In-vitro-Maturation porciner Oozyten auf Feederlayer ... - Dragon IVF

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In-vitro-Maturation porciner Oozyten auf Feederlayer ... - Dragon IVF

5.0.Diskussion

Die In-vitro-Fertilisation ist eine Methode, Embryonen außerhalb eines Muttertieres zu

erzeugen. Tierzüchterische Anwendungen wie z.B. die Erhaltung bedrohter Tierrassen,

Verminderung deckspezifischer Tierseuchen oder genetische Manipulationen zur

Erstellung pharmazeutischer Produkte („gene pharming“) rechtfertigen die Erstellung

von Embryonen in vitro. Das Verfahren der In-vitro-Fertilisation beim Haustier kann

auch deshalb interessant sein, weil sich hieraus wertvolle Informationen für spezielle

Techniken der In-vitro-Fertilisation beim Menschen ergeben könnten. So ist die Invitro-Maturation

humaner Oozyten eine sehr aktuelle Fragestellung bei PCO (Poly-

Cystic-Ovar)-Patientinnen und jungen Frauen mit Ovarialkarcinomen.

Es ist heute durchaus möglich, aus in-vivo-maturierten sowie in vivo-befruchteten

Oozyten des Schweines präimplantatorische Embryonalstadien bis zur transferfähigen

Blastozyste in vitro weiterzuentwickeln (CHENG, 1986; NAGAI et al., 1988; MATTIOLI

et al. 1989; YOSHIDA et al., 1990; ZHENG & SIRAD, 1992; FUNAHASHI & DAY, 1993;

SINGH & ARMSTRONG 1994; RATH et al., 1995; WANG et al., 1995). Für ein

komplettes porcines In-vitro-Fertilisationsprotokoll stellt die In-vitro Maturation beim

Schwein das Schlüsselereignis dar (EDWARDS, 1965; WEIGL & BREM, 1985;

MATTIOLI et al. 1988a, b).

In der vorliegenden Arbeit wurde schwerpunktmäßig die In-vitro-Maturation porciner

Oozyten untersucht. Zur Verbesserung der nuklearen Maturationrate wurde ein

heterologer Antikörper gegen Inhibin eingesetzt. Weiterhin wurden Feederlayer zum

Erhalt der Vitalität der Oozyten und Embryonen getestet.

5.1. Gewinnung der Ovarien und Oozyten

Beim Schwein stellt die Gewinnung unreifer Oozyten aus den Ovarien geschlachteter

Jungsauen eine kostengünstige und einfache Möglichkeit dar, Gameten für die In-vitro-

Fertilisation zu erhalten.

Die Ovarien vom Schwein fallen am Schlachthof zwar in großer Zahl an, doch muß

bedacht werden, daß am Schlachthof die Fleischgewinnung an erster Stelle steht. Die

Ovarien werden zusammen mit allen übrigen Innereien aus der Bauchhöhle entfernt, so

daß ein Kontakt mit Darminhalt durchaus möglich ist und eine bakterielle

Kontaminationsgefahr schon im Vorfeld gegeben ist. Da es sich bei den heutigen

Schlachthöfen um EU-Schlachthöfe handelt, sacken die Innereien auf einer separat

laufenden Edelstahlrutsche in Richtung Konfiskatkübel. Dieser Weg kann sehr lang

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