Promotionsleitfaden - Fachschaft Medizin Heidelberg - Ruprecht ...

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Promotionsleitfaden - Fachschaft Medizin Heidelberg - Ruprecht ...

Promotionsleitfaden

Eine Starthilfe auf dem Weg zum Doktortitel

Herausgeber:

BVMD Heidelberg - Heid-I-Med (Fachschaft Medizin)

mit Unterstützung der Promotionsausschüsse und des Studiendekanats

der Medizinischen Fakultät der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg


Impressum

1. Auflage 1999

2. Auflage 2006

3. Auflage 2011

Anmerkungen der Redaktion:

Dieser Leitfaden beruht auf persönlichen Erfahrungen, dies erklärt mögliche Abweichungen

gegenüber anderen Veröffentlichungen in diesem Bereich.

Bei Verwendung der männlichen Form (z.B. Doktorand, Betreuer, Doktorvater) ist immer

auch die weibliche gemeint. Auf die explizite Angabe (z.B. DoktorandIn, BetreuerIn,

Doktormutter) wurde aufgrund der besseren Lesbarkeit verzichtet.

Herausgeber:

BVMD Heidelberg - Heid-I-Med (Fachschaft Medizin)

mit Unterstützung der Promotionsausschüsse und des Studiendekanats

der Medizinischen Fakultät der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg

Redaktion der 1. Auflage: Helena Garcia-Schüler, Silvia Skelin

mit Beiträgen von: Helena Garcia-Schüler, Manuel Barreto Miranda, Sabine Scheffer, Silvia

Skelin

Redaktion der 2. Auflage: Sonja Krause, Martin Nickel, Maximilian von Au

Redaktion der 3. Auflage: Janina Härtle, Claudia Scheffzük, Petra Fang

Druck: Universitätsdruckerei Heidelberg

Anschrift:

Heid-I-Med (Fachschaft Medizin), Im Neuenheimer Feld 306, Raum 022, 69120 Heidelberg

Telefon: 06221 / 56-4995

E-mail: fsmed@uni-hd.de

Homepage: http://fsmed.uni-hd.de/


Vorwort zur dritten Auflage

Liebe Kommilitonen,

nach fünf Jahren freuen wir uns, euch den Promotionsleitfaden von Heid-I-Med in neuer

Auflage präsentieren zu können. Auch für diese Auflage haben wir eng mit Herrn Professor

Kirschfink, dem ehemaligen Vorsitzenden des Promotionsausschusses, Frau Kroll vom

Promotionsbüro und Frau Haaf vom Studiendekanat zusammengearbeitet und wir möchten

uns an dieser Stelle ganz herzlich für die Unterstützung bedanken.

Wir hoffen, dass dieser Leitfaden euch ein Stück auf dem Weg zum Doktortitel weiterhilft und

wünschen euch viel Erfolg (und auch ein bisschen Spaß) bei der Promotion!

Eure

Heid-I-Med


Inhalt

Inhalt

IMPRESSUM 2

VORWORT ZUR DRITTEN AUFLAGE 3

INHALT 5

1. ALLGEMEINES 7

1.1. DOKTORARBEIT - JA ODER NEIN? 7

WAS SIND DIE BEWEGGRÜNDE FÜR EINE PROMOTION? 7

WELCHEN ANSPRUCH HABE ICH AN DIE ARBEIT? 7

1.2. DIE VIELFALT DER DOKTORARBEITEN 8

EXPERIMENTELLE DOKTORARBEIT 8

KLINISCHE DOKTORARBEIT 8

THEORETISCHE DOKTORARBEIT 9

FACHBEREICH 9

2. SUCHE UND ENTSCHEIDUNGSFINDUNG 10

2.1. WIE FINDE ICH MEINE DOKTORARBEIT? 10

DER OPTIMALE ZEITPUNKT IST INDIVIDUELL 10

HEIDELBERG, INLAND ODER AUSLAND? 10

ÜBER WELCHES THEMA? 11

2.2. VORGESPRÄCH 11

ZUR DOKTORARBEIT 11

ZUR ZEITPLANUNG 12

ZUR BETREUUNG 13

2.3. WEITERE INFORMATIONSQUELLEN 15

PUBMED RECHERCHE 15

ZWEITE MEINUNG EINHOLEN 15

3. ORGANISATORISCHES ZUR DOKTORARBEIT 16

3.1. WIE NEHME ICH EIN FREISEMESTER? 16

3.2. STATISTISCHE BERATUNG 16

BEDEUTUNG DER BIOMETRIE 16

WIE SIEHT DIE BERATUNG AUS? 16

WANN LASSE ICH MICH BERATEN? 17

3.3. DAS SCHREIBWERKZEUG 17

TEXTVERARBEITUNGSPROGRAMME – WORD, WRITER UND KOLLEGEN. 17

SATZPROGRAMME – LATEX UND CO. 18

LITERATURVERWALTUNGSPROGRAMME 18

3.4. FORMALE VORGABEN 18

5


Inhalt

4. FORMALIA 19

4.1. PROMOTIONSORDNUNG 19

4.2. ANMELDUNG DER DOKTORARBEIT 19

ABLAUF DES PROMOTIONSVERFAHRENS 19

4.3. NOTENVERGABE 20

KRITERIEN FÜR DIE NOTENVERGABE 21

NOTENSCHLÜSSEL - RITE ODER (SUMMA/MAGNA) CUM LAUDE? 21

4.4. DOKTORANDEN STATUS 22

4.5. WISSENSCHAFTSZEITVERTRAGSGESETZ - NUR ZUKUNFTSMUSIK? 23

5. SONSTIGES 24

5.1. PROBLEME BEI DER ARBEIT, WAS TUN? 24

5.2. WANN IST EIN ABBRUCH SINNVOLL? 24

5.3. WEITERE HILFESTELLUNGEN 25

ANSPRECHPARTNER 25

LITERATUR 25

INTERNET – WICHTIGE ADRESSEN 26

6


1. Allgemeines

1. Allgemeines

1.1. Doktorarbeit - ja oder nein?

In Deutschland promovieren etwa 2/3 aller Medizinstudenten. In Heidelberg liegt die

Promotionsrate mit etwa 90% viel höher als im Bundesdurchschnitt. Dies liegt unter anderem am

wissenschaftlichen Umfeld, das besonders gute Voraussetzungen für eine Promotion bietet.

Was sind die Beweggründe für eine Promotion?

Wer später einmal in der Forschung arbeiten will oder sich diese Möglichkeit offen halten

möchte, für den ist eine Doktorarbeit der erste Schritt in diese Richtung. Diejenigen, die einmal

selbst etwas in Frage stellen und selbstständig wissenschaftlich erarbeiten möchten, sind

ebenfalls mit einer Doktorarbeit gut beraten.

Auch zur Facharztausbildung an der Universitätsklinik oder für Bewerbungen als Oberarzt wird

die Promotion in der Regel vorausgesetzt.

Wer sich hingegen niederlassen möchte oder in der Klinik keine Ambitionen in der Forschung

hegt, sollte sich die Frage stellen, ob sich der Zeit- und Nervenaufwand lohnt.

Welchen Anspruch habe ich an die Arbeit?

Diese und folgende Fragen solltet ihr für euch klären, bevor ihr anfangt zu suchen.

1) Wie viel Zeit will ich für die Doktorarbeit investieren?

Möchte ich nur einen kürzeren Zeitabschnitt konzentriert an meiner Dissertation

arbeiten? Oder will ich eine längere Arbeit, evtl. im Bereich der Grundlagenforschung, die

mir bei einer späteren wissenschaftlichen Tätigkeit hilfreich sein könnte?

2) Wie wichtig ist mir die Benotung?

Grundregel: Gute Noten ~ hoher Zeitaufwand (natürlich gibt es auch Ausnahmen …)

3) Strebe ich eine Publikation an?

Grundregel: Gute Noten ~ Publikation ist Voraussetzung

4) Benötige ich eine Bezahlung?

Erst wenn die eigenen Ziele und Vorstellungen klar sind, sollte man auf die Suche nach der

Doktorarbeit gehen. Zum einen erspart es viele zeitaufwändige Gespräche, zum anderen

hinterlässt es auch bei potentiellen Betreuern einen besseren Eindruck, wenn man weiß, was

man will.

7


1. Allgemeines

1.2. Die Vielfalt der Doktorarbeiten

Grundsätzlich gibt es experimentelle, klinische (prospektiv vs. retrospektiv / „statistisch“) und

theoretische Doktorarbeiten. An dieser Stelle wollen wir die drei Begriffe kurz erklären:

Experimentelle Doktorarbeit

Damit ist in der Regel eine Arbeit in der vorklinischen oder klinischen Grundlagenforschung

gemeint, die meist ohne Patienten durchgeführt wird. Als Untersuchungsobjekte werden neben

Zellkulturen und Organmaterial auch Tiermodelle verwendet. Hierbei sollte man sich im

Vorhinein klar werden, ob man sich die tägliche Arbeit an Tieren vorstellen kann.

