garten

in frischem Grün erstrahlen. Ohne

schlechtes Gewissen wird selbst aufbereitetes

Wasser zur Beregnung genutzt.

(epr/eigBer.) - Recycling ist heutzutage

Standard. Aus gebrauchten,

aus der Mode gekommenen oder

kaputten Alltagsgegenständen wie

Plastikflaschen, Altkleidern, Batterien

oder Gläsern werden täglich neue

Produkte hergestellt. Vliesjacken

Doch ausgerechnet mit dem nicht gerade

billigen Rohstoff Wasser gehen

Verbraucher oft weniger sorgsam um

und verschwenden unnötig Geld. Die

Lösung für Gartenfreunde ist hier

eine Regenwasseraufbereitungsanlage,

die die Regentropfen, die eigentlich

im Erdboden versickern würden,

auffängt und verwertet.

Über ein separat verlegtes Leitungsnetz

gelangt das Wasser an

die jeweilige Benutzerstelle, z. B.

den Rasensprenger. Die Restmenge

versickert ohne Umwege im

Erdreich – über begrünbare und

sickerfähige Pflastersteine, spezielle

Terrassenplatten, Rasenschutzwaben

oder Versickerungsschächte

zur Kleinflächenentwässerung, die

ebenfalls zum System gehören. Auch

eine Dachbegrünung trägt zu einer

umweltfreundlichen Nutzung des

Regenwassers bei, denn sie verzögert

das Abfließen des Wassers und entlastet

damit die Kanalisation. Und

sollte es einmal nicht genügend Re-

Finalist 2009

„Großer Preis des

Mittelstandes“

S P E DITION - L OG IS TIK - L AG E R UNG

Mitnahmestapler + Schwertransport +

Kranservice + Maschinenumzüge +

Einbringservice + Logistig lösungen +

Inhouseservice

56170 B endorf

P.T. MAGAZIN 5/2010


Wirtschaft

gen geben, muss niemand auf dem

Trockenen sitzen: Über eine automatische

Nachspeisung kann ganz einfach

Trinkwasser in das Leitungsnetz

geführt werden.

Im Handumdrehen ein gepflegtes

Erscheinungsbild

Beregnungsanlagen versorgen nicht nur Rasenflächen, sondern auch Blumenbeete

mit Wasser. Das lästige Gießen mit Gießkanne oder Gartenschlauch fällt weg.

Steigen die Temperaturen und strahlt

die Sonne unerbittlich, greift dies die

Pracht der Natur an. Saftig grünen

Rasen und einen üppig blühenden

Garten erzielen Hobbygärtner im

Frühjahr und Sommer mithilfe einer

Beregnungsanlage. Bestens geeignet

für Privatgärten, macht ein automatisches

System dem langwierigen,

mühsamen Gießen mit der Hand ein

Ende. Der Gartenschlauch muss nicht

mehr zeitaufwendig geschleppt und

dann wieder aufgerollt werden, und

auch das lästige Gießen mit der Gießkanne

entfällt. Im Handumdrehen

entsteht ein gepflegtes Erscheinungsbild.

Zudem überzeugen gute automatische

Beregnungsanlagen durch

ihren sparsamen Wasserverbrauch.

Optimale Wirkung

Sie bestehen aus Ventilen, Regnern,

einem Steuergerät sowie Rohrleitungen.

Das Steuergerät ist dabei das

Herz der Anlage: Dort stellt man den

Zeitpunkt und die Dauer der Bewässerung

automatisch ein. Die Ventile

steuern den Wasserfluss zu den Regnern.

Sie unterteilen einen Garten in

verschiedene Zonen, sodass stets die

richtigen Bereiche zur richtigen Zeit

bewässert werden. Dies ist wichtig,

(Foto: epr/Rainpro)

denn Rasenflächen, Blumenbeete

und Sträucher haben alle einen

unterschiedlichen Wasserbedarf. Die

Unterteilung in Zonen gewähr leistet

zudem, dass das System hydraulisch

ausgelastet ist, sodass die Regner

im optimalen Wirkungsgrad zueinander

arbeiten. So wird das Wasser

gleichmäßig verteilt, und es gibt

keine Pfützen oder trockene Stellen.

Ob Getrieberegner oder Sprühdüsen:

Beregnungssysteme halten den Garten

schön, selbst wenn die Bewohner

nicht anwesend sind. Bei der Auswahl

und Installation des richtigen

Equipments helfen Experten gerne

weiter. n

49

P.T. MAGAZIN 5/2010


Wirtschaft

Entspannte Atmosphäre

Ob Wohnzimmer, Bad oder Küche: Mit der richtigen Einrichtung

werden die eigenen vier Wände zur Wohlfühl-Oase

(Foto: © epr/biederlackborbo)

(epr/eigBer.) - Werden die Tage wieder

kürzer, lassen auch die niedrigen,

ungemütlichen Temperaturen nicht

lange auf sich warten. Romantischer

Kerzenschein, leise Musik, heißer Tee

und eine hübsche Kuscheldecke bewahren

die Wärme und Herzlichkeit

in den eigenen vier Wänden und sorgen

so für Entspannung.

Den Stress vor der Tür lassen

Gibt es Schöneres, als es sich an

nasskalten Tagen auf dem heimischen

Sofa mit einer Decke gemütlich

zu machen und einfach mal

den Stress draußen vor der Tür zu

lassen? Eine Wohltat für Körper, Geist

und Seele. Gewebte Kuschelträume

sind treue Begleiter an solch kühlen

und oft auch trüben Tagen. Wenn

alles grau in grau erscheint, laden

harmonische Farbkombinationen

zum Wohlfühlen ein und machen die

eigene Couch zum Ort der Entspannung

nach einem harten Arbeitstag.

Hervorragende Wärmehaltung,

komfortable Pflegeleichtigkeit und

herrlich weiche Oberflächen machen

die Wohndecken zu einem unverzichtbaren

Zubehör in den eigenen

vier Wänden. Nicht zuletzt dank der

richtigen Kombination der verwendeten

Materialien sind die Decken

strapazierfähig und pflegeleicht zugleich.

Sie lassen sich problemlos im

Schonwaschgang säubern. Manche

sind sogar für den Trockner geeignet.

Da kann der Winter kommen.

Entspannung für Körper und Geist

Und wer auf dem Sofa keine Entspannung

findet, macht es sich eben

in der Badewanne bequem. Warmwasserquellen

wurden schon von

den alten Griechen, Römern und den

Ureinwohnern Amerikas zur Förderung

der Gesundheit eingesetzt.

Im Jahre 1956 führten die Brüder

Jacuzzi eine Hydrotherapiepumpe

für medizinische Zwecke ein, aus

der sich die heutigen Whirlpools

entwickelten. Seitdem haben sich

die Whirlwannen ständig verbessert,

und die Hersteller warten

regelmäßig mit Modellen auf dem

neuesten Stand der Technik sowie

ästhetischem und ergonomischem

Design auf.

Exklusivität fürs heimische Bad

Die gezielte Massage regt den Organismus

an, lässt Alltagsstress

verschwinden und fördert zudem

mithilfe der Aroma- und Chromotherapie

die Gesundheit. Manche

Designelemente dienen nicht nur

der optischen Zierde: Polster bieten

dem Rücken- und Nackenbereich

eine schonende und bequeme Stütze,

und die in der Wanne eingelassenen

Wasserjets sorgen für eine Hydromassage,

die den kompletten Körper

verwöhnt. Rotierende Rücken- und

Fußdüsen mit separater Steuerung

behandeln zudem die im Alltag besonders

beanspruchten Partien.

