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2 | 2010 IT Kundenmagazin

ISB aktuell

AEN –

Automotive Engineering Network | 03

ISB-ThemENSchwerpuNKT Umwelt/wASSEr/

VerKEhr am BEISpIEl der BundESANSTAlt

für wASSErBAu (BAW) | 06

ISB AG auf dem 2. BayerISchEN

AnwENderforum eGoVErnmENT 2010 | 09

dATENSchutz BEI der ISB AG und

im rAhmEN von SoftwareprojEKTEN | 10


02 | EDITORIAL

Liebe Leserinnen und Leser,

bedarfsspezifische Softwareentwicklung oder der Einsatz universeller Standardprodukte?

Welcher Einsatz empfiehlt sich für die Umsetzung einer effektiven

IT-Strategie?

Längst haben sich die früheren Extremstandpunkte „Wir setzen alles mit SAP um“ oder

„Für uns gibt es keine Standardsoftware. Wir realisieren ausschließlich Individualsoftware.“

überholt. Statt „make or buy“ heißt es heute „make and buy“. Dennoch bleibt

die Frage: Wofür verwende ich Standardsoftware und welche Prozesse sind sinnvoller

durch kundenspezifische Lösungen abzubilden?

Ralf Schneider

Vorstand

Querschnittsaufgaben, die nicht wettbewerbskritisch sind und auch nicht zum Kerngeschäft

gehören, können in aller Regel durch Standardsoftware von SAP oder einem

anderen ERP-Anbieter erledigt werden. Prozesse hingegen, die das Kerngeschäft betreffen,

müssen auch softwaretechnisch 1:1 umgesetzt werden, um zu gewährleisten, dass

Prozesse, die sich bewährt haben und entscheidende Vorteile gegenüber den Mitbewerbern

aufweisen, nicht einem bestehenden Softwarepaket anzupassen sind.

Die ISB AG unterstützt Sie dabei, genau diese Entscheidung zu treffen. Dazu nehmen

wir die Istprozesse auf, identifizieren Schwachstellen, erarbeiten Verbesserungspotenziale

und spezifizieren auf dieser Basis die neuen optimierten Sollprozesse. Im Rahmen

einer Auswahlberatung, welche im öffentlichen Bereich streng nach den Unterlagen

für die Ausschreibung und Bewertung von IT-Leistungen (UfAB) erfolgt, recherchieren

wir, ob eine geeignete Standardsoftware wie z. B. eine SAP-Lösung die Prozesse

abbildet oder ob eine neue Software zu realisieren ist.

Im ersten Fall bieten wir uns als Berater an, der dafür sorgt, dass Ihre Anforderungen

in der SAP-Standardsoftware korrekt abgebildet werden. Diesbezüglich möchte ich beispielsweise

auf unsere aktuelle Beratung der Evangelisch-Lutherischen Kirche Bayern

(siehe: ISB aktuell 1/2010) verweisen.

Im anderen Fall sind wir ebenfalls in der Lage, die gewünschte Software gemäß Ihren

Anforderungen zu realisieren und dabei sicherzustellen, dass sie komplett in Ihre SAP-

Anwendungslandschaft integriert wird. Die Integration beschränkt sich dabei keineswegs

auf einen Datenaustausch, sie steht vielmehr für eine echte Prozessintegration,

die selbstverständlich auch releasefähig ist, sodass selbst bei neuen SAP-Releases keine

Anpassungen an die Individualsoftware erforderlich sind.

Damit stellen wir keinen Wettbewerb zu SAP dar, sondern bieten eine optimale Ergänzung.

Wir garantieren, dass Ihre SAP-Anwendungslandschaft Ihre Prozesse optimal

unterstützt, indem wir die richtigen SAP-Module auswählen und/oder Individualsoftware

effizient und effektiv integrieren.

In der heutigen Ausgabe unserer Firmenzeitung möchten wir Ihnen über unsere Umsetzung

der Datenschutznovelle, unsere Aktivitäten bei der Bundesanstalt für Wasserbau,

das Bayerische eGovernment-Forum und über unser Engagement im Automotive

Engineering Network berichten.

Ich wünsche Ihnen viel SpaSS beim Lesen.

Ralf Schneider

Vorstand


Titelthema | 03

AEN – Automotive Engineering Network

Das Netzwerk für Automobilzulieferer, -ausrüster und -dienstleister

aus dem Südwesten Deutschlands

Kaum ein Wirtschaftsbereich ist derzeit so gravierenden Veränderungen unterworfen wie der Automobilsektor. Neue Wettbewerber,

neue Märkte und neue Technologien verlangen das Eingehen auf ganz neue Herausforderungen, und das nicht nur für die Automobilhersteller,

sondern auch für deren Zulieferer, Ausrüster und Dienstleister. Alle Marktteilnehmer müssen sich massiven Veränderungen

in der Wertschöpfungskette stellen und sich den neuen Gegebenheiten des Marktes anpassen. Die immer kürzer werdenden Innovations-

und Produktzyklen sowie die auf breiter Front sinkende Fertigungstiefe der Automobilhersteller führen dazu, dass die Zulieferer

immer mehr vom einfachen Teilezulieferer zum System- und sogar Entwicklungspartner werden. Gerade deshalb ist es heutzutage

wichtig, in branchenspezifischen Netzwerken vertreten zu sein, um von diesem Trend partizipieren zu können.

