Jahresbericht 2010 - IV-Stelle des Kantons Solothurn

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Jahresbericht 2010 - IV-Stelle des Kantons Solothurn

Jahresbericht 2010


Inhaltsverzeichnis

Vorwort 4

50 Jahre Invalidenversicherung: (K)ein Grund zu feiern 8

Eingliederungsorientierte Fallarbeit der IV-Stelle Solothurn 14

Kennzahlen 15

Die Invalidenversicherungs-Stelle des Kantons Solothurn 28


Vorwort

Ein weinendes und ein lachendes Auge

Das neue Jahr begann mit der Ankündigung, dass Stefan

Ritler uns Ende April verlassen würde, um im Bundesamt

für Sozialversicherungen (BSV) eine neue Herausforderung

anzunehmen. Während der letzten elf Jahre avancierte die

IV-Stelle Solothurn unter seiner Regie zur schweizweiten

Taktgeberin. Sie ist Beweis dafür, dass das System IV durchaus

Kraft aufbringen kann, den Anforderungen der Zukunft

gerecht zu werden und alte Muster aufzubrechen.

Stefan Ritler ging dabei immer von einer lernenden Organisation

aus : Die IV-Stelle Solothurn ist ein System in ständiger

Bewegung und Entwicklung. Tendenzen werden antizipiert,

Anreize aufgenommen und verarbeitet, neue Wege

gesucht und gefunden. Ein konstanter Lernprozess.

Für seine grosse Arbeit im Dienste der IV-Stelle Solothurn

sei ihm an dieser Stelle nochmals herzlich gedankt !

Gleichzeitig wussten wir aber auch, dass Stefan Ritler für

die Leitung des Geschäftsfeldes IV innerhalb des BSV eine

ausgezeichnete Wahl war. Er kennt die Realitäten an der

Front, und bei ihm werden wir weiterhin auf ein offenes

Ohr für unsere Anliegen stossen. Wir trennten uns also mit

einem weinenden und einem lachenden Auge.

Der Regierungsrat sprach mir in der Folge das Vertrauen

aus und wählte mich per 1. Juni zum neuen Geschäftsleiter

der IV-Stelle Solothurn. Ich habe diese Aufgabe mit Freude

und Respekt übernommen.

50 Jahre Invalidenversicherung

Im letzten Jahr führte die IV-Stelle Solothurn den grössten

PR-Anlass ihrer Geschichte durch. Anlässlich des 50-Jahr-

Jubiläums der Invalidenversicherung zeigte die IV-Stelle

Solothurn an der Herbstmesse Solothurn eine Wanderausstellung.

Mit einem unkonventionellen Rahmenprogramm

sorgte die IV-Stelle einmal mehr dafür, dass die IV trotz

ihres Alters alles andere als verstaubt ist. Über Theater, Kultur,

Sport, Musik und Schönheit versuchten wir, mit der Bevölkerung

ins Gespräch zu kommen und so Vorurteile und

Ängste abzubauen. Zusätzlich boten wir verschiedenen Organisationen,

die im Bereich Gesundheit und Behinderung

tätig sind, eine Plattform. Sie haben unser Jubiläum enorm

bereichert, und ihnen gilt deshalb mein Dank.

Die positiven Rückmeldungen aus Politik, Wirtschaft und

aus der Bevölkerung, aber auch von betroffenen Menschen

haben uns gezeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind.

Dennoch wird die IV immer wieder nur mit Renten und Missbrauch

in Verbindung gebracht. Dieser Unwissenheit müssen

wir entgegentreten. Mit dem Jubiläum haben wir einen

grossen Beitrag dazu geleistet. 59 Mitarbeitende teilten sich

99 Einsätze an der Herbstmesse. Die übrigen Mitarbeitenden

fingen im Haus diese Absenzen ab, musste doch der

normale Betrieb weiterhin gewährleistet werden. Für mich

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ein eindrücklicher Beweis, wie sehr sich die Mitarbeitenden

mit ihrer Arbeitgeberin identifizieren. Deshalb bedanke ich

mich an dieser Stelle bei allen Mitarbeitenden der IV-Stelle

Solothurn für ihren Einsatz : Äs het gfägt !

Zusammenarbeit mit verschiedenen Partnern

Auch vergangenes Jahr durften wir – nebst der Herbstmesse,

auf eine erfolgreiche Zusammenarbeit mit verschiedenen

Akteuren zählen. Bereits zum zweiten Mal

führten die IV-Stelle Solothurn, die Ausgleichskasse des

Kantons Solothurn, das Amt für Wirtschaft und Arbeit, die

Suva, der kantonale Gewerbeverband und die Solothurner

Handelskammer die Solothurn Talks zum Thema «Betriebliches

Gesundheitsmanagement – Ein Gewinn für Ihr Unternehmen.»

durch.

Die JCI Solothurn machte 2010 zusammen mit ihrer Dachorganisation

die Unterstützung der kantonalen IV-Stellen

zu ihrem Schwerpunktthema. Davon profitierten wir verschiedentlich

: An zwei ihrer Anlässe durften wir vor dem jeweiligen

Hauptreferat kurz über die IV informieren und uns

beim Apéro unter die Menge zum Netzwerken mischen.

Ganz in unserem unkonventionellen Stil liessen wir von

einem Slam Poet die Marke IV entstauben (Hauptreferent

war Stefan Vogler, Markenspezialist) und gaben die Plattform

an Nathalie Schneitter, Profi-Bikerin, weiter (Hauptreferent

war Gian Gilli, Leiter Spitzensport Swiss Olympics).

Sie stellte ihr Projekt, die Teilnahme am Cape-Pioneer Trek

in Südafrika mit ihrer gehörlosen Teamkollegin, vor. Ausserdem

konnten wir am ersten Samstag an der Herbstmesse

auf die tatkräftige Unterstützung der JCI Solothurn zurückgreifen.

Sie öffneten uns mit ihrer Präsenz an der Wanderausstellung

weitere Türen zu potenziellen Arbeitgebern.