Solche Wannen sind in verschiedenen

Ausführungen erhältlich,

je nach Geschmack und Bedarf

besonders geräumig, platzsparend

für kleinere Bäder, konsequent geradlinig,

als Ein- oder Zweisitzer

oder mit extravagantem Bullauge

und Lichtspiel. Exklusive Extras wie

Unterwasserbeleuchtung, Farbthe-

P.T. MAGAZIN 5/2010


Wirtschaft

51

(Foto: © epr/Jaksch)

(Foto: © Victory Spa)

Mit dem japanischen Teppan gelingen Lammkoteletts ebenso gut wie Fisch- oder

Gemüsegerichte, denn beim Garvorgang werden die Zutaten geschont.

rapie, Wasserheizung, integriertes

Radio und Fernbedienung können

solch ein komfortables Gesamtpaket

abrunden.

Geschmackvoller Küchentrend

In der Küche macht sich in jüngster

Zeit ein Trend aus dem Fernen Osten

bemerkbar: der Teppan. Das ist ein

japanischer Grill, die auf ihm zubereiteten

Gerichte nennt man Teppanyaki.

In japanischen Restaurants ist

der Teppan in die Zubereitungsflächen

am Tresen integriert oder in die

Gästetische eingelassen.

Mittlerweile gibt es auch Varianten

für die heimische Küche. Der

Flächengrill erlaubt eine besonders

schonende und gesunde Zubereitung

von Nahrungsmitteln. Ob ein saftiges

Steak, ein delikates Lachsfilet

oder mediterran gegrillte Paprika:

Die Speisen behalten ihr natürliches

Aroma sowie ihre Vitamine und

Nährstoffe. Egal, welche kulinarische

Richtung man beim Kochen bevorzugt:

Am besten schmeckt immer ein

Gericht, das man selbst mit viel Liebe

zubereitet hat. Wenn dieses dabei

noch gesund und ausgewogen ist,

umso besser!

Auch für den Garten geeignet

Gute Geräte lassen sich auf die optimale

Gartemperatur von Speisen

einstellen und halten diese auch bei

großen Mengen konstant. So bleiben

Extras wie rotierende Rücken- und

Fußdüsen, Unterwasserbeleuchtung,

Farblichttherapie oder integriertes

Radio machen den Wellness-Abend

in der Whirlwanne perfekt.

der Geschmack der Zutaten sowie

deren gesunde Bestandteile erhalten.

Die elektronischen Drehregler

können leicht und schnell bedient

werden und erlauben professionelles

Kochen daheim.

Wie in vielen japanischen Haushalten

gibt es den Teppan jetzt auch in

Deutschland als portable Heizplatte.

Sie eignet sich besonders gut für

ein gemütliches Essen im Garten. So

kommen auch Freunde, Verwandte

und Nachbarn auf ihre Kosten – das

fettarme, gesunde Essen ist unwiderstehlich.

Schlemmen, genießen,

wohlfühlen! n

P.T. MAGAZIN 5/2010


Wirtschaft

Kein Grund zur Sorge

Sicherheitssysteme bieten rund um die Uhr Schutz

52

(Foto: epr/Bublitz)

die immer vorhandene Schwingung

des Luftvolumens, und zwar im

unhörbaren Bereich von einem bis

16 Hertz. Erst wenn das Gerät beide

Veränderungen in einer bestimmten

Art und Ausprägung registriert,

wird sicher Alarm ausgelöst – und

der Täter ist dann noch draußen.

Der Clou: Weil moderne Geräte

weder auf Gewitter, Vogelanflug,

Überschallknall und ähnliche

Umweltereignisse reagieren, sind sie

in hohem Maße fehlalarmsicher.

(epr/eigBer.) - Alle drei Minuten

wird in Deutschland eingebrochen,

oft einhergehend mit übler Verwüstung.

Abhilfe und Schutz bieten moderne

Alarmanlagen. Diese gibt es wie

Sand am Meer. Aber die Einbruchsforschung

zeigt, dass viele Produkte

von Kriminellen leicht ausgetrickst

werden können. Hightech-Geräte

neuerer Bauart überwachen rund

um die Uhr die komplette Objektaußenhaut,

also alle Fenster und

Außentüren. Diese Aufgabe übernimmt

ein im Gerät integriertes

hochempfindliches Sensorsystem.

Wird eine Scheibe eingeschlagen

oder ein Fenster oder eine Tür

aufgehebelt, so verändert sich nicht

nur impulsartig der Luftdruck im

Objekt, sondern gleichzeitig auch

Wenig Aufwand – akzeptabler Preis

Außerdem können sich Bewohner

und Haustiere bei aktiviertem

Alarmgerät frei bewegen. Die

Überwachung funktioniert

zuverlässig über mehrere Etagen

auf bis zu 900 Quadratmetern. Da

weder Kabel, Bewegungsmelder,

Magnetkontakte noch Glasbruchsensoren

erforderlich sind und

P.T. MAGAZIN 5/2010


Wirtschaft

zusätzlich Montagearbeiten und

hoher Wartungsaufwand entfallen,

können auch hochwertige Geräte

preisgünstig angeboten werden.

Mit diesem System kann man also

getrost in die Ferien fahren, ohne

sich zu sorgen.

drangehen, und genau in diesem

Moment passiert das Unglück. Man

hat nur einen kurzen Augenblick

nicht hingeschaut, und das Kind ist

ins Becken gefallen.

Einfach attraktiv

53

Für Teiche und Pools

Speziell für Kinder stellen Teiche

und Swimmingpools eine Gefahrenquelle

dar, und Vorkehrungen

zur Verbesserung der Sicherheit

sind unabdingbar. Denn selbst

flache Teiche können für die Kleinen

eine tödliche Ertrinkungsgefahr

darstellen. Deshalb sollten sie sich

niemals unbeaufsichtigt am Teich

oder Schwimmbad aufhalten. Doch

die Realität sieht oft anders aus.

Wie leicht ist man geneigt, zu behaupten:

„Es kann nichts passieren,

ich pass schon auf!“ Das Telefon

klingelt, man will „nur mal eben“

Gefährliche Situationen wie diese

lassen sich mit einem Alarmgerät,

das den Schwimmbadbereich

sichert, leicht vermeiden. Es stellt

im Vergleich zu einer umgebenden

Mauer und Zaunelementen die

attraktivere und günstigere Alternative

dar. Das Gerät eignet sich für

den Einsatz sowohl im Fisch- und

Gartenteich als auch im Pool.

Es schwimmt auf der Wasseroberfläche

und signalisiert durch

einen lauten akustischen Alarm,

dass im Wasser etwas passiert

ist. Dies bedeutet, dass der „kleine

Schwimmer“ immer dann zum

Dieses Sicherheitssystem schlägt

sowohl in jeder Art von Fisch- und

Gartenteichen als auch im Pool

sofort Alarm.

(Foto: epr/poolan)

Einsatz kommt, wenn sich niemand

im Wasser befindet. Das kleine,

unauffällige Sicherheitssystem ist

leicht in der Bedienung, erfordert

keine baulichen Maßnahmen und

funktioniert unabhängig vom

Wasserpegel. n

P.T. MAGAZIN 5/2010


Nordrhein-Westfalen im Zentrum der

„Blauen Banane“

Hier schlägt das Herz der Rheinischen Industrie

P.T. MAGAZIN 5/2010

(P.T.-Montage, Karte: CIA Factbook, Banane: Archiv, Foto Herz: © tommyS/PIXELIO)


Regional-Special

Energie – das Herz NRW’s

Der Pott am Tropf?