In der Regel bedeuten experimentelle Doktorarbeiten ein bis drei Jahre Arbeit in einem Labor

und erfordern ein hohes Maß an Frustrationstoleranz. Bei guter Themenstellung und

Bearbeitung versprechen sie jedoch gute Noten und bieten den ersten Zugang zur Forschung

oder universitären Karriere.

Weiterhin ist es sinnvoll und in einigen Fällen auch erforderlich einen sogenannten

„versuchstierkundlichen Kurs“ (kurz: „Tierkurs“) am IBF (Interfakultäre Biomedizinische

Forschungseinrichtung) zu machen. Normalerweise bezahlt dies das Institut, in dem ihr eure

Doktorarbeit macht. Wichtiger Punkt: Die Anmeldung für einen Tierkurs (interner Kurs für

Klinikumsmitarbeiter) erfordert die Meldung unter einer Projektnummer (s. Links).

Klinische Doktorarbeit

Klinische Doktorarbeiten werden in der Regel direkt oder indirekt (über Akten) an Patienten

durchgeführt. Unterschieden werden prospektive und retrospektive Studien:

Prospektiv

Bei prospektiven klinischen Studien (z.B. Kohorten- und Interventionsstudien) werden die Daten

erst nach Beginn der Studie erhoben. In der Regel gibt es dabei eine Vergleichs- bzw.

Placebogruppe und eine Therapiegruppe. Hierbei ist es wichtig, sich vorher genau über die

Studie zu informieren, z.B. ob man einen Antrag bei der Ethikkommission einreichen muss, in

welchem Zeitrahmen das Patientenkollektiv erhoben werden soll, etc.

Die Datenerfassung kann bei diesen Studien über ein bis zwei Jahre dauern, führt aber bei

vorhandenen Publikationen auch zu guten Noten.

Retrospektiv / „Statistisch“

Bei den retrospektiven Studien (z.B. Fall-Kontroll Studie, Metaanalyse) liegen die Daten bereits

vor. Sie können deshalb meist schneller bearbeitet werden, führen aber lediglich zur

Generierung von Hypothesen, niemals zu deren Beweis und bestehen meistens aus

Archivarbeit. Die Note dafür ist maximal „cum laude“ (siehe Abschnitt Notenvergabe). Hier sollte

man sich über die Art und Vollständigkeit der Daten erkundigen, da sie in manchen Fällen von

schlechter Qualität sind oder Lücken aufweisen.

Fazit:

Bei der Auswahl einer klinischen Studie sollte man sich zum einen vorher genau überlegen, wie

viel Zeit man investieren möchte und wie die eigenen Notenvorstellungen sind. Zum anderen

sollte man sich über Rahmenbedingungen im Klaren sein, die bereits bestehen und solche, die

eventuell noch erfüllt werden müssen (Ethikantrag verfassen, Datenerhebung/-analyse, etc.).

Bei jeder klinischen Studie ist es ratsam, sich zuvor mit einem Statistiker zusammenzusetzen

und die benötigten Fallzahlen zu besprechen (s. Biometrische Beratung, S. 19).

8


1. Allgemeines

Theoretische Doktorarbeit

Hierbei handelt es sich um Arbeiten aus den Bereichen: Geschichte, Theorie oder Ethik der

Medizin, medizinische Lehre, medizinische Informatik oder Biometrie.

Theoretische Doktorarbeiten werden oft mit einem geringen Zeitaufwand in Verbindung

gebracht, dauern jedoch nach Angaben des Instituts für Geschichte und Ethik der Medizin im

Schnitt 2 bis 3 Jahre.

Dort werden medizinhistorische, wissenschaftstheoretische und bioethische Doktorarbeiten

angeboten. Die Voraussetzung für eine solche Dissertation ist die Teilnahme an einem

bestimmten Proseminar. Bei Interesse kann man sich an das Institut für Geschichte und Ethik

der Medizin wenden, das gerne weiterhilft. Weitere Möglichkeiten bieten sich z.B. auch im

Bereich Qualitätssicherung, Informationsmanagement oder in der Lehrforschung.

Fachbereich

Wer sich bei seiner Berufsplanung schon für eine medizinische Fachrichtung entschieden hat,

für den bietet es sich an, eine Doktorarbeit im entsprechenden Fach zu machen. Um drei

unbestreitbare Vorteile zu nennen: Einblick in den Fachbereich gewinnen, fachspezifisches

Wissen erwerben und Kontakte knüpfen.

Nicht zuletzt bescheinigt die Promotion unabhängig vom Fachbereich das Vermögen

eigenständig wissenschaftlich arbeiten zu können.

9


2. Suche und Entscheidungsfindung

2. Suche und Entscheidungsfindung

2.1. Wie finde ich meine Doktorarbeit?

Der optimale Zeitpunkt ist individuell

Eine der am häufigsten gestellten Fragen betrifft den optimalen Zeitpunkt für eine Doktorarbeit.

Hier gibt es leider keine Patentlösung. Grundsätzlich kann man zu jedem Zeitpunkt im Studium

mit der Doktorarbeit beginnen.

Aufgrund der verpflichtenden Anwesenheit in vielen HeiCuMed Veranstaltungen ist es kaum

möglich, die gesamte Doktorarbeit parallel zum Studium durchzuführen. Deshalb sind im

Curriculum innerhalb des klinischen Studiums 8 Monate Zeit für die Doktorarbeit eingeplant. Das

Studiendekanat sieht vor diese nach der Propädeutik, ein Jahr später nach Block 1/2 oder nach

Block 3/4 zu nehmen.

Während der Klinik verfügt man über einen gewissen Freiraum bezüglich des Verschiebens von

Kursen oder des Aussetzens im Rahmen eines Freisemesters. Es ist zudem hilfreich im

jeweiligen Fach zuvor ein freiwilliges Praktikum absolviert oder in der jeweiligen Abteilung

hospitiert zu haben. So gewinnt man einen Überblick und kann etwas besser abschätzen, was

auf einen zukommt.

Falls man sich zu einer vorklinischen Doktorarbeit entscheidet, ist es möglich, diese bereits vor

dem ersten Abschnitt der ärztlichen Prüfung (= “Physikum“) zu beginnen. Des Weiteren gibt es

die Alternative die Promotion nach dem Studium durchzuführen. Hierbei sollte man jedoch

bedenken, dass es neben der zeitaufwändigen klinischen Tätigkeit sehr viel schwieriger ist, eine

Doktorarbeit fertig zu stellen.

Wichtig: An der Universität Heidelberg muss man im Gegensatz zu anderen Fakultäten

üblicherweise kein Rigorosum ablegen:

§ 11 Mündliche Promotionsleistung

5) Als mündliche Prüfung wird in der Regel die ärztliche Prüfung nach

der Approbationsordnung für Ärzte anerkannt, wenn zwischen dieser

und der Eröffnung des Promotionsverfahrens nicht mehr als drei

Jahre verstrichen sind. Der Vorsitzende entscheidet aufgrund der

vorgelegten Unterlagen des Kandidaten, inwieweit eine Befreiung von

der mündlichen Prüfung erfolgen kann. 1

Heidelberg, Inland oder Ausland?

Voraussetzung für alle externen Doktorarbeiten ist die Habilitation des Doktorvaters an der

Universität Heidelberg. Bei der Anmeldung ist neben der Unterschrift des Betreuers die

Zustimmung des Abteilungsleiters der gastgebenden Institution einzuholen.

Eine Doktorarbeit kann man an jedem Institut bzw. Klinik der Medizinischen Fakultät Heidelberg,

sowie an anderen Forschungseinrichtungen in Heidelberg wie dem DKFZ oder ZMBH

durchführen. Es ist durchaus möglich, auch an einem Lehrkrankenhaus zu promovieren.

1

Vgl. Promotionsordnung §11 Absatz 5.

10


2. Suche und Entscheidungsfindung

Überdies ist eine Promotion im Ausland möglich, wobei die Dissertation in deutscher oder

englischer Sprache verfasst werden sollte. In Ausnahmefällen kann der Promotionsausschuss

dem Doktoranden auf schriftlichen Antrag gestatten, eine in einer anderen Sprache

geschriebene Dissertation vorzulegen, sofern die Begutachtung durch Hochschullehrer oder

Privatdozenten der Fakultät möglich ist. 2

Über welches Thema?

Es macht keinen guten Eindruck einen Oberarzt nach einer „Doktorarbeit in der Inneren Medizin

zu fragen. Besser ist es sich zuvor Gedanken zu einem spezifischen Gebiet gemacht zu haben.

Die meisten Arbeitsgruppen haben eine Homepage, auf der sie ihre Forschungsschwerpunkte

vorstellen. Konkrete Angebote zur Doktorarbeit finden sich auf Moodle unter dem Kursbereich

„Promotion“ (https://elearning-med.uni-heidelberg.de/course/view.php?id=22), sowie an den

schwarzen Brettern der Fachschaft, der Kliniken oder der Hörsäle.

Weitere Möglichkeiten bieten weiterführende Praktika, Hospitationen im Labor, Famulaturen

oder HiWi-Stellen im betreffenden Bereich.

2.2. Vorgespräch

Wenn man eine potentielle Arbeitsgruppe für eine Doktorarbeit gefunden hat, empfiehlt es sich,

eine E-Mail an den Arbeitsgruppenleiter zu schreiben und sich nach freien Doktorandenstellen

zu erkundigen. In der Regel wird man zu einem Gespräch eingeladen, um Fragen zu klären und

einen ersten Eindruck zu gewinnen. Die Basis für eine gute und fruchtbare Zusammenarbeit

stellt gegenseitige Sympathie und Respekt dar. Deswegen sollte man die Gelegenheit nutzen,

um die gesamte Arbeitsgruppe kennen zu lernen.

Hilfreich ist es sich schon vor dem ersten Gespräch Fragen zum Thema der Doktorarbeit, zur

Zeitplanung, zur Betreuung und ggf. zur Bezahlung zu überlegen.

Zur Doktorarbeit

Ist das Thema klar formuliert?

Die Fragestellung der angebotenen Doktorarbeit sollte möglichst klar definiert sein. Oftmals ist

jedoch zu Beginn der Doktorarbeit ein gewisser Spielraum in der Formulierung sinnvoll, um sich

Ausweichmöglichkeiten offen zu halten. Es sollte zudem die Frage geklärt werden, welche

Optionen es gibt, wenn sich die aufgestellte These nicht bestätigen sollte.

Ist eine Projektbeschreibung vorhanden?

Häufig müssen Projekte in schriftlicher Form festgehalten werden, um von bestimmten

Institutionen (z.B. Deutsche Forschungsgesellschaft = DFG) gefördert zu werden. Manchmal

existiert auch ein allgemeines Exposé zu Fragestellung und Vorstellung. Eine solche

Zusammenfassung ermöglicht einen guten Überblick über das Gesamtprojekt. Zusätzlich

werden darin oft der Zeitrahmen und die darin enthaltenen Zielsetzungen definiert. Es bietet sich

an, den Betreuer nach diesem Exposé zu fragen.

Sind die Methoden etabliert?

Dieser Punkt ist sowohl für die Zeitfrage als auch für die Promotionsschrift von Bedeutung.

Sofern die Methode nicht etabliert ist (was Gegenstand der Arbeit sein kann), bedeutet es einen

großen Zeitaufwand, um diese Methode zu implementieren und zu optimieren.

2

Vgl. Promotionsordnung §7 Absatz 2

11


2. Suche und Entscheidungsfindung

Andererseits stellt die Verwendung einer „innovativen“ Methode bei der endgültigen

Promotionsschrift oftmals einen Pluspunkt dar, auch wenn sich die Ergebnisse nicht als

bahnbrechend erweisen sollten.

Wie wird die Autorenschaft bei einer Publikation geregelt?

Dies ist nicht das Wichtigste bei den Vorgesprächen, kann aber durchaus zur Sprache kommen,

damit es später nicht zu Missverständnissen kommt. Es empfiehlt sich zu klären, ob eine

Publikation im Rahmen der Dissertation geplant ist und wie dabei die Autorenschaft geregelt

wird. Gerade, wenn ein Mitarbeiter oder sogar der Betreuer selbst vor der Habilitation steht und

Veröffentlichungen mit hohem „impact factor“ 3 braucht, kann eine Konkurrenzsituation um die

Erstautorenschaft entstehen.

Im Anhang der Promotionsordnung findet sich zur Frage der Autorenschaft folgender

Kommentar: „Dem Ausmaß des Beitrags von Doktoranden/Doktorandinnen zu einer

Veröffentlichung ist – ggf. auch durch deren Erstautorenschaft – Rechnung zu tragen.“ 4

Ist das Projekt/die Studie finanziert?

Die meisten Dozenten bieten ein Thema erst an, wenn die Durchführung auch finanziell

gewährleistet ist. Trotzdem kann es passieren, dass man ein Promotionsthema bekommt und

dann selbst nach kürzester Zeit dazu einen Mittelantrag stellen muss. Bei schon lange

laufenden Projekten sollten man erfragen, bis wann die Finanzierung und damit das

Weiterbestehen der Doktorarbeit gesichert ist.

Gibt es die Möglichkeit einer Doktorandenförderung?

Medizinische Doktoranden werden in der Regel nicht bezahlt. Manchmal bekommt man aber

eine HiWi-Stelle angeboten. Dies kann in manchen Fällen zusätzliche Arbeit in Form von

Routinearbeit bedeuten, die man sich jedoch oftmals zeitlich flexibel einteilen kann.

Zur Zeitplanung

Hierzu gibt es eine "Goldene Regel", die man sich von Anfang an vor Augen halten sollte:

Doktorarbeiten dauern immer länger als geplant.

Wie ist die Gesamtdauer?

Auf Aushängen stehen oft Angaben wie zum Beispiel „9 Monate“. Dabei ist zu klären, ob hiermit

nur der experimentelle Teil der Arbeit gemeint ist oder die Gesamtdauer. Hierbei sollte man

beachten, dass neben Vorbereitung, Einarbeitung und Datenerfassung auch Auswertung und

Schreiben Zeit braucht.

Es sollte ein gemeinsam abgesprochenes zeitliches Konzept vorliegen, in dem notwenige

Unterbrechungen (Famulaturen, Urlaub, etc.) berücksichtigt sind.

Welche Arbeitszeiten werden erwartet?

Die Abschätzung der Gesamtdauer kann nur realistisch sein, wenn Betreuer und Doktorand sich

darüber einig sind, wie viel Zeit man pro Woche für seine Doktorarbeit einplant. Für den

regelmäßigen Besuch von Vorlesungen, Kursen und Praktika sollten klare Absprachen getroffen

werden.

3

4

vereinfacht: Maß dafür, wie oft ein Artikel aus einer Zeitschrift in einer anderen zitiert wird.

Vgl. Promotionsordnung Anlage 1 Absatz 6.

12


Ist es sinnvoll auszusetzen?

2. Suche und Entscheidungsfindung

Oft lässt sich der zeitliche Verlauf einer Promotion nur schwer abschätzen. Ermöglichen die

angewandten Methoden eine gewisse Flexibilität in der Zeiteinteilung, kann man erwägen,

parallel zur Forschung auch Kurse zu belegen. In diesem Falle wäre man regulär

eingeschrieben und müsste sich im Vorfeld um die Anmeldung bei den entsprechenden Kursen

kümmern. Wenn die Tätigkeit der Promotion jedoch die tägliche Anwesenheit erfordert, ist es

unumgänglich ein Freisemester zu nehmen (s. 3.1. Wie nehme ich ein Freisemester?).

Zur Betreuung

Der häufigste Grund für das Abbrechen einer Doktorarbeit ist die Unzufriedenheit mit der

Betreuung. Um dem vorzubeugen, kann man sich folgende Fragen stellen:

Wie leicht bekomme ich einen Vorstellungstermin?

Jeder sollte zunächst das Gespräch mit seinem „Doktorvater in spe“ suchen. Schon bei der

Organisation dieses Gesprächs (z.B. durch einen Telefonanruf oder persönliches Erscheinen im

Institut bzw. in der Klinik) merkt man schnell, ob es schwierig ist, den potentiellen Doktorvater zu

erreichen. Im Laufe des ersten Gespräches erhält man viele neue Informationen. Daher kann es

sinnvoll sein, nach einigen Tagen ein weiteres Gespräch zu führen, um eventuell neu

aufgekommene Fragen zu klären.

Wer betreut mich?

Häufig sind Doktorvater und Betreuer nicht ein und dieselbe Person; die Betreuung leistet

oftmals ein Postdoc oder Assistenzarzt, den man vor Beginn der Doktorarbeit kennen lernen

sollte. Tendenziell sind reine Wissenschaftler leichter zu erreichen als klinisch tätige Betreuer.

Problematisch kann auch eine Abhängigkeit von mehreren Betreuern sein, da sich Termine

dadurch schwieriger koordinieren lassen.

Gibt es noch andere Doktoranden?

Wie viele Doktoranden werden momentan betreut? Ein Betreuer mit zehn Doktoranden in der

experimentellen Phase wird wahrscheinlich nicht viel Zeit zur individuellen Betreuung aufbringen

können.

Gespräch mit anderen Doktoranden?

Am besten informiert über die Situation als Doktorand sind natürlich derzeitige und frühere

Doktoranden. Im Gespräch mit dem Doktorvater kann man nachfragen, ob es möglich ist, mit

früheren Doktoranden ins Gespräch zu kommen. Da ein zufriedener Doktorand gewissermaßen

ein Aushängeschild für eine Arbeitsgruppe ist, haben die meisten Betreuer nichts dagegen bzw.

unterstützen sogar ein solches Vorhaben.

Aber nicht nur Doktoranden können nützliche Informationen über eine Arbeitsgruppe geben,

auch HiWis oder Pflegepersonal wissen viel über die Arbeitsatmosphäre.

Wie ist die Arbeitsatmosphäre?

Auch das eigene Gefühl ist definitiv ein Faktor, der zu der Entscheidungsfindung eine Rolle

spielen sollte. „Kann ich mir vorstellen, mit Spaß in diese(s) Labor/Klinik zu gehen, weil die

Atmosphäre und die Menschen angenehm sind, oder sind mir diese eher unsympathisch?“

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Wie werde ich eingearbeitet?

2. Suche und Entscheidungsfindung

Vor Beginn der Arbeit sollte man klären, ob und von wem man eingearbeitet, bzw. wie viel Zeit

dies voraussichtlich in Anspruch nehmen wird. Weiterhin ist es wichtig, einen direkten

Ansprechpartner bei auftretenden Problemen zu haben, der Interesse am erfolgreichen

Gelingen der Doktorarbeit hat.

Probezeit?

Eine gute Möglichkeit, die zukünftige Arbeitsgruppe schon einmal kennen zu lernen, bietet eine

Probezeit. Dies gibt beiden Seiten die Chance, ein Gefühl für die Zusammenarbeit zu gewinnen.

Weiterhin bekommt man so einen Eindruck, ob das Arbeitsumfeld und die Durchführung der

Methoden, insbesondere bei der Arbeit mit Tieren, für einen geeignet sind. Zudem bleibt einem

so die Möglichkeit flexibel die Arbeitsgruppe zu wechseln.

Ist die langfristige Betreuung gewährleistet?

Bei außerplanmäßigen Professoren („apl. Prof.“) und Privatdozenten („PD“) sollte man sich

darüber im Klaren sein, dass sie eventuell in näherer Zukunft auf einen Lehrstuhl außerhalb

Heidelbergs berufen werden. Man sollte möglichst frühzeitig in Erfahrung bringen, ob und wann

ein Wechsel ansteht. In einem solchen Fall muss geklärt werden, wer die Betreuung der

Promotion bzw. die Vertretung des Betreuers/Doktorvaters übernehmen könnte.

Selbstverständlich ist auch eine Professur keine Garantie dafür, dass der/diejenige nicht eine

andere Stelle angeboten bekommt und weggeht.

Um eine gute Betreuung zu gewährleisten wird intern eine Doktorandenvereinbarung zwischen

Doktorand und Betreuer abgeschlossen, welche die gegenseitigen Verpflichtungen festlegt:

§ 6 Wissenschaftliche Betreuung des Doktoranden/der Doktorandin

6) Zwischen dem Doktoranden/der Doktorandin und dem Betreuer/der

Betreuerin wird eine Vereinbarung geschlossen, in der

Promotionsthema, die voraussichtliche Dauer der Promotion sowie

insbesondere ein in der Regel auf höchstens drei Jahre angelegter

Arbeitsplan festgelegt sind. Die Fortschritte des Dissertationsprojektes

sollen regelmäßig erörtert werden. Sie beinhaltet auch

die verpflichtende Erklärung des Betreuers/der Betreuerin, eine

kontinuierliche Betreuung des Dissertationsvorhabens zu

gewährleisten. Dies schließt ggf. die Benennung eines

Nachfolgers/einer Nachfolgerin bzw. Stellvertreters

/Stellvertreterin ein. Die Niederschrift wird vom Betreuer/der

Betreuerin bis zum Abschluss des Verfahrens aufbewahrt, der

Doktorand/die Doktorandin erhält eine Ausfertigung. Eine

Mitbetreuung durch promovierte Mitarbeiter/Mitarbeiterinnen ist

namentlich festzulegen und in der Dissertation anzugeben. 5

Gibt es feste Instituts-Termine?

In einigen Instituten finden regelmäßig Seminare für alle Mitglieder der Arbeitsgruppe statt, in

denen Vorträge über aktuelle Forschungsergebnisse oder interessante Literaturthemen

(„Journal Club“) gehalten werden. Oft wird auch von den Mitarbeitern und Doktoranden erwartet,

dass sie ihre eigenen Ergebnisse in diesem Rahmen vorstellen („Progress Report“). In anderen

Instituten gibt es Doktoranden-Seminare, die sich speziell mit der Thematik und den Problemen

der laufenden Promotionen befassen.

5

http://www.uni-heidelberg.de/imperia/md/content/studium/download/stud_pruef/medizin/promotion.pdf

14


2. Suche und Entscheidungsfindung

2.3. Weitere Informationsquellen

Neben den persönlichen Gesprächen gibt es noch eine Vielzahl anderer Wege etwas über

seinen zukünftigen Betreuer und die Arbeitsgruppe herauszufinden.

PubMed Recherche

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed

Für alle, die noch nie mit PubMed gearbeitet haben, werden Kurse von der Universitätsbibliothek

Heidelberg angeboten:

www.ub.uni-hd.de/schulung

„Grund- und Aufbauveranstaltungen nach Fachgebieten“

Medizin und Naturwissenschaften“

Zum Doktorvater/Betreuer

Über Datenbanken lässt sich herausfinden, inwieweit der Doktorvater bzw. der Betreuer bereits

auf dem Gebiet publiziert hat. Des Weiteren kann man sich so über die Thematik der

Arbeitsgruppe oder auch über Kooperationen und Alternativprojekte informieren.

Zum Thema

Sich im Vorfeld ein Bild darüber zu machen, ob bereits etwas zu dem Thema oder der Methode

publiziert worden ist, kann durchaus sinnvoll sein. Falls es keine oder wenige Publikationen zu

dem Thema geben sollte, hat man die Möglichkeit als einer der ersten seine Ergebnisse auf

diesem Feld zu veröffentlichen. Dies kann sich auch vorteilhaft bei der Notengebung auswirken.

Auf der anderen Seite erschwert dies die Durchführung der eigenen Versuche in mehrerlei

Hinsicht. Besonders bei der Implementierung von neuen Methoden fehlen Referenzmaterialien,

Ansprechpartner bei Problemen und weiterführende Literatur.

Zweite Meinung einholen

Ist man sich nicht sicher, ob der zukünftige Doktorvater den Umfang der Arbeit richtig darstellt,

bzw. einschätzt, kann es unter Umständen ratsam sein, eine zweite Meinung von einem

Dozenten einzuholen, der auf dem gleichen oder einem ähnlichen Gebiet forscht. Er kann häufig

besser einschätzen, ob es für einen Doktoranden möglich ist, innerhalb der angegebenen Zeit

eine neue Methode zu etablieren oder die gestellte Aufgabe überhaupt zu bearbeiten. Hier bietet

sich auch die Möglichkeit mit einem potentiell vorhandenen Mentor (Dozent der Uni Heidelberg

mit Forschungserfahrung) ein Gespräch zu suchen.

Doch Vorsicht: Die Meinung des anderen Dozenten kann durchaus sehr subjektiv sein. Als

Außenstehender könnte man eine vorhandene Rivalität zwischen zwei Dozenten verkennen. Zu

bedenken gilt auch, dass viele Betreuende es als Zeichen des ungerechtfertigten Misstrauens

sehen können, wenn man mit Außenstehenden über laborinterne Details ohne ihr Wissen

spricht. Einen solchen Schritt sollte man sich also gründlich überlegen.

15


3. Organisatorisches

3. Organisatorisches

3.1. Wie nehme ich ein Freisemester?

„Für die Doktorarbeit auszusetzen“ bedeutet im Regelfall, sich ein oder mehrere Freisemester zu

nehmen. Dies geht relativ einfach, indem man sich vor Semesterbeginn normal zurückmeldet

(Überweisung der Rückmeldegebühren), sich allerdings nicht für die Kurse in Moodle

einschreibt. So bleibt man weiterhin ordentlich immatrikuliert, wird aber vom Studiendekanat

keinem Block zugeteilt.