Im Südwesten Deutschlands sind viele

Werke bedeutender Automobilhersteller

ansässig. In Rastatt werden die Mercedes

A- und B-Klasse produziert, in Wörth

steht Europas größtes Daimler-Werk mit

mehr als 8.500 Beschäftigten, in Mannheim

entstehen Busse von Mercedes, in

Germersheim befindet sich das zentrale

Daimler-Logistikzentrum, Audi produziert

in Neckarsulm, der weltgrößte Automobilzulieferer

Bosch hat sein internationales

Logistikzentrum in Karlsruhe und sowohl

Michelin als auch Goodyear produzieren

ebenfalls im Südwesten Deutschlands.

So ist die logische Konsequenz, dass hier

in der Region auch zahlreiche Zulieferer

und Ausrüster der Automobilindustrie mit

Sitz, Produktion und Entwicklung zu Hause

sind. Deren Struktur präsentiert sich

allerdings außerordentlich heterogen und

reicht vom international agierenden Konzern

wie der Robert Bosch GmbH bis zum

kleinen, aber hochinnovativen Entwicklungsbüro

mit nur wenigen Mitarbeitern.

Aus zahlreichen Gesprächen der Wirtschaftsförderung

Karlsruhe mit verschiedensten

Unternehmern wurde deutlich,

dass ein Netzwerk für Automobilzulieferer

und -ausrüster den Unternehmen aus der

Region nützen würde, den Herausforderungen

des Marktes besser begegnen zu

können. Deshalb wurde auf Initiative der

Wirtschaftsförderung Karlsruhe und von

Vertretern aus 42 Unternehmen und Forschungseinrichtungen

das Automotive

Engineering Network Südwest, kurz

AEN, gegründet.

AEN ist ein Netzwerk, das Unternehmen,

Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen

mit Produkten oder Dienstleistungen


04 | Titelthema

entlang der automotiven Wertschöpfungskette

zusammenbringt. Ein Beispiel, das

landesweit auch in anderen Branchen

Schule machen könnte. Ziele des AEN sind,

neben effizienterer Kommunikation und

erhöhter Transparenz unter Automotivedienstleistern

auch Zulieferern, Ausrüstern

sowie Ingenieur- und IT-Dienstleistern

eine Plattform zu bieten, sich besser

zu präsentieren, Partner und Lieferanten

zu finden wie auch den Wissenstransfer

von den Forschungseinrichtungen der Region,

von denen es zahlreiche, hoch anerkannte

Einrichtungen vor Ort gibt, zu den

Unternehmen auszubauen.

Weitere Ziele des AEN umfassen:

• Initiierung von Kooperationsprojekten

• Unterstützung bei der Suche nach

Kooperationspartnern, auch

länderübergreifend

• Unterstützung bei Bündelung von

gemeinsamen Marketingaktionen,

z. B. Messeauftritten

• Durchführung von regelmäßigen

Veranstaltungen zur Information über

aktuelle Themen und zum Knüpfen

neuer Kontakte

• Anbahnung von Entwicklungspartnerschaften

• Vermittlung von Vertriebspartner -

schaften

• Unterstützung beim Eruieren von

Produktions- und Systempartnerschaften

• Unterstützung bei der Suche nach

qualifiziertem Personal, Ausbildungsplätzen

und Praktika

Die Wirtschaftsförderung Karlsruhe ist als

Mitinitiator des AEN natürlich auch daran

interessiert, Arbeitsplätze bei Automobilzulieferern

in der Region zu sichern.

Sie soll dabei helfen, Unternehmen, Forschungs-

und Entwicklungseinrichtungen

zu sinnvollen Kooperationen zusammenzubringen.

Längerfristig sollen auch kleinere

Unternehmen durch das Netzwerk

die Chance bekommen, beispielsweise von

großen OEM ernster genommen und bei

einer Auftragsvergabe berücksichtigt zu

werden.

Die Mitgliederliste des AEN reicht vom

reinen Teilefertiger über Anbieter von

LCD-Displays, Telemetrie, Mess- und Steuertechnik

sowie Beratungs-, IT- und Logistikunternehmen

bis hin zu Forschungsinstituten.

Bei dieser Heterogenität ist es

natürlich schwer, die Erwartungen aller

Mitglieder gleichermaßen unter einen Hut

zu bekommen. Tatsächlich ähneln sich

die Erwartungen der unterschiedlichen

Mitglieder jedoch in vielen Bereichen. Sie

alle versprechen sich durch die Mitgliedschaft

neue Geschäftskontakte zu Kunden

und Lieferanten, das Entstehen von Kooperationen

und einen regional orientierten

Erfahrungsaustausch innerhalb des

eigenen Fachgebiets. Einige Unternehmen

erhoffen sich durch das AEN Unterstützung

bei Auslandsaktivitäten und eine Art

„Türöffnerfunktion“ für Märkte angrenzender

Länder wie etwa Frankreich. Zum

Jahresanfang 2010 umfasste das Automotive

Engineering Network Südwest schon

70 Mitglieder, aus denen bereits interessante

und vielversprechende Initiativen

und Themen hervorgegangen sind.

Seit Jahresbeginn ist die ISB AG aktives

Mitglied des AEN und verspricht sich

durch ihre Mitgliedschaft in einem solchen

Branchennetzwerk, mit Firmen und

Forschungseinrichtungen aus der Region

ins Gespräch zu kommen und durch die

Teilnahme an den regelmäßigen Mitgliederveranstaltungen

wertvolle Kontakte

knüpfen, Projektideen aufgreifen und

Informationen austauschen zu können.