(Foto:Wikipedia/CC/Martinroell)

55

Das Ruhrgebiet ist ein Teil der Metropolregion

Rhein-Ruhr und gehört

mit seinen etwas weniger als fünf

Millionen Einwohnern neben der Îlede-France

(Großraum Paris), Moskau,

Greater London, der Randstad in den

Niederlanden und Istanbul zu den

größten Ballungsgebieten Europas.

NRW – im Zentrum der Blauen

Banane

Rhein-Ruhr liegt mitten im zentralen

europäischen Wirtschaftsraum, der

sog. „Blauen Banane“.

Die „Blaue Banane“ bezeichnet ein

europäisches Städteband zwischen

den alten Stahl- und Kohle-Industriezentren

um Manchester und

Birming ham bis zum Mittelmeer.

Liegt eine Region dort, geht es ihr

wirtschaftlich gut.

Der Begriff gründet sich auf ein

wirtschaftsgeografisches Modell des

Franzosen Roger Brunet aus dem

Jahr 1989. Die zentrale Entwicklungsachse

der „Blauen Banane“ bildet der

Rhein aufgrund seiner historischen

Funktion als wichtiger Verkehrs- und

Handelsweg Europas.

Nordrhein-Westfalen ist eine der

wirtschaftsstärksten Metropolregionen

Europas. Wäre es ein eigenständiger

Staat – es wäre eine der stärksten

Exportnationen der Welt. Nach

dem BIP liegt Nordrhein-Westfalen

im internationalen Vergleich auf

Platz 17 in der Welt.

Die Wirtschaft besteht aus einer

Mischung von Großkonzernen und

mittelständischen Betrieben. Mit

763 000 kleinen und mittleren

Unternehmen stellt der Mittelstand

rund 70,6% aller Arbeitsplätze und

erwirtschaftet 42% der Nettowertschöpfung.

Industrie aus Tradition

Der Maschinenbau ist in Nordrhein-

Westfalen ein Kernbereich der

Wirt schaft und der größte industrielle

Arbeitgeber mit über 230 000

Beschäftigten (21,8% Anteil in

Deutsch land). Er prägt das Innovationsgeschehen

wie kaum ein anderer

Sektor. Der weitaus überwiegende

Teil des Sektors weist auch hier mittelständische

Strukturen auf. Der

Maschinenbau macht den größten

Umsatz.

Aus der langen Tradition der

Nutzung natürlicher Ressourcen

ist im Land eine breite energietechnologische

Kompetenz

gewachsen.

Das Herz pumpt

In Nordrhein-Westfalen wird mehr

Energie umgewandelt und genutzt

als in jedem anderen Bundesland.

Aus der langen Tradition der Nutzung

natürlicher Ressourcen ist im

Land eine breite energietechnologische

Kompetenz gewachsen.

Nordrhein-Westfalen steht als das

moderne Energieland Nummer 1.

Die Umwandlung der Wirtschaft im

„Pott“ scheint zu funktionieren. In

Europa ist NRW für wegweisende

Entwicklungen in der Bergbau- und

Kraftwerkstechnik federführend,

aber auch bei den erneuerbaren

Energien.

Vorreiter

Ein rund 20 000 qm großes Spiegelfeld

in Jülich – so groß wie drei

Fußballfelder – und ein Solarturm,

in dem die Sonnenstrahlen gebündelt

werden, sollen die Forschung

in der Solareneregie vorantreiben

und versorgen gleichzeitig etwa 400

Haushalte mit Strom. Der Solarturm

in Jülich ist eigentlich ein konventionelles

Dampfkraftwerk. Und dann

aber auch so gar nicht:

Die bislang mit Öl, Gas oder Kohle

befeuerte Brennkammer wurde

durch eine solare Brennkammer

ersetzt und wird mit umweltfreundlichem

Wasser, Dampf und Luft

be trieben. Das solarthermische

Kraftwerk in Jülich ist nicht nur ein

wichtiger Beitrag zu Klima- und

Um weltschutz, sondern auch Beweis

für die technologische Vorreiterrolle

NRWs im Bereich erneuerbarer Energien.

Standortfrage

NRW wurde für viele zukunftsorientierte

Unternehmen der ideale

Standort. In 3 200 Firmen arbeiten

rund 22 000 Beschäftigte an der

Entwicklung und dem Einsatz von

Technologien zur Erzeugung regenerativer

Energie.

Diese erzielen einen Umsatz von

rund 5,5 Mrd. Euro. Die Unternehmen

E.ON und RWE zählen zu den

größten Energieversorgern weltweit.

Auch wenn E.ON mit dem teilweisen

Baustopp für das milliardenschwere

Kohlekraftwerk in Datteln

bei Müns ter Ärger hat. n

Strukturwandel

n Wurden 1970 noch 55,7% der

Bruttowertschöpfung des Landes

in der Industrie und nur 42,3% mit

Dienstleistungen erarbeitet, so hat

sich dieses Verhältnis bis 2009 mehr

als umgekehrt.

n Im Jahr 2009 dominierten

in Nordrhein-Westfalen die

Dienstleistungen mit 73,2% im

Vergleich zu 26,2% der Industrie.

P.T. MAGAZIN 5/2010


Regional-Special

OP am offenen Herzen

Herz-Rhythmus-Störung im Ruhrgebiet

(Foto: Ralph Sondermann)

Die neue Ministerpräsidentin Hannelore Kraft und ihr Arbeitsminister Guntram

Schneider müssen um die „Kohle“ bangen

PRÄZISIONSWERKZEUGE

UND WERKZEUGMASCHINEN

AUS EINER HAND

wir haben hochwertige Produkte im Vertrieb:

2007

www.henka.de

Rufen Sei uns an, fordern

Sie unseren Katalog oder

unseren Außendienst an!

Karlsbader Straße 1

08359 Breitenbrunn / OT Rittersgrün

Tel. 037757 / 171-0 | Fax: 037757 / 171-17

Email: info@henka.de

Preisträger

„Großer Preis des Mittelstandes“

Keine der anderen, gerade auch der

großen Montanregionen auf der Welt

hat einen gleichermaßen klaren Weg

in die Zukunft auf der Grundlage des

industriellen Erbes angetreten. Das

Gegenbild lieferte Amerika: „ghost cities“,

Geisterstädte, die übrig bleiben,

wenn der Bergbau aufhört. Wenn der

Bergbau in NRW aufhört, könnten

die Kohle-Ressourcen den Übergang

in eine fossilfreie Energiewirtschaft

erleichtern.

Die Politik

„Bei den erneuerbaren Energien

steht NRW auf einem beschämen den

12. Platz“, schimpfte Norbert Römer

aus der SPD, jetziger Nachfolger von

Hannelore Kraft als Vorsitzender der

SPD-Fraktion im Düsseldorfer Landtag

vor seinem Aufstieg.

Jetzt ist die Energiepolitik in den

Händen von Rot-Grün. Ein Graben

trennt die beiden in der Frage der

Steinkohlesubvention. Für die SPD

war immer klar: Sozialverträglichkeit

vor Wirtschaftlichkeit, die Grünen

wollen das „Ende der Epoche“.

Es geht um die „Kohle“

Römer und seine Chefin sehen

sich am Anfang ihrer Regierungszeit

gleich mit dem Entzug der

gewohnten Infusion für die Region

konfrontiert: Ende Juli überraschte

die EU-Kommission das Kanzleramt

in Berlin und auch die NRW-Regierung

mit einem Beschluss, demzufolge

die Subventionen für den Steinkohleabbau

bis 2014 enden müssen.