Im Rahmen der Aktionstage Psychische Gesundheit, die

alljährlich vom Gesundheitsamt des Kantons Solothurn,

von Pro Infirmis Kanton Solothurn, von den Psychiatrischen

Diensten der Solothurner Spitäler AG und von der Solodaris

Stiftung durchgeführt werden, durfte die IV-Stelle Solothurn

unter dem Titel «Nach der Krankheit – die Rückkehr

an den Arbeitsplatz» einen Abend gestalten.

Ich bedanke mich bei der JCI Solothurn und den Organisatoren

der Aktionstage Psychische Gesundheit und freue

mich auf die weitere Zusammenarbeit. Mein Dank gilt auch

allen Vertreterinnen und Vertretern der verschiedenen Organisationen

und Institutionen, die sich gemeinsam mit

uns für die Interessen von Menschen mit gesundheitlichen

Einschränkungen einsetzen, den anderen Sozialversicherern

sowie den Ärztinnen und Ärzten für die konstruktive

Zusammenarbeit.

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C

IVG-Revision 6a und 6b

Das gute Zusammenspiel aller Akteure für eine erfolgreiche

Integration von Menschen mit gesundheitlichen

Einschränkungen wird auch in Zukunft von grosser Bedeutung

sein. Das erste Massnahmenpaket der 6. IVG-Revision,

welches im Frühjahr 2011 vom Parlament beschlossen wurde,

umfasst verschiedene Massnahmen zur finanziellen

Konsolidierung der Invalidenversicherung, sodass sich das

jährliche Defizit, welches von 2011 bis 2017 durch eine befristete

Mehrwertsteuererhöhung gedeckt wird, halbiert.

Im Mittelpunkt stehen dabei die eingliederungsorientierte

Rentenrevision, ein neuer Finanzierungsmechanismus,

welcher die Kostenwahrheit im Finanzhaushalt der IV widerspiegelt,

sowie mehr Wettbewerb bei den Hilfsmitteln.

Zusätzlich wird ein Assistenzbeitrag eingeführt.

Das zweite Massnahmenpaket, zu welchem die Vernehmlassung

im Herbst 2010 abgeschlossen wurde, sieht ein

neues Rentensystem vor. Durch ein stufenloses Rentensystem

soll die paradoxe Situation abgeschafft werden,

dass Rentnerinnen und Rentner, die eine Erwerbstätigkeit

aufnehmen oder ihren Beschäftigungsgrad erhöhen, heute

finanziell benachteiligt sind. Ausserdem werden die mit

der 5. IVG-Revision eingeführten Instrumente optimiert

und weiterentwickelt und neue Massnahmen, die auf Prävention

von Invalidität abzielen, eingeführt. Weitere Änderungen

betreffen die Regelungen bezüglich Rentnerinnen

und Rentner mit Kindern, die Reisekosten sowie die IV-

Anlehren und die Beiträge an Organisationen der privaten

Behindertenhilfe.

Es ist offensichtlich, dass die Sanierung der Invalidenversicherung

alle fordert : die Wirtschaft, die Vollzugsorgane, die

Betroffenen – ja die ganze Gesellschaft. Die IV-Stelle Solothurn

bereitet sich seit Jahren auf diese Herausforderung

vor und wird weiter an der optimalen Vernetzung der Akteure

arbeiten.

Ich danke allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern herzlich

für ihren Einsatz im Dienste unserer Versicherung. Den Verantwortlichen

des Bundesamtes für Sozialversicherungen

und dem Verwaltungsrat des Kantons danke ich für das

Vertrauen und die Unterstützung.

Martin Gabl, Geschäftsleiter

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hancengleichheit


50 Jahre Invalidenversicherung :

( K)ein Grund zu feiern

Seit 1960 eine Eingliederungsversicherung

Der Gedanke der Wiedereingliederung von Menschen mit

gesundheitlichen Einschränkungen in das Erwerbsleben

steht seit den Anfängen der Invalidenversicherung im Jahre

1960 im Vordergrund. Ein Streifzug durch die Berichterstattung

der NZZ zeigt die bewegte Geschichte der Invalidenversicherung

(Auszug aus der Wanderausstellung der

IV-Stellen-Konferenz IVSK).

1959 | Eingliederung Behinderter in die Volkswirtschaft

• Das Hauptgeschäft dieser ausserordentlichen Session

bildet die Schaffung eines Bundesgesetzes über

die Invalidenversicherung.

• Die Eidgenössische Invalidenversicherung übernimmt

die Eingliederung Invalider in das Erwerbsleben

in vollem Umfang.

• Besonders erfreulich ist es, dass der Gedanke der

Wiedereingliederung so sehr in den Vordergrund gerückt

worden ist …

• Der Wille, aus eigener Kraft so weit wie möglich für

sich und die Seinen zu sorgen, darf durch sozialpolitische

Einrichtungen nicht gelähmt werden.

1960 | Die Invalidenversicherung wird Teil der obligatorischen

Sozialversicherungen

• Am 1. Januar 1960 tritt das Bundesgesetz über die Invalidenversicherung

IV in Kraft. Es wurden 25 kantonale

IV-Kommissionen geschaffen und zehn über die

ganze Schweiz verteilte IV-Regionalstellen errichtet.

1968 | Eingliederung vor Rente

• Zurzeit stehen in den Eingliederungsstätten über

vierzig behinderte Schülerinnen und Schüler in der

beruflichen Ausbildung. Sie werden später in das Erwerbsleben

eingegliedert. Die Erfüllung dieser Aufgabe

wird durch die Eidgenössische Invalidenversicherung

ermöglicht.

1987 | Grosszügiges IV-Rentensystem

• Mit 6.2 Prozent höheren Einnahmen und 5 Prozent

höheren Ausgaben konnte die IV positiv abschliessen.

Dies wurde möglich, weil die Beiträge von Versicherten

und Arbeitgebern von 1.0 auf 1.2 Prozent

erhöht worden sind.