In den wenigen Monaten dieser Mitgliedschaft

kam es innerhalb des Netzwerks

bereits zu sehr guten und interessanten

Gesprächen und es konnten konkrete Projekte

behandelt werden. Eines der konkreten

Projekte befasst sich mit dem Thema

„Mobilität der Zukunft“.


Titelthema | 05

Da die „Mobilität der Zukunft“ derzeit einem

Wandel unterworfen ist, wie es ihn in

den letzten 50 Jahren nicht gegeben hat,

bleibt im Automobilsektor kein Stein mehr

auf dem anderen. Neue Antriebskonzepte,

steigende Preise bei konventionellen Energieträgern

sowie knapper werdende Vorräte

oder Vorkommen in politisch instabilen

Regionen werden ebenso wie die

zunehmende Umweltbelastung hierzulande

einen massiven Veränderungsdruck

erzeugen. „Mobilität der Zukunft“ in all

ihren potenziellen Facetten (Elektromobilität

− induktiv oder kabelgebunden,

Wasserstoffmobilität, neue Mobilitätskonzepte,

Carsharing, Kommunikation

Fahrzeug−Fahrzeug, Fahrzeuginfrastruktur

u.v.a.m.) ist ohne leistungsfähige und

si che re IT-Systeme undenkbar. Abrechnungs-

und Steuerungssysteme vervollständigen

die Aufgaben und Anforderungen

an innovative IT-Dienstleister. Da

es für den Großteil dieser Anforderungen

noch keine Standard-IT-Lösungen gibt,

kann die ISB AG mit ihrer langjährigen

Er fahrung in der Individualsoftwareentwicklung,

ihrem Branchen-Know-how und

ihrer Innovationskraft wertvolle Beiträge

leisten, um IT-Systeme zur Bewältigung

der neuen Herausforderungen zu realisieren.

Nach nur wenigen Monaten der Mitgliedschaft

gibt es für die ISB AG bereits erste

Ansätze für ein internationales Pilotprojekt

mit dem französischen Partnernetzwerk

„Pôle Véhicule du Futur“ zum Thema

E-Mobilität, bei dem mehrere französische

und deutsche Firmen an einem gemeinsamen

Projekt mit dem Ziel zusammenarbeiten,

marktfähige Produkte für einen

wachstumsstarken Zukunftsmarkt zu entwickeln.

ISB sieht also dieser Partnerschaft

mit großer Zuversicht entgegen und freut

sich auf weitere interessante Kontakte und

Projekte.

„Für innovative

IT-Unternehmen

aus un serer Re -

gion ist es eine

große Chance,

an den aktuellen

E n t w i c k l u n g e n

mitzuwirken. Das

AEN bietet über

seine grenzüberschreitende

Vernetzung

sowie

Uwe Timrott,

Geschäftsführer des AEN seine Integrati on

in das landes weite

Cluster automotive-BW ideale Voraussetzungen,

an den aktuellen Entwicklungen

teilzuhaben. Mit der ISB AG haben wir

im AEN einen IT-Dienstleister, der dank

seines ausgesprochen hohen Automotive-

Know-hows unser Netzwerk optimal er -

wei tert.“

Stefan Kröller,

Bereichsleiter Vertrieb


06 | ISB-PROJEKT

ISB-Themenschwerpunkt Umwelt/

Wasser/Verkehr am Beispiel der

Bundesanstalt für Wasserbau (BAW)

Schon seit Langem verfolgt die ISB AG das Ziel, ihr breites Serviceportfolio als IT-Dienstleister mit einer fachlichen

Ausrichtung im Sinne der Aufgaben ihrer jeweiligen Kunden zu kombinieren bzw. in eine solche einzubetten.

Damit wird der selbst postulierte Anspruch der ISB AG, die „Sprache des Kunden zu sprechen“, nicht nur

in technologischer (IT), sondern insbesondere auch in fachlicher Hinsicht untermauert.

Selbstverständlich bleibt dabei die Branchenkompetenz der Kunden das unumstrittene Maß der Dinge. Gleichwohl

setzt die ISB AG mit Nachdruck den Anspruch um, die fachlichen Herausforderungen ihrer Kunden in

einem Maß zu durchdringen, welches ISB über die Zeit befähigt, nicht nur der auf die IT in engerem Sinn fokussierte

Dienstleister zu sein, sondern als konstruktiv-kritischer Sparringspartner des Kunden zu agieren.

Im Sinne dieses Bestrebens hat sich im

Lauf der Jahre neben dem bekannten Be -

tätigungsfeld Schule/Bildung/Soziales

mit dem Themenschwerpunkt Umwelt/

Wasser/Verkehr ein weiterer Bereich innerhalb

der ISB AG etabliert, bei dem die

ISB-Experten – natürlich innerhalb ge -

wisser Grenzen – auch als fachlicher Di s-

kussionspartner der Kunden anerkannt

sind. Innerhalb des Themenschwerpunkts

Umwelt/Wasser/Verkehr liegt ein besonderes

Augenmerk auf geografischen Informationssystemen

(GIS) als Basis moderner

Portallösungen.

Die über die IT hinausgehende Kompetenz

bringt die ISB AG u. a. dadurch ein,

dass die Projektteams in der Regel interdisziplinär

aufgestellt sind. So kommen in

den Entwicklungsprojekten des Umweltsektors

neben Informatikern vielfach auch

Geografen, Vermessungs- und Bauingenieure,

Mathematiker oder Verfahrenstechniker

zum Einsatz. Natürlich gestaltet sich

eine solche Personalkonstellation innerhalb

eines Projektverlaufs dynamisch und

macht nur bei bestimmten Größenordnungen

Sinn. Entscheidend ist jedoch, auf die

ent sprechenden Herausforderungen des

Kun den bei Bedarf reagieren zu können.

Ein gutes Beispiel für die vorgenannten

Ausführungen sind die vielfältigen

Projek te, welche die ISB AG im Auftrag der

Bundes anstalt für Wasserbau (BAW) und

des ihr zugeordneten Dienstleistungszentrums

Informationstechnik im Geschäftsbereich

des Bundesministeriums für Verkehr,

Bau und Stadtentwicklung (DLZ-IT

BMVBS) seit vielen Jahren abwickelt.

Im Folgenden sind einige beispielhafte

Projekte kurz umrissen.

ELWIS – elektronisches

WasserstraSSeninformationssystem

(www.elwis.de)

Das elektronische Wasserstraßeninfor ma t-

i ons system ist ein kostenfreier inter net ba -

sierter Infodienst der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung

des Bundes (WSV). Er bietet

eine Informationsbasis für Interessenten

aus der gewerblichen Schifffahrt, der

Frei zeitschifffahrt sowie der Wasser- und

Schiff fahrtsverwaltung selbst. Eine besonders

wichtige Stellung haben dabei die

Na ch richten für die Binnenschifffahrt. Diese

werden von den Fachleuten der WSV

ü ber ELWIS im Internet veröffent licht. Seit

dem Start des Wirkbetriebs wurden die Fun -

k tionalitäten sukzessive erweitert, so dass

heute neben eher statischen Infos (z.B. Ge -

setzestexten) auch etliche Module mit dynamischen

Inhalten zur Verfügung stehen.

Beispiele hierfür sind:

• Nachrichten für die Binnenschifffahrt

• Eislageberichte

• Wasserstände an schifffahrtsrelevanten

Pegeln

• Fahrrinnen-, Tauch- und Abladetiefen

etc.


ISB-PROJEKT | 07

Seit 2002 unterstützt die ISB AG die BAW

bzw. das DLZ-IT BMVBS in diesem Projekt.

Nach Abschluss der eigentlichen Realisierung

durch ISB befindet sich die Anwendung

in einem permanenten Prozess der

Pflege und Weiterentwicklung unter maßgeblicher

Beteiligung der ISB AG.

„Über die vielen Jahre der Zusammenarbeit

haben wir die fachkompetenten und

kritisch-konstruktiven Mitarbeiter des

ISB-Teams schätzen gelernt“, erklärt Jörg

Dittmar, Projektleiter Informationstechnik

beim DLZ-IT BMVBS. „Ergänzt wird

diese Fachkompetenz durch eine ausgeprägte

Kundennähe und hohe Serviceorientierung,

was seinen Ausdruck konkret

in schnellen Reaktionszeiten und kurzen

Dienstwegen findet“, so das positive Fazit

von Herrn Dittmar.

Portal Tideelbe

(www.portaltideelbe.de)

Ende der 90er-Jahre fand ein Planfeststellung

sverfahren statt, bei dem es um die

Ver tiefung der Fahrrinne der Unterelbe

ging. Die im Rahmen der sogenannten Be -

weissicherung erhobenen Daten wurden

online bereitgestellt bzw. aufgelistet.

Nutzer der Onlinedaten sind neben den

ei genen Dienststellen auch Hochschulen,

Forschungseinrichtungen und betroffene

bzw. interessierte Bürger.

Aufgrund gestiegener Anforderungen

muss te die ursprünglich entwickelte An -

wendung auf eine neue Plattform migriert

und im Rahmen der Pflegephase weiter

ausgebaut werden.

Das Projekt Portal Tideelbe beinhaltete

da her die Neukonzeption und Implementierung

des bestehenden Webauftritts zur

Be weissicherung sowie die fortlaufende

Quell datenintegration heterogener Datenbanken

in einen zentralen Geodatenserver.

Es ist das erste Projekt innerhalb der

WSV, in dem derart umfangreich relevante

Geodaten im Internet bereitgestellt werden.

Die im Rahmen einer Beweissicherung

erhobenen Daten (vor allem Mess reihen)

stehen in vielfältiger Weise in Dokumenten,

als Zeitreihengrafiken oder in Kartenform

online zur Verfügung und können

auch heruntergeladen werden. Das modular

aufgebaute System ist dementsprechend

sowohl ein Recherchesystem für die

Be weissicherungsdaten als auch eine Plattform

für die umfangreichen Dokumentenbestände,

die während einer Umweltverträglichkeitsuntersuchung

erstellt werden.

BAW – Kompetenz für die Wasserstraßen. (Quelle / Urheberinfo: BAW Karlsruhe)


08 | ISB-PROJEKT

Wesentliche Schritte der Neuausrichtung

beinhalteten:

• die Migration der Altanwendung

• die Konzeption der hinzugekommenen

Anforderungen

• die Übernahme der Datenbestände

in eine zentrale GIS-DB

• die Integration der Anwendung in das

CMS Gauss VIP (Pflege, Erweiterbarkeit,

sicherer Betrieb) und

• die Bereitstellung der Geodaten mittels

OGC-konformer Dienste (WMS) über

den UMN-Mapserver

Die entsprechenden Aufgaben wurden

und wer den seit 2003 von der ISB AG

über nommen.

Auch in diesem Projekt schätzt man ISB

als zuverlässigen Partner. „Wir fühlen uns

ab geholt, gut betreut und erreichen bei

der ISB AG immer den richtigen Ansprechpartner“,

sagt Dietmar Mothes vom Referat

IT-Einsatz im technischen Bereich des DLZ-

IT BMVBS. „Gerade Portal Tideelbe ist ein

gutes Beispiel dafür, wie sich ein anfangs

kleines und überschaubares Verfahren

über den Zeitverlauf hin bezüglich solcher

Parameter wie Datenmengen, Bedeutung

für die Nutzer und Zugriffszahlen (ca. Verzehnfachung)

enorm weiterentwickelt hat

und auch noch weiterentwickeln wird“, so

Herr Mothes weiter. Er sieht Portal Tideelbe

als expemplarisch dafür an, wie lokale

Datenerfassung und Verantwortung ei -

nerseits mit zentraler Datenhaltung und

der Einbeziehung eines externen Dienstleisters

andererseits in Einklang gebracht

werden können.

BuhnenGIS und GEOBAS

Zwei weitere wichtige Projekte mit maßgeblicher

ISB-Beteiligung sind BuhnenGIS

und GEOBAS.

Mit BuhnenGIS wird ein einheitliches

Sys tem zur Erfassung, Darstellung und

V i sualisierung des Zustands der Strombauwerke,

den sogenannten Buhnen, aufgebaut.

Grundlage soll die derzeit im Aufbauendstadium

befindliche Geodateninfrastruktur

für die WSV in Anlehnung an

die GDI-DE werden.

GIS-Modul des „Portal Tideelbe“

Der Zugang zu vermessungstechnischen

Ba s is daten (Punkte, Linien, Einmessungsskizzen)

als Grundlage vielfältiger Aufgaben

der WSV ist einfach und schnell für

je d en autorisierten Benutzer online per

Web browser mit der Anwendung GEOBAS

mög lich. Jens Bondarenko, Projektleit

er des DLZ-IT BMVBS, erläutert dazu: „Im

Zu sammenhang mit den Aufgaben des

Ver mes sungswesens der WSV im Be reich

Un t erhalt, Neubau und Ausbau der Bundeswasser

stra ßen werden raumbezogene

Daten ge n eriert und verwaltet. Von zen -

traler Be deut ung sind hierbei geodätische

Basisdaten wie z. B. Höhen- und La ge festpunkte

oder Fahrrinnenlinien.“

GEOBAS erfasst, verwaltet und archiviert

diese Daten und präsentiert sie dem Nutzer

auf unterschiedliche Weise durch Analysen

der Datenbank (Bildschirm, PDF, Ex -

port etc.). In GEOBAS werden Punkte und

Linien gemäß ihrem Datenmodell in einer

webbasierten Applikation gehalten.

Daneben bietet sie Ablagen für Einmessungsskizzen

und führt für geänderte wie

auch untergehende Punkte und Linien eine

Historie.

„Die ISB AG bleibt mit einem professio -

n el len Projektmanagement immer am

Ball“, lautet das Fazit von Herrn Bondarenko

über die Zusammenarbeit in kurzer

und präg nanter Form. „Wir fühlen uns

fach lich in guten Händen, weil ISB weiß,

worüber wir reden.“

Gerade eine solche Aussage belegt, dass

die ISB AG mit der Kombination aus IT-

Know-how und Fachkompetenz einen er -

folg reichen Weg beschreitet.

Fazit und Ausblick

Die ISB AG wird den Themenschwerpunkt

Um welt/Wasser/Verkehr in Verbindung

mit geografischen Informationssystemen

(GIS) weiter konsequent ausbauen.

Der Konzern sieht darin im Hinblick auf

die Um setzung der INSPIRE-Richtlinien

(europä ische Geodateninfrastruktur) und

die damit korrelierenden GDI-DE-Aktivitäten

ein Themenfeld mit hohem Potenzial.

Bezüglich der relevanten GIS-Plattformen

agiert ISB grundsätzlich systemneutral,

wobei jedoch eine Konzentration

auf etablierte Hersteller unumgänglich ist.

Egon Bohländer,

Senior Account Manager Public


ISB intern | 09

ISB AG auf dem 2. Bayerischen

Anwenderforum eGovernment 2010

2. Bayerisches Anwenderforum

eGovernment

Am 14. und 15.06.2010 fand im Internatio -

nalen Congress Center München (ICM)

unter der Schirmherrschaft des IT-Beauftragten

der Bayerischen Staatsregierung,

Herrn Staatssekretär Franz Josef

Pschierer, sowie des Bayerischen Landtags

das 2. Bayerische AnwenderforumeGovern -

ment statt. Die ISB AG war mit einem eigenen

Stand und der Teilnahme an einer

Podiumsdiskussion vertreten.

Nach Aussagen der Veranstalter handelt

es sich hier um „eines der größten Foren

dieser Art in Deutschland und die einzige

Veranstaltung in Bayern“.

Die Vielfalt der Themen erfasste das ge -

samte Spektrum einschlägiger Aspekte der

bayerischen Kommunen im Hinblick auf

attraktive eGovernment-Angebote für ihre

Bürger und Wirtschaftsteilnehmer. Darüber

hinaus gab der Vorstand der ISB AG,

Ralf Schneider, während einer Podiumsdiskussion

zum Thema „Make or buy“ wertvolle

Impulse und Anregungen aus der

Sicht eines IT-Dienstleisters an die Zuhörerschaft

aus Entscheidungsträgern des

Landes und der Kommunen.

Inhaltlich wurde die Veranstaltung sowohl

von den Teilnehmern der Verwaltung als

auch der Wirtschaft als optimale Plattform

für den Austausch aktueller Informationen

und Meinungen empfunden und genutzt.

Passenderweise betonte Staatssekretär

Pschierer in seiner Keynote „Bayern online:

Vorsprung durch eGovernment − eGov-

ernment nicht als Selbstzweck, sondern

zur Generierung von wichtigen Entscheidungen

in Verwaltung und Wirtschaft“

das „EGovernment-Servicedreieck“ zwischen

Staat, Kommunen und Wirtschaft

(Trialog). Hier sei der Freistaat Bayern auf

einem sehr guten Weg, den es konsequent

weiter zuverfolgen gelte. Bereits heute sei

es möglich, bestimmte Basiskomponenten

medienbruchfrei zu nutzen und Zeit- wie

auch Komfortgewinne zu erzielen.

Im Rahmen der Podiumsdiskussion „Make

or buy“ bzw. „Bedarfsspezifische Softwareentwicklung

oder Einsatz universeller

Stan dardprodukte: Welche Strategie em p -

fiehlt sich für den Ausbau von eGovernment-Plattformen?“

appellierte der Vorstand

der ISB AG, dem Requirement Engineering

in der Vorphase einer Ausschreibung

von Leistungen hinreichend Platz

einzuräumen „Legen Sie mehr Wert auf

das Anforderungsmanagement − es lohnt

sich.“

Ergänzend hierzu führte er aus, dass gerade

im Vorfeld einer Entscheidung zur Ablösung

eines bestehenden oder Einführung

eines neuen Systems die Zeit dazu genutzt

werden sollte, um die existierenden Prozesse

zu überdenken.

„Nutzen Sie die Chance, Ihre Prozesse zu

verschlanken, anstatt nur die bestehenden

Prozesse 1:1 in Software abzubilden.

Dies ist aus Erfahrung der ISB AG noch viel

wichtiger als die Entscheidung, ob man

zukünftig eine Standard- oder Individualsoftware

einsetzt“, so Schneider.

Insgesamt lautete der Tenor sowohl bei

den Anwendervorträgen als auch bei den

Fachforen, dass Unternehmen und Bürger

gleichermaßen neue eGovernment-

Ini tiativen als Chance für einen besseren

Dialog mit ihrer Stadt- oder Landesverwaltung

betrachten. Hierbei sehen sich die

Verwaltungen mit hohen Ansprüchen der

Informationsgesellschaft konfrontiert,

wel che mit der bloßen Digitalisierung von

Dienstleistungen oder einer rein informativen

Internetpräsenz nicht erfüllt werden

können. Vielmehr ist es entscheidend,

weg von der „Elektrifizierung” veralteter

und ineffizienter Verwaltungsprozesse zu

kommen und suboptimale Insellösungen

abzulösen oder zu integrieren.

Also: Integration der bestehenden lokalen

Fachverfahren anstatt redundanter Datenpflege.

Volker Ambach und Jens Leibig am

Stand der ISB AG

Fazit

Den Teilnehmern des Fachkongresses bot

sich eine umfassende Gelegenheit zur In -

formationsaufnahme und zum Austausch

mit Kolleginnen und Kollegen.

Der ISB AG als Aussteller und Mitglied der

Podiumsdiskussion hatte hierbei die Möglichkeit,

Informationen von der „Basis“,

den Fachanwendern, aufzunehmen und

Informationen direkt an die Fachanwender

weiterzugeben.

Alles in allem eine gelungene Veranstaltung,

die im Jahr 2011 fortgesetzt werden

soll.

Jens Leibig,

Senior Account Manager

Volker Ambach,

Senior Account Manager


10 | Fachthema

Datenschutz bei der ISB AG und

im Rahmen von Softwareprojekten

In der jüngsten Vergangenheit wurden in mehreren Gesetzgebungsverfahren die Regelungen zum Datenschutz im Bundesdatenschutzgesetz

(BDSG) kodifiziert. Der primäre Zweck des Datenschutzes – der Schutz des Einzelnen, durch den Umgang mit seinen

personenbezogenen Daten in seinem Recht auf informationelle Selbstbestimmung nicht beeinträchtigt zu werden – wurde durch die

sogenannten BDSG-Novellen I bis III (Inkrafttreten 01.04.2010, 01.09.2009 sowie 11.06.2010) weiter ausgebaut. Neben den Auswirkungen

im privaten Umfeld jedes Einzelnen können sich auch im Rahmen von Softwareentwicklungsprojekten datenschutzrechtliche

Aspekte ergeben.

Im Einzelnen wurden in der BDSG-Novelle I

das Scoring, die automatisierte Einzelentscheidung

sowie die Grundsätze der Da -

t en üb er mittlung an Auskunfteien geregelt.

Die BDSG-Novelle II beinhaltet u.a.

Re g el un gen zur personalisierten Werbung,

zu den erweiterten Anforderungen

an die Auf trags datenverarbeitung, zum

Arbeitnehmerdatenschutz sowie zu den

Informa tionspflichten bei Datenpannen.

Letztend lich wurde in der BDSG-Novelle

III die Um setzung der Verbraucherkreditrichtlinie

behandelt.

Im Folgenden werden für Softwareentwicklungsprojekte

relevante Aspekte − namentlich

die erweiterten Anforderungen an die

Auftragsdatenverarbeitung sowie Informationspflichten

bei Datenpannen − dargestellt

und das Verfahren, wie die ISB AG

derartige Anforderungen bei der Vertragsund

Prozessgestaltung in der täglichen

Arbeit berücksichtigt. In diesem Zusammenhang

sei darauf hingewiesen, dass

alle Mitarbeiter der ISB AG die Verpflichtung

zur Wahrung des Datengeheimnisses

eingegangen sind, welche sich über die

Beendigung der Tätigkeit hinaus erstreckt.

Daneben ist der betriebliche Datenschutzbeauftragte

(DSB) der ISB AG in die Belange

des Datenschutzes, der Datensicherheit

und Datensicherung wie auch in die

fortlaufende Informationsvermittlung der

Belegschaft permanent involviert.

Die ISB AG ist als Softwareentwicklungsunternehmen

in Kundenprojekten bis

dato nur in seltenen Fällen mit der Verarbeit

ung personenbezogener Daten im

Auf trag betraut. Grundsätzlich ist der

Um gang mit per sonenbezogenen Daten

auch zulässig, wenn die Zweckbestimmung

eines Ver trags verhältnisses, eines

vertragsähnlich en Vertrauensverhältnisses

oder Vertrags ver handlungen mit dem

Betroffenen dies ver langen. Gleiches gilt,

wenn die Datenver arbeitung zur Wahrung

berechtigter In ter essen der speichernden

(z.B. IT-Dienstleister) oder verantwortlichen

Stelle (Dateneigentümer)

erforderlich und nicht anzunehmen ist,

dass das schutzwürdige Interesse des

Betroffenen beeinträchtigt wird.

Bei den klassischen Individualsoftwareprojekten

in der ISB AG erfolgt nach der

Konzeption und Implementierung der

Kundenanforderungen regelmäßig auch

ein Test der Software. In diesem Projektstadium

kann ein Zugriff auf personenbezogene

Daten stattfinden, sofern der Kunde

die Testdaten nicht anonymisiert oder

pseudonymisiert übermittelt. Werden also

Echtdaten zu Testzwecken zur Verfügung

gestellt, sind nach den Regelungen des

BDSG die erweiterten Anforderungen an

die Datenverarbeitung im Auftrag durch

den Auftraggeber seit dem 01.09.2009

zwingend zu beachten. Dabei hat der

Gesetzgeber keine Übergangsfristen bei

den Datenschutznovellen berücksichtigt,

sodass so genannte Altverträge auf einen

gegebenenfalls bestehenden Anpassungsbedarf

hin überprüft werden sollten. Es

empfiehlt sich, eine Priorisierung der be -

stehenden Auftragsdatenverarbeitungsverhältnisse

nach Risikograd (Art und

Umfang) der verarbeiteten Daten vorzunehmen.

Vertragsgestaltung

Zunächst müssen neue Mindestinhalte

in der Vertragsgestaltung zwischen dem

Auftraggeber und dem Auftragnehmer

be rücksichtigt werden. Wie schon dargestellt,

sind bei der Verarbeitung person

en bezogener Daten nicht nur die neuen

Verträge, sondern auch alle bestehenden

Verträge den neuen Regelungen anzupassen.

Hierbei muss eine fundierte Auswahl

des Auftragnehmers unter besonderer Be -

rücksichtigung der Eignung der von diesem

getroffenen technischen und organisatorischen

Maßnahmen erfolgen. Im Einzelnen

sind nachstehende Mindestinhalte

schriftlich festzuhalten:

• Gegenstand und Dauer des Auftrags

• Umfang, Art und Zweck der

vorgesehenen Erhebung, Verarbeitung

oder Nutzung von Daten, die Art der

Daten und der Kreis der Betroffenen

• zu treffende technische und

organisatorische Maßnahmen

zum Schutz der Daten

• Berichtigung, Löschung und Sperrung

von Daten

• Pflichten des Auftragnehmers, insbesondere

die von ihm vorzunehmenden

Kontrollen

• etwaige Berechtigung zur Begründung

von Unterauftragsverhältnissen


Fachthema | 11

• Kontrollrechte des Auftraggebers wie

auch entsprechende Duldungs- und Mitwirkungspflichten

des Auftragnehmers

• mitzuteilende Verstöße des Auf tragnehmers

oder der bei ihm beschäftigten

Personen gegen Vorschriften zum

Schutz personenbezogener Daten

oder gegen die im Auftrag getroffenen

Festlegungen

• Umfang der Weisungsbefugnisse, die

sich der Auftraggeber gegenüber dem

Auftragnehmer vorbehält

• Rückgabe überlassener Datenträger

und Löschung beim Auftragnehmer

gespeicherter Daten nach Beendigung

des Auftrags

Die Gesellschaft für Datenschutz und Da -

ten sicherheit e.V. (www.gdd.de), die sich

u. a. für einen sinnvollen, vertretba ren

und technisch realisierbaren Datenschutz

einsetzt, stellt auf ihrer Homepage ein

Ver tragsmuster zur Auftragsdatenverarbeitung

als Download zur Verfügung, so -

dass lediglich die Konkretisierung des

bestehenden Auftragsverhältnisses vorzunehmen

ist.

Organisatorische MaSSnahmen

Neu geregelt wurde auch, dass vor dem

ersten Datenaustausch der Auftraggeber

sich von dem Vorhandensein und der Wirksamkeit

der getroffenen technischen wie

auch organisatorischen Maßnahmen beim

Auftragnehmer zu überzeugen hat. Dies

kann in unterschiedlicher Weise geschehen.

Art und Umfang der Kontrollen ergeben

sich insbesondere aus der Sensibilität

der zugrunde liegenden Daten. Eine persönliche

oder Vor-Ort-Kontrolle ist dabei

nicht zwingend erforderlich, sodass auch

eine schriftliche Auskunft des Auftragnehmers

oder die Vorlage eines Testats bzw.

eines Zertifikats eines Sachverständigen

ausreicht.

Neben diesen Erstkontrollen muss der Auf -

traggeber während des Vertragsverhältnisses

immer wieder sogenannte Nach -

kontrollen durchführen. Bei letztgenannten

ist nach der Gesetzesbegründung auch

eine Teil- und Schwerpunktprüfung denkbar.

Grundsätzlich ist für die Einhalt ung

der Kontrollen die beauftragende Fach -

abteilung verantwortlich, wobei es sich

emp fiehlt, den betrieblichen Datenschutzbeauftragten

hinzuzuziehen.

Dokumentation

Die Dokumentation bezüglich der technischen

und organisatorischen Maßnahmen

der Kontrollergebnisse ist in diesem

Zusammenhang vom Gesetzgeber zwingend

vorgeschrieben. Diese sollte insbesondere

die Angaben zu den an der Kontrolle

Beteiligten, zur betroffenen Auftragsdatenverarbeitung,

zu Art und Umfang der

Kontrolle, zu den Feststellungen sowie zu

den weiteren Maßnahmen enthalten.

FOLGEN BEI GESETZLICHEN

VERFEHLUNGEN

War vor der Novellierung der unberechtigte

Zugriff auf personenbezogene und

beziehbare Daten bereits unzulässig, in

manchen Fällen auch strafbar, wurde zum

01.09.2009 vor allem die unberechtigte

Kenntnisnahme von besonderen Daten

durch Dritte mit massiven Rechtsfolgen

belegt.

Im Fall von Datenschutzpannen ist für

nicht öffentliche Stellen vorgesehen, dass

einerseits die Aufsichtsbehörde, andererseits

die Betroffenen qualifiziert informiert

werden. Sind die durch eine Datenschutzpanne

betroffenen Personen nicht

abschließend feststellbar, ist eine mindestens

halbseitige Anzeige in mindestens

zwei bundesweit erscheinenden Tageszeitungen

zu schalten.

Sofern die vorgenannten Anforderungen

bezüglich der Vertragsgestaltung und der

organisatorischen Maßnahmen nicht be -

rücksichtigt werden, droht ein Bußgeld

bis zu 50.000 Euro. Bei Unternehmen der

Privatwirtschaft ist zusätzlich eine sogenannte

„Gewinnabschöpfung“ möglich.

Fazit

Grundsätzlich ist − gemäß BDSG-Novelle

II − der Auftraggeber im Rahmen der Auftragsdatenverarbeitung

für die Einhal tung

der datenschutzrechtlichen Be stim mungen

verantwortlich. Die ISB AG wird im Rahmen

der Softwareprojekte die Daten nur auf

Weisung ihrer Kunden erheben, verarbeiten

oder nutzen. Sofern für ISB erkennbar

ist, dass Sie die gesetzlichen Vorschriften

zum Datenschutz nicht einhalten (was bis

dato nie der Fall war), werden Sie umgehend

darüber informiert. Gerne stehen

Ihnen bei weiteren Fragen die Projektleiter

und gerne stehe ich Ihnen auch persönlich

zur Verfügung.

Die ISB AG selbst hat ihre bestehenden Lieferantenbeziehungen

überprüft und dabei

die Umsetzung der BDSG-Novelle II im

Hinblick auf die Vertragsgestaltung bei der

Auftragsdatenverarbeitung umgesetzt.

Der Datenschutz, die Datensicherheit und

die ordnungsgemäße Datenverarbeitung

sind somit in der innerbetrieblichen Organisation

der ISB AG verankert.

Dominic Fuchs,

Finanzen & Recht


IMPRESSUM

Redaktion | ISB AG | Zur Gießerei 24 | 76227 Karlsruhe | Tel. +49 (0) 721 82800-0 | Fax +49 (0) 721 82800-182

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Autoren | Volker Ambach | Egon Bohländer | Dominic Fuchs | Stefan Kröller | Jens Leibig | Ralf Schneider

Gestaltung | Phase Zwei Werbeagentur | Reinhäuser Landstr. 159 | 37083 Göttingen | www.phasezwei.de

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