P.T. MAGAZIN 5/2010

Eine Überraschung, die es eigentlich

gar nicht hätte geben dürfen, aber

das Herz der Ministerpräsidentin

Hannelore Kraft blutet. Sie erklärt

den Vorschlag der EU-Kommission

zum vorzeitigen Auslaufen der Betriebsbeihilfen

für Steinkohlebergwerke

für nicht akzeptabel. Für NRW

geht es um sehr viel Geld.

Kreislauf-Schock

Der Kohlepfennig galt bis 1995. Seither

wird aus dem Staatshaushalt subventioniert.

Zwischen 1997 und 2006

brachten der Bund für die Steinkohleförderung

allein fast 30 Mrd. und

NRW weitere fast 5 Mrd. Euro auf. Bisher

wurde im „Kohlekompromiss“ bis

2018 zusätzlich mit gut 10 Mrd. Euro

gerechnet. Ist die Kreislauffunktion

im Ruhrgebiet in Gefahr?

Natürlich ist das ein Schreck in NRW.

Arbeitsminister Guntram Schneider

hat durchkalkuliert: „Wenn die Zechen

schon 2014 stillgelegt werden,

verlieren mehr als 23 000 Beschäftigte

ihren Arbeitsplatz. Das hat katastrophale

Auswirkungen insbesondere

für das Ruhrgebiet und ist nicht

hinnehmbar.“

Andererseits

Die Steinkohlenförderung in

Deutschland ist international nicht

wettbewerbsfähig. Steinkohle kann

nur aus großen Tiefen gewonnen

und ohne Probleme durch Importe

ersetzt werden. Das rheinische Revier

ist das größte Braunkohlerevier in

Europa.


Regional-Special

(Foto: obs/DSK)

Die Steinkohle wird in Deutschland noch mit jährlich 2 Mrd.

Euro subventioniert

Durch den Verbund von Tagebau und Kraftwerk bieten Erzeugungsanlagen

auf Braunkohlenbasis eine hohe Effizienz

und ein Höchstmaß an Versorgungssicherheit. Etwa ein

Viertel des Strombedarfes der Bundesrepublik Deutschland

wird durch Braunkohle gedeckt.

Das größte Loch Europas

Ein großer Eingriff in die Natur: Zwischen Bergheim und

Jülich befindet sich der Braunkohletagebau Hambach, das

„größte Loch Europas”. Auf einer Fläche von 85 Quadratkilometern

dringen die Bagger in Tiefen von über 450 Meter vor,

um die Kohle zu fördern. Der Eiffelturm würde in das Loch

passen, und nichts von ihm würde herausschauen.

In der Ebene der niederrheinischen Landschaft klaffen riesige

Tagebaue. Dazwischen erheben sich – aufgeschüttet aus

dem Abraum – bis zu 200 Meter hohe künstliche Hügel und

Berge. Ganze Ortschaften müssen umgesiedelt werden; neue

Landschaften mit Ackerbauflächen, Wäldern und Gewässern

entstehen. Unausweichlich sind mit diesen Eingriffen in die

Natur viele Probleme verbunden.

Energiemix

Die Stromerzeugung baut in Deutschland heute auf den

„drei Säulen“ Braunkohle (23,5%), Steinkohle (20,1%) und

Kernenergie (23,3%) auf. Erdgas trägt zu etwa 13,0% zur

Strom erzeugung bei. Seit Mitte der 90er Jahre fördert die

Bundesregierung die Stromerzeugung aus erneuerbaren

Energien auf der Grundlage des Erneuerbare-Energien-

Gesetzes (EEG). Seitdem ist die Stromerzeugung aus erneuerbaren

Energien stark angestiegen, besonders durch den

Ausbau der Windenergie. Erneuerbare Energien tragen inzwischen

zu 14,4% zur Strom erzeugung bei.

Meinung in NRW

Laut „Forsa“-Umfrage vor der NRW-Wahl im Mai steht das

Bundesland, was die Zufriedenheit mit dem Einsatz von

Landes- und Kommunalpolitikern für regenerative Energieträger

anbelangt, im Ländervergleich lediglich auf dem vorletzten

Platz.

P.T. MAGAZIN 5/2010


Regional-Special

(Quelle:UBA)

Mit 81% äußerten mehr als vier Fünftel der Befragten in

NRW die Erwartung an die politischen Vertreter, sich mehr

für die erneuerbaren Energien zu engagieren.

Rund 73% der NRW-Bürgerschaft bezögen den Strom des eigenen

Anbieters am liebsten aus regenerativen Quellen.

„Signifikant ist aber die Tatsache, dass mehr als 70% einen

Solarpark akzeptieren, jeder Zweite eine Windenergieanlage

und 40% eine Biomasseanlage. Mit weitem Abstand folgen

Gas- (15%), Atom-(11%) und Kohlekraftwerke (4%)“, fasste

Jan Dobertin, Geschäftsführer des Auftraggebers Landesarbeitsgemeinschaft

Erneuerbare Energie NRW zusammen.

Aufgabe Mittelstand

Ganz oben auf der Agenda für langfristig erfolgreiches

Wirtschaften steht heute die Steigerung der Energieeffizienz.

Durch sie kann der Mittelstand wichtige Wettbewerbsvorteile

erzielen. Experten gehen davon aus, dass je nach

Branche, Alter und Struktur eines Unternehmens kosteneffiziente

Energieeinsparungen von 5 bis 40% möglich sind.

Der Zukunftsmarkt erneuerbare Energien bietet mittelständischen

Unternehmen die Chance, Energie für den Eigenbedarf

oder den Markt zu produzieren. Während die Energiegewinnung

aus fossilen Rohstoffen wie Kohle oder Gas von

großen Konzernen dominiert wird, eröffnen regenerative

Energien eine neue Dimension unabhängiger dezentraler

Versorgung. Sprich: Der Mittelstand soll es richten.

ABER

„Es ist schon höchst bedauerlich, wenn man nicht mehr

im eigenen Vorgarten experimentieren kann“, meint Per

Nicolai Martens, Leiter des Instituts für Bergbaukunde in

Aachen. Es gibt zu bedenken: Gerade auch die mittelständisch

strukturierten Betriebe der deutschen Bergbautechniksparte

genießen einen entscheidenden Standortvorteil:

die Nähe zum Steinkohlenbergbau im eigenen Lande. Hier

erhalten sie wichtige Impulse für Neuentwicklungen.

Neben dieser Bedeutung als Versicherung für die Rohstoff-

und Energieversorgung, neben seiner Bedeutung als

wichtiger Arbeitgeber und Ausbilder wird es schwieriger

P.T. MAGAZIN 5/2010


Regional-Special

(Foto: Wikipedia/GFDL/CC/

Maurice van Bruggen)

werden, in diesem Segment Industrieaufträge

zu bekommen. Es wird

einen Wandel geben.

„Es ist schon höchst

bedauerlich, wenn man nicht

mehr im eigenen Vorgarten

experimentieren kann.“

59

Per Nicolai Martens, Leiter des

Instituts für Bergbaukunde

Dilemma

Erneuerbare Energien sollen also

entsprechend den Zielen der Politik

und auch entsprechend der

Meinung der Bürger einen zunehmenden

Beitrag zur Strombereitstellung

leisten. Ihr Anteil könnte

laut einiger Politiker bis 2030 in

Deutschland auf 50% steigen. Bis

dahin braucht das Energie-Herz aber

Die Energie aus dem Solarturm in Jülich reicht nicht für alle

einen Bypass. Erneuerbare Energien

können nur zu weniger als

10% ihrer installierten Leistung als

gesicherte Leistung gezählt werden,

damit können sie, sofern keine ausreichenden

Speicher existieren, zwar

Brennstoffe ersetzen, aber praktisch

keine Kraftwerke (notwendige Backup-Leistung

zur Lastregelung und

damit Netzstabilisierung).