Ein Freisemester ist nicht zu verwechseln mit einem Urlaubssemester. Generell ist es nicht

möglich, die Doktorarbeit als Begründung für ein Urlaubssemester anzuführen.

Für weitere Informationen gibt die Seite der Uni Heidelberg Auskunft:

http://www.uni-heidelberg.de/studium/imstudium/formalia/beurlaubung.html

Beziehungsweise das Landeshochschulgesetz:

http://www.uni-heidelberg.de/imperia/md/content/studium/download/rechtsgrundlagen/lhg.pdf

Normalerweise werden Freisemester für Doktorarbeiten zu bestimmten Zeitpunkten im Studium

genommen, welche auch vom Studiendekanat unterstützt werden: nach der Propädeutik,

Block1/2 oder Block3/4. Ein Freisemester zwischen Block 1 und 2 oder zwischen Block 3 und 4

ist ebenfalls möglich, wenn auch aus Kapazitätsgründen eher unerwünscht.

3.2. Statistische Beratung

Bedeutung der Biometrie

Die Medizinische Biometrie dient dazu, den Erkenntnisgewinn zu objektivieren, so auch, in der

Regel, den einer Doktorarbeit. Man setzt die Biometrie bei der Auswertung praktisch aller

Forschungsergebnisse ein.

Jemand, dem statistische Analysen nicht liegen, sollte kein statistisch anspruchsvolles Thema

wählen bzw. sich bei der Auswertung mit einfachen Methoden begnügen.

Leider werden in HeiCuMed nur oberflächliche Basiskenntnisse der Biometrie im Rahmen des

Propädeutischen Blocks (12 Stunden im Modul „Medizinische Biometrie“) und des Blocks 4 (ca.

7 Halbtage im Querschnittbereich „Epidemiologie“) vermittelt.

Wie sieht die Beratung aus?

Das Institut für Medizinische Biometrie und Informatik (INF 305, 1.OG) bietet statistische

Beratung für Promotionen an und hilft gerne bei der Planung einer Studie weiter. Es hat sich

bisher als sehr hilfreich erwiesen, Hilfe aus diesem Sektor rechtzeitig einzuholen. Nach

Möglichkeit sollte der Betreuer bei dieser biometrischen Beratung beteiligt sein.

Auf das Gespräch mit dem Biometriker sollte man sich allerdings auch vorbereiten. Hinweise

hierzu finden sich auf der Homepage des Instituts:

www.klinikum.uni-heidelberg.de/index.php?id=6088.

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3. Organisatorisches

Es sollte bereits eine Präzisierung der Fragestellung/Hypothesenformulierung erfolgt sein. Zur

Hilfestellung könnten folgende Fragen dienen: „Wie könnten die letzten zwei Sätze der

Zusammenfassung der Arbeit lauten?“ oder „Wie können die fünf wichtigsten

Tabellen/Abbildungen der Arbeit aussehen?“.

Außerdem sollte eine Versuchsplanung zum näheren Besprechen vorliegen, d.h. Vorstellungen

bezüglich Stichprobenerhebung, Randomisierung, Beobachtungseinheit, Messzeitpunkten, etc.

sollten bei einem ersten beratenden Gespräch mit einem Biometriker bereits existieren.

Wann lasse ich mich beraten?

Es ist ratsam, die statistische Auswertung von Anfang an in die Planung einzubeziehen. Man

sollte gleich zu Beginn prüfen, wie groß die zu betrachtende Fallzahl sein muss und ob die Zahl

überhaupt realistisch ist.

Wenn man sich erst nach dem experimentellen Teil oder der Datenerhebung an das Institut für

Biometrie wendet, kann es dazu führen, dass das vorhandene Datenmaterial häufig keine

sinnvolle Auswertung mehr zulässt. Zu geringe Fallzahlen in einer Studie lassen sich oft nur mit

großem Aufwand, systematische Fehler in der Planung in der Regel gar nicht mehr beheben.

3.3. Das Schreibwerkzeug

Man sollte sich, bevor man mit dem Schreiben beginnt, Gedanken darüber machen, mit Hilfe

welchen Computerprogramms die Doktorarbeit geschrieben werden soll.

Das Verfassen der Doktorarbeit stellt hohe Ansprüche an das Textverarbeitungsprogramm, da

beispielsweise Tabellen mit Messergebnissen, Diagramme und hoch auflösende Bilder

herkömmliche Programme wie Microsoft Word an ihre Grenzen bringen.

Unabhängig von der Software selbst (z.B. Word 6 , Writer 7 oder LaTeX 8 ), ist die gute

Beherrschung des Programms das Wichtigste für die Erstellung einer formal guten Doktorarbeit.

Im Wesentlichen muss geklärt werden, ob man ein Textverarbeitungsprogramm oder ein

Satzprogramm wie LaTeX verwenden will. Alle Vor- und Nachteile der einzelnen Programme

aufzuzählen, würde den Umfang dieses Leitfadens sprengen. Wir beschränken uns darum auf

einige Hinweise:

Textverarbeitungsprogramme – Word, Writer und Kollegen.

Wer seine Doktorarbeit mit einem ihm vermeintlich vertrauten Textverarbeitungsprogramm

schreiben möchte, sollte vorher unbedingt folgende Fragen klären: Beherrsche ich den Umgang

mit Formatvorlagen sicher? Wie erstelle ich ein automatisches Inhalts-, Abbildungs- und

Literaturverzeichnis? Wie kann ich zu große Dokumente in Einzeldokumente aufteilen – und

später wieder zusammenfügen? Wie erreiche ich, dass die im Copyshop gedruckte Arbeit später

genauso aussieht wie der Probeausdruck bei mir zu Hause? Dazu ein Tipp: Erstellt mittels

FreePDF 9 eine PDF-Datei und lasst diese (und nicht das Word-Dokument) drucken.

6

7

8

9

Microsoft Office – Word

Open Office – Writer - http://de.openoffice.org/

Siehe: http://www.urz.uni-heidelberg.de/text/tex/index.html

Siehe: www.freepdfxp.de

17


3. Organisatorisches

Satzprogramme – LaTeX und Co.

Das Programm LaTeX ist viel weniger bekannt als gängige Textverarbeitungsprogramme. Es

wurde dafür geschaffen, typografisch hervorragende mathematische und naturwissenschaftliche

Dokumente zu erstellen.

LaTeX arbeitet nach der Methode der Textsortenauszeichnung. Eine Überschrift wird z.B. nicht

mit der Maus durch Fettdruck und Unterstreichung gekennzeichnet, stattdessen gibt man ein

Schlüsselwort für Überschrift in den Text ein. LaTeX setzt später selbständig den Text in der

entsprechenden Formatierung, beachtet dabei die Abstände zum Seitenrand und zum

umgebenden Text und nimmt Nummerierung und Eintrag ins Inhaltsverzeichnis vor.

Das Arbeiten mit LaTeX mag zwar zunächst ungewohnt sein, die Einarbeitung in das Programm

dauert aber keineswegs länger als die richtige Beherrschung von Word. Im Internet finden sich

unzählige LaTeX-Foren und Anleitungen für Einsteiger.

Ein weiterer Vorteil für den studentischen Geldbeutel: LaTeX und seine Erweiterungen wie z.B.

die Referenzdatenbank JabRef können kostenlos aus dem Internet heruntergeladen werden.

Ein weiterer Vorteil dieser Programme ist, dass sie nicht nur unter Windows, sondern auch mit

Linux oder Mac Betriebssystemen funktionieren.

Literaturverwaltungsprogramme

Literaturverwaltungsprogramme ermöglichen die komfortable Sammlung von bibliographischen

Informationen über Literatur (Bücher, Aufsätze, Internetquellen) in einer Datenbank. Je nach

verwendetem Programm ermöglichen sie den direkten Import z.B. aus PubMed in die

Datenbank und später den komfortablen Export in das Schreibprogramm.

Es ist sinnvoll, bereits während der Doktorarbeit mit der Erstellung einer Literatursammlung zu

beginnen, um sich später die Arbeit des Zusammensammelns seiner Referenzen zu ersparen.

Die Universitätsbibliothek bietet auch Schulungen zum Umgang mit Literaturverwaltungsprogrammen

an und nennt vergünstigte Bezugsquellen für die leider recht teure Software

(http://www.ub.uni-hd.de/schulung). Die gängigsten sind ProCite, Endnote, JabRef und

Bibliographix. Eine weitere kostenlose Alternative bietet der Mendeley Desktop

(www.mendeley.com). Eure Wahl solltet ihr zum einen von eurem Schreibprogramm und zum

anderen von der Standardsoftware eurer Arbeitsgruppe abhängig machen.

Formale Vorgaben

Informationen zu den formalen Vorgaben findet Ihr wie alle anderen wichtigen Angaben zur

Doktorarbeit auf der Internetseite des Dekanats (www.med.uni-hd.de „Dekanat“

„Informationen zur Promotion“ „Promotion zum Dr. med./Dr. med. dent.“).

________________________

Der Abschnitt „Formalia“ beruht auf dem Merkblatt „Stichworte zum Ablauf des Promotionsverfahrens Dr.med.

(dent.)“, der auf der Homepage des Dekanates zu finden ist (www.med.uni-hd.de „Dekanat“ „Informationen zur

Promotion“ „Promotion zum Dr. med./Dr. med. dent“ Stichworte zum Ablauf des Promotionsverfahrens).

18


4. Formalia

4. Formalia

4.1. Promotionsordnung

Die gültige Promotionsordnung der Medizinischen Fakultäten (Heidelberg und Mannheim) kann

auf der Internetseite des Dekanats eingesehen werden. Sie legt die Rahmenbedingungen einer

Promotion fest.

www.med.uni-hd.de „Dekanat“ „Informationen zur Promotion“ „Promotion zum Dr.

med./Dr. med. dent.“

Falls Fragen auftauchen, kann man sich an das Promotionsbüro wenden:

Frau Kroll, INF 672, Hochparterre, Raum 005, Tel. 06221 / 56-2709 10 , Mo-Fr. 9-12 Uhr

4.2. Anmeldung der Doktorarbeit

Der Ablauf des Promotionsverfahrens zum Dr. med. (dent.) sieht folgendermaßen aus: Das

Verfahren dauert in der Regel 6 - 8 Monate und beinhaltet Gutachterfristen, Sitzungstermine

(nicht während der vorlesungsfreien Zeit) etc. Man wird vom Promotionsausschuss automatisch

schriftlich über Annahme der Arbeit, Korrekturauflage und fehlende Unterlagen informiert.

Aufgrund der großen Anzahl von Doktoranden beantwortet das Promotionsbüro keine

telefonische Anfragen zum Stand des Verfahrens.

Informationen zum Ablauf des Promotionsverfahrens, alle nötigen Formulare, eine Auflistung der

einzureichenden Unterlagen und Richtlinien zur formalen Abfassung der Arbeit findet man unter:

www.med.uni-hd.de „Dekanat“ „Informationen zur Promotion“ „Promotion zum Dr.

med./Dr. med. dent.“

Ablauf des Promotionsverfahrens

Anmeldung

Gemeinsam mit dem Doktorvater/Betreuer (Privatdozenten und Professoren der Medizinischen

Fakultät) muss man die Doktorarbeit bei der Fakultät anmelden. Das Formblatt dazu kann man

auf der oben genannten Homepage downloaden. Die Anmeldung beinhaltet eine schriftliche

Festlegung eines Arbeitstitels und die schriftliche Erklärung eines Hochschullehrers die

kontinuierliche Betreuung zu gewährleisten. Außerdem muss dem Antrag eine kurze

Zusammenfassung des Dissertationsvorhabens (einseitige Beschreibung von Zielsetzung und

Methodik) und gegebenenfalls Kopien von Ethikvotum und Tierversuchsgenehmigung

angehängt werden. Dies ermöglicht es dem Promotionsausschuss im Bedarfsfall Rückfragen an

den Betreuer zu richten.

Richtlinien zur Verfassung der Doktorarbeit

Nach Durchführung der Doktorarbeit werden die Ergebnisse in einer vorgegebenen Form als

Dissertationsschrift festgehalten. Die genauen Vorgaben kann man den „Richtlinien zur Verfassung

einer Dissertationsschrift“ (auf der Homepage des Dekanates) entnehmen.

10

Künftig: 06221 / 56-22709

19


Zulassung zum Promotionsverfahren

4. Formalia

Wenn der Betreuer mit der Fassung der Dissertationsschrift einverstanden ist, reicht man seine

Unterlagen vollständig (siehe Auflistung in den Richtlinien) im Promotionsbüro ein. Das Gutachten

des Doktorvaters fordert der Promotionsausschuss von ihm an. Sobald das Gutachten

des Doktorvaters vorliegt, wird in der darauf folgenden Sitzung der Promotionsausschüsse

(aktuelle Termine auf der Homepage) der Zweitgutachter festgelegt. Dieser bleibt bis zum Ende

des Promotionsverfahrens gegenüber Doktorand und Erstgutachter (=Doktorvater) anonym, der

Doktorvater kann jedoch einen Vorschlag bezüglich des Zweitgutachters machen.

Der Zweitgutachter erhält das Votum des Betreuers zwecks Beurteilung der Eigenleistung des

Doktoranden. Die Gutachter haben jeweils 4 Wochen Zeit – wenn sie länger brauchen, mahnt

sie der Promotionsausschuss.

Liegt auch das zweite Gutachten vor, wird die Arbeit 14 Tage vor dem nächsten Sitzungstermin

einem Mitglied der Promotionsausschüsse zugewiesen, der die Arbeit und Gutachten in einer

Bewertungszusammenfassung für die anderen Mitglieder des Promotionsausschusses zur

Diskussion vorbereitet. Eventuelle Auflagen werden dann schriftlich mitgeteilt.

Die vom Ausschuss zur Annahme empfohlenen Dissertationen werden abschließend der Promotionskonferenz

der Fakultät zur endgültigen Annahme vorgelegt und liegen dafür 14 Tage zur

Einsichtnahme für die Mitglieder der Konferenz aus.

Nach dem offiziellen Abschluss des schriftlichen Promotionsverfahrens werden Betreuer und

Doktorand schriftlich benachrichtigt.

Vorher muss man gegebenenfalls noch sein Examen abgelegt haben. Falls die Doktorarbeit erst

mehr als drei Jahre nach Studienende eingereicht wird, muss noch das Rigorosum 11 abgelegt

werden. Der Druck erfolgt etwa innerhalb von zwei Wochen.

Wenn die Unterlagen vollständig sind, erhält man eine Kopie der Promotionsurkunde, welche

die Originalunterschrift des Dekans trägt und gesiegelt ist (gilt somit ebenfalls als Original).

Damit ist man berechtigt den Doktortitel zu führen. Die Originalurkunden werden einmal jährlich

(im Juli) im Rahmen der Promotionsfeier in der Neuen Aula verliehen, zu welcher man etwa 4

Wochen vorher gesondert eine Einladung erhält. Darum sollte man dem Dekanat unbedingt eine

eventuelle Adressänderung mitteilen.

4.3. Notenvergabe

Wer sich eine besonders gute Note wünscht, sollte schon bei der Auswahl der Doktorarbeit die

folgenden Hinweise im Hinterkopf haben. Bei Vorbesprechungen mit potentiellen Betreuern

macht es Sinn, die eigenen Notenvorstellungen anzusprechen. Die folgenden Informationen

sind ein Auszug aus den Empfehlungen zur Beurteilung von Inaugural 12 -Dissertationen für die

Gutachter, aber auch zur Entscheidungsfindung in den Promotionsausschüssen und in der

Promotionskonferenz.

11

12

Siehe Promotionsleitfaden S. 8 bzw. Promotionsordnung §11 Absatz 5.

Inauguration (lat. augurium „Vorzeichen“) wird die feierliche Einführung in eine Würde oder ein Amt

bezeichnet. Auguren waren römische Priester, die u.a. aus dem Vogelflug den Willen der Götter deuteten.

Als „inauguratio“ wurde der Übergang des Amtes von einem Priester auf seinen Nachfolger bezeichnet.

20


4. Formalia

Kriterien für die Notenvergabe 13

Vom Referenten (Betreuer) und, so weit wie möglich, auch vom Koreferenten sollten

grundsätzlich folgende Kriterien bei der Beurteilung einer Arbeit berücksichtigt werden:

1. Die Befähigung des Doktoranden zur wissenschaftlichen Arbeit und zum kritischen

Denken, einschließlich der Fähigkeit, aus durch Literaturstudium gewonnenen

Erkenntnissen und vom Betreuer vermittelten methodischen Grundlagen selbständig

Lösungswege für die vorgegebenen Probleme zu entwickeln.

2. Die Eignung der angewandten Methoden zur Gewinnung und kritischen Überprüfung

von Daten und Informationen sowie zu ihrer Interpretation.

3. Das persönliche Engagement und die Aktivität, mit der die gestellte Aufgabe bewältigt

wurde, die sinnvolle Arbeitsplanung und die sinnvolle Strukturierung des

Aufgabenkomplexes sowie der termingerechte Abschluss der Arbeit.

4. Redaktionelle Aspekte der Dissertation: Länge und Proportionierung der Arbeit,

Darstellung der Grundlagen, des Untersuchungsgutes, der Untersuchungsmethodik, der

Ergebnisse (einschließlich Tabellen und Abbildungen) und der Literatur, Stil und

Ausdruck.

Notenschlüssel - rite oder (summa/magna) cum laude? 13

Über die allgemeinen Kriterien hinaus werden für die Benotung nachstehende Empfehlungen

gegeben:

3 = Rite

a) Beobachtungsstudien 14 (z.B. „Retrospektive Studien“ ohne wesentliche neue

Gesichtspunkte, Fallzusammenstellungen einfacher Art, Kasuistiken seltener Fälle).

b) Experimentelle 15 , im Wesentlichen nachvollziehende Arbeiten unter Anleitung mit

etablierten Methoden.

c) Theoretische 16 Arbeiten einfachen, überwiegend referierenden Charakters.

2 = Cum laude

d) Selbständig durchgeführte Beobachtungsstudien mit klarer Fragestellung zur Gewinnung

neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse

e) Experimentelle Arbeiten unter Einbeziehung verschiedener etablierter, aber schwieriger

Methoden mit selbständiger Durchführung der Experimente, Arbeitsplanung und

Strukturierung des Aufgabenkomplexes durch den Doktoranden.

f) Theoretische Arbeiten, die bei vorgegebener wissenschaftlicher Problematik ein

deutliches Maß eigener Initiative des Doktoranden zur Entwicklung wissenschaftlicher

Lösungswege erkennen lassen.

13

14

15

16

Vgl. Promotionsordnung, Anlage 2

Unter Beobachtungsstudien werden hier Arbeiten zusammengefasst, bei denen die Einflussfaktoren nur

festgestellt (beobachtet) werden.

Experimentell im Sinne dieser Empfehlungen ist eine Studie dann, wenn die Einflussfaktoren, die studiert

werden sollen, vom Untersucher selbst oder nach einem von ihm festgelegten Verfahren gesteuert werden

(z.B. bei In-vitro-Experimenten, Tierversuchen und randomisierten klinischen Studien).

Theoretisch werden hier solche Arbeiten genannt, für die keine eigene Datengewinnung erfolgt ist.

21


1 = Magna cum laude

4. Formalia

a) Anspruchsvolle Beobachtungsstudien, die zu neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen

geführt haben 17 und im Wesentlichen von dem Doktoranden selbständig geplant und

durchgeführt worden sind.

b) Experimentelle, methodisch schwierige Arbeiten, die zu neuen wissenschaftlichen

Erkenntnissen geführt haben 20 , unter Einbeziehung neuer bzw. durch den Doktoranden

modifizierter Methoden bei im Wesentlichen selbständiger Planung und Durchführung

der Arbeiten.

c) Theoretische Arbeiten, die, gestützt auf umfassende Bearbeitung der Literatur und

kritische Analyse bestehender Daten und Auffassungen, zu einer vom der Doktoranden

eigenständig entwickelten und überzeugend begründeten neuen wissenschaftlichen

Erkenntnis oder Auffassung 20 geführt haben.

Ausgezeichnet = Summa cum laude

a) Arbeiten, die zu bedeutsamen wissenschaftlichen Erkenntnissen geführt haben 18 mit

neuen, originellen, über 1 a) hinausgehenden, Untersuchungs- und Beobachtungsmethoden,

die vom Doktoranden selbständig entwickelt und durchgeführt worden sind.

b) Experimentelle Arbeiten mit neuen bedeutsamen wissenschaftlichen Erkenntnissen 14 , die

auch in der Weise über 1 b) hinausgehen, dass diese Erkenntnisse auf der Basis eines

selbständig erarbeiteten Versuchsplanes und mit selbständig entwickelten

Untersuchungsmethoden gewonnen worden sind und ein hohes Maß an Originalität

aufweisen.

c) Theoretische Arbeiten, die zu neuen bedeutsamen wissenschaftlichen Erkenntnissen

geführt haben 19 . Diese wurden durch einen neuen, originellen Denkansatz und ein

komplexes theoretisches Modell ermöglicht, die der Doktorand selbst entwickelt und

überzeugend dargestellt hat.

4.4. Doktoranden Status

Juristisch gibt es den Status des Doktoranden (mit daraus ableitbaren Rechtsansprüchen) nicht.

Es gibt inzwischen einige gerichtliche Urteile zu Doktoranden, aber meistens handelt es sich

dabei um Fragen zu Patent- oder Urheberrechten.

Man hat zwar einige Rechte, damit ist aber wenig auszurichten, da das Abhängigkeitsverhältnis

von Doktorand und Betreuer nicht zu übersehen ist. Es ist eine freiwillige Tätigkeit, frei nach

dem Motto: „wenn einem etwas nicht gefällt, kann man ja gehen“. Seit Inkrafttreten der neuen

Promotionsordnung ist der Doktorand z.B. bei Universitätswechsel des Betreuers nun besser

abgesichert, da mit der Anmeldung der Doktorarbeit eine Betreuungsverpflichtung des

Doktorvaters verbunden ist und zusätzlich in der Doktorandenvereinbarung ein Stellvertreter für

den Betreuer benannt werden muss. Bei schwerwiegenden Problemen, z.B. auch der Einsatz

eines Doktoranden hauptsächlich für die Routinearbeit, ohne Schwerpunkt auf die Forschung,

sollte man sich an das Promotionsbüro wenden (s. 5.1 „Probleme bei der Arbeit, was tun?“).

17

18

19

i.d.R. Annahme einer Veröffentlichung in einer anerkannten/begutachteten wissenschaftlichen Zeitschrift 18

Veröffentlichung in begutachteten wissenschaftlichen Zeitschriften mit dem Doktoranden als Erstautor.

Veröffentlichung in begutachteten wissenschaftlichen Zeitschriften mit dem Doktoranden als Erstautor.

Veröffentlichung in begutachteten wissenschaftlichen Zeitschriften oder Buchreihen mit dem Doktoranden

als Erstautor

22


4. Formalia

4.5. Wissenschaftszeitvertragsgesetz

Nur Zukunftsmusik?

Am 12. April 2007 hat der Deutsche Bundestag das Wissenschaftszeitvertragsgesetz

(WissZeitVG) verabschiedet, welches unter anderem auch unter dem Namen „12-

Jahresregelung“ (oder „15-Jahresregelung“ für die Medizin) bekannt ist.

Offenbar sind innerhalb der letzten vier Jahre einige Gerüchte zu diesem Thema in Umlauf

geraten, die gerade unter Doktoranden für Verwirrung sorgen, weshalb wir hier das Ganze noch

einmal genauer betrachten wollen. Weitere Informationen erhält man auf der Seite des

Bundesministeriums für Bildung und Forschung: http://www.bmbf.de/de/6776.php

Das Gesetz regelt den Abschluss befristeter Arbeitsverträge an staatlichen Hochschulen für

wissenschaftliches und künstlerisches Personal (mit Ausnahme der HochschullehrerInnen).

Grundlage dieser Änderung war unter anderem, klarere Rahmenbedingungen für das

Befristungsrecht für wissenschaftliches Personal zu schaffen und damit die Leistungsfähigkeit

der Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen zu erhöhen. Auch die

Vereinbarkeit von wissenschaftlicher Tätigkeit und Familie sowie die Schaffung der

arbeitsrechtlichen Rahmenbedingungen für drittmittelfinanzierte Forschung sollen durch diese

Regelung gefördert werden.

Die Befristungsregelung wird im Gesetzestext folgendermaßen formuliert:

§ 2 Befristungsdauer; Befristung wegen Drittmittelfinanzierung 20

(1) Die Befristung von Arbeitsverträgen des in § 1 Abs. 1 Satz 1

genannten Personals, das nicht promoviert ist, ist bis zu einer Dauer

von sechs Jahren zulässig. Nach abgeschlossener Promotion ist eine

Befristung bis zu einer Dauer von sechs Jahren, im Bereich der

Medizin bis zu einer Dauer von neun Jahren zulässig; die zulässige

Befristungsdauer verlängert sich in dem Umfang, in dem Zeiten einer

befristeten Beschäftigung nach Satz 1 und Promotionszeiten ohne

Beschäftigung nach Satz 1 zusammen weniger als sechs Jahre betragen

haben. Die nach den Sätzen 1 und 2 insgesamt zulässige

Befristungsdauer verlängert sich bei Betreuung eines oder mehrerer

Kinder unter 18 Jahren um zwei Jahre je Kind. Innerhalb der jeweils

zulässigen Befristungsdauer sind auch Verlängerungen eines

befristeten Arbeitsvertrages möglich.

Inwiefern betrifft dies nun uns als Medizinstudenten? In § 2 Abs. 3 wird klar formuliert, dass alle

befristeten Verträge vor Abschluss des Studiums noch nicht in die Befristungsdauer

eingerechnet werden, das heißt, die Regelung tritt erst in Kraft, wenn man nach der Approbation

als wissenschaftlicher Mitarbeiter an einer Hochschule angestellt ist. Bei bereits

abgeschlossener Promotion bleiben noch 15 Jahre.

Ohne abgeschlossene Promotion kann man nach seinem Abschluss noch bis zu 6 Jahren an

einer Hochschule befristet beschäftigt sein. Wird in diesem Zeitraum das Promotionsverfahren

abgeschlossen, bleiben anschließend noch 9 Jahre.

Für weitere Fragen gibt es auf der Seite der RWTH Universität Aachen eine gute

Zusammenfassung zu den FAQs:

http://www.rwth-aachen.de/go/id/vzq/#head-8314583a5b40aee5d72bc96199cf60719b53e32e

20

http://www.gesetze-im-internet.de/bundesrecht/wisszeitvg/gesamt.pdf

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5. Sonstiges

5. Sonstiges

5.1. Probleme bei der Arbeit, was tun?

Bei manchen, die an ihrer Doktorarbeit arbeiten, kommt es zu der Situation, dass Frust, Ärger

und Probleme überwiegen und sie ernsthaft erwägen, ihre Arbeit abzubrechen. Meistens ist eine

schlechte Betreuung die Ursache: Ansprechpartner haben keine Zeit, man wird übermäßig zu

Routinearbeiten des Labors herangezogen - für die eigene Arbeit bleibt keine Zeit und für

Fragen und Probleme des Doktoranden bringt niemand Interesse auf. An diesem Punkt

angelangt, ist guter Rat teuer. Wenn einem der Betreuer nicht weiterhilft, sollte man mit

jemandem Rücksprache halten, der Erfahrung mit den Problemen von Doktoranden hat, z.B.

einem Mentor. Außerdem findet man auch im Promotionsbüro Ansprechpartner. Anlaufstelle hier

ist derzeit der Ausschussvorsitzende Prof. Wolfgang Eckart (Tel.: 06221/54 82 12).

Wenn man wirklich gar nicht mehr weiter weiß, kann man sich auch an das Rektorat wenden.

Seit November 2010 gibt es speziell für solche Fälle eine sogenannte Ombudsperson. Die

Ombudsperson ist eine unabhängige und neutrale Instanz, deren Aufgabe es ist, jede

Beschwerde unparteiisch zu betrachten und aufgrund der ihr vorliegenden Fakten eine

angemessene Entscheidung zu fällen. Das Amt der Ombudsperson haben zwei emeritierte

Professoren aus den Natur- und Geisteswissenschaften übernommen:

Prof. em. Hans-Guenther Sonntag (Medizin): Hans-Guenther.Sonntag@med.uni-heidelberg.de ‚

Prof. em. Theodor Strohm (Theologie): theodor.strohm@dwi.uni-heidelberg.de

Das Statut zur Ombudsperson findet man unter: http://www.graduateacademy.uniheidelberg.de/md/gradakad/promotion/statut_ombudsperson_2010.pdf

5.2. Wann ist ein Abbruch sinnvoll?

Ein häufiger Grund für das Herauszögern des Abbruches ist die Angst vor eventuellen

Nachteilen. Viele befürchten, dass sie an keinem anderen Institut eine neue Doktorarbeit mehr

bekommen, Nachteile bei Prüfungen im betreffenden Fach erfahren oder einen Makel im

Lebenslauf aufweisen. Von diesen Schreckensszenarien entspricht jedoch keines der Realität.

Im Lebenslauf muss eine angefangene und nicht beendete Doktorarbeit nicht erwähnt werden.

Da die meisten ihre Doktorarbeit während des Studiums beginnen, entsteht noch nicht einmal

eine Lücke im Lebenslauf – besonders, wenn der Abbruch rechtzeitig erfolgt. Man braucht auch

keine Angst zu haben, von nun an in der Wissenschafts- oder Klinikgemeinde auf eine schwarze

Liste geraten zu sein. Das wäre auch für den betreffenden Betreuer kein Aushängeschild.

Über die Zahl derer, die ihre Doktorarbeit abbrechen, gibt es leider nur wenige Daten. Das liegt

zum einen daran, dass vor Inkrafttreten der aktuell gültigen Promotionsordnung nicht alle

Doktorarbeiten beim Promotionsausschuss angemeldet wurden. Vor allem aber fehlen diese

Angaben, weil weder die Abbrecher selbst, noch die Verantwortlichen den Abbruch melden.

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5. Sonstiges

5.3. Weitere Hilfestellungen

Ansprechpartner:

Heid-I-Med (Fachschaft Medizin), Im Neuenheimer Feld 306, Raum 022, 69120 Heidelberg

Tel. 06221 / 54-4995

E-Mail: fsmed@uni-hd.de

Homepage: http://fsmed.uni-hd.de/

Frau Kroll, Promotionsbüro, INF 672, Hochparterre, Raum 005, Tel. 06221 / 56-2709 21 ,

Sprechstunde: Mo-Fr 9 - 12 Uhr

Professor Dr. med. Eckart, Vorsitzender der Promotionskonferenz, Institut für Geschichte und

Ethik der Medizin, INF 327, 1.OG, Tel. 06221/ 54 82 12

Literatur

C. Weiß, A. W. Bauer: Promotion, Thieme, Stuttgart, 3. Auflage 2008 (25€)

C. P. Schaaf: Mit Vollgas zum Doktor, Springer, Berlin, 1. Auflage 2005 (20 €)

E. Neugebauer, W. Mutschler, L. Claes: Von der Idee zur Publikation, Springer, Berlin, 2.

Auflage 2011 (50€)

W. Janni, K. Friese: Publizieren, Promovieren - leicht gemacht, Springer, Berlin, 1.Auflage 2008

(40€)

C. Diez: Die medizinische Doktorarbeit, Lehmanns Media-Lob.de, 5. Auflage 2007 (10€)

H. Esselborn-Krumbiegel: Von der Idee zum Text. Eine Anleitung zum wissenschaftlichen

Schreiben, UTB, Stuttgart, 3. Auflage 2008 (13€)

21

Künftig: 06221 / 56-22709

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5. Sonstiges

Internet – wichtige Adressen

Promotionsbüro

www.med.uni-hd.de „Dekanat“ „Informationen zur Promotion“ „Promotion zum Dr.

med./Dr. med. dent.“ Auf der Internetseite des Dekanats finden sich folgende wichtige

Dokumente und Vordrucke:

- Promotionsordnung „Dr. med. / Dr. med. dent.“ auf deutsch und englisch (incl. Anhang

„Empfehlungen zur Beurteilung von Dissertationen“)

- Stichworte zum Ablauf des Promotionsverfahrens

- Richtlinien zur formalen Abfassung der Dissertation

- Informationsblatt für Quellennachweise aus dem Internet

- Stichworte zum Rigorosum

- Formular zur Anmeldung von Dissertationen

- Information zum Ethikvotum

- Auflistung aller benötigten Unterlagen

- Zulassungsantrag

- Eidesstattl. Erklärungen

- Vorschläge für den Zweitgutachter

- Schulischer Werdegang

- Druckvorlage für die Urkunde

- Statistikbogen

- Vorgaben für die Zusammenfassung auf CD

Biometrische Beratung

www.klinikum.uni-heidelberg.de/index.php?id=6088

Literaturveraltungsprogramme:

http://www.ub.uni-heidelberg.de/helios/fachinfo/www/schulung/Lit-Verwaltung/index.htm

PDF:

www.freepdfxp.de kostenloses Programm zum Erstellen von PDF-Dateien

LaTeX:

http://www.urz.uni-heidelberg.de/text/tex/index.html

Open Office:

http://de.openoffice.org/

Wörterbücher:

http://www.leo.org/

http://dict.tu-chemnitz.de/

http://www.dict.cc/

Schulungen zur Datenbankrecherche/ zu Literaturverwaltungsprogrammen:

www.ub.uni-hd.de/schulung

Datenbank:

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed

bvmd Heidelberg – Heid-I-Med (Fachschaft Medizin):

http://fsmed.uni-hd.de/ dieser Leitfaden als pdf Dokument zum downloaden

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