1988 | Psychische Krankheiten sind häufigster Invaliditätsgrund

• In der Schweiz beziehen über 120 000 Personen eine

IV-Rente. Das sind 2.9 Prozent der aktiven Wohnbevölkerung.

• Der Vergleich der Statistiken von 1982 und 1987 zeigt,

dass die psychischen Krankheiten deutlich häufiger

geworden sind. Sie nahmen in diesen fünf Jahren

um 39.1 Prozent zu. Mit 29 Prozent liegen sie an der

Spitze der invalidisierenden Krankheiten. Abgenommen

haben hingegen die Infektionskrankheiten und

die Krankheiten der Atmungsorganes.

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1992 | Sozialwerke erneut vor hohem Überschuss

• Rückläufig waren die Zahlen der eingereichten Dossiers

im Bereich der Invalidenversicherung.

2004 | Immer mehr Bezüger von IV-Leistungen – Die Wiedereingliederung

in den Arbeitsprozess ist schwieriger

geworden

• Rund 7.6 Prozent der versicherten Bevölkerung,

465 000 Personen, profitierten im letzten Jahr von

Leistungen der Invalidenversicherung. Damit hat sich

die Zahl der IV-Rentner und IV-Rentnerinnen seit 1992

um 50 Prozent erhöht. Die Aufwendungen der IV haben

sich von 1970 bis 2002 um das 16-fache erhöht.

• Die steigende Zahl an IV-Rentnern ist alarmierend.

Verschiedene Effekte führen zu diesem Anstieg : In

den Betrieben bleibt zunehmend weniger Raum

für schwächere Mitarbeiter. Arbeitnehmer mit Beschwerden

werden nur noch mit äusserster Zurückhaltung

eingestellt. Auch warnen Personalchefs und

Pensionskassenverwalter davor, «schlechte Risiken»

neu einzustellen.

• Der Weg vom IV-Rentenbezüger zurück in den Arbeitsprozess

ist äusserst selten. Die IV schliesst ihn

nicht aus. Viel Aufwand, ihn zu begehen, wird aber

nicht betrieben.

• In der Invalidenversicherung gilt der Grundsatz

«Wiedereingliederung vor Rente». Dieser funktioniert

aber immer weniger.

• Gefordert ist die Rückkehr zu nachbarschaftlicher Hilfe,

Freiwilligenarbeit und menschlicher Solidarität.

2007 | Eingliederung vor Rente

• Die 5. IVG-Revision ist ein Schritt zur Besserung. Es werden

dringend notwendige Korrekturen angegangen.

• Die frühere Erfassung kann verhindern, dass Menschen

überhaupt erst ihre Arbeit verlieren.

• Spezielle Integrationsmassnahmen sollen psychisch

Kranken helfen, wieder in der Arbeitswelt Fuss zu

fassen.

Eine Eingliederungsversicherung mit Zukunft

2009 setzten die Schweizer Stimmberechtigten ein deutliches

Zeichen, als sie sich für die befristete Erhöhung der

Mehrwertsteuer zugunsten der Invalidenversicherung

aussprachen. Auch wenn das Resultat knapp ausfiel, zeigt

es die grosse Bedeutung der Invalidenversicherung als Teil

des schweizerischen Systems der Sozialen Sicherheit. Mit

ihrer Zustimmung gab die Schweizer Bevölkerung aber

auch den klaren Auftrag, eine langfristige Lösung für die Invalidenversicherung

anzustreben: Dieses Sozialwerk muss

fortbestehen.

Die hängige 6. IVG-Revision ist ein weiterer, bedeutender

Schritt auf diesem Weg. Ziel ist es, rund

16 000 Rentnerinnen und Rentner zurück ins Erwerbsleben

zu begleiten. Eine grosse Herausforderung für die Betroffenen,

ihre Angehörigen, die Wirtschaft und die Invalidenversicherung

– ja für die ganze Gesellschaft.

2010 feierten die IV-Stellen der Schweiz das 50-Jahr-Jubiläum

der Invalidenversicherung. Von Februar bis November

wurde in 18 Kantonen und an 29 verschiedenen Standorten

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eine Wanderausstellung über die Invalidenversicherung

gezeigt. Die Ausstellung diente als Plattform, um mit der

Bevölkerung ins Gespräch zu kommen.

Bewegende Geschichten an der Herbstmesse Solothurn

Die IV-Stelle Solothurn präsentierte vom 24. September

bis 4. Oktober 2010 die Wanderausstellung an der Herbstmesse

Solothurn HESO. In zahlreichen Gesprächen mit Besucherinnen

und Besuchern konnten die Mitarbeitenden

über die Tätigkeiten der Invalidenversicherung informieren

und dadurch Unsicherheiten, Ängste, Vorurteile und Tabus

abbauen.

Zudem empfing die IV-Stelle Solothurn Gäste zu folgenden

Themen:

• Mit allen Sinnen die Welt entdecken

Solothurnische Beratungsstelle für Sehbehinderte

www.sehen-so.ch

Heilpädagogische Früherziehung für sehbehinderte

Kinder AG/SO

www.stiftungnetz.ch

• Leben heisst atmen

Lungenliga Solothurn

www.lung.ch

• Die Arbeit gestalten mit dem Menschen im Mittelpunkt

AEH Zentrum für Arbeitsmedizin, Ergonomie und Hygiene

www.aeh.ch

• Zurück ins Erwerbsleben, zurück ins Leben

Heinz Frei, Spitzensportler, Handbike

www.spv.ch

Nathalie Schneitter, Spitzensportlerin, Bike

www.nathalieschneitter.ch

Renate Telser, Spitzensportlerin, Bike

• Kleine Hilfen, grosse Wirkung

SAHB Oensingen, das Kompetenzzentrum für Hilfsmittelfragen

www.sahb.ch

• Im Anderssein liegt die Vielfalt der Menschen

Solodaris – Psychisch behinderte Menschen wohnen,

arbeiten, leben

www.solodaris.ch

• Miss Handicap 2009 meets Mister Schweiz 2010

Corinne Parrat, Miss Handicap 2009

www.misshandicap.ch

Jan Bühlmann, Mister Schweiz 2010

Für Unterhaltung sorgten folgende Anlässe ausserhalb der

Wanderausstellung :

Solothurn erlauschen und begreifen

Eine Stadtführung mit Dunkelbrille, geleitet von Urs

Kaiser, Dunkelsichtprofi, und Max Wild, Stadtführer.

• COMEDYexpress : VollgasCo.

Feinfühliger und ausdruckstarker Theaterspass der

Bildungsstätte Sommeri, ein Projekt zur Förderung der

Integration von Menschen mit geistiger Behinderung.

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• The Crazy Rockers feat. Fernando von Arb (Krokus), Phipu

Gerber and JC Wirth (both Hardcore Blues-Band)

Nadine (vocal), Merjeta (vocal), Martin (vocal), Stephan

(drums) und Edi (keyboard) fordern Rocker heraus. Die

Crazy Rockers haben ihren Ursprung in den Wohn- und

Schulungsheimen Rossfeld Bern, eine Institution für

körperlich behinderte Menschen.

Eine einzigartige Erfahrung

Die IV-Stelle Solothurn nutzte das Jubiläum, um der Invalidenversicherung

ein Gesicht zu geben. Besucherinnen und

Besucher sprachen offen über ihre persönlichen Schicksale.

Viele von ihnen waren wegen der aktuellen politischen Situation

verunsichert. In Gesprächen konnten die Mitarbeitenden

auf deren existenzielle Ängste eingehen und Unsicherheiten

abfedern. Dennoch blieb eine gewisse Skepsis:

Gibt es überhaupt so viele Arbeitgeber, die bereit sind, jemanden

mit gesundheitlichen Problemen anzustellen?

Erstaunen vermochte die Unwissenheit vieler. Nach wie

vor wurde die Invalidenversicherung hauptsächlich mit

Rentenleistungen in Verbindung gebracht. Über die vielfältigen

Angebote zur beruflichen Wiedereingliederung

wussten wenige Bescheid. Damit verbunden waren viele

Vorurteile und nicht zuletzt deshalb interessierten sich die

Besucherinnen und Besucher für den Versicherungsmissbrauch.

Diese Erfahrungen zeigen, dass die IV-Stelle Solothurn noch

einiges an Informationsarbeit zu leisten hat. Die Präsenz

an der Herbstmesse Solothurn und die damit verbundene

Medienarbeit war ein wichtiger Schritt in diese Richtung.

In diesem Sinne war das 50-Jahr-Jubiläum ein guter Grund

zu feiern.

« Die spontane Zusage von Fernando von Arb, Phipu Gerber,

JC Wirth und der Band aus dem Rossfeld hat mich besonders

gefreut. Von Anfang an waren alle Feuer und Flamme für das

Projekt und mit Herz dabei. Die Begeisterung bei der Band

und beim Publikum war riesig. Musik überwindet Hindernisse

und Vorurteile !»

Andreas Schranz

« Ich war beeindruckt von der Offenheit und Natürlichkeit

der Kandidatinnen der Miss Handicap Wahlen 2010: Sie gehen

auf die Leute zu und sprechen mit ihnen über ihre Einschränkungen

und auch wie sie damit umgehen. Die meisten

von ihnen sind voll im Erwerbsleben integriert und üben anspruchsvolle

Berufe wie Anwältin, Kauffrau oder Eventmanagerin

aus. Diese Frauen setzen Zeichen für mehr Integration

von Menschen mit einem Handicap in unserer Gesellschaft.

Sie sind Botschafterinnen für andere Menschen mit einer Behinderung

und machen Mut. »

Doris Spielmann

« Als ich mich spontan für die Betreuung der Schauspieler des

COMEDYexpress gemeldet hatte, wusste ich nicht, was mich

erwarten würde. Ich war sehr gespannt über die Ankunft und

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auch ein bisschen aufgeregt. Schon bei der Begrüssung kam

aber so viel Freude und Wärme entgegen: offene Arme und

ein Drücken voller Herzlichkeit. Das Theaterstück selbst war

zum Staunen, Lachen - einfach unvergesslich. Für mich war

dieser Tag ein Geschenk. »

Karin Mischler

« Da ich die Hardcore-Bluesband schon seit Jahren kenne und

schon einige Konzerte von ihnen – auch mit Special Guest

Fernando von Arb, gesehen hatte, wusste ich, dass das Konzert

ein tolles Projekt würde. Trotzdem war ich gespannt, wie

diese Combo daherkommt. Ich war positiv überrascht, mit

welcher Freude und Hingabe alle dabei waren : Der Drummer

war absolut sec und lieferte einen soliden Groove – dank

einer selbst entwickelten Lösung konnte er die Paukenschläge

mit der Zunge erzeugen! Der Keyboarder verpasste den

Songs die richtige Atmosphäre und setzte seine virtuosen

Fähigkeiten gekonnt in Szene. Die Sängerinnen und Sänger

gaben mit voller Hingabe ihr Bestes, insbesondere bei Martin

konnte man spüren, dass jedes Wort aus tiefstem Herzen

kam und das Publikum berührte. Last but not least war das

Konzert auch dank des guten Tontechnikers ein musikalischer

Leckerbissen. »

Andy Mühlheim (Musiker)

«Freude an Spiel und Spass ermöglichte die Solothurnische

Beratungsstelle für Sehbehinderte und die heilpädagogische

Früherziehung für sehbehinderte Kinder: Am Stand leuchtete

und blinkte es, kein Kind konnte daran vorbeilaufen. Die Kinder

spielten mit der Murmelbahn, Sehbrillen mit Vergrösserung

konnten aufgesetzt werden, Mütter und Väter redeten

mit den Standbetreuern – reger ungezwungener Austausch

fand statt. Ein buntes Treiben, belebt im Gespräch, im Spiel,

Integration pur dank der Spontaneität der Kinder.»

Julia Heinzmann

«‹Behind the scenes› lief nicht immer alles wie geplant, Flexibilität

war gefragt. Dank dem überdurchschnittlichen Einsatz

der zuständigen Arbeitsgruppe und der Mitarbeitenden

war der Auftritt an der Heso insgesamt aber ein grosser Erfolg

und ein unvergessliches Erlebnis.»

Monika Tschumi

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EINGLIEDERUNG


Eingliederungsorientierte Fallarbeit der IV-Stelle Solothurn

Früherfassung

Rentenprüfung

Invalidenversicherung

nicht zuständig;

Vermittlung an

entsprechende

Stelle

Prüfung versicherungsmässige Voraussetzungen

Anmeldung aufgrund der oder ohne

Früherfassung

Assessment/

Eingliederungsplan

Frühinterventionsmassnahmen

Grundsatzentscheid

6 Monate

Berufliche

Massnahmen

Invalidenversicherung

nicht zuständig;

Vermittlung an

entsprechende

Stelle

Integrationsmassnahmen

Erfolgreiche

Eingliederung

Erfolglose oder nur teilweise

erreichte Eingliederung

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Kennzahlen

Früherfassung – Meldung

Ziel der Früherfassung ist, frühzeitig mit Arbeitnehmenden

mit gesundheitlichen Problemen in Kontakt zu treten und

so deren Ausscheiden aus dem Erwerbsleben zu verhindern.

Sie richtet sich an Arbeitnehmende, die während

mindestens 30 Tagen ununterbrochen arbeitsunfähig waren

oder innerhalb eines Jahres wiederholt während kürzerer

Zeit aus gesundheitlichen Gründen von der Arbeit

abwesend waren.

Meldeberechtigt sind

• die betroffene Person selbst

• im gleichen Haushalt lebende Familienangehörige

• Arbeitgeber

• behandelnde Ärzte und Ärztinnen sowie Chiropraktoren

• Krankentaggeldversicherer

• Unfallversicherer

• Einrichtungen der beruflichen Vorsorge

• Arbeitslosenversicherung

• Sozialhilfeorgane

• Militärversicherung

2010 wurden insgesamt 475 Personen bei der IV-Stelle

Solothurn gemeldet. Damit bewegt sich die Zahl der Meldungen

im gleichen Rahmen wie im Vorjahr. Während

der Anteil der Meldungen durch die Krankentaggeldversicherer

um 7 Prozent auf 19 Prozent stieg, sank jener durch

die Ärzteschaft von 16 Prozent auf 12 Prozent. Der Anteil der

übrigen Meldeberechtigten änderte sich, wenn überhaupt,

nur geringfügig. Durch die Militärversicherung wurden wie

2008 und 2009 keine Meldungen gemacht.

Meldung nach Meldeberechtigung 2008 – 2010

2008 2009 2010

Betroffene Person 109 176 170

Im selben Haushalt lebende Angehörige 4 7 14

Arbeitgeber 108 96 96

Ärztinnen und Chiropraktoren 66 77 57

Krankentaggeldversicherer 29 57 91

Unfallversicherer 10 13 7

Einrichtungen der beruflichen Vorsorge 6 6 4

Arbeitslosenversicherung 5 5 8

Sozialhilfeorgane 41 34 28

Militärversicherung 0 0 0

Total 378 471 475

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Meldung nach Meldeberechtigung 2008– 2010, prozentual

Betroffene Person

Im selben Haushalt lebende Angehörige

Arbeitgeber

Ärztinnen und Chiropraktoren

Krankentaggeldversicherer

Unfallversicherer

Einrichtungen der beruflichen Vorsorge

Arbeitslosenversicherung

Sozialhilfeorgane

2008 2009 2010 0% 5% 10% 15% 20% 25% 30% 35% 40%

Die Invalidenversicherung ist für 50 Prozent der Meldungen

nicht zuständig. In diesen Fällen vermittelt die IV-Stelle Solothurn

die betroffenen Menschen an die entsprechende

Stelle (Regionale Arbeitsvermittlung, Sozialhilfe und die

Case-Management-Stelle), oder aber der bisherige Arbeitsplatz

konnte erhalten werden.

Frühintervention

Erst mit der Anmeldung kann die Invalidenversicherung im

Rahmen der Frühintervention aktiv werden. Im Mittelpunkt

der Frühintervention steht die berufliche Eingliederung

durch Berufsberatung und Stellenvermittlung. Ziel ist es,

den bestehenden Arbeitsplatz zu erhalten oder die betroffene

Person an einem neuen Arbeitsplatz innerhalb oder

ausserhalb des bisherigen Betriebes einzugliedern. In dieser

Zeit kann die Invalidenversicherung unkompliziert und

zielgerichtet Massnahmen anordnen, während die versicherungsmässigen

Voraussetzungen für den Anspruch auf

Leistungen geprüft werden. So wird wertvolle Zeit gespart.

Die IV-Stelle Solothurn verzeichnete 2010 1498 Anmeldungen,

59 weniger als im Vorjahr. Davon erfolgten 242 aufgrund

der Früherfassung, die übrigen direkt ohne vorgängiges

Gespräch im Rahmen der Früherfassung. Ingesamt

wurden 1031 Fälle der beruflichen Eingliederung zugeteilt.

In 361 Fällen bestand keine Aussicht auf eine erfolgreiche

Eingliederung, sodass der Anspruch auf eine Rente direkt

geprüft wurde. Die Triage in die berufliche Eingliederung

nahm gegenüber dem Vorjahr um 12.8 Prozent zu.

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Triage Früherfassung/Frühintervention 2008 – 2010

2008 2009 2010

Rentenprüfung direkt/Abweisung direkt 408 510 361

Berufliche Eingliederung: Berufsberatung 306 326 457

Berufliche Eingliederung: Stellenvermittlung 635 588 574

IV nicht zuständig 110 133 106

Total 1459 1557 1498

Triage Früherfassung/ Frühintervention 2008 – 2010, prozentual

Rentenprüfung direkt /

Abweisung direkt

Berufliche Eingliederung:

Berufsberatung

Berufliche Eingliederung:

Stellenvermittlung

IV nicht zuständig

2008

2009

2010

0% 5% 10% 15% 20% 25% 30% 35% 40% 45% 50%

Zusätzlich zu den Dienstleistungen der Stellenvermittlung

und der Berufsberatung der IV-Stelle Solothurn können weitere

Massnahmen im Rahmen der Frühintervention eingekauft

werden.

Darunter fallen

• Ausbildungskurse für eine Umplatzierung oder als Vorkurs

für eine längere Umschulung

• Arbeitsvermittlung

• Berufsberatung

• Anpassung des Arbeitsplatzes

• Massnahmen zur sozialberuflichen Rehabilitation für die

Gewöhnung an den Arbeitsprozess, die Förderung der Arbeitsmotivation,

die Stabilisierung der Persönlichkeit und

die Einübung sozialer Grundfähigkeiten

• Beschäftigungsmassnahmen zur Aufrechterhaltung

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Massnahmen der Frühintervention 2008 – 2010, prozentual

Sozialberufliche Rehabilitation

Externe Arbeitsvermittlung

Ausbildungskurse

Externe Berufsberatung

Anpassungen des Arbeitsplatzes

Beschäftigungsmassnahmen

2008

2009

2010

0% 10% 20% 30% 40% 50% 60% 70% 80%

einer Tagesstruktur für die Zeit bis zum Beginn einer beruflichen

Massnahme oder zum Stellenantritt

Die IV-Stelle Solothurn sprach 2010 insgesamt 1010 solcher

Massnahmen zu, 54.5 Prozent mehr als im Vorjahr

(652 Massnahmen). Wie in den vergangenen Jahren entfällt

der grösste Zuwachs auf die Massnahmen zur sozialberuflichen

Rehabilitation. 2010 lag ihr Anteil bei 80 Prozent.

Diese Massnahmen werden aufgrund ihrer Wirkung vor

allem bei Menschen mit psychischen Behinderungen, bei

denen die Eingliederung mehr Zeit erfordert, eingesetzt.

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Grundsatzentscheide 2009 und 2010

2009 2010

Erfolgreiche Eingliederung nach Frühintervention/

Invalidenversicherung nicht zuständig

365 465

Eingliederung 494 452

Rentenprüfung 252 204

Total 1111 1121

Erfolgreiche Eingliederung nach

Frühintervention/IV-Stelle nicht zuständig

Eingliederung

Grundsatzentscheide 2009 und 2010, prozentual

Rentenprüfung

2009

2010

0% 5% 10% 15% 20% 25% 30% 35% 40% 45% 50%

Grundsatzentscheide nach der Frühinterventionsphase

Die Frühintervention endet in den meisten Fällen nach

sechs Monaten mit

• einer Verfügung über die Durchführung von Eingliederungsmassnahmen

(Integrationsmassnahmen und beruflichen

Massnahmen wie Berufsberatung, erstmalige

berufliche Ausbildung, Umschulung, Arbeitsvermittlung

oder Kapitalhilfe) ;

• einer Mitteilung, dass keine Massnahmen mit Aussicht

auf Erfolg durchgeführt werden können und der Anspruch

auf eine Rente geprüft wird, oder

• einer Verfügung, dass weder Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen

noch auf eine Rente besteht.

Die IV-Stelle Solothurn fällte 2010 1121 sogenannte Grundsatzentscheide

nach der Frühinterventionsphase. Damit

bewegt sie sich im gleichen Rahmen wie im Vorjahr. In

452 Fällen (40 Prozent) sprach sie berufliche Massnahmen

oder Integrationsmassnahmen zur Vorbereitung auf berufliche

Massnahmen zu. 465 Fälle (42 Prozent) konnte sie abschliessen,

da die betroffenen Personen dank der Frühintervention

erfolgreich eingegliedert werden konnten oder sich

herausstellte, dass die Invalidenversicherung nicht zuständig

war. Bei letzterem vermittelte die IV-Stelle Solothurn die Betroffenen

an die entsprechende Stelle (Regionale Arbeitsvermittlung,

Sozialhilfe oder Case-Management-Stelle). In

204 Fällen (18 Prozent) wurde die Rentenprüfung eingeleitet.

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Integrationsmassnahmen

Eine betroffene Person, die nach der Frühintervention auf

weitere Massnahmen zur Vorbereitung auf berufliche

Massnahmen angewiesen ist, hat Anspruch auf sogenannte

Integrationsmassnahmen. Voraussetzung für die Teilnahme

an Integrationsmassnahmen ist, dass die betroffene

Person während sechs Monaten zu mindestens 50 Prozent

arbeitsunfähig war. Während dieser Zeit wird – im Gegensatz

zur Frühinterventionsphase – ein Taggeld entrichtet.

Integrationsmassnahmen 2008 – 2010

2008 2009 2010

Aufbautraining 71 197 253

Belastbarkeitstraining 58 107 102

Arbeit als Zeitüberbrückung 12 14 15

Beitrag an Arbeitgeber bei Weiterbeschäftigung im Betrieb 5 5 17

Wirtschaftsnahe Integration und Support am Arbeitsplatz 4 21 12

Beitrag an Supportorganisationen bei Weiterbeschäftigung im Betrieb 1 1 0

Total 151 345 399

Aufbautraining

Belastbarkeitstraining

Arbeit als Zeitüberbrückung

Beitrag an Arbeitgeber bei

Weiterbeschäftigung im Betrieb

Wirtschaftsnahe Integration und

Support am Arbeitsplatz

Beitrag an Supportorganisationen bei

Weiterbeschäftigung im Betrieb

Integrationsmassnahmen 2008 – 2010, prozentual

2008

2009

2010

0% 10% 20% 30% 40% 50% 60% 70% 80%

20

20


Zu den Integrationsmassnahmen gehören

• Aufbautraining

• Belastbarkeitstraining

• Arbeit als Zeitüberbrückung

• Beitrag an Arbeitgeber bei Weiterbeschäftigung im Betrieb

• Wirtschaftsnahe Integration und Support am Arbeitsplatz

(WISA)

• Beitrag an Supportorganisationen bei Weiterbeschäftigung

im Betrieb

2010 führte die IV-Stelle Solothurn 399 Integrationsmassnahmen

durch, 15.5 Prozent mehr als im Vorjahr. Aufbautrainings

und Belastbarkeitstrainings gehörten zu den meistergriffenen

Massnahmen.

Eingliederungserfolg

Die IV-Stelle Solothurn schloss 2010 1181 Fälle ab. Der Eingliederungserfolg

lag mit 47.8 Prozent 2.3 Prozent unter

jenem des Vorjahres. 524 Betroffene konnten durch den Arbeitsplatzerhalt,

durch eine Umplatzierung oder durch eine

Stellenvermittlung im ersten Arbeitsmarkt eingegliedert

werden. 41 Personen fanden in geschütztem Rahmen eine

Tätigkeit (zweiter Arbeitsmarkt). Bei der Eingliederung in

den ersten Arbeitsmarkt liegt die IV-Stelle Solothurn und 70

Prozent über dem schweizerischen Durchschnitt.

Eingliederungserfolg 2009 und 2010

2009 2010

Abschlüsse 1096 1181

Erfolgreiche Abschlüsse 548 565

Erster Arbeitsmarkt 504 524

Zweiter Arbeitsmarkt 44 41

Eingliederungserfolg 50.1 % 47.8 %

21


unterstützung


Renten

2010 wurden insgesamt 786 neue Renten zugesprochen.

Dies entspricht 630 gewichteten Renten. Während die

W-Renten im selben Bereich wie 2009 lagen, nahmen die

V-, X- und ganzen Renten zu. Diese Zunahme ist vor allem

bei den befristeten Renten zu verzeichnen. Die IV-Stelle Solothurn

sprach im vergangenen Jahr 106 solcher Renten zu.

Bis Redaktionsschluss waren für 2010 noch keine Angaben

zum Rentenbestand im Kanton Solothurn verfügbar. 2008

bezogen 8842 Personen eine Rente – 5.6 Prozent der versicherten

Bevölkerung (18 bis 64 bzw. 65 Jahre), während es

2009 8546 Rentnerinnen und Rentner waren (5.3 Prozent).

Dies bedeutet, dass 2009 weniger Renten gesprochen wurden

als Renten aufgehoben wurden, Rentnerinnen und

Rentner ins AHV-Alter gekommen oder verstorben sind.

Entwicklung der Neurenten 2006 – 2010

800

700

600

500

400

300

200

100

0

2006 2007 2008 2009 2010

W -Renten

X -Renten

V -Renten

ganze Renten

gewichtete Renten

Neurenten 2006 – 2010

2006 2007 2008 2009 2010

1/4-Renten 62 81 71 68 68

1/2-Renten 166 194 166 156 171

3/4-Renten 53 43 55 41 76

1/1-Renten 377 476 407 373 471

Ablehnungen 407 535 504 698 717

Total Rentenentscheide 1065 1329 1203 1336 1503

Gewichtete Renten 515.25 625.50 549.00 498.75 630.50

23


Rentenentscheide 2006 – 2010, prozentual

2006

2007

2008

2009

2010

positive Rentenentscheide

negative Rentenentscheide

0%

10% 20% 30% 40% 50% 60% 70% 80% 90% 100%

Rentenrevisionen

Die IV-Stelle Solothurn überprüft periodisch von Amtes wegen

oder auf Gesuch hin, ob Rentnerinnen und Rentner die

Voraussetzungen für eine Rente noch erfüllen. Auf Gesuch

hin steht meist eine Verschlechterung des Gesundheitszustands,

der Wunsch, wieder im Erwerbsleben Fuss zu fassen

oder eine veränderte wirtschaftliche Situation bzw. eine

Veränderung des Verdienstes im Raum.

Ob eine Rente von Amtes wegen überprüft wird, wird anhand

von Triagekriterien entschieden. Dabei werden alle

Lebensaspekte einbezogen, um das Potenzial für eine

Eingliederung ins Erwerbsleben einzuschätzen : die klassischen

versicherungstechnischen Fragen wie Krankheitsbild,

Gesundheitszustand und Einkommen sowie soziale

Aspekte wie Alter, Familienverhältnisse und Status.

Die IV-Stelle Solothurn bewegte sich mit 1009 Rentenrevisionen

im gleichen Rahmen wie im Vorjahr. Während

49 Prozent der überprüften Renten unverändert blieben

und 17 Prozent erhöht wurden, wurden 14 Prozent reduziert

und 20 Prozent aufgehoben.

24


Rentenrevisionen 2006 – 2010

2006 2007 2008 2009 2010

Unverändert 1627 773 553 580 496

Reduktion 71 106 100 117 143

Erhöhung 147 158 142 151 172

Aufhebung 130 161 181 146 198

Total 1975 1198 976 994 1009

Rentenrevisionen 2006 – 2010, prozentual

Unverändert

Reduktion

Erhöhung

Aufhebung

0% 10% 20% 30% 40% 50% 60% 70% 80% 90% 100%

2006

2007

2008 2009 2010

Rechtsmittel

Die IV-Stelle Solothurn wies im Anhörungsverfahren bzw.

im Einspracheverfahren als erste Instanz 325 Einwände ab,

während sie in 193 Fällen die Einwände ganz gut oder teilweise

guthiess.

Das kantonale Verwaltungsgericht bestätigte 79 Verfügungen

der IV-Stelle Solothurn oder trat nicht auf die

Beschwerde ein, während es 22 Beschwerden ganz oder

teilweise guthiess. 41 Fälle wies es zurück, um weitere Abklärungen

vorzunehmen.

Das Bundesgericht entschied in 16 Fällen zugunsten und in

2 Fällen zuungunsten der IV-Stelle Solothurn, ein Fall wurde

zurückgewiesen.

25


Entscheide, Anhörungen und Einsprachen vor dem kantonalen Versicherungsgericht und dem Bundesgericht 2008 – 2010

2008 2009 2010

Anhörungen/

Einsprachen

KVG

BGer

Anhörungen/

Einsprachen

KVG

BGer

Anhörungen/

Einsprachen

KVG

BGer

Eingegangen 562 201 27 563 147 23 538 181 25

Abweisung/

Nichteintreten

Gutheissung/teilweise

Gutheissung

330 127 22 325 82 19 325 79 16

146 20 9 159 39 4 193 22 2

Rückweisung 0 92 3 0 48 2 0 41 1

Erfolgsquote Anhörungen und Einsprachen 2008 – 2010, prozentual

2008 | Anhörungen/Einsprachen

KVG

BGer

2009 | Anhörungen/Einsprachen

KVG

BGer

2010 | Anhörungen/Einsprachen

KVG

BGer

0% 10% 20% 30% 40% 50% 60% 70% 80% 90% 100%

Abweisung/Nichteintreten Gutheissung/teilweise Gutheissung Rückweisung

26


«Die IV-Stelle garantiert optimale

Koordination zwischen den Akteuren.»

Motivation


Die Invalidenversicherungs-Stelle

des Kantons Solothurn

Mitarbeitende

Ende 2010 teilten sich 98 Mitarbeitende insgesamt

Betriebsaufwand

Diagramm: Erfolgsquoten

Der Betriebsaufwand nahm 2010 insgesamt mit 7.5 Pro-

81.5 Stellen. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet dies einen zent im ähnlichen Ausmass wie im Vorjahr zu. Dies ist

Anstieg um 4 Mitarbeitende bzw. 2.30 Stellen. Der Bestand hauptsächlich auf den Personalzuwachs und die damit

des Regionalärztlichen Dienstes (RAD), administrativ der verbundenen Mehrkosten für Raum, allgemeine Ausgaben

für Büro und Gebühren zurückzuführen. Der übrige

IV-Stelle Bern unterstellt, erhöhte sich um 2 Mitarbeitende

auf 9, die sich 5.7 Stellen teilen (im Vorjahr 4.10 Stellen). Der Aufwand reduzierte sich um rund die Hälfte. Grund dafür

steigende personelle Mehrbedarf ist wie in den Vorjahren war einerseits die Beendigung eines externen Projektes zur

auf die Umsetzung der 5. IVG-Revision, aber auch auf die Arbeitsvermittlung. Andererseits veranlasste die IV-Stelle

Ausrichtung auf die kommende 6. IVG-Revision zurückzuführenkämpfung

des Versicherungsmissbrauchs. Das zuständige

Solothurn 2010 weniger Observationen im Rahmen der Be-

Zusätzlich kaufte die IV-Stelle Solothurn bei der Ausgleichskasse

Solothurn zwei Stellen für Dienstleistungen im Rech-

Instrumentarium seinen Auftrag erfüllen und leitete in we-

Team konnte in vielen Fällen bereits mit dem bestehenden

nungswesen, im Telefondienst und im Hauswartsdienst ein. niger Fällen eine Observation als letztes Mittel ein.

Betriebsaufwand 2006 – 2010

Betriebsaufwand in CHF 2006 2007 2008 2009 2010

Personalaufwand 6 120 577 7 572 873 8 670 321 9 171 776 9 877 047

Raumkosten 561 808 672 573 775 145 723 070 818 656

Allg. Büro, inkl. EDV 557 415 766 636 487 781 626 453 750 481

Gebühren 12 645 15 993 17 245 15 746 19 999

Entschädigung an AK SO 130 056 139 516 163 101 171 100 174 959

Übriger Aufwand 36 472 52 791 38 424 200 721 103 409

TOTAL 7 418 973 9 220 382 10 152 017 10 908 865 11 744 550

28


Verwaltungsrat

Die IV-Stelle Solothurn als kantonale, öffentlich-rechtliche

Anstalt und als Organisationseinheit einer nationalen Versicherung

untersteht sowohl der kantonalen Aufsicht als

auch dem Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV). Der

Verwaltungsrat ist für die Geschäftsführung, die Organisation

und die Geschäftsabläufe zuständig, während das

Bundesamt für Sozialversicherungen die fachliche, die administrative,

die organisatorische und die finanzielle Aufsicht

über die IV-Stelle ausübt.

Der Verwaltungsrat setzt sich wie folgt zusammen:

Esther Gassler, Schönenwerd

Regierungsrätin und Präsidentin

Heinz Oetliker, Bettlach

Vizepräsident

Silvio Bertini, Bettlach

Christina Meier, Walterswil

Annekäthi Schluep, Schnottwil

Mit beratender Stimme:

Stefan Ritler, Lommiswil

Geschäftsleiter IV-Stelle Solothurn

ab 1.6.2010

Martin Gabl, Derendingen

Geschäftsleiter IV-Stelle Solothurn

Felix Wegmüller, Derendingen

Geschäftsleiter Ausgleichskasse Solothurn

Aktuar Verwaltungsrat:

Kurt Hochstrasser, Oberbuchsiten

Stv. Geschäftsleiter Ausgleichskasse Solothurn

29


Impressum

Herausgeberin

Invalidenversicherungs-Stelle des Kantons Solothurn

Redaktion

Invalidenversicherungs-Stelle des Kantons Solothurn

Layout/Druck

IMPRESS Spiegel AG, Egerkingen

Fotos

Oliver Menge und Martin A. Bühler


IV-Stelle des Kantons Solothurn

Allmendweg 6

4528 Zuchwil

Telefon 032 686 24 00

Telefax 032 686 25 41

www . ivso . ch

Postadresse :

Postfach, 4501 Solothurn

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