Studie

Es gibt eine neue 32-seitige Studie

„Kraftwerke 2020+“ – Kraftwerksoptionen

für die Zukunft. 30 europäische

Professoren gehen auch

nach der Wirtschaftskrise und trotz

aller Sparbemühungen von einer

jährlichen EU-Stromproduktion von

3 700 Mrd. kWh bis 2020 aus, plus


Regional-Special

(Foto: Wikipedia/GFDL/CC/Maurice van Bruggen)

Kugelhaufenreaktor im Forschungszentrum Jülich

einem altersbedingten Ersatzbedarf

von 800 Mrd. kWh. Dieser Zusatzbedarf

kann über die drei Säulen dargestellt

werden:

n Kohleverbrennung und -vergasung,

n erneuerbare Energien (im Wesentlichen

Offshore-Wind und Solarenergie)

n Kernenergieeinsatz.

Was tun?

Seit den 70ern heißt es: „Atomkraft?

Nein Danke!“ Für erneuerbare Energien

ist die Mehrheit, und umweltfreundliche

Kohlekraftwerke mit

CO2-Rückhaltung und CO2-Abscheidung

sind in der Diskussion. Seit 14.

Juli 2010 gibt es zwar einen neuen

CCS-Gesetzentwurf. Dabei geht es

um die Demonstration und die Anwendung

dieser Technologien.

Carbon Dioxide Capture and Storage

(CSS) ist die Abscheidung von

Kohlendioxid insbesondere aus

Verbrennungs-Abgasen sowie dessen

Injektion und behälterlose Lagerung

in tiefen unterirdischen Gesteinsschichten

auf unbegrenzte Zeit.

Die Abtrennung von CO2 am Kraftwerk

kann trotz langjähriger Erfahrungen

mit der CO2-Abscheidung in

der chemischen Industrie (speziell

der CO2-Wäsche) noch nicht als zufriedenstellender

Stand der Technik

bezeichnet werden.

Andere Technologien haben im Moment

keine große Lobby, wie Recycling

mit Wasserstoff zu Methanol.

Die Methanolsynthese wurde in

Verbindung mit dem Kugelhaufenreaktor

als Energielieferant im Jülicher

Forschungszentrum erprobt.

Das Herz in NRW

Zumindest für die Bergbautechnik

bietet sich laut Internationaler Energieagentur

bis zum Jahr 2030 allein

auf dem Kohlesektor ein gewaltiger

Markt mit einem weltweiten Investitionsbedarf

von 400 Mrd. Euro.

„Wissenschaftliche Einrichtungen

und Bergbauzulieferunternehmen

im Land entwickeln gemeinsam

sehr erfolgreich zahlreiche und

wegweisende Innovationen bis zur

Marktreife“, betonte der nordrheinwestfälische

Staatssekretär im

Wirtschaftsministerium Jens Baganz

auf der „bauma 2010“ im April.

Ganz stolz ist man auf die speziell in

Nordrhein-Westfalen mit Erfolg eingesetzte

Methangasverwertung.

Sie trägt maßgeblich zur Erhöhnung

der Bergbausicherheit und gleichzei-

Weiß-Schwarz

n „weißer Bereich“: aus der RAG

Aktiengesellschaft ausgegliedert,

heißt Evonik Industries AG mit Sitz

in Essen, deutscher Mischkonzern,

Geschäftsfelder Chemie, Energie

und Immobilien, beschäftigte

2009 rund 38 700 Mitarbeiter,

Jahresumsatz 13,1 Mrd. Euro

n „schwarze RAG“: fördert deutsche

Steinkohle, wird subventioniert; ca.

18 000 Bergleute, die etwa 13 Mio. t

Steinkohle fördern

(Quelle: Wikipedia)

P.T. MAGAZIN 5/2010


Regional-Special

Im eigenen Vorgarten

tig zum Klimaschutz bei. Anlagen zur

Grubengasverwertung werden mit

deutscher Technologie bereits heute

in zahlreichen Bergbauländern wie

China, Russland und der Ukraine erfolgreich

eingesetzt.

Ziel ist es, neue Absatzmärkte für

kleine und mittelständische Unternehmen

weltweit zu erschließen und

die internationale Wettbewerbsfähigkeit

für die Bergbauzulieferbranche

zu sichern. Schwerpunkte der Aktivitäten

sind Länder mit steigender

Rohstoffproduktion wie China, Russland,

Indien oder die Kontinente Australien,

Nord- und Südamerika.

Blaue Banane

Der Verdichtungsraum „Blaue Banane“

und mit ihm NRW steht heute

(Quelle: UBA) (Foto: obs/RAG)

in enger globaler Konkurrenz und

Kooperation zu anderen Verdichtungsräumen

in der Welt, etwa zu

Boswash, zu Chipitts oder zu Sansan

in den USA oder zu den großen Ballungsräumen

an den Küsten und

großen Flüssen Asiens.

„So mancher postmoderne Kritiker

sieht die Industriegesellschaft am

Ende. Man muss nur auf die Schwellenländer,

nach China, Indien oder

Lateinamerika blicken, um sich über

solchen Unsinn belehren zu lassen.

Sie ist auch in Deutschland keineswegs

zu Ende, ganz im Gegenteil, sie

steht nur wirtschaftliche längst auf

anderen Füßen“, meint Klaus Tenfelde,

Direktor des Instituts für soziale

Bewegungen. Glück auf! n

Anette Runge

P.T. MAGAZIN 5/2010


Kultur I Lifestyle

Welche Automobile liebt der Mittelstand?

Der Stern und der Propeller waren

es überraschenderweise nicht,

sondern die Katze.

Auf leisen Pfoten kommt sie daher

und erfreut sich vor allem ihrer

Seltenheit, denn ein Jaguar ist kein

Premiumauto, was das deutsche

Straßenbild überschwemmt,

sondern ein individuelles, seltenes

Gefährt, das umso mehr die

Exklusivität seines Besitzers

unterstreicht.

Der Jaguar XF ist Cheflimousinensieger.

Vorn wie ein fauchender

Jaguar, hinten so schön geschnitten,

dass sich viele fragten, ob es nicht

der Austin Martin Rapid sei?

Jedoch der Jaguar XF war eher auf

dem Markt und hat das Bestreben

der Limousinenbauer beflügelt,

viertürige Coupès zu bauen.

Der V6-Dieselmotor, eine Maschine

mit 3,0 Litern Hubraum und 275 PS,

ist die beste Antriebswahl. Mehr

als 70 Prozent der XF-Käufer entscheiden

sich für dieses Aggregat. In

6,4 Sekunden von 0 auf 100, wirkt

der Diesel wie ein Dampfhammer,

sonst flüsterleise. Der XF Diesel

liegt bei einem Normverbrauch

von 6,8 Litern. Interiorseitig lieben

Mittelständler das ausgewogene

Verhältnis aus konservativen

Materialien und Innovationen in

Form und Funktion.

VWs neuer SUV „Touareg” wirkt

wesentlich gestreckter und somit

schlanker als sein Vorgänger und ist

dennoch wuchtig.

Der Touareg wurde als schönster

SUV gewählt, weil er Eleganz und

Alltagstauglichkeit so wunderbar

miteinander vereint. Keiner seiner

Klasse ist so detailliert liebevoll und

hochwertig im Innenraum gestaltet.

Bentley innen und außen die

neue sehr gefällige Design-Linie von

Volkswagen spricht sehr an. Diese

Touareg-Generation wurde in der

Grundversion 208 Kilo leichter!

Die serienmäßige Acht-Gang-Automatik

und die Start-Stopp-Automatik

machen den 3,0 Liter V6 TDI mit

240 PS zum undurstigen Verbraucher

mit 7,4 Litern pro 100 km als

SUV. Auch als Hybrid wird der Touareg

angeboten, und da schlagen

vor allem die grünen Mittelstandsherzen

höher.

VWs Markenwelt in der Autostadt

in Wolfsburg bietet die Möglichkeit,

mit dem Touareg einen aufregenden

Parcours zu fahren. Hier werden Erwachsene

wieder zu kindlichen

Abenteurern, und der SUV zeigt ansatzweise,

was er alles kann.

Das „Offroad-Fahrprogramm”, das

via Knopfdruck das ABS, EDS und

ASR auf den Geländeeinsatz abstimmt,

den Bergabfahrassistent

aktiviert und die Automatikschaltpunkte

anpasst, begeistert.

Das Audi A5 Cabriolet ist ein Meister

der Emotion. Er ist das schönste

Cabrio, aus einer gebogenen Linie

geformt, hat er etwas Göttliches,

denn es erinnert an die Schöpfung

des Menschen aus einer Rippe.

Formvollendet ist er der automobile

Traum von Mann und Frau. Sein

Stoffdach, dass sich in nur 15 Sekunden

öffnet, sein Tagfahrlicht, sein

für ein Cabriolet großer Kofferraum

(320-380 Liter) und die optionale

Kopfheizung würzen die Emotionen

für den A5. Die stufenlose Multitronic-Automatik

in Verbindung mit

einem Sechszylinder-Diesel machen

den Audi spurtstark und kräftig, bei

6,2 Litern Verbrauch. Allerdings liegen

hier die Benziner deutlich vorn

in der Beliebtheit.

Das hängt vor allem damit zusammen,

dass Audi auch die Otto-Aggregate

sehr benzinsparend entwickelt

hat. Federung und Dämpfung wurden

gegenüber dem Coupé spürbar

komfortabler ausgelegt, da das Cabrio

auch eher fürs gemütliche Gleiten

gedacht ist, obschon auch in ihm

die Verwandtschaft zum Sportcoupé

nach wilderem Fahrstil schreit.

Beim A5 Cabrio streitet man sich

nicht mehr über Geschmack. Man

ist sich einig – er ist aus der göttlichen

Rippe von Audi.

P.T. MAGAZIN 5/2010


Kultur I Lifestyle

Über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten, deshalb hat

das INSTITUT für MARKEN- und KOMMUNIKATIONS-PSYCHO-

LOGIE Berlin mittelständische Unternehmer und Manager

befragt, welche Autos ihnen am besten gefallen.

Cheflimousine, SUV-König, Cabriolet-Emotion und Arbeitsbiene

waren die Unterteilung. Hier nun ein Extrakt aus dieser

Umfrage: Design, Handling, Innovation, Qualität und die

große Emotion, die ein Automobil ausmachen.

(Fotos: Jaguar, VW, Audi, Opel, Prof. A. J. Garth, Archiv)

Opel ist besser als sein Ruf. Zum

Beispiel ist Opel ein zuverlässiger

und großzügiger Hauptsponsor des

Classic Open Air-Festivals am Gendarmenmarkt

in Berlin. Und das

Jahr für Jahr, egal was über Opel

in den Zeitungen stand. Opel gibt

damit den Veranstaltern Planungssicherheit,

und das ist ein kostbares

Gut, was relativ selten in der Sponsoringlandschaft

geworden ist.

Dieses Festival gilt als das Ereignis

jedes Musiksommers in Berlin, und

ich glaube, jeder Mensch, der Musik

liebt, muss einmal dagewesen sein.

In der traditionellen ersten Konzertnacht

zum gelungenen Auftakt

standen in diesem Jahr populäre

Kompositionen aus Oper, Operette

und Orchesterwerken auf dem

Programm. Dem großen russischen

Komponisten Tschaikowski war der

darauffolgende Abend mit einer

Auswahl aus seinen zahlreichen

Sinfonien, Klavierkompositionen,

Orchesterwerken und Balletten

gewidmet. Dem folgte die große

Berliner Swing-Nacht zum Thema

„Glenn Miller und Friends“. Das Abschlusskonzert

war die „Die große

Nacht der Filmmusik“. Musik aus

James Bond, dem schwedischen

Film „Wie im Himmel“ und Erfolgsproduzent

Mousse T. prägten diesen

Abend. Alles in allem war das 19.

Festival mit 32 000 Gästen und fünf

ausverkauften Konzertabenden ein

herausragender Jahrgang, der Maßstäbe

für das 20-jährige Jubiläum im

nächsten Jahr gesetzt hat.

Gönnen Sie sich, lieber Leser, im

nächsten Jahr eine Reise nach Berlin

mit dem Ziel, beim Classic Open Air-

Festival dabei zu sein.

Die dazu passende Sinfonie ist der

Opel Insignia.

Opel hat mit diesem Modell zu seinen

alten Markenwerten zurückgefunden.

Opel stand für solide, zuverlässige,

schöne Autos.

Und der Insignia ist der beliebteste

Außendienst-Wagen der Mittelständler,

da er alle Eigenschaften

für einen „Unterwegsler“ erfüllt. Ob

Limousine oder Sports Tourer (Kombi),

er muss zuverlässig, flexibel und

ansehnlich sein. Ein modernes Design

bei anmutiger Außenwirkung.

Innen ist der Insignia ein „Verwöhner“,

denn die fließenden Instrumentenanordnungen

haben etwas

sehr harmonisch-ausgewogenes für

den Piloten. Die Design-Anmutung

unterstreicht, dass der Insignia viele

Facetten erfüllt, von Sportlichkeit

bis Eleganz versteht der Wagen

ebenso viel wie von Emotion und

Treue. Dafür sorgten die Rüsselsheimer

Ingenieure ohne Sparzwänge

der GM-Mutter. Die Verarbeitungsqualität

ist überzeugend.

Damit ist der Opel Insignia ein Meister

an Zuverlässigkeit und Qualität.

Er ist mehr als nur alltagstauglich

und alle, die diese Opel in ihren Flotten

haben, schätzen sich glücklich,

dass das Preis-Leistungs-Verhältnis

so ausgewogen ist.

Opel hat seit Marktstart in Europa

(inkl. Deutschland) ca. 225 000 Insignia

verkauft. In Deutschland liegen

ca. 63 000 Bestellungen (bei 55 000

verkauften Autos in diesem Jahr)

vor. Dass ein Opel mal wieder die

Herzen erobert, ist ein gutes Zeichen

für die Marke mit dem Blitz, da sind

sich viele Mittelständler einig. n

Prof. A. J. Garth

P.T. MAGAZIN 5/2010


Leserbriefe

Das P.T. Magazin ist das offizielle Maga zin

des Wettbewerbs „Großer Preis des Mittelstandes“

der Oskar-Patzelt-Stiftung,

eingetragen im Stiftungsregister des Regie

rungs be zir kes Leipzig unter Nr. 2/1998.

Verlag:

OPS Netzwerk GmbH

Melscher Str. 1, 04299 Leipzig

Tel. 0341 24061 - 00

Fax 0341 24061 - 66

E-Mail: info@op-pt.de

Internet: www.pt-magazin.de

Blitzer-Falle als

Kassenschlager

(Foto: © seedo/PIXELIO)

General Manager:

Petra Tröger

Redaktion:

Dr. Helfried Schmidt (V. i. S. d. P.)

Autoren:

Ullrich Rothe, Anette Runge,

Thilo Spahl, Gunnar Sohn, Prof. Jörn

Axel Meyer, David Ehmke, Dr. oec. habil.

Jörg Schumann, Andreas Schultheis,

Tobias Dietze, Dr. Johannes Fiala, Peter A.

Schramm, Prof. Arnd Joachim Garth

Regionalkorrespondent:

Bernd Schenke

Satz/Layout:

Frank Heinitz (Satzleiter),

Janine Huber,

Thomas Nägler

Anzeigenleitung:

Petra Tröger (V. i. S. d. P.)

Druck:

Druckerei Vetters GmbH & Co. KG

Gutenbergstraße 2, 01471 Radeburg

Erscheinungsweise:

6 mal jährlich, Einzelpreis 3 ¡ inkl. 7%

MwSt.; Abonnement 16 ¡ inkl. 7% MwSt.

sowie inkl. Versand und Porto für 6 Ausgaben.

Unser Magazin erhalten Sie in unserem

Verlag sowie im Abo und in ausgewählten

öffentlichen Einrichtungen.

Mehrfachlieferungen auf Anfrage.

Konditionen unter www.pt-magazin.de

Es gilt die Anzeigenpreisliste Nr. 1/2010,

gültig seit 01.10.2009.

© 2010 OPS Netzwerk GmbH.

Nachdruck nur mit schrift licher

Genehmigung des Verlages.

Alle Angaben ohne Gewähr. Namentlich

gekennzeichnete Beiträge müssen nicht

die Meinung der Redaktion wiedergeben.

Der Verlag behält sich vor, Leserzuschriften

bearbeitet zu veröffentlichen.

Für unver langt eingesandte Manuskripte

und für Anzeigeninhalte übernehmen

der Verlag oder seine Mitarbeiter keine

Haftung.

Leser-Fax: P.T. MAGAZIN 0341 240614/2010

- 66

E-Mail: redaktion@op-pt.de

Unser Leser Gerd Kaspari aus dem

Münsterland fragte:

„Am 6.8.2010, um 23:31 Uhr, also mitten

in der Nacht, wurde ich am Stift

Tilbeck bei Havixbeck mit 24 km/h

zu schnell geblitzt. Ich hatte meinen

Sohn aus dem Ferienlager abgeholt.

Die Geldstrafe werde ich verkraften.

Allerdings werden dadurch keine

Fehler, geschweige denn Unfälle

verhindert.

In Holland dagegen sind vor Häusern

auf Landstraßen, vor Kreisverkehren,

vor dem Ortseingang, etc.

immer dann Bodenwellen im Straßenbelag

eingebaut, über die man

nur mit 30 km/h fahren kann, wenn

man spüren musste, dass ‚Vorsicht!’

geboten ist. Geschwindigkeitsbegrenzungen,

Überwachungen,

Abzockblitzer sind dadurch nicht

mehr nötig. Der Verkehr wird an

gefährlichen Stellen durch bauliche

Maßnahmen ausgebremst. Das

kostet zwar erstmal Geld, dient aber

der Verkehrssicherheit und hält

die Motivation der Leistungsträger

hoch, die bei 40 000 beruflichen

Fahrkilometern jährlich häufig

geblitzt werden.

Volkswirtschaftlich betrachtet,

gewinnen alle. Ich kann weiter zu

Kunden fahren und Arbeitsplätze

sichern. Unser System wird von

unnötigen Schadensregulierungen

und behördlicher Bürokratie entlastet.

Wollen wir nicht von den

Holländern lernen und endlich

umdenken?“

P.T. fragte im Bundesverkehrsministerium

nach. Dieses antwortete:

„Sehr geehrter Herr Dr. Schmidt,

die Möglichkeiten der Verkehrsberuhigung

in Deutschland sind

vielfältig. Die für die Durchführung

P.T. MAGAZIN 5/2010

der Straßenverkehrs-Ordnung

(StVO) zuständigen Länderbehörden

haben nicht nur die Möglichkeit,

Geschwindigkeiten durch Verkehrszeichen

herabzusetzen und die

Einhaltung der Geschwindigkeiten

dann aus Gründen der Verkehrssicherheit

durch Verkehrskontrollen

sicherzustellen. Auch bauliche

Maßnahmen wie z. B. das Aufbringen

von sog. Warnschwellen zum

Zwecke der Geschwindigkeitsabsenkung

sind bei Bedarf zulässig.“

Ingo Strater, Sprecher des Bundesverkehrsministeriums,

Berlin

Kommentar der Redaktion:

In deutschen Ämtern sitzen keine

Dummen. Da gibt es keine Irrtümer,

sondern Absichten. Jährlich

fließt ca. 1 Mrd. Euro Bußgeld in die

kommunalen Haushalte. Den Vorwand

liefert der Schutz der Bürger

vor Gefährdung, obwohl andere

Regelungen offenbar besser schützen

würden. Auch die „unnötigen

Schadensregulierungen“ verschaffen

dem Fiskus sichere Einnahmen

per Steuern und Sozialabgaben in

Werkstätten und Versicherungen,

während der fiskalische Mehrertrag

durch „motivierte Leistungsträger“

in der Zukunft liegt.

Aus dieser Sicht ist auch „behördliche

Bürokratie“ nie Arbeitsplatzvernichtung,

sondern Arbeitsplatzsicherung

– in den Amtsstuben.

Woher soll der Amtsschimmel wissen,

ob die „motivierten Leistungsträger“

morgen tatsächlich mehr

Arbeitsplätze schaffen werden, als

heute durch Bürokratieabbau verloren

gehen würden. Wenn diese

Argumente Talkshows füllen, ohne

dass Unternehmer wie unser Leser

zur Diskussion geladen sind, leuchtet

das auch Lieschen Müller ein.

Oder? n


Leserbriefe

Leserbriefe

Leser-Telefon: 0341 24061-00 | Leser-Fax: 0341 24061-66

Zu: „Das Ungeheuerliche“ (Heft 4/10)

„Im Vorwort der aktuellen Ausgabe

haben Sie die Situation perfekt auf

den Punkt gebracht. Die Wahrheit

will einfach keiner gerne wissen.“

Hans Rüby, Winhöring

Zu: „Vertrauen ersetzt Kontrolle“

(Heft 4/10)

Frank Heuer, Ingenieurbüro, Jena

„Achim Kopp schildert ein wunderbares

System. Zu jedem seiner

Punkte beglückwünsche ich ihn.

Das ist gut durchdacht und überzeugend

praktiziert. Das funktioniert

bei ihm besser als in jeder Familie.

Das nenne ich Unternehmenskultur.

Eine wesentliche Voraussetzung

ist die relativ kleine Mitarbeiterzahl

von 30. Ich denke, dass bei einer

wesentlich höheren Mitarbeiterzahl

von mehreren hundert oder tausend

Mitarbeitern andere Systeme notwendig

werden.

„Ich lese das P.T. Magazin, weil es zum kritischen Nachdenken herausfordert

und dabei überzeugend ehrlich in der Argumentation ist. Es ist

erfrischend unkonventionell in der Themenauswahl und -bearbeitung

und klar und modern in der Gestaltung.“

Christian Kalkbrenner, Bestseller-Autor,

„Der Bambus-Code“, Lindau

„Das P.T. Magazin liest sich kurzweilig, ist persönlich im Stil und kritisch.

Interessant sind die Berichte und Anzeigen der vielen Mittelständler.

Sie sind informativ und stellen ein gutes Medium dar, um neue

Kontakte zu knüpfen.“

Da würde ich den Satz ‚Vertrauen

ersetzt Kontrolle’ austauschen

durch zwei andere Sätze: ‚Kontrolle

begleitet Vertrauen’ und ‚Kontrolle

heißt: Ich interessiere mich für Deine

Arbeit.’ In diesen Größenverhältnissen

wäre Vertrauen ohne Kontrolle

naiv. Wenn es aber dann wieder

gelänge, große Einheiten in kleine

Einheiten aufzugliedern (Dezentralisation

mit Autonomie, Vertrauen

und Verantwortung), dann kann

‚Methode Kopp oder Knoblauch’ wieder

wirken. Gestaltung und Organisation

des Unternehmens und anderer

Organisationen sind wichtige

Aufgaben der Leitungsorgane.“

Dieter Brandes, Hamburg

Zu: „Auf dem Sonnendeck der Titanic“

(Heft 3/10)

„Wir brauchen dringend Menschen

mit frischem SPIRIT und Unternehmergeist,

die alles scheinbar

Zwingende abklopfen und nichts

selbstverständlich nehmen, die sich

wirksam immunisieren gegen Kreativitätskiller,

in allen Lebensbereichen

und auf jeder Ebene politischer,

gesellschaftlicher und wirtschaftlicher

Macht.“

Eckehard W. Rechlin, Hamburg

Zu: „Bildung: Keine Besserung

in Sicht“ (Heft 3/10)

„Ein seltener Lichtblick im journalistischen

Einerlei. Sie schreiben dort

viel Wahres und Bedenkenswertes

unter Aspekten, die so in den medialen

Welten des Mittelstandes nicht

bedacht werden. Der Verdacht liegt

nahe – die deutsche Wirtschaft hat

sich ihre Personalprobleme durch

eine frauenzentrierte Bildungs­ und

Ausbildungspolitik selbst geschaffen,

und es ist gut, wenn dies einmal thematisiert

wird.“

Dr. Michael Kühnapfel, Fellbach

65

P.T. MAGAZIN 5/2010


Bewahrer

der Schöpfung

Der älteste Betrieb, der jemals Preisträger im Wettbewerb „Großer

Preis des Mittelstandes“ wurde, ist die Fessler Mühle aus

Baden-Württemberg. Sie wurde erstmals 1396 in den Ortschroniken

erwähnt. Mittelstand – das ist praktizierte Nachhaltigkeit. Im

Sinne Joseph Alois Schumpeters (1883-1950) sind Mittelständler

nicht „profitgierige“ Kapitalisten ohne alle Werte, sondern schöpferische

Unternehmer, die über das eigene Leben und über die

eigene Generation hinaus verpflichtet sind. Sie sind Zerstörer alter

Zöpfe und trotzdem Bewahrer von Traditionen. Sie schaffen Lebenswerke,

und sie achten das Lebenswerk anderer. Sie wissen,

dass es nur einen Planeten und eine Menschheit gibt. Sie wirken

als Bewahrer der Schöpfung. Ganz selbstverständlich. Ohne politisches

Tamtam.

Mittelstand schafft Sicherheit.


Quintessence – Bewahrer

der Gesundheit

Ein wohlverdienter

Glücksfall

Mit Weitsicht und

Ideenreichtum

Für das innovative Unternehmen im

Allgäu sind Begriffe wie Ökologie,

Nachhaltigkeit und Umweltschutz

keine Phrasen, sondern wichtiger

Bestandteil der Firmenphilosophie. Der

Finalist von 2009 heizt sein modernes

Firmengebäude mit Erdwärme und erzeugt

durch Photovoltaik mehr Strom

pro Jahr, als effektiv verbraucht wird.

Prävention, Steigerung der Vitalität

und Optimierung der Gesundheit

stehen im Mittelpunkt der Arbeit des

Versandhändlers für Gesundheitsprodukte.

Neu: Omega­3­DHA für Gehirn,

Nerven und Herz, eine pflanzliche Alternative

zu Fischöl. Da für die Produktion

von Fischöl rund 50.000.000.000

kg Fische verbraucht werden und die

Weltmeere fast leergefischt sind, ist

Omega­3­DHA ein zukunftsträchtiges

und ökologisch sinnvolles Produkt.

Empfohlen für alle, die täglich viel

denken müssen – also auch für alle

Unternehmer und deren Mitarbeiter!

Beim Serumwerk Bernburg dreht sich

alles um die Gesundheit: Mit rund

600 Mitarbeitern im Firmenverbund

gehört das 1954 gegründete Werk zu

den wenigen eigenständigen Arzneimittelherstellern

in Ostdeutschland.

Zu seinen bekanntesten Produkten

zählt das Erkältungsmittel Pulmotin.

Darüber hinaus hat sich das 1992

zur Aktiengesellschaft umgewandelte

Unternehmen auf Infusionen und Dialyseprodukte

spezialisiert. Mit Vitafusal

wurde 2004 ein Weltspitzenprodukt

zugelassen, welches derzeit in 40

Ländern verkauft wird.

Das Serumwerk Bernburg ist seit

mehreren Jahren einer der Hauptsponsoren

des Vereins „Jugend Aktiv Mitteldeutschland“.

Verbunden mit dem

breiten gesellschaftlichen Engagement

vieler Mitarbeiter ist das Unternehmen

ein Glücksfall für die ansonsten strukturschwache

Region – ein Glücksfall,

der hart erarbeitet und wohlverdient ist.

Planung und Bau besonders energieeffizienter

Anlagen, von der Kühlung

bis zur Reinraumtechnik, ist das

Geschäftsfeld der ONI­Wärmetrafo

GmbH aus Lindlar (Nordrhein­Westfalen).

Angefangen hat alles mit der Erfindung

des weltweit ersten Wärmerückgewinnungssystems

für Kunststoffmaschinen.

Damit wurde kostenlose

Abwärme aus Maschinen zu Heizwärme,

die Heizöl oder Erdgas ersetzt.

Auslöser war die für Unternehmensgründer

und Geschäftsführenden

Gesellschafter Wolfgang Oehm

bereits seinerzeit erkennbare Problematik

steigender Energiepreise.

Aus kleinsten Anfängen hat er mit

Weitsicht und Ideenreichtum ein 260

Mitarbeiter starkes Unternehmen

entwickelt, das heute von Kunden

in mehr als 50 Ländern der Welt

geschätzt wird.

Quintessence Naturprodukte GmbH & Co. KG

Wolfegger Straße 6 | 88267 Vogt

Tel.: 0 75 29 ­ 973 730 | Fax 0 75 29 ­ 973 740

info@natuerlich­quintessence.de

www.natuerlich­quintessence.de

Serumwerk Bernburg AG

Hallesche Landstrasse 105 b | 06406 Bernburg

Tel.: 03471 860­0 | Fax: 03471 860­130

info@serumwerk.de

www.serumwerk.com

Wir nutzen Energie sinnvoll

ONI-Wärmetrafo GmbH

Niederhabbach 17 | 51789 Lindlar

Tel.: 02266 4748­0 | Fax: 02266 3927

info@oni.de

www.oni.de

(Satz und Layout OPS Netzwerk GmbH/Fotos: © M. Großmann/PIXELIO, eventDiary, Igor Pastierovic)


Fürs Klima

setzen wir auf GOGREEN

und auf stramme Waden.

GOGREEN. Der CO 2 -neutrale Versand mit der Deutschen Post.

Verschicken Sie Ihre Post, ohne das Klima zu belasten. Mit dem Service

GOGREEN werden durch den Transport entstandene Emissionen in Klimaschutzprojekten

ausgeglichen. Mehr Informationen zu GOGREEN finden

Sie unter www.deutschepost.de/gogreen